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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Zweikomponentenfaser mit einem
Gewichtsanteil von einer Kernkomponente und einem Gewichtsanteil
von einer Hüllkomponente,
umfassend: 25–75
Gew.-% eines Kernpolymers, das ein Gemisch von PET und 0,01–10,0 Gew.-%
funktionalisiertem Ethylen-Copolymer umfasst, und 25–75 Gew.-%
eines Hüllpolymers,
das Polyethylenpolymer umfasst, wobei das Hüllpolymer und das Kernpolymer
insgesamt 100 Gew.-% ausmachen; wobei das funktionalisierte Ethylen-Copolymer
0,5 bis 50 Mol-% einer Verbindung mit mindestens einer Carboxylgruppe
oder mindestens einem Derivat einer Carboxylgruppe enthält und ein
pfropfmodifiziertes Ethylenpolymer oder ein polymerisiertes Ethylen-Copolymer
ist, das ein copolymerisiertes carboxylgruppenhaltiges Comonomer
oder ein copolymerisiertes Derivat eines carboxylgruppenhaltigen
Comonomers enthält.
Insbesondere kann die Hülle
ein Ethylen-Homopolymer oder ein Ethylen-Copolymer sein und gegebenenfalls,
basierend auf dem Gesamtgewicht des Hüllpolymers, 0,01 Gew.-% bis
10 Gew.-% einer Verbindung enthalten, die sowohl eine ethylenische
Ungesättigtheit
als auch eine Carboxylgruppe enthält. Die Ethylenpolymerhülle kann
aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE), linearem Polyethylen niedriger
Dichte (LLDPE) oder Polyethylen hoher Dichte (HDPE) bestehen.
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Kombinationen
aus pfropfmodifiziertem Polyethylen und einem anderen Polyolefin
sind bekannt. Die Europäischen
Patentanmeldungen 0 465 203 und 0 311 860 offenbaren Zweikomponentenfasern,
die einen Polyester- oder Polyamidkern und eine Hüllkomponente,
welche entweder aus einem Gemisch von pfropfmodifiziertem Polyethylen
mit Homo-Polyethylen oder aus einem Copolymer aus geradkettigem
Polyethylen-Copolymer niedriger Dichte besteht. Eine vorgeschlagene
Verwendung ist die Herstellung von gekrempeltem, hitzegebundenem
Faservlies. Das Ethylen-Copolymer aus EP'860 besteht aus Ethylen und mindestens
einem Bestandteil ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus einer ungesättigten Carbonsäure und
einem Derivat der genannten Carbonsäure und einer Carbonsäure und
einem Carbonsäure-Anhydrid.
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GB-A-2
125 458 offenbart ein thermisch gebundenes faseriges Gewebe, welches
im Wesentlichen aus einer Zweikomponentenfaser, die einen Polyester
oder eine Polyamidkomponente enthält und einer zweiten Komponente,
die hauptsächlich
aus einem linearen Polyethylen niedriger Dichte besteht, welches
eine Dichte im Bereich von 0,910 bis 0,940 g/cm3 hat,
besteht. Das Gewebe kann auch eine Matrix-Faser beinhalten. Zweikomponentenfasern,
die einen Kern aus PET und eine Hülle aus einem Gemisch von einem
Polyolefin-Homopolymer und pfropfmodifiziertem Polyethylen haben,
sind von der Hoechst Celanese Corp. unter der Marke CELBOND, zum
Beispiel CELBOND T-255, kommerziell erhältlich.
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Die
Erfahrung hat gezeigt, dass die Kern-Hülle-Haftung bei Zweikomponentenfasern
mit einem PET-Kern/Polyolefin-Hülle
ein Problem darstellt. Dies ist nicht überraschend, da Polyethylen
und PET miteinander unverträglich
sind.
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Insbesondere
hat die Erfahrung mit einer Zweikomponentenstapelfaser aus LLDPE-Hülle/PET-Kern-Konfiguration
ein Ablösen
des äußeren Teils
der Faser gezeigt, anscheinend aufgrund der Einwirkung der Kardendrähte beim
Verarbeiten auf der Krempelmaschine.
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Es
besteht ein Bedürfnis,
eine Stapelfaser zu entwickeln, die verwendet werden kann für thermisch gebundene
faserige Gewebe, welche eine verbesserte hitzeverschweißbare Zweikomponentenfaser
bereitstellt, die nicht nur die Festigkeit des Gewebes vergrößert, sondern
auch das Ablösungsproblem
im Zusammenhang mit dem äußeren Teil
der Faser in Krempelmaschinen, vermeidet.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung wird eine Zweikomponentenfaser zur Verfügung gestellt, die
einen Gewichtsanteil von einer Kernkomponente und einen Gewichtsanteil
von einer Hüllkomponente
hat, umfassend: 25–75
Gew.-% eines Kernpolymers, das ein Gemisch von PET und 0,01–10,0 Gew.-%
funktionalisiertem Ethylen-Copolymer umfasst, und 25–75 Gew.-%
eines Hüllpolymers,
das Polyethylenpolymer umfasst, wobei das Hüllpolymer und das Kernpolymer
insgesamt 100 ausmachen; wobei das funktionalisierte Ethylen-Copolymer
0,5 bis 50 Mol-% einer Verbindung mit mindestens einer Carboxylgruppe
oder mindestens einem Derivat der Carboxylgruppe enthält und ein
pfropfmodifiziertes Ethylenpolymer oder ein polymerisiertes Ethylen-Copolymer
ist, das ein copolymerisiertes carboxylgruppenhaltiges Comonomer
oder ein copolymerisiertes Derivat eines carboxylgruppenhaltigen
Comonomers enthält.
Das funktionalisierte Ethylen-Copolymer im Kern hilft, die Hülle an den
Kern der Zweikomponentenfaser zu binden. Die Hüllkomponente kann auch mit bis
zu 10 Gew.-% des Ethylen-Copolymers funktionalisiert sein, oder
sie kann unfunktionalisiertes Ethylen-Copolymer enthalten.
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Der
PET-Kern enthält
immer das funktionalisierte Ethylen-Copolymer. Die Polyethylenhülle kann
ein oder mehrere HDPE, LDPE oder LLDPE enthalten, und kann ebenfalls
das funktionalisierte Ethylen-Copolymer enthalten. Das funktionalisierte
Ethylen-Copolymer
kann HDPE, LDPE oder LLDPE sein, oder eine Kombination von diesen
mit einer Carboxylverbindung oder einem Derivat einer Carboxylverbindung.
Folglich kann die Hülle
zum Beispiel HDPE plus die Carboxyl- oder das Derivat der Carboxylverbindung
enthalten, während der
PET-Kern ebenfalls HDPE plus die Carboxyl- oder ein Derivat der
Carboxylverbindung enthalten kann. Die folgende Tabelle veranschaulicht
die verschiedenen Kombinationen.
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Die
Möglichkeiten
sind folglich im Kern PET + 8 verschiedene funktionalisierte Ethylen-Copolymere, in Kombination
mit 12 verschiedenen Hüllkomponenten,
von denen nur vier nicht funktionalisiert sind (ohne Carboxylverbindung
oder Derivat einer Carboxylverbindung). Die Carboxylverbindung oder
das Derivat einer Carboxylverbindung wird normalerweise auf das
Polyethylen gepfropft, aber andere Herstellverfahren sind ebenfalls
im Schutzumfang der vorliegenden Erfindung.
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Funktionalisiertes
Ethylen-Copolymer wird hierin definiert als ein pfropfmodifiziertes
Ethylenpolymer oder ein polymerisiertes Ethylen-Copolymer, enthaltend
eine copolymerisierte Carboxylgruppe (oder Derivat einer Carboxylgruppe),
die Comonomer enthält.
Funktionalisierte Ethylen-Copolymere zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung sind von verschiedenen kommerziellen Quellen erhältlich,
so auch von Dow Chemical, Midland MI. Das am meisten bevorzugte
funktionalisierte Ethylen-Copolymer wird unter der ASPUN-Marke von DOW
CHEMICAL USA vertrieben. Diese pfropfmodifizierten, im Wesentlichen
linearen Ethylenpolymere werden in den US-Patenten 4,394,485; 4,460,632; 4,460,745;
4,487,885; 4,950,451; und 5,346,963 gelehrt.
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Funktionalisierte
Ethylen-Copolymere enthalten Carboxylgruppen, welche als angehängte Gruppen an
die Hauptkette oder angehängt
an Comonomere, welche in die Polyethylenkette eingebaut sind, vorhanden sind.
Funktionalisiertes Ethylen-Copolymer bedeutet hier, dass von 0,5
Mol-% bis 50 Mol-% einer Verbindung vorhanden sind, welche mindestens
eine Carboxylgruppe oder mindestens ein Derivat einer Carboxylgruppe wie
ein Ester, ein Anhydrid oder ein Salz aufweist.
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Das
funktionalisierte Ethylen-Copolymer kann auch ein funktionalisiertes
lineares Polyethylen sein, z. B. Polyethylen niedriger Dichte (LDPE),
lineares Polyethylen niedriger Dichte (LLDPE), Polyethylen hoher Dichte
(HDPE), mit der Carboxylverbindung oder dem Derivat einer Carboxylverbindung.
Solche Polymere werden aufgrund der überwiegenden Abwesenheit von
verzweigten Ketten von polymerisierten Monomereinheiten, welche
an der Hauptkette hängen,
als „linear" bezeichnet. Eine
Ausführungsform
umfasst ein lineares Ethylenpolymer, worin Ethylen zusammen mit
geringen Mengen von alpha-, beta-ethylenisch ungesättigten
Alkenen, welche 3 bis 12, bevorzugt 4 bis 8 Kohlenstoffatome pro
Alkenmolekül
aufweisen, copolymerisiert worden ist. Die Menge des Alken-Comonomers
dieser einen Ausführungsform
ist im Allgemeinen ausreichend, um die Dichte des Polymers im Wesentlichen
im gleichen Dichtebereich wie LDPE zu halten, aufgrund der Alkylseitenkette
an dem Polymermolekül,
dennoch bleibt das Polymer in der Klassifikation: „linear"; sie sind hiermit eingeschlossen
in die Definition von linearem Polyethylen niedriger Dichte.
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Die
im Wesentlichen linearen Ethylenpolymere, die als funktionalisierte
Ethylenpolymere verwendet werden, die im PET verwendet werden, genauso
wie Polyethylen, das in dieser Erfindung in der Hülle verwendet
wird, sind bekannt und deren Methoden der Herstellung werden in
den U.S.-Patenten 5,272,236 und 5,278,272 ausführlich beschrieben. Hier bedeutet „im Wesentlichen
linear", dass die
Polymerhauptkette ersetzt wird durch 0,01 langkettige Verzweigungen/1000
Kohlenstoffatome bis 3 langkettige Verzweigungen/1000 Kohlenstoffatome,
bevorzugt von 0,01 langkettige Verzweigungen/1000 Kohlenstoffatome
bis 1 langkettige Verzweigungen/1000 Kohlenstoffatome, besonders
bevorzugt von 0,05 langkettige Verzweigungen/1000 Kohlenstoffatome
bis 1 langkettige Verzweigungen/1000 Kohlenstoffatome. Langkettige
Verzweigung wird hier definiert als eine Kettenlänge von mindestens 6 Kohlenstoffatomen,
oberhalb dessen die Länge nicht
unterschieden werden kann mittels C13 Kern-Magnet-Resonanzspektroskopie,
dennoch kann die langkettige Verzweigung ungefähr die gleiche Länge haben
wie die Länge
der Polymerhauptkette. Diese einzigartigen Polymere (im Folgenden „im Wesentlichen
lineare Ethylenpolymere" genannt)
werden mittels "Zwangs-Geometrie-Katalysatoren" hergestellt (im
Wesentlichen lineares Ethylen), und zeichnen sich durch enge Molekulargewichtsverteilung,
und, im Falle eines Interpolymers, durch enge Comonomerverteilung
aus. Hier bedeutet „Interpolymer" ein Polymer aus
zwei oder mehr Comonomeren, z.B. ein Copolymer, ein Terpolymer,
etc., oder, anderes ausgedrückt,
ein Polymer, entstanden durch die Polymerisierung von Ethylen mit mindestens
einem anderen Comonomer. Andere grundlegende Eigenschaften dieser
im Wesentlichen linearen Ethylenpolymere beinhalten einen niedrigen
Restgehalt (z.B. geringe Konzentrationen in dem im Wesentlichen
linearen Ethylenpolymer des Katalysators, welcher zur Polymerherstellung
verwendet wurde, unreagierte Comonomere und Oligomere mit niedrigem
Molekulargewicht, welche im Verlauf der Polymerisierung entstehen)
und ein kontrollierter molekularer Aufbau, welcher für gute Verarbeitbarkeit
sorgt, obwohl die Molekulargewichtsverteilung eng im Vergleich zu
konventionellen Olefinpolymeren ist. Während die bei der Nacharbeitung
dieser Erfindung verwendeten im Wesentlichen linearen Ethylenpolymere
im Wesentlichen lineare Ethylenhomopolymere umfassen, können die
in der Praxis dieser Erfindung verwendeten im Wesentlichen linearen
Ethylenpolymere bevorzugt Copolymere sein, welche zwischen 95 und
50 Gew.-% Ethylen und 5 und 50 Gew.-% von mindestens einem 1-Olefin-Comonomer,
besonders bevorzugt 10 bis 25 Gew.-% von mindestens einem 1-Comonomer
umfassen. Der alpha-Olefin-Comonomer-Gehalt wird mittels Infrarot-Spektroskopie gemessen,
nach der ASTM D-2238 Methode B. Gewöhnlich sind die im Wesentlichen
linearen Ethylenpolymere Copolymere von Ethylen und einem 1-Olefin
von 3 bis 20 Kohlenstoffatomen (z.B. Propylen, 1-Buten, 1-Hexen,
4-Methyl-1-Penten, 1-Hepten, 1-Okten, Styrol, etc.), bevorzugt von
3 bis 10 Kohlenstoffatomen, und besonders bevorzugt sind diese Polymere
ein Copolymer von Ethylen und 1-Okten.
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Das
Basispolyethylenpolymer, welches benutzt wird, um das bevorzugte
funktionalisierte Ethylen-Copolymer herzustellen wird hierin charakterisiert
als LLDPE, welches einen Schmelzindex im Bereich von 0,5 g/10 min
bis 200 g/10 min gemäß ASTM D-1238(E)
bei 190°C
und eine Dichte im Bereich von 0,92 g/cm3 bis 0.965
g/cm3, bevorzugt ein MFV von 7 g/10 min
bis 10 g/10 min und eine Dichte von 0.950 g/cm3 bis
0.960 g/cm3, hat. Die Anhydride- oder Säuregruppen
umfassen normalerweise 0.0001 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 0,01 bis
5 Gew.-% des LLDPE. Das bevorzugte funktionalisierte Ethylen-Copolymer
ist ein pfropfmodifiziertes lineares Polyethylen niedriger Dichte,
welches einen Schmelzindex von 6 bis 25 und eine Dichte von 0,92
bis 0.955 hat.
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Jede
ungesättigte
organische Verbindung, die mindestens eine ethylenische Ungesättigtheit
(z.B. mindestens eine Doppelbindung) und mindestens eine Carbonylgruppe
(-C=O), welche sich auf ein oben beschriebenes im Wesentlichen lineares
Ethylenpolymer aufpfropfen lässt,
aufweist, kann erfindungsgemäß benutzt
werden. Beispielhaft für
Verbindungen, die mindestens eine Carbonylgruppe enthalten, sind
die Carbonsäuren,
Anhydride, Ester und deren metallische und nicht-metallische Salze.
Bevorzugt enthält
die organische Verbindung eine ethylenische Ungesättigtheit,
welche konjugiert zu einer Carbonylgruppe ist. Beispielhafte Verbindungen
umfassen Malein-, Fumar-, Acryl-, Methacryl-, Itacon-, Croton-,
1-Methyl-Croton- und Zimtsäure und
deren Anhydride, Ester und Salzderivate, falls vorhanden. Maleinsäureanhydrid
ist die bevorzugte ungesättigte
organische Verbindung, welche mindestens eine ethylenische Ungesättigtheit
und mindestens eine Carbonylgruppe enthält.
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Der
Gehalt an ungesättigter
organischer Verbindung, in dem funktionalisierten Ethylenpolymer
in der gepfropften Ausführungsform
des Polymers beträgt
mindestens 0,01 Gew.-% und bevorzugt mindestens 0,05 Gew.-%, basierend
auf dem kombinierten Gewicht des Polymers und der organischen Verbindung.
Die maximale Menge an enthaltener ungesättigter organischer Verbindung
kann nach Belieben variieren, aber sie übersteigt 10 Gew.-%, bevorzugt
5 Gew.-%, besonders bevorzugt 2 Gew.-%, nicht. Die ungesättigte organische Verbindung
kann an das im Wesentlichen lineare Ethylenpolymer mittels aller
bekannten Verfahren gepfropft werden, wie nach der Methode aus U.S.
Patent 3,236,917 und 5,194,509.
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Die
bevorzugte Methode des Pfropfens wird in den U.S. Patenten 4,394,485
oder 4,460,632 oder 4,460,745 oder 4,487,885 oder 4,950,541 gelehrt.
Insbesondere wird das Verfahren durchgeführt durch die Verwendung eines
Doppelschnecken Extruders mit Entgasungsvorrichtung als Mischvorrichtung.
Das im Wesentlichen lineare Ethylenpolymer und die ungesättigte organische
Verbindung werden im Extruder bei Temperaturen, bei denen die Reaktanten
geschmolzen werden und in Anwesenheit eines freien Radikalinitiators gemischt
und miteinander reagiert. Bevorzugt wird die ungesättigte organische
Verbindung in eine Zone des Extruders injiziert, die unter Druck
steht.
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Alternativ
wird das funktionalisierte Ethylen-Copolymer gebildet durch Copolymerisierung
von Ethylen mit einer ungesättigten
Carbonsäure,
oder einem Derivat der genannten Carbonsäure, oder einem Carbonsäureanhydrid.
Beispielhafte Comonomere sind ungesättigte Carbonsäuren, wie
Acrylsäure
und Methacrylsäure;
Acrylsäureester,
wie Methylacrylat, Ethylarcylat, Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat
und 2-Hydroxyethylacrylat; Methacrylat; und ungesättigte Carbonsäureanhydride,
wie Maleinsäureanhydrid
und Itaconsäureanhydrid.
Das hierin beschriebene funktionalisierte Ethylen-Copolymer enthält ein oder
mehrere solcher Comonomere; folglich müssen diese Comonomere angemessen
kombiniert werden. Des Weiteren kann das hier verwendete funktionalisierte
Ethylen-Copolymer ein Copolymerisat von Ethylen und der genannten
Carbonsäureverbindung
sein, in einer alternierenden, zufälligen oder Blockform oder
als Mischung solcher Formen. Das Molverhältnis von Comonomer zu Ethylen
ist beschränkt
auf 0,1–5,0
Prozent in Bezug auf Ethylen aus Sicht der physi kalischen Eigenschaften
des Copolymer-Ethylens. In dem Fall, in dem das Copolymerisationsverhältnis weniger
als 0,1 Molprozent ist, ist die Haftung der PET-Matrix-komponente niedrig,
mit dem Ergebnis, dass in Krempelfasern, mit denen Faservlies geformt
wird, das Ablösproblem
wieder auftritt. Andererseits wird der Schmelzpunkt oder Erweichungspunkt
des PET extrem niedrig, wenn das Copolymerisierungsverhältnis größer als
5,0 Molprozent ist, was vom Festigkeitsstandpunkt und von der Hitzebeständigkeit
eines daraus geformten Gewebes her nicht wünschenswert ist.
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Das
bevorzugte funktionalisierte Ethylen-Copolymer ist ein im Wesentlichen
lineares Polyethylen niedriger Dichte, umfassend: ein im Wesentlichen
lineares Ethylen-Copolymer
gepfropft mit mindestens 0,01 Gew.-%, basierend auf dem Gewicht
des gepfropften Ethylen-Copolymers, einer ungesättigten organischen. Verbindung
enthaltend mindestens eine ethylenische Ungesättigtheit und mindestens eine
Carboxylgruppe oder mindestens ein Derivat einer Carboxylgruppe
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus einem Ester, einem Anhydrid und einem
Salz.
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In
einer Ausführungsform
ist das funktionalisierte Ethylen-Copolymer ein pfropfmodifiziertes
Polyethylen hoher Dichte (HDPE), worin das HDPE mit Maleinsäure oder
Maleinsäureanhydrid
gepfropft wurde, wodurch Bersteinsäuregruppen zur Verfügung gestellt
werden, die aus Bersteinsäureanhydridgruppen
stammen, die auf die Polymerhauptkette gepfropft wurden. Andere
Verbindungen, die sowohl ethylenische Ungesättigtheit als auch eine Carboxylgruppe
enthalten, können
ebenfalls mit einem Polyethylen verarbeitet werden.
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Das
am meisten bevorzugte funktionalisierte Ethylen-Copolymer ist ein
LLDPE enthaltend 1,2 % gepfropftes Maleinsäureanhydrid, hat einen Schmelzindex
von 12, eine Dichte von 0,953 und ist kommerziell erhältlich bei
DOW Chemical, Midland, MI unter der ASPUN-Marke.
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Das
in der Erfindung verwendete Hüllpolymer
kann ein Homopolymer sein, ist aber bevorzugt ein Ethylen-Copolymer
mit einer geringen Menge an ungesättigten Alkencomonomeren. Das
Hüllpolymer
kann eine Dichte im Bereich von 0,89 g/cm3 bis
0,97 g/cm3, bevorzugt 0,93 g/cm3 bis
0,96 g/cm3, haben. Für den Fachmann ist es offensichtlich,
dass die Dichte des Hüllpolymers
zu einem großen
Teil von dem/den besonderen Alken(en), welche(s) in das Polymer
eingeschlossen ist/sind, abhängt.
Das bevorzugte Polyethylen Hüllpolymer
umfasst eine geringe Menge mindestens eines ungesättigten
Alkens der Form C3–C12,
besonders bevorzugt von C4–C8,
wobei 1-Okten ist ganz besonders bevorzugt ist. Die Menge des genannten
Alkens kann 0,5 % bis 35 Gew.-%, bevorzugt 1 % bis 20 %, ganz besonders
bevorzugt 1 % bis 10 %, des Hüllpolymers
ausmachen. Das in der vorliegenden Erfindung verwendete LLDPE ist
ein normalerweise festes Polymer mit hohem Molekulargewicht, unter
Verwendung eines Katalysators vom Koordinationstyp hergestellt,
in einem Verfahren worin Ethylen homopolymerisiert wird. Der Schmelzindexwert
des Hüllpolyolefins
kann von 5 bis 50 g/10 Minuten variieren, gemessen nach ASTM D-1238(E).
Im Fall des LLDPE Copolymers, dessen Schmelzindex weniger als 1
g/10 Minuten beträgt,
wird die Fließfähigkeit
während
des Schmelzespinnens dermaßen
abgebaut, dass eine Zweikomponentenfaser nicht hergestellt werden
kann, es sei denn, die Spinngeschwindigkeit wird drastisch erniedrigt.
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Die
PET Kern/Hülle-Faser
(LDPE, LLDPE, HDPE) wird auf einem kommerziell erhältlichen
Zweikomponentenspinner in Kern-/Hülle-Konfiguration schmelzgesponnen.
Der PET-Kern wird bei 150 °C
unter Vakuum getrocknet. Die Polyethylenhülle wird in den Hüllextruder
gegeben, normalerweise ohne Trocknung. Eine Schneckenzuführung (z.B.
auger) führt
das funktionalisierte Polyethylen Polymer in einer vorbestimmten
Menge der Einfüllöffnung des
Kernextruders und/oder dem Hüllextruder
zu. Die Kernextruder-Schmelztemperatur wird bei ungefähr 280 °C gehalten.
Auf diese Weise werden das PET und das funktionalisierte Polyethylen
Polymer im Kernextruder gemischt. Wenn die Hülle ebenfalls funktionalisiertes
Polyethylen Polymer enthält,
wird es im Hüllextruder
gemischt. Die Hüllextruder-Schmelztemperatur
wird bei ungefähr
250 °C gehalten.
Die erhaltenen Zweikomponentenfilamente werden mit Luft von ungefähr 35 °C abgekühlt, mit
einem Spinnfinish behandelt und durch Zwickel aufgenommen und zu
einer Trommel (can) oder einem Wickler weitergeleitet.
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Das
gesponnene Garn des Zweikomponentenspinners wird dann zur Streckvorrichtung
weitergeleitet. Das Garn von den Trommeln (cans) oder Spulen wird
bei ungefähr
68 °C in
einer Rollenbank unter Verwendung von Hitze und konventionellem
Streckfinish als Streckhilfe gestreckt. Das gestreckte Garn wird über einige
Hitzefixierungsrollen bei ungefähr
105 °C geleitet,
in einer Kräuselbox
gekräuselt
und dann in einem Ofen bei ungefähr
110 °C getrocknet.
Das gekräuselte
Garn wird dann gewöhnlich
mit einem konventionellen Finish für nachgeordnete Verfahren versehen,
auf Stapelfaserlänge
(1/8''–7'')
[0.32–17,8
cm] geschnitten und gebündelt.
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Die
Kern-Hülle-Verhältnisse
(Gewichtsbasis) reichen von 25 % bis 75 % für den Kern und 25 % bis 75 %
für die
Hülle,
zusammen 100 %. Der PET-Kern ist kommerziell erhältlich, zum Beispiel konventionelles
Polyethylentherephthalat (PET), von Hoechst North America, Charlotte,
NC. Das hierin verwendbare PET hat im Allgemeinen einen I.V. von
0,4 bis 1,00 (gemessen in Orthochlorphenol) bei Standardbedingungen.
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Beispiele
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Es
wurden zwei Proben von 3 dpf (Denier pro Filament) Zweikomponentenstapelfasern
hergestellt. Die erste Probe, die Kontrolle, hatte eine Hülle/Kern-Konfiguration,
unter Verwendung von PET als Kern und LLDPE als Hülle, jeweils
50 Gew.-%. Die zweite Probe, die verbesserte Faser, hatte eine Hülle/Kern-Konfiguration,
unter Verwendung von PET als Kern und LLDPE als die Hülle, jeweils
50 Gew.-%. Allerdings, enthielten sowohl der Kern als auch die Hülle der
zweiten Probe 2 Gew.-% des funktionalisierten Haftmittels, nämlich eine Mischung
von 1 Gew.-% Maleinsäureanhydrid
gepfropft auf ein Polyethylen (im Allgemeinen ein Polyethylen hoher
Dichte -99 Gew.-%). Beide Proben wurden dann nach dem selben Verfahren
getestet. Jede Probe wurde gemischt mit einer 6 dpf Standard-PET
Stapelfaser in einem 75/25-Verhältnis (bico
zu PET) und 4 oz.(113,4 g) der Mischung wurden zweimal auf einer
Laborkräuselvorrichtung
(lab card) gekräuselt.
Abfallprodukte und Krümel
wurden unter dem Kräuseler
auf schwarzer Hartfaserplatte nur während des zweiten Durchgangs
gesammelt. Abfallprodukt, das lose Fasern enthielt, wurde von den
Krümeln
auf der Hartfaserplatte getrennt. Die auf den zwei Hartfaserplatten übriggebliebenen Krümel wurden
dann visuell beurteilt. Die verbesserte Faser, welche das funktionalisierte
Haftmittel enthält,
erzeugte merklich weniger Krümel
als die Kontrollfaser. Es wurde festgestellt, dass die Krümel hauptsächlich aus
Stücken
aus Hüllmaterial,
welches vom Kern getrennt wurde, bestanden.
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Damit
ist offensichtlich, dass, in Übereinstimmung
mit der Erfindung, eine Zweikomponentenfaser, welche die oben gestellte
Aufgabe, genannten Ziele und Vorteile voll erfüllt, bereitgestellt wurde.