DE826486C - Verfahren und Vorrichtung zum Anreichern der Luft mit Medikamenten durch Zerstaeubung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Anreichern der Luft mit Medikamenten durch ZerstaeubungInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Anreichern der Luft mit Medikamenten durch Zerstäubung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anreichern der Luft mit Partikelchen eines Medikaments zum Zwecke einer therapeutischen Behandlung. Das Ziel ist vorzugsweise die krankheitswidrige Einwirkung auf entzündete, infektiös oder nervös erkrankte Partien der Nase, das Rachens, der Atmungswege und der Lunge durch das Einatmen der so angereicherten Atemluft.
- Damit das Medikament an die genannten Orte der Erkrankung gelangen kann, muß es so fein zerstäubt werden, daß das einzelne Partikelchen, z. B. das Tröpfchen, nicht mehr allein von den Wänden der oberen Luftwege abgefangen werden kann, sondern mit dem Atemstrom bis in die feineren Verästelungen der Bronchien und Bronchiolen vordringt. Das Ziel, das praktisch erreicht werden soll, ist also, das Medikamententröpfchen oder das medikamentangereicherte Tröpfchen so leicht wie möglich zu machen, so daß es sozusagen schwerelos im Strom der Atemluft mitschwebt. Dies wird um so eher erreicht, je kleiner die Materialmenge ist, aus der das Einzeltröpfchen besteht.
- Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, die Zerstäubung durch Anwendung eines Druckerzeugers zu bewirken, in dem der durch den Druckerzeuger zu hoher Geschwindigkeit oder unter hohen Druck gebrachte Flüssigkeitsstrom (Medikament) an dem Widerstand der ruhenden Luft oder an einem festen Widerstand (Gitter oder Sieb), auf den er aufprallt, zerrissen und zerstäubt wird. Zur Feinst- verteilung des flüssigen Stromes dient entweder eine Zerstäuberdüse oder ein in den Flüssigkeitsstrom eingeschaltetes Gitter oder beides zusammen.
- Bei diesem Verfahren wird, da dabei kein Gas ausgedehnt wird, ein Wärmeentzug (adiabatische Abkühlung) vermieden.
- Um die Gewichtsverminderung der zerstäubten Partikelchen noch weiter zu steigern, werden durch eine bei der Zerstäubung des flüssigen Medikamentes mit Hilfe eines Gitters bewirkte Vorschäumung teilweise Bläschen anstatt Tröpfchen gebildet, die im Verhältnis zur umgebenden Luft noch leichter sind als Tröpfchen.
- Ein besonders vorteilhaftes Verfahren ergibt sich, wenn gemäß der weiteren Erfindung die Zerstäubung und gegebenenfalls Vorschäumung in einer Mischkammer bewirkt wird, über welche die normale Atemluft zugleich mit dem zerstäubten Medikament vom Erkrankten eingeatmet wird.
- Die besonderen Merkmale der vorliegenden Erfindung sind in der nachstehenden Beschreibung erläutert, in welcher ein Ausführungsbeispiel zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens an Hand einer Zeichnung dargestellt ist, und zwar zeigt Fig. 1 eine schematische Anordnung des Zerstäubungsaggregats und Fig. 2 ein Element der Anordnung nach Fig. I.
- Gemäß Fig. 1 befindet sich das Medikament, z. B. ein 01, in einem Behälter I0, von wo es über eine Leitung I2 einer Einspritzpumpe 14 der bei Brennkraftmaschinen angewandten Bauart zugeführt wird. In der Leitung I2 könnte selbstverständlich auch eine Zubringerpumpe bekannter Ausführung zusätzlich eingeschaltet sein. Die Einspritzpumpe 14 wird von der Hand oder maschinell angetrieben und fördert das Öl in eine Leitung I6.
- Die jeweilige Fördermenge kann durch ein Regelglied I8 der Einspritzpumpe 14 entsprechend dosiert werden. Die überschüssige Ölmenge fließt durch eine Rückströmleitung 20 zum BehälterIo zurück. An die Druckleitung I6 ist eine Zerstäuberdüse 22 angeschlossen, welcher ein gefäßähnliches Mundstück 24 zugeordnet ist. Zwischen der Mündung der Zerstäuberdüse 22 und dem Innern des Mundstückes 24 ist ein feinmaschiges Gitter 26 eingesetzt. Das Mundstück 24 selbst weist mehrere Offnungen 28 auf, durch welche die Luft in sein Inneres strömt. Ein Rohrstutzen 30 des Mundstückes 24 wird vom Mund des Erkrankten aufgenommen. Ferner befindet sich im Mundstück 24 ein Abfluß röhrchen 32, welches vom Innern des Mundstückes 24 ins Freie verläuft. Durch dieses Röhrchen fließt überschüssiges Ol ab, welches sich an den inneren Wandungen der Mischkammer und des Mundstückes abfängt. Eine ringförmige Kante 34 blendet den mit dem Medikament versetzten Atemstrom ab, so daß das abgeblendete, überflüssige Medikament über die inneren Wandungen der Mischkammer in das Röhrchen 32 abfließt.
- Das beschriebene Aggregat ist selbstverständlich als Ganzes an einem Behandlungstisch o. dgl. angebracht, was jedoch nicht zum Wesen der Erfindung gehört und daher nicht näher beschrieben und dargestellt werden soll.
- Mit dem Aggregat wird in folgender lATeise verfahren: Die Einspritzpumpe 14 wird in Tätigkeit gesetzt und fördert das ?rledikament unter hohem Druck zu der Zerstäuberdüse 22. Die jeweilige Menge wird, wie bereits erwähnt, durch das Pumpenregelglied IS dosiert. Durch die Zerstäuberdüse 22 wird diese -9lenge in einzelne Medikamefltentröpfchen oder medikamentangereicherte Tröpfchen zerstäubt. Der Strahl muß dabei durch das Gitter 26 treten, wobei durch die Gitterwirkung die Intensität der Zerstäubung noch weiter gesteigert wird. Bei dem Durchtritt durch das Gitter 26 bilden sich darüber hinaus neben den Tröpfchen teilweise auch Bläschen, welche hesonders leicht sind. An dem Gitter wird der Olstrahl also bereits zerrissen, indem er auch vor dem Gitter noch zusätzlich geschäumt wird. So besteht die aus dem Gitter 26 tretende Ölwolke teilweise aus solchen Ölscbaumbläschen, die wegen des sehr geringen Durchmessers der nläschenhaut, es werden hier nur einmolekulare Öle beispielsweise angewendet, eben sehr leicht sind.
- Vor allem aber wird der Olstrahl durch das Gitter 26 völlig ahgebremst, so daß jetzt das Medikament aus dem Mundstück 24, das mit dem Gitter 26 unmittelbar an die Zerstäuberdüse 22 angebaut ist, sozusagen in Form einer stehenden Wolke durch den Rohrstutzen 30 eingeatmet werden kann, und zwar mit dem Atemstrom der normalen Zimmerluft, welche durch die Öffnungen 28 des Mundstückes 24 miteingeatmet wird, nachdem sie sich im Innern des Mundstückes 24 mit den Öltröpfchen vermischt hat. So wurde erreicht, daß der Patient das Medikament mit der normal temperierten Luft seiner Umgebung einatmet.
- Dies ist ein sehr wesentlicher Vorteil gegenüber bekannten Zerstäubungsvorrichtungen, deren Atemstrom einer Stahlflasche mit komprimiertem Gas entnommen werden muß: Die Kompression des Gases in der Gasdruckflasche wurde nämlich erreicht, indem dem Gas während der Kompression auch Wärme entzogen wurde. Dehnt sich nun bei der Anwendung solch ein Gas im Zerstäuber und in den Luftwegen wieder zu den Druckdimensionen seines Normalzustandes aus so entnimmt es die ihm vorher entzogenen Wärmemengen wieder seiner Umgebung (adiabatische Abkühlung der klassischen Physik), in diesem Falle also auch der Apparatur, vor allem aber dem zerstäubten Medikament und den Atmungsorganen selbst. Diese Unterkühlung der in unserem Falle ja erkrankten und besonders empfindlichen Organe ist, wenn sie als solche auch über das Bewußtsein nicht unmittelbar verspürt werden kann, ein zweifellos ungünstiger Faktor bei der therapeutischen Behandlung der Atmungsorgane mit Geräten die komprimiertes Gas zur Inhalation benutzen.
- Darüber hinaus hat das erfindungsgemäße Gerät aber noch den weiteren bedeutsamen Vorteil, daß seine Benutzung nicht von dem Vorrat eines zusätzlichen und notwendigen lletriebsstoffes mit den erschwel ten Umständen einer Beschaffullg (Gasflasche mit Spezialmischuiig) abhängig ist.
- Ferner sei noch erwähnt, daß das erläuterte Verfahren und Aggregat auch zu anderen Zwecken, z. B. zu einer speziellen oder allgemeinen Desinfektion, dienen kann.
- Weiter kann mit diesem Aggregat ein Röntgenkontrastmittel in Form zerstäubter Partikelchen auf dem Wege gewöhnlicher Inhalation in die Bronchien, Bronchiolen und Lungenpartien ge-I)racht werden, wo das Kontrastmittel sich absetzt und den röntgendiagnostischen Feststellungen an den genannten Organen dienen kann. Die für die röntgendiagnostische Darstellung der Bronchialwege bisher übliche Methode kommt einem komplizierten Eingriff gleich und wird wegen der Schwierigkeit des Verfahrens auch nur ungern angewandt.
- Bezüglich der Bauart des angewendeten Druckerzeugers sei schließlich noch erwähnt, daß nicht nur Einspritzpumpen der bei Brennkraftmaschinen bekannten Type benutzt werden müssen. Es könnten selbstverständlich auch andere Hochdruckerzeuger, z. B. Zahnradpumpen, zur Verwendung kommen.
Claims (7)
- PATENTANSPRUCHE: 1. Verfahren zum Zerstäuben von Medikamenten (01, Lösung, Pulver), dadurch gekennzeichnet, daß die Zerstäubung bei Anwendung eines Druckerzeugers, z. B. einer Kolbenhochdruckpumpe oder Zahnradpumpe, durch Aufprall des Medikamentenstromes auf die ruhende Luft oder auf einen Widerstand in besonders fein verteiltem Zustand bewirkt wird, wobei Wärmeentzug vermieden ist.
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß ein Flüssigkeitsstrom mit Hilfe eines Gitters oder Siebes abgebremst wird, so daß beim Zerstäuben des flüssigen Medikaments ein Vorschäumen und Zerreißen desselben bewirkt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerstäubung und gegebenenfalls Vorschäumung in einer Mischkammer bewirkt wird, über welche die Atemluft zugleich mit dem Medikament vom Erkrankten eingeatmet werden soll.
- 4. Aggregat zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Zerstäubung als Druckerzeuger eine Kolbenhochdruckpumpe mit Zerstäuberdüse bzw. -düsen verwendet wird.
- 5. Aggregat zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das feinmaschige Gitter oder Sieb zwischen Zerstäuberdüse und Mischkammer eingeschaltet ist.
- 6. Aggregat nach Anspruch 4 und 5, gekennzeichnet durch eine ringförmige Kante im Innern der Mischkammer, welche den medikamentösen Atem strom abblendet.
- 7. Aggregat nach Anspruch 4 bis 6, gekennzeichnet durch ein vom Innern der Mischkammer ins Freie verlaufendes Abfluß röhrchen für das überflüssige Medikament-Luft-Gemisch.
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| DE826486C true DE826486C (de) | 1952-01-03 |
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| DE (1) | DE826486C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE929221C (de) * | 1952-02-16 | 1956-03-01 | Kurt Schuetz | Verfahren und Vorrichtung zur Feinstverteilung von Fluessigkeiten |
| DE1102109B (de) * | 1957-08-13 | 1961-03-16 | Georg Ronge | Verfahren zur Saeuberung staubhaltiger und verunreinigter Gase |
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1950
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| DE1102109B (de) * | 1957-08-13 | 1961-03-16 | Georg Ronge | Verfahren zur Saeuberung staubhaltiger und verunreinigter Gase |
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