DE765612C - Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe - Google Patents

Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe

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DE765612C
DE765612C DEI59033D DEI0059033D DE765612C DE 765612 C DE765612 C DE 765612C DE I59033 D DEI59033 D DE I59033D DE I0059033 D DEI0059033 D DE I0059033D DE 765612 C DE765612 C DE 765612C
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DEI59033D
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Arthur Cobb Hardy
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01JMEASUREMENT OF INTENSITY, VELOCITY, SPECTRAL CONTENT, POLARISATION, PHASE OR PULSE CHARACTERISTICS OF INFRARED, VISIBLE OR ULTRAVIOLET LIGHT; COLORIMETRY; RADIATION PYROMETRY
    • G01J3/00Spectrometry; Spectrophotometry; Monochromators; Measuring colours
    • G01J3/46Measurement of colour; Colour measuring devices, e.g. colorimeters

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  • Spectroscopy & Molecular Physics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Spectrometry And Color Measurement (AREA)

Description

  • Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe bei der subtraktiven Farbenphotographie oder bei Mehrfarbendruck, insbesondere ein Verfahren und ein Mittel, wodurch die Auswahl der besten Filter und Platten und der besten farbigen Stoffe zur Wiedergabe eines besonderen Gegenstandes ermöglicht ist.
  • Die spektralen Eigenschaften der Grundfarben irgendeines Systems einer Farbenwiedergabe und insbesondere die vorherrschende Wellenlänge und Reinheit jeder Grundfarbe oder ihre trichromatischen Koeffizienten, welche durch ihre spektrale Eigenschaft bestimmt werden, bilden Angaben, welche in Verbindung mit den festgestellten Normalangaben, die von der »International Commission on Illumination« veröffentlicht sind, benutzt werden können, um mathematisch die spektralen Empfindlichkeiten der Farbentrennungsbilder zu berechnen, welche verwendet werden müssen, um eine richtige Farbenwiedergabe mit diesen Grundfarben zu erzielen. Aus diesem Grunde und aus anderen weiter unten erörterten Gründen ist es für eine genaue Farbenwiedergabe bei irgendeinem System wesentlich, daß man imstande ist, die Grundfarben des Systems zu identifizieren und ihre spektralen Eigenschaften zu bestimmen.
  • Bei einigen Systemen der Farbenwiedergabe können die Grundfarben leicht identifiziert werden. Beispielsweise sind bei einer Wiedergabe, welche dadurch hervorgerufen ist, daß drei Bilder in verschiedenen Farben auf einen Schirm projiziert werden, die Grundfarben augenscheinlich die Farben der drei benutzten getrennten Lichtbündel. Die spektrale Eigenschaft jeder Grundfarbe kann durch Beobachtung oder Niessung der Farbe bestimmt werden, die auf dem Schirm durch eines der Lichtbündel hervorgerufen wird, wenn die anderen beiden unterdrücl;t sind.
  • Ferner beeinflußt bei dieser Art der NViedergabe ein farbiges Licht nicht ein anderes, und die Grundfarben bleiben daher bezüglich der spektralen Eigenschaft während der ganzen Wiedergabe unverändert.
  • Bei anderen Systemen der farbigen Wiedergabe, einschlieBlich mancher in der Farbenphotographie benutzter Systeme, und praktisch allen in den graphischen Isünsten verwendeten Systemen können die Grundfarben nicht so leicht identifiziert werden. Im Falle von subtraktiven Verfahren gab es bisher keine richtige LIethode zur Identifizierung der Grundfarben. Bei solchen Verfahren wie beispielsweise beim Drucken mittels einer Druckerpresse hat sich die Farbenwiedergabe empirisch und ungenau entwiclielt, und sie wird in dieser Weise noch praktisch verwiil licht. Gewöhnlich wird hierbei angenommen, daß die Grundfarben die drei Farben sind, welche die Ergänzungen (Romplementärfarben) gegenüber drei besonderen benutzten Druckfarben sind.
  • Der Erfinder des Verfahrens nach vorliegender Erfindung hat festgestellt, daß die geschilderte allgemeine Annahme erheblich von den Tatsachen abweicht, die bei der Farbenwiedergabe mit Hilfe subtraktiver Verfahren auftreten. Bei derartigen Verfahren ist es nicht richtig, daß die drei benutzten Farben sich nicht gegenseitig beeinflussen. Im Gegenteil beeinflussen farbige Stoffe, wie gewöhnliche Farben und Pigmente, wenn sie auf die gleiche Zone bei einem der gesvöhnlichen Wiedergabeverfahren aufgebracht werden, gegenseitig ihre Farben in solchem Maße, daß die spektralen Eigenschaften der Grundfarben nicht während der ganzen Wiedergabe unveränderlich bleiben, sondern sich in verschiedenen Zonen ändern, auf welche die drei farbigen Stoffe in verschiedenen Verhältnissen aufgebracht worden sind. Hieraus folgt, daß die Grundfarben für keinen Teil der Wiedergabe dadurch identifiziert oder bestimmt werden können, daß lediglich jeder der besonderen benutzten farbigen Stoffe getrennt geprüft wird.
  • Die vorliegende Erfindung besteht darin, daß eine aus den drei oder mehr Farbkomponenten subtraktiv erzeugte, der Farbe des wiederzugeben den Gegenstandes entsprechende Farbenmischung mit einer solchen subtraktiv erzeugten Farbenmischung derelbei Farbkomponenten durch spektrophotometri sche Subtraktion verglichen wird, von welcher alle Farbkomponenten außer einer dieselbe Punktdichte und die eine Farbl;omponente eine von der entsprechenden Farbkomponente der ersten Farbenmischung ein wenig abweichende Punktdichte haben. Dabei versteht man unter spektrometrische Subtraktion folgendes: Die erhaltenen Farben werden mittels eines bekannen Spelitralphotometers gemessen und diese spektralen Werte voneinander, Wellenlänge für Wellenlänge, abgezogen.
  • Gemäß einer weiteren Ausgestaltung dieser Erfindung wird ein aus drei oder mehr übereinandergebrachten farbigen Teildrucken hergestellter Druck mit einem solchen ebenfalls aus drei oder mehr Teildrucken derselben Farbe hergestellten Druck in spektrophotometrischer Subtraktion verglichen, bei dem alle Teildrucke außer einem die gleiche Dichte und ein Teildruck eine von dem entsprecllenden Teildrucli des- ersten Druckes ein wenig abweichende Punktdichte hahen.
  • Sollen die zur besten Farbwiedergahe geeigneten Farbstoffe und einer Anzahl von gelben, anilinroten und blaugrünen Farbstoffen ausgewählt werden, so wird gemäß weiterer Ausgestaltung der Erfindung wie im Anspruch 3 angegeben verfahren.
  • Bei der Erfindung handelt es sich um eine praktische Methode, welche auf der vorher geschilderten Erkenntnis beruht, auf welche Weise die Grundfarben irgendeines Systems der Farbenwiedergabe bestimmt werden können, so daß es ermöglicht ist. sowohl die besten Farbenfilter auszusuchen als auch die besten farbigen Stoffe auszuwählen. um einerseits besondere Gegenstände sviederzugehen, und andererseits eine allgemeine Wiedergabe zu ermöglichen. Dies ist bisher bei sultraktiven Systemen der Farbensviedergabe nicht möglich gewesen.
  • Als besonderes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden ein Verfahren näher beschrieben, um die Grundfarben bei der Wiedergabe durch eine Druckerpresse zu bestimmen, bei welcher Halbtonplatten verwendet werden.
  • In der Zeichnung ist eine Einrichtung zur Ausübung des vorgenannten Verfahrens nach der Erfindung in einer Ausführungsform veranschaulicht.
  • Fig. I veranschaulicht eine dreieckige Halbtonplatte; Fig. 2, 3 und 4 l-eranschaulichen drei Abdrücke von der in Fig. I dargestellten Platte: Fig. 5 veranschaulicht einen Abzug, der dadurch gewonnen ist. daß die drei in Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Abdruck übereinandergebracht sind; Fig. 6 ist ein Diagramm der spektralen Energieverteilung, und zwar ist durch spektrophotometrische Kurven die spektrophotometrische Subtraktion dargestellt.
  • Die Einrichtung besteht aus einem Satz von Halbtonplatten, wie eine solche in Fig. I dargestellt ist. Jede Platte hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks, welches zwei Zonen hat, die geeignet sind, verschiedene Dichtigkeiten oder Töne einer Farbe zu drucken, die auf die Platte aufgebracht ist. Diese Zonen sind mit den gebräuchlichen Halbtonpunkten versehen, jedoch unterscheidet sich die Dichtigkeit der Punkte ein wenig in den beiden Zonen. Die Dichtigkeit der Punkte oder die Punktdichtigkeit soll als Verhältnis oder Prozentsatz irgendeiner gegebenen Zone bezeichnet werden, welche mit Farbe bedeckt ist, indem mit der in Frage kommenden Punktreihe gedruckt wird. Jede Platte hat eine Hauptzone m von einer Punktdichtigkeit und eine kleine Zone s von einer davon verschiedenen Punktdichtigkeit. Die Zone s stellt ein gleichseitiges Dreieck an einer Ecke der Platte dar, welches eine Fläche hat, die einem Viertel der Fläche der gesamten Platte entspricht. Ein Satz solcher Platten, von denen jede die in Fig. I dargestellte Form hat, kann für verschiedene Punl<tdichtigkeiten vorgesehen sein. Je geringer der Unterschied in der Punktdichtigkeit zwischen den Platten des Satzes ist, um so genauer sind die Ergebnisse, die erzielt werden können. Für praktische Arbeit ist es zweckmäßig, einen Satz von Platten entsprechend der in Fig. I dargestellten Platten vorzusehen, deren Punktdichtigkeiten in der folgenden Tabelle näher bezeichnet sind:
    Punktdichtigkeit Punktdichtigkeit
    der der Hauptzone,,, der kleinen Zone s
    Platte 1.. 0 3
    Platte 2.. 10 I3
    Platte 3.. 20 23
    Platte 4 30 35
    Platte 5.. 40 45
    Platte 6.. 50
    Platte 7.. 60 66
    Platte 8.. 70 78
    Platte 9.. 80 88
    Im folgenden soll nunmehr eine Anzahl besonderer Beispiele zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung mit Hilfe der erwähnten Platten geschildert werden.
  • Zunächst soll ein Beispiel der Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung erläutert werden, bei dem Angaben zur Berechnung und Bestimmung der spektralen Charakteristiken der Farbentrennungsfilter und Platten gewonnen werden, welche verwendet werden sollen, um einen besonderen Gegenstand wiederzugeben.
  • Der erste Schritt besteht darin, die Dichfigkeiten zu bestimmen, in welchen die drei farbigen Stoffe, die zur Herstellung der Wiedergabe benutzt werden sollen, kombiniert werden müssen, um die Farbe einer Zone des Gegenstandes wiederzugeben, welche als die Zone ausgewählt worden ist, in welcher die genaue Farbenwiedergabe am wichtigsten ist.
  • Dies kann durch Besichtigung der in Frage kommenden ausgewählten Zone durch eine Person bestimmt werden, welche in der Herstellung farbiger Halbtonwiedergaben geübt ist, oder es kann dies empirisch dadurch bestimmt werden, daß Abzüge hergestellt werden, welche übereinandergebrachte Abdrucke der drei farbigen Stoffe von Platten von verschiedenen Punktdichtigkeiten enthalten, bis ein Abzug gewonnen ist, der mit der Farbe der ausgewählten Zone des Gegenstandes zusammenpaßt. Bei dem empirischen Verfahren werden die Abzüge unter Bedingungen hergestellt, welche denjenigen gleichen, unter denen die Wiedergabe gedruckt werden soll.
  • Zur Erläuterung soll beispielsweise angenommen werden, daß beim Verfolgen des einen oder anderen der geschilderten Wege bestimmt ist, daß die in Frage kommende Zone des Gegenstandes unter den Bedingungen, unter denen die Wiedergabe gedruckt werden soll, dadurch zum Zusammenpassen gebracht werden kann, daß Abdrucke einer gelben Farbe von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 10 hat, einer anilinroten Farbe (Magentafarbe) von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 60 hat, und einer blaugrünen Farbe von einer Platte, welche eine Punktdichtigkeit von 20 hat, übereinandergebracht werden.
  • Der zweite Schritt besteht darin, daß dasjenige hergestellt wird, was als ein Differentialabzug bezeichnet werden kann. Dies kann wie folgt bewirkt werden: Ein Abdruck wird mit der Platte 2 hergestellt, die mit der zu benutzenden gelben Farbe gefärbt ist. Ein übereinandergebrachter Abdruck wird mit der Platte 7 hergestellt, die mit der zu benutzenden anilinroten Farbe gefärbt ist. Bei der Herstellung eines zweiten Abdrucks wird die Platte 7 durch einen Winkel von 1200 entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, so daß ihre Grundlinie jetzt die rechte Seite des gleichseitigen Dreiecks bildet. Ein dritter übereinandergebrachter Abdruck wird mit der Platte 3 hergestellt, welche mit der bei der Wiedergabe zu benutzenden blaugrünen Farbe gefärbt ist. Diese Platte wird ebenfalls durch einen Winkel von I20°, jedoch im Uhrzeigersinn, gedreht, so daß ihre Grundlinie die linke Seite des gleichseitigen Dreiecks bildet.
  • Die drei Abdrucke sind getrennt in Fig. 2, 3 und * dargestellt, um die Art anzugeben, in welcher die drei Platten bei der Herstellung der Abdrucke gedreht sind, obwohl die abdruck natürlich nicht als nicht übereinandergebrachte Abzüge bei der Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung hervorgerufen sind. Der Differentialabzug, der durch Ubereinanderbringen der drei in Fig. 2, 3 und 4 veranschaulichten Abdrucke hervorgerufen ist, ist schematisch in Fig. 5 dargestellt.
  • Der Grund für das Drehen der Platten bei der Herstellung des Differentialabzuges besteht darin, daß die RasteIlinien der verschiedenen Abdrude um Winkel von 30 gegeneinander versetzt werden sollen, wie dies beim Farbendruclien von Halbtonplatten gebräuchlich ist, um Moiréwirkungen zu vermeiden. Die anderen Bedingungen, welche beim Drucken der Wiedergabe bestehen, werden ebenfalls bei der Herstellung des Differentialabzuges innegehalten. So wird die Untergrundbedingung, die bei der Wiedergabe vorhanden ist, dadurch befolgt, daß der Differentialabzug auf dem gleichen Papier oder auf der gleichen sonstigen Fläche bewirlit wird, wie es oder wie sie bei der Wiedergabe benutzt werden soll. Wenn bei der Wiedergabe ein Abdruck in schwarzer Farbe mit den Abdruclsen der farbigen Stoffe kombiniert werden soll, wie bei dem irrtümlicherweise, aber allgemein als Vierfarbenverfahren bezeichneten Verfahren, dann wird bei der Herstellung des Differentialabzuges ein schwarzfarbiger Abdruck: von der Punktdichtigkeit des bei der Wiedergabe der in Frage kommenden Zone zu benutzenden Schwarzfarbenabdrucks mit den drei Buntfarbenabdrucken kombiniert.
  • Der in Fig. 5 dargestellte Differentialabzug besteht aus vier verschiedenfarbigen Abzügen oder dreieckigen Zonen A, B, C und D, in denen die Punktdichtiglieiten der drei farbigen Stoffe die folgenden sind:
    Pnnktdichtig- Punktdichtig- Punktdicliüg-
    Zone keit der gelben keit der anilin- keit der blau-
    Farbe roten Farbe grünen Farbe
    A 10 69 20
    B I3 60 20
    C Io 66 70
    D Io 60
    Es sei hemerlit, daß die Dichtigkeiten der Farben in der Zone A diejenigen sind. die bei dem ersten Schritt bestimmt waren. so daß die Zone mit der Zone des Gegenstandes zusammenpaßt. welche als diejenige Zone ausgewählt war, in welcher eine vollkommene Farbenwiedergabe am wichtigsten war.
  • Der dritte Schritt besteht darin, daß die Grundfarben des Systems für die Zone 4 bestimmt werden. Dies wird dadurch bewirkt, daß die Farben jeder der Zonen B, C und D mit der Farbe der Zone J spektrophotometrisch, Wellenlänge für Wellenlänge, vergleichen werden. Die Farbe der Zone B gibt die Wirkung des Hinzufügens eines kleinen Zusatzes von gelber Farbe zu der Kombination der Farben auf der Zone 4 an. Dies bedeutet, daß von der Farbe der Zone 4 eine kleine Nilenge von blauem Licht genommen wird. Dieses Licht ist eine der Grundfarbe für die Zone 4, nämlich die hlaue Grundfarbe.
  • Um die spelitrale Eigenschaft der vorgenannten Grundfarbe möglichst genau zu l>estimmen, wird die spektrale Energieverteilungskurve der Zone B von der spektralen Energieverteilungskur'.e der Zone 4 subtrahiert. Eine solche Subtraktion ist in Fig. G angegeben, in welcher graphisch zwei spektrophotometrische oder spektrale Energieverteilungskurven a und b dargestellt sind welche so betrachtet werden können, als ol sie die spektralen Eigenschaften von weißem Licht erklären, das von den Zonen al und B reflektiert wird. Das Ergebnis des Subtrahierens der Kurve b von der Kurve a ist in der Kurve p dargestellt. deren Ordinate bei jeder Wellenlänge die Differenz zwischen der Ordinate der Kurve a und der Ordinate der Kurve b bei der erwähnten Wellenlänge ist. Die Kurve 15 ist eine spektrophotometrische oder spektrale Energieverteilungskurve der blauen Grundfarbe, welche die spektrale Eigenschaft dieser Grundfarbe angibt.
  • In ähnlicher Weise wird die spektrale Eigenschaft der grünen Grundfarbe für die Zone A durch spektrophotometrische Subtraktion der Farbe der Zone C von der Farbe der Zone ii gewonnen, und diejenige der roten Grundfarbe für die Zone 4 wird durch ähnliche Subtraktion der Farbe der Zone D von der Farbe der Zone 4 gewonnen. Die spel;-tralen Eigenschaften der blauen grünen und roten Grundfarben für die Zone A weichen. wie beobachtet werden kann, und zwar in manchen Fällen in erheblichem Maße, von den spektralen Eigenschaften der blauen, grünen und roten Farben ab, welche die Komplementärfarben gegenüber den Farben der einzelnen Farbstoffe darstellen und von denen bisher irrtümlicherweise angenommen wurde, daß sie die Grundfarben eines solchen Wiedergabesystems bilden.
  • Je geringer die Differenz in der Punktdichtigkeit zwischen den beiden Zonen jeder Platte ist, um so genauer ist die Bestimmung der spektralen Eigenschaft der Grundfarben für die in Frage kommende Zone. Für praktische Arbeit muß jedoch die Differenz in der Punktdichtigkeit genügend groß sein, um meßbar verschiedene Farben in der Zone A und in den Zonen B, C und D hervorzurufen.
  • Sie ist vorzugsweise genügend groß, um sichtbare Unterschiede in der Farbe hervorzurufen, denn nach genügender Übung kann -sich ein Sachverständiger bezüglich der Beschaffenheit der Grundfarben dadurch unterrichten, daß er durch Beobachtung die Zonen B, C und D mit der Zone A vergleicht, ohne daß eine spektrophotometrische Subtraktion vorgenommen werden muß.
  • Es sei bemerkt, daß die in dieser Weise bestimmten Intensitäten der Grundfarben mit einer Zunahme in der Differenz der Punktdichtigkeit zwischen den beiden Teilen jeder Platte zunehmen. Die andere Charakteristik jeder Grundfarbe, nämlich ihre spektrale Eigenschaft, welche ihre vorherrschende Wellenlänge und Reinheit und ihre trichromatischen Koeffizienten bestimmt, wird jedoch nicht merklich durch Änderungen in dieser Differenz beeinflußt, solange die Differenz gering ist. Die Intensität der Grundfarben ist unwesentlich, ausgenommen zur Erleichterung der Beobachtung und Messung der Grundfarben, da sie einen Faktor darstellt, welcher nicht bei der Bestimmung der spektralen Empfindlichkeiten der Farbentrennungsempfänger, die durch die Grundfarben erfordert werden, gebraucht wird.
  • Von den durch das beschriebene Verfahren bestimmten spektralen Eigenschaften der Grundfarben können die spektralen Charakteristiken der Farbentrennungsfilter und Platten, welche benutzt werden sollen, um eine vollkommene Farbenwiedergabe in der in Frage kommenden Zone zu erzielen, durch Berechnung bestimmt werden. Diese Berechnung erfolgt nach dem Verfahren, wie es z. B. in »Journal of the Optical Society of America«, Bd. 27, S. 229 u. 230 (Hardy und Würzburg), angegeben ist.
  • Im folgenden soll nunmehr ein Beispiel der Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung zum Bestimmen einer Farbe für die-Farbenwiedergabe gegeben werden. Bei diesem Beispiel soll angenommen werden, daß eine normale anilinrote Farbe und eine-normale blaugrüne Farbe verwendet werden sollen, und daß es erwünscht ist, die bessere von zwei augenscheinlich gleichmäßig wünschenswerten gelben Farben auszuwählen. Das Verfahren wird wie folgt durchgeführt: Bei der Benutzung der ersten der beiden gelben Farben mit den beiden gewöhnlichen Farben werden die Grundfarben für eine Anzahl verschiedener Dichtigkeitskombinationen der drei Farben, beispielsweise der folgenden Kombinationen benutzt:
    Punktdich- Punktdich- Punktdich-
    Kombi- tigkeit der tigkeit der tiogkeit der
    nation der anilinroten blaugrünen
    I 70 o o
    2 0 70 o
    3 o o 70
    4 70 70 o
    5 o 70 70
    6 70 o 70
    7 10 10 Io
    8 70 70 70
    Die Grundfarben für die-ersten sechs Kombinationen können für übereinandergebrachte Abdrucke der drei Farben von den Platten I und 8 bestimmt werden. Für die siebente Kombination wird jede Farbe von der Platte 2 gedruckt, und für die achte Kombination wird jede Farbe von der Platte 8 gedruckt.
  • Es sei bemerkt, daß die Farben der ersten sechs Kombinationen verhältnismäßig rein sind, jedoch sich in erheblichem Maße bezüglich der vorherrschenden Wellenlänge unterscheiden, während die Farben der siebergten und achten Kombinationen grau in verschiedenen Stärken sind. Die achte Kombination stellt daher Farben von einer erheblichen Mannigfaltigkeit bezüglich der vorherrschenden Wellenlänge und Reinheit dar.
  • Die spektralen Eigenschaften der drei Grundfarben für jede dieser acht Kombinationen werden durch Subtraktion in der bereits beschriebenen Weise bestimmt.
  • Das ganze Verfahren wird dann wiederholt, und zwar wird die zweite der beiden gelben Farben mit den beiden gewöhnlichen Farben benutzt, und es werden die spektralen Eigenschaften der drei Grundfarben für jede der acht Kombinationen in der gleichen Weise bestimmt.
  • Die beiden Sätze der Grundfarben werden dann verglichen, um festzustellen, wie weit die acht Werte in jedem Satz von der Gleichförmigkeit in den Faktoren der vorherrschenden Wellenlänge und Reinheit abweichen. Die gelbe Farbe, welche den gleichförmigeren Satz der Grundfarben hervorbrachte, wird dann als diejenige ausgewählt, welche, wenn sie mit den gewöhnlichen anilinroten und blaugrünen Farben benutzt wird, die bessere Wiedergabe über die ganze Farbenskala ergibt.
  • Die beiden geschilderten Verfahren sollen nur als Beispiele für die Verwirklichung der vorliegenden Erfindung gelten. So kann die Erfindung dazu dienen, die spektralen Eigenschaften der Grundfarben für eine Anzahl besonders wichtiger oder vorherrschender Zonen in einer besonderen Wiedergabe zu bestimmen, und die Ergebnisse können benutzt werden, um sowohl die spektralen Charakteristiken der zu benutzenden Farbentrennungsfilter zu berechnen als auch die besten Farben zur Wiedergabe des besonderen Gegenstandes auszuwählen.
  • Die besonderen Verfahren, welche beispielsweise erläutert worden sind, können in manchen Einzelheiten geändert werden. So können Platten von abweichenden Punktdichtigkeiten von den Platten I bis S verwendet werden, und die Differenz in der Punktdichtiglieit zwischen den beiden Teilen jeder Platte kann von denjenigen verschieden sein, die in dem betreffenden Beispiel gegeben sind. Im allgemeinen ist es erwünscht, daß die Differenz in der Punktdichtigkeit zwischen den beiden Teilen einer Platte in dem Falle der Platten von höherer Punktdichtigkeit größer ist als in dem Fall der Platten von geringerer Punktdichtigkeit, jedoch ist dies nicht wesentlich. Die Form der Platten kann ebenfalls geändert werden, obwohl es, wie oben dargelegt ist, vorteilhaft ist, im Halbtonsystem unter Verwendung der dreiekigen Form zu arbeiten.
  • Die Erfindung kann auch bei anderen Farbenwiedergabeverfahren als bei der Halbtonmethode unter Benutzung einer Druckerpresse verwendet werden. Der Sachverständige wird leicht verstehen, in welcher Weise die Dichtigkeit der drei farbigen Stoffe zu überwachen ist, die bei irgendeinem Verfahren der Farbenwiedergabe benutzt werden. So würde beispielsweise beim Gravieren die Dichtigkeit durch die Filmdicke bestimmt werden, und bei Färbevorgängen würde sie durch Konzentration der Färbung bestimmt werden. Bei allen Verfahren wird die Erfindung in der Weise angewendet, daß Farbkombinationen hervorgerufen werden, um die Grundfarben in der gleichen Weise zu bestimmen, wie bei dem Verfahren, bei dem die farbigen Stoffe kombiniert werden, um die xvirkliche Wiedergabe herbeizuführen, und es soll das in den folgenden Ansprüchen verwendete Wort Kombination so verstanden werden, daß es auf eine so hervorgerufene Kombination beschränkt ist.
  • PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zum Bestimmen der Grundfarbe bei der subtraktiven Farbenphotographie oder beim Mehrfarbendruck, dadurch gekennzeichnet, daß eine aus den drei oder mehr Farbkomponenten subtraktiv erzeugte, der Farbe des xviederzugebenden Gegenstandes entsprechende Farbenmischung mit einer solchen subtraktiv erzeugten Farbenmischung derselben Farbkomponenten durch spektrophotometrische Subtraktion verglichen wird, von welcher alle Farhkomponenten außer einer dieselbe Punlitdichte und die eine Farbkomponente eine von der entsprechenden Farbkomponente der ersten Farbenmischung ein wenig abweichende Punktdichte haben.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch I zum Bestimmen einer Grundfarbe für Farbenwiedergabe durch Drucke. dadurch gekennzeichnet, daß ein aus drei oder mehr übereinandergebrachten farbigen Teildrucken hergestellter Druck mit einem solchen ebenfalls aus drei oder mehr Teildrucken derselben Farbe hergestellten Druck in spektrophotometrischer Subtraktion verglichen wird, bei dem alle Teildruclie außer einem die gleiche Dichte und ein Teildruck eine von dem entsprechenden Teildruck des ersten Druckes ein wenig abweichende Punktdichte haben.
    3. Verfahren zum Auswählen von zur besten Farbwiedergabe geeigneten Farbstoffen aus einer Anzahl von gelben, anilinroten (Magenta) und blaugrünen Farbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß ein erster Rombinationssatz einer der gelben Farben, einer der anilinroten Farben und einer der blaugrünen Farben hergestellt wird, wobei die relativen Dichtigkeiten dieser drei Farben in den verschiedenen Kombinationen des Satzes so abgeändert werden, daß sich die Farben der Kombinationen bezüglich der vorherrschenden Wellenlänge und Reinheit stark voneinander unterscheiden, worauf die spektralen Eigenschaften jeder Grundfarbe für jede Kombination des Satzes mittels des Verfahrens nach Anspruch I bestimmt werden, worauf ferner ein zweiter ähnlicher Kombinationssatz einer gelben Farbe, einer anilinroten Farbe und einer blaugrünen Farbe hergestellt wird, wobei mindestens eine dieser Farben bei der Herstellung des ersten Kombinationssatzes nicht benutzt wurde; es folgt die Bestimmung der spektralen Eigenschaften jeder der Grundfarben für jede Kombination des zweiten Satzes mittels des Verfahrens nach Anspruch I. die Auswahl der gelben, anilinroten und blaugrünen Farben, die bei der Herstellung einer der beiden Sätze benutzt wurden, dessen Grundfarben bei der so durchgeführten Bestimmung ihrer spektralen Eigenscha£ ten ergeben haben, daß sie in bezug auf Wellenlänge und Reinheit den größten Gleichförmigkeitsgrad aufweisen.
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