DE815343C - Verfahren zur Herstellung von Aluminiumfluorid - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aluminiumfluorid

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DE815343C DEN365A DEN0000365A DE815343C DE 815343 C DE815343 C DE 815343C DE N365 A DEN365 A DE N365A DE N0000365 A DEN0000365 A DE N0000365A DE 815343 C DE815343 C DE 815343C
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00Compounds of aluminium
    • C01F7/48Halides, with or without other cations besides aluminium
    • C01F7/50Fluorides

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Aluminiumfluorid Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Alutniniumfluorid.
  • Allgemein gesproch:ni besteht die Erfindung in. der Anwendung der als Fließverfahren bekannten Technik bei der Herstellung von Aluminiumfluorid durch Reaktion zwischn Fluorwasserstoffgas und Tonerde oder/und Aluminiumhydroxyd.
  • Die betreffenden Reaktionen sind die folgenden:
    i. A1_0.; -@. 6 HF > 2 AlF.; + 3 H.= O
    und 2. Al(OH).; + :-3 HF --> AlF, + 3 H.,0.
    ( @cniäl.t der 1,rfitl<iuiig werden diese Reaktionen oder eine \-on ihnen iii der Weise durchgeführt, daß man den gasförmigen Fluorwassrstoff durch eine aus Tonerde- oder Aluminiumhydroxydteilchen oder einem Gemisch dieser Stoffe bestehende Schicht in einer solchenWeise undmiteiner solchen (:escli\%-iiidigkeit attf@@-;irts strömen liißt, claß die Teilchen im Zustand einer dichten, unruhigen Suspension gehalten werden, die einer kochenden Flüssigkeit gleicht, deren Oberflächenspiegel, obwohl er in Bewegung ist, ziemlich genau festliegt und oberhalb dessen sich ein freier Raum befindet, der das Gas aufnimmt, nachdem es durch die Schicht hindurchgegangen ist.
  • Die Reaktionen werden bei einer zwischen@35o° C und 650'C liegenden Temperatur durchgeführt; die zur Steigerung der Temperatur des Einsatzes erforderliche Wärme entstammt vollständig oder zum größten-Teil den Reaktionen selbst, die exotherm verlaufen. Die während der unter i aufgeführt:ii Reaktion entwickelteWärme beträgt 67oooKalorien pro Gramm-Molekül der umgesetzten Tonerde. Wenn der Rohstoff aus Aluminiumhydroxyd besteht oder eine beträchtliche Menge davon enthält, kann zum Zweck der Dehydratation des Einsatzes durch Verbrennung von Brennstoff im geeigneten Zeitpunkt zusätzliche Wärme zugeführt werden, wie später noch im einzelnen dargelegt werden, wird.
  • Das Fluorwasserstoffgas kann mit Luft oder anderen mit Tonerde oder/und Aluminiumhydroxyd nicht reagierenden Gasen verdünnt werden. Für diesen Zweck können wieder in Umlauf gesetzte Abgase aus dem Gasabzug der Vorrichtung verwendet werden, die in der Hauptsache aus Luft oder anderem ursprünglich zugeführtem Gas, Wasserdampf und möglicherweise einer geringen Menge nicht umgesetzten Fluorwass,erstoffs bestehen.
  • Das Verfahren kann in zwei oder mehr Stufen unterteilt werden, wobei das Gas durch zwei oder mehr Schichten des aluminiumhaltigen Stoffes geleitet wird, der von der obersten Schicht überläuft und zu der nächsten darunterliege.nden Schicht geleitet wird, vorzugsweise an eine unterhalb des Oberfläc'hmspiegels dieser Schicht gelegene Stelle; dieser Vorgang wiederholt sieh abwärts von Schicht zu Schicht so oft, wie weitere Schichten vorhanden sind, in der üblichen Weise, in der die Fließtechnik in anderen Industriezweigen angewandt wird.
  • Zu diesem Zweck können Vorrichtungen der allgemeinen, bei dieserAnwendung derFließtechnik in anderen Industriezweigen bereits bekannten Art verwendet werden; diese Vorrichtungen sind mit einer Kammer versehen, die im Innern ein oder eine Anzahl von übereinander angeordneten durchlöcherten, diel Schicht oder Schichten des pulverförmigen oder körnigen Stoffes tragenden Blechen, am Boden einen Gaseinlaß, oben einen Gasauslaß und mit jedem durchlöcherten Blech verbundene Steigrohre oder Sturzböden aufweist, die die Höhe der Schicht auf jedem Blech bestimmen und die überlaufenden festen Bestandteile zu der nächsten unteren Schicht und von der untersten Schicht zu einer Auslaßöffnung leiten; ferner sind natürlich Mittel zur Aufgabe der festen Bestandteile auf die oberste Schicht vorgesehen, wobei diese und die Sturzböden oder Steigrohre vorzugsweise so angeordnet sind, claß die festen Bestandteile auf jeder Schicht unterhalb deren oberer Begrenzungsfläche aufgegeben werden.
  • Die Gasgeschwindigkeit muß so eingestellt sein, daß sie groß genug ist, um die Schicht oder Schichten der festen Bestandteile im Zustand einer einer kochenden Flüssigkeit gleichenden, unruhigen Suspension zu halten, ohne mehr d°r feineren, festen Teilchen zu erregen und diese mit dem Gasstrom fortführen zu lassen, als nicht verhindert werden kann. Die beste Gasgeschwindigkeit hängt daher von der Durchschnittskorngröße ab, und dem Idealzustand, bei dem keine Teilchen von dem Gasstrom mitgerissen werden, kommt man um so näher, je gleichmäßiger die Korngröße des festen Stoffes ist.
  • Für die Zwecke der Erfindung wird die Korngröße des in die Vorrichtung eingeführten festen Rohstoffes, das heißt der Tonerde oder/und des Aluminiumhydroxyds, vorzugsweise so gewählt, daß das Material durch ein British Standard Specification-Sieb von roo Maschen hindurchgeht. Als eine geeignete mittlere Gasgeschwindigkeit ist eine solche von 1,5 bis 9 m pro Minute, berechnet auf den gesamten waagerechten Querschnitt der Reaktionskammer, ermittelt worden. Die wirkliche Gasgeschwindigkeit innerhalb der Schicht oder Schichten der festen Bestandteile hängt sowohl von der Größe, dem Abstand und dem dem Durchströmen entgegengesetzten Widerstand der in dem schichttragenden Blech oder den schichttragenden Blechen angebrachten Öffnungen, als auch von d-er in der Kammer vorhandenen Gasgeschwiadigkeit ab; bei der Wahl der letzteren müssen daher die kennzeichnenden Merkmale der Vorrichtung, insbesondere die Größe, der Abstand und die Art der in den schichttragenden Blechen angebrachten, öffnungen berücksichtigt wenden.
  • Trotz aller Vorsichtsmaßregeln wird anscheinend eine geringe Menge von Aluminiumoxyd oder Aluminnumhydroxyd enthaltendem Staub durch die durch den Gasabzug entweichenden Abgase fortgeführt; dieser Staub kann nach geeign:ten Verfahren wiedergewonnen werden, z. B. in der Weise, daß man Wirbler verwendet, um den gröberen Staub zu entfernen, und dann ein Beutelfilter oder einen elektrostatischen Abscheider zur Anwendung bringt, um die kleineren Teilchen zu entfernen.
  • Das oben beschrieben---: Verfahren, um Fluorwasserstoffgas und Tonerde oder/und Aluminiumhydroxyd zur Reaktion zu bringen, ist im Vergleich zu denn bisher benutzten Verfahren wegen der dadurch bedingten innigen Mischung von Gas und festen. Bestandteilen besonders wirksam. Eine große Reaktionsgeschwindigkeit wird erzielt, und die unruhige Bewegung, in der die oder jede Schicht gehalten wird, gewährleistet, daß das Ganze auf einer imwesentlichengleichmäßigenTemperatur gehalten wird, so daß die ganze Reaktion oder irgendeine Stufe derselben bei einer vorherbestimmten4 zwischen 350'C und 650'C liegenden Temperatur durchgeführt werden kann. Jeder Mangel an Temperaturüberwachung verursacht Störungen, da bei zu niedrigen Temperaturen die Reaktion nicht schnell verläuft, während bei zu hoher Temperatur die Reaktion zum Teil rückläufig verläuft und das Endprodukt in Mischung mit dem Aluminiumfluorid einige Oxyde oder/und basische Aluminiumfluoride enthält.
  • Das Verfahren kann mit Unterbrechungen durchgeführt «erden, aber vorzugsweise wird es kontinuierlich gehandhabt. Lm beste Ergebnisse zu erzielen, wird das aluminiumhaltige Material durch eine Aufeinanderfolge von getrennten Reaktionszonen geleitet; zusätzlich hierzu können Zonen zur teilweisen oder vollständigen Dehydratation des Aluminiumhydroxyds, wenn dieses als fester Rohstoff verwendet wird, und zum Vorwärmen d:r festen und gasförmigen Reaktionsstoffe- angewendet werden..
  • Nach einem Beispiel für die Art, in der die Erfindung durchgeführt werden kann, kann das Reaktionsgefäß in übe,reinandergesetzte Teile unterteilt sein, um sich den folgenden Stufen anlassen zu können. In der obersten Zone wird Aluminiumhydroxyd durch die fühlbare Wärme des heraufkommenden Gases vorgewärmt. Es fällt dann in eine Zone, in der eine: zwischen 400°C und ()oo` C liegende höhere Temperatur erreicht wird, und der größte Teil, gewöhnlich jedoch nicht die Gesamtheit des gebundenen Wassers, wird ausgetrieben. Obwohl diese Teildehvdratation manchmal vollständig durch die Wärme der aus der darunterlie;genden Reaktionszone kommenden Gase bewirkt werden kann. ist es doch wünschenswert, in dieser Stute Vorkehrungen zum Verbrennen von Brennstoff zu treffen, damit die Gewähr dafür gegeben ist, daß genügend Wärme zur Dehydratation bis zu dein erforderlichen Ausmaß zur Verfügung steht. Geeignete Brennstoffe sind pulverförmige Kohle, Öl und Gas. .\ndere Verfahren können, wie im folgenden beschrieb@°Ti werden wird, angewandt werdet, uni die für die I)eh_ydratation erforderliche Wärme zu erzeugen.
  • Die heiße Tonerde, die im allgemeinen noch etwas Altitiinitinilivtlroxyd enthält, fällt dann in eine erste IZeaktiot:zote, in der ein 'feil von ihr in Aluminiumfluorid umgewandelt wird. Die in dieser Zone vorliegenden Verhältnisse werden in erster Linie unter dem Gesichtspunkt geprüft, daß eine Gewähr dafür gegeben ist, claß in der Hauptsache eines vollständige \1>stir1>tioii des Fluors aus den aufwärts strömenden Gasen eintritt, so daß praktisch keine Fluorwasserstoffsätire in den aus dieser Zone entweichenden Gasen ent'halte.n ist. Ein Verfahren, um dies zu erreichen, besteht darin, die in dieser Zone erreichte 1'emperatur auf einen zwischen 3,50 und 65o° C liegenden Wert durch Änderung des Gehaltes der in diese Zone von der olleren Zone übergehenden Tonerde an gebundenem Wasser einzustellen; diese Änderung kati-n. durch Regelung der in der letztgenannten Zone verbrannten Brennstoffmenge bewirkt werden.
  • Das so gebildete Gemisch von Aluminiumoxyd und hluoriden oder hasischen Fluoriden fällt von der ersten Reaktionszone in eine zweite Reaktionszone, wo es weitgehend in noch ein wenigAluminiumoxyd oder basisches Fluorid enthaltendes Aluminiumfluorid übergeführt wird. Es fällt alsdann :tt eine dritte keaktioinszoine. wo es mit mit Wasserdampf fast ungemischter Fluorwasserstoffsäure in lieriihrung kommt, und hier wird die Umwandlung in Altiminittmfluorid praktisch vollendet. Die Tatsache, claß in dieser Zone sehr wenig Wasserdampf ist, bietet die (;"w,-ihr dafür, daß dort mir eine geringe Neigung zu der unerwünschten Umkehr der ofenerwähnten Reaktion i besteht, so daß die ob.°ti an erster Stelle erwähnte Hauptreaktion i in dieser Stufe praktisch bis zu Ende durchgeführt werden kann.
  • In den Hatiptreaktionszonen wird kein Brennstoff verbrannt; die bei der Reaktion i und in einem geringeren Ausmaß bei der Reaktion 2 sich entwickelnde Wärme genügt, um eine zwischen 35o° C und 650° C liegende Temperatur in den Reaktionszonen aufrechtzuerhalten.
  • 1\Ian kann eine zuunterst liegende Endzone vorsehen., in der das Aluminiumfluorid durch Wärmeaustausch mit dem hereinkommenden Fluorwasser-=toffgas teilweise gekühlt werden kann; etwa noch vorhandene nicht umgewandelte Tonerde kann durch Reaktion mit diesem Gas in Fluorid übergeführt werden.
  • Der Gegenstrom der reagierenden festen Bestandteile und des Gases gewährleistet eine praktisch vollständige Reaktion; das abziehende Gas ist in der Hauptsache frei von Fluorwasserstoffsäure, und das hergestellte feste Aluminiumfluorid enthält nur sehr wenig nicht umgewandeltes Aluminiumoxyd. Es kann daher ein gleichmäßiges Produkt von einer gleichbleibenden Güte erwartet werden.
  • Ein Teil des Aluminiumfluorids kann mit dem Aluminiumhydroxyd vermischt und in denn Kreislauf zurückgegeben Herden. Diese Maßnahme gestattet es, die in den verschiedenen Reaktionsstufen erreichten Temperaturen auf eine anpassungsfähigere Weise zu steuern, als es der Fall ist, wenn unvermischtes Hydroxyd aufgegeben wird.
  • Der in den obigen Ausführungen verwendete Ausdruck basisches Fluorid (Alttinitiiumfluorid) ist so zu verstehen; daß er sowohl eine einfache Mischung des Metalloxyds und -fluorids als auch eine Zwischenverbindung oder Zwischenverbindungen des sowohl Sauerstoff als auch Fluor enthaltenden Metalls einschließt, deren Vorhandensein bei den in Frage stehenden Verfahrensstufen wahrscheinlich ist.
  • Im folgenden ist die Erfindung unter Bezugnahme auf in der Zeichnung dargestellte besondere Ausgestaltungen der zu ihrer Verwirklichung erforderlichen .lnlage näher beschrieben.
  • Fig. i zeigt im Schnitt eine Form eines nach dem Gegenstromprinzip arbeitenden Reaktionsapparates, Fig. 2 etwa in der Art eines Diagramms eine weitere Form eines Reaktionsapparates.
  • In dem in, Fig. i dargestellten Reaktionsapparat sind drei oder mehr übereinanderliegende Stufen in einem Gefäß io vorhanden, dessen Querschnittsfläche variiert werden kann, um die Menge, Geschwindigkeit und Druck der Gase und den Anteil und die Teilchengröße der festen Bestandteile ändern zu können. Der Boden jeder Stufe besteht aus einem durchlöcherten Blech ii von einer solchen freien Querschnittsfläche, einem solchen Abstand und einer solchen Größe der Öffnungen, daß die festen Bestandteile nicht durch das Blech gehen können, obwohl das Gas unter einem nur geringen Widerstand hin,durchströmen kann und in der aufliegenden Schicht sogar verteilt werden kann. Die oberste Stelle einer Stufe wird durch ein Abzugssteigrohr 12 bestimmt, das die festen Bestandteile von einer Stufe zu der darunterliegenden Stufe leitet. Die Höhe der in, jeder Stufe vorhandenen Schicht hängt von der Größe der Anlage und den Betriebsbedingungen ab; es ist ermittelt worden, daß eine zwischen 1,5 cm und 9o cm liegende Höhe angemessen ist.
  • Fluorwasserstoff enthaltende Gase, die, einen geringen oder keinen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen und auf eine Temperatur von 70° C oder darüber zu Meßzwecken erhitzt worden sind, werden gemessen, und durch die Loitung 13 dem Boden des Reaktionsapparates zugeführt, worauf sie durch die die einzelnen Stufen bildenden Schichten aufwärts steigern. Der Fluorwasserstoffgehalt des Gases nimmt während des Prozesses ab, während der Feuchtigkeitsgehalt zunimmt. Nach dem Durchgang durch die letzte Stufe wird dieGasgeschwindigkeit in der Expansionskammer 14 verringert, damit ein Teil der von dem Gas mitgeführten feinen Bestandteile in die oberste Stufe zurückfällt. Das Gas entweicht durch die Leitung 15 und weist einen niedrigen Fluorwasserstoffgehalt, einen hohen Wasserdampfgehalt und einen Gehalt an feinem festem Material auf.
  • Das letztere wird in einer geeigneten Einrichtung, z. B. in einem Wirbler, einem Beutelfilter oder elektrostatischen Abscheider, entfernt, und die Gase werden alsdann gereinigt, um sowohl Fluorwasserstoff als auch einen Teil des Wasserdampfes zu entfernen,. Schließlich gehen die Gase durch eine geeignete Pumpe oder Ausstoßvorrichtung, die sie durch das System treibt. Die aus dem Wirbler und Beutelfilter entfernten festen Bestandteile bestehen hauptsächlich aus Aluminiumhydroxyd und/ oder Aluminiumoxyd und werden auf eine der unteren Stufen des Reaktionsapparates zurückgegeben.
  • Entweder Aluminiumoxyd oder Alumin.iumhydroxyd kann der obersten Stufe vermittels einer in der Nähe des Bodens der Stufe angebrachten Förderschnecke 16 zugeführt werden. Eine Förderschnecke ist zu empfehlen, da jede durch Kondensation der Feuchtigkeit erfolgte Klumpenbildung, sobald sie auftritt, mechanisch unterbunden wird. Das würde nicht der Fall sein, wenn: ein Zufuhrsteigrohr verwendet werden würde. Die oberste Stufe 17 wird als Stufe für ein teilweises oder vollständiges Entwässern benutzt, wenn Alumi:niumhydroxyd aufgegeben wird. Durchgeführte Versuche haben ergeben, daß die Temperatur in dieser obersten Stufe zwischen 2oo° C und 500° C gehalten werden sollte. Ein teilweises Entwässern ergibt den Vorteil, daß die in unteren Stufen entstehende Reaktionswärme, die normalerweise durch \Vasserkühlmittel zum Teil abgeführt werden muß und einen Verlust darstellt, zur Vollendung der Dehydratation verwendet werden kann: Es ist zu berücksichtigen, daß die Reaktionswärme nicht genügend groß ist, um sowohl das Entwässern zu vollenden, als auch die kalten Chargen auf die Reaktionstemperatur zu erwärmen. Die oberste Stufe wird dazu benutzt, den Fluorwasserstoffgehalt des Gases auf ein Minimum zu senken, gleichgültig, ob ein Aluminiumhydroxyd- oder ein Aluminiumoxydeinsatz verwendet wird.
  • Es ist zu empfehlen, den obersten Teil der in der obersten Stufe sich befindenden Schicht in einem sich stark erweiternden Teil des Reaktionsapparates zu halten, um ein ruhigeres Fließen. in diesem Abschnitt zu erhalten. Auf diese Weise wirkt der oberste Teil als ein Filter, das die feinen Bestandteile sox% eit wie möglich am Verlassen der Schicht hindert. Das kann von besonderer Bedeutung sein, wenn, wie, beim Entwässern von. Aluminiumhydroxyd, eine starke Verringerung der Korngröße der Teilchen in der Stufe eintritt.
  • Wenn die oberste Stufe als Dehydratisierungsstufe verwendet wird, muß Wärme zugeführt werden, und selbst im Falle eines Aluminiumoxydeinsatzes kann eine geringe Wärmezufuhr erforderli(fh sein. Die Wärme kann auf vielen Wegen. Zuger führt werden. Drei von diesen sind die folgenden: a) die Schicht wird kontinuierlich entfernt und auf die Stufe zurückgegeben und außerhalb des . pparates von heißem, strömendem Gas oder in einem Wärmeaustauscher erhitzt; b) es werden heiße Gase führende Rohre in die Stufe eingebracht, so daß ein Wärmeaustausch durch die Rohrwände erfolgt; c) unterhalb deir zu erhitzenden Stufe werden Gase verbrannt.
  • Der letztere Weg ist nützlich, wenn in den Reaktionsgasen genügend Sauerstoff vorhanden ist und die Menge des Reaktionsgases durch die Verbrennungsprodukte nicht wesentlich vergrößert wird. Innere Brenner 18 und i9 sind in Fig. i dargestellt.
  • Die Hauptreaktionsstufe liegt unmittelbar unter der oberstete Stufe; in ihr vollzieht sich der größte Teil der Reaktion des Fluorwasserstoffs mit den festen Bestandteilen und der Rest des Entwässerns des Aluminiumhydroxyds, falls solches vorhanden ist. Wegen der starken Reaktionswärme kann ein Kühlen dieser Stufe erforderlich sein. Der einfachste, jedoch nicht der einzigste Weg hierzu ist der, Kühlwasser führende Rohre in die Schicht einzubringen. Die Reaktion des Fluorwasserstoffs mit Aluminiumoxyd kann bei einer Temperatur von mehr als 400° C vonstatten gehen; es kann dabei ein Erzeugnis von mehr als 8o% Aluminiumfluorid hergestellt werden. Eine höhere Temperatur als 4o0° C ist für die Reaktionsstufe aus folgenden Gründen zu empfehlen: i. das Entwässern kann schneller vollendet werden; 2. die Reaktion mit dem Fluorwasserstoff vollzieht sich schneller; 3. die die Stufe verlassenden heißen Gase übertragen einen großen Teil dir Wärme in die oberste Stufe.
  • Unterhalb der Hauptreaktionsstufe angebrachte Stufen werden dazu verwendet, um das Reaktionsprodukt anzureichern und die aus den Staubsammlern zurückgeführten feinen Bestandteile umzusetzen.
  • Fig. i zeigt eine solche mit einer für die feinen Bestandteile bestimmten Förderschnecke 22 versehene Stufe 21. In dieser Stufe wird zweckmäßigerweise eineTemperatur vorn mehr als 400° C, vorzugsweise von 45o° C oder darüber aufrechterhalten. Die durch die Anreicherung und die feinen Bestandteile verursachte Wärme kann ausreichend sein, um die einströmenden Gase auf die Reaktionstemperatur zu erwärmen und die Reaktionstemperatur in der Stufe aufrechtzuerhalten, falls die Stufe nicht durch lfittel, sie oben beschrieben sind, erwärmt wird. Ein Gasbrenner i9 ist in Fig. i dargestellt.
  • Für Anlaufzwecke müssen Wärmevorrichtungen verwendet @@-erden, gk-Ichgültig, ob die Reaktion genügend \\'ärnie liefert oder ob das nicht der Fall ist.
  • Das Erzeugnis wird von der Bodenstufe durch das Steigrohr 23 zti einer geschlossenen Kammer geführt.
  • Um die Anlage in Tätigkeit zu setzen, kann das folgende Verfahren angewandt werden. DieLeitung, durch die das Erzeugnis den Apparat verläßt, wird geschlossen und Luft durch die Leitung 24 eingesaugt. Sämtliche Stufen finit Ausnahme der obersten Stufe «-erden unter Verwendung der für die feinen Bestandteile am Boden vorgesehenen Aufgabevorrichtung gefüllt. Die festen Bestandteile wandern durch durchlöcherte Tragbleche aufwärts. Alsdann wird die oberste Stufe unter Verwendung der oben angebrachten Aufgabevorrichtung gefüllt und der ganze Reaktionsapparat mit Hilfe von Wä rinevorrichtuaigen auf eine geeigneteTemperatur (350° C oder darüber) erhitzt. Das zum Füllen des Reaktionsapparates verwendete Material kann Aluminiumhydroxyd, Aluminiumoxyd oderAltiminiumfluorid oder eine 1\lischting dieser Stoffe sein, vorzugsweise wird Aluminiumfluorid verwendet. Die Steigrohre werden ge<itfetet, wenn die Schicht in jeder Stufe ihre richtige Stärke erreicht hat. Wenn Aluniiiiitiintltiorid \-erN@-eiidet worden ist, wird die Zufuhr an Ahiniinitmioxyd oder Alutniniumlivdi-oxvt1 in die Wege geleitet und der Gasstrom langsam von Luft in Fluorwasserstoffgas timgeivandelt, bis in jtder Stufe der gewünschte Zustand erreicht ist. \\'eitn :\ltiiitiiiitiiiioxyd- oder Aluverwendet «-orden ist, wird die Gaszufuhr fast auf einmal von Luft in Fltior\\ asserstottgas umgewandelt und die Zugabe an Aluminiumoxyd oder Altiminiumhydroxyd nimiiit von Null all zu.
  • In einem besonderen Beispiel war die Korngröße des @luniinitinihydroxyds etwa 75 ,11. Die Korngröße des @\luniinitinifltiorids betrug etwa 5o ,«; es enthielt etwa 85 % Al F3. Die Gasgeschwindigkeit lag bei 6 cin bis 18 cin je Sekunde, meistens hei 12 cni bis 14 cill je Sekunde. Die in die Bodenstufe zurückgeführte :Menge an feine.eBestandteilen (nachte toll"o des l:rzet,giiisses atis. Die Temperatur der obersten Stufe betrug 35o° C, die der Hauptreaktionsstufe 6oo` C und die der Bodenstufe 4;o2 C oder darüber. Iss wurden Vorkehrungen zum Erhitzen durch innen verbrannte Gase getroffen, die die Gasmenge um höchstens 60/0 vergrößerten. Auch zum Kühlen der Hauptreaktionsstufe wurde eine Vorkehrung getroffen. Die Konzentration des Fluorwasserstoffs lag bei 4.1% HF. Der in der Hauptsache einen Durchmesser von rund i4o ein aufweisende Reaktionsapparat hatte ein I.eisttiiigs,\-erniögen von 12oo Tonnen je Jahr von 3oo Arbeitstagen. Die Fläche der Öffnungen der Schiclittragbleche machte 1/5o der Querschnittsfläche des Reaktionsapparates aus. Die Höhe der Schicht betrug in jeder Stufe 6o cm, so daß sich eine Gesamtschichthöhe von etwa i8o cm ergab, und der Druckabfall in dem Reaktionsapparat war 1,8 bis 2,4 cm Wasser. De,r Fluorwasserstoff wurde zu mehr als n8o/o umgesetzt.
  • Nach der Fig. 2, die eine Apparateform einer allgemeinen bereits bekannten Art veranschaulicht, besteht jede Stufe aus einer getrennten Kammer A, B bzw. C. Die festen Bestandteile fließen durch Leitungen i abwärts, und das Gas strömt durch Leitungen 2 aufwärts. Andere Einzelheiten können aus der Beschreibung der Fig. i gefolgert werden.
  • Drei Hauptgesichtspunkte der Anlage sind die folgenden i. das System wird vorteilhafterweise, unter einem leichten Unterdruck gehalten; 2. Reaktionswasser darf sich in den staubführenden Leitungen nicht niederschlagen; 3. das Verfahren hat den Vorteil, daß Fluorwasserstoffbrennofengase verwendet werden können, die direkt aus einem Brennofen kommen, in dem Fluorwasserstoff durch Reaktion von Flußspat mit Scli,N-efelsäure erzeugt worden ist, und die nur der üblichen Reinigung zur Entfernung von Schwefelsäure unterworfen worden sind, so daß flüssiger Fluorwasserstoff nicht hergestellt zu werden braucht. Auch ergibt sich der Vorteil einer Vereinfachung; ein Naßverfahren erfordert nämlich Zentrifugen und Rotationstrockner und ein Trockenverfahren ein außerhalb der Reaktionskammer durchzuführendes Brikettieren und Rösten.

Claims (12)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zurHerstellung vonAluminiumfluorid, dadurch gekennzeichnet, daß Fluorwasserstoffgas durch eine aus Teilchen von aluminiumhaltigem Material, das sich aus Tonerde, Aluniiiliumhydroxyd oder beiden zusammensetzt, bestehende Schicht bei einer zwischen 350° C und 65o° C liegenden Temperatur in einer solchen Weise und mit einer solchen Geschwindigkeit aufwärts strömt, daß die Teilchen im Zustand einer dichten, unruhigen, einer kochenden Flüssigkeit gleichenden Suspension gehalten «-erden, deren Oberflächenspiegel, obwohl er in Bewegung ist, ziemlich genau festliegt und oberhalb dessen sich ein- freier Raum befindet, der das Gas aufnimmt, nachdem es durch die Schicht hindurchgegangen ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas durch zwei oder mehrere Schichten des aluminiumhaltigen Materials geleitet wird, das von der obersten Schicht überläuft und zu der nächsten darunterliegenden Schicht geleitet wird, vorzugsweise an eine unterhalb des Oberflächenspiegels dieser Schicht gelegene Stelle, und dieser Vorgang von Schicht zu Schicht abwärts so oft wiederholt «-ire, wie weitere Schichten vorhanden sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß -die Korngröße des aluminiumhaltigem Materials so groß ist, daß es durch ein Britis'h Standard Specification-Sieb von ioo Maschen hindurchgeht.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, dä.ß das aluminiumhaltige Material etwas Alumiiniumfluorid enthält.
  5. Verfahren nach den Ansprüchen i bis dadurch gekennzeichnet, daß der Fluorwasserstoff auf 70° C oder darüber vorgewärmt ist.
  6. 6. Verfahre,, nach den Ansprüchen i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des Gases, bevor dieses die Schicht oder die Schicht der Endstufe verläßt, verringert wird, damit ein Teil der von dem Gas mitgeführten feinen Bestandteile in die Schicht zurückfällt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch ge,-kennzeichnet, daß die Temperatur der obersten Schicht zwischen 200° C und 5oo° C gehalten wird. B.
  8. Verfahren nach de, Ansprüchen 2 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die unterhalb der obersten Schicht befindliche Schicht oder bebefindlichen Schichten auf einer Temperatur von oberhalb 400° C gehalten wird beziehungsweise werden. g.
  9. Verfahren nach den, Ansprüchen r bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der oberste Teil der Schicht oder' obersten Schicht sich in einem sich stark erweiternden Teil einer Behälterkammer befindet, damit ein ruhigeres Fließen in diesem Abschnitt gewährleistet ist. io.
  10. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß irgendwelchen Schichten besondere Wärme zugeführt wird. i i.
  11. Verfahren nach den Ansprüchen 2, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der unterhalb der obersten Schicht befindlichen Schicht Wärme entzogen. wird.
  12. 12. Verfahren nach den Ansprüchen 2, 7, 8 oder i i, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas durch wenigstens drei Schichten geleitet und der untersten Schicht besondere Wärme zugeführt wird.
DEN365A 1949-01-10 1950-01-06 Verfahren zur Herstellung von Aluminiumfluorid Expired DE815343C (de)

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