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Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe bei der subtraktiven Farbenphotographie oder
bei Mehrfarbendruck, insbesondere ein Verfahren und ein Mittel, wodurch die Auswahl
der besten Filter und Platten und der besten farbigen Stoffe zur Wiedergabe eines
besonderen Gegenstandes ermöglicht ist.
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Die spektralen Eigenschaften der Grundfarben irgendeines Systems
einer Farbenwiedergabe und insbesondere die vorherrschende Wellenlänge und Reinheit
jeder Grundfarbe oder ihre trichromatischen Koeffizienten, welche durch ihre spektrale
Eigenschaft bestimmt werden, bilden Angaben, welche in Verbindung mit den festgestellten
Normalangaben, die von der »International Commission on Illumination« veröffentlicht
sind, benutzt werden können, um mathematisch die spektralen Empfindlichkeiten der
Farbentrennungsbilder zu berechnen, welche verwendet werden müssen, um eine richtige
Farbenwiedergabe mit diesen Grundfarben zu erzielen. Aus diesem Grunde und aus anderen
weiter unten erörterten Gründen ist es für eine genaue Farbenwiedergabe bei irgendeinem
System wesentlich, daß man imstande ist, die Grundfarben des Systems zu identifizieren
und ihre spektralen Eigenschaften zu bestimmen.
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Bei einigen Systemen der Farbenwiedergabe können die Grundfarben
leicht identifiziert werden. Beispielsweise sind bei einer Wiedergabe, welche dadurch
hervorgerufen
ist, daß drei Bilder in verschiedenen Farben auf einen
Schirm projiziert werden, die Grundfarben augenscheinlich die Farben der drei benutzten
getrennten Lichtbündel. Die spektrale Eigenschaft jeder Grundfarbe kann durch Beobachtung
oder Niessung der Farbe bestimmt werden, die auf dem Schirm durch eines der Lichtbündel
hervorgerufen wird, wenn die anderen beiden unterdrücl;t sind.
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Ferner beeinflußt bei dieser Art der NViedergabe ein farbiges Licht
nicht ein anderes, und die Grundfarben bleiben daher bezüglich der spektralen Eigenschaft
während der ganzen Wiedergabe unverändert.
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Bei anderen Systemen der farbigen Wiedergabe, einschlieBlich mancher
in der Farbenphotographie benutzter Systeme, und praktisch allen in den graphischen
Isünsten verwendeten Systemen können die Grundfarben nicht so leicht identifiziert
werden. Im Falle von subtraktiven Verfahren gab es bisher keine richtige LIethode
zur Identifizierung der Grundfarben. Bei solchen Verfahren wie beispielsweise beim
Drucken mittels einer Druckerpresse hat sich die Farbenwiedergabe empirisch und
ungenau entwiclielt, und sie wird in dieser Weise noch praktisch verwiil licht.
Gewöhnlich wird hierbei angenommen, daß die Grundfarben die drei Farben sind, welche
die Ergänzungen (Romplementärfarben) gegenüber drei besonderen benutzten Druckfarben
sind.
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Der Erfinder des Verfahrens nach vorliegender Erfindung hat festgestellt,
daß die geschilderte allgemeine Annahme erheblich von den Tatsachen abweicht, die
bei der Farbenwiedergabe mit Hilfe subtraktiver Verfahren auftreten. Bei derartigen
Verfahren ist es nicht richtig, daß die drei benutzten Farben sich nicht gegenseitig
beeinflussen. Im Gegenteil beeinflussen farbige Stoffe, wie gewöhnliche Farben und
Pigmente, wenn sie auf die gleiche Zone bei einem der gesvöhnlichen Wiedergabeverfahren
aufgebracht werden, gegenseitig ihre Farben in solchem Maße, daß die spektralen
Eigenschaften der Grundfarben nicht während der ganzen Wiedergabe unveränderlich
bleiben, sondern sich in verschiedenen Zonen ändern, auf welche die drei farbigen
Stoffe in verschiedenen Verhältnissen aufgebracht worden sind. Hieraus folgt, daß
die Grundfarben für keinen Teil der Wiedergabe dadurch identifiziert oder bestimmt
werden können, daß lediglich jeder der besonderen benutzten farbigen Stoffe getrennt
geprüft wird.
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Die vorliegende Erfindung besteht darin, daß eine aus den drei oder
mehr Farbkomponenten subtraktiv erzeugte, der Farbe des wiederzugeben den Gegenstandes
entsprechende Farbenmischung mit einer solchen subtraktiv erzeugten Farbenmischung
derelbei Farbkomponenten durch spektrophotometri sche Subtraktion verglichen wird,
von welcher alle Farbkomponenten außer einer dieselbe Punktdichte und die eine Farbl;omponente
eine von der entsprechenden Farbkomponente der ersten Farbenmischung ein wenig abweichende
Punktdichte haben. Dabei versteht man unter spektrometrische Subtraktion folgendes:
Die erhaltenen Farben werden mittels eines bekannen Spelitralphotometers gemessen
und diese spektralen Werte voneinander, Wellenlänge für Wellenlänge, abgezogen.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung dieser Erfindung wird ein aus
drei oder mehr übereinandergebrachten farbigen Teildrucken hergestellter Druck mit
einem solchen ebenfalls aus drei oder mehr Teildrucken derselben Farbe hergestellten
Druck in spektrophotometrischer Subtraktion verglichen, bei dem alle Teildrucke
außer einem die gleiche Dichte und ein Teildruck eine von dem entsprecllenden Teildrucli
des- ersten Druckes ein wenig abweichende Punktdichte hahen.
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Sollen die zur besten Farbwiedergahe geeigneten Farbstoffe und einer
Anzahl von gelben, anilinroten und blaugrünen Farbstoffen ausgewählt werden, so
wird gemäß weiterer Ausgestaltung der Erfindung wie im Anspruch 3 angegeben verfahren.
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Bei der Erfindung handelt es sich um eine praktische Methode, welche
auf der vorher geschilderten Erkenntnis beruht, auf welche Weise die Grundfarben
irgendeines Systems der Farbenwiedergabe bestimmt werden können, so daß es ermöglicht
ist. sowohl die besten Farbenfilter auszusuchen als auch die besten farbigen Stoffe
auszuwählen. um einerseits besondere Gegenstände sviederzugehen, und andererseits
eine allgemeine Wiedergabe zu ermöglichen. Dies ist bisher bei sultraktiven Systemen
der Farbensviedergabe nicht möglich gewesen.
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Als besonderes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden
ein Verfahren näher beschrieben, um die Grundfarben bei der Wiedergabe durch eine
Druckerpresse zu bestimmen, bei welcher Halbtonplatten verwendet werden.
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In der Zeichnung ist eine Einrichtung zur Ausübung des vorgenannten
Verfahrens nach der Erfindung in einer Ausführungsform veranschaulicht.
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Fig. I veranschaulicht eine dreieckige Halbtonplatte; Fig. 2, 3 und
4 l-eranschaulichen drei Abdrücke von der in Fig. I dargestellten Platte: Fig. 5
veranschaulicht einen Abzug, der dadurch gewonnen ist. daß die drei in Fig. 2, 3
und 4 dargestellten Abdruck übereinandergebracht sind;
Fig. 6 ist
ein Diagramm der spektralen Energieverteilung, und zwar ist durch spektrophotometrische
Kurven die spektrophotometrische Subtraktion dargestellt.
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Die Einrichtung besteht aus einem Satz von Halbtonplatten, wie eine
solche in Fig. I dargestellt ist. Jede Platte hat die Form eines gleichseitigen
Dreiecks, welches zwei Zonen hat, die geeignet sind, verschiedene Dichtigkeiten
oder Töne einer Farbe zu drucken, die auf die Platte aufgebracht ist. Diese Zonen
sind mit den gebräuchlichen Halbtonpunkten versehen, jedoch unterscheidet sich die
Dichtigkeit der Punkte ein wenig in den beiden Zonen. Die Dichtigkeit der Punkte
oder die Punktdichtigkeit soll als Verhältnis oder Prozentsatz irgendeiner gegebenen
Zone bezeichnet werden, welche mit Farbe bedeckt ist, indem mit der in Frage kommenden
Punktreihe gedruckt wird. Jede Platte hat eine Hauptzone m von einer Punktdichtigkeit
und eine kleine Zone s von einer davon verschiedenen Punktdichtigkeit. Die Zone
s stellt ein gleichseitiges Dreieck an einer Ecke der Platte dar, welches eine Fläche
hat, die einem Viertel der Fläche der gesamten Platte entspricht. Ein Satz solcher
Platten, von denen jede die in Fig. I dargestellte Form hat, kann für verschiedene
Punl<tdichtigkeiten vorgesehen sein. Je geringer der Unterschied in der Punktdichtigkeit
zwischen den Platten des Satzes ist, um so genauer sind die Ergebnisse, die erzielt
werden können. Für praktische Arbeit ist es zweckmäßig, einen Satz von Platten entsprechend
der in Fig. I dargestellten Platten vorzusehen, deren Punktdichtigkeiten in der
folgenden Tabelle näher bezeichnet sind:
| Punktdichtigkeit Punktdichtigkeit |
| der der Hauptzone,,, der kleinen Zone s |
| Platte 1.. 0 3 |
| Platte 2.. 10 I3 |
| Platte 3.. 20 23 |
| Platte 4 30 35 |
| Platte 5.. 40 45 |
| Platte 6.. 50 |
| Platte 7.. 60 66 |
| Platte 8.. 70 78 |
| Platte 9.. 80 88 |
Im folgenden soll nunmehr eine Anzahl besonderer Beispiele zur Ausübung des Verfahrens
nach der Erfindung mit Hilfe der erwähnten Platten geschildert werden.
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Zunächst soll ein Beispiel der Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung
erläutert werden, bei dem Angaben zur Berechnung und Bestimmung der spektralen Charakteristiken
der Farbentrennungsfilter und Platten gewonnen werden, welche verwendet werden sollen,
um einen besonderen Gegenstand wiederzugeben.
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Der erste Schritt besteht darin, die Dichfigkeiten zu bestimmen,
in welchen die drei farbigen Stoffe, die zur Herstellung der Wiedergabe benutzt
werden sollen, kombiniert werden müssen, um die Farbe einer Zone des Gegenstandes
wiederzugeben, welche als die Zone ausgewählt worden ist, in welcher die genaue
Farbenwiedergabe am wichtigsten ist.
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Dies kann durch Besichtigung der in Frage kommenden ausgewählten Zone
durch eine Person bestimmt werden, welche in der Herstellung farbiger Halbtonwiedergaben
geübt ist, oder es kann dies empirisch dadurch bestimmt werden, daß Abzüge hergestellt
werden, welche übereinandergebrachte Abdrucke der drei farbigen Stoffe von Platten
von verschiedenen Punktdichtigkeiten enthalten, bis ein Abzug gewonnen ist, der
mit der Farbe der ausgewählten Zone des Gegenstandes zusammenpaßt. Bei dem empirischen
Verfahren werden die Abzüge unter Bedingungen hergestellt, welche denjenigen gleichen,
unter denen die Wiedergabe gedruckt werden soll.
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Zur Erläuterung soll beispielsweise angenommen werden, daß beim Verfolgen
des einen oder anderen der geschilderten Wege bestimmt ist, daß die in Frage kommende
Zone des Gegenstandes unter den Bedingungen, unter denen die Wiedergabe gedruckt
werden soll, dadurch zum Zusammenpassen gebracht werden kann, daß Abdrucke einer
gelben Farbe von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 10 hat, einer anilinroten
Farbe (Magentafarbe) von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 60 hat,
und einer blaugrünen Farbe von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 20
hat, übereinandergebracht werden.
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Der zweite Schritt besteht darin, daß dasjenige hergestellt wird,
was als ein Differentialabzug bezeichnet werden kann. Dies kann wie folgt bewirkt
werden: Ein Abdruck wird mit der Platte 2 hergestellt, die mit der zu benutzenden
gelben Farbe gefärbt ist. Ein übereinandergebrachter Abdruck wird mit der Platte
7 hergestellt, die mit der zu benutzenden anilinroten Farbe gefärbt ist. Bei der
Herstellung eines zweiten Abdrucks wird die Platte 7 durch einen Winkel von 1200
entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, so daß ihre Grundlinie jetzt die rechte Seite
des gleichseitigen Dreiecks bildet. Ein dritter übereinandergebrachter Abdruck wird
mit der Platte 3 hergestellt, welche mit der bei der Wiedergabe zu benutzenden blaugrünen
Farbe gefärbt ist. Diese Platte wird ebenfalls durch einen Winkel von I20°, jedoch
im Uhrzeigersinn, gedreht, so daß ihre Grundlinie die linke Seite des gleichseitigen
Dreiecks bildet.
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Die drei Abdrucke sind getrennt in Fig. 2, 3 und * dargestellt, um
die Art anzugeben, in welcher die drei Platten bei der Herstellung der Abdrucke
gedreht sind, obwohl die abdruck natürlich nicht als nicht übereinandergebrachte
Abzüge bei der Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung hervorgerufen sind. Der
Differentialabzug, der durch Ubereinanderbringen der drei in Fig. 2, 3 und 4 veranschaulichten
Abdrucke hervorgerufen ist, ist schematisch in Fig. 5 dargestellt.
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Der Grund für das Drehen der Platten bei der Herstellung des Differentialabzuges
besteht darin, daß die RasteIlinien der verschiedenen Abdrude um Winkel von 30 gegeneinander
versetzt werden sollen, wie dies beim Farbendruclien von Halbtonplatten gebräuchlich
ist, um Moiréwirkungen zu vermeiden. Die anderen Bedingungen, welche beim Drucken
der Wiedergabe bestehen, werden ebenfalls bei der Herstellung des Differentialabzuges
innegehalten. So wird die Untergrundbedingung, die bei der Wiedergabe vorhanden
ist, dadurch befolgt, daß der Differentialabzug auf dem gleichen Papier oder auf
der gleichen sonstigen Fläche bewirlit wird, wie es oder wie sie bei der Wiedergabe
benutzt werden soll. Wenn bei der Wiedergabe ein Abdruck in schwarzer Farbe mit
den Abdruclsen der farbigen Stoffe kombiniert werden soll, wie bei dem irrtümlicherweise,
aber allgemein als Vierfarbenverfahren bezeichneten Verfahren, dann wird bei der
Herstellung des Differentialabzuges ein schwarzfarbiger Abdruck: von der Punktdichtigkeit
des bei der Wiedergabe der in Frage kommenden Zone zu benutzenden Schwarzfarbenabdrucks
mit den drei Buntfarbenabdrucken kombiniert.
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Der in Fig. 5 dargestellte Differentialabzug besteht aus vier verschiedenfarbigen
Abzügen oder dreieckigen Zonen A, B, C und D, in denen die Punktdichtiglieiten der
drei farbigen Stoffe die folgenden sind:
| Pnnktdichtig- Punktdichtig- Punktdicliüg- |
| Zone keit der gelben keit der anilin- keit der blau- |
| Farbe roten Farbe grünen Farbe |
| A 10 69 20 |
| B I3 60 20 |
| C Io 66 70 |
| D Io 60 |
Es sei hemerlit, daß die Dichtigkeiten der Farben in der Zone A diejenigen sind.
die bei dem ersten Schritt bestimmt waren. so daß die Zone mit der Zone des Gegenstandes
zusammenpaßt. welche als diejenige Zone ausgewählt war, in welcher eine vollkommene
Farbenwiedergabe am wichtigsten war.
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Der dritte Schritt besteht darin, daß die Grundfarben des Systems
für die Zone 4 bestimmt werden. Dies wird dadurch bewirkt, daß die Farben jeder
der Zonen B, C und D mit der Farbe der Zone J spektrophotometrisch, Wellenlänge
für Wellenlänge, vergleichen werden. Die Farbe der Zone B gibt die Wirkung des Hinzufügens
eines kleinen Zusatzes von gelber Farbe zu der Kombination der Farben auf der Zone
4 an. Dies bedeutet, daß von der Farbe der Zone 4 eine kleine Nilenge von blauem
Licht genommen wird. Dieses Licht ist eine der Grundfarbe für die Zone 4, nämlich
die hlaue Grundfarbe.
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Um die spelitrale Eigenschaft der vorgenannten Grundfarbe möglichst
genau zu l>estimmen, wird die spektrale Energieverteilungskurve der Zone B von
der spektralen Energieverteilungskur'.e der Zone 4 subtrahiert. Eine solche Subtraktion
ist in Fig. G angegeben, in welcher graphisch zwei spektrophotometrische oder spektrale
Energieverteilungskurven a und b dargestellt sind welche so betrachtet werden können,
als ol sie die spektralen Eigenschaften von weißem Licht erklären, das von den Zonen
al und B reflektiert wird. Das Ergebnis des Subtrahierens der Kurve b von der Kurve
a ist in der Kurve p dargestellt. deren Ordinate bei jeder Wellenlänge die Differenz
zwischen der Ordinate der Kurve a und der Ordinate der Kurve b bei der erwähnten
Wellenlänge ist. Die Kurve 15 ist eine spektrophotometrische oder spektrale Energieverteilungskurve
der blauen Grundfarbe, welche die spektrale Eigenschaft dieser Grundfarbe angibt.
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In ähnlicher Weise wird die spektrale Eigenschaft der grünen Grundfarbe
für die Zone A durch spektrophotometrische Subtraktion der Farbe der Zone C von
der Farbe der Zone ii gewonnen, und diejenige der roten Grundfarbe für die Zone
4 wird durch ähnliche Subtraktion der Farbe der Zone D von der Farbe der Zone 4
gewonnen. Die spel;-tralen Eigenschaften der blauen grünen und roten Grundfarben
für die Zone A weichen. wie beobachtet werden kann, und zwar in manchen Fällen in
erheblichem Maße, von den spektralen Eigenschaften der blauen, grünen und roten
Farben ab, welche die Komplementärfarben gegenüber den Farben der einzelnen Farbstoffe
darstellen und von denen bisher irrtümlicherweise angenommen wurde, daß sie die
Grundfarben eines solchen Wiedergabesystems bilden.
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Je geringer die Differenz in der Punktdichtigkeit zwischen den beiden
Zonen jeder Platte ist, um so genauer ist die Bestimmung der spektralen Eigenschaft
der Grundfarben für die in Frage kommende Zone. Für praktische
Arbeit
muß jedoch die Differenz in der Punktdichtigkeit genügend groß sein, um meßbar verschiedene
Farben in der Zone A und in den Zonen B, C und D hervorzurufen.
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Sie ist vorzugsweise genügend groß, um sichtbare Unterschiede in
der Farbe hervorzurufen, denn nach genügender Übung kann -sich ein Sachverständiger
bezüglich der Beschaffenheit der Grundfarben dadurch unterrichten, daß er durch
Beobachtung die Zonen B, C und D mit der Zone A vergleicht, ohne daß eine spektrophotometrische
Subtraktion vorgenommen werden muß.
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Es sei bemerkt, daß die in dieser Weise bestimmten Intensitäten der
Grundfarben mit einer Zunahme in der Differenz der Punktdichtigkeit zwischen den
beiden Teilen jeder Platte zunehmen. Die andere Charakteristik jeder Grundfarbe,
nämlich ihre spektrale Eigenschaft, welche ihre vorherrschende Wellenlänge und Reinheit
und ihre trichromatischen Koeffizienten bestimmt, wird jedoch nicht merklich durch
Änderungen in dieser Differenz beeinflußt, solange die Differenz gering ist. Die
Intensität der Grundfarben ist unwesentlich, ausgenommen zur Erleichterung der Beobachtung
und Messung der Grundfarben, da sie einen Faktor darstellt, welcher nicht bei der
Bestimmung der spektralen Empfindlichkeiten der Farbentrennungsempfänger, die durch
die Grundfarben erfordert werden, gebraucht wird.
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Von den durch das beschriebene Verfahren bestimmten spektralen Eigenschaften
der Grundfarben können die spektralen Charakteristiken der Farbentrennungsfilter
und Platten, welche benutzt werden sollen, um eine vollkommene Farbenwiedergabe
in der in Frage kommenden Zone zu erzielen, durch Berechnung bestimmt werden. Diese
Berechnung erfolgt nach dem Verfahren, wie es z. B. in »Journal of the Optical Society
of America«, Bd. 27, S. 229 u. 230 (Hardy und Würzburg), angegeben ist.
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Im folgenden soll nunmehr ein Beispiel der Ausübung des Verfahrens
nach der Erfindung zum Bestimmen einer Farbe für die-Farbenwiedergabe gegeben werden.
Bei diesem Beispiel soll angenommen werden, daß eine normale anilinrote Farbe und
eine-normale blaugrüne Farbe verwendet werden sollen, und daß es erwünscht ist,
die bessere von zwei augenscheinlich gleichmäßig wünschenswerten gelben Farben auszuwählen.
Das Verfahren wird wie folgt durchgeführt: Bei der Benutzung der ersten der beiden
gelben Farben mit den beiden gewöhnlichen Farben werden die Grundfarben für eine
Anzahl verschiedener Dichtigkeitskombinationen der drei Farben, beispielsweise der
folgenden Kombinationen benutzt:
| Punktdich- Punktdich- Punktdich- |
| Kombi- tigkeit der tigkeit der tiogkeit der |
| nation der anilinroten blaugrünen |
| I 70 o o |
| 2 0 70 o |
| 3 o o 70 |
| 4 70 70 o |
| 5 o 70 70 |
| 6 70 o 70 |
| 7 10 10 Io |
| 8 70 70 70 |
Die Grundfarben für die-ersten sechs Kombinationen können für übereinandergebrachte
Abdrucke der drei Farben von den Platten I und 8 bestimmt werden. Für die siebente
Kombination wird jede Farbe von der Platte 2 gedruckt, und für die achte Kombination
wird jede Farbe von der Platte 8 gedruckt.
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Es sei bemerkt, daß die Farben der ersten sechs Kombinationen verhältnismäßig
rein sind, jedoch sich in erheblichem Maße bezüglich der vorherrschenden Wellenlänge
unterscheiden, während die Farben der siebergten und achten Kombinationen grau in
verschiedenen Stärken sind. Die achte Kombination stellt daher Farben von einer
erheblichen Mannigfaltigkeit bezüglich der vorherrschenden Wellenlänge und Reinheit
dar.
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Die spektralen Eigenschaften der drei Grundfarben für jede dieser
acht Kombinationen werden durch Subtraktion in der bereits beschriebenen Weise bestimmt.
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Das ganze Verfahren wird dann wiederholt, und zwar wird die zweite
der beiden gelben Farben mit den beiden gewöhnlichen Farben benutzt, und es werden
die spektralen Eigenschaften der drei Grundfarben für jede der acht Kombinationen
in der gleichen Weise bestimmt.
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Die beiden Sätze der Grundfarben werden dann verglichen, um festzustellen,
wie weit die acht Werte in jedem Satz von der Gleichförmigkeit in den Faktoren der
vorherrschenden Wellenlänge und Reinheit abweichen. Die gelbe Farbe, welche den
gleichförmigeren Satz der Grundfarben hervorbrachte, wird dann als diejenige ausgewählt,
welche, wenn sie mit den gewöhnlichen anilinroten und blaugrünen Farben benutzt
wird, die bessere Wiedergabe über die ganze Farbenskala ergibt.
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Die beiden geschilderten Verfahren sollen nur als Beispiele für die
Verwirklichung der vorliegenden Erfindung gelten. So kann die Erfindung dazu dienen,
die spektralen Eigenschaften der Grundfarben für eine Anzahl besonders wichtiger
oder vorherrschender Zonen in einer besonderen Wiedergabe zu bestimmen, und die
Ergebnisse können benutzt
werden, um sowohl die spektralen Charakteristiken
der zu benutzenden Farbentrennungsfilter zu berechnen als auch die besten Farben
zur Wiedergabe des besonderen Gegenstandes auszuwählen.
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Die besonderen Verfahren, welche beispielsweise erläutert worden
sind, können in manchen Einzelheiten geändert werden. So können Platten von abweichenden
Punktdichtigkeiten von den Platten I bis S verwendet werden, und die Differenz in
der Punktdichtiglieit zwischen den beiden Teilen jeder Platte kann von denjenigen
verschieden sein, die in dem betreffenden Beispiel gegeben sind. Im allgemeinen
ist es erwünscht, daß die Differenz in der Punktdichtigkeit zwischen den beiden
Teilen einer Platte in dem Falle der Platten von höherer Punktdichtigkeit größer
ist als in dem Fall der Platten von geringerer Punktdichtigkeit, jedoch ist dies
nicht wesentlich. Die Form der Platten kann ebenfalls geändert werden, obwohl es,
wie oben dargelegt ist, vorteilhaft ist, im Halbtonsystem unter Verwendung der dreiekigen
Form zu arbeiten.
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Die Erfindung kann auch bei anderen Farbenwiedergabeverfahren als
bei der Halbtonmethode unter Benutzung einer Druckerpresse verwendet werden. Der
Sachverständige wird leicht verstehen, in welcher Weise die Dichtigkeit der drei
farbigen Stoffe zu überwachen ist, die bei irgendeinem Verfahren der Farbenwiedergabe
benutzt werden. So würde beispielsweise beim Gravieren die Dichtigkeit durch die
Filmdicke bestimmt werden, und bei Färbevorgängen würde sie durch Konzentration
der Färbung bestimmt werden. Bei allen Verfahren wird die Erfindung in der Weise
angewendet, daß Farbkombinationen hervorgerufen werden, um die Grundfarben in der
gleichen Weise zu bestimmen, wie bei dem Verfahren, bei dem die farbigen Stoffe
kombiniert werden, um die xvirkliche Wiedergabe herbeizuführen, und es soll das
in den folgenden Ansprüchen verwendete Wort Kombination so verstanden werden, daß
es auf eine so hervorgerufene Kombination beschränkt ist.
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PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe bei der
subtraktiven Farbenphotographie oder beim Mehrfarbendruck, dadurch gekennzeichnet,
daß eine aus den drei oder mehr Farbkomponenten subtraktiv erzeugte, der Farbe des
xviederzugebenden Gegenstandes entsprechende Farbenmischung mit einer solchen subtraktiv
erzeugten Farbenmischung derselben Farbkomponenten durch spektrophotometrische Subtraktion
verglichen wird, von welcher alle Farhkomponenten außer einer dieselbe Punlitdichte
und die eine Farbkomponente eine von der entsprechenden Farbkomponente der ersten
Farbenmischung ein wenig abweichende Punktdichte haben.