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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Zeitmesser mit zumindest
einer Anzeige der Stunden und einer Anzeige der Minuten, wobei zumindest
eine dieser Anzeigen einen Anzeiger aufweist, der sich über eine
Zeitskala hinweg verschieben kann, die kreisbogenartig auf einem
Zifferblatt aufgezeichnet ist.
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Eine
solche Anordnung ist aus mehreren Dokumenten bekannt. Zum Beispiel
umfasst die im Dokument DE-A-296 07 071 beschriebene Uhr eine als retrograd
bezeichnete Minutenanzeige und eine in Schritten vorrückende Stundenanzeige.
In ähnlicher Weise
weist die im Dokument CH-A-33 813 vorgeschlagene Uhr eine retrograde
Stundenanzeige sowie eine Minutenanzeige auf, die eine oder zwei Scheiben
ausnutzt.
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In
letzterem Dokument ist die Uhr durch einen Stundenzeiger gekennzeichnet,
der sich vor der Stundenskala verschiebt, die kreisbogenartig auf dem
Zifferblatt aufgezeichnet ist, wobei dieser Zeiger ruckartig auf
den ersten Teilstrich zurückkehrt,
sobald er nach Erreichen des letzten Teilstrichs dort 60 Minuten
verweilt hat. Die Minuten werden auf zumindest einem beweglichen
Organ angezeigt, das sich unter dem Zifferblatt bewegt und durch
zumindest eine Öffnung
im Zifferblatt sichtbar ist. Bei diesem Aufbau verschiebt sich der
Zeiger jede Stunde um einen Teilstrich auf dem Zifferblatt, bis,
nachdem er bei der Zahl 12 angekommen ist und dort eine Stunde verweilt
hat, die Zunge einer Zahnstange, die sich mit einem den Zeiger tragenden
Ritzel im Eingriff befindet, zu der Stelle einer Nockenscheibe gekommen ist,
wo der Radius maximal ist. An diesem Punkt fällt die Zunge ruckartig auf
den Abschnitt der Nockenscheibe, die den kleinsten Radius besitzt,
was die ruckartige Rückkehr
des Zeigers zur Ziffer 1 der Stundenskala des Zifferblatts bewirkt.
Es sei bemerkt, dass eine Feder dauernd gegen die Zahnstange drückt, so
dass ihre Zunge ununterbrochen an der Nockenscheibe anliegt.
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Diese
retrograden Systeme sind, wie aus der kurzen Beschreibung einer
Ausführungsform
zu entnehmen war, verhältnismässig kompliziert,
da sie eine grosse Anzahl von Bauteilen beanspruchen, sie sind manchmal
schwierig einzuregeln und können
zu Störungen
Anlass geben. Man wird darüber
hinaus bemerken, dass sie Energie verbrauchen, denn um den Zeiger
ruckartig zu seinem Ausgangspunkt zurückzuführen, muss zuerst eine Feder
gespannt worden sein, was in nicht zu vernachlässigender Weise die Gangzeit
der Uhr verringert.
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Im
Dokument CH 165 551 ist bereits eine Anzeigevorrichtung vorgeschlagen
worden, deren Stundenskalen sich über den Aussenrand bzw. Innenrand eines
Fensters erstrecken, das als Kreisbogen von 180° im Zifferblatt eingelassen
ist, und gegenüber welchen
sich eine Scheibe bewegt, die zwei einander diametral gegenüberliegende
Zeiger trägt,
von denen einer nach aussen, der andere nach innen zeigt, und zwar
so, dass sich jeweils nur einer dieser Zeiger allmählich gegenüber den
beiden Skalen verschiebt. Der nicht arbeitende Zeiger kann ausserdem
unter einen Abschnitt des Zifferblatts zurückgezogen werden. Die Ablesung
einer solchen Vorrichtung ist nicht sehr direkt und verlangt eine
gewisse Gewöhnung, da
man immer erst feststellen muss, in welcher Richtung der Zeiger
zeigt.
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Eine
andere pseudoretrograde Anzeige ist im Dokument FR 647 409 vorgeschlagen
worden. Sie umfasst einen in 60 Teile unterteilten Kreisbogen, gegenüber welchem
sich nacheinander drei Räder
mit je vier Armen bewegen, wovon jeder eine Stundenziffer trägt. Jeder
dieser Arme ist schwenkbar auf einem Zacken eines Sterns mit drei
Zacken angebracht, der mit einer Umdrehung je drei Stunden angetrieben wird.
Ein Stift ist so in die Bahn der drei Räder gestellt, dass er bei jeder
Umdrehung des Sterns jedes der drei Räder um eine Vierteldrehung
weiterdreht, um so die Stundenziffer zu ändern, die sich dem in Minuten
unterteilten Kreisbogen gegenüber
bewegt. Wenn auch für
diese Vorrichtung bereits vorgeschlagen wird, dass die Zeiger um
eine Vierteldrehung gedreht werden, wird jedoch nicht der Gedanke
offengelegt, die Zeiger zu neutralisieren, während sie sich ausserhalb des
unterteilten Kreisbogens befinden, indem in diesem Falle diese Zeiger
durch das Zifferblatt verborgen werden, wenn sie nicht arbeiten.
Vor allem aber wird für
diese Vorrichtung überhaupt
kein Mittel der Verriegelung der drei Räder vorgeschlagen, so dass
die Anzeige, wenn sich eines der Räder unbeabsichtigt dreht, gänzlich gestört ist und
Reparatur durch einen Mechaniker erfordert.
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Der
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Zeitmesser mit einer
Minutenanzeigevorrichtung vom pseudoretrograden Typ, wie er in Anspruch 1
definiert wird.
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Der
Vorteil dieser Vorrichtung besteht darin, den Anzeiger in einer
Stellung, die ihn deutlich zeigt, deutlich ausser Funktion zu setzen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, eine ununterbrochene Verriegelung der
beiden Anzeiger zu gewährleisten,
wodurch keine unbeabsichtigte Verschiebung ermöglicht wird.
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Vorteilhafterweise
ist jeder der Anzeiger mit zwei einander diametral gegenüberliegenden
Zeigern fest mit einem Stern mit acht Zacken verbunden, der durch
eine Raste positioniert wird. So ermöglicht es die Raste, über die
durch die ortsfeste Nockenscheibe gewährleistete Verriegelung hinaus
die Reibung der Zacken des Sterns an der ortsfesten Nockenscheibe
zu vermeiden, wodurch eine Reibungsquelle ausgeschaltet wird, die
einen merklichen Energieverlust verursacht, da sie ununterbrochen
wirkt.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung wird nunmehr beispielhaft mit Hilfe der Zeichnung
beschrieben, in der
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1 eine
Draufsicht des erfindungsgemässen
Zeitmessers ist, die die Minutenanzeige ohne Maske zeigt,
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2 ist
eine Draufsicht des Zeitmessers der Erfindung mit Maske,
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3 ist
ein Schnitt, der hauptsächlich
das Minutenanzeigesystem zeigt,
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4 ist
ein Grundriss, der das Stundenanzeigesystem zeigt, und
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5 ist
eine vergrösserte
Unteransicht einer Variante der Ausführungsform des Antriebsmechanismus
der Minutenanzeiger.
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Wie
aus 1 ersichtlich, umfasst der Zeitmesser der Erfindung
eine Stundenanzeige 1 und eine Minutenanzeige 2.
Eine dieser Anzeigen weist einen Anzeiger 3 auf, der sich über die
Zeitskala 4 hinwegbewegen kann, die kreisbogenartig auf
ein Zifferblatt 5 gezeichnet ist. Die Erfindung beschränkt sich
aber nicht auf das Gesagte. So könnte
der Zeitmesser auch zum Beispiel die Sekunde und das Datum anzeigen.
Ebenso versteht es sich, dass beide Anzeigen, die der Stunden und
die der Minuten, aus einem Anzeiger bestehen könnten, der sich über Zeitskalen
hinwegbewegen kann, die kreisbogenartig auf ein Zifferblatt gezeichnet
sind. Wie dem auch sei, ist der Zeitmesser der Erfindung dadurch
originell, dass er eine Vorrichtung 6 umfasst, die durch
das Werk angetrieben wird, das er enthält. Diese Vorrichtung wird
weiter unten eingehend erklärt.
Sehr allgemein umfasst diese Vorrichtung eine Scheibe 7,
die sich immer in der gleichen Richtung und bevorzugt im Uhrzeigersinne
dreht. Diese Scheibe trägt
auf ihrer Peripherie einen ersten Anzeiger 8 und einen
zweiten Anzeiger 9, die einander diametral gegenüber liegen. Diese
Anzeiger sind so ausgeführt
und gesteuert, dass, wenn einer der beiden (das trifft auf den Anzeiger 8 der 1 zu)
auf die Skala 4 des Zifferblatts 5 weist, der
andere Anzeiger (das trifft auf den Anzeiger 9 der 1 zu)
weggezogen ist. So hat jeder Anzeiger abwechselnd eine erste Periode,
während
der er die Zeit anzeigt, und eine zweite Periode, während der
er wirkungslos ist.
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Im
weitesten Sinne bietet somit der Zeitmesser der Erfindung eine Anzeige,
die sich über
einen Kreisbogen erstreckt, ohne eigentlich eine retrograde Anzeige
zu sein, die dafür
bekannt ist, dass der Anzeiger ruckartig zu seinem Ausgangspunkt
zurückgebracht
wird, da sich der Anzeiger der Erfindung immer in der gleichen Richtung
dreht. Mit diesem neuen Konzept wird, wie schon weiter oben erwähnt, eine Konstruktion
vermieden, die Energie verbraucht und eine grosse Anzahl von Teilen
erfordert. Die Anzeige der Erfindung kann die Stundenanzeige, die
Minutenanzeige oder auch beide Anzeigen zusammen betreffen.
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Beispielhaft
wird nunmehr eine besondere Ausführungsform
der Erfindung beschrieben, wobei diese Ausführungsform durch die Zeichnung
veranschaulicht wird.
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In
diesem Beispiel umfasst der Zeitmesser eine Stundenanzeige 1 mit
einer Scheibe 10, auf der die Ziffern 11 der Stunden
angebracht sind, wobei diese Ziffern nacheinander in einem Fenster 12 erscheinen,
das im Zifferblatt 5 eingelassen ist. Dabei handelt es
sich um eine an sich bekannte Konstruktion. Diese Anzeige mit Stundenscheibe
könnte
vermittels bestimmter konstruktiver Vorkehrungen durch eine klassische
Anzeige mit Stunden- und Minutenzeiger ersetzt werden. Der Zeitmesser
umfasst weiter eine Minutenanzeige 2 mit der erfindungsgemässen Vorrichtung,
die mit Anzeigern 3 versehen ist, die sich über einem
Zifferblatt bewegen, das über
einen Halbkreis hinweg 60 Minutenteilungen 4 trägt.
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Wie
gut aus den 1 und 3 ersichtlich, ist
die Scheibe 7, die den ersten Anzeiger 8 und den zweiten
Anzeiger 9 trägt,
fest mit einem Rad 13 verbunden, das seinerseits über ein
Rohr 42 mit der Scheibe 7 verbunden ist. Dieses
Rad wird über
eine nicht dargestellte kinematische Verbindung durch das Werk des
Zeitmessers so angetrieben, dass es in zwei Stunden eine Umdrehung
ausführt.
Der erste Anzeiger 8 umfasst zwei Zeiger 14 und 15,
die einander gegenüber
angeordnet sind, während
der zweite Anzeiger 9 zwei Zeiger 16 und 17 umfasst,
die ebenfalls einander gegenüber
angeordnet sind. Jeder der Anzeiger 8 und 9 ist
drehbar in einem peripheren Bereich der Scheibe 7 montiert.
Der Anzeiger 8 ist fest mit einer Welle 18 verbunden,
die durch die Scheibe 7 hindurchgeht. Ein Malteserkreuz 20 mit
vier Balken 22 ist unter der Scheibe 7 an der
Welle 18 befestigt. In gleicher Weise ist der Anzeiger 9 fest
mit einer Welle 19 verbunden, die durch die Scheibe 7 hindurchgeht.
Ein Malteserkreuz 21 mit vier Balken 22 ist unter
der Scheibe 7 an der Welle 19 befestigt. Die Malteserkreuze 20 und 21 wirken
mit einer einzigen, feststehenden Nockenscheibe 31 zusammen,
die zwei Stifte 23 und 24 trägt. Die Stifte 23 und 24 sind so
angebracht, dass sie das Malteserkreuz und den Anzeiger, der ihm
zugeordnet ist, bei jedem Durchgang eines Anzeigers direkt unter
einem Stift um eine Vierteldrehung weiterdrehen. So ist, wie gut
aus 1 ersichtlich, der zweite Anzeiger 9 weggezogen,
wenn der erste Anzeiger 8 mit seinem Zeiger 14 auf
die Zeitskala 4 weist. Es versteht sich, dass diese Situation
sich nach einer halben Umdrehung der Scheibe 7 umkehrt,
das heisst, nach dieser halben Umdrehung zeigt dann der zweite Anzeiger 9 mit
seinem Zeiger 16 auf die Zeitskala 4, während der
erste Anzeiger 8 weggezogen ist. Nach dieser halben Umdrehung
ist der zwischen den Zähnen 44 und 45 des Malteserkreuzes 21 befindliche
Raum 43 nämlich
in den Stift 23 der Nockenscheibe 31 eingedrungen, was
den Anzeiger 9 um eine Vierteldrehung weiterbewegt. Desgleichen
ist nach dieser halben Umdrehung der zwischen den Zähnen 47 und 48 des
Malteserkreuzes 20 befindliche Raum 46 in den
Stift 24 der Nockenscheibe 31 eingedrungen, was
den Anzeiger 8 um eine Vierteldrehung weiterbewegt. In
anderen Worten zeigt der erste Anzeiger 8 mit seinem Zeiger 15 auf
die Mitte 25 der Scheibe 7, während er mit seinem Zeiger 14 auf
die Zeitskala 4 zeigt. Weiter ist, während der zweite Anzeiger 9 weggezogen
ist, die durch die Spitze 27 des Zeigers 16 und
die Spitze 28 des Zeigers 17 hindurchgehende Gerade 26 parallel zu
einer Geraden 29, die durch die Mitte 25 der Scheibe 7 läuft.
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Zum
Abschluss dieser Beschreibung werden noch bestimmte konstruktive
Einzelheiten angeführt, die
hauptsächlich
in den 3 und 4 veranschaulicht sind.
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Was
die Minutenanzeige betrifft, so zeigt 3, dass
die Nockenscheibe 31 mit zwei Stiften 23 und 24 auf
ein Kugellager R des Rohres 50 aufgeschraubt ist. Gut ist
auch ersichtlich, dass die Scheibe 7 über die Nockenscheibe 31 hinausragt
und dass das Ganze von der Maske 30 verdeckt wird. Das über das
Rohr 42 an der Nockenscheibe 7 angebrachte Rad 13 vollführt eine
Umdrehung in zwei Stunden und wird durch das Werk des Zeitmessers
angetrieben.
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Was
die Stundenanzeige 1 betrifft, so zeigen der Schnitt der 3 und
der Grundriss der 4, dass auf das Rohr 42 frei
ein weiteres Rohr 50 montiert ist, das seinerseits in eine
Platte 51 eingelassen ist. Auf dieses Rohr 50 ist
ein Stern 32 mit zwölf
Zacken frei montiert. Dieser Stern 32 trägt die Stundenscheibe 10,
auf der die Ziffern 11 der Stunden angebracht sind. Der
Stern 32 wird durch eine Raste 33 fortgeschaltet,
auf die eine Feder 52 drückt. Ein bei 53 angelenkter
Hebel 35 trägt
eine wegziehbare Klinke 34, die mit den Zacken des Sterns 32 zusammenwirken
kann. Eine Feder 36 drückt
auf den Hebel 35. Dieser Hebel 35 trägt noch
einen Stift 37, der mit einem Schneckennocken 38 zusammenwirkt,
der eine Umdrehung pro Stunde ausführt. Aus 4 kann man
verstehen, dass die Klinke 34 einen Zacken des Sterns 32 schiebt
und die Stundenscheibe 10 um einen Schritt vorwärtsbewegt,
wenn der Stift 37 in die Vertiefung der Schnecke 38 fällt. Bei
ihrer Drehung befreit die Schnecke 38 dann die Klinke 34 aus
den Zacken des Sterns 32, um eine Stunde später bereit zu
sein, den Stern 32 von neuem um einen Schritt weiterzuschieben
und die Scheibe 10 um eine Stunde vorwärts zu bewegen.
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In 5 ist
eine Variante der Ausführungsform
des Antriebsmechanismus der Minutenanzeiger 8 und 9 dargestellt,
in der die schon in Verbindung mit den vorangehenden Figuren beschriebenen
Elemente mit den gleichen Bezugszahlen bezeichnet sind.
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In
dieser Variante sind die Malteserkreuze 20 und 21 durch
Sterne mit acht Zacken ersetzt worden, die mit den Stiften 23 und 24 zusammenwirken,
um den Antrieb der Anzeiger 8 und 9 um je eine
Viertelumdrehung bei jedem Durchgang eines der Stifte 23 und 24 zu
gewährleisten. Übrigens
werden die Sterne durch zwei Rasten S festgehalten, die fest mit
der Scheibe 7 verbunden sind, solange sie nicht angetrieben
werden.
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Es
sei bemerkt, dass diese Ausführungsvariante
eine Herstellung der Nockenscheibe 31 mit grösseren Toleranzen
bezüglich
ihrer Konzentrizität ermöglicht,
was ihre Herstellung vereinfacht. Durch die Rasten S werden die
Stellungswechsel der Anzeiger 8 und 9 beschleunigt
und die Anzeiger nach jedem Stellungswechsel in ihrer Stellung stabilisiert.