-
Verfahren zur Überwachung der fehlerfreien Übermittlung telegrafischer
Nachrichten Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung der fehlerfreien
.Übermittlung telegrafischer Nachrichten, insbesondere bei geringer Störwahrscheinlichkeit.
Für die Übertragung gewisser Nachrichten, z. B. im Postscheckverkehr oder zur Übertragung
des Inhalts von Lochkarten, kommt es in vielen Fällen darauf an, daß eine große
Sicherheit gegen bei der Übertragung auftretende Fehler besteht. Selbst die geringe
Wahrscheinlichkeit einer Störung von nur io--1 bis io-e, wie sie z. B. bei der Übertragung
mit einem Wechselstromtelegrafiesystem auf Drahtverbindungen zu erwarten ist, ist
in diesen Fällen oft noch nicht ausreichend klein.
-
Es ist bereits ein Verfahren bekanntgeworden, bei dem sämtliche Trenn-
oder Zeichenschritte einer Nachricht gezählt werden und am Ende dieser Nachricht
ein Kriterium dafür übertragen wird, ob die gezählte Anzahl von Schritten gerade
oder ungerade ist. Zur Verbesserung dieses Verfahrens ist ein weiterer Vorschlag
bekanntgeworden, der vorsieht, die ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften
Schritte der Fernschreibzeichen gruppenweise zu zählen, so daß man fünf Zählergebnisse
erhält.
Da auch dieses Verfahren nicht befriedigen konnte, ist es
durch ein weiteres bekanntes Verfahren verbessert worden, bei dem die Zählung der
Schritte verschränkt erfolgt, indem der erste Schritt des ersten Zeichens vom Zähler
i, der zweite Schritt. vom Zähler 2 usw., der erste Schritt des zweiten Zeichens
vom Zähler 2, der zweite vom Zähler 3 USW., der erste Schritt des dritten
Zeichens vom Zähler 3, der zweite vom Zähler 4 usw. erfaßt wird. Man erhält auch
hier fünf Zählergebnisse.
-
Bei den obengenannten Verfahren werden je nach der Sicherheit, die
man für die Übertragung des Kriteriums verlangt, ein bis fünf Schritte zusätzlich
zur Nachricht übertragen. Wenn nur eine Störung in der gesamten Nachricht auftritt,
wird diese durch die obigen Verfahren mit Sicherheit erkannt; bei zwei oder mehr
Störungen versagen diese Verfahren jedoch in den meisten Fällen.
-
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zu schaffen, durch das Fehler in kürzeren Nachrichten mit großer Sicherheit
erkannt werden. Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Schritte
der Fernschreibzeichen der zu übertragenden Nachricht bei der Sende- und Empfangsstelle
durch mehrere Zähler in der Weise erfaßt werden, daß jeder Schritt mehrfach, und
zwar durch verschiedene Zähler mit unterschiedlichem Zählrhythmus, erfaßt wird,
daß die Zählergebnisse im Anschluß an eine Nachricht oder an Teile derselben zur
Empfangsstelle übertragen und mit den Zählergebnissen der entsprechenden dortigen
Zähler verglichen werden.
-
An Hand der Fig. i bis 3 wird nachfolgend die Erfindung näher erläutert.
-
In der Fig. i sind in Zeile S die fortlaufenden Nummern der Schritte
einer Nachricht aufgezeichnet. Es sind lediglich die Schritte i bis 26 bezeichnet,
die Nachricht kann jedoch auch aus mehr oder weniger Schritten bestehen. In Spalte
G sind die Zählergruppen bezeichnet, in die die in Spalte Z bezeichneten Zähler
eingeteilt sind. Die Zählergruppe I i umfaßt die Zähler i bis 5, die alle den gleichen
Zählrhythmus haben. . Der Zählrhythmus dieser Zähler ist im vorliegenden Beispiel
- so gewählt, daß jeder derselben einen Schritt erfaßt, die darauffolgenden vier
Schritte nicht erfaßt, um dann wieder einen Schritt zu erfassen. Der Zähler 2 beginnt
mit seiner Zählung nicht beim ersten Schritt, sondern erst beim zweiten, erfaßt
also die Schritte 2, 7, 12, 17 usw. Für die Zähler 3 bis 5 ist aus der Figur das
Entsprechende zu entnehmen. Die Zählergruppe II i umfaßt die Zähler 7 bis io, die'
alle den gleichen Zählrhythmus haben, der jedoch vom Zählrhythmus der Zählergruppe
I i verschieden ist. Der Zählrhythmus ist hier so gewählt, daß jeder der Zähler
einen. Schritt erfaßt, die darauffolgenden drei Schritte nicht und erst den vierten
Schritt wieder erfaßt. Der Zähler 7 erfaßt also die Schritte z, 5, 9, 13 usw., der
Zähler 8 die Schritte 2, 6, 10, 14. Der Beginn der Erfassung ist wiederum von Zähler
zu Zähler um einen Schritt versetzt. Die Zähler ii bis 13 bilden die Zählergruppe
III i. Der Zähler i i erfaßt den ersten, vierten, siebenten und zehnten Schritt
usw., die Zähler 12 und 13 haben denselben Zählrhythmus und erfassen die aus der
Fig. i ersichtlichen Schritte.
-
Wie die einzelnen Zähler beschaffen sein müssen, um die ihnen zugeordneten
Schritte zu erfassen, braucht nicht näher erläutert zu werden. Die dazu erforderlichen
Maßnahmen liegen im Rahmen des Könnens des Durchschnittsfachmannes. Im einfachsten
Fall zählen die Zähler entweder die Zeichen- oder Trennschritte, die auf die Schritte
fallen, denen sie zugeteilt sind. Man kann aber auch zur Erhöhung der Sicherheit
kompliziertere Zählverfahren anwenden, z. B. so, daß der Zähler nur dann um i weitergeht,
wenn die Art des Schrittes (Trenn- oder Zeichenstrom) gerade entgegengesetzt der
Art ist, die der Schritt hatte, den er zuletzt erfaßt hatte.
-
Am Ende der Nachricht zeigt dann z. B. jeder der Zähler i bis 13 an,
wie groß die Zahl der von ihm erfaßten Trenn- oder Zeichenschritte war oder auch
nur, ob die von ihm gezählten Trennschritte eine gerade oder ungerade Anzahl ergeben
haben. Überträgt man am Ende der-Nachricht die 13 Zählergebnisse, so kann bei der
Empfangsstelle durch Vergleich der mit übertragenen Zählergebnisse mit den dort
ermittelten Zählergebnissen mit Sicherheit festgestellt werden, ob die Nachricht
bis zu drei Störungen bei der Übertragung erlitten hat. Für mehr als drei Störungen
sind bei bestimmten Schrittkombinationen die Fehler nicht mit Sicherheit zu ermitteln.
-
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist es vorteilhaft, die
Länge der Nachrichten, die mit einer Zählung erfaßt werden, so zu wählen, daß die
Anzahl der Schritte nicht größer ist als das Produkt der Anzahl der Zähler der einzelnen
Zählergruppen. Auf das Beispiel der Fig. i angewandt heißt dies, daß mit den dortigen
Zählern höchstens 5 X 4 %< 3 = 6o Stromschritte erfaßt werden sollen und daß
dann mit einer neuen Zählung zu beginnen ist. Für längere Nachrichten kann das Verfahren
so erweitert werden, daß man eine solche Anzahl Zähler benutzt, daß die oben angegebene
Regel erfüllt wird. Für fünfhundert zu zählende Schritte, was etwa dem Inhalt einer
Lochkarte entspricht, wären vierundzwanzig Zähler in drei Gruppen zu sieben, acht
und neun Zählern oder neunzehn Zähler in, vier Gruppen,zu drei, vier, fünf und sieben
Zählern erforderlich.
-
In Fig. 2 ist ein weiteres Zählverfahren angegeben, das mit nur fünf
Zählern, von denen jeder einen unterschiedlichen Zählrhythmus hat, arbeitet. Die
Zähler 21 bis 25 sind .als Zählergruppe I2 bezeichnet. Die Zählung erfolgt hier
nach einem Dualzahlenschema. Der Zähler 21 erfaßt den ersten, dritten, fünften,
siebenten usw. Schritt, der Zähler 22 den ersten und zweiten, fünften und sechsten,
neunten und zehnten Schritt. Welche Schritte durch die Zähler 23 bis 25 erfaßt werden,
ist aus der Fig.2 sofort ersichtlich. Bei diesem Verfahren lassen sich mit n Zählern
2"-i Zeichen bzzw.
Schritte überwachen. Das Verfahren braucht gegenüber
dem erstgenannten wesentlich weniger Zähler; die Sicherheit gegen Störungen ist
jedoch nicht so groß. Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig.2 werden nur Störungen
mit Sicherheit erkannt, wenn nicht mehr als zwei in eine Nachricht fallen. Es hat
sich aber gezeigt, daß man mit wenigen zusätzlichen Zählern die Sicherheit gegen
Störungen rasch steigern kann. Ein Schema einer Zähleranordnung, mittels der man
drei Störungen in einer Nachricht mit Sicherheit und vier Störungen mit geringen
Ausnahmen ermitteln kann, ist in Fig. 3 dargestellt. Die Zähler 31 bis 37 der Zählergruppe
13 zählen in gleicher Weise wie die Zähler der Fig. 2. Jedoch sind zur Erhöhung
der Sicherheit, mit der Fehler festgestellt werden können, noch die zusätzlichen
Zähler 38 bis 4o der Zählergruppe 113 hinzugefügt. Welche Schritte durch
die zusätzlichen Zähler erfaßt werden, ist aus der Fig.3 direkt zu entnehmen. Unter
Zugrundelegung des Schemas der Fig.3 würde die Überwachung von sechzig Schritten
neun Zähler und von fünfhundert Schritten zwölf Zähler benötigen. Das Verfahren
braucht also weniger Zähler als das der Fig. r, bietet jedoch für einmalige lang
anhaltende Störungen, wenn diese z. B. länger als sieben Stromschritte dauern, weniger
Schutz.
-
Die oben gezeigten Zähleranordnungen stellen nur Ausführungsbeispiele
dar. Sie können im Rahmen der Erfindung auch in beliebig anderer Weise den einzelnen
Schritten zugeordnet werden. Insbesondere ist es möglich, durch Veränderung der
Zählrhythmen oder durch Kombination beider Verfahren im Hinblick auf bestimmte Störungsfälle
eine größere Sicherheit der Zeichenüberwachung zu erzielen.