-
HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung betrifft einen Mechanismus zum Aufbauen von Anrufen und
zur Verfügungstellen von
Diensten an Teilnehmer, wobei der Mechanismus den Betrieb eines
intelligenten Netzwerks verbessert.
-
Einem
Teilnehmer in einem Telekommunikationsnetzwerk, zum Beispiel in
einem drahtgebundenen Netzwerk oder einem Mobiltelefonnetzwerk, kann
eine große
Anzahl unterschiedlicher Diensten durch ein intelligentes Netzwerk
(Intelligent Network, IN) zur Verfügung gestellt werden. Solche
Dienste umfassen ein virtuelles privates Netzwerk (bzw. Virtual
Private Network, VPN) ein, das zwischen den zu einem lokalen Netzwerk
gehörenden
Teilnehmern zu verwendende Kurz(wahl)nummern und eine persönliche Nummer,
mittels der das intelligente Netzwerk die zu der persönlichen
Nummer getätigten
Anrufe in einer durch den Teilnehmer gesteuerten Weise neu geroutet
bzw. umgeleitet, ermöglicht.
Ein Beispiel für ein
derartiges intelligentes Netzwerk ist in den Empfehlungen der Q-1200 Serien der ITU-T
beschrieben, wobei die Empfehlungen Q-1210 bis Q-1219 eine Gruppe
von Merkmalen definieren, die CS-1 (Capability Set 1) genannt werden,
und Q-1220 bis Q-1229 eine Gruppe von Merkmalen definieren, die
entsprechend CS-2 genannt werden. Die Erfindung und ihr Hintergrund
werden unter der Verwendung der CorelNAP-Technik der ETS 300 374-1
Empfehlung beschrieben, aber die Erfindung kann auch in intelligenten
Netzwerken verwendet werden, die durch andere intelligente Netzwerkstandards
implementiert wurden.
-
Ein
grundlegendes Anrufzustandsmodell (Basic Call State Model (BCSM),
das in Verbindung mit einem intelligenten Netzwerk definiert ist,
beschreibt die unterschiedlichen Phasen einer Anrufsteuerung und
umfasst die Punkte (Points), in denen die Anrufsteuerung unterbrochen
werden kann, um einen Dienst (Service) des intelligenten Netzwerks
zu aktivieren. Es kennzeichnet die Erfassungspunkte (Detection Points)
im Anruf- und Verbindungsprozess, in denen die Objekte der Dienstlogik
des intelligenten Netzwerks mit Grund-, Anruf- und Verbindungsverwaltungsmerkmalen
interagieren können.
-
Bei
dem herkömmlichen
ohne die Unterstützung
eines intelligenten Netzwerkes stattfindende Anrufaufbau (Call Setup)
ziehen Telefonvermittlungen alle die Anrufrouting betreffenden Schlussfolgerungen
unabhängig.
Die Architektur des intelligenten Netzwerks enthält eine oder mehrere Dienststeuerfunktionen
(Service Control Functions, SCF). Eine Vorrichtung oder ein Netzwerkelement,
das die Aufgaben, die der SCF zugeordnet sind, durchführt, wird ein
Dienststeuerpunkt (Service Control Point, SCP) genannt. Im Bereich
der vorliegenden Anmeldung seien die SCF und der SCP identisch und
werden im Folgenden als der SCP bezeichnet. Der SCP gibt der Vermittlung
Anweisungen zum Anrufaufbau oder die Vermittlung kann den SCP nach
Anweisungen zum Anrufaufbau befragen. Falls zum Beispiel festgestellt wird,
dass eine B-Teilnehmerverbindung in einer bestimmten Phase eines
Anrufaufbaus besetzt ist, kann der Anruf zu einer Alternativnummer
geleitet werden. 1 zeigt auch andere Elemente
des intelligenten Netzwerks, die für das Verständnis der Erfindung wesentlich
sind, wie zum Beispiel eine Anrufsteuerfunktion (Call Control Function,
CCF), die Anrufverarbeitungsfunktionen auf der hoher Vermittlungsebene umfasst,
wie zum Beispiel Aufbauen und Freigeben von Übertragungsverbindungen. Eine
Dienstdatenfunktion (Service Data Function, SDF) und ein Dienstdatenpunkt
(Service Data Point, SDP) bilden eine Datenbank, die teilnehmer-
und/oder dienstspezifische Daten umfasst. Eine spezialisierte Ressourcenfunktion
(Specialized Resource Function, SRF) ist eine Schnittstelle für Netzwerkmechanismen,
die Interaktionen mit einem Teilnehmer betrifft. Sie kann sogenannter
intelligenter Peripherie (IP) zugeordnet werden, die kompliziertere
Anrufsverarbeitungsfunktionen umfasst, wie sie Vermittlungen im
Allgemeinen durchführen
können.
-
Eine
Dienstschaltfunktion (Service Switching Function, SSF) ist eine
Schnittstelle zwischen der Anrufsteuerfunktion CCF und der Dienststeuerfunktion SCF.
Ein Netzwerkelement, das die SSF-Funktion durchführt, wird ein Dienstschaltpunkt
(Service Switching Point, SSP) genannt. Ein intelligenter Netzwerkdienst
wird derart zur Verfügung
gestellt, dass in Verbindung mit dem Antreffen der den Dienst betreffenden
Erfassungspunkte der Dienstschaltpunkt SSP den Dienststeuerpunkt
SCP nach Anweisungen mittels Nachrichten, die über eine SSP/SCP-Schnittstelle übertragen
werden, fragt. Diese Nachrichten werden in der Terminologie des
intelligenten Netzwerks Operationen genannt. In Verbindung mit dem
intelligenten Netzwerkdienst wird ein Dienstprogramm, dessen Aktivität die Operationen
bestimmt, die der SCP an den SSP in einer bestimmten Anrufphase überträgt, im Dienststeuerpunkt
(SCP) aktiviert.
-
2 zeigt
den Betrieb eines intelligenten Netzwerks des Standes der Technik
in Erfassungspunkten. In Schritt 2-1 sendet ein SSP an
SCP eine InitialDP-Operation,
die die notwendigen Daten zum Aufbauen eines Anrufes umfasst. Als
Nächstes
wird der Erfassungspunkt im SSP scharf geschaltet (armed). In Schritt 2-2 sendet
der SCP dem SSP eine „RequestReportBCSMEvent"-Nachricht, die den SSP informiert, welche
angetroffenen Erfassungspunkten er an den SCP berichten muss. Als
nächstes überträgt in Schritt 2-3 der
SCP üblicherweise
Inrechnungsstellungs- und/oder Interaktions-Operationen, wie zum
Beispiel „FurnishChargingInformation" (Rechnungsstellungsinformationen
speichern, die den intelligenten Netzwerkdienst betreffen) oder „PlayAnnouncement" (dem Teilnehmer
einen Hinweis betreffend den intelligenten Netzwerk geben). In Schritt 2-4 sendet
der SCP dem SSP einen RoutingAnweisung, wie zum „CollectInformation" (sammeln von ausgewählten Informationen
vom Teilnehmer), „Connect" (Route bzw. Leite
den Anruf zu einer neuen Nummer), „Continue" (setze den Anrufaufbau bei derselben
Information fort) oder „ReleaseCall" (Abbrechen). In
den Empfehlungen für
intelligente Netzwerke wird der Anrufaufbau in bestimmte Grobphasen,
die Punkte-im-Anruf („Points-in-Call", PIC) genannt werden.
Der SSP könnte
definiert worden sein, den Anrufaufbau als Antwort auf die „CollectInformation"-Operation von Phase
PIC2 an fortgesetzt zu werden und den Anrufaufbau als Antwort auf
die „Connect"-Operation von Phase
PIC3 fortzusetzen, etc.
-
Es
gibt zwei Arten von Erfassungspunkten. Die obigen Ereignisse der 2 betreffen
einen Erfassungspunkt, der ein „Trigger"-Erfassungspunkt (Trigger Detection
Point, TDP) genannt wird. Der SSP kann eine Startabfrage an den
SCP in Verbindung mit einem derartigen TDP-Erfassungspunkt durchführen und
der SSP empfängt
in ihm Anweisung zum Aufbauen eines Anrufs. Der weitere Typ von
Erfassungspunkten ist ein so genannter Ereigniserfassungspunkt („Event
Detection Point",
EDP). 2 zeigt in Schritt 2-5 ein Ereignis,
wenn ein derartiger EDP-Erfassungspunkt während eines Anrufaufbaus angetroffen
wird. Der SSP berichtet das Antreffen des Erfassungspunktes an den
SCP, der ihm in Schritt 2-7 weiter
Anrufaufbauanweisung sendet. Die oben beschriebene intelligente
Netzwerkarchitektur kann außerdem
auf ein Mobilkommunikationssystem angewendet werden, wenn die Vermittlungen
(bzw. Exchanges, EXC) durch eine Mobilvermittlungszentrale (bzw.
Mobil Switching Center, MSC) ersetzt wird.
-
Ein
Problem bei der bekannten intelligenten Netzwerkarchitektur besteht
darin, dass Dienste, die in einem frühen Stadium eines Anrufs erzeugt
werden, was eine Steuerbeziehung für länger als die Dauer eines Erfassungspunktes
erfordert, den Dienst hindern, aktiviert zu werden. Ein praktisches
Beispiel für
einen solchen Dienst könnte
ein privater Nummernplan oder eine persönliche Nummer sein, die ein Rerouting
bzw. Neuleiten zu einer Alternativnummer zur Verfügung stellt.
Zwei oder mehr solcher Dienste können
damit nicht gleichzeitig für
eine Hälfte
von einem Anruf in derselben Vermittlung aktiviert werden. Für einen
Dienstanbieter und Anwender führt
dies zu dem Problem, das Dienste von einem bestimmten Typ nicht
gleichzeitig in derselben Vermittlung für denselben Teilnehmer umgesetzt
werden können.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
Eine
Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Verfahren zum Bereitstellen
von Diensten zur Verfügung
zustellen, um so die obigen Probleme, die die Erzeugung mehrerer
gleichzeitiger Dienste betrifft, zu lösen. Die Aufgaben der Erfindung
können
durch Verfahren und eine Ausstattung gelöst werden, die durch das gekennzeichnet
sind, was in den kennzeichnenden Teilen der unabhängigen Ansprüche angeben ist.
Die bevorzugten Ausführungsbeispiele
und Anwendungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen offenbart.
-
Im
Bereich der vorliegenden Anmeldung sind intelligente Netzwerkdienste
unterteilt in zweite und erste intelligente Netzwerkdienste entsprechend
davon abhängig,
ob die zur Aktivierung der intelligenten Netzwerkdienste erforderlichen
Daten auf der Signalisierungsverbindung zwischen den Vermittlungen übertragen
werden können
oder nicht. Mit anderen Worten die „ersten intelligenten Netzwerkdienste" beziehen sich auf
solche intelligenten Netzwerkdienste, bei denen die Daten über diese
bereits in einer frühen Phase
des Anrufs, vor einer Nummern- und
Teilnehmeranalyse, erhalten werden können. Ein erster intelligenter
Netzwerkdienst kann entweder in einer frühen Phase des Anrufs aktiviert
werden oder alternativ kann er während
des Anrufs durch eine Funktion, die durch einen Teilnehmer von dem
Endgerät
während des
Anrufs aktiviert wird, aktiviert werden. Die Daten, um den ersten
intelligenten Netzwerkdienst zu aktivieren, können daher nicht auf der Signalisierungsverbindung
zwischen den Vermittlungen übertragen werden.
Entsprechend betreffen die „zweiten
intelligenten Netzwerkdienste" solche
intelligenten Netzwerkdienste, bei denen die Daten über diese
später, nur
während
des Anrufaufbaus zum Beispiel basierend auf einer Teilnehmernummeranalyse
oder Teilnehmerdatenanalyse erhalten werden können. Derartige Teilnehmerdaten
schließen
eine anrufende Teilnehmernummer oder -klasse ein. Zweite intelligente
Netzwerkdienste können
auch von einer nächsten
Vermittlung aktiviert werden, da die zum Aktivieren benötigten Daten
auf der Signalisierungsverbindung zwischen den Vermittlungen übertragen werden
können. „Dienstaktivierung" bedeutet, dass eine
Anfrage zur Bereitstellung eines Dienstes an den intelligenten Netzwerksteuerpunkt
durchgeführt wird,
mit anderen Worten eine sogenannte SCP-Anfrage wird durchgeführt.
-
Die
Erfindung kann zum Beispiel derart umgesetzt werden, dass Informationen über die
gegenseitige Kompatibilität
von verschiedenen intelligenten Netzwerkdiensten verwaltet werden
und in Verbindung mit jedem wenigstens einen ersten intelligenten Netzwerkdienst
und einen zweiten intelligenten Netzwerkdienst involvierenden Anruf:
- (1) Eine Vermittlung empfängt – zum Beispiel aus einer Teilnehmerdatenbank,
Teilnehmerschnittstellendaten oder Eingangsleitungsdaten – die Daten über die
ersten intelligenten Netzwerkdienste, die eine SCP-Anfrage erfordern.
- (2) Wenn diese Daten ausreichend sind, um Erfassungspunkte scharf
zu schalten, schaltet die Vermittlungsstelle die Erfassungspunkte
scharf, von denen die ersten intelligenten Netzwerkdienste aktiviert
werden, wenn die Aktivierungskriterien während des Anrufs erfüllt sind.
- (3) Die Vermittlung bestimmt (basierend auf einer ausgewählten Nummernanalyse
und/oder Teilnehmerdatenanalyse) auch die Daten zum Scharfschalten
eines zweiten Erfassungspunkt, von dem ein zweiter intelligenter
Netzwerkdienst aktiviert wird, wenn die Aktivierungskriterien während des
Anrufs erfüllt
sind.
- (4) Die Vermittlung untersucht die Kompatibilität des zweiten
intelligenten Netzwerkdienstes mit den ersten Netzwerkdiensten und,
wenn der zweite intelligente Netzwerkdienst kompatibel mit allen ersten
intelligenten Netzwerkdiensten ist, routet die Vermittlung den Anruf
zu einer zweiten Vermittlung zum Bereitstellen des zweiten intelligenten
Netzwerkdienstes, wenn der zweite intelligente Netzwerkdienst nicht
durch die erste Vermittlung zur Verfügung gestellt werden kann.
- (5) Wenn es mehr als einen ersten intelligenten Netzwerkdienst
gibt, werden Schritte 3 und 4 wiederholt bis alle
Daten, die den Anrufaufbau betreffen, analysiert wurden.
-
Ähnlich können Schritte 3 bis 5 solange
wiederholt werden, wie die Daten, die den Anrufaufbau beeinflussen,
als es eine Folge der SCP-Anfrage und/oder der Konvertierung der
Anrufaufbauinformationen, sich ändern,
was durch die Vermittlung selbst durchgeführt wird. Die Wiederholung
der Schritte 3 bis 5 kann nur auftreten, wenn
dieselbe Vermittlung eine SCP-Anfrage betreffend zwei intelligente
Netzwerkdienste basierend auf einer Kompatibilitätsanalyse zulässt und
keiner der ersten Dienste eine Steuerziehung aufgebaut hat.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Die
Erfindung wird nun beschrieben im größeren Detail in Verbindung
mit dem bevorzugten Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme der begleitenden Zeichnungen, in denen
-
1 intelligente
Netzwerkarchitekturteile des Standes der Technik zeigt, die für die Erfindung relevant
sind,
-
2 den
Betrieb einer intelligenten Netzwerkarchitektur des Stand der Technik
in Erfassungspunkten zeigt,
-
3 das
Prinzip einer Kompatibilitätsdatenbank
gemäß eines
bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Erfindung zeigt,
-
4A den
Betrieb eines Verfahrens gemäß der Erfindung
in einer Situation veranschaulicht, in der ein erster intelligenter
Netzwerkdienst von einer zweiten Vermittlung und ein zweiter Dienst
von einer ersten Vermittlung aktiviert wird,
-
4B den
Betrieb eines Verfahrens gemäß der Erfindung
in einer Situation veranschaulicht, in der ein erster intelligenter
Netzwerkdienst von einer ersten Vermittlung und ein zweiter Dienst
von einer zweiten Vermittlung aktiviert wird,
-
5A eine
Situation veranschaulicht, in der ein Anruf zur selben physikalischen
Vermittlung über einen
Verbindungsleitungssatz zurückgeroutet
wird, um einen ersten und einen zweiten intelligenten Netzwerkdienstes
durch dieselbe physikalische Vermittlung zur Verfügung zu
stellen,
-
5B eine
Situation veranschaulicht, in der ein Anruf zur selben physikalischen
Vermittlung über eine
Vermittlungszentrale zurückgeroutet
wird, um einen ersten und einen zweiten intelligenten Netzwerkdienstes
durch dieselbe physikalische Vermittlung zur Verfügung zu
stellen, und
-
6 ein
Flussdiagramm ist, das ein praktikables Verfahren zum Bereitstellen
von Diensten durch unterschiedliche Vermittlungen veranschaulicht.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Unter
Bezug auf 3 kann die Kompatibilität von intelligenten
Netzwerkdiensten mittels einer Kompatibilitätsdatenbank untersucht werden,
die zum Beispiel als Tabelle 38 gebildet ist. Eine Dimension
der Tabelle 38 umfasst einen bestehenden bzw. vorhandenen
Dienst und eine weitere Dimension einen hinzuzufü genden Dienst. Die von der
Tabelle 38 benötigte
Speicherkapazität
kann verringert werden, wenn die potentiellen intelligenten Netzwerkdienste zuerst
derart in Klassen unterteilt werden, dass die intelligenten Netzwerkdienste
in jeder Klasse ähnliche
Anforderungen für
die Kompatibilität
stellen. Dienste, die zum Beispiel das Inrechnungstellung eines
Anrufs beeinflussen, sind bezüglich
der Kompatibilität ähnlich.
Eine weitere Klasse könnte
Dienste verschiedener Alternativnummern umfassen. Die gegenseitige
Kompatibilität
von zwei Diensten wird untersucht, indem zuerst die Klassen der
Dienste in Tabelle 31 überprüft werden
und anschließend
deren Kompatibilität
in Tabelle 38. In Tabelle 31 sind die Dienste
an Hand eines Beispiels so angeordnet, dass Spalte 32 eine
Kennung für
intelligente Netzwerkdienste, zum Beispiel einen Dienstschlüssel, und Spalte 33 die
(Kompatibilitäts)-Klasse
des Dienstes enthält.
Spalte 34 enthält
den Erfassungspunkt, von dem der Dienst aktiviert wird. Falls zum
Beispiel einer Vermittlung Daten vorliegen, die anzeigen, dass ein Anruf
Dienst 4 involviert (oder involvieren wird), kann die Kompatibilität von Dienst
5 auf folgende Weise geprüft
werden. Im Hinblick auf Kompatibilität ist Dienst 4 in Klasse 3
und Dienst 5 in Klasse 2. Basierend auf diesen Informationen gibt
es ein Plus-Zeichen in Zeile 3, Spalte 2 der Tabelle 38,
was bedeutet, dass die Dienste kompatibel sind. Die Kompatibilitätstabelle 38 ist
nicht notwendigerweise symmetrisch in Bezug auf ihre Diagonale,
da ihre gegenseitige Kompatibilität der Dienste davon abhängen kann, welcher
von den Diensten zuerst aktiviert wurde.
-
4A veranschaulicht
den Betrieb eines Verfahrens gemäß der Erfindung.
In Schritt 4-1 verifiziert eine Vermittlung EXC1 basierend
auf einer Kompatibilitätsdatenbank 31–38 (und
insbesondere basierend auf Klasse 33), dass ein Dienst
S2 eine Steuerbeziehung benötigen
wird, sodass er einen Dienst, der später während eines Anrufzustands zu
aktivieren ist, daran hindert, ausgelöst zu werden, wenn der Dienst
S2 von der ersten Vermittlung bereitgestellt werden würde. Daher
wird der Dienst S2 nicht von der ersten Vermittlung EXC1 aktiviert,
sondern der Anruf wird zu einer zweiten Vermittlung EXC2 geroutet,
von der der zweite Dienst S2 in Schritt 4-2 aktiviert wird.
In Schritt 4-3 wird ein erster intelligenter Netzwerkdienst
S1 von der ersten Vermittlung EXC1 aktiviert.
-
4B zeigt
eine Situation, in der ein erster intelligenter Netzwerkdienst S1
in Schritt 4-4 aktiviert wird und eine Steuerbeziehung
von einer ersten Vermittlung EXC1 aufgebaut hat. In Schritt 4-5 wird
der Anruf zu einer zweiten Vermittlung EXC2 geroutet, um einen zweiten
intelligenten Netzwerkdienst S2 zur Verfügung zu stellen.
-
5A und 5B veranschaulichen,
dass die Konzepte „erste
Vermittlung" und „zweite
Vermittlung" oder „nächste Vermittlung" derart breit ausgelegt
werden können,
dass sie nicht separate physikalische Vermittlungen sein müssen. Da
jede Telefonvermittlung in der Lage ist, eine große Anzahl
von separaten Anrufen zu verarbeiten, kann ein Anruf, der mehrere
intelligente Netzwerkdienste erfordert, zurück zur selben physikalischen
Vermittlung geroutet werden. Ein separates Zustandsmodell (ICC/OCC, eingehende/ausgehende
Anrufsteuerung) wird für
jeden intelligenten Netzwerkdienst gebildet, der eine Steuerbeziehung
erfordert. 5A zeigt eine Situation, in
der ein Anruf über
eine Verbindungsleitungssatzschleife 51 zur selben physikalischen
Vermittlung geroutet wird. In 5A und 5B betrifft
das Bezugszeichen EXC1' den
Teil der Vermittlung, der einen zweiten Dienst S2 durchführt. In Übereinstimmung
mit 5B kann der Anruf zur ersten physikalischen Verbindung
EXC1' über eine
zweite physikalische Vermittlung EXC2' zurückgeroutet
werden, die als eine Übergangsvermittlung
bzw. Gateway-Vermittlung an fungiert.
-
6 ist
ein Flussdiagramm, das veranschaulicht, wie verschiedene Dienste
durch verschiedene Vermittlungen zur Verfügung gestellt werden können. In
Schritt 602 empfängt
eine erste Vermittlung EXC1 Daten über erste intelligente Netzwerkdienste
S1, die eine SCP-Anfrage erfordern. In Schritten 604 bis 606 schaltet
die erste Vermittlung EXC1, wenn diese Daten zum Scharfschalten
von Erfassungspunkten ausreichend sind, die Erfassungspunkte scharf,
von denen die ersten intelligenten Netzwerkdienste S1 aktiviert
werden, wenn die Aktivierungskriterien während des Anrufens erfüllt sind. In
Schritt 606 bestimmt die Vermittlung EXC1 die Daten zum
Scharfschalten eines zweiten Erfassungspunktes, von dem ein zweiter
intelligenter Netzwerkdienst S2 aktiviert wird, wenn die Aktivierungskriterien
während
des Anrufs erfüllt
sind. In Schritt 610 untersucht die Vermittlung EXC1 die
Kompatibilität
des zweiten intelligenten Netzwerkdienstes mit dem ersten intelligenten
Netzwerkdienst S1 basierend auf einer Datenbank 31 bis 38.
Wenn ein zweiter intelligenter Netzwerkdienst S2 mit irgendeinen
der ersten intelligenten Netzwerkdiensten S1 inkompatibel ist, wird
der Anruf in Schritt 622 unterbrochen. In Schritt 612 untersucht
die Vermittlung EXC1, ob irgendeiner der ersten intelligenten Netzwerkdienste
S1 eine Steuerbeziehung von der Vermittlung erfordert, oder ob er
bereits eine aufgebaut hat. Falls eine Steuerbeziehung erfordert
wird, wird in einem optionalen Schritt 616 untersucht,
ob die Kompatibilitätsdatenbank 31 bis 38 eine
spezielle Ausnahme oder implizit zusätzliche Bedingung enthält, die
eine Abweichung von einer regulären
Prozedur involvieren würde. Werte
einer solchen zusätzlichen
Bedingung können einschließen 1) Unterbreche
der Anruf; 2) Route zu einer nächsten
Vermittlung; und 3) Erzeuge S2 von einer ersten Vermittlung. Die
zusätzliche
Bedingung kann in den Zellen der Tabelle 38 für jede S1/S2-Kombination
gespeichert werden. Die zusätzliche
Bedingung kann außerdem
implizit erhalten werden, da der Steuerbeziehungsaufbau direkt von der
Klasse des Dienstes S2 erkannt werden kann. Wenn der Dienst S1 keine
Steuerbeziehung in Schritt 612 erfordert, wird untersucht
in Schritt 614, ob der Dienst S2 eine Steuerbeziehung erfordert.
Falls eine Steuerbeziehung erfordert wird, findet ein Übergang zum
obigen Schritt 616 statt, wobei die zusätzliche Bedingung untersucht
wird.
-
In
Schritt 618 wird der zweite intelligente Netzwerkdienst
S2 von der ersten Vermittlung zur Verfügung gestellt. Dieser Schritt
wird aktiviert, wenn der Dienst S2 mit allen S1 Diensten kompatibel
ist und zusätzlich
wenigstens eine der folgenden (Bedingungen) gültig ist: keiner der Dienste
S1 und S2 erfordert eine Steuerbeziehung oder die zusätzliche Bedingung
(in Schritt 616) zeigt an, dass der Dienst S2 von der ersten
Vermittlung zur Verfügung
gestellt werden kann.
-
In
Schritt 620 wird der Anruf zur nächsten Vermittlung geroutet,
um den Dienst S2 bereit zu stellen. Dieser Schritt wird aktiviert,
wenn alle der folgenden (Bedingungen) gültig sind: der Dienst S2 ist
kompatibel mit allen S1-Diensten; jeder der S1 oder S2-Dienste erfordert
eine Steuerbeziehung, und die zusätzliche Bedingung (in Schritt 616)
zeigt an, dass der Anruf zu der nächsten Vermittlung geroutet
wird, um den Dienst S2 zu erzeugen.
-
In
Schritt 622 wird der Anruf unterbrochen. Dieser Schritt
wird erreicht, wenn der Dienst S2 inkompatibel bzw. nicht-kompatibel
ist mit irgendeinem der S1 Dienste.
-
Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
umfasst die Kompatibilitätsdatenbank 31 bis 38 zusätzlich zu
den reinen Kompatibilitätsdaten
außerdem
Daten, die anzeigen, dass eine Liste von ersten intelligenten Netzwerkdiensten
zu der nächsten
Vermittlung gesendet werden muss. Eine weitere bevorzugte Verbesserung
besteht darin, dass wenn die Kompatibilitätsdatenbank 31 bis 38 anzeigt,
dass der Anruf zu der nächsten
Vermittlung geroutet werden muss, die Daten, wie zum Beispiel die
Nummer eines anrufenden oder angerufenen Teilnehmers oder die Klasse
des angerufenen Teilnehmers, einer Anfangsadressnachricht (Initial
Address Message, IAM) zur nächsten
Vermittlung zu senden sind, basierend auf der Kompatibilitätsdatenbank
konvertiert werden können.
Das Bereitstellen von Diensten in der nächsten Phase wird durch solche
Veränderungen
erleichtert. Basierend auf der Teilnehmerklasse kann zum Beispiel
in der nächsten
Vermittlung bekannt sein, dass für
einen „AdviceOfCharge"-Zusatzdienst Pulsnachrichten an die
vorhergehende Vermittlung gesendet werden müssen.