-
GEBIET DER
ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Abgabe von genetischem
Material an Herzgewebe.
-
HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
-
Das
Leitungssystem des menschlichen Herzens ist normalerweise ein automatisches
System, das die Kontraktion der Vorhöfe und Herzkammern mit Hilfe
elektrischer Impulse bewirkt, die im Herzgewebe erzeugt werden.
Der Herzzyklus teilt sich auf in die Kontraktionsphase (Systole)
und die Relaxationsphase (Diastole). Obwohl der Rhythmus des Herzzyklus
spezifisch ist, verändert
sich die Frequenz dieses Rhythmus durch vegetative Nerven und Hormone
wie Adrenalin. Das vegetative Nervensystem besteht aus parasympathischen und
sympathischen Nerven, die Neurotransmitter, wie Acetylcholin bzw.
Noradrenalin, freisetzen.
-
Der
natürliche
Schrittmacher des menschlichen Herzens befindet sich in der Hinterwand
des rechten Vorhofs in einem kleinen Bereich von ungefähr 2 mal
5 mal 15 mm, der als Sinusknoten (SA-Knoten) bezeichnet wird. Der
Herzzyklus aus den Phasen Systole und Diastole wird vom SA-Knoten
ausgelöst,
indem er einen elektrischen Impuls erzeugt, der sich über den
rechten und linken Vorhof ausbreitet, wodurch sie sich beinahe gleichzeitig
zusammenziehen. Dieser elektrische Impuls, der als Schrittmacherpotenzial
bezeichnet wird, entsteht durch die Depolarisation der Myokardzellen
des SA-Knoten, die durch Veränderungen
der Durchlässigkeit
der Membran für
Kationen zustande kommt. Wenn die Zellmembran auf etwa –30 mV depolarisiert
ist, entsteht ein Aktionspotenzial. Dieser Impuls wird dann an den
Atrioventrikularknoten (AV-Knoten) weitergeleitet, der sich am unteren
Abschnitt der Herzvorhofscheidewand befindet. Der Impuls setzt sich
anschließend
durch das Atrioventrikularbündel
fort, das als His-Bündel
bezeichnet wird und sich oben an der Herzkammerscheidewand befindet.
Das His-Bündel
teilt sich in einen rechten und linken Schenkel auf, der zur rechten
bzw. linken Herzkammer führt.
Beide Schenkel des His-Bündels
gehen in die Purkinje-Fasern über,
die in den Herzkammerwänden
enden. Durch die Stimulation dieser Fasern ziehen sich die Herzkammern
beinahe gleichzeitig zusammen und fördern Blut in den Lungen- und
Körperkreislauf.
-
Abnorme
Muster der elektrischen Leitung im Herzen können zu Anomalien des Herzzyklus
führen
und die Herzfunktion ernsthaft beeinträchtigen, was manchmal tödlich sein
kann. Beispielsweise können
Patienten mit derartigen Herzreizleitungsstörungen an dem Sick-Sinus-Syndrom (SSS),
dem Bradykardie-Tachykardie-Syndrom, einer Bradykardie, Tachykardie
und einem AV-Block leiden. Künstliche
Herzschrittmacher werden häufig
bei Patienten eingesetzt, die an diesen Herzreizleitungsstörungen leiden.
-
Bei
SSS bezieht sich das Leitungsproblem unter anderem auf den intermittierend
auftretenden Wiedereintritt des elektrischen Impulses in Gewebe
des Knotens, wodurch die Herzschläge gelegentlich schneller werden.
Zur Wahrnehmung der Vorhofaktivität und zur Steuerung des Vorhofs
mit der geeigneten Frequenz wird häufig ein Zweikammerschrittmacher
verwendet.
-
Bei
einigen angeborenen Erkrankungen, wie das "Bradykardie-Tachykardie-Syndrom", treten zeitweilig
Bradykardie, eine geringe Impulsfrequenz, und Tachykardie, eine
hohe Impulsfrequenz, auf. Die Erkrankung kann zum Tod führen, wenn
durch lange Pausen mehrfach ventrikuläre Extrasystolen (VES) auftreten können, wodurch
eine Tachykardie ausgelöst
wird. Ein Herzschrittmacher und/oder Kardioverter kann zur Bekämpfung von
Episoden einer Tachykardie eingesetzt werden, und herkömmliche
Bedarfsschrittmacher sind seit langem bei der Behandlung der Bradykardie
wirksam.
-
Eine
zu starke Verzögerung
oder nicht vorhandene Erregungsübertragung
bei einer abnorm langsamen Reizleitung ist als AV-Block bekannt.
Ein AV-Block wird häufig
durch Narbengewebe verursacht, das das Leitungssystem unterbricht.
Es wird vermutet, dass sich die Herzerregung normalerweise innerhalb
von 0,20 Sekunden vom SA-Knoten aus entlang Leitungsbahnen zwischen
den Knoten zum AV-Knoten und zu den Herzkammern ausbreitet. Ein
AV-Block tritt in drei zunehmend gefährlicheren Stufen auf. Bei
einem AV-Block ersten Grades ist, obwohl alle Impulse durch den Übergang
vom Vorhof zur Kammer geleitet werden, die Dauer der Leitung zu
den Herzkammern abnorm lang. Bei einem AV-Block zweiten Grades werden
einige Impulse an die Herzkammern weitergeleitet, einige jedoch nicht.
Bei einem AV-Block dritten Grades werden keine Impulse mehr vom
natürlichen
Schrittmacher an die Herzkammern weitergeleitet. Dies führt zu einer
geringeren Frequenz der Kammerkontraktion. Die Kontraktionsfrequenz
wird in diesem Fall üblicherweise
von der Frequenz der am schnellsten depolarisierenden His-Purkinje-Zelle
distal von der Stelle des Blocks bestimmt. Üblicherweise liegt die Herzfrequenz
bei einem AV-Block dritten Grades im Bereich zwischen 20 und 60
Schlägen pro
Minute, kann in einigen Fällen
jedoch auch null sein.
-
Rhythmusstörungen,
die sich aus Herzreizleitungsstörungen
ergeben, können
mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden, die bestimmte Aspekte
der Herzaktionspotenziale und die Erregungsbildung oder -leitung
entlang abnormer Leitungsbahnen hemmen. Medikamente, die zur Behandlung
dieser Rhythmusstörungen
eingesetzt werden, blockieren die schnellen Na+-Kanäle (Quinidin,
Procainamid, Lidokain), die langsamen Ca2+-Kanäle (Verapamil)
oder β-adrenerge
Receptoren (Propranolol).
-
Das
Cardioleitungssystem, oder die elektrische Aktivierung des Herzens,
umfasst den Stromtransport in Form von chemischen Ionengradienten
von einer Myokardzelle zu einer anderen. Leitungsproteine in Herzzellen
erleichtern diesen Stromtransport. Einzelne Herzzellen exprimieren
eine Vielzahl von Gap-junction-Kanal-Proteinen, durch die Ionen
hindurchwandern. Die interzellulären
Kanäle
der gap junctions sind aus einzelnen Transmembran-Connexinproteinen
aufgebaut, von denen verschiedene bei Säugetieren kloniert und sequenziert
wurden. Diese Proteine erleichtern den Ionentransport von Zelle
zu Zelle und sind für
die elektrische Kopplung von Zellen verantwortlich. Saffitz et al.,
J. Card. Electrophys., 1995, 6, 498–510.
-
Connexinproteine
umfassen eine Familie von verwandten Proteinen und umfassen beispielsweise Cx43
(Fishman et al., J. Cell Biol., 1990, 111, 589–598) und Cx40 und Cx45 (Kanter
et al., J. Mol. Cell Cardiol., 1994, 26, 861–868). Cx43 scheint das am
reichlichsten vorhandene Connexin im Herzen zu sein und wird in der
Herzkammer, dem Vorhofmyokard, dem distalen His-Bündel und
den Purkinje-Fasern exprimiert, wohingegen es nicht im SA-Knoten,
im AV-Knoten und
im proximalen His-Bündel
vorkommt. Gourdie et al., J. Cell Sci., 1993, 105, 985–991, und
Davis et al., J. Am. Coll. Cardiol., 1994, 24, 1124–1132. Cx40
wird am stärksten im
Vorhofmyokard und im distalen His-Bündel und den Purkinje-Fasern
exprimiert, wohingegen es in geringerem Maße im Kammermyokard und den
Knoten vorkommt. Gourdie et al., J.
-
Cell
Sci., 1993, 105, 985–991
und Davis et al., J. Am. Coll. Cardiol., 1994, 24, 1124–1132. Cx45
wird mäßig in der
Kammer und dem Vorhofmyokard, dem distalen His-Bündel und den Purkinje-Fasern
exprimiert, wohingegen es in geringerem Maße im SA-Knoten, AV-Knoten
und dem proximalen His-Bündel
vorkommt. Gourdie et al., J. Cell Sci., 1993, 105, 985–991 und
Davis et al., J. Am. Coll. Cardiol., 1994, 24; 1124–1132. Die Connexine
Cx43 und Cx40 sind verhältnismäßig schnell
leitende Proteine, während
Cx45 ein verhältnismäßig langsam
leitendes Protein ist.
-
Die
Gentherapie ist in letzter Zeit als leistungsstarkes Verfahren zur
Behandlung verschiedener Erkrankungen von Säugetieren in Erscheinung getreten.
Unlängst
wurde nachgewiesen, dass die direkte Übertragung von genetischem
Material in das Myokardgewebe in vivo ein wirksames Verfahren zur
Expression eines gewünschten
Proteins ist. Beispielsweise wurde gezeigt, dass die direkte Transfektion
des Myokards mit Plasmid-DNA durch Direktinjektion in das Herz von
Kaninchen und Schweinen (Gal et al., Lab. invest., 1993, 68, 18–25) sowie
von Ratten (Ascadi et al., The NewBiol., 1991, 3, 71–81) zur
Expression bestimmter Reportergenprodukte führt. Zusätzlich wurde die direkte in
vivo Genübertragung
in Myokardzellen auch durch Direktinjektion von adenoviralen Vektoren
in das Myokard erreicht. French et al., Circulation, 1994, 90, 2415–2424 und
die PCT-Veröffentlichung
WO 94/11506.
-
Ferner
ist in WO 94/11506 die Injektion von genetischem Material in das
Herz unter Verwendung von Wachstumsfaktoren wie FGF oder PDGF, Dystropin
oder FGF-Rezeptoren oder I-CAM
oder V-CAM offenbart.
-
Es
ist seit langem erwünscht,
Anomalien der Leitungsbahnen wirksam zu behandeln. Zu diesem Zweck
wurden herkömmliche
Verfahren einschließlich
der medikamentösen
Behandlung, der Herzschrittmachertechnologie oder eine Kombination
daraus eingesetzt. Im Gegensatz zu diesen Behandlungsverfahren ist die
Erfindung der Anmelder auf Abgabesysteme zur Behandlung und/oder
Korrektur von Störungen
der Leitungsbahnen des Herzens durch Abgabe von genetischem Leitungsproteinmaterial
in das Myokardgewebe gerichtet. Bei Patienten mit Herzreizleitungsstörungen ist
es wünschenswert,
den problematischen Bereich im Herzen zu lokalisieren und entweder
die problematischen Zellen zu behandeln, damit die ordnungsgemäße Leitung
wiederhergestellt wird, oder die Leitung normaler Zellen zu verbessern,
die den problematischen Bereich umgeben. Zum Beispiel wird bei einem
Patienten mit einem AV-Block ein Gefüge normaler, gesunder Zellen
identifiziert, die die Narbe in der Herzkammer umgeben, durch die
der AV-Block verursacht wird, und mit dem Abgabesystem der Anmelder
durch Expression kardialer Leitungsproteine, beispielsweise von
Gap-junction-Proteinen,
behandelt, um das Leitungssystem schneller zu machen oder anderweitig
zu verbessern. In diesem Fall kann der Block wirksam überbrückt oder
umgangen werden, wodurch ein QRS-Komplex mit einer Breite zwischen
einem normal weitergeleiteten Herzschlag und einer VES entsteht.
-
ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Gemäß dem Vorstehenden
ist das Hauptziel der von den Anwendern beanspruchten Erfindung
die Bereitstellung von Abgabesystemen zur Abgabe von genetischem
Material an Herzgewebe. Nach der Identifizierung eines problematischen
Bereichs im Herzen wird ein genetisches Leitungsproteinmaterial
ausgewählt,
sodass durch die Expression eines ausgewählten verbessert wird. Alternativ
kann durch die Expression eines ausgewählten Leitungsproteins die
Cardioleitung normaler, gesunder Zellen verbessert werden, die die
problematischen Zellen umgeben. Die Verbesserung der Herzreizleitung
kann sich im Ersatz, der Beschleunigung oder der Verlangsamung der
bestehenden Leitungsbahn äußern. Das
genetische Leitungsproteinmaterial umfasst rekombinante Nukleinsäuremoleküle, die
ein Nukleinsäuremolekül umfassen,
das das Leitungsprotein kodiert und in ein Transportvehikel wie
zum Beispiel Plasmiden oder adenovirale Vektoren eingesetzt ist,
und die entsprechenden Regulatorelemente. Alternativ umfasst das
genetische Leitungsproteinmaterial das Leitungsprotein selbst. Die
Expression des gewünschten
Leitungsproteins mit rekombinanten Nukleinsäuremolekülen wird von Promotoren gesteuert,
vorzugsweise herzgewebespezifische Promotor-Enhancern, die funktionsfähig mit
dem Nukleinsäuremolekül verbunden
sind, das das Leitungsprotein kodiert. Das Leitungsprotein ist vorzugsweise
ein Gap-junction-Protein, beispielsweise die Connexine Cx40, Cx43
und Cx45, das zur Korrektur oder Verbesserung der Cardioleitung
von Zellen im problematischen Bereich verwendet wird. Wenn die Störung der
Leitungsbahnen des Herzens beispielsweise ein AV-Block oder eine
Bradykardie ist, wird vorzugsweise Cx43 oder Cx40 verwendet. Wenn
die Störung
der Leitungsbahnen des Herzens jedoch eine Tachykardie ist, wird
vorzugsweise Cx45 verwendet. Das genetische Herzreizleitungsmaterial
wird durch Perfusion oder Injektion einer therapeutisch wirksamen
Menge an bestimmte Orte im Herzen abgegeben, was die Menge ist, die
die Cardioleitung der Myokardzellen berichtigt oder verbessert.
Die therapeutisch wirksame Menge kann wie gewünscht als eine einzige Dosis
oder mehrere Dosen an der entsprechenden Stelle im Herzen abgegeben
werden.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein Abgabesystem zur Abgabe einer therapeutisch
wirksamen Menge eines zuvor festgelegten genetischen Leitungsproteinmaterials
an einer identifizierten Stelle im Herzen bereit, wobei das genetische
Material ausgewählt
wird, um die Leitfähigkeit
der Herzzellen zu verändern,
an die es abgegeben wird. Das Abgabesystem weist das ausgewählte genetische
Material auf, das in einem Reservoir enthalten ist, und ein Katheterteilsystem,
das einen Mappingkatheter und eine Abgabeeinrichtung umfasst, zur Abgabe
des genetischen Materials aus dem Reservoir an der identifizierten
Stelle im Herzen, um eine Vielzahl von Zellen in der Nähe des ausgewählten Orts
im Herzen zu kontaktieren.
-
Bei
dem Abgabesystem kann ein externes Reservoir zur Bereitstellung
des genetischen Materials oder alternativ ein implantierbares Reservoir
verwendet werden. Bei beiden Ausführungsformen ist für den Transport
therapeutischer Dosen des genetischen Materials aus dem Reservoir,
durch einen Katheter und zu der ausgewählten Stelle im Herzen ein
steuerbarer Pumpenmechanismus vorgesehen. Das Katheterteilsystem,
das einen Mappingkatheter und eine Abgabeeinrichtung umfasst, kann
ein endokardialer Katheter mit einem distalen Spitzenabschnitt sein,
der dazu ausgelegt ist, das genetische Material zu positionieren
und aus einer Herzkammer heraus in das Myokard zu injizieren. Das
Abgabesystem ist derart mit dem Mappingkatheter kombiniert, dass,
sobald die gewählte
Stelle identifiziert wurde, das Abgabesystem aktiviert wird, das
sich in dem Mappingkatheter befindet, ohne dass der Mappingkatheter
entfernt wird. Das Abgabesystem kann für eine Behandlung verwendet
und dann entfernt werden oder für
spätere
Behandlungen implantiert werden, wobei es in letzterem Fall von
einer externen Programmiervorrichtung gesteuert werden kann.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
1 ist
ein Flussdiagramm, in dem die wichtigsten Schritte dargestellt sind,
die an der Durchführung der
Erfindung beteiligt sind, einschließlich des Mappings des Leitungssystem
des Patienten zur Ermittlung des problematischen Orts, der Auswahl
eines geeigneten genetischen Materials und dem Hinausdrücken des
genetischen Materials in einer geeigneten Dosis an der identifizierten
Stelle.
-
2 ist
eine vereinfachte Darstellung eines Abgabesystems, in der die Abgabe
von genetischem Material in das Herz eines Patienten an der gewählten Stelle
dargestellt ist.
-
3 ist
eine vereinfachte Zeichnung des distalen Abschnitts eines Katheters,
der hinausschiebbar und zurückziehbar
sein kann, zum Einspritzen einer Lösung, die ausgewähltes genetisches
Material enthält, in
das Herz eines Patienten verwendet wird.
-
4 veranschaulicht
das distale Ende eines Katheters, der einen distalen Abschnitt aufweist,
der eine osmotische Pumpe umgibt.
-
5 veranschaulicht
ein Abgabesystem gemäß dieser
Erfindung, bei dem die Abgabeeinrichtung einen Mappingkatheter umfasst,
der mit einem Abgabesystem zur Injektion einer Lösung in das Herz eines Patienten
kombiniert ist, die ausgewähltes
genetisches Material enthält.
-
6A ist
eine vereinfachte Darstellung eines Abgabesystems mit einer separaten
Pumpe, das eine Kombination aus einem Katheter und einer Schrittmacherelektrode
aufweist;
-
6B ist
eine Kombination aus einer Schrittmacherelektrode und einem Abgabekatheter,
die ein Reservoir am distalen Ende des Katheters aufweist.
-
BESCHREIBUNG
DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
-
Die
Erfindung der Anmelder stellt Abgabesysteme zur Behandlung von Störungen der
Cardioleitungsbahnen des Herzens bereit. Ein problematischer Bereich
im Herzen, der beispielsweise SSS, das Bradykardie-Tachykardie-Syndrom,
eine Bradykardie, Tachykardie oder einen AV-Block aufweist, wird
mit üblichen
und herkömmlichen
Verfahren identifiziert, die dem Fachmann bekannt sind. Sobald das
entsprechende Problem identifiziert wurde, wird ein genetisches
Leitungsproteinmaterial so gewählt,
dass die Expression eines ausgewählten
Leitungsproteins die Cardioleitung der problematischen Zellen korrigiert
oder verbessert oder die Cardioleitung von normalen Zellen verbessert,
die die Problemzellen umgeben. Das genetische Leitungsproteinmaterial
umfasst entweder das Leitungsprotein selbst oder rekombinante Nukleinsäuremoleküle, die
ein Nukleinsäuremolekül umfassen,
das das Leitungsprotein kodiert und in ein Transportvehikel eingesetzt
ist, beispielsweise ein Plasmid, Cosmid, YAC-Vektor, virale Vektoren
und Ähnliches,
und die entsprechenden Regulatorelemente. Bei bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung ist das Nukleinsäuremolekül, das das Leitungsprotein
kodiert, die cDNA eines Leitungsproteins mit der vollständigen codierenden
Sequenz, und ist in ein Plasmid oder einen adenoviralen Vektor,
beispielsweise pGEM3 oder pBR322 bzw. Ad5, inseriert. Die Regulatorelemente
können
die Expression in Säugetierzellen
steuern, insbesondere in menschlichen Zellen. Die Regulatorelemente
weisen einen Promotor und ein Polyadenylierungssignal auf. Die Expression
des gewünschten
Leitungsproteins wird vorzugsweise von herzgewebespezifischen Promotor-Enhancern gesteuert,
die mit dem Nukleinsäuremolekül operabel
verknüpft
sind, das das Leitungsprotein kodiert. Das Leitungsprotein ist vorzugsweise
ein Gap-junction-Protein, beispielsweise die Connexine Cx40, Cx43
und Cx45, das zur Korrektur oder Verbesserung der Cardioleitung
von Zellen im problematischen Bereich verwendet wird. Das jeweilige
gewählte
Gap-junction-Protein ist von der Art des identifizierten Problems
abhängig.
Ist die Leitung beispielsweise langsam oder nicht vorhanden, wie
bei einem AV-Block oder einer Bradykardie, würde das Einbringen von Cx40
oder Cx43 die Leitung verbessern. Im Gegensatz dazu würde das
Einbringen des langsamer leitenden Cx45 in den AV-Knoten und das
His-Gewebe zur Verhinderung des Bradykardie-Tachykardie-Syndroms
und einer Tachykardie führen.
Das genetische Leitungsproteinmaterial wird vorzugsweise in einer
pharmazeutischen Zusammensetzung abgegeben, die beispielsweise das
genetische Leitungsproteinmaterial in einem Volumen Phosphatpuffer
mit 5 % Saccharose umfasst. Das genetische Herzreizleitungsmaterial wird
durch Perfusion oder Injektion einer therapeutisch wirksamen Menge
an bestimmte Orte im Herzen abgegeben, was die Menge ist, die die
Leitung der Myokardzellen berichtigt oder verbessert. Die therapeutisch
wirksame Menge kann unter Verwendung der Abgabesysteme der Erfindung
wie gewünscht
als eine einzige oder mehrere Dosen an der entsprechenden Stelle
im Herzen abgegeben werden.
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst ein Abgabesystem zur Abgabe einer
therapeutisch wirksamen Menge eines genetischen Leitungsproteinmaterials
an einer durch Mapping identifizierten Stelle im Herzen, sodass
die effektive Leitung der Myokardzellen um den Bereich der Störung herum
verbessert wird. Bei einer ersten Ausführungsform umfasst das Abgabesystem
im Grunde ein Reservoirteilsystem zum Halten des genetischen Materials
und ein Katheterteilsystem, das einen Mappingkatheter und eine Abgabeeinrichtung
umfasst, wobei dieses Teilsystem mit dem Reservoirteilsystem in
Verbindung steht und das genetische Material in und um die identifizierten
Stelle im Herzen herum einbringt. Wie aus der folgen den Erörterung
verschiedener stärker
bevorzugt Ausführungsformen
ersichtlich ist, können
das Reservoirteilsystem und das Katheterteilsystem getrennt vorliegen
oder kombiniert sein. Vorzugsweise enthält das Reservoir bis zu 25
ml eines genetischen Materials zur Abgabe an das Myokard. Bei einigen
Anwendungen wird lediglich ein Bolus von etwa 0,1 bis 10 ml oder
stärker
bevorzugt von 1 bis 5 ml an die Zielbereiche abgegeben. Bei anderen
Anwendungen, beispielsweise wenn das Leitungsprotein in wiederholten
Dosen abgegeben wird, können
25 ml oder mehr verwendet werden. Das genetische Material kann auch
in einer Kochsalzlösung
verdünnt
werden, beispielsweise in physiologischem Phosphatpuffer (PBS),
wobei die verdünnte
Lösung
zur kontrollierten Abgabe im Reservoir enthalten ist. Ferner versteht
es sich, dass das Reservoir und die zugehörigen Steuervorrichtungen je
nach Sachlage, z.B. ob dem Patienten über einen Zeitraum abgemessene
Dosen zu verabreichen sind oder ob die Abgabe des genetischen Materials
im Wesentlichen eine Einmalbehandlung ist, entweder implantierbar
sein oder sich außerhalb
des Körpers
befinden können.
-
Mit
Bezug auf 1 sind in dem Flussdiagramm
die wichtigsten Schritte dargestellt, die die Anwendung dieser Erfindung
beinhaltet. Wie bei 30 dargestellt ist, besteht der erste
Schritt in der Ermittlung der Art der Herzreizleitungsstörung, die
sich in der Eigenschaft einer unwirksamen oder schädlichen
Leitung äußern kann.
Dieser Schritt kann die Diagnose SSS, Bradykardie-Tachykardie-Syndrom,
Bradykardie, Tachykardie, AV-Block usw. bedeuten. Der nächste Schritt,
der bei 32 veranschaulicht ist, besteht im Mapping des
Herzens des Patienten zur Ermittlung des Orts, der Größe und des
Ausmaßes
der Störung
des problematischen Bereichs. Mit intrakardialen elektrokardiographischen
Verfahren, oder elektrophysiologischen Untersuchungen (EPU), können die
Vorgänge
der Erregungsbildung und -leitung im Herzen eingehend untersucht
werden. Das verwendete Prüf-
und Mappingprotokoll und die Orte, die für die Aufzeichnung ausgewählt werden,
hängen von
den Symptomen ab, die bei der Person auftreten. Einem Fachmann sind
kardiale Mappingverfahren gut bekannt, beispielsweise die, die in
der US-Patentschrift 4,699,147, der US-Patentschrift 5,297,549 und
der US-Patentschrift
5,397,339 beschrieben sind. Mit den Mappingverfahren, die dem Fachmann
bekannt sind, werden problemlos die Orte im Herzen identifiziert,
die Herzzellen mit abnormen Leitungseigenschaften umfassen. Wie
bei 33 dargestellt ist, besteht der nächste Schritt in der Auswahl
des entsprechenden genetischen Leitungsproteinmaterials. Diese Auswahl,
die das "vorgewählte genetische
Material" liefert,
ist von der Art der Herzreizleitungsstörung abhängig, wie nachfolgend erörtert wird.
Wie bei 34 dargestellt ist, erfolgt die Herstellung des
genetischen Leitungsproteinmaterials entweder, im Fall eines rekombinanten Nukleinsäuremoleküls, durch
Einsetzen der Nukleinsäuremoleküle, die
das entsprechende Leitungsprotein kodieren, in ein Transportvehikel
mit den entsprechenden Regulatorelementen, oder, im Fall des Leitungsproteins
selbst, durch Expression des Leitungsproteins mit einem Expressionsvektor.
Wie bei 35 dargestellt ist, besteht der nächste Schritt
darin, eine therapeutisch wirksame Menge des genetischen Leitungsproteinmaterials
herzustellen und das Abgabesystem damit zu befüllen. Wie bei 37 dargestellt
ist, umfasst der nächste
Schritt die Verabreichung der therapeutisch wirksamen Menge an den
Patienten, indem unter Verwendung des hier beschriebenen Abgabesystems
die entsprechende Stelle im Herzen kontaktiert wird, der zuvor bestimmt
wurde. Ein alternatives Verfahren der Verabreichung der therapeutisch
wirksamen Menge des genetischen Leitungsproteinmaterials besteht
in der Direktinjektion in das Herz des Patienten. Der letzte Schritt,
der bei 38 dargestellt ist, besteht in der Evaluierung
der Reaktion des Patienten auf die Behandlung.
-
Mit
Bezug auf 2 ist ein Abgabesystem dargestellt,
das für
einige Anwendungen dieser Erfindung verwendbar ist, z.B. wenn größere Mengen
genetischen Materials allein oder in Lösung verwendet werden. Ein
Katheter 38, vorzugsweise ein transvenöser Katheter, weist einen gestreckten
Katheterkörper 40 auf, zweckmäßigerweise
eine isolierende Außenhülle, die
aus Polyurethan, Teflon, Silikon oder jedem beliebigen anderen verträglichen
biokompatiblen Kunststoff bestehen kann. Der Katheter weist eine
gängige
Röhre (in 3 veranschaulicht)
auf, die über
dessen Länge
dort hindurch verläuft
und bis zu einem hohlen schraubenförmigen Nadelelement 44 verläuft, das
dazu ausgelegt ist, in das Myokard des Patienten geschraubt zu werden.
Das äußere distale
Ende des schraubenförmigen
Elements 44 ist offen, sodass genetisches Material in flüssiger Form
aus dem Ende abgegeben werden kann, wie nachstehend in Verbindung
mit 3 ausführlicher
erörtert
ist. Am proximalen Ende des Katheters befindet sich ein Verbindungsstück 46,
mit dem ein Luer-Lock 48 verbunden ist. Der Luer-Lock 48 ist
mit dem proximalen Ende des gestreckten Katheterkörpers 40 verbunden
und nimmt die Röhre
auf. Am Luer-Lock 48 ist eine drehbare Aufnahme 50 befestigt,
durch die sich der Katheter relativ zum Luer-Lock 52 drehen
kann. Der Luer-Lock 52 wiederum ist über das Steuerelement 54 mit
einer Röhre 58 verbunden,
die zweckmäßigerweise über die
Durchflusssteuerung 57 und Filter 56 mit dem Reservoir 55 in
Verbindung steht. Das Reservoir 55 enthält einen Vorrat an dem ausgewählten genetischen
Materials. Die Steuerelemente 57 und 54 werden
für die
Einstellung von Druck und Durchflussgeschwindigkeit verwendet und
können
mechanisch oder elektronisch gesteuert werden. Somit kann die Einheit 54 oder 57 entweder
zur Steuerung der Abgabegeschwindigkeit oder der Dosierung oder
von beidem verwendet werden. Die Steuereinheit 54 kann
so programmiert sein, dass sie zeitgesteuert automatisch zuvor festgelegte
Dosen freisetzt. Ferner kann die Steuereinheit 54 bei einem
implantierten System von einem externen Programmiergerät aus aktiviert
werden, wie bei 53 dargestellt ist. Hinsichtlich einer
ausführlicheren
Beschreibung einer derartigen Kombination aus Reservoir und Katheter
wird auf die internationale Anmeldung Bezug genommen, die als internationale
PCT-Veröffentlichung
WO 95/05781 veröffentlicht
wurde. Es versteht sich, dass ein derartiges System für diese
Erfindung nur bei Anwendungen verwendbar ist, wobei größere Flüssigkeitsmengen herausgepresst
werden sollen, z.B. wenn eine verdünnte Kochsalzlösung zum
Spülen
oder zur Perfusion eines ausgewählten
Bereichs verwendet wird.
-
Mit
Bezug auf 3 ist als vergrößertes Detail
eine vereinfachte Darstellung des distalen Endes des Katheters von 2 gezeigt,
in der die Verbindung zwischen dem schraubenförmigen Element 44 und
dem Innenraum des Katheters dargestellt ist. Wie dargestellt, ist
die schraubenförmge
Nadel 44 mit einer inneren Röhre 59 versehen, die
mit der inneren Röhre 63L des
Anschlusses in Verbindung steht, der von der Röhre 63 gebildet wird.
Bei dieser Ausführungsform
kann das schraubenförmige
Element 44 auch eine Schrittmacherelektrode sein, wobei
es in diesem Fall aus einem leitfähigen Werkstoff besteht und
durch Schweißen, Crimpen,
Aufquetschen oder andere Mittel mit dem Spitzenelement 61 verbunden
ist, um die Flüssigkeitsströmung nicht
zu verhindern. Das Spitzenelement 61 wiederum ist elektrisch
leitend mit einem gewickelten Leiter oder den gewickelten Leitern 64, 65 verbunden,
die entlang der Länge
des Anschlusses verlaufen und mit einem Herzschrittmacher verbunden
sind. Eine äußere Membran 60 bildet
die Außenwand
des gestreckten Katheterkörpers 40,
der in 2 dargestellt ist. Weiterhin unter Bezugnahme
auf 3 weist das Element 44 eine Auslassöffnung 75 auf,
an der das genetische Material herausgepresst werden kann, und es
können
auch die Löcher
oder Öffnungen 76, 77 und 78 verwendet
werden, um dem genetischen Material als Austrittsöffnungen
zu dienen, das mit einem Druck von bis zu etwa 1 Atmosphäre aus dem
Reservoir 55 und von den Steuerelementen durch die Röhre 59 hindurch
zugeführt
wird.
-
In
der Praxis wird ein Katheter 38 der in 2 und 3 dargestellten
Form bis zur gewünschten
Behandlungsstelle vorgeschoben, wobei die Stelle oder der Ort zuvor
mit Hilfe des kardialen Mappings, wie zuvor erörtert, identifiziert wurde.
Der Katheter kann zu der angegebenen Stelle geführt werden, indem er in einen steuerbaren
oder führbaren
Katheter mit einer aufnehmenden Röhre eingesetzt wird, wie er
beispielsweise in der US-Patentschrift 5,030,204 offenbart ist;
oder mit Hilfe eines Führungskatheters
mit fester Ausführung,
wie er in der US-Patentschrift
5,104,393 dargestellt ist. Alternativ kann der Katheter mit Hilfe
einer biegsamen Sonde, wie in der PCT-Patentanmeldung WO 93/04724
offenbart ist, die am 18. März
1993 veröffentlicht
wurde, oder mit einem biegsamen Führungsdraht, wie in der US-Patentschrift
5,060,660 offenbart, zu der gewünschten
Stelle im Herzen vorgeschoben werden. Bei einer weiteren Ausführungsform
kann das schraubenförmige Element 44 gewöhnlich in
einer Hülle
zurückgezogen
sein, wenn der Katheters in das Herz des Patienten geführt wird,
und mit einer Sonde herausgeschoben werden, damit es ins. Herz geschraubt
werden kann. Derartige herausschiebbare schraubenförmige Anordnungen
sind im Handel erhältlich
und auf dem Fachgebiet der Herzschrittmacher bekannt.
-
Es
versteht sich, dass andere Formen der Reservoirteilsysteme und Katheterteilsysteme
in den Umfang dieser Erfindung fallen. Ausführungsformen des Reservoirs
umfassen beispielsweise Medikamente abgebende, spülbare Elektroden,
wie die in der US-Patentschrift 4,360,031 beschriebenen; ein elektrisch
steuerbares, sich nicht verschließendes, in den Körper implantierbares
Medikamentenabgabesystem, wie die in der US-Patentschrift 5,041,107
beschriebenen; ein implantierbares Medikamenteninfusionsreservoir,
wie die in der US-Patentschrift 5,176,641 beschriebenen; Medikamentenabgabevorrichtungen,
wie die in der US-Patentschrift
5,443,450 beschriebenen, und Infusionspumpen, wie SYNCHROMED® von
Medtronic, Inc., sowie osmotische Pumpen, wie die von Alza.
-
Mit
Bezug auf 4 ist zur Veranschaulichung
ein Abgabesystem mit einer Kombination aus Katheter und Reservoir
dargestellt, das bei Anwendungen verwendbar ist, die die Abgabe
eines verhältnismäßig kleinen Bolus
genetischen Materials, z.B. 1 bis 5 ml, umfassen. 4 zeigt
das distale Ende eines Katheters mit einem distalen Abschnitt 70,
der eine osmotische Pumpe umgibt. Siehe die Medtronic, Inc. erteilte
US-Patentschrift 4,711,251. Die Pumpe weist eine innere Kammer 68 und
eine äußere Kammer 66 auf,
wobei die Kammern durch eine undurchlässige Membran 67 getrennt
sind. Eine halbdurchlässige äußere Membran 72 bildet
die Außenwand
der Kammer 66. Der röhrenförmige Abschnitt 74 des
schraubenförmigen
Elements steht mit der Röhre 74L in
der inneren Kammer 68 in Verbindung. Ein Stromleiter 80,
der entlang der Länge
des Katheters verläuft,
erstreckt sich bis in die innere Kammer 68 und steht mit
der Verlängerung 74E in
Verbindung, wie bei 74C dargestellt ist, um bei einer Anwendung,
bei der das Element 44 als Schrittmacherelektrode verwendet wird,
bis zum Element 44 den elektrischen Kontakt bereitzustellen.
An dem Punkt, an dem der Stromleiter durch die äußere Membran 72 und
die innere Membran 67 hindurchgeht, ist eine Dichtung 79 vorgesehen.
Ein Isoliermantel 86 umgibt den Stromleiter 80 ab
dem Berührungspunkt
mit der Dichtung 79. Eine Endkappe 73, die mit
der äußeren Membran 72 eine
Einheit bilden kann, verschließt
die Kammer. Alternativ kann die Endkappe 73 so aufgebaut
sein, dass sie ein zuvor festgelegtes Medikament freisetzt, beispielsweise
Steroide. Steroide wie Dexamethasonnatriumphosphat, Beclametason
und Ähnliches,
werden zur Kontrolle von Entzündungsprozessen
verwendet.
-
Bei
dieser Anordnung wird vor dem Einführen des distalen Katheterendes
in das Herz des Patienten die innere Kammer 68 mit dem
genetischen Material gefüllt,
das in das Myokard abgegeben werden soll. Dies kann beispielsweise
erfolgen, indem einfach eine Mikronadel durch die Endkappe 73 geführt und
der gewünschte
Bolus aus genetischem Material in die Kammer 68 eingebracht
wird. Nachdem die Kammer 68 gefüllt und der Katheter implantiert
ist, gelangen Körperflüssigkeiten
durch die Membran 72 in die Kammer 66, um über die
undurchlässige
Membran 67 auf die innere Kammer 68 Druck auszuüben. Dies
führt zur
Abgabe des genetischen Materials, das sich in der Kammer 68 befindet,
durch die Röhre 74L der
Verlängerung 74E und das
schraubenförmige
Element 44. Obwohl die bevorzugte Nadel oder das bevorzugte
Element 44 schraubenförmig
ist, können
auch weitere Ausgestaltungen von Nadeln oder Elementen verwendet
werden, wie sie dem Fachmann bekannt sind.
-
Weiterhin
mit Bezug auf 4 ist eine weitere Ausführungsform
einer Katheterspitze dargestellt, die für die Abgabe eines kleinen
Bolus des ausgewählten
genetischen Materials verwendbar ist. Bei dieser Ausführungsform
wird der Materialbolus im hohlen Innenraum des schraubenförmigen Elements 44 aufbewahrt, d.h.
der Innenraum ist das Reservoir. Der Innenraum bleibt dicht durch
die Verwendung eines löslichen
Materials, das normalerweise fest ist, sich jedoch auflöst, wenn
es über
einen Zeitraum mit Körperflüssigkeiten
in Berührung
kommt. Ein Beispiel für
ein derartiges Material ist Mannit, der verwendet werden kann, wenn
das Abgabesystem nicht zuvor mit dem genetischen Leitungsproteinmaterial
befüllt
wurde. Die Stopfen oder Kügelchen 81 bis 85 aus
Mannit sind (mit Strichlinien) so angeordnet dargestellt, dass sie
die beiden Enden des Elements 44 sowie die Öffnungen 76, 77, 78 blockieren.
In den Fällen,
wobei das genetische Leitungsproteinmaterial zuvor in das Abgabesystem
eingefüllt
wurde, kann statt Mannit ein Formgedächtnismetall verwendet werden.
Derartige Metalle sind dem Fachmann bekannt. Jedes dieser Merkmale
kann mit einer osmotischen Pumpe kombiniert werden, wie in Verbindung
mit 3 beschrieben ist, wobei die äußere Kammer mit einer Kochsalzlösung gefüllt ist,
die das genetische Material aus den Öffnungen des Elements 44 herauspresst.
Alternativ kann die äußere Kammer
mit dem genetischen Material gefüllt
sein, das dann aus den Öffnungen
des Elements 44 herausgepresst wird. Eine weitere, nicht
dargestellte alternative Ausführungsform
besteht in der Verwendung einer Sonde, die bis zum distalen Ende
des Katheters hindurchgeführt
wird, um einen Kolben zu bewegen, der das Herauspressen des genetischen
Materials in die Myokardzellen unterstützt.
-
Mit
Bezug auf 5 ist zur Veranschaulichung
ein Abgabesystem mit einer Kombination aus einem Mappingkatheter
und einer Abgabeeinrichtung gezeigt. Das Abgabesystem umfasst einen
Katheter 90 mit einem distalen Ende 91 mit einer Öffnung am
distalen Ende. Der Katheter 90 umfasst ferner die Mappingelektrodeneinrichtung 92 am
distalen Ende 91. Mit der Mappingelektrodeneinrichtung
wird das Mapping des Herzens des Patienten durchgeführt. Die
Stromleitereinrichtung 93 verbindet die Mappingelektrodeneinrichtung 92 elektrisch
leitend mit dem proximalen Ende 94 des Katheters 90.
Das Abgabesystem umfasst ferner eine Abgabeeinrichtung im Katheter.
Die Ausführungsform
der Abgabeeinrichtung, die in 5 veranschaulicht
ist, ist die Abgabeeinrichtung, die in 3 dargestellt
ist. Es kann jedoch jede der hier beschriebenen Abgabeeinrichtungen
in Kombination mit dem in 5 dargestellten
Mappingkatheter verwendet werden. Katheter 90 wird in das
Herz des Patienten und in die Stelle eingeführt, die mit üblichen
Mappingverfahren lokalisiert wurde. Sobald eine Stelle im Herzen
identifiziert wurde, bleibt der Mappingkatheter 90 an seinem
Platz, und anschließend
wird die Abgabeeinrichtung durch das distale Ende 91 des
Katheters 90 hinausgeschoben und das Herzgewebe oder Zellen
werden mit dem genetischen Leitungsproteinmaterial kontaktiert.
Bei einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist der Katheter 90 eine abziehbare Einführhülse mit
den beiden Stromleitereinrichtungen 93, die die Einführhülse, die
zum kardialen Mapping dient, und die Elektrodeneinrichtung 92 elektrisch
leitend verbinden. Sobald das Mapping des Orts im Herzen erfolgt
ist, wird die Abgabeeinrichtung mit dem Herzgewebe kontaktiert und
die Einführeinrichtung
entfernt und abgezogen.
-
Mit
Bezug auf 6A ist zur Veranschaulichung
ein implantierbares Abgabesystem dargestellt, das eine Kombination
aus einer Schrittmacherelektrode und einem Abgabekatheter umfasst,
die nachfolgend einfach als Katheter bezeichnet wird. Der Katheter 90 ist
mit einem Herzschrittmacher oder einem Impulsgenerator (nicht dargestellt)
und einer Quelle für genetisches
Material kombiniert, wie beispielsweise durch die Pumpe 100 dargestellt,
die auf geeignete Weise in der Nähe
des Herzschrittmachers implantiert ist. Das proximale Ende 101 des
Katheters ist auf gängige
Weise mit dem Herzschrittmacher verbunden. Das genetische Material wird
durch die Verbindungsröhre 102 an
einen proximalen Abschnitt 88 des Katheters abgegeben,
der mit der Längsröhre des
Katheters in Verbindung steht, die bei 89 dargestellt ist.
Alternativ kann der obere Teil des Herzschrittmachers ein Reservoir
und eine Mikropumpe enthalten, um das genetische Material direkt
an die Röhre 89 abzugeben.
Die Hauptlänge
des Katheters weist eine Außenhülle aus
einem biokompatiblen Isolierstoff 96 und mindestens einem
gewickelten Leiter 95 auf, der die elektrisch leitende
Verbindung vom Schrittmacher zur Elektrode 97 an der distalen
Spitze des Katheters darstellt. Der Katheter umfasst ferner eine
axial angeordnete Polymerkanüle 103,
die die Röhre 87 aufweist,
durch zumindest einen Abschnitt der Katheterlänge hindurch verläuft, innerhalb
der Spule 95 angeordnet ist und eine Innenfläche für die Katheterröhre darstellt. Die
Kanüle
endet am distalen Ende des Katheters, genau proximal zum Spitzenabschnitt
der Elektrode 97, die mit einer porösen Außenfläche dargestellt ist. Die Elektrode 97 weist
eine mittige Öffnung
auf, die mit dem porösen
Elektrodenmaterial bedeckt dargestellt ist und durch die genetisches
Material gelangen kann, wenn der Katheter im Patienten angeordnet
ist. Wie dargestellt, ist der gewickelte Leiter 95 mit
der Elektrode 97 elektrisch leitend verbunden und vermittelt
zwischen dem Schrittmacher und der Elektrode Stimulationsimpulse und
erfasste Herzsignale. Selbstverständlich weist die Elektrode/der
Katheter 90 bei einer bipolaren Ausführungsform eine zweite Elektrode
(nicht dargestellt) auf, zweckmäßigerweise
eine Ringelektrode genau proximal zur Elektrode 97. Wie
dargestellt, wird zur Befestigung oder Verankerung der distalen
Spitze an der Herzwand des Patienten auch eine Befestigungsvorrichtung,
wie die Zacken 98, verwendet.
-
Die
Pumpe 100 kann zweckmäßigerweise
eine osmotische Minipumpe sein, die die darin enthaltene Flüssigkeit
durch die Röhre 102 in
den Katheterabschnitt 88 und durch die Röhren 89, 87 bis
zur Spitzenelektrode 97 pumpt. Wie zuvor erwähnt, können das
Reservoir und die Pumpe alternativ in der Schrittmachervorrichtung
selbst eingebaut sein. In jedem Fall wird das genetische Material
mit sehr geringem Druck aus dem Reservoir heraus durch die Röhre des
Katheters bis zur Elektrode befördert,
wo es durch den mittigen Elektrodenkanal geleitet wird, um Myokardzellen
zu kontaktieren. Der Röhrenabschnitt 87,
der von der Kanüle
bereitgestellt wird, kann als Reservoir verwendet werden. Bei dieser
Ausführungsform
kann die Abgabe entweder passiv oder mit Hilfe einer Mikropumpe
(nicht dargestellt) erfolgen.
-
Das
genetische Material kann zuvor in die Kanüle eingefüllt oder mit einer Nadel eingebracht
werden, kurz bevor der Katheter eingeführt und im Patienten positioniert
wird.
-
Wie
in 6B dargestellt, kann genau proximal zur freisetzenden
Elektrode 97 eine Kammer 99 vorgesehen sein, die
als Reservoir für
das genetische Material dient. Das Isoliermaterial 96 besteht
aus einem selbstabdichtenden Material, sodass es mit einer Nadel
oder Ähnlichem
durchstochen werden kann und sich selbst wieder abdichtet, wodurch
das genetische Material vor der Implantation in die Kammer eingebracht
werden kann. Alternativ kann das Isoliermaterial 96 eine Öffnung (nicht
dargestellt) enthalten, durch die das genetische Material mit der
Nadel eingebracht wird. Bei dieser Ausführungsform erfolgt die Abgabe
des Materials ohne Pumpe, d.h. passiv, wobei das Material langsam
durch den mikroporösen
Abschnitt der Elektrode 97 abläuft.
-
Wie
hier verwendet, bezieht sich der Ausdruck "Herzreizleitungsstörung" auf Störungen oder Unterbrechungen
des normalen Herzreizleitungssystems bei einem Säugetier. Diese Störungen können die
Folge angeborener Erscheinungen oder von Verletzungen sein und können als
Erkrankungen wie beispielsweise das Sick-Sinus-Syndrom, das Bradykardie-Tachykardie-Syndrom, ein AV-Block,
eine Bradykardie, Tachykardie und andere Rhythmusstörungen auftreten.
Erscheinungsformen derartiger Herzreizleitungsstörungen wurden herkömmlich mit
Arzneimitteln, künstlichen
Leitungssystemen, wie Herzschrittmacher, der Ablationstherapie oder
einer Kombination daraus behandelt.
-
Wie
hier verwendet, bezieht sich der Ausdruck "genetisches Leitungsproteinmaterial" auf rekombinante
Nukleinsäuremoleküle, die
die Leitungsproteine kodieren, oder alternativ auf die Leitungsproteine
selbst, die bei den erfindungsgemäßen Verfahren und Abgabesystemen
verwendet werden. Bei Dauerbehandlungen oder Langzeitbehandlungen
liegt das genetische Leitungsproteinmaterial in Form von rekombinanten
Nukleinsäuremolekülen vor,
die das Leitungsprotein kodieren. Im Gegensatz dazu liegt das genetische
Leitungsproteinmaterial bei akuten Behandlungen oder Kurzzeitbehandlungen
in Form der Leitungsproteine selbst vor. Sobald das genetische Leitungsproteinmaterial
ausgewählt
wurde, wird es als "zuvor
festgelegtes genetisches Material" bezeichnet.
-
Ein "rekombinantes Nukleinsäuremolekül", wie hier verwendet,
besteht aus einer isolierten Nukleotidsequenz, die das Leitungsprotein
kodiert und in ein Transportvehikel eingesetzt wurde. Regulatorelemente
wie der Promotor und das Polyadenylierungssignal sind mit der Nukleotidsequenz,
die das Leitungsprotein kodiert, operabel verknüpft, wodurch das Protein produziert
werden kann, wenn das rekombinante Nukleinsäuremolekül in eine Zelle eingebracht
wird.
-
Die
Nukleinsäuremoleküle, die
die Leitungsproteine codieren, werden synthetisch oder vorzugsweise aus
isolierten Nukleinsäuremolekülen, wie
nachstehend beschrieben, hergestellt. Eine Nukleinsäure ist "isoliert", wenn sie von anderen
Zellbestandteilen, wie beispielsweise andere zelluläre Nukleinsäuren oder
Proteine, durch die den Fachleuten bekannten Standardtechniken gereinigt
ist. Die codierende Region des Nukleinsäuremoleküls, das das Leitungsprotein
codiert, kann ein Volllängen-Genprodukt
oder ein Subfragment davon oder eine neue mutierte Sequenz oder
eine Fusionssequenz codieren. Die Protein-codierende Sequenz kann
eine zu der Zielzelle endogene Sequenz oder exogene Sequenz sein.
Der Promotor, mit dem die codierende Sequenz operabel verknüpft ist,
kann ein Promotor sein, der normalerweise mit der codierenden Sequenz
verknüpft
ist oder nicht.
-
Das
Nukleinsäuremolekül, das das
Leitungsprotein codiert, wird in ein entsprechendes Abgabevehikel,
wie beispielsweise ein Expressionsplasmid, Kosmid, YAC-Vektor und
dergleichen, inseriert. Fast jedes Abgabevehikel kann zum Einbringen
von Nukleinsäuren
in das kardiovaskuläre
System verwendet werden, einschließlich beispielsweise rekombinanter
Vektoren, wie einer auf der Basis von Adenovirus, Serotyp 5, Ad5, wie
bei French et al., Circulation, 1994, 90, 2414–2424 ausgeführt. Ein
zusätzliches
Protokoll für
den Adenovirusvermittelten Gentransfer auf Herzzellen ist in WO
94/11506 und bei Barr, et al., Gene Ther., 1994, 1, 51–58 ausgeführt. Weitere
rekombinante Vektoren umfassen beispielsweise DNA-Plasmidvektoren,
wie einer, der sich von pGEM3 oder pBR322 ableitet, wie bei Ascadi,
et al., The New Biol., 1991, 3, 71–81, und Gal, et al., Lab.
Invest., 1993, 68, 18–25
ausgeführt,
cDNA-enthaltende Liposome, künstliche
Viren, Nanopartikel und dergleichen. Es wird auch davon ausgegangen,
dass Leitungsproteine direkt in das Myokard injiziert werden.
-
Die
regulatorischen Elemente der rekombinanten erfindungsgemäßen Nukleinsäuremoleküle sind
in der Lage, die Expression in Säugerzellen
insbesondere in menschlichen Zellen zu steuern. Die regulatorischen Elemente
umfassen einen Promotor und ein Polyadenylierungssignal. Zusätzlich können auch
andere Elemente, wie eine Kozak-Region in das rekombinante Nukleinsäuremolekül eingeschlossen
sein. Beispiele von Polyadenylierungssignalen, die zur Durchführung der
vorliegenden Erfindung geeignet sind, umfassen SV40-Polyadenylierungssignale
und LTR-Polyadenylierungssignale. Insbesondere kann das SV40-Polyadenylierungssignal,
das sich in dem pCEP4-Plasmid (Invitrogen, San Diego, CA) befindet,
das als SV40-Polyadenylierungssignal bezeichnet wird, verwendet
werden.
-
Die
für die
Konstruktion der erfindungsgemäßen, rekombinanten
Nukleinsäuremoleküle geeigneten Promotoren
können
konstitutiv oder induzierbar sein. Ein konstitutiver Promotor wird
unter sämtlichen
Bedingungen des Zellwachstums exprimiert. Beispielhafte konstitutive
Promotoren umfassen die Promotoren für die folgenden Gene: Hypoxanthinphosphoribosyl-Transferase (HPRT),
Adenosin-Deaminase, Pyruvat-Kinase, β-Actin, humanes Myosin, humanes
Hämoglobin,
humanes Muskelkreatin und andere. Zusätzlich funktionieren viele
virale Promotoren in eukaryotischen Zellen konstitutiv und umfassen
den frühen
und späten SV40-Promotor,
den Maus-Brusttumor-Virus (MMTV)-Promotor, die langen terminalen
Wiederholungseinheiten (LTRs) des Moloney-Leukämie-Virus (Tippfehler im Original),
das Humane Immundefizienz-Virus (HIV), den unmittelbaren frühen Zytomegalovirus
(CMV)-Promotor,
das Epstein-Barr-Virus (EBV), Rous-Sarkoma-Virus (RSV) und andere
Retroviren und den Thymidin-Kinase-Promotor des Herpes simplex-Virus.
Weitere Promotoren sind den Fachleuten bekannt.
-
Die
induzierbaren Promotoren werden in Gegenwart eines Induktionsmittels
exprimiert. Beispielsweise wird der Metallothionein-Promotor zur
Promotion (Steigerung) der Transkription in Gegenwart bestimmter Metallionen
induziert. Weitere induzierbare Promotoren sind den Fachleuten bekannt.
-
Promotoren
und Polyadenylierungssignale, die verwendet werden, müssen innerhalb
der Zelle des Säugers
funktionell sein. Um die Proteinproduktion zu maximieren, können regulatorische
Sequenzen gewählt werden,
die zur Genexpression in den Herzzellen, in die das rekombinante
Nukleinsäuremolekül verabreicht wird,
gut geeignet sind. Beispielsweise ist der Promotor vorzugsweise
ein Herzgewebe-spezifischer Promotor-Enhancer, wie beispielsweise
der kardiale Troponin-C-Isoform (cTNC)-Promotor. Parmacek, et al.,
J. Biol. Chem., 1990, 265, 15970–15976, und Parmacek, et al.,
Mol. Cell. Biol., 1992 12, 1967–1976.
Zusätzlich
können
Kodons gewählt
werden, die in der Zelle besonders effizient transkribiert werden.
Ein Fachmann kann rekombinante Nukleinsäuremoleküle herstellen, die in den Herzzellen
funktionsfähig
sind.
-
Genetisches
Material kann in eine Zelle eingebracht oder von einer Zelle "kontaktiert" werden, beispielsweise
durch Transfektions- oder Transduktionsvorgänge. Transfektion bedeutet
die Akquisition von neuem genetischem Material durch eine Zelle
durch Einarbeitung von zugefügten
Nukleinsäuremolekülen. Eine Transfektion
kann durch physikalische oder chemische Methoden erfolgen. Viele
Transfektionstechniken sind den Fachleuten bekannt und schließen ein:
Calciumphosphat-DNA-Copräzipitation;
DEAE-Dextran-DNA-Transfektion;
Elektroporation; nackte Plasmidadsorption und kationische Liposomenvermittelte Transfektion.
Transduktion bedeutet das Verfahren der Übertragung von Nukleinsäure in eine
Zelle unter Verwendung eines DNA- oder RNA-Virus. Geeignete virale
Vektoren zur Verwendung als Transduktionsmittel umfassen retrovirale
Vektoren, Adenoassoziierte virale Vektoren, Vaccinia-Viren und Semliki-Forest-Virus-Vektoren.
-
Die
Behandlung von Zellen oder das Kontaktieren von Zellen mit rekombinanten
Nukleinsäuremolekülen kann
in vivo oder ex vivo erfolgen. Zur ex vivo Behandlung werden die
Zellen mit einem Abgabevehikel, das ein Nukleinsäuremolekül enthält, das ein Leitungsprotein
codiert, aus einem Tier (vorzugsweise ein Mensch) isoliert, transformiert
(d.h. in vitro transduziert oder transfiziert) und werden dann einem
Empfänger verabreicht.
Die Verfahrensweisen zur Entfernung von Zellen aus Säugern sind
den Fachleuten gut bekannt. Zusätzlich
zu Zellen kann Gewebe oder das gesamte oder Teile von Organen entfernt,
ex vivo behandelt und sodann dem Patienten wieder zugeführt werden.
Somit können
Zellen, Gewebe oder Organe gezüchtet,
gespült,
perfundiert und dergleichen werden, mit der Maßgabe, die rekombinanten erfindungsgemäßen Nukleinsäuremoleküle in die
gewünschten
Zellen einzubringen.
-
Zur
in vivo Behandlung werden Zellen eines Tiers, vorzugsweise eines
Säugers
und besonders bevorzugt eines Menschen, in vivo mit einem erfindungsgemäßen rekombinanten
Nukleinsäuremolekül transformiert.
Die in vivo Behandlung kann die systemische intravenöse Behandlung
mit einem rekombinanten Nukleinsäuremolekül, wie lokale
interne Behandlung mit einem rekombinanten Nukleinsäuremolekül, wie durch
lokalisierte Perfusion oder durch topische Behandlung, und dergleichen
umfassen. Bei der Durchführung
von in vivo Verabreichung des rekombinanten Nukleinsäuremoleküls beruhen
die bevorzugten Abgabevehikel auf nicht zytopathischen eukaryotischen
Viren, in denen nicht essentielle oder komplementierbare Gene durch
die Nukleinsäuresequenz
von Interesse ersetzt wurden. Solche nicht zytopathi schen Viren
umfassen Retroviren, deren Lebenszyklus die reverse Transkription
genomischer viraler RNA in DNA mit anschließender proviraler Integration
in Wirtszellen-DNA einschließt.
Retroviren wurden unlängst
zu humangenetischen Therapieversuchen zugelassen. Besonders geeignet
sind diejenigen Retroviren, die replikationsdefizient sind (d.h.
in der Lage sind, die Synthese der gewünschten Proteine zu steuern,
allerdings nicht in der Lage sind, ein infektiöses Partikel herzustellen).
Solche genetisch veränderte
retrovirale Expressionsvektoren besitzen eine allgemeine Brauchbarkeit
für die
hoch effiziente Transduktion von Genen in vivo. Standardprotokolle
zur Produktion von replikationsdefizienten Retroviren (einschließlich der
Schritte der Einarbeitung von exogenem genetischem Material in ein
Plasmid, Transfektion einer Verpackungszelllinie mit Plasmid, Produktion
von rekombinanten Retroviren durch die Verpackungszelllinie, Sammlung
von viralen Partikeln aus Gewebekulturmedien und Infektion der Zielzellen
mit viralen Partikeln) sind bei Kriegler, M. "Gene Transfer and Expression, a Laboratory Manual", W.H. Freeman Co.,
New York (1990) und Murry, E.J., Hrsg. "Methods in Molecular Biology", Bd. 7, Humana Press,
Inc., Cliffton, New Jersey (1991) bereitgestellt.
-
Ein
bevorzugtes Virus zum Kontaktieren von Zellen bei bestimmten Anwendungen,
wie bei in vivo Anwendungen, ist das Adeno-assoziierte Virus, ein
doppelsträngiges
DNA-Virus. Das Adeno-assoziierte Virus kann gentechnisch so hergestellt
werden, dass es replikationsdefizient und in der Lage ist, einen
breiten Bereich von Zelltypen und Spezies zu infizieren. Es hat
weiterhin Vorteile, wie Wärme-
und Lipid-Lösungsmittel-Stabilität, hohe
Transduktionsfrequenzen in Zellen verschiedener Abstammungslinien,
einschließlich
hämopoietischer
Zellen, und fehlende superinfektiöse Inhibition, was somit mehrere
Serien von Transduktionen ermöglicht.
Neuere Berichte zeigen an, dass das Adeno-assoziierte Virus auch
extrachromosomal funktionieren kann.
-
Bei
bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden die rekombinanten Nukleinsäuremoleküle, die
Nukleinsäuremoleküle umfassen,
die die Leitungsproteine codieren, oder als Alternative die Leitungsproteine
an die Herzzellen der festgelegten Stelle im Herzen abgegeben, wie
durch vorstehend ausgeführte
Mapping-Verfahren, unter Anwendung der vorstehend ausgeführten Abgabesysteme,
bestimmt.
-
Bei
bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung umfassen die Nukleinsäuremoleküle, die die Leitungsproteine
codieren, die Volllängen-codierende
cDNA-Sequenz eines Leitungsproteins. Vorzugsweise sind die Leitungsproteine
die Gap-junction-Proteine; stärker
bevorzugt sind sie die Connexin-Proteine. Solche Nukleinsäuremoleküle sind
in den Druckschriften von Fishman, et al., J. Cell. Biol., 1990,
111, 589–598, und
von Kanter, et al., J. Mol. Cell Cardiol., 1994, 26, 861–868 beschrieben,
die die Vollängen-codierende
cDNA-Sequenz der
Konnexin-gap-junction-Proteine Cx43, bzw. Cx40 bzw. Cx45 enthalten.
-
Der
Einbau der gap-junction-codierenden Nukleinsäuremoleküle oder der Gap-junction-Proteine in normale
Herzzellen, die eine zu einem Herzstillstand führende Narbe umgeben, ergibt
eine normale oder verstärkte
Leitung. Alternativ wird vorgeschlagen, dass der Einbau der gap-junction-codierenden
Nukleinsäuremoleküle oder
der Gap-junction-Proteine in anormale Herzzellen, diejenigen Zellen,
die Cardioleitungsstörungen
aufweisen, normale oder verstärkte
Leitungseigenschaften ergibt. Die Bestimmung des entsprechenden genetischen
Leitungsproteinmaterials, d.h. die Bestimmung, welches Konnexin-Protein
geeignet ist, hängt
von der bestimmten diagnostizierten Cardioleitungsstörung ab.
Wenn beispielsweise die Cardioleitungsstörung ein Herzstillstand oder
eine Bradykardie ist, wobei die Leitung verlangsamt oder nicht existent
ist, werden vorzugsweise Cx43 oder Cx40, die schnelleren Konnexine,
verwendet. Wenn jedoch die Cardioleitungsstörung eine Tachykardie ist,
wobei die Leitung zu schnell ist, wird vorzugsweise Cx45 verwendet.
-
Nukleinsäuremoleküle, die
Nukleotidsequenzen umfassen, die die Konnexin-Proteine Cx40, Cx43
und Cx45 codieren, werden nach den bei Fishman, et al., J. Cell.
Biol., 1990, 111, 589–598
und Kanter, et al., J. Mol. Cell Cardiol., 1994, 26, 861–868 ausgeführten Verfahren
isoliert und gereinigt. Die Nukleinsäure- und Protein-Sequenzen
von Cx40 sind in SEQ ID NO: 1 bzw. SEQ ID NO: 2 ausgeführt. Die
Nukleinsäure-
und Protein-Sequenzen von Cx43 sind in SEQ ID NO: 3 bzw. SEQ ID
NO: 4 ausgeführt.
Die Nukleinsäure-
und Protein-Sequenz
von CX45 sind in SEQ ID NO: 5 bzw. SEQ ID NO: 6 ausgeführt. Es
wird davon ausgegangen, dass die Nukleinsäuremoleküle, die Nukleotidsequenzen
einschließen,
die vorzugsweise zu mindestens 70 %, stärker bevorzugt zu mindestens
80 % und besonders bevorzugt zu mindestens 90 % homolog sind mit
den in SEQ ID NOs: 1, 3 und 5 beschriebenen Konnexin-Nukleotidsequenzen
sind, ebenfalls verwendet werden können.
-
Es
ist selbstverständlich,
dass geringfügige
Modifikationen der Nukleotidsequenz oder der primären Aminosäuresequenz
zu Proteinen führen
können,
die entsprechende oder verstärkte
Aktivität
im Vergleich zu den hier beispielhaft angegebenen Leitungsproteinen
aufweisen.
-
Diese
Modifikationen können
beabsichtigt sein; wie durch ortsgerichtete Mutagenese, oder zufällig sein,
wie durch Mutationen in Wirten, die die Leitungsgproteine produzieren.
Eine "Mutation" in einem Protein verändert seine
Primärstruktur
(relativ zu dem üblicherweise
auftretenden oder speziell beschriebenen Protein) auf Grund von Änderungen
in der Nukleotidsequenz der DNA, die es codiert. Diese Mutationen
umfassen speziell allelische Varianten. Mutationsänderungen
in der Primärstruktur
eines Proteins können
zu Deletionen, Additionen oder Substitutionen führen. Eine "Deletion" ist als Polypeptid definiert, in dem
ein oder mehrere interne Aminosäurereste
in Vergleich zu der nativen Sequenz fehlen. Eine "Addition" ist als Polypeptid
definiert, das ein oder mehrere zusätzliche interne Aminosäurereste
im Vergleich zu dem Wildtypprotein aufweist. Eine "Substitution" ergibt sich aus
dem Ersatz von einem oder mehreren Aminosäureresten durch andere Reste. Ein
Protein-"Fragment" ist ein Polypeptid,
bestehend aus einer primären
Aminosäuresequenz,
die mit einem Teil der Primärsequenz
des Proteins, mit dem das Polypeptid verwandt ist, identisch ist.
-
Bevorzugte "Substitutionen" sind diejenigen,
die konservativ sind, d.h. wobei ein Rest durch einen anderen des
gleichen allgemeinen Typs ersetzt ist. Wie es gut verstanden wird,
können
natürlich
vorkommende Aminosäuren
als sauer, basisch, neutral und polar oder als neutral und nicht
polar und/oder aromatisch in Unterklassen aufgeteilt werden. Es
ist im Allgemeinen bevorzugt, dass codierte Peptide, die sich von
der nativen Form ableiten, substituierte Kodons für Aminosäuren enthalten,
die der gleichen Gruppe entstammen, wie diejenige der ersetzten
Aminosäure.
Somit sind im Allgemeinen die basischen Aminosäuren Lys, Arg und Histidin gegenseitig
austauschbar; die sauren Aminosäuren
Asp und Glu sind gegenseitig austauschbar; die neutralen polaren
Aminosäuren
Ser, Tyr, Cys, Gln und Asn sind gegenseitig austauschbar; die nicht
polaren aliphatischen Aminosäuren
Gly, Ala, Val, Ile und Leu sind bezüglich zueinander (jedoch auf
Grund der Größe sind
Gly und Ala enger verwandt und Val, Ile, und Leu sind enger verwandt)
konservativ, und die aromatischen Aminosäuren Phe, Trp und Tyr sind
gegenseitig austauschbar.
-
Obgleich
Pro eine nicht polare neutrale Aminosäure ist, bereitet sie auf Grund
ihrer Auswirkungen auf die Konformation Schwierigkeiten, und Substitutionen
durch oder für
Pro sind nicht bevorzugt, mit der Ausnahme, wenn die gleichen oder ähnliche
konformative Ergebnisse erhalten werden können. Polare Aminosäuren, die
konservative Änderungen
darstellen, umfassen Ser, Tyr, Gln, Asn; und zu einem geringeren
Ausmaß Met. Zusätzlich sind,
obwohl in verschiedene Kategorien eingeteilt, Ala, Gly und Ser anscheinend
gegenseitig austausch bar, und Cys passt zusätzlich in diese Gruppe oder
kann mit den polaren neutralen Aminosäuren klassifiziert werden.
Einige Substitutionen durch Kodons für Aminosäuren aus verschiedenen Klassen
können ebenfalls
geeignet sein.
-
Nachdem
die Nukleinsäuremoleküle, die
die Konnexin-Proteine codieren, isoliert und nach den vorstehend
beschriebenen Verfahren gereinigt sind, werden rekombinante Nukleinsäuremoleküle hergestellt,
wobei das gewünschte
Konnexin-Nukleinsäuremolekül in ein
Abgabevehikel durch Verfahren eingebaut wird, die den Fachleuten
bekannt sind, wie beispielsweise bei Sambrook, et al., Molecular
Cloning: A Laboratory Manual, 2. Ausg. Cold Spring Harbor Press
(1989) gelehrt. Bevorzugte Abgabevehikel umfassen beispielsweise
Plasmide (Ascadi, et al., The New Biol., 1991, 3, 71–81, und
Gal, et al., Lab. Invest., 1993, 68, 18–25) und Adenovirus (WO 94/11506
und bei Barr, et al., Gene Ther., 1994, 1, 51–58). Die Nukleinsäuremoleküle, die
Konnexin-Proteine codieren, oder Konnexin-Proteine, die davon hergestellt
wurden, werden durch die erfindungsgemäßen Abgabesysteme an Herzzellen
an der festgelegten Herzstelle abgegeben. Somit werden solche erfindungsgemäßen Abgabesysteme
dazu verwendet, die Herzzellen der identifizierten Herzstelle, die
Herzzellen mit Cardioleitungsstörungen
einschließt,
mit rekombinanten Nukleinsäuremolekülen, die
ein Konnexin-Protein codieren, oder mit Konnexin-Proteinen zu kontaktieren.
-
Wenn
das genetische Leitungsproteinmaterial in Form von Leitungsproteinen
vorliegt, können
solche Proteine in größeren Mengen
unter Verwendung von verschiedenen Expressionsstandardsystemen,
die den Fachleuten bekannt sind, hergestellt werden. Sambrook, et
al., Molecular Cloning: A Laboratory Maual, 2. Ausg. Cold Spring
Harbor Press (1989), Ss. 16.1–16.55.
-
Die
rekombinanten Nukleinsäuremoleküle oder
Konnexin-Proteine werden vorzugsweise in einer pharmazeutischen
Zusammensetzung abgegeben. Solche pharmazeutischen Zusammensetzungen
können beispielsweise
das rekombinante Nukleinsäuremolekül oder Protein
in einem Volumen von Phosphat-gepufferter Salzlösung mit 5 % Saccharose einschließen. Bei
anderen Ausführungsformen
der Erfindung wird das rekombinante Nukleinsäuremolekül oder Protein mit geeigneten
pharmazeutischen Trägern
abgegeben, wie diejenigen, die in der neuesten Ausgabe von Remington's Pharmaceutical
Sciences, A. Osol, ein Standard-Nachschlagezwerk
auf diesem Gebiet, beschrieben sind. Das rekombinante Nukleinsäuremolekül oder Protein
wird in einer therapeutisch wirksamen Menge abgegeben. Eine solche Menge
wird experimentell bestimmt und ist diejenige Menge, die entweder
die normale Leitung wieder herstellt oder die anormale Leitung von
Herzzellen verbessert. Die Menge an rekombinantem Nukleinsäuremolekül oder Protein
liegt vorzugsweise zwischen 0,01 μg
und 100 mg, stärker
bevorzugt zwischen 0,1 μg
und 10 mg, stärker
bevorzugt zwischen 1 μg
und 1 mg und besonders bevorzugt zwischen 10 μg und 1 mg. Eine therapeutisch
wirksame Einzelmenge wird als Bolus bezeichnet. Wo Adenovirusvektoren
eingesetzt werden, liegt die Menge an rekombinantem Nukleinsäuremolekül vorzugsweise
zwischen 107 Plaquebildenden Einheiten (pfu)
und 1015 pfu, stärker bevorzugt zwischen 108 pfu und 1014 pfu
und besonders bevorzugt zwischen 109 pfu
und 1012 pfu. Eine therapeutisch wirksame
Einzelmenge von genetischem Leitungsproteinmaterial wird als Bolus
bezeichnet. Bei einigen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird die Abgabe der rekombinanten Nukleinsäuremoleküle oder Proteine
mit Steroid-Elution kombiniert, wie mit Dexamethasonnatriumphosphat,
Beclamethason und dergleichen, um die Entzündungsprozesse zu steuern.
-
Die
folgenden Beispiele sollen beispielhaft für die bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung sein und sollen nicht einschränkend gedacht sein.
-
BEISPIELE
-
Beispiel 1: Isolierung
und Reinigung von Nukleinsäuremolekülen, die
die Konnexin-Proteine
codieren
-
Nukleinsäuremoleküle, die
Cx43, Cx40 und Cx45 codieren, werden nach allgemeinen, den Fachleuten gut
bekannten Verfahren isoliert und gereinigt. Kurz gesagt, wird zelluläre Gesamt-RNA
aus Herzgewebe, Herztransplantationsspendern oder aus Zahnfleischgewebe
isoliert und gereinigt (Chomczynsky, et al., Anal. Biochem., 1987,
162, 156–159)
und auf Poly(A)-RNA selektiert (Sambrook, et al., Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, 2. Ausg. Cold Spring Harbor Press (1989), Ss.
7.26–7.29).
cDNA, entsprechend den Konnexin-Proteinen,
wird aus der kardialen Poly(A)-RNA durch reverse Transkription unter
Verwendung eines GENEAMPTM-PCR-Testsatzes
(Perkin Elmer Cetus, Norwalk, CT) oder dergleichen unter Verwendung
von statistischen Hexameren nach den Anweisungen des Herstellers
hergestellt. Die speziellen Konnexin-Nukleinsäuremoleküle werden durch die Polymerasekettenreaktion
(PCR), ebenfalls unter Verwendung des GENEAMPTM-PCR-Testsatzes
oder dergleichen, unter Verwendung von Vorwärts- und Rückwärtsprimern, die für jedes
der verschiedenen Konnexin-Proteine spezifisch sind, nach den Anweisungen
des Herstellers amplifiziert. Beispielsweise kann der Vorwärtsprimer
für Cx43
5'- ATGCCTGACTGGACCGCCTTAGGC-3'(SEQ ID NO: 7) sein,
und der Rückwärtsprimer
kann 5'-GATCTCGAGGTCATCAGGCCGAGG-3' (SEQ ID NO: 8) sein.
Beispielsweise kann der Vorwärtsprimer
für Cx45
sein 5'-ATGAGTTGGAGCTTTCTGACTCGC-3' (SEQ ID NO: 9), und
der Rückwärtsprimer
kann 5'-AATCCAGACAGAGTTCTTCCCATC-3' (SEQ ID NO: 10)
sein. Beispielsweise kann der Vorwärtsprimer für Cx40 5'-ATGGGCGATTGGAGCTTCCTGGGA-3' (SEQ ID NO: 11)
sein und der Rückwärtsprimer
kann 5'-CACTGATAGGTCATCTGACCTTGC-3' (SEQ ID NO: 12)
sein. Es ist selbstverständlich,
dass zusätzliche
Primer zur Amplifikation verwendet werden können, wie durch die Fachleute
bestimmt.
-
Diesen
Primern können
am 5'-Terminus Nukleotidsequenzen
vorangehen, die Endonuklease-Restriktionsschnittstellen
zur leichten Einarbeitung in Vektoren enthalten. Die speziellen
Konnexin-Nukleinsäuremoleküle können auch
durch PCR aus menschlicher genomischer DNA (Stratagene, San Diego,
CA) amplifiziert werden. Nach Schneiden der PCR-Produkte mit den
(der) entsprechenden Restriktionsendonuklease(n) werden die PCR-Produkte
durch Phenol: Chloroform-Extraktionen oder unter Verwendung von
handelsüblichen Reinigungs-Testsätzen, wie
beispielsweise MAGICTM Minipreps DNA Purification
System (Promega, Madison, WI), gereinigt. Die spezielle Nukleotidsequenz
der PCR-Produkte wird durch herkömmliche
DNA-Sequenzierungsvorgänge
bestimmt, und die Identität
der PCR-Produkte durch Vergleich mit den für die Konnexin-Proteine veröffentlichten
Sequenzen bestätigt.
-
Beispiel 2: Insertion
von Konnexin-cDNA in Abgabevehikel
-
Vorzugsweise
wird Konnexin-cDNA in entweder Plasmid- oder adenovirale Vektoren
inseriert. Plasmidvektoren umfassen beispielsweise pGEM3 oder pBR322,
wie bei Acsadi, et al., The New Biol., 1991, 3, 71–81, und
Gal, et al., Lab. Invest., 1993, 68, 18–25, ausgeführt. Adenovirale Vektoren umfassen
beispielsweise Adenovirus Serotyp 5, Ad5, wie bei French, et al.,
Circulation, 1994, 90, 2414–2424
ausgeführt.
-
Vorzugsweise
werden die zur Amplifikation der Konnexin-Nukleinsäuremoleküle verwendeten
Primer mit einzigartigen Endonuklease-Restriktionsschnittstellen
gestaltet, die am 5'-Ende
angeordnet sind. In Abwesenheit einer solchen Anordnung können Polylinker-Abschnitte,
die einzigartige Restriktionsschnittstellen enthalten, dazu ligiert
werden. Nach Schneiden der gereinigten PCR-Produkte mit der (den)
entsprechenden Restriktionsendonuklease(n) wird auch der Plasmidvektor,
der einen Polylinker umfasst, mit den (der) gleichen Restriktionsen donuklease(n)
geschnitten, wodurch das Konnexin-Nukleinsäuremolekül eine Stelle erhält, an der
es ligiert wird. Auf ähnliche
Weise wird rekombinantes Adenovirus (Gluzman, et al., in Eukaryotic
Viral Vectors, Gluzman, Hrsg., Cold Spring Harbor Press, 1982, Ss.
187–192,
und French, et al., Circulation, 1994, 90, 2414–2424), das Konnexin-cDNA-Moleküle enthält, gemäß den Standardtechniken,
die den Fachleuten gut bekannt sind, hergestellt.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-