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Doppelseitige Membrandruckpresse Die Erfindung betrifft eine doppelt
wirkende i@lembranpresse zur Ausübung hoher Drücke in zwei entgegengesetzten Richtungen,
beispielsweise zur Be- und Entlastung von Walzenpressen an Papier- und anderen Faserstoffentwässerungsmaschinen,
bei der der Druck durch je eine die Druckkammern auf einer Seite abschließende Membran
übertragen wird.
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Derartige Druckdosen sind an sich bekannt. Sie bieten den Vorteil,
daß der Druck durch flüssige oder gasförmige Druckmittel übertragen werden kann,
ohne daß, Leckv erluste auftreten. Allerdings konnten die bisher bekannten Druckdosen
diese vorteilhafte Wirkung nur in einer Arbeitsrichtung ausüben. Versucht man, dieDruckdose
doppelseitig wirkend zu verwenden, so. ist man gezwungen., die auf der anderen Membra,nseite
angeordnete Druckkammer zu durchbrechen, um der von der Membran bewegten Druckstange
einen Durchla,ß zu schaffen. Diese Durchführung der Druckstange durch die Druckkammerwandung
muß nun mit Hilfe einer Stopfbüchse abgedichtet werden, die einmal Reibungsverluste
mit sich bringt und andererseits auch wieder zu Leckverlusten führt, was gerade
bei der Abdichtung von, Druckdosen deshalb besonders ins Gewicht fällt, weil man
sie vorzugsweise an solchen Stellen anwendet, wo mit hohen Drücken im Dauerbetrieb-
gearbeitet wird. Dies trifft bei ihrer Verwendung zur Be- und Entlastung von Walzenpressen
an Papier- und anderen
Enfwrässerungsmäschinen- ganz besonders zu.
Bei solchen hat man umfangreiche Hebelanordnungen mit Belastungen verschiedener
Art in Anwendung gebracht, deren hauptsächlicher Nachteil außer ihrer raumsperrenden
Bauart der Umstand war, daß.dieArbeitswege ihrer Kraftübertragungsorgane sehr lange
waren. Tretenbei den Anpreßwalzen dadurch Störungen ein, daß zwischen die Walzen
beispielsweise ein fester Körper gelangt, der die Anpreßwa.lzen zum plötzlichen
Ausweichen zwingt, oder kommt es vor, daß die Papierbahn durch irgendwelche Störungen
dicker wurde, so kann der Übertragungsmechanismus sich den plötzlich veränderten
Verhältnissen nicht so schnell und leicht anpassen, als wenn eine Vorrichtung mit
kleinem Arbeitswege den Anpreßdruck auf der Walze bewirkt. Dieser Anforderung eines
kleinen Arbeitsweges mit großen Drücken entspricht jedoch die Membeandruckpresse,
die außerdem den großen Vorteil einer kleineren, raumsparenden Anordnung hat, die
sich in das Gestänge der Aufhelfvorr ichtung einer Entwässerungsrriaschine günstig
einfügt, Noch vorteilhafter wirkt sich die Anordnung einer doppelseitigen Membrandruckpresse
aus, wie siederErfindung zugrunde liegt, da mit der gleichen Presse sowohl der Anpreß-
als auch der Aufhelfdruck in einfachster und raumsperrendster Weise zur schonenden
Wirkung gebracht wird.
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Die: Nachteile der bekannten doppelseitigem Mernbrandruckdosen, bei
denen aus der einen Druckkammer eine mittels Stopfbüchse abgedichtete Druckstange
austritt, werden erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß man die Druckdose aus zwei
miteinander verbundenen, auf ihren einander zugekehrten, Seiten mit Membranen abgeschlossenen
Druckkammern aufbaut und zwischen den Membranen ein abstützendes Glied anordnet,
in das ein Gestänge oder ein Hebel zur Übertragung der Druckkraft eingreift. Diese
erfindungsgemäße Druckdose mit den zwei gegeneinandergekehrten Kammern gestattet
es, einen Druck in der einen oder anderen Richtung auszuüben unter Erhaltung der
großen grundsätzlichen. Vorteile, die, eine Membrandruckdose! gegenüber einer mit
Stopfbüchse abgeschlossenen Druckvorrichtung bietet.
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Die erfindungsgemäße Druckdose kann so aufgebaut werden, daß man an
den Druckkammern eine über die Membranen hinausragende, sie umfassende zylindrische
Wand anordnet, so daß glockenförmige Körper entstehen, die mit den offenen Seiten
gegeneinander gekehrt werden. Sie umschließen :dabei einen zylindrischen Ring, der
beimZusammenfügen der Druckkammern die beiden Membranen, fest auf ihre Lager preßt,
wodurch die Kammern abgedichtet werden. Die Druckkraft wird von dem zwischen den
Membranen angeordneten Druckglied aus mit Hilfe eines Gestänges übertragen, das
in eine Durchbrechung des Druckgliedes eingreift.
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Zu' einer besonders zweckmäßigen. Form der neuen Druckdose gelangt
man, wenn man die beiden Membranen unter Zwischenschaltung des Anpreßringes und
des Druckgliedes in einem gemeinsauren Gehäuse unterbringt. Ein solches aus einem
Stück bestehendes Gehäuse ist dauerhaft, vermeidet gegenseitige Lageänderungen der
Druckkammern und ist auf einfache Weise herzustellen. Gibt man dem Gehäuse eine
im wesentlichen würfelförmige Gestalt, so hat man weiter den Vorteil, daß man diese
Druckdose an beliebigen Verwendungsstellen einbauen und auch austauschen kann.
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Wenn es sich darum handelt, die Druckarbeit über einen größeren. Weg
wirken zu lassen, so überträgt man sie mittels eines Hebels, der an seinem einen
Ende in einem an dem Gehäuse angeordneten Fortsatz gelagert ist und der durch die,
Durchbr echung des Druckgliedes durchtritt.
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Weitere vorteilhafte Einzelheiten der neuen doppelseitig wirkenden.
Druckdose sind in den, Abbildungen dargestellt und bei deren Erklärung im einzelnen
beschrieben.
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Abb. i zeigt die aus zwei einzelnen Druckkammern zusammengesetzte-
Druckdose im Längsschnitt; Abb. 2 die gleiche Dose in einem zu dem Schnitt der Abb.
z um 90'°' gedrehten Längsschnitt; Abb. 3 und 4 zeigen verschiedene Ausgestaltungen
des zwischen den Membranen angeordneten Druckgliedes; Abb, 5 zeigt eine Ausgestaltung
der Druckdose mit Kraftübertragung durch einen. Hebel; Abb. 6 und 7 zeigen Ansicht
b.zw. Schnitt durch die Druckdose mit würfelförmigem Gehäuse von vorn bzw. von.
oben.
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Die Druckdose besteht aus den beiden. Druckkammern i und 2, deren
Gehäuse- 3 und 4 auf der einen Seite durch die, Membranen 5 und 6 abgeschlossen
sind. Die Druckkammern sind über die Membranen hinaus durch die Zylinder 7 und 8
verlängert, die den zylindrischen Ring 9 umschließen. Zwischen den Membranen ist
das Druckglied io gelagert, in dessen Durchbrechung i i ein Bolzen 12 angeordnet
ist, der mit dem Gestänge 13, 14 und i 5 zusammen arbeitet, das die Druckkraft überträgt.
Durch Anziehen der Schraubbolzen 16 und 17 werden die Membranen 5 und 6 auf der
einen Seite gegen die Lagervorsprünge 18 bzw. i9 gepreßt und so die Druckkammern
i und :2 dicht abgeschlossen. Durch die Bohrungen ,?,o bzw. 21 wird in die Druckkammern
das Druckmittel (Öl, Glyzerin, Wasser od. dgl.) eingepreßt und dementsprechend das
zwischen den Membranen liegende Druckglied io abwärts oder aufwärts bewegt, wobei
der Bolzen 12 sich in dem Schlitz 22 des zylindrischen Ringes 9 und der Gehäuseteile
7 und 8 bewegen kann. Das zwischen den Membranen liegende Druckglied io kann an
Stelle eines durchgesteckten Bölzens auch Vorsprünge 23 haben (Abb. 3) oder eine
Durchbrechung 24, in der Vorsprünge 25 und 26 angeordnet sind (Abb. 4). Diese Ausgestaltung
wird man besonders dann wählen, wenn entweder mit einer ungleichmäßigen Belastung
der beiden Enden des durchgesteckten Bolzens 27 zu rechnen ist oder wenn
man die Druckkraft auf einen Hebel 28 übertragen will (Abh, 5). Die den Membranen
zugekehrten Flächen des Druckgliedes io sind poliert, uni
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bei ihrer Verformung ein leichtes Gleiten auf der Oberfläche des Druckl:;irpers
zu ermöglichen.
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Gibt man dem Gehäuse der Druckdose eine im wesentlichen würfelförmige
Gestalt, so. gelangt man zu einem sehr geschlossenen Aufbau der Druckdose, wie er
sich für das sogenannte Baukastensystem besonders eignet (Abh. 6 und j). Auf der
einen Seite des annähernd würfelförmigen Gehäuses 29 wird dann der Fcrthatz 30 mit
der Bohrung 31 angeordnet. Diese nimmt den Bolzen 32 auf, der die beiden Hebel 33
hält. In diese Hebel greift der mit dem Druckkörper io in Verbindung stehende Bolzen
12 ein und bewirkt je nach der Belastung der heideil Druckkammern eine Auf- oder
Abwärtsbe-,vegung des Hebels. Diese Bewegungen können begrenzt werden durch zwei
auf der dem Lager des Hebels gegenüllerlie"enden Seite angebrachten Anschläge 3d,
deren Abstand durch Verstellglieder, z. B. Schrauben 35, verändert werden kann.
Diese Vertellhlieder 1)z-renze-n den Weg des zwischen den Hebeln 33 angecrdneten
Verbindungsstückes 36. Zur weiteren Übertragung der Druckkraft ist zwischen den
Hebeln ein Verbindungsstücl@ 3; allgebracht, das dann seinerseits auf das Gestänge
38 einwirkt. Um den' Hebel mit verschiedenen Übersetzungsverhältnissen arbeiten
zu lassen, kann man <las Verbindungsstück 37 entweder in den Bchrungeri 39, d:o
oder all einer beliebigen Stelle des Schlitzes 41 anbringen.
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Die Abdichtung der Druckkammern durch die Membranen spielt bei der
Druckdose eine besonders wichtige Rolle; denn nur bei einem dauernden und völligen
Dichthalten sind die Vorteile der ' Membrandruckdose wirklich auszunutzen.
Diese völlige Abdichtung wird einmal dadurch erreicht, daß man der -Membran an ihrem
Umfang eine solche Gestalt gibt, daß sowohl die Stirnseite als auch die nicht unmittelbar
unter Druck stehende Außenseite der Membran als abdichtende Fläche wirkt. Zu dieseln
Zweck gibt man den Lagern der Membranen auf der Innenseite d2 eine größere Hölle
als auf der Außenseite, und entsprechend erhält auch der zylindrische Ring c) auf
der Innenseite eine- größere Länge als auf seiner Außenseite. Zum genauen Einpassen
in den so gebildeten Raum erhalten die Membranen all ihrem Umfang eine schwalbenschwanzförmige-
Erweiterung d.3. Durch diese Ausgestaltung wird der äußere Rand der Membranen nach
außen gedrängt und wirkt somit ebenfalls abdichtend. Dieses Gebiet der schwalbenschwanzförmiuen
Erweiterung wird zweckmäßigerweise aus härterein Werkstoff hergestellt a15 der innere
Teil der Membranen. Dadurch wird einmal eine bessere Abdichtung erreicht, und zweitens
wird der zylindrische Rin; 9 besser in seiner 'Mittellage gehalten, was seinerseits
den Vorteil hat, daß bei gleicher Belastung der beiden Druckkammern auch der Hebel
33 sich mit größerer Geliatligkeit auf der Mittellage einstellt. Richtungen, dadurch
gekennzeichliet, daß die die Druckkammern (1, 2) abschließenden, einander zugekehrten
Membranen (5, 6) durch ein sie abstützendes Glied (io) miteinander verbunden sind,
an dem ein Gestänge (i3 bis 15) oder ein Hebel (28) zum übertragen der Druckkraft
angeordnet ist, wobei die Druckkammern (1, 2) jede für sich mit Zu- bzw. Ableitungen
.(20, 21) für das Druckmittel `-ersehen sind, das je nach der gewünschten
Druckrichtung in einer der Druckkammern (1, 2) in einstellbarer Hölle wirksam wird,
während die jeweils andere Kammer (2, 1) drucklos ist.
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2. Druckdose nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dalall den Druckkammern
(1, 2) je eine über die- Membranen (5, 6) hinausragende, sie umfassende zylindrische
Wand 8) angecrdnet ist, die einen zwischen den beiden Membranen liegenden zylindrischen
Allpreßring (9) umschließen.
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3. Druckdose nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet daß die beiden
Membranen (5, 6) unter Zwischenschaltung des Anpreßringes (9) und des Druckgliedes
(io) in einem gemeinsamen Gehäuse (i9) untergebracht sind.
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.I. Druckdose nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekelinzeichnet,
daß das zwischen den Membranen angeordnete Druckglied (io) in seinem mittleren Teil
eine Durchbrechung (i i ) zur Aufnahme des Gestänges (12) oder Hebels (28) hat.
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5. Druckdose nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das zwischen den Membranen angeordnete Druckglied (io) all seiner Außenseite
Vorsprünge (23) zur Aufliahine des Gestänges oder von Zugseilen hat.
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6. Druckdose nach den Ansprüchen i bis .I, dadurch gekennzeichnet.
daß in der Durchbrechung (11) des Druckgliedes (io) zwei einander gegenüberliegende
Vorsprünge (25, 26) angeordnet sind, die in entsprechende Vertiefungen des Gestänges
eingreifen.
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i. Druckdose nach den Ansprüchen i bis 6, gekennzeichnet durch »ein
in seiner äußeren Gestalt im wesentlichen würfelförmiges Gehäuse (-29).
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B. Druckdose nach den Ansprüchen i bis ; , dadurch gekennzeichnet,
daß an der Außenseite des Gehäuses (29) ein Fortsatz (30,) für das Hebellager (31)
angeordnet ist.
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9. Druckdose nach den Ansprüchen i bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß an zwei gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses (29) ein Hebelpaar (33) zur Übertragung
der Druckkraft allgeordnet ist.
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io. Druckdose nach den Ansprücheli i bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß an dein Gehäuse zwei verstellbare Anschläge (3d., 35) zur Begrenzung des Hebelausschlages
an-eoirdnet sind.
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i i. Druckdose nach den Ansprüchen i bis io, dadurch g ehelinzeichilet,
daß in den Druckkammern (1, 2) ringförmige Absätze (d.2) zur