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Vakuumröhre mit gasempfindlicher Elektrode Bei Vakuumröhren
aller Art treten häufig Ionenflecke auf, für die es bereits eine Reihe von Abliilfemaßnalimen
gibt. Besonders störend sind aber die Ionenflecken auf den Photokathoden von Superikonoskopen.
Der Ionenfleck entsteht dadurch, daß die Elektronen von der Kathode ausgehend auf
das Anodenpotential 1>esclileunigt werden und dabei auf ltestgasteile treffen und
diese ionisieren. Die positiven Gasionen werden durch das Feld Anode/ Kathode beschleunigt
und fallen mit hoher Geschwindigkeit auf die (las höchste negative Potential aufweisende
Photoschicht. Dadurch wird die I'liotokathode oft sehr rasch zerstört. Es kommt
auch erschwerend hinzu, daß das Feld Anode/ Kathode auf die Ionen kornzentrierend
wirken kann.
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In (fiesem Falle wird zwar nur ein kleiner Teil der I'lio@tokatli()(lc
von den Ionen getroffen, dieser getroffene Teil aber um so schneller zerstört. Die
wirksamste Maßnahme gegen solche Störungen kann daher nur ein extrem hohes Vakuum
sein. Wie Versuche ergeben haben, muß das Vakuum io-7 bis io-a mm Hg betragen, um
Ionenfleckfreiheit zu garantieren. Hierzu ist ein ausgezeichnet wirkendes Getter
im Ikonoskop erforderlich. Die dieser Forderung entgegenstehende Schwierigkeit resultiert
für den Hersteller von Ikonoskopen aus dem Zwang, Getter und Photoschicht in der
Vakuumröhre zu entwickeln. Entwickelt man zuerst das Geher, so kommt bei dem weiteren
Herstellungsgang der Vakuumröhre, insbesondere bei' der Behandlung der Photokathode
mit Sauerstoff, das Getter mit Gasen in Berührung und ist dadurch oft schon beim
Abschmelzen der Röhre weitgehend unwirksam geworden. Ein Abschießen des Getters
nach
der Herstellung der Photokathode zerstört mit Sicherheit die Photokathode. Man ist
daher zur Zeit genötigt, zuerst das Getter zu entwickeln und muß für derartig hergestellte
Ikonoskope die Neigung zu Ionenflecken in Kauf nehmen.
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Hier bietet die Erfindung eine wirksame Abhilfe, die zudem durch einfache
Mittel erzielt wird, und zwar durch eine bauliche Änderung und eine Änderung des
Verfahrenganges. Nach der Erfindung werden bei Vakuumröhren mit gasempfindlicher
Elektrode bzw. Schicht, insbesondere bei Superikonoskopen und Bildwandlern, beispielsweise
mit elektronenoptisch übertragener Abbildung, der Röhrenbauteil mit der Photokathode
und der räumlich davon getrennte Teil mit dem Getter an verschiedenen Pumpstutzen
getrennt gepumpt. Die Verbindungsstelle beider Röhrenteile ist dabei als Pumpdrossel
ausgebildet. Die für ein getrenntes Pumpen erforderliche räumliche Abschließung
der beiden Raumteile voneinander ist ohne wesentlichen Aufwand einfach herzustellen,
wenn das Getter im Abtastsporn untergebracht ist. Gemäß einer weiteren Ausbildung
der Erfindung wird dann die an sich schon enge Blende für den Kathodenstrahl als
einzige erforderliche Verbindung zwischen den beiden getrennt zu pumpenden Räumen
der Röhre als Staudüse oder Strömungsdrossel ausgebildet. Nunmehr kann,das Getter
nach der Fertigstellung der Photokathode abgeschossen werden, ohne daß die dabei
frei werdenden Gase die Photo-Kathode erreichen, sondern mit Sicherheit von der
dafür vorgesehenen Pumpe abgepumpt werden. Eine andere Ausführungsmöglichkeit ist
dadurch gegeben, daß man die Blendenöffnung mit einer dünnen Folie gasdicht verschließt
und diese Folie vor dem Abschmelzen mit dem Kathodenstrahl, evtl. mit höherer Spannung
als mit der Betriebsspannung, durchschießt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel an einem Ikonoskop mit
Elektronenoptik und Bildwandlerteil schematisch dargestellt. F ist die Photokathode
mit der Anode A, und S ist der Bildschirm mit der Signalplatte, Sp ist der Abtastsporn
mit dem Strahlerzeugungssystem E, dem Getter G und der Abtaststrahlblende B. Das
Ikonoskop hat zwei Pumpstutzen P1 und P2. P1 ist am Röhrenkolben angebracht. Durch
ihn kann der Schiebeofen zum Aufdampfen von Antimon oder Silber eingeführt werden.
Außerdem erfolgt durch ihn das Eindestillieren des Caesiums. Der Pumpstutzen kann
durch eine Absperrvorrichtung getrennt werden. Der zweite Pumpstutzen ist am Sporn,
beispielsweise am Quetschfuß des Kathodenstrahlsystems angebracht. Auch er ist gegebenenfalls
durch eine Absperrvorrichtung von der Pumpe zu trennen. Beide Pumpstutzen können
an der gleichen Pumpe hängen oder auch an zwei verschiedenen Pumpen angeschlossen
werden. Das Getter G befindet sich im Sporn in der Nähe des Strahlerzeugungssystems.
Zwischen dem Getter G und dem Kolben befindet sich die Blende B, die normalerweise
die Aufgabe hat, 'den Öffnungswinkel des Strahlstroms zu begrenzen. Sie übernimmt
jetzt zusätzlich die Aufgabe einer Strömungsdrossel oder Staudüse für Gase. Die
Drosselung muß so groß sein, daß Gase, die beider Entwicklung des Getters auftreten,
durch den Pumpstutzen P, abgesaugt werden und nicht in den Kolben und damit zur
Photokathode F gelangen können. Der Herstellungsgang der Röhre ist etwa folgender:
Zunächst wird die thermische Kathode formiert. Dann wird die Photokathode formiert,
und zum Schluß wird das Getter entwickelt und das Rohr abgezogen. Es ist auf diese
Weise möglich, ein Ikonoskop mit völlig unverbrauchtem Getter herzustellen.