DER0001522MA - Kammerstrossenbau - Google Patents

Kammerstrossenbau

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DER0001522MA
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DE
Germany
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chamber
mining
construction
arches
kammerstrossenbau
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English (en)
Inventor
Willy Grossalmrode Röhler (Hess.)
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Description

Willy Röhler, Bergwerksdirektor
Großalmerode
Beschreibung der Patentanmeldung mit der Bezeichnung " Kammerstfossenbau ".
Der Kammerstrossenbau hat den Zweck, die im unterirdischen Bergbau beim Abbau mächtiger Flöze, insbesondere im Braun= kohlentiefbau auftretenden erheblichen Abbauverluste zu ver= ringern, den Grubenholzverbrauch zu mindern und die Yoraus= Setzungen zu schaffen für den Einsatz leistungssteigernder maschinellen Gewinnung, bei gleichzeitiger Schonung der menschlichen Arbeitskraft.
Beim Abbau mächtiger Flöze ist der Pfeilerbruchbau, mit we= nigen Aby/eichungen, die allgemein übliche Abbauweise, die eine Reihe erheblicher Kachteile aufweist. So beträgt im Braunkohlentiefbau der Abbauverlust durch die Notwendigkeit, genügend starke Sicherheitspfeiler gegen den alten Abbau und das Hangende stehen zu lassen, 4o bis 5o$. In den kleinen Abbauräumen der Brüche von etwa 25 bis 35 qm Grundfläche wird die Arbeit durch den erforderlichen Stempelausbau sehr behin= dert. Es ist bisher noch nicht gelungen, dort die maschinelle Kohlengewinnung wirtschaftlich einzuführen. So erfolgt daher heute noch, wie vor hundert Jahren, im Braunkohlentiefbau überwiegend die Gewinnung der Kohle durch die schwere und teuere menschliche Keilhauenarbeit, mit ihrer begrenzten Leistungsmöglichkeit. Der Holzverbrauch ist bei diesem Abbau= verfahren beträchtlich infolge des starken Gebirgsdruckes, des oft vorzeitigen Zubruchegehens der Abbauräume und der IJot= wendigkeit, ein ausgedehntes Streckensystem aufzufahren und zu unterhalten. Er belastet in entscheidender V/eise, zusammen mit dem hohen Lohnaufkommen, die Gestehungskosten. So kämpft der Braunlcohlentiefbau fast überall, mit wenigen Zechenausnali= men, um sein wirtschaftliches Lasein. Der Aufschluß mächtiger und reicher, aber tief liegender Kohlenflöze, die nicht im Tagebau gewonnen werden können, findet nicht zuletzt große Bedenken, weil Abbauverfahren fehlen, mit denen sich wirt= schaftlich große Mengen Kohlen maschinell gewinnen lassen. Diese Mängel zu einem erheblichen Teil zu beheben, ist der Zweck des zum Patent angemeldeten "Kammerstrossenbaues".
In Jio^pc^^^^nist das Abbauverfahren, um die Erläuterungen zu erleichtern, zeichnerisch dargestellt.
Ausgehend von unter dem Hangenden des Flözes aufgefahrenen Hängen:· strecken (1) wird rechtwinklig dazu eine breite lang= gestreckte Kammer (2) mit Eisenausbau und Vollverzug durch Rundhölzer aufgefahren. An den Enden der Kammer angelegte, mit Fahr- und Fördertrum versehene Roilöcher (3) münden in Förder= strecken (4)· Diese stehen am liegenden des Flözes oder in einer gewählten, möglichst hohen Bauscheibe und laufen paral= Iel zu den oberen Hangendstrecken (1).
Der Ausbau der Abbaukammer Anlage 2 erfolgt mit geteilten eisernen Bögen (5) aus Breitflanschträgern, die durch Keil= Schlösser (6) starr zusammengehalten werden. Wo sie auf der Sohle stehen, sind eie angespitzt (7). In regelmäßigen Ab= ständen gestellt sind sie in der Kammerlängsrichtung oben durch eiserne Haken (8) und unten durch Träger (9) mitein= ander gelenkartig Verbunden9 Zwischen die Breitflanschträger werden Rundhölzer (1o) als Verzug eingelegt und durch die Flanschen sowie die unteren Längsträger (9) festgehalten. Die Stirnseiten der Abbaukamiaer sind durch eiserne Platten verzo= gen, &3äöeS9ack( 11) ^ (vgl. Abb; 3.-3).
Der Abbau geht in folgender Weise vor sichs In der vom Ausbau freien Sohle (A) der Abbaukammer wird die Kohle oder das sonst anstehende Mineral(B) schichtweise herein= gewonnen und durch ein geeignetes Fördermittel den Roilöchern (3) und der unteren Förderstrecke (4) zugeführt. Mit der schichtweisen Gewinnung wird auch der auf der Sohle der Abbau= kammer stehende Ausbau freigelegt und sinkt, mit ihm die über dem Ausbau anstehenden und ihrer Unterstützung entzogenen hangenden Gebirgsschichten(O). Der dabei auftretende Gebirgs= druck bewirkt ein selbsttätiges Einpressen des Ausbaues in die Ränder der Sohle (D), das durch die angespitzten Stahlbögen (7) erleichtert wird. So sinkt mit fortschreitender Gewinnung der Ausbau tiefer, bis er schließlich die Sohle der unteren For= derstrecke (E) erreicht hat. Mit Einstellung der Gewinnung verlangsamt sich das^inken des Ausbaues, um schließlich zu enden, wenn die unteren längSg6jf9) zwischen den Bögen des Ausbaues auf der Sohle sitzen. Der starke Ausbau nimmt den Gebirgsdruck auf. Iunmehr wird der Ausbau geraubt. Dies geschieht mit einer Raubwinde. Die Schlösser (6) der drei= geteilten Ausbaubögen werden hierbei gelöst, sodaß die Ge= winimng der Bögen erleichtert und die Arbeit beschleunigt wird.
•°er Ausbau findet Wiederverwendung in der nächsten Abbaukam= mer, die unter Stehenlassen^ eines schmalen Sicherheitspfeiler (F) neben der abgebauten Kammer angelegt wird(G).Jn dieser „ Weise wird Kammer neben Kammer abgebaut»
Durch die langgestreckte Abbaukammer mit freier Sohlenfläche ist die Voraussetzung geschaffen zum Einsatz einer Gewinnungs= maschine. In den Anlagen sind Schrapperfö'rderungen eingezeich= net, die nach beiden Seiten arbeiten. Die Schrapperkästen(H) gewinnen die Kohle und fördern sie gleichzeitig nach den Rol= löchern (3), aus denen sie mit geeigneten Fördermitteln, in der Anlage 1 als Bandförderung (K) gezeichnet, weiter trans= portiert wird» Der Schrapperhaspel (J) steht in der unteren Förderstrecke und die Seile sind über Rollen durch die Rol= löcher in die Abbaukammer geführt« Durch einfaches Umhängen der Rollen ist es möglich, die Sohle in ganzer Breite zu be= arbeiten. Gleichzeitig gestattet die Eigenart der Schrapper= förderung die längere oder kürzere Gewinnung an jedem belie= bigen Punkt der Sohle, sodaß eine gleichmäßige Bearbeitung dieser im Interesse regelmäßigen Absinkens des Ausbaues er= zielt wird»
Um das gleichmäßige Absinken des Ausbaues zu erreichen und zu regeln, ist längs der Bogenfüße (7) und auf d^ru.verstehen= den Längsträgern (9) gleitend ein nach beiden Bdbe&äKHageaac ar= beitender Schrämpflug (12) angeordnet, der durch Seilzug be= tätigt Wirde Der Seilzug kann mittels des Schrapperseiles er= folgen, damit kann die Unterschrämung an jeder beliebigen Stelle des Ausbaues ,jv^genommen χκχέκχι und die Absenkung ge= regelt werden. In ii ist die Anordnung einer Abbaukammer in einem weniger mächtigen Flöz dargestellt. Eier erfolgt das Auffahren von nur einer Sohlenstrecke (4) aus mit einseitiger Gewinnung und Förderung. Diese Anlage gestattet die Gewinnung eines Teiles der Kohle mit hoher Gewinnungs= leistung.
Vorteile des Kammerstrossenbaues gegenüber dem bisherigen Pfeilerbruchbau sind die langgestreckten druckgünstigen Abbau= räume. Damit ist auch der Abbau gebrächiger Gebirgsschichten in großen Abbauräumen möglich.
Durch die Eigenart der Strossengewinnung ist eine große aus= baufreie Abbaufläche geschaffen, die den Einsatz von Gewin= nungsmaschinen gestattet.
Der Abbauverlust wird erheblich vermindert» Ein Beispiel soll dies erläutern. (siehe A»äa@e«&*uä&. Abb7)
ArigenoiiLTiens Kamaerlänge 1oo m, Kammerbreite 4 m.
Bauscheibenhöhe Io m, Siciierheitspfeiler nach demafÖ-ten i^lsenc und gegen das Hangende o,5 m
Anstehendes LIinerals
1oo,5 c 1o,5 χ 4,5 = 4 748,6 cbm Gewinnbares Minerals
1oo,o χ 1o,o χ 4»o = 4 ooo cbm
Abbauverlusts 748,6 cbm oder 15,8 $
An-
Im Braunkohlentiefbau beträgt der Abbauverlust bei 3§fee?wendung des Pfeilerbruchbaues 4o bis 5o$. Das ergibt in diesem Falle eine Ersparnis oder zusätzliche Mehrgewinnung von 24 bis 36$. Die Leistung wird gesteigert, auch dafür ein Beispiels Angenommen in einer Kammer von 1oo m Länge und 4 m Breite wird in einer 7 V2-stündigen Schichtjein Streifen von o,5 m Höhe gewonnen. Das ergibt eine Schichtleistung von 1oo χ 4 χ o,5 = 2oo cbm. Zur Bedienung sind auf ^eder Kammer= seite 3 Mann oder zusammen 6 Mann erforderlich. Das ergibt eine Gewinnungsleistung von 2oo s 6 = 33»3 cbm oder 33»3 t Braunkohle. Zum Vergleich diene, daß zur Zeit im Braunkohlen= tiefbau die Gewinnungsleistung nur 12 bis 16t beträgt. Unfallmäßig besteht eine größere Sicherheit, da die Abbau= kammer frei von Menschen ist und nur ein Beobachtungsmann über dem Rolloch steht, das ihm als Fluchtweg dient.
K^s sHi m e r s t r ο S-Ngti e η b a X"' zum AbbatNvon Mineralien und Ge"-&teinen, dadurch gekennzeichnet, daß in ein«
'^Ab Ό auk amme r bei absinkendem Ausbau die Gewifiaaung in d«'r Sohle "e"rfolgt.
Aktenzeichen: R 1522 VIb/5c Y/illy Röhler, Bergwerksdirektor
G-rossalmerode.
Nachtrag zur Beschreibung der Patentanmeldung mit der Bezeichnung "Kammerstrossenbau".
£. Am Ende der 4ten Zeile auf Seite 3 ist einzufügen; ^"üi*" sind Gehäuse bekannt, dem Anmeldungsgegenstand ähnlich^
jedoch zur Abschirmung des Abbauraumes gegen den Alten Mann
als Rückenschild mit Horizontalvorschub." y>

Claims (2)

Aktenzeichen; R 1522 VIb/5c lilly Röhler, Bergwerksdirektor Grossalmerοde. De r · teer- -€t« -r-^^%©irte4aa^l^^^^"--<;^^ " Kämme rs t-ro β senbau" e3?3*ebene Patentanspruch^ -i-&%^w-ä?e-"ieigt - abzuändern:
1. Kammerstrossenbau, gekennzeichne t/durch die Abschirmung einer im Strossenbau abzubauenden Kammer gegen den Alten Mann im Hangenden durch ein dachartiges Gehäuse aus seitlich miteinander verbundenen eisernen Ausbaubögen, deren angespitzte Beine auf den Seitenrändern der Kammer aufruhen und in diese- entsprechen dem Verhieb senkrecht nachsinkend- eingepresst werden.
2. Kammerstrossenbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eisernen Bögen Aus Breitflanschträgern bestehen, die durch Keilschlösser starr zusammengehalten werden.

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