DEN0007972MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 2. November 1953 Bekanntgemacht am 15. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist üblich, den Zylinder von. Verbrennungsmotoren
mit kreisförmigem Querschnitt auszuführen. Diese Bauart ist aus Fertigungsgründen
entsttanden, da die Herstellung einer zylindrischen Bohrung und eines entsprechenden Kolbens sowie
der zugehörigen Kolbenringe oder sonstiger Dichtelemente mit einfachen Mitteln möglich ist.
In bezug auf den Gaswechselvorgang sowohl bei Viertakt- als auch bei Zweitaktverbrennungsmotoren
stellt die hierbei entstehende Form des Brennraumes keineswegs den günstigsten Fall dar.
Es sind daher zahlreiche Hilfsmittel untersucht und ausgeführt worden, um beispielsweise beim
Viertaktmotor die Querschnitte für den Gaswechsel zu vergrößern. In diesem Zusammenhang entstanden
die Brennräume mit halbkugelförmiger Fläche im Zylinderkopf, in dem schräg hängende
Ventile von maximalem Querschnitt angeordnet sind. Ebenso sind 3- und 4ventilige Anordnungen
bekannt.
Auch die Sonderformen des Brennraumes, die für Hochleistungsmotoren mit verschieden großen
Ein- und Auslaßkanälen entwickelt wurden, verfolgen den Zweck, die auf einer Zylinderbohrung
von gegebenem Durchmesser untergebrachten Ventilquerschnitte so groß wie möglich zu gestalten.
In derselben Richtung liegen die Bestrebungen, einen Drehschiebermotor zu entwickeln, der bekanntlich
wesentlich größere Ein- und Auslaßöffnungen unterzubringen gestattet.
509 697/141
N'7972 IaI'46a*
Es ist ebenfalls bekannt und außerdem insbesondere für Viertaktmotoren bereits vorgeschlagen
worden, den Zylinder einer Brennkraftmaschine
. .durch zwei nebeneinanderliegende Bohrungen zu
bilden, die mit den gemeinsamen Tangenten verbunden werden.
Dagegen wird für den Verbrennungsmotor gemäß der Erfindung vorgesehen, den Querschnitt
des Zylinders und damit des Arbeitsraumes aus
ίο mehreren — vorzugsweise zwei — kreisförmigen
Querschnitten zusammenzusetzen, die sich in einem gewissen Bereich ihres Umfahges überschneiden.
Der Überschneidurigswinkel soll hierbei zwischen 30 und 900 gewählt werden und ist zu messen
zwischen den Tangenten im Schnittpunkt. Der auf diese Weise entstehende etwa achterförmige Querschnitt
gestattet sowohl die Unterbringung größter Ventile für Ein- und Auslaß beim Viertaktmotor
als auch eine weit bessere Erfassung des Arbeitsvolumens durch die Spülströme beim Zweitaktverfahren.
Gegenüber der bekannten Ausführung entstehen durch die Anwendung von einander überschneidenden
Zylinderbohrungen folgende Vorteile:
i. Die Zylinderbohrungen sind durch Drehen, Feinbohren, Schleifen und Honen billig und einwandfrei
herzustellen.
2. Für die Abdichtung können normale Kolbenringe verwendet werden, bei denen ein der Überschneidung
entsprechender Teil des Umfanges herausgenommen ist.
- 3. Durch Verwendung von wechselseitig überlappten
Ringabschnitten gemäß Patent 919 569 kann ein gasdichter Abschluß in einer einzigen
Ringnut erzielt werden und damit der Kolbenkopf wesentlich kürzer ausgeführt sein als normal.
4. Bei Viertaktmotoren ist eine weitgehendere Ausnutzung der Querschnittsfläche des Zylinders
möglich als bei Anwendung der durch Tangenten begrenzten Form. '■
Für einen Ventilmotor mit der oben beschriebenen Brenn raumform kann beispielsweise der optimale
Querschnitt für die Gaskanäle bei gleichem Ventilwinkel um etwa 60 Vo vergrößert werden, ohne daß
4-5 die Gestalt des .Verbrennungsraumes irgendwelche
Zerklüftungen erhalten muß; andererseits kann bei gleichbleibendem Gasquerschnitt in den Kanälen
der Ventilwinkel wesentlich verringert und eventuell bis auf Null herabgesetzt werden. Hierdurch
wird die Baubreite des Zylinderkopfes günstiger, bzw. es kann eine direkte Ventilbetätigung mit
einer einzigen obenliegenden Nockenwelle durch-... geführt werden.
Der Kolbenbolzen kann, in einer derartigen Maschine entweder in Richtung. der kurzen oder
der langen Achse des achterförmigen Querschnittes angeordnet sein, wobei die Anordnung in der
kurzen Achse eine vollkommene Ausführung eines Gleitschuhkolbens mit geringstem Gewicht ermöglicht.
Die Lage des Kolbenbolzens in der Längsachse hat den Vorteil, daß ein günstiges Führungsverhältnis für den Kolben entsteht und eine direkte
Übertragung der Verbrennungs- und Gleitbahndrücke: durch reine Druckkräfte möglich ist. Allerdings
verlangt diese Ausführung einen Pleuel mit gegabeltem Kopf.
Der Erfindungsgegenstand wird durch die Abbildungen ι bis 11 beispielsweise Veranschaulicht.
Es zeigt im einzelnen
Abb. ι eine schematische Ansicht eines im Schnitt angedeuteten Zylinders, bei dem die Kanalgröße und der Brennraum bei einem 9O°-Ventilwinkel
wiedergegeben sind,
Abb. 2 eine ähnlich schematieche Ansicht, die Kanalgröße und Brennraum bei einem o°-Ventilwinkel
wiedergibt,
Abb. 3 einen Querschnitt durch die Zylinder der Abb. ι und 2,
Abb. 4 einen Längsschnitt durch einen mit Umkehrspülung
ausgerüsteten Zweitaktzylinder,
Abb. S einen Querschnitt durch den in, Abb. 4 wiedergegebenen Zylinder,
Abb. 6 einen Längsschnitt durch einen Zweitaktzylinder mit Querstromspülung,
Abb. 7 einen Querschnitt durch den Zylinder nach Abb. 6,
Abb. 8 die Anordnung der Dichtelemente im
Kolben in Draufsicht,
Abb. 9 eine Querlagerung des Kolbenbolzens im entsprechenden Schnitt,
Abb. 10 eine Längslagerung des Kolbenbolzens im entsprechenden Schnitt und
Abb. 11 verschiedene Formen für eine Dichtgrenze aus wechselseitig überlappten Ringabschnitten
in schaubildlicher Darstellung.
Die Mittelpunkte müssen nicht auf einer Geraden
liegen. Auch kann die Anzahl der Abschnitte beliebig sein. Wesentlich ist, daß die dargestellten
Ringabschnitte sich wechselseitig überlappen, wie in Abb. 8 deutlich erkennbar. ..
Claims (2)
1. Verbrennungsmotor, besonders Hochleistungsmotor, dadurch gekennzeichnet, daß
der Arbeitsraum aus mehreren achsparallelen — vorzugsweise zwei ,— zylindrischen Bohrungen
besteht, die sich unter Tangentenwinkeln zweckmäßig zwischen 30 und 900 überschneiden,
und daß der Kolben, der in seinem oberen Teil dem Arbeitsraum entsprechend geformt ist,
durch Ringabschnitte abgedichtet ist.
2. Verbrennungsmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Abdichtung des
Kolbens ein oder mehrere fugengeschlossene Dichtringe mit wechselseitig überlappten Enden
vorgesehen sind.
■Angezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2257417;
französische Patentschrift Nr. 615 220, Zusatz-Patentschrift Nr. 31 973.
USA.-Patentschrift Nr. 2257417;
französische Patentschrift Nr. 615 220, Zusatz-Patentschrift Nr. 31 973.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 509 697/141 3. 56
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