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Fahrrad -Hilfsmotor -Anordnung Fahrrad-Hilfsuiotoren hat man bisher
vor dein Steuerrohr an der Vorderradgabel und am Lenker befestigt oder aber seitlich
am Hinterrad montiert. Man hat auch dein Gepäckträger zur Aufnahme des Motors herangezogen.
Diese Anordnungen befriedigen aber nicht.
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Beim Einbau von Hilfsmotoren ist in erster Linie darauf zu achten,
daß der Fahrer von demselben nicht beschmutzt wird. Die Lagerung vor dem Steuerrohr
ist daher die denkbar tIngünstigste, denn altspritzendes 01, die Auspuffgase
und Treibstottgetnischspritzer verschmutzen die Kleidung des Fahrer.
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Fast ebenso gro@l.i sind die Nachteile, die die \nordnung hinter (lein
Fahrer. seitlich am Hinterrad oder auf dem Gepäckträger finit sich bringt.
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Bekanntlich hat das Hinterrad zwei Drittel des Fahrergewichtes zu
tragen. Bei schweren Fahrern lockern sich daher infolge der zusätzlichen Belastung
durch den Motor auch beständig die Speichen, und es kommt vor, daß sie platzen.
Ganz besonders tritt der Übelstand zutage, wenn auf schlechten Straßen mit Gepäck
gefahren werden muß. Aber nicht nur die Speichen werden überbeansprucht, sondern
auch die Reifen leiden unter der l`.lterlastting.
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Dieser Umstand zeigt die Unzulänglichkeit des Einbaue: atn Hinterrad.
Dazu kommt noch, daß eine liiilierc. Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt
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ird, wodurch zusätzlich wiederum eine höhere llcansliruchung eintritt. Außerdem
wird die Kühlun' des Motors durch den vor dem Motor sitzenden Fahrer stark beeinträchtigt.
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Die vorstehend beschriebenen Einbauten hat inan bisher gewählt, weil
man bei der Unterbrin-`@ung de: Motors am Rahmen auf große Schwierigkeiten gestoßen
ist. Der geringe Abstand der Beder Tretkurbeln zueinander lassen die 1L-1iterbringung
der normalen llotorkonstruktit:nen. bei der auf der einen Seite des Motors der Scliwtingi-a<linagnet
und auf der anderen Seite der .\ntri"b angeordnet ist, im unteren Rahmenteil nicht
zti. lin oberen Teil des Rahmens gelagert verschmutzt er die Kleidung des Fahrers
aber genau so wie der vor dem Steuerrohr angeordnete `I otor.
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Außerdem ist die Durchführung eines Keilriemens zur Antriebsübertragung
auf das Hinterrad bei dieser Anordnung wegen der nach vorn enger werdenden Hinterradga'beln
unmöglich.
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Die Erfindung soll diese Übelstände beheben. Angestrebt wird eine
möglichst tiefe Lage des Motors, bei der das Vorderrad die Hauptlast trägt. \-on
dieser Überlegung ausgehend wird vorgeschlagen, den -Motor im Raum zwischen dem
vorderen Schutzblech und dem unteren Rahmenrohr und zum Teil zwischen den Bewegungsebenen
der Tretkurbeln, mit seiner Kurbelwelle in Fahrtrichtung wei#eind, derart anzuordnen,
daß der auf dem v orderen Kurbelwellenzapfen angeordnete Schwungradinagnet vor dem
von den Tretkurbeln bestrichenen Raum liegt.
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Der Einbau des Motors an dieser Stelle gestattet eine sehr tiefe Lagerung
des -Motoraggregates und die Gefahr des Verschmutzens der Fahrerkleidung ist nur
noch sehr gering. Um dieganz zu beseitigen, kann nach einer weiteren Ausbildung
der Erfindung der Zylinder nicht in der üblichen Art stehend, sondern hängend angeordnet
\\-erden, wodurch die ölwerfenden "feile, wie Vergaser und Auspuff, noch tiefer
zu liegen kommen.
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Der für diese kleinen Motoren aus Billigkeitsgriinden verwendete Schwungradmagnet,
der so breit ist, daß er allein fast den ganzen Raum zwischen den Tretkurbeln ausfüllt,
sitzt nach der erfindungsgemäßen Anordnung so weit vorn, daß er aus denn von den
Tretkurbeln und Pedalen bestrichenen Raum heraustritt, während der Motor mit dem
Getriebe dazwischenliegt.
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l)a ein vorn Motor zum Hinterrad laufender Keilriemen, direkt geführt,
unter Umständen das Fahrradgetriebe und die , untere Hiiiterradgabel schneiden würde,
kann eine Riemenspatinrolle oberhalb des letzteren dicht vor der Riemenscheibe an
der Hinterradnalx angeordnet werden. Dadurch entsteht im Riemenzug eine Schleife,
die Kreuzung des Keilriemens mit dem Rahmenrohr erfolgt aber an einer Stelle, an
der für den Durchgang geiiiigend Platz vorhanden ist.
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Wichtig ist, daß das Fahrrad beim :\usfall des \1()toirs genau soi
leicht läuft wie ein lad ()liiie Hilfsmotor. Deswegen kann nach weiterer Ausbildung
der Erfindun,- die, liiiitei-e l,,icinenscheihe finit dem Hinterrad durch eine lösbare
Kupplung verbunden werden.
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In der Zeichnung veranschaulicht Fig. a ein Fahrrad mit eingebauter
konil>letter INfsinotoranlage unter \Veglassung des Tretkurbelgetriebes finit Kettenrindern
und Kette: Fig. b zeigt die Lage des Jl()tor<t"gregates, von oben gesehen, zwischen
dein l@ewe@ungselxnen der Tretkurbeln unter \Ve@lassung des vorderr@n Rahnienrohres
und des Sattelstiitzrohres sowie der \lotorbefestigung tind des @l@>t<@rzulicliiir::
F ig. c zeigt ein Ausführungsbeispiel der Kupplung ain Hinterrad im Schiritt.
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In Fig. a sind mit i das vordere Schutzblech, finit 2 das untere Rahmenrohr,
mit 3 die untere 1 lintergaliel und mit 4 in strichpunktierterLinie die von den
"Tretkurbeln hestrichene F1<iclie bezeichnet, mit 5 der Motor, mit 6 der auf
denn vorderen Kurb(--lwellenaclisstunimel befestigte Schwungradmagnet, mit 7 das
Getriebe, welches in seinem hinteren Teil die eine Hälfte einer Rohrschelle trägt,
und mit 8 die Befestigung, die in ihrem vorderen Teil die andere Hälfte den- Rohrschelle
bildet, finit der das Motoraggregat am Rahmen verschraubt ist und wclclies finit
seinem hinteren Ende das Sattelstützrolir umfaßt und dadurch das Motoraggregat gegen
seitliches Verdrehen sichert. 9 ist der \-crgascr, io die Ausputtanlage, i i der
durch eine strichpunktierte Linie dargestellte Keilriemen, 12 die hintere Keilriemenscheibe,
und 13 zeigt die an sich bekannte Riemenspanirolle, die durch eine Torsiotisfeder
betätigt wird.
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In Fig. b sind finit 14 die Abtriebsriemenscheibe des Motors, mit
15 das Tretlagergehäuse, mit 16 und 16a die Tretkurbeln, mit 17 die auf dem Kettenrad
aufgelegte Fahrradkette und mit 18 das Pedal bezeichnet.
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In Fig. c sind i9 die llinterradnal)e, 2o die abenachse, 21 die Speichen,
an welcher die hintere äußere Kupplungsscheibe 22 verschraubt ist, die die hülsenartigen
Muttern 23, die zum Spannen der Kupplungsfedern dienen, trägt. 24 ist die mittlere
Kupplungsscheibe, die außen die Keilriemenscheibe 12 trägt und innen als Kugelring
ausgebildet ist und die auf einem ringförmigen Ansatz der hinteren Kupplungsscheibe
unter Zwischenschaltung von Kugeln läuft, sobald ausgekuppelt wird. -Mit 25 sind
die Kupplungskorken, mit 26 die äußere Kupplungsscheibe, mit 27 die Federtöpfe,
mit 28 die Kupplungsfedern und mit 29 die federnden Spannbolzen bezeichnet.
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Der Auskupplungsvorgang erfolgt durch ein mehrfaches Steilgewinde.
Zu diesem Zweck ist auf dein Gabelende3o der unteren ll;nteri-adgabel ein Außengewindestück
31, welches finit zwei Nuten versehen ist, aufgescliobcn. Die darauf laufende Mutter
32 trägt den Helwl 33 und auf der Gegenseite einen Flansch, der unter Zwischenschaltung
von Kugeln die vordere äußere Kupplungsscheibe abhebt, solhald (1111-c1 dein llC1Wl
33 die Mutter abgesclirauht
wird. Damit ist die mittlereKupplungssclieil>c
mit der Riemenfelge frei und läuft leer.
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Die Betätigung des Kupplungshebels erfolgt in an sich bekannter Weise
vermittels Bowdenzug voni Lenker aus.