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Von Hand angetriebener Reizstromgenerator
Die Erfindung betrifft einen
von Hand angetriebenen Reizstromgenerator zur Erzeugung von Schwellströmen für elektrotherapeutische
Zwecke.
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Es ist bekannt, als Reizstromgenerator ein Kurbeldynamo vorzusehen,
bei dem der Anker während des Kurbelns dauern umläuft. Solche Dynamos erzeugen,
wie z. B. auch ein Fahrraddynamo, einen ununterbrochenen Wechselstrom, dessen Stärke
und Frequenz von der Geschwindigkeit, mit der die Kurbel gedreht wird, abhängt.
Um mit diesem Dynamo einen Schwelistrom für therapeutische Zwecke zu erzeugen, ist
ein als Unterbrecher wirkender Kommutator vorgeschlagen worden, der die eine Behandlungselektrode
nur für einen Bruchteil der jeweiligenWechselstromperiode an dem Dynamo anschließt,
so daß im Behandlungsstromkreis nur ganz kurze Stromstöße entstehen. Der Kommutator
dieses bekannten Reizstromgenerators ist dabei so eingerichtet, daB er bei z. B.
N + 1 Perioden N Stromstöße im Behandlungsstromkreis erzeugt. Dadurch wird jeder
Stromstoß von einer anderen Spannungsphase des durch den Dynamo erzeugten
Wechseistromes
verursacht, so daß eine an- und abschweilende Folge von Stromstößen, ein sogenannter
Schweilstrom, entsteht. Der Nachteil dieses bekannten Reizstromgenerators besteht
darin, daß durch den Kommutator der Dynamo verteuert wird.
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Auch macht der Kommutator den Dynamo störanfälliger.
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Der Anmeldung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile des bekannten,
von Hand angetriebenen Reizstromgenerators zu beseitigen und ein billiges und gut
funktionierendes Gerät zu schaffen. Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß als Wechselstrom quelle ein Handdynamo vorgesehen ist, dessen Anker
in bekannter Weise von einem hin- und zurückbewegbaren Handhebel itl einer Richtung
stoß weise angetrieben wird, wobei jede durch eine Handbewegung verursachte Schwellperiode
ein Frequenzspektrum mit zu- und wieder abnehmenden Frequenzen aufweist. Gegenüber
dem bekannten Reizstromgenerator hat der Ameidungsgegenstand unter anderem den Vorteil,
daß er wesentlich billiger ist. Der kostspielige Kommutator fällt weg. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß als Reizstromgenerator ein Massenartikel, z. B. ein Taschenlampendynamo,
verwendet werden kann, der dadurch, daß er massenweise auch für andere Zwecke, z.
B. für Taschenlampen, hergestellt wird, sehr wirtschaftlich ist. Ein weiterer Vorteil
gegenüber dem bekannten Reizstromgenerator besteht darin, daß jede Schweliperiode
durch eine Handbewegung für sich ausgelöst wird. Je nach der Handbewegung kann daher
die Dauer und die Intensität einer jeden Schwellperiode für sich geregelt werden.
Die aufeinanderfolgenden 5 chwellperioden können nun entsprechend den individuellen
Anfordefungen beliebig variiert oder gleichgehalten werden. Das gleiche gilt für
die Abstände zwischen den einzelnen Schwellperioden. Der oft von Medizinern geäußerte
Einwand, die elelçtrotherapeutischen Geräte würden einen dem Organismus= fremden
Rhythmus erzeugen, und sie könnten daher eher schaden als nützen; kann gegenüber
dem Gegenstand der Erfindung nicht geltend gemacht werden. Demgegenüber kann beim
bekannten Reizstromgenerator nur die Drehzahl des Ankers und damit die Dauer und
die Stärke der Schweilperioden verändert werden. Die Schweilpenoden selbst folgen
jedoch mit maschinenmäßiger Gesetzmäßigkeit aufeinander, so daß eine Anpassung an
individuelle Verhältnisse nur in einem sehr geringen Maße möglich ist.
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Da die Wechselstromfrequenz eines Handdynamos innerhalb einer durch
eine Handbewegung verursachten Schwellperiode ein Frequenzspektrum von etwa 20-600-20
Hz durchläuft, ändert sich die Stromflußzeit von Impuls zu Impuls in einem Bereich
von etwa o,8 bis 26 Millisekunden. Durch die verschiedenen Stromflußzeiten werden
daher innerhalb einer Schweilperiode nacheinander verschiedene Muskelgruppen erregt.
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Da das Gerät von fremden Stromquellen vollständig unabhängig ist
und ein geringes Gewicht besitzt, nur etwa I,5 kg, ist es praktisch überall einsatzfähig,
wie z. B. auf Reisen, in Felidlazaretten und v6r allem im Heim des Patienten selber.
Da es erdschlußfrei ist, kann es sogar in feuchten Räumen und im Freien angewendet
werden.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung. Die Abbildung- zeigt den Schaltplan
eines Ausführungsbeispiels.
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Ein Handdynamo D ist über Anschlußbuchsen A und B an die Primärwicklung
eines Transformators T angeschlossen. Von der Sekundärwicklùng des Transformators
gehen viele Abzapfungen a ab, die alle zu einem StufenschalterSt führen. Die in
der Abbildung unterste Abzapfung b führt direkt zu einer Anschlußbuchse dj für eine
Behandlungselektrode. Der Gegenpol des Stufenschalters S1 ist iiber einen Gleichrichter
G, der mit einem AusschalterS2 parallel geschaltet ist, mit einer Anscblußbuchse
c1 für eine zweite Behandlungselektrode verbunden. Die Behandlungselektroden selber
sind in der Abbildung nicht dargestellt. Beide Anschlußbuchsen c und d sind über
einen Kondensator C, der mit einem Ausschalter 53 in Reihe geschaltet ist, miteinander
verbunden.
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Der von Hand betätigte Dynamo erzeugt einen Schwellstrom mit veränderlicher
Frequenz. Der Stufenschalter erlaubt es, dem Transformator eine dem Patientenwiderstand
entsprechende Spannung abzunehmen. Durch diese verstellbare Anpassung wird für die
Stromdosierung kein veränderlicher Widerstand benötigt. Die Anpassung arbeitet also
verlustfrei, so daß es möglich ist, mit einer verhältnismäßig kleinen Leistung auszukommen.
Bei geschlossenem Schalter .S2 und geöffnetem Schalter S3 sind die Buchsen c1 und
dt und damit die Behandlungselektroden direkt an die Sekundänvicklung des Transformators
angeschlossen. Die Behandlung erfolgt mit an- und abschwellendem Wechselstrom, dem
sogenannten faradischen Schwellstrom. Wird der Schalter £2 geöffnet, dann fließt
der Behandlungsstrom durch den Gleichrichter G. Die Behandlung erfolgt mit pulsierendem
Gleichstrom, dem sogenannten galvanofaradischen Schwel lstrom. Wird jetzt noch der
Schalter Ss geschlossen, dann wird der Gleichstrom durch den K.ondensator C geglättet.
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Dieses ergibt die dritte Behandlungsart mit an- und abschwellendem
Gleichstrom, dem sogenannten galvanischen Schwellstrom.
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PATENTANSPROCHE: I. Von Hand angetriebener Reizstromgenerator zur
Erzeugung von Schwellströmen für elektrotherapeutische Zwecke, dadurch gekennzeich
net, daß als Wechselstromquelle ein Handdynamo vorgesehen ist, dessen Anker in bekannter
Weise von einem hin- und zurückbewegbaren Handhebel in einer Richtung stoßweise
angetrieben wird, wobei jede durch eine Handbewegung verursachte Schwellperiode
ein Frequenzspektrum mit zu- und wieder abnehmenden Frequenzen aufweist.