DE69709807T2 - Wässeriges Gelmedium für die Pflanzenzucht - Google Patents

Wässeriges Gelmedium für die Pflanzenzucht

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Description

    Gebiet der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft ein wässriges Gelmedium für die Pflanzenzucht, in das ein Pflanzensarnen gesteckt und welches danach in den Boden eingebracht wird.
  • Stand der Technik für die Erfindung
  • Die Verwendung eines Mediums als Pflanzbeet für das Züchten einer Pflanze, in das der Pflanzensarnen gesteckt und welches danach in den Boden eingebracht wird, ist, was die Beschleunigung der Keimung und den Schutz der Pflanze vor dem Absterben oder einem verzögerten anfänglichen Wachstumsstadium betrifft, wirkungsvoll.
  • Ein solches Medium für die Pflanzenzucht umfasst ein bekanntes wässriges Gelmedium wie es in JP-A-63-71108 offenbart ist (die hier benutzte Bezeichnung "JP-A" bedeutet eine "veröffentlichte ungeprüfte japanische Patentanmeldung").
  • Nachdem der Samen in das bekannte wässrige Gelmedium gelegt worden ist, wächst die Wurzel durch ein wässriges Gel wie Agar, wobei Wasser aus dem Gel absorbiert wird.
  • Da jedoch Sauerstoff zu der Wurzel, die tief in das wässrige Gel hineinwächst, nur durch Diffusion von der Geloberfläche in das Gelinnere geliefert wird, reicht die Sauerstoffmenge nicht aus und wird das Pflanzenwachstum behindert. Im Ergebnis kann es passieren, dass die Pflanzen absterben oder ihr anfängliches Wachstum extrem verzögert wird.
  • Weiterhin passiert es oft, dass die Wurzel des Samens, der in das wässrige Gelmedium β gesteckt worden ist, nicht in das Gel eindringen kann, sondern die Außenwand des Gels, wie in Fig. 2(b) gezeigt, hinabwächst (anschließend als "Hinabwachsen der Wurzel" bezeichnet). Falls das passiert, wird das wässrige Gel nicht benutzt, was beispielsweise in einem ungenügenden Wachstum resultiert.
  • Selbst bei Pflanzen, bei denen solche direkten Hindernisse wie zuvor beschrieben nicht aufgetreten sind, kommt es oft vor, dass sie von dem Gel nicht ausreichend versorgt werden, nachdem sie in den Boden eingebracht worden sind, wenn das Wetter etwas trockener wird, was oftmals zu verzögertem Wachstum oder zum Absterben führt.
  • Aufgrund dieser schwerwiegenden Nachteile und des geringen Effektes ist das bekannte wässrige Gelmedium bei der Pflanzenzucht in der Praxis selten verwendet worden.
  • Um die Nachteile zu beheben, die mit dem bekannten wässrigen Gelmedium bei der Pflanzenzucht verbunden sind, ist ein wässriges Gelmedium für die Pflanzenzucht entwickelt worden, das in Fig. 3 mit γ bezeichnet ist (anschließend als "ein einen Absatz enthaltendes durchbohrtes Medium" bezeichnet).
  • Das einen Absatz enthaltende durchbohrte Medium γ hat ein Loch 3, durch welches, wie in Fig. 3(b) gezeigt, die Wurzel wachsen kann, und ein Loch 2 für den Samen, dessen Durchmesser etwas größer als der des Samens ist, damit dieser hineingelegt werden kann, wie dem Längsschnitt von Fig. 3(a-2) zu entnehmen. Ein in das Loch 2 gelegter Samen wird darin von dem Absatz 4 gehalten, der durch die Differenz der Durchmesser der Löcher 2 und 3 gebildet wird.
  • Obwohl das einen Absatz enthaltende durchbohrte Medium γ die Probleme des bekannten wässrigen Gelmediums, das kein Loch enthält, löst, ist es erforderlich, eine Vielfalt von Medien mit verschiedenen Lochdurchmessern für den Samen herzustellen, um den verschiedenen Pflanzenarten zu entsprechen. Wird ein Samen in ein Loch gelegt, dessen Durchmesser zu groß ist, ist die Feuchtigkeit der Atmosphäre, die den Samen umgibt, unzureichend, um, was Keimgeschwindigkeit oder Einheitlichkeit der Keimzeit betrifft, zufriedenstellende Ergebnisse zu erhalten.
  • Demzufolge müssen, wenn Keimlinge verschiedener Pflanzenarten zu erzeugen sind, so viele Absätze enthaltende durchbohrte Medien γ mit unterschiedlichem Lochdurchmesser für den Samen wie Pflanzenarten vorrätig gehalten werden, was die Kosten erhöht und Platz beansprucht. Die Lagerung wässriger Gelmedien sollte mit Sorgfalt geschehen, um zu verhindern, dass sie austrocknen oder dass aufgrund ihres wässrigen Charakters sich Schimmel bildet. Daher ist es nachteilig, wässrige Gelmedien zu lagern.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Deshalb liegt der Erfindung als Aufgabe zugrunde, ein wässriges Gelmedium für die Pflanzenzucht bereitzustellen, in welchem die Pflanze aus einem Samen wächst, ohne dass ihr Wachstum verzögert wird oder sie abstirbt, wodurch Kosten und Platzbedarf verringert werden, die sonst erforderlich wären, wenn verschiedene Arten von Medien gelagert werden müssten, deren Lochdurchmesser für den Samen unterschiedlich ist.
  • Diese und weitere erfindungsgemäße Aufgaben werden gelöst, indem ein wässriges Gelmedium für die Pflanzenzucht bereitgestellt wird, das einen oberen Block und einen unteren Block umfasst, wobei der untere Block ein Loch für das Wachstum der Pflanzenwurzel besitzt (anschließend oftmals einfach als "erfindungsgemäßes wässriges Gelmedium" bezeichnet).
  • Kurze Erläuterung der Zeichnungen
  • In Fig. 1 ist ein Beispiel des erfindungsgemäßen wässrigen Gelmediums veranschaulicht, wobei Fig. 1 (a) eine perspektivische Ansicht des wässrigen Gelmediums α (zweiteiliges durchbohrtes Medium), das in einen oberen Block α1 und einen unteren Block α2 aufgeteilt ist, Fig. 1 (b) einen Längsschnitt durch das wässrige Gelmedium α mit dem hineingelegten Samen 1 und Fig. 1 (c) eine perspektivische Ansicht, welche die Pflanze im wässrigen Gelmedium α nach dem Austreiben darstellt, zeigt.
  • Fig. 2 veranschaulicht das bekannte wässrige Gelmedium (3 für die Pflanzenzucht, wobei Fig. 2(a) eine perspektivische Ansicht des Samens und Fig. 2(b) eine perspektivische Ansicht der Pflanze nach dem Austreiben, wobei die Wurzel hinuntergewachsen ist, zeigt.
  • Fig. 3 veranschaulicht ein Beispiel eines weiteren bekannten wässrigen Gelmediums γ, wobei Fig. 3(a-1) eine perspektivische Ansicht des Sarnenloches, Fig. 3(a-2) einen Längsschnitt durch das Medium y mit hineingelegtem Pflanzensamen und Fig. 3(b) eine perspektivische Ansicht der Pflanze auf dem Medium γ nach dem Austreiben zeigt.
  • In den Fig. 1 bis 3 ist mit den Ziffern 1, 2, 3 und 4 ein Samen, ein Samenloch, ein Loch für das Wurzelwachstum bzw. ein Absatz nummeriert.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Der obere Block des erfindungsgemäßen wässrigen Gelmediums kann, zumindest wenn er verwendet wird, ein Durchgangsloch für den Samen haben. Das wässrige Gelmedium kann einem Kunden geliefert werden, ohne dass sein oberer Block durchbohrt ist. In diesem Fall kann der Kunde für die Verwendung ein Loch mit entsprechender Größe bohren, weshalb für ihn die Notwendigkeit einer gesonderten Lagerhaltung des Mediums nicht besteht. Da das Medium von einem weichen wässrigen Gel gebildet wird, kann ein Loch mithilfe eines einfachen Mittels wie eines Korkbohrers leicht durchgebohrt werden.
  • Andererseits kann der Hersteller dem Kunden das wässrige Gelmedium liefern, wobei dessen oberer Block zuvor mit einem Loch von entsprechender Größe nach Wunsch des jeweiligen Kunden gebohrt worden ist. D. h., dass der obere Block des wässrigen Gelmediums ein Loch für den Samen mit einer Größe enthält, die der Größe des zu kultivierenden Pflanzensamens entspricht.
  • Alternativ kann der Kunde verschiedene Arten oberer Blöcke mit unterschiedlichen Lochgrößen lagern, wobei dann bei Verwendung ein oberer Block mit geeigneter Lochgröße gewählt und mit einem unteren Block kombiniert wird. In diesem Fall sind die Nachteile für den Kunden klein, da nur der obere Block vorrätig gehalten werden muss. Dieses marktkonforme System erleichtert andererseits dem Hersteller die effektive Erzeugung des wässrigen Gelmediums, da oberer Block oder unterer Block in Masse hergestellt werden kann, indem ein wässriges Gel mit einem Loch von geeigneter Größe herausgeschnitten wird.
  • Wenn ein oberer und ein unterer Block zu einem Medium kombiniert werden, ist es notwendig, dass das Loch für den Samen und das für das Wurzelwachstum sich wenigstens teilweise überlappen. Ist der Samen genauso klein oder kleiner als die Größe des Loches für die Wurzel, werden der obere und der untere Block so zusammengesetzt, dass die Mitte des Loches von einem davon von der des Loches des anderen Blockes verschoben ist, sodass ein ausreichender Absatz hergestellt wird, auf welchem der kleine Samen gehalten und vor dem Hinabfallen in das Loch für die Wurzel geschützt werden kann. Dadurch kann ein unterer Block mit einer festen Lochgröße einer Vielzahl von Pflanzen entsprechen.
  • Da das Loch für den Samen im oberen Block angebracht wird, während das Loch für die Wurzel im unteren Block angebracht wird, lässt sich das erfindungsgemäße wässrige Gelmedium sehr leicht herstellen. Das heißt, die Blöcke können einfach durch Zuschneiden eines massiven wässrigen Gels zu Blöcken und Durchbohren der Blöcke erhalten werden. Bei dem weiter oben beschriebenen, einen Absatz enthaltenden durchbohrten Medium γ mit einem integralen Körper mit einem Absatz für das Halten des Samens wie in Fig. 3 gezeigt, ist es demgegenüber schwierig, den Absatz 4 durch Bohren zu bilden, sodass das Medium dieses Typs tatsächlich durch ein weniger produktives Verfahren wie Gießen hergestellt wird.
  • Nachdem der in das Samenloch des oberen Blocks gelegte Pflanzensamen keimt soweit das Loch für die Wurzel durch den unteren Block in die Richtung führt, welche mit der Wachstumsrichtung einer Hauptwurzel der Pflanze übereinstimmt, wird Luft (Sauerstoff) von beiden Enden des Loches der Wurzel zugeführt: Obwohl die Hauptwurzel wächst, bis das obere Lochende verschlossen ist, ist das andere (untere) Ende immer noch offen und lässt Sauerstoff an die Wurzel heran.
  • Außer dass die Hauptwurzel direkt mit Sauerstoff versorgt wird, diffundiert dieser von der Innenwand des Loches für die Wurzel in das Innere des wässrigen Gels, das den unteren Block bildet, und wird den Nebenwurzeln und Wurzelhaaren zur Verfügung gestellt.
  • Gelbildende Mittel, die verwendet werden können, um das erfindungsgemäße wässrige Gelmedium zu bilden, umfassen Natriumalginat, Gellangummi, Xanthan, Johannisbrotkernmehl, Carboxymethylcellulose, Pektin, Gelatine, Carrageenan und Agar. Diese gelbildenden Materialien können allein oder in Kombination eingesetzt werden.
  • Natriumalginat oder Pektin kann nicht gelieren, bevor ein Vernetzungsmittel, das ein Vernetzungsion (beispielsweise Ca-Ion) wie Calciumsulfat enthält, zu dem gelbildenden System gegeben worden ist. Um die Wirkung des Vernetzungsmittels zu steuern, kann ein Natriumpolyphosphat, beispielsweise Natriumtripolyphosphat, dem gelbildenden System zugegeben werden.
  • Carboxymethylcellulose erfordert zum Gelieren die Zugabe eines Vernetzungsmittels wie Alaun.
  • Es ist eine bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsform, in das wässrige Gel ein wasserspeicherndes Mittel, ein Düngemittel oder ein fäulnisverhindemdes Mittel einzubauen.
  • Durch die Zugabe eines wasserspeichernden Mittels wird die Keimung beschleunigt, selbst wenn der Samen sonst eine lange Zeit zum Keimen braucht, und die Zufuhr von ausreichencl Wasser zum Samen unterstützt, wodurch eine erhöhte Keimungsgeschwindigkeit und eine bessere Ernte erreicht wird.
  • Durch die Zugabe eines Düngemittels wird das Wachstum beschleunigt. Während beliebige organische oder anorganische Düngemittel eingesetzt werden können, solange sie das Pflanzenwachstum fördern, müssen diejenigen, welche die Gelbildung beeinflussen oder das Gel verfestigen oder erhärten, wodurch das Pflanzenwachstum behindert wird, ausgeschlossen werden.
  • Durch Zugabe eines fäulnisverhindernden Mittels werden Fäulnisvorgänge im wässrigen Gel verhinclert. Im Ergebnis wird die Vermehrung von Elakterien verhindert, die auf Kosten des Pflanzenwachstums ginge, wodurch Pflanzenkrankheiten vorgebeugt wird. Wie zuvor beschrieben, entfällt durch das erfindungsgemä Be wässrige Gelmedium für ein Pflanzenwachstum die Notwendigkeit, dass ein Anwender eine Vielzahl von Medien mit untersclhiedlichem Durchmesser des Samenloches ann Lager hält, wodurch beim Kunden beispielsweise Kosten und Platz eingespart werden. Das erfindungsgemäße wässrige Gelmedium kann leicht hergestellt werden. Dennoch ist es frei von den Nachteilen, die mit einem nicht durchbohrten wässrigen Gelmedium verbunden sind, wie, dass die Wurzel nicht im Medium wächst und sie nicht in ausreichendem Maße mit Sauerstoff versorgt wird, wodurch ein zu langsames Pflanzenwachstum oder Absterben vermieden wird.
  • Die Erfindung wird anschließend anhand von Beispielen uncl Vergleichsbeispielen näher erläutert. Sofern nichts anderes angegeben, sind alle Prozente Gewichtsprozente.
  • Beispiele
  • Wässrige Gelmedien für die Pflanzenzucht in Beispielen und Vergleichsbeispielen wurden wie folgt hergestellt. Die Versuche wurden bei Raumtemperatur (22 bis 25ºC), sofern nichts anderes angegeben, durchgeführt.
  • Zusammensetzung A:
  • Gellangummi (gelbildendes Material) 1%,
  • Dextrin (wasserspeicherndes Mittel) 4%,
  • Calciumchlorid (Vernetzungsmittel) 1%,
  • Wasser 94%.
  • Gellangummi und Dextrin wurden zu Wasser gegeben und darin durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC gelöst. Danach wurde Calciumchlorid zugegeben und gerührt. Das System wurde freiwillig auf Raumtemperatur abkühlen gelassen, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Zusammensetzung B:
  • Xanthan (gelbildendes Material) 0,75%,
  • Johannisbrotkernmehl (gelbildendes Material) 0,75%,
  • Wasser 98,5%.
  • Xanthan und Johannisbrotkernmehl wurden durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC in Wasser gelöst, gefolgt von freiwilliger Abkühlung auf Raumtemperatur, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Zusammensetzung C:
  • Gellangumrni (gelbildendes Material) 0,4%,
  • Dextrin (wasserspeicherndes Mittel) 1,6%,
  • Xanthan (gelbildendes Material) 0,5%,
  • Johannisbrotkernmehl (gelbildenes Material) 0,5%,
  • Wasser 97%.
  • Gellangummi, Dextrin, Xantham und Johannisbrotkernmehil wurden durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC in Wasser gelöst, gefolgt von freiwilliger Abkühlung auf Raumtemperatur, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Zusammensetzung D:
  • Agar (gelbildendes Material) 1%,
  • Wasser 99%.
  • Agar wurde durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC in Wasser gelöst, gefolgt von freiwilliger Abkühlung auf Raumtemperatur, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde. Zusammensetzungen E, F und G: Die in der folgenden Tabelle 1 angegebenen Komponenten wurden miteinander vermischt, gerührt und gelöst, wobei ein wässriges Gel erhallten wurde. Tabelle 1
  • Erläuterungen:
  • 1) Steinstaub mit einer Teilchengröße von 100 bis 250 mesh wurde als Rührhilfsmittel verwendet, um ein ungleichmäßiges Koagulieren (Bildung von Pulverklumpen im resultierenden Gel) zu verhindern,
  • 2) Murashige & Skoog-Medium zugegeben als Düngemittel,
  • 3) superabsorbierendes Polymer vom Typ gepfropfte Stärke,
  • 4)fäulnisverhinderndes Mittel vom Typ organischer Sticksl:off/Schwefel.
  • Zusammensetzung H:
  • Carboxymethylcellulose (gelbildendes Material) 1,9%,
  • Alaun (Vernetzungsmittel) 0, 9%,
  • Wasser 98%.
  • Carboxymethylcellulose und Alaun wurden durch Rühren in Wasser gelöst und koaguliert, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Zusammensetzung I:
  • Pektin (gelblildendes Material) 1%,
  • Calciumchlorid (Vernetzungsmittel) 0,025%,
  • Natriumtripolyphosphat (Maskierungsmittel) 0,5%,
  • Wasser 98,475%.
  • Pektin, Calciumchlorid und Natriumtripolyphosphat wurden durch Rühren in Wasser gelöst und koaguliert, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Zusammensetzung J:
  • Gelatine (gelbildendes Mittel) 3%,
  • Wasser 97%.
  • Gelatine wurde durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC in Wasser gelöst, gefolgt von freiwilliger Abkühlung auf Raumtemperatur, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde. Zusammensetzung K:
  • Carrageenan (gelbildendes Mittel) 1%,
  • Kaliumchlorid (Vernetzungsmittel) 2%,
  • Wasser 97%.
  • Carrageenam und Kaliumchlorid wurden durch 15-minütiges Autoklavieren bei 120ºC in Wasser gelöst, gefolgt von freiwilliger Abkühlung bei Raumtemperatur, wobei ein wässriges Gel erhalten wurde.
  • Beispiele 1 bis 11 und Veraleichsbeispiele 1 bis 22
  • Aus den wässrigen Gelen mit der Zusammensetzung A bis K wurde ein wässriges Gelmedium α für die Pflanzenzucht hergestellt, das einen oberen Block α1 und einen unteren Block α2 umfasste und wovon eine perspektivische Ansicht jedes davon in Fig. 1 (a) gezeigt ist (anschließend als "zweiteiliges durchbohrtes Medium" bezeichnet). Jedes wässrige Gel wurde in Blöcke mit einer Breite von 1,7 cm, einer Länge von 1,7 cm und einer IHöhe von 0,5 cm zugeschnitten, wodurch obere Blöcke α1 erhalten wurden, und Blöcke mit einer Breite von 1,7 cm, einer Länge von 1,7 cm und einer Höhe von 2,0 cm zugeschnitten, wodurch untere Blöcke α2 erhalten wurdlen. Durch den oberen Block α1 wurde von der Oberseite bis zur Unterseite ein Loch 2 für den Samen mit einem Durchmesser von 5 mm und durch den unteren Block α2 ein Loch 3 mit einem Durchmesser von 3 mm für das Wurzelwachstum angebracht. Aufgrund dieser zweiteiligen Ausführung kann eine große Anzahl durchbohrter Medien durch Zuschneiden und Bohren leicht hergestellt werden.
  • Der obere Block α1 wurde auf den unteren Block α2 gelegt, wobei die Mitten der jeweiligen Löcher übereinstimmten, sodass durch die Differenz der Durchmesser der beiden Löcher ein ringförmiger Absatz 4, wie in Fig. 1 (b) gezeigt, gebildet wurde. Auf den Absatz 4 wurde der Samen einer Zuckerrübe gelegt und das Gelmedium in den Boden gepflanzt (Beispiele 1 bis 11).
  • Da sich der obere und der untere Block aufgrund ihrer Klebrigkeit· in innigem Kontakt miteinander befanden, wurde das zweiteilige durchbohrte Medium bei der üblichen Arbeit des Säens und des Einbringens in den Bodens auf dieselbe Weise wie ein bekanntes durchbohrtes integrales Medium mit einem Absatz gehandhabt.
  • Zum Vergleich wurde das wässrige Gel mit einer der Zusammensetzungen A bis K zu Blöcken mit einer Breite von 1,7 cm, einer Länge von 1,7 crn und einer Höhe von 2,5 cm zugeschnitten, um ein wässriges Gelmedium β (anschließend als "nicht durchbohrter Block" bezeichnet) zu bilden. Auf die Mitte der Oberseite eines jeden Blockes β wurde ein Zuckerrübensamen gelegt (siehe Fig. 2(a)), und die E3löcke wurden in den Boden eingepflanzt (Vergleichsbeispiele 1 bis 11).
  • Weiterhin wurde das wässrige Gel mit einer der Zusammensetzungen A bis K zu einen Absatz enthaltenden durchbohrten Medien y verarbeitet, die für den Samen der japanischen Klette vorgesehen waren. Die Maße des einen Absatz enthaltenden Mediums γ für die japanische Klette betrugen 1,7 cm Breite, 1,7 cm Länge und 2,5 cm Höhe, wobei das Loch für den Samen einen Durchmesser von 9 mm und eine Tiefe von 0,5 mm (Tiefe bis zum Absatz) und das Loch für das Wurzelwachstum einen Durchmesser von 3 mm hatte. In das einen Absatz enthaltende durchbohrte Medium γ wurde ein Zuckerrübensamen gelegt, und die Medien wurden in den Boden eingepflanzt (Vergleichsbeispiele 12 bis 22).
  • Vierhundert wässrige Gelmedien jedes Beispiels und Vergleichsbeispiels, in welchen sich ein Zuckerrübensamen befand und welche in den Boden eingepflanzt worden waren, wurden wachsen gelassen, wobei die Überlebensquote (Anteil der überlebenden Pflanzen zu gekeimten Pflanzen) nach 30 Tagen und 45 Tagen nach der Aussaat untersucht wurde. Die erhaltenen Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen 2 bis 4 aufgeführt. Mit "Anteil des Einwachsens" ist der Anteil an Pflanzen gemeint, deren Hauptwurzel in den nicht durchbohrten Block β eingedrungen und in diesen Block gewachsen ist, zu allen Samen, die nach 45 Tagen nach der Aussaat beobachtet wurden. Ähnliche Beobachtungen wurden an den Pflanzen durchgeführt, die auf den durchbohrten Medien der Beispiele 1 bis 11 und der Vergleichsbeispiele 12 bis 22 gezüchtet wurden. Es wurde festgestellt, dass die Hauptwurzel dieser Pflanzen in dem Loch gewachsen war, das für dieses Wachstum vorgesehen war, wie in den Fig. 1 (c) und 3(b) veranschaulicht. Tabelle 2 Tabelle 3 Tabelle 4
  • Wie den Tabellen 2 bis 4 zu entnehmen, weisen die Pflanzen, die im erfindungsgemäßen zweiteiligen durchbohrten Medium gezüchtet worden waren, einen hohen Keimungsanteil und eine hohe Überlebensquote auf. Die Ergebnisse der Pflanzen der Vergleichsbeispiele 12 bis 22 sind schlechter als diejenigen der Beispiele 1 bis 11, was den Keimungsanteil und die Überlebensquote betrifft, wahrscheinlich aufgrund des Durchmessers des Samenloches des einen Absatz enthaltenden durchbohrten Mediums γ, das in den Vergleichsbeispielen 12 bis 22 verwendet wurde, der nicht zu einem Zuckerrübensamen passt.
  • Beispiele 12 bis 29 und Verpleichsbeispiele 23 bis 34
  • Während düe Verwendung eines Mediums, das für verschiedene Samenarten bestimmt ist, schlechtere Ergebnisse bringt, wie in den Vergleichsbeispielen 12 bis 22 gezeigt, variiert die Größe eines Samens nicht nur unter verschiedenen Arten, sondern auch unter Individuen derselben Art. Unter diesem Gesichtspunkt wurde die Größenverteilung bei kommerziellem Spinatsamen untersucht, indem er mit einem 3-mm-Maschen-Sieb und einem 5-mm-Maschen-Sieb in drei Gruppen unterteilt wurde. Das heißt, die Anzahl der Samen, die durch ein 3-mm-Maschen-Sieb gingen (anschließend als "kleine Samen" bezeichnet), die Anzahl der Samen, die durch ein 5-mm-Maschen-Sieb und nicht durch ein 3-mm-Nlaschen-Sieb gingen (anschließend als "mittlere Samen" bezeichnet) und die Anzahl der Samen, die nicht durch ein 5-mm-Maschen-Sieb gingen (anschließend als "große Samen" bezeichnet), wurde gezählt, wobei die Ergebnisse von Tabelle 5 erhalten wurden. Tabelle 5
  • Damit wurde nachgewiesen, dass Samen derselben Art beträchtlich in der Größe variieren. Es ist bei Samenerzeugern selten, dass sie ihre Samen mit einer regelmäßigen Größe verkaufen.
  • Das erfindungsgemäße wässrige Gelmedium entspricht leicht Samen mit einer solchen breiten Größenverteilung. Um dies zu demonstrieren, wurde folgender Versuch durchgeführt.
  • Die in Tabelle 5 aufgeführten klassierten Spinatsamen wurden jeweils in ein erfindungsgemäßes zweiteiliges durchbohrtes Medium γegeben, dessen Samenloch einen Durchmesser von 3 mm, 5 mm bzw. 7 mm hatte. Die den Samen enthaltenden Medien (400 Samen pro Medium) wurden in einen Brutkasten gelegt, mit feuchtem Papier bedeckt und 24 Stunden lang stehen gelassen. Danach wurden die Medien in ein Feld eingebracht (Vulkanascheerde), mit einer Motorhacke mit Abständen von 40 mm zwischen den Pflanzen gepflanzt und mit Erde mit einer Dücke von 5 mm bedeckt und leicht von Hand angedrückt (2. Okt. 1995). Um die Einheitlichkeit der Keimzeit zu zeigen, wurde der Keimungsanteil (Austreiben über die Erde) nach 3 Tagen, 5 Tagen und I
  • 7 Tagen nach der Aussaat für jede aus 400 Samen bestehende Gruppe untersucht. Nach 15 und 30 Tagen nach Aussaat wurde ebenfalls der Wachstumsanteil für jede Gruppe untersucht. Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 dargestellt.
  • Zum Verglelich wurden dieselben Versuche unter Verwenclung des nicht durchbohrten Blocks p (Vergleichsbeispiele 23 bis 31) am selben Tag durchgeführt. Weiterhin wurden am selben Tag 400 Spinatsamen pro Fläche direkt in der Erde ausgesät (Vergleichsbeispiele 32 bis 34). Keimungsanteil und Wachstumsanteil der Samen dieser Vergleichsbeispiele sind in der folgenden Tabelle 7 aufgeführt. Tabelle 6 Tabelle 7
  • Wie den Tabellen 6 und 7 zu entnehmen, wird durch die Verwendung eines wässrigen Gelmecliums ein höherer Überlebensanteil als beim direkten Säen in die Erde erreicht, wobei mit den durchbohrten wässrigen Gelmedien noch höhere Überlebensanteile als mit den nicht durchbohrten wässrigen Gelmedien erreicht werden. Die Ergebnisse von Tabelle 6 zeigen auch, dass bessere Ergebnisse, was die Einheitlichkeit der Keimzeit und des Keimungsanteils betrifft, unter Verwendung eines oberen Blockes mit einem Loch für den Samen, dessen Durchmesser sich der Größe des Samens am weitesten annähert, bessere Ergebnisse erzielt werden können.
  • Aus den beschriebenen Versuchen ist zu entnehmen, dass das erfindungsgemäße wässrige Gelmedium αufgrund der Leichtigkeit des Anbringens eines Loches mit dem entsprechenden Durchmesser für den Samen eine große Bedeutung besitzt.

Claims (8)

1. Wässriges Gelmedlum für das Züchten einer Pflanze, welches einen oberen Block (α1) und einen unteren Block (α2) umfasst, wobei der untere Block ein Loch (3) für das Wachstum einer Wurzel der Pflanze besitzt.
2. Wässriges Gelmedium nach Anspruch 1, wobei das Loch (3) für das Wurzellwachstum durch den unteren Block in der Richtung führt, die mit der Wachstumsrichtung der Hauptwurzel der Pflanze übereinstimmt.
3. Wässrüges Gelmedium nach Anspruch 1, wobei der obere Block ein Loch (2) für den Samen mit einer Größe besitzt, die der Größe eines Samens (1) der zu säenden Pflanze entspricht.
4. Wässrüges Gelmedium nach Anspruch 3, wobei das Loch (2) für den Samen und das für das Wurzelwachstum überlappen.
5. Wässriges Gelmedium nach Anspruch 1, wobei das wässrige Gel durch mindestens einen von Natriumalginat, Gellangummi, Xanthan, i Johannisbrotkernmehl, Carboxymethylcellulose, Pektin, Gelatine, Carrageenän und Agar gebildet ist.
6. Wässriges Gelmedium nach Anspruch 1, das ferner ein wasserspeicherndes Mittel enthält.
7. Wässriges Gelmedium nach Anspruch 1, das weiterhin ein Düngemittel enthält.
8. Wässriges Gelmedium nach Anspruch 1, das außerdem ein fäulnishemmendes Mittel enthält.
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