DEST007122MA - - Google Patents

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DEST007122MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 9. Oktober 1953 Bekanntgemacht am 17. November 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Desinfizieren und Reinigen von Rohrleitungen und 1 Schläuchen in der Getränkeindustrie, insbesondere im Braugewerbe.
Man verwendet hierzu saure oder basische Desinfektions- und Reinigungsmittel, welche farblos sind, also mit dem Auge von Wasser nicht zu unterscheiden sind.
Die desinfizierten bzw. gereinigten Leitungen und Schläuche werden anschließend mit kaltem Wasser teergespütt.
Es haben sich, insbesondere in der Brauindustrie, schon häufig Unfälle und schwere gesundheitliche Schädigungen dadurch ergeben, daß das Bedienungspersonal in der Meinung, daß die Rohrleitung bzw. der Schlauch bereits wieder mit Wasser gefüllt sei, statt dessen mit der Desinfektions- oder Reinigungsflüssigkeit in Berührung kamen und insbesondere diese scharfen Flüssigkeiten Verbrennungen od. dgl. in der Mundhöhle und/oder im Magen verursachten.
Dem will!' die Erfindiung abhelfen und mit Sicherheit dafür Sorge tragen, daß solche Betriebsunfälle sich bei Anwendung des erfindungsgemäß'en Verfahrens nicht mehr ereignen können.
Bei diesem Verfahren wird die Erfindung in der Verwendung von gefärbten Reinigungs- und Desinfefktio»smittelin an sich bekannter Art gesehen.
509 580/12
St7122IVa/6f
Zweckmäßig erfolgt die Färbung entsprechend der Konzentration der Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Ferner JsI es zweckmäßig, in den Schlauch- und Rohrleitungen Sehauöffnungen od. dgl. zum Beobachten der Reinigungs- und Desinfektionsmittel und gegebenenfalls Vorrichtungen zur Bestimmung ihrer Konzentration auf (!rund i'hrer 1''UrI)UHg vorzusehen.
ίο Ks ist zwar auf anderen Gebieten der Technik bekannt, bestimmte wasserklare Flüssigkeiten zu färben, um sie von Wasser deutlich zu unterscheiden. So werden z. B. in Operationssälen nur gefärbte Sublimatlösungen verwendet. Ferner werilen bekanntlieh !bissige Brennstoffe (Benzin, Benzol usw.) gefärbt. Ebenso ist es bekannt, giftigen Weizen durch 1''UrI)UHg 'kenntlich zu machen.
Trotz dieser bekannten Maßnahmen und trotzdem in der (ielrän'ke- und insbesondere in der Brau-
ao ,Industrie die geschilderten Verhältnisse bereits seit lallirze'hnten bestellieii und immer wieder zu Betriebsunfällen geführt haben, ist diese an sich be-'kanii'le Maßnahme des Färl>cns von Wasserfällen Flüssigkeiten in der Getränkeindustrie und im Braugewerbe noch nicht zur Anwendung gekommen. Da andererseits mit dieser Maßnahme wesentliche technische Fortschritte, insl>esondere hinsichtlich der Unfallverhütung erreicht werden, so handelt es sich nicht um eine Selbstvcrständliehkcit.
Für (Ii<- Desinfektion und das Reinigen der Rohrund Schlauchleitungen in der Getränkeindustrie verwendet man beispielsweise Formaldehyd. Zweckmäßig färbt man dieses mit fuchsinschwefliger Säure (Schiffsches Reagenz) und erhält eine blaue Flüssigkeit.
Saure und basische Reinigungsmittel kann man mil Methylrot bzw. Methylorange färlxni oder bei basischen Reinigungsmitteln als Farbzusatz Phenolphthalein verwenden. Man kann auch beide Arten von Reinigungsmitteln mit Lackmustin'ktur färben, so daß die sauren Reinigungsmittel rot- und die basischen Reinigungsmittel blaugcfärbt erscheinen.
Weitere Desinfektionsmittel, welche insbeson-
Ί5 dere im Braugewerbe verwendet werden, sind Alk ti ν in, Khiorammon, Elmocid u.dgl. Bei allen diesen Flüssigkeiten ist es zweckmäßig, die sauren Flüssigkeiten rot und die alkalischen blau zu färben.
Kerner ist es zweckmäßig, die Färbung in ihrer Intensität der Konzentration der betreffenden Reinigiungs· odor Desinfektionsflüssigkeit anzupassen, d.h. also, die Färbung um so dunkler zu wählen, je stärker die Konzentration ist.
Ferner 'kanu man in den Schlauch- und Rohrleitungen an geeigneten Stellen Schauöffnungen u. dgl. vorsehen, um feststellen zu 'können, ob sich in d<-n Leitungen noch gefärbte Flüssigkeiten oder bereits Spülwasser lx'findct. Bekanntlich werden nämlich, ■/.. B. in der Brauindustrie, am Wochenende sämtliicihe Leitungen und Schläuche mit einer Desinfc.ktionslösung gefüllt und nach mehreren Stunden mil kaltem Wasser leergespült.
Die Konzentration der gefärbten Flüssigkeiten läßt sich ebenfalls zweckmäßig im Betrieb und in den Leitungen direkt bestimmen, z. B. durch Verwendung eines Kolorimeters.
Die Erfindung ist nicht auf die angeführten Beispiele beschränkt. Vielmehr kann das Verfahren gemäß der Erfindung mit allen geeigneten Reiniigungs- und Desinfektionsmitteln mit entsprechenden Farbzusätzen durchgeführt werden.
Zum Desinfizieren von Rohrleitungen und Schläuchen l>enutzt man in dor Brauerei für gewöhnlich Lösungen von erstens Formaldehyd, zweitens Ammoniumbifluorid und drittens Salpetersäure.
Um eine Verwechslung dieser wasserklareu Medien mit Wasser auszuschließen, soll tunlichst schon das konzentrierte Agenz mit einem Farbstoff angefärbt sein. Dies kann geschehen:
Beispiel 1
Einer handelsüblichen Formaldchydlösung mit 35 Gewichtsprozent setzt man 0,2 bis 0,5 g Fuchsin/1 oder entsprechende Mengen fucbs'inschweflige Säure (Reagenz nach Schiff) zu. Die intensive rotviolette Färbung ist auch bei ,stärkster Verdünnung noch sichtbar, so daß selbst Spuren von Formaldehyd im Spülwasser noch erkannt werden können.
Beispiel 2
Einer gebrauchsfertigen Desinfektionslösung (etwa i°/oig) aus Ammoniumbifkianid setzt mau 0,1 g Indigokarmin/l zu. Auch hiermit sind noch Spuren der ursprünglichen DeshifeJktionslösung im Waschwasser durch die blaue Färbung nachweisbar.
Beispiel 3
Dem zur Reinigung verwendeten sal peter säurehaltigen Agenz, das zumeist in konzentrierter Form angeliefert wird und bei Verwechslung besonders gefährlich ist, setzt man 0,2 bis 0,4g Methylenblau zu. Die intensiv blaue Färbung bleibt auch in stärkster Verdünnung mit Wasser noch sichtbar, so daß das Ende einer vollständigen Spülung leicht erkannt werden kann.
In allen obengenannten Fällen ist die Farbintensität der Desinfektions- oder Reinigungslösung ein Maß für die jeweilige Konzentration an wirksamer Substanz, welche mittels eines Kolorimeters oder einer Reihe von Vergleichsstandardlösungen (wie z.B. auch bei der Chlorbestimmung im Trinkwasser mit o-Tolidin nach der Methode von Elms-Hauser üblicJh) jederzeit leicht bestimmt werden kann.

Claims (3)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zum Desinfizieren und Reinigen von Rohrleitungen und Schläuchen in der Getränkeindustrie, insbesondere im Braugewerbe,
    580/12
    St7122IVa/6f
    gekennzeichnet durch die Verwendung von gefärbten Desinfektions- und Reinigungsmitteln an sich bekannter Art.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbung entsprechend der Konzentration der Reinigungs- und Desinfektionsmittel erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Schlauch- und Rohrleitungen Schauöffnungen zum Beobachten der Reinigungs- und Desinfektionsmittel und gegebenenfalls Vorrichtungen zur Bestimmung ihrer Konzentration auf Grund ihrer Färbung vorgesehen werden.

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