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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich im weiteren Sinne auf Verfahren
zur Schaffung neuer Katalysatoren, insbesondere Enzyme oder Biokatalysatoren
mit hoher Umsatzrate, unter Verwendung von nicht-menschlichen Tieren
mit geänderter
Keimbahnsequenz. Genauer bezieht sich die Erfindung auf Verfahren
für das
Fördern
einer schnellen Evolution oder Diversifizierung der Spezifitätsbereiche
eines Enzyms. Das Verfahren kann verwendet werden, um Antikörper mit
katalytischer Aktivität
herzustellen, indem eine funktionelle katalytische Einheit oder
ein wesentlicher Teil davon in einen Antikörpergen-Genort einer Keimbahn
kodiert wird. Und noch genauer bezieht sich die Erfindung auf die
Platzierung und Segmentierung der enzymatischen Sequenzen in den
Antikörpergen-Loci.
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Hintergrund
der Erfindung
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Über das
letzte Jahrzehnt wurde die Forschung der Produktion nützlicher
Antikörper
mit katalytischer Aktivität
gewidmet. Solche Antikörper
sind allgemein bekannter als katalytische Antikörper oder Abzyme. Katalytische
Antikörper
mit erhöhen
Umsatzraten im Vergleich zu nicht katalysierten Reaktionsraten wurden
von einer Reihe an Forschergruppen berichtet. (Siehe Suzuki et al., "Recent advances in
abzyme studies",
115(4), Journal of Biochemistry, 623–8 (1994); Titmas et al., "Aspects of antibody
catalyzed primary amide hydrolysis", 47(2–3), Applied Biochemistry & Biotechnology,
277–90
(1994). Siehe auch US-Patente Nrn. 5,037,750 und 5,156,965 von Schochetman
und Massey, welche ein Verfahren für die Erhöhung der Rate chemischer Reaktionen
lehren, das die Umwandlung von wenigstens einem Reaktanden zu wenigstens
einem Produkt umfasst.
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In
einigen Fällen
wurden bloße
Geschwindigkeitssteigerungen gegenüber nicht katalysierten Reaktionsraten
erreicht (siehe Thorn et al., "Large rate
accelerations in antibody catalysis by strategic use of haptenic
charge", 373, Nature,
228–30
(1995). Insoweit wurde jedoch kein generisches Mittel gefunden,
um traditionelle Labortechniken zu verwenden, um hocheffiziente,
spezifische Katalyse mit katalytischen Antikörpern zu erzeugen.
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Die
traditionellen Labortechniken für
die Erzeugung eines katalytischen Antikörpers geschieht durch die Verwendung
von Übergangszustandanaloga
(TSA) (siehe US-Patent Nr. 4,792,446 von Kim und Kallenbach). TSA
ist ein stabiles Mimetikum der instabilen Zwischenproduktkonformation
eines reagierenden Moleküls.
Tiere werden mit TSA in der Hoffnung immunisiert, Antikörper zu
erzeugen, die wegen ihrer Fähigkeit,
die TSA zu binden, die Fähigkeit
haben könnten,
den Übergangszustand
des Reaktionsmittels zu stabilisieren und die Bildung des gewünschten
Produktes zu katalysieren. Hybridome werden dann durch Untersuchung
der gewünschten katalytischen
Aktivität
gescreent.
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Das überwältigende
Problem, das die katalytische Antikörperentwicklung in der großen Mehrheit an
Fällen
plagte, ist das Fehlen hoher Umsatzraten. Mit der Ausnahme von seltenen
Fällen
sind katalytische Antikörper
um Größenordnungen
langsamere Katalysatoren als ähnliche
in der Natur gefundene Enzyme.
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Kürzlich wurden
jedoch Selektionsverfahren verwendet, um katalytische Antikörper zu
erzeugen (siehe Smiley et al., "Selection
of catalytic antibodies for a biosynthetic reaction from a combinatorial
cDNA library by complementation of an auxtrophic Escherichia coli:
antibodies for orotate decarboxylation", 91(18), Proceedings of the National
Academy of Sciences of the United States of America, 8319–23 (1994),
Janda et al., "Direct
selection for a catalytic mechanism from combinatorial antibody
libraries", 91(7),
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States
of America 2532–6).
Solche Verfahren verwenden Selektionsdruck, um Antikörper mit
gewünschten
Eigenschaften zu isolieren, anstelle von mühsameren Screeningtechniken.
Zum Beispiel können
katalytische Antikörper,
die die Bildung eines zellulären
Wachstumsfaktors katalysieren, in einer Zelle selektiert werden,
die für
einen solchen Wachstumsfaktor auxotroph ist.
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Fortschritte
in der Molekular- und Zellbiologie gaben Forschern die Fähigkeit,
die genetische Zusammensetzung der Keimbahn einer Reihe von Tieren
zu verändern.
Stücke
von Genen, ganze Gene und/oder chromosomale Bereiche können selektiv deletiert
oder hinzugefügt
werden. Kürzlich
wurden diese transgenen/Knock-out-Techniken verwendet, um menschliche
Proteine in anderen Arten zu produzieren. Insbesondere war es möglich, menschliche Antikörper in
Nagern zu produzieren (siehe Green et al., "Antigen-specific human monoclonal antibodies from
mice engineered with human Ig heavy and light chain YAC's", 7(1), Nature Genetics, 13–21 (1994); Lonberg
et al., "Antigen-specific
human antibodies from mice comprising four distinct genetic modifications", 368 (6474), Nature,
856–9
(1994); Taylor et al., "A
transgenic mouse that expresses a diversity of human sequence heavy
and light chain immunoglobulins",
20–23,
Nucleic Acids Research, 6287–95 (1992)).
Die internationalen Patentanmeldungen WO 91/10741, WO 94/25585 und
WO 92/03918 diskutieren ebenfalls die Diversität der menschlichen Sequenz
der schweren und leichten Ketten von Immunglobulinen. Die Fähigkeit,
menschliche Antikörper
in Nagern zu produzieren, erlaubt die kontrollierte Produktion therapeutischer
Antikörper
mit niedriger Immunogenität.
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In
einer Extension des traditionellen Verfahrens der katalytischen
Antikörpertechnik
für die
Erhöhung
der Antikörperbindungsaffinität an enzymatisch relevante
Konformationen und Cofaktoren wurden transgene Tiere verwendet,
um die Metallionenbindungsfähigkeiten
des Antikörpers
an die Keimbahn zu erhöhen.
Metallionen werden als Cofaktoren für zahlreiche Enzyme verwendet
und es wurden transgene Mäuse
erzeugt, um Metallkationen effektiver zu binden (siehe Sarvetnick
et al., 1993, "Increasing
the chemical potential of the germ-line antibody repertoire", 90(9), Proceedings
of the National Academy of Sciences of the United States of America,
4008–11; WO
94/25586).
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In
der vorliegenden Erfindung schlägt
der Anmelder, eher als die Förderung
der Bindung, wie es in den vergangenen Studien getan worden ist,
die Integration funktioneller katalytischer Einheiten in die Keimbahnzusammensetzung
eines nicht-menschlichen Tieres vor, so dass die Sequenzen, welche
die spezifitätsbestimmenden
Bereiche der enzymatischen Aktivität kodieren, in einer analogen
Art zu variablen Bereichen von Immunglobulinen diversifiziert werden.
Solch ein Ansatz löst
das Problem der niedrigen Umsatzrate oder niedrigen katalytischen
Aktivität.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Erzeugung katalytischer
Antikörper
mit einer Enzymaktivität
bereit, umfassend:
- (a) das Isolieren einer
Sequenz einer funktionellen katalytischen Einheit aus einem Enzym;
- (b) das Inserieren dieser Sequenz in eine Keimbahn eines nicht-menschlichen
Tieres, so dass die Sequenz eine Diversifizierung des variablen Bereiches
des Antikörpers
durchmacht; und
- (c) das Identifizieren der erzeugten Antikörper mit dieser enzymatischen
Aktivität.
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Die
Erfindung stellt auch ein neues Verfahren zur Nutzung von transgenen/Knock-out-Keimbahn-Veränderungstechniken
dar, um Sequenzen zu implantieren, die für funktionelle katalytische
Domänen
und/oder Strukturen in der Antikörperkeimbahnsequenz
eines nicht-menschlichen
Tieres kodieren.
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In Übereinstimmung
mit einem Aspekt der vorliegenden Erfindung sind solche Sequenzen,
die für
funktionelle katalytische Domänen
und/oder Strukturen kodieren, Sequenzen bekannter Enzyme mit der
gewünschten
katalytischen Funktion (z. B. Hydrolyse einer Peptidbindung), jedoch
mit der Spezifität,
die von dem gewünschten
katalytischen Antikörper
verschieden ist.
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In
noch einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung werden die
Sequenzen, die für
die Spezifitätsbereiche
des implantierten funktionellen Enzyms kodieren, in die Keimbahn
des nicht-menschlichen Tieres inseriert, um den CDR-Bereichen des
Antikörpers
zu entsprechen, um die schnelle Evolution/Diversifikation der Spezifitätsbereiche
des Enzyms zu fördern.
Die Erfindung liegt auch in der transgenen Implantation funktioneller
katalytischer Einheiten oder Enzyme in anderen (nicht antikörper-) chromosomalen
Bereichen mit einer hohen Mutationsrate (z. B. T-Zellrezeptor-Gensequenzen).
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In
noch einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung sorgt das Verfahren
für eine
wechselnde Anordnung chimärer
Antikörper/Enzymstrukturen. Die
Platzierung und Segmentierung der enzymatischen Sequenz ermöglicht die
Produktion einer Vielzahl von Antikörper/Enzymstrukturen.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt "DNS-Erkennungssequenzen
für Rekombinasen,
welche die IgG-Genumordnung vermitteln. Konservierte Heptamer-(7bp)-
und Nonamer-(9pb)-Sequenzen, getrennt durch 12 oder 13 Basenpaar-Spacersequenzen,
werden benachbart zu V- und J-Exons oder V-, D- und J-Exons (in
dem H-Ketten-Genort) lokalisiert. Rekombinasen erkennen diese Regionen
voraussichtlich und bringen die Exons zusammen, wodurch Schleifen
nicht-kodierender, dazwischen liegender DNS gebildet werden, die
ausgeschnitten werden, und die Exons werden verbunden. Alternativ
können
die Exons durch einen Vorgang der Inversion verbunden werden, gefolgt von
Exzision und Ligation".
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2 erläutert einen
Vergleich der Strukturen der konstanten und variablen Domänen von
Immunglobulinen, β-Stränge, die
als 1–7 bezeichnet worden
sind, haben dieselbe Topologie und haben ähnliche Strukturen. Es gibt
zwei zusätzliche β-Stränge in der
variablen Domäne.
Die Schleife zwischen diesen Strängen
enthält
den hypervariablen Bereich CDR2. Die verbleibenden CDR-Bereiche
befinden sich am selben Ende der Tonne in den Schleifen, welche
die β-Stränge 2 und 3 und
die Stränge 6 und 7 verbinden.
Eine Disulfidbindung überbrückt den Strang 2 in
einem Faltblatt mit dem Strang 6 in dem anderen Faltblatt,
sowohl in den konstanten als auch in den variablen Domänen.
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3 ist
eine Ansicht der konstanten Domänen
von Immunglobulinen, die zu einer komprimierten antiparallelen β-Tonne gefaltet
sind, ausgebildet aus einem dreisträngigen β-Faltblatt, das gegen ein viersträngiges β-Faltblatt
gepackt wird (a). Die topologischen Diagramme (b) zeigen die verbundenen Greek-Key-Motive
dieser Faltung.
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4 ist
ein topologisches Diagramm der Domänenstruktur von Chymotrypsin.
Die Kette wird in ein Greek-Key-Motive gefaltet, gefolgt von einem Haarnadel-Motiv,
die als eine sechssträngige
antiparallele β-Tonne
angeordnet sind.
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5 ist
ein Diagramm der Zubereitung von (a) pVHLYSneo und (b) pJHLYShyg.
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6 ist
ein Diagramm der Zubereitung von (a) pVKLYSneo und (b) pJKLYShyg.
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7 ist
ein Flussdiagramm, das das Kreuzen von Mäusen zeigt, welche Nachfahren
erzeugen, die homozygot bezüglich
den inaktiven Genorten der schweren Kette sind, die jedoch die lysozym-modifizierten
Mini-Genorte der schweren Kette enthalten.
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8 ist
ein Flussdiagramm, das das Kreuzen von Mäusen zeigt, welche Nachfahren
erzeugen, die homozygot bezüglich
den inaktiven Genorten der schweren Kette und der leichten Kette
sind, die jedoch die lysozym-modifizierten Mini-Genorte der schweren
Kette enthalten.
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9 ist
ein Flussdiagramm, das das Kreuzen von Mäusen zeigt, welche Nachfahren
erzeugen, die homozygot bezüglich
den inaktiven Genorten der leichten Kette sind, die jedoch die lysozym-modifizierten
Mini-Genorte der leichten Kette Kappa enthalten.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
folgenden Definitionen sind notwendig für ein sauberes Verständnis der
Erfindung:
- • Ein
katalytischer Motor ist eine funktionelle katalytische Einheit,
die in der Lage ist, die Rate einer Reaktion zu ändern.
- • Ein
evolutionärer
Startpunkt wird definiert als eine Sequenz (oder ein Protein, das
durch diese Sequenz kodiert wird), welche für eine gewünschte Eigenschaft kodiert
oder eine gewünschte
Eigenschaft hat oder eng verwandt ist mit einer Sequenz oder einem
Protein mit solch einer Eigenschaft (z. B. katalytische Aktivität).
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Wie
in der WO 93/19170 von Wohlstadter offenbart, können evolutionäre Startpunkte
verwendet werden, um Enzyme und/oder andere Biokatalysatoren (z.
B. Ribozyme) mit hohen Umsatzraten zu produzieren. In einem weiten
Sinne können
Enzyme und/oder andere Biokatalysatoren als zwei Funktionalitäten aufweisend
erachtet werden: das katalytische Zentrum, welches die Katalyse
antreibt (katalytischer Motor), und die umgebenden Spezifitätsbereiche,
die die Substrat- oder Reaktandenselektivität des Enzyms bestimmen. Es
wurde empirisch herausgefunden, dass funktionelle katalytische Domänen oder
katalytische Motoren gemeinsam sind für Enzyme mit unterschiedlicher
Spezifität
(siehe Branden et al., "Introduction
to protein Structure",
Garland Publishing (1991)). Diese empirischen Daten legen nahe, dass
es effektiver ist, eine funktionelle katalytische Domäne oder
funktionellen katalytischen Motor zu erhalten und die Spezifitätsdomänen zu entwickeln, um
Enzyme für
neue Substrate zu schaffen, als unterschiedliche katalytische funktionelle
Einheiten zu entwickeln. Effiziente Biokatalysatoren benötigen eine
präzise
strukturelle Orientierung spezifischer chemischer Einheiten und
benötigen
oftmals eine komplexe serielle zeitliche und räumliche Wechselwirkung mit
dem Reaktandensubstrat (siehe Walsh, "Enzymatic Reaction Mechanisms", Freeman and Co.
(1979)). Das einfache Binden an eine spezifische Molekülstruktur
kann durch eine Reihe unterschiedlicher Moleküle durchgeführt werden. Dies wird am besten
veranschaulicht durch Antikörper.
Viele im Wesentlichen unterschiedliche Antikörpersequenzen/-strukturen sind
der hochaffinen Bindung an dasselbe Antigenepitop fähig. Weitere
empirische Nachweise legen nahe, dass die strengen komplexen Anforderungen,
die benötigt
werden, um eine funktionelle katalytische Einheit zu schaffen, die
Zahl klinischer/struktureller Konformationen, die in der Lage sind,
Katalyse durchzuführen,
dramatisch begrenzt, wohingegen viele unterschiedliche chemische/strukturelle
Konformationen eine im Wesentlichen ähnliche Bindungsaffinität verleihen
können.
Zum Beispiel entwickeln unterschiedliche Proteine im Wesentlichen ähnliche
funktionelle katalytische Mechanismen. Obwohl die primären Aminosäuresequenzen solcher
Enzyme nicht verwandt sind, entwickeln sie konvergent denselben
katalytischen Mechanismus (siehe Brandem). Die Evolutionsdaten zeigen,
dass es evolutorisch effizienter ist, um einen Biokatalysator mit
einer neuen Spezifität
zu schaffen, eine existierende funktionelle katalytische Einheit
zu nutzen und die spezifitätsbestimmenden
Bereiche zu entwickeln, um die gewünschte Substratselektivität zu erreichen,
da nur ein vergleichsweise beschränkterer Satz an chemischen/strukturellen
Konformationen in der Lage ist, eine hocheffiziente katalytische
Einheit zu bilden. Die gegenwärtige
Erfindung liegt in der erhöhten
Effizienz der Schaffung von Antikörpern mit katalytischer Aktivität, indem
die Antikörperkeimbahnsequenz
eines nicht-menschlichen Tieres geändert wird, um für eine funktionelle
katalytische Einheit oder im Wesentlichen Alles einer funktionellen
katalytischen Einheit oder eines Enzyms zu kodieren.
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Eine
Reihe unterschiedlicher Übergangszustandsanaloga
wurden synthetisiert und verwendet, um Labortiere zu immunisieren.
TSAs und andere Immunogene variierender Strukturen und Ladung wurden
verwendet, um Antikörper
mit katalytischer Aktivität
mit variierenden komplementären
Formstrukturen und komplementären
Ladungsstrukturen zu erzeugen (z. B. siehe Suzuki, Thorn; US-Patente Nrn.
4,792,446, 4,963,355, 5,156,965, 5,401,641, 5,318,897). TSAs können auch
mit ausgedehnten Strukturen erzeugt werden, um vollständiger die Struktur
des gewünschten
Substrats nachzuahmen, um die Selektivität zu erhöhen. Zusätzlich kann Immunisierung durchgeführt werden
unter Verwendung von Suizidsubstratinhibitoren (Substrate, die kovalent
an funktionelle katalytische Domänen
binden). Eine Reihe von Antigenen können in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden. In Abhängigkeit von
dem gewünschten
Grad an Selektivität
können Antigene
mit genauerer und/oder ausgedehnterer Ähnlichkeit mit dem gewünschten
Substrat verwendet werden.
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In
einigen Fällen
kann das gesamte Substrat mit nur geringen Änderungen genutzt werden oder
in anderen Fällen
kann das Substrat selber genutzt werden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung werden Enzyminhibitoren und/oder Suizidsubstrate als Antigene
oder Bestandteile von Antigenen genutzt. In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung werden Enzyminhibitoren und/oder Suizidsubstrate in
das Substrat oder ein Analogon davon an der gewünschten Stelle der katalytischen
Wirkung auf das Substrat integriert.
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In
den letzten etlichen Jahren erlaubten Fortschritte in der transgenen/Knock-out-Keimbahnänderung
die Produktion nicht-menschlicher Tiere mit variierten Eigenschaften.
Eine Reihe unterschiedlicher Gruppen waren in der Lage, die Keimbahn
von Antikörpergenen
zu ändern,
um menschliche Antikörper in
anderen Arten zu produzieren. Wie einem Fachmann bekannt ist, können neue
Gene und/oder Sequenzen in die Keimbahn eines Tieres eingeführt werden
und/oder endogene Gene und/oder Sequenzen können inaktiviert, unterbrochen
und/oder deletiert werden. In der vorliegenden Erfindung werden solche
Keimbahnänderungstechniken
verwendet, um eine funktionelle Enzymsequenz zu inserieren, um ein
chimäres
Antikörper-Enzym-Molekül zu schaffen,
so dass der Enzymanteil des chimären
Proteins eine immunologische Evolution und Selektion durchmacht,
wodurch Antikörper
mit der gewünschten
enzymatischen Aktivität
erzeugt werden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind
sowohl die Antikörpersequenzen
als auch die Enzymsequenzen menschliche Sequenzen, um die mögliche Immunogenität des resultierenden
katalytischen Antikörpers
zu limitieren. In einem Ausführungsbeispiel
kann die Verwendung von künstlichen Hefechromosomen
verwendet werden.
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Antikörper sind
aus etlichen Immunglobulindomänen
zusammengesetzt, die kovalent zu der gemeinhin als "Y-förmig" bekannten Struktur
der beiden schweren Ketten und der beiden leichten Ketten zusammengeheftet
sind. Jede schwere Kette und jede leichte Kette enthält eine
variable Immunglobulindomäne
und die verbleibenden Immunglobulindomänen sind konstante Domänen. Obwohl
sie leicht unterschiedlich in der Struktur sind, haben sowohl die variablen
als auch die konstanten Domänen
antiparallele β-Tonnen-Tertiärstrukturen
(siehe 1). Von den Schleifen, welche die β-Stränge in den
variablen Domänen,
die als CDR1, CDR2 und CDR3 (komplementaritätsbestimmende Regionen 1, 2
und 3) bezeichnet werden, verbinden, findet man, dass sie weit unter
den Antikörpern
variieren und Antikörperspezifität verleihen.
Antikörperdiversität wird durch
eine Reihe an Mittel erzeugt. Zum Beispiel kann die Diversität erzeugt
werden durch (1) mehrfache unterschiedliche Keimbahngene, (2) kombinatorische
Diversität,
(3) Verbindungsdiversität,
einschließlich
(a) ungenauer DNS-Umordnung und (b) N-Bereichsdiversifikation, (4) variierende
Kombinationen von Proteinen der schweren und leichten Kette und
(5) somatische Mutation (siehe Abbas et at, "Cellular and Molecular Immunology Second
Edition", Saunders
Co. (1994); Paul, "Fundamental
Immunology Third Edition",
Raven Press (1993)). Durch die saubere Einfügung des Enzyms oder der funktionellen
katalytischen Einheit in die Keimbahn werden solche Diversifizierungsmechanismen
dem enzymatischen Teil des Antikörper-Enzym-Proteins
auferlegt. Zum Beispiel können
die V-, D- und J-Bereiche eines Antikörpers mit Sequenzen eines bekannten
menschlichen Enzyms ersetzt werden. Die Intron-Konfiguration des Antikörper-Genortes
wird aufrechterhalten, um eine ausgedehnte Diversifizierung zu begünstigen.
Zum Beispiel werden repetitive Sequenzen (Nanomer und Heptamer)
ebenso wie Intron-Beabstandung aufrechterhalten (siehe 1).
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Die
Erfindung bezieht sich auch auf die Platzierung und Segmentation
der enzymatischen Sequenz. Zum Beispiel werden jene Domänen der
inserierten Enzymsequenz, die räumlich
in dem aktiven Zentrum oder um das aktive Zentrum herum lokalisiert
sind, und/oder jene Reste, die eine Rolle bei der ausgedehnten spezifischen
Substratbindung spielen können,
in jenen Bereiche platziert, die zur höchsten Diversifizierung fähig sind
(z. B. die CDR-Regionen). Zum Beispiel faltet Chymotrypsin auch
zu einer antiparallelen β-Tonne
wie eine Immunglobulindomäne (siehe 2 und 3).
Das aktive Zentrum und Substratspezifitätsbereiche sind in der Proteinsequenz
lokalisiert, welche die β-Stränge der β-Tonne überbrücken, wie
es die CDR-Regionen in einem variablen Bereich eines Immunglobulins
sind.
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Die
Erfindung liegt auch in einer variierenden Anordnung von chimären Antikörper/Enzymstrukturen.
In einem Ausführungsbeispiel
ersetzen die enzymatischen Sequenzen eine oder vielfache variable Domänen. Weitere
vielfach unterschiedliche enzymatische Sequenzen können in
die Keimbahn auf eine analoge Weise zu den multiplen variablen V-,
D- und J-Regionen integriert werden, um eine extensiv geänderte Keimbahn
zu schaffen und um die Diversifizierung weiter zu erhöhen. In
einem anderen Ausführungsbeispiel
kann die enzymatische Sequenz mit inserierter Intron-Beabstandung
und Signalsequenzen der variablen Region in die Keimbahn eingefügt werden,
um die enzymatische Domäne
als eine aminoterminale Fusion einzubauen. In einem anderen Ausführungsbeispiel
können
solche aminoterminalen enzymatischen Fusionen variable Regionen
von Antikörpern
haben, die mit konstanten Immunglobulinbereichen ersetzt worden
sind, wodurch die Diversifizierung nur auf die enzymatische Region
begrenzt wird. In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung
werden Sequenzen, die für
enzymatische Funktionalität
kodieren, in den Antikörper-Genort
der Keimbahn inseriert, so dass die Enzymsequenz Gegenstand der
Diversifizierung des variablen Bereichs von Immunglobulin ist, sie
jedoch nicht kovalent mit einer Immunglobulindomäne verknüpft ist. Eine weite Reihe solch
unterschiedlicher Strukturen kann in der Erfindung von einem Fachmann
genutzt und angewandt werden.
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Die
Erfindung liegt auch in dem Verfahren der und der Sequenz zur Herstellung
katalytischer Antikörper
unter Verwendung der nicht-menschlichen Tiere der Erfindung mit
geänderter
Keimbahn. Zum Beispiel kann die Immunisierung mit einer Reihe unterschiedlicher
TSA-Typen, Inhibitoren und/oder Suizidsubstraten (siehe Suzuki,
Thorn; US-Patente Nrn. 4,792,446, 4,963,355, 5,156,965, 5,401,641)
in einer aufeinander folgenden Weise durchgeführt werden, um Antikörper mit
steigender Affinität
auszulösen.
In anderen Ausführungsbeispielen
wird nach der Immunisierung der nicht-menschlichen Tiere der Erfindung eine
resultierende enzymatische Antikörpersequenz transgen
in die Keimbahnsequenz eines anderen nicht-menschlichen Tieres integriert. Zum
Beispiel kann diese Technik bei der schrittweisen iterativen Evolution
eines katalytischen Antikörpers
nützlich sein.
Auf diesem Wege kann der evolutionäre Fortschritt auf einem Keimbahnniveau
fortgeführt
werden.
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Das
Immunsystem selektiert Antikörper
auf der Basis der Bindungsaffinität und/oder Bindungskinetiken.
Es wird ein Enzym mit hohen Umsatzraten benötigt, um den Reaktanden zu
binden, die Bildung des Produktes zu katalysieren und das Produkt
zu entlassen, um einem anderen Reaktanden Zugang zu dem funktionellen
aktiven Zentrum des Enzyms zu ermöglichen. Während ein Enzym mit hoher Umsatzrate
die Freisetzung des Produktes erfordert, wird ein Antikörper für die hohe
Bindungsaffinität
selektiert. In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
die transgen eingefügte
enzymatische oder katalytische funktionelle Einheit selektiv mit
einem vergleichsweise kleinen Satz an Mutationen geändert, um
die katalytische Aktivität
wesentlich zu erniedrigen (z. B. Mutation der katalytischen Triade-Reste
einer Serinprotease). Auf diesem Wege kann das Substrat von Interesse
als ein Antigen verwendet werden und eine Selektivität für das gewünschte Substrat kann
erreicht werden. Nach der Selektion auf Bindung/Selektivität wird der
kleine Satz an Mutationen wieder umgekehrt (z. B. durch spezifische
Mutation, in-vitro-Screening, Selektion etc.), um die katalytische
Umsatzrate zu erhöhen.
Der resultierende katalytische Antikörper kann noch weiter selektiert
werden unter Verwendung eines enzymatischen Inhibitors, Suizidsubstraten
und/oder TSAs.
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Die
Erfindung liegt in der iterativen Immunisierung nicht-menschlicher
Tiere mit geänderter Keimbahn
der Erfindung und auch in der simultanen Immunisierung mit multiplen
Antigenen. Iterative Immunisierung kann dasselbe Antigen oder unterschiedliche
Antigene verwenden, um den Fortschritt der Immunantwort maßzuschneidern.
Multiple Antigene können
simultan zugeführt
werden, um die Immunantwort wie gewünscht zu beeinflussen. Viele Techniken
sind für
einen Fachmann zugänglich,
um die Antikörperproduktion
zu optimieren. Zum Beispiel können
Hilfsmittel verwendet werden, um eine Immunantwort zu erhöhen.
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Die
Antikörper
mit enzymatischer Aktivität der
vorliegenden Erfindung können
durch im Stand der Technik bekannte Techniken modifiziert werden. Zum
Beispiel kann die dreidimensionale strukturelle Information für gezielte
Modifikationen der katalytischen Antikörper verwendet werden. In einem
weiteren Beispiel können
in-vitro-Mutagenese und Screening und/oder Selektion angewandt werden,
um die enzymatischen Antikörper
der vorliegenden Erfindung weiter zu entwickeln.
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Die
Vorbildung eines gewissen Grades an Diversität kann für die Selektion der gewünschten Enzymaktivität unter
Verwendung der Verfahren der Erfindung vorteilhaft sein. Beispiele
an Mutageneseverfahren, um Enzymgen-Fragmente mit erhöhter Diversität durch
Erzeugen einer Anzahl abweichender und mutierter Genfragmente für den Einbau
anstelle von multiplen Immunglobulin-Genelementen, das heißt V-, D-
und/oder J-Regionen, zu erzeugen, folgen unten. In den Immunglobulin-Genorten
wird die existierende Diversität
verwendet und an Verfahren für
die Schaffung von Diversität
angepasst. Folglich wäre
es vorteilhaft, vielfache Kopien der Enzymfragmente von Interesse
einzuführen,
um den Mechanismus der Diversitätsselektion
auf eine ähnliche
Weise zu erhöhen,
wie jene, die bei der Erzeugung der Antikörperdiversität verwendet
wird.
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Im
Stand der Technik sind zahlreiche Mutageneseverfahren für die Erzeugung
von Diversität bekannt.
In einem Verfahren wird eine synthetische Genkonstruktion unter
Verwendung von "dotierten" Sequenzen gemacht,
die die Sequenz des katalytischen Motors von Interesse enthalten,
jedoch mit den Basen, die bei der Synthese der Oligonucleotide verwendet
worden sind, welche mit den anderen drei Basen zu einem niedrigen
Grad, typischerweise von 0,1 bis 10%, dotiert worden sind. Bei dieser
Synthese ist das katalytische Zentrum nicht Gegenstand der Mutation
oder ist Gegenstand der Mutation nur zu einem geringeren Grad im
Vergleich mit den anderen Sequenzen. Dieses Verfahren erzeugt eine
Familie an Sequenzen, die an jeder Base nur zu 0,1 bis 10% der Zeit
mutiert sind, basierend auf der Ausgangssequenz. Diese synthetischen
Oligonucleotide werden dann zu dem endgültigen Gen unter Verwendung
von verschiedenen Standardverfahren zusammengebaut.
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In
einem alternativen Verfahren würde
das Gen von Interesse ebenfalls wie oben umrissen unter Verwendung
von synthetischen Oligonucleotiden konstruiert werden, nun jedoch
mit sehr definierten Anteilen der Sequenz, die spezifische Stellen
einbaut, welche bezüglich
der möglichen
Codons vollständig
randomisiert sind. Dies kann durch die Verwendung von gemischten
Basen erreicht werden, die bei der Synthese des Oligonucleotids
verwendet werden, oder durch die Verwendung von zuvor gemachten
Codons, die während
der Synthese der Oligonucleotide für die Gensynthese verwendet
werden. Diese mutierten Genfragmente würden. dann dem Zusammenbau
unterzogen werden, wie oben umrissen.
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In
einem anderen alternativen Verfahren würde das Gen von Interesse auch
auf der Basis der Verwendung von PCR mit limitierenden oder nicht natürlichen
Basen konstruiert werden, um ein Genfragment mit mutierten Basen
zu schaffen. Diese mutierten Genfragmente würden dann dem Zusammenbau unterzogen
werden, wie oben umrissen.
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In
noch einem anderen alternativen Verfahren würde das Gen von Interesse auch
basierend auf der Verwendung von chemischen Verfahren konstruiert
werden, um die Base zu modifizieren, das heißt Dimethylsulfat, Disulfit,
Ameisensäure,
Hydrazin etc. Diese mutierten Genfragmente werden dann dem Zusammenbau
unterzogen werden, wie oben umrissen.
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Das
Ergebnis dieser Genkonstruktionstypen ist ein Pool aus vermischten
Genen, die dann in die Immunglobulin-Genorte kloniert werden können unter
Verwendung von verschiedenen, im Stand der Technik bekannten Verfahren
(siehe Beispiele). Zum Beispiel können die Gene mit einem Pool
aus nicht kodierenden Klonsequenzen, isoliert aus dem Genort der
V-Region von Immunglobulin, co-ligiert werden. Alternativ können andere "Stopf"-Sequenzen verwendet werden,
basierend auf dem Verlangen, eine Serie eingestreuter Enzymgensequenzteile
zu erzeugen, die analog zu den V-Region-Genfamilien sind. Zusätzlich könnten die
Genfragmente spezifisch anstelle der V-, D- oder J-Region-Gensequenzen
eingefügt
werden. Diese modifizierten und/oder rekonstruierten Pseudo-Genorte
würden
dann in einen Cosmidvektor kloniert werden und die Klone würden auf die
Größe und Anzahl
der Enzymgensequenzteile gescreent werden. Der Klon mit der besten
Anzahl und Größe der Fragmente
würde dann
der Rekombination in die Mini-Genloci der Immunglobulin-Genorte
in dem YAC-Vektor unterzogen werden (siehe Beispiele). Diese Rekombination
würde über die
5'- und 3'-Fragmente (der gewählten Insertionsstelle)
der Immunglobulingen-Genorte der Wahl erreicht werden.
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Dimere
aktive Zentren von Enzymen werden unten diskutiert. Die Diversität von Immunglobulinen und
T-Zell-Rezeptoren liegt auch zum Teil an der kombinatorischen Diversität, die aus
zwei getrennten Genen des variablen Bereichs, das heißt variablen Bereichen
leichter und schwerer Ketten der Immunglobulin-Genorte, erzeugt
sind. Die Verwendung der Immunglobulin- und T-Zell-Rezeptormechanismen für die Schaffung
von Diversität
sind einheitlich geeignet für
Enzyme, die aus zwei Sequenzen (oder Untereinheiten) bestehen, die
gemeinsam das aktive Enzym ausmachen. Die beiden Untereinheiten
könnten
von demselben Gen als ein Dimer stammen, demselben Gen als ein fragmentiertes
Protein oder sie könnten
aus zwei unterschiedlichen Genen stammen. Beispiele von Enzymen,
die ein aktives Zentrum an der Grenzfläche eines Homodimers bilden, sind
Ornithindecarboxylase, Aspartattranscarbamylase, 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-CoA-Reduktase, Pyruvatdecarboxylase,
Dethiobiotinsynthetase und Glucoseoxidase (D. Alexeev et al., Structure,
1994, 2; 1061. A. Osterman et al., Biochemistry, 1994, 33; 13662.
K. Frimpong et al., 1994, 269; 1217. F. Dyda et al., 1993, 32; 6165.
H. J. Hecht et al., 1993, 229; 153). Diese Enzyme, die das aktive
Zentrum aus zwei Untereinheiten bilden, erzeugen auch zwei aktive
Zentren in dem Homodimer oder ein einzelnes aktives Zentrum, wenn
eines der Proteine in dem Dimer eine einzelne Mutation in dem aktiven
Zentrum hat.
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In
der vorliegenden Erfindung würden
die Enzym-Genfragmente sowohl in die Genorte der schweren als auch
der leichten Kette eingebaut werden und es würden Mäuse aus den ES-Zelllinien erzeugt
werden, die diese modifizierten Genloci enthalten. Die modifizierten
Genorte der leichten und schweren Kette würden dann durch Kreuzungen
zwischen den transgenen Mäusen
kombiniert werden. Die Mäuse
mit beiden modifizierten Genorten würden dann in der Lage sein,
den Grad an Diversität,
der durch die mögliche
kombinatorische Diversität
möglich
ist, auszudehnen.
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Ein
Fachmann würde
realisieren, dass eine breite Reihe nicht-menschlicher Tiere genutzt
werden kann, um katalytischen Antikörper zu erzeugen. Zum Beispiel
können
Mäuse,
Ratten, Kaninchen, Ziegen, Schafe, Kühe etc., ebenso wie Nicht-Säugerarten
verwendet werden. Weiterhin würde
ein Fachmann erkennen, dass eine breite Reihe enzymatischer Funktionalitäten und
Enzymfamilien ebenso wie spezifische Enzyme in der Erfindung genutzt
werden können
(US-Patente Nrn.
4,792,446, 4,963,355, 5,156,965, 5,401,641, 5,229,272, 5,194,585, 5,236,836).
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Die
folgenden Beispiele, die die Verfahren der vorliegenden Erfindung
erläutern,
nutzen die folgenden Verfahren und Materialien.
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Die
transgenen Mäuse
werden gemäß Hogan
et al., "Manipulating
the Mouse Embryo: A Laboratory Manual", Cold Spring Harbor Laboratory, erhalten.
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Embryonale
Stammzellen werden gemäß den publizierten
Vorgehensweisen manipuliert (Teratocarcinomas and embryonic stem
cells: a practical approach, E. J. Robertson, Hrsg., IRL Press,
Washington, D. C., 1987; Zjilstra et al., Nature, 342: 435–438 (1989),
und Schwartzberg et al., Science, 246: 799–803 (1989)).
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DNS-Klonierungsverfahren
werden durchgeführt
nach J. Sambrook, et al. in Molecular Cloning: A Laboratory Manual.,
2. Auflage, 1989, Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring
Harbor, N. Y.
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Hybridomzellen
und Antikörper
werden manipuliert nach "Antibodies:
A Laboratory Manual",
Ed Harlow und David Lane, Cold Spring Harbor Laboratory (1988).
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Beispiel I
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Einbau
des 5'- oder aminoterminalen
Teils des Enzyms Lysozym in den Bereich der schweren Kette der Mauskeimbahn
durch Rekombination, um die Rekonstruktion und Selektion aktiver
Enzyme unter Verwendung von Immunglobulin-Rekombination und somatischen
Mutationsmechanismen zu ermöglichen.
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Anfänglich wird
die schwere Kette des variablen Bereichs VH81X (Maus-VH-Äquivalent;
am nächsten
zu der D-Region, Nature, 311, 727–753, 1984) aus einer Phagenbibliothek
unter Verwendung einer synthetisch hergestellten Oligonucleotidsonde isoliert,
um eine genomische Bibliothek des Phagen Lambda, erhalten aus fötaler Mausleber-DNS
(Stratagene), zu screenen. Dieses V-Region-Genfragment wird dann
in einen Plasmidvektor subkloniert, der das Thymidinkinase-(tk-)Gen
aus Herpes simplex enthält,
angetrieben von dem Phosphoglyceratkinasegen-(PGK-)Promotor der
Maus (WO 94/02602), um den Vektor pVH81X zu ergeben. Das Plasmid pVH81X
wird verwendet, um das Subklonieren des 5'-Teiles des Lysozymgens anstelle der
kodierenden VH81X-Sequenz zu ermöglichen,
jedoch mit dem Präpeptid
und den intakten Rekombinationssignalen. In diesem Beispiel erstreckt
sich der 5'-Teil
des Lysozyms von der Aminosäure
Lys 1 bis zu Gly 71 (Lysozym EC3.2.1.17, Jung et al., "Exons encode functional
and structural units of chicken lysozyme", Proceedings of the National Academy
of Sciences, U.S.A., 77 (10), 5759–5763, 1980). Es wird verstanden
werden, dass zahlreiche Bereiche des Enzyms in dieses Konstrukt
gegeben werden können,
basierend auf dem gewünschten
Rekombinationsweg.
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Das
Konstrukt wird unter Verwendung von PCR gemacht, um drei Fragmente
mit identischen Sequenzüberlappungen
zu schaffen, um die aufeinander folgende Konstruktion des chimären genomischen
Gens zu erlauben.
-
Diese
drei Fragmente sind: 1) der 5'-Teil
des VH81X-Gens, einschließlich
dem nicht kodierenden Bereich; 2) der 5'-Teil des Lysozymgens mit Sequenzen
der VH-Region an den 5'- und 3'-Enden der Fragmente
nach der PCR, und 3) das 3'-Ende
des VH-Gens. Die Konstruktion würde
bestehen aus dem Kombinieren von 1) und 2) in PCR mit dem 5'-Primer aus der PCR
1) und dem 3'-Primer
aus der PCR 2), um ein Fragment zu erzeugen, das die Sequenzen von
1) und 2) enthält.
Das Produkt der PCR-Reaktion, das die Fragmente 1) und 2) kombiniert,
wird zu den Produkten der PCR 3) hinzugefügt und der 5'-Primer aus der PCR
1) wird mit dem 3'-Primer
aus der PCR 3) kombiniert und wiederum PCR ausgesetzt, dies würde in dem
endgültigen
PCR-Fragment resultieren,
welches die Fragmente 1), 2) und 3) in einem einzelnen Fragment
eingebaut haben würde. Dieses
endgültige
Fragment, das 1), 2) und 3) kombiniert und das den 5'-Teil von Lysozym innerhalb der genomischen
Sequenzen des V-Region-Gens von VH81X enthält, wird dann in pVH81X kloniert,
wobei die natürliche
Sequenz ersetzt wird und der Vektor pVHLYS5 für die Rekombination in die
Keimbahn der Maus geschaffen wird. Das Plasmid pVHLYS5 wird für die Rekombination
nach der Einfügung
des neo-Gens in diese neue genomische Sequenz in einer Position
3' zum Fragment
3) fertig gemacht, wodurch pVHLYS5neo erzeugt wird (siehe 5a).
-
Dieser
Rekombinationsvektor ist so gestaltet, dass wenigstens 1 kb native
genomische Sequenz das modifizierte VH81X-Genelement mit dem 5'-Teil der Lysozymsequenz
flankiert.
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Der
Vektor pVHLYS5neo wird linearisiert und für die Elektroporation der embryonalen
Stammzelllinie unter Verwendung von Standardverfahren verwendet.
Die aus der Transfektion resultierenden Zellen werden dann auf Medien
selektiert, die G418 enthalten, um nach dem neo-Gen zu selektieren, und auf Medien,
die Gancyclovir (Syntex) enthalten, um nach dem Verlust des Thymidinkinasegens
zu selektieren. Dieses doppelte Selektionsprotokoll verbessert die
Wiedergewinnung der homologen Rekombinationsereignisse, die in dem
Ersetzen des VH81X-Gens
resultieren. Die resultierenden Kolonien werden dann in der Anwesenheit
von Gancyclovir expandiert und für
die spezifische Insertion durch Southern-Blot-Analyse untersucht,
welche ein Genfragment neuer Größe erzeugt,
das mit dem 5'-Genfragment
von Lysozym, das bei der Konstruktion des Rekombinationsvektors
verwendet worden ist, hybridisiert.
-
Aus
einem Screening aus 300 Zelllinien werden jene mit den gewünschten
Fragmenten expandiert und der weiteren Analyse ausgesetzt.
-
Die
Zelllinie mit seinem inserierten 5'-Teil des Lysozymgens, LYS5, wird leicht
für eine
zweite Runde der Elektroporation expandiert, um die endgültige Zelllinie
zu schaffen, die beide Teile des Lysozymgens innerhalb der Rekombinationseinheiten
der schweren Kette enthält.
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Beispiel II
-
Einbau
des 3'- oder carboxyterminalen
Teils des Enzyms Lysozym in den Bereich der schweren Kette der Mauskeimbahn
durch Rekombination, um die Rekonstruktion und Selektion aktiver
Enzyme unter Verwendung der Immunglobulin-Rekombination und somatischer
Mutationsmechanismen zu ermöglichen.
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Anfänglich werden
die J-Regionen der schweren Kette JH aus einer Phagenbibliothek
unter Verwendung einer synthetisch hergestellten Oligonucleotidsonde
isoliert, um eine genomische Bibliothek des Phagen Lambda, abgeleitet
aus fötaler
Mausleber-DNS (Stratagene), zu screenen. Dieses JH-Region-Genfragment
wird dann in einem Plasmidvektor subkloniert, der das Thymidinkinase-(tk-)Gen
aus Herpes simplex enthält,
angetrieben von dem Phosphoglyceratkinasegen-(PGK-)Promotor der
Maus (WO 94/02602), um den Vektor pJH zu ergeben. Das Plasmid pJH
wird verwendet, um das Subklonieren des 3'-Teils des Lysozymgens anstelle der
vier kodierenden Sequenzen von JH zu ermöglichen, wobei jedoch beide
Rekombinationssignale intakt sind. In diesem Beispiel erstreckt
sich der 3'-Teil
des Lysozyms von der Aminosäure
Leu 75 bis zu Leu 129. Es wird verstanden werden, dass zahlreiche
Teile des Enzyms in dieses Konstrukt gegeben werden können, basierend
auf dem gewünschten
Rekombinationspfad.
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Das
Konstrukt wird unter Verwendung von PCR gemacht, um drei Fragmente
mit identischen Sequenzüberlappungen
zu erzeugen, um die sequenzielle Konstruktion des chimären genomischen Gens
zu erlauben.
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Diese
drei Fragmente sind: 1) der 5'-Teil
des JH-Gen-Clusters (der nicht kodierende Bereich, einschließlich der
meisten 5'-Rekombinationssignale); 2)
der 3'-Teil des
Lysozymgens, nun mit JH-Region-Sequenzen an den 5'- und 3'-Enden des Fragments,
und 3) das 3'-Ende
des JH-Gen-Clusters, der das meiste des 3'-Rekombinationssignals enthält. Die
Konstruktion würde
bestehen aus dem Kombinieren von 1) und 2) in PCR mit dem 5'-Primer aus der PCR
1) und dem 3'-Primer
aus der PCR 2), um ein Fragment zu schaffen, das die Sequenzen von
1) und 2) enthält.
Das Produkt der PCR-Reaktion, die die Fragmente 1) und 2) kombiniert,
wird zu den Produkten der PCR 3) hinzugefügt und der 5'-Primer aus der PCR
1) wird mit dem 3'-Primer
aus der PCR 3) kombiniert und wieder PCR unterzogen, dies würde in dem
endgültigen
PCR-Fragment resultieren, welches die Fragmente 1), 2) und 3) in
einem einzelnen Fragment eingebaut haben würde. Dieses endgültige Fragment,
das 1), 2) und 3) kombiniert und das den 3'-Teil von Lysozym innerhalb der genomischen
Sequenzen des JH-Region-Gens enthält, wird dann in pJH kloniert,
wodurch die natürliche
Sequenz ersetzt wird und der Vektor pJHLYS3 für die Rekombination in die
Keimbahn der Maus erzeugt wird. Das Plasmid pJHLYS3 wird fertig
gemacht für
die Rekombination nach der Insertion des Hydromycingens in diese neue
genomische Sequenz in einer Position 3' von dem Fragment 3), wodurch pJHLYS3hyg
erzeugt wird (siehe 5b).
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Dieser
Rekombinationsvektor wird so konstruiert, dass wenigstens 1 kb nativer
genomischer Sequenz das modifizierte JH-Gen-Element 3'-Teil der Lysozymsequenz
flankiert.
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Der
Vektor pJHLYS3hyg wird linearisiert und für die Elektroporation der Zelllinie
mit ihrem eingefügten
5'-Teil des Lysozymgens,
LYS5, unter Verwendung von Standardverfahren verwendet. Die Zellen aus
der Transfektion werden dann auf Medien selektiert, die Hygromycin
enthalten, um für
das hyg-Gen zu selektieren, und die Gancyclovir (Syntex) enthalten,
um nach dem Verlust des Thymidinkinasegens zu selektieren. Dieses
doppelte Selektionsprotokoll verbessert die Wiedergewinnung der
homologen Rekombinationsereignisse, die in dem Ersetzen des JH-Gen-Clusters
resultieren. Die resultierenden Kolonien werden dann in der Abwesenheit
von Gancyclovir expandiert und auf die spezifische Insertion durch
Southern-Blot-Analyse untersucht, welche ein Genfragment neuer Größe schafft,
das mit dem 3'-Fragment
von Lysozym hybridisiert, das bei der Konstruktion des Rekombinationsvektors
verwendet worden ist.
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Aus
einem Screening mit 300 Zelllinien werden jene mit den gewünschten
Fragmenten expandiert und der weiteren Analyse unterzogen.
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Die
Zelllinie LYS53 wird mit drei Aminosäuren konstruiert, die von der
Kombination der 5'-
und 3'-Genfragmente
fehlen (Ser 72, Lys 73 und Asn 74), dies wird getan, um den Einbau
der D-Regionen in dem Rekombinationspfad zu erlauben. Dies schafft einen
Herd für
die Mutagenese in der Lysozymstruktur dieser 5'- und 3'-Genfragment-Kombination.
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Die
Zelllinie mit ihrem inserierten 5'- und 3'-Teil des Lysozymgens, LYS53, wird zur
Verwendung fertig expandiert. Diese Zelle könnte über die Schaffung von chimären Mäusen und
Züchtung
die Basis einer neuen Maus bilden. Alternativ könnte diese Zelllinie für die Isolierung
eines Genfragmentes verwendet werden, das die 5'- und 3'-Lysozymgene enthält, flankiert von den nativen
Maussequenzen. Diese Genfragmente würden, wenn sie direkt in die Kerne
von einzelligen Mausembryonen gegeben würden, Mäuse schaffen, die die mutierten
Immunglobulingene enthalten.
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Beispiel III
-
Einbau
des 5'- oder aminoterminalen
Teils des Enzyms Lysozym in den Bereich der leichten Kette Kappa
der Mauskeimbahn durch Rekombination, um die Rekonstruktion und
Selektion aktiver Enzyme zu ermöglichen,
unter Verwendung der Immunglobulin-Rekombination und somatischen Mutationsmechanismen.
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Anfänglich wird
die variable Region der leichten Kette VK aus einer Phagenbibliothek
isoliert unter Verwendung einer synthetisch hergestellten Oligonucleotidsonde,
um eine genomische Bibliothek des Phagen Lambda, abgeleitet aus
fötaler
Mausleber-DNS (Stratagene), zu screenen. Dieses V-Region-Genfragment
wird dann in einen Plasmidvektor subkloniert, der das Thymidinkinase-(tk-)Gen
von Herpes simplex enthält,
angetrieben von dem Phosphoglyceratkinasegen-(PGK-)Promotor der
Maus (WO 94/02602), um den Vektor pVK zu ergeben. Das Plasmid pVK
wird verwendet, um das Subklonieren des 5'-Teils des Lysozymgens anstelle der
kodierenden Sequenz von VK zu erlauben, jedoch mit dem intakten
Präpeptid
und den intakten Rekombinationssignalen. In diesem Beispiel erstreckt
sich der 5'-Teil des
Lysozyms von der Aminosäure
Lys 1 bis Asn 74. Es wird verstanden werden, dass zahlreiche Teile des
Enzyms in dieses Konstrukt gegeben werden können, basierend auf dem gewünschten
Rekombinationspfad.
-
Das
Konstrukt wird unter Verwendung von PCR gemacht, um drei Fragmente
mit identischen Sequenzüberlappungen
zu erzeugen, um die nachfolgende Konstruktion des chimären genomischen Gens
zu ermöglichen.
-
Diese
drei Fragmente sind: 1) der 5'-Teil
des VL-Gens, einschließlich
des nicht kodierenden Bereichs; 2) der 5'-Teil des Lysozymgens, nun mit VL-Regionssequenzen
an den 5'- und 3'-Enden der Fragmente,
und 3) das 3'-Ende
des VL-Gens. Die Konstruktion wurde bestehend aus dem Kombinieren von
1) und 2) in PCR mit dem 5'-Primer
aus der PCR 1) und dem 3'-Primer
aus der PCR 2), um ein Fragment zu erzeugen, das die Sequenzen von
1) und 2) enthält.
Das Produkt der PCR-Reaktion, wodurch die Fragmente 1) und 2) kombiniert
werden, wird zu den Produkten der PCR 3) hinzugefügt und der
5'-Primer aus der
PCR 1) wird mit dem 3'-Primer
aus der PCR 3) kombiniert und wiederum PCR ausgesetzt, dieses würde in dem
endgültigen
PCR-Fragment resultieren, welches die Fragmente 1), 2) und 3) in
einem einzelnen Fragment eingebaut haben würde. Dieses Endfragment, das
1), 2) und 3) kombiniert und den 5'-Teil
von Lysozym in den genomischen Sequenzen der V-Region des VL-Gens
enthält,
wird dann in pVL kloniert, wodurch die natürliche Sequenz ersetzt wird und
der Vektor pVKLYS5 für
die Rekombination in die Keimbahn der Maus erzeugt wird. Das Plasmid pVKLYS5
wird fertig gemacht für
die Rekombination nach der Insertion des neo-Gens in diese neue
genomische Sequenz in einer Position 3' zu dem Fragment 3), wodurch pVKLYS5neo
erzeugt wird (siehe 6a).
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Dieser
Rekombinationsvektor wird so konstruiert, dass wenigstens 1 kb nativer
genomischer Sequenz das modifizierte VL-Genelement in dem 5'-Teil der Lysozymsequenz
flankiert.
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Der
Vektor pVKLYS5neo wird linearisiert und für die Elektroporation der embryonalen
Stammzelllinie unter Verwendung von Standardverfahren verwendet.
Die Zellen von der Transfektion werden dann auf Medien selektiert,
die G418 enthalten, um nach dem neo-Gen zu selektieren, und Gancyclovir
(Syntex), um nach dem Verlust des Thymidinkinasegens zu selektieren.
Dieses doppelte Selektionsprotokoll verbessert die Wiedergewinnung
der homologen Rekombinationsereignisse, was in dem Ersetzen des VL-Gens
resultiert. Die resultierenden Kolonien werden dann in der Abwesenheit
von Gancyclovir expandiert und für
die spezifische Insertion durch Southern-Blot-Analyse untersucht,
welche ein Genfragment neuer Größe schafft,
das mit dem 5'-Fragment
von Lysozym, das bei der Konstruktion des Rekombinationsvektors
verwendet wurde, hybridisiert.
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Aus
einem Screening von 300 Zelllinien werden jene mit den gewünschten
Fragmenten expandiert und weiterer Analyse unterzogen.
-
Die
Zelllinie mit seinem inserierten 5'-Teil des Lysozymgens, LYS5K, wird leicht
für eine
zweite Runde der Elektroporation expandiert, um die endgültige Zelllinie
zu erzeugen, die beide Teile des Lysozymgens in den Rekombinationseinheiten
der schweren Kette enthält.
-
Beispiel IV
-
Einbau
des 3'- oder carboxyterminalen
Teils des Enzyms Lysozym in die Region der leichten Kette der Mauskeimbahn
durch Rekombination, um die Rekonstruktion und Selektion von aktiven
Enzymen zu ermöglichen,
unter Verwendung der Immunglobulin-Rekombination und von somatischen
Mutationsmechanismen.
-
Anfänglich wird
die J-Region der schweren Kette JK aus einer Phagenbibliothek unter
Verwendung einer synthetisch hergestellten Oligonucleotidsonde isoliert,
um eine genomische Bibliothek des Phagen Lambda, abgeleitet aus
fötaler
Mausleber-DNS (Stratagene), zu screenen. Dieses JK-Region-Genfragment
wird dann in einem Plasmidvektor subkloniert, der das Thyminidinkinase-(tk-)Gen
aus Herpes simplex enthält,
angetrieben von dem Phosphoglyceratkinasegen-(PGK-)Promotor der
Maus (WO 94/02602), um den Vektor pJK zu ergeben. Das Plasmid pJK
wird verwendet, um das Subklonieren des 3'-Teils des Lysozymgens anstelle der
vier kodierenden Sequenzen von JK zu erlauben, jedoch mit beiden
Rekombinationssignalen intakt. In diesem Beispiel erstreckt sich
der 3'-Teil von
Lysozym von der Aminosäure
Leu 75 bis zu Leu 129. Es wird verstanden werden, dass zahlreiche
Teile des Enzyms in dieses Konstrukt gegeben werden können, basierend
auf dem gewünschten
Rekombinationspfad.
-
Die
Konstruktion wird unter Verwendung von PCR hergestellt, um drei
Fragment mit identischen Sequenzüberlappungen
zu erzeugen, um die nachfolgende Konstruktion des chimären genomischen Gens
zu erlauben.
-
Diese
drei Fragmente sind: 1) der 5'-Teil
des JK-Gen-Clusters (der nicht kodierende Bereich, einschließlich der
meisten 5'-Rekombinationssignale); 2)
der 3'-Teil des
Lysozymgens, nun mit JK-Region-Sequenzen an den 5'- und 3'-Enden der Fragmente
und 3) das 3'-Ende
des JK-Gen-Clusters, das das meiste des 3'-Rekombinationssignals enthält. Die Konstruktion
würde bestehen
aus dem Kombinieren von 1) und 2) in PCR mit dem 5'-Primer aus der PCR 1)
und dem 3'-Primer
aus der PCR 2), um ein Fragment zu erzeugen, das die Sequenzen von
1) und 2) enthält.
Das Produkt der PCR-Reaktion, das die Fragmente 1) und 2) kombiniert,
wird zu den Produkten der PCR 3) hinzugefügt und der 5'-Primer aus der PCR
1) wird mit dem 3'-Primer
aus der PCR 3) kombiniert und wiederum PCR ausgesetzt, dieses würde in dem
endgültigen
PCR-Fragment resultieren,
welches die Fragmente 1), 2) und 3) in einem einzelnen Fragment
eingebaut haben würde.
Dieses endgültige Fragment,
das 1), 2) und 3) kombiniert und das den 3'-Teil
von Lysozym in den genomischen Sequenzen des JH-Region-Gens enthält, wird
dann in pJK kloniert, wodurch die natürliche Sequenz ersetzt wird und
der Vektor pJKLYS3 für
die Rekombination in die Keimbahn der Maus erzeugt wird. Das Plasmid pJKLYS3
wird fertig gemacht für
die Rekombination nach der Insertion des Hygromycin-Gens in diese neue
genomische Sequenz in einer Position 3' von dem Fragment 3), wodurch pJKLYS3hyg
erzeugt wird (siehe 6b).
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Dieser
Rekombinationsvektor wird so konstruiert, dass wenigstens 1 kb nativer
genomischer Sequenz das modifizierte JK-Genelement in dem 3'-Teil der Lysozymsequenz
flankiert.
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Der
Vektor pJKLYS3hyg wird linearisiert und für die Elektroporation der Zelllinie
mit seinem inserierten 5'-Teil
des Lysozymgens, LYSS, verwendet, unter Verwendung von Standardverfahren.
Die Zellen aus der Transfektion werden dann auf Medien selektiert,
die Hygromycin enthalten, um nach dem hyg-Gen zu selektieren, und
Gancyclovir (Syntex), um nach dem Verlust des Thymidinkinasegens
zu selektieren. Dieses doppelte Selektionsprotokoll verbessert die
Wiedergewinnung der homologen Rekombinationsereignisse, die in der
Ersetzung des JH-Gen-Clusters resultieren. Die resultierenden Kolonien
werden dann in der Abwesenheit von Gancyclovir expandiert und für die spezifische
Insertion durch Southern-Blot-Analyse untersucht, welche ein Genfragment
neuer Größe erzeugt,
das mit dem 3'-Genfragment
von Lysozym hybridisiert, das bei der Konstruktion des Rekombinationsvektors
verwendet worden ist.
-
Aus
einem Screening aus 300 Zelllinien wurden jene mit den gewünschten
Fragmenten expandiert und weiterer Analyse ausgesetzt.
-
Die
Zelllinie mit ihren inserierten 5'- und 3'-Teilen des Lysozymgens, LYS53K, wird
fertig für die
Verwendung expandiert. Diese Zelle könnte die Basis einer neuen
Maus über
die Bildung von chimären
Mäusen
und Zucht bilden. Alternativ könnte
diese Zelllinie für
die Isolierung eines Genfragmentes verwendet werden, das die 5'- und 3'-Lysozymgene enthält, flankiert
von den nativen Maussequenzen. Diese Genfragmente würden, wenn
sie direkt in die Kerne von einzelligen Mausembryonen gegeben würden, Mäuse hervorrufen,
die die mutierten Immunglobulingene enthalten.
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Beispiel V
-
Erzeugung der Keimbahnchimären
-
Die
transfizierten ES-Zelllinien LYS53 und LYS53K werden unter Befolgung
von Standardverfahren kultiviert, trypsiniert und in Injektionsmedium (DMEM
15% fötales
Kälberserum,
20 mM HEPES, pH 7,3, Antibiotika und 2-Mercaptoethanol) resuspendiert.
Dreieinhalb Tage alte C57BL/6L-Blastocysten (Jackson Labs Bar Harbor,
ME) werden aus 4–5 Wochen
alten superovulierenden weiblichen Tieren unter Befolgung von Standardverfahren
gewonnen.
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Ungefähr 10–15 Zellen
werden in das Blastocoel jeder Blastocyste injiziert. Diese ES-Zellen, die Blastocysten
enthalten, werden dann chirurgisch auf ein Uterushorn pseudoschwangerer
weiblicher C57BL/6L-X-DBA/2- oder C57BL/6J-X-CAB-F1-Tiere übertragen.
-
Die
Beteiligung der ES-Zellen an den Nachfahren wird durch Untersuchung
der Fellfarbe bestimmt. Die chimären
Nachfahren, in welchen die ES-Zellen an der Bildung der Tiere beteiligt
sind, haben aguti- und cremefarbene Haare.
-
Die
Keimbahnbeteilung der ausgewählten chimären Mäuse wird
bestimmt durch Paaren mit C57BL/6J-Mäusen und Zählen der erwarteten F1-Nachfahren
mit der Aguti-Farbe. Von ungefähr 50%
der Aguti-Mäuse
würde erwartet
werden, dass sie die mutierten Schwere-Ketten- oder Kappa-Ketten-Genloci
vererben würden.
Die Keimbahnübertragung
wird weiter charakterisiert durch die Southern-Blot-Analyse der
aus den Schwänzen
der F1-Nachfahren isolierten DNS.
-
Diese
F1-Mäuse
werden dann einer Artenkreuzung unterzogen werden, um die homozygoten Mäuse bezüglich der
mutierten Schwere-Ketten- oder Kappa-Ketten-Genloci zu isolieren.
Diese Mäuse
werden nun die Basis einer Mauskolonie bilden, um eine rekombinierte
Lysozymaktivität
für eine
geänderte
Substratspezifität
zu isolieren, jedoch immer noch unter Beibehaltung der Reste Glu
35 und Asp 52 des aktiven katalytischen Zentrums.
-
Beispiel VI
-
Ein
alternatives Verfahren, um transgene Mäuse zu erzeugen, die das Enzym-Rekombinationssystem
enthalten.
-
Die
Erzeugung von transgenen Mäusen,
die die modifizierten Genloci der schweren Kette des Enzyms enthalten,
isoliert aus der ES-Zelllinie LYS53.
-
Die
LYS53-Zelllinie wird hochkultiviert und der modifizierte Schwere-Ketten-Mini-Genort wird als ein
Fragment isoliert, das das modifizierte VH291-Gen, nun mit Lysozym
in 5'-Position, die genomischen
Sequenzen der D-Region, die JH-Region, nun enthaltend den 3'-Teil von Lysozym
anstelle von sechs JH-Genen, und die Sequenz der schweren Kette
Mu enthält.
Dieses Genfragment wird isoliert durch Klonieren in eine YAC-Bibliothek
und durch Screening unter Verwendung einer Sonde des Lysozymgens.
Der YAC-Klon mit den wenigsten zusätzlichen VH-Genen in einer
Position 5' zu dem
modifizierten VH291 (das am nächsten
in 5'-Richtung zu der JH-Region
gelegene VH-Gen) wird aufgezogen und die DNS wird verwendet, um
eine ES-Zelllinie zu transfizieren. Die Transfektanten werden unter
Verwendung von G418 nach dem neo-Gen, das in dem modifizierten Gen
vorhanden ist, selektiert. Die resultierenden resistenten ES-Zelllinien
werden dann bezüglich
der gewünschten
Geninsertion charakterisiert. Der Klon mit den intakten modifizierten
Schwere-Ketten-Genorten werden dann kultiviert und für die Erzeugung
chimärer
Mäuse verwendet,
wie in Beispiel V beschrieben. Die resultierenden Mäuse würden das
vollständige
native Antikörpersystem
in Kombination mit den modifizierten Mini-Loci der schweren Kette
enthalten.
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Diese
erste Generation an Mäusen
werden dann mit Mäusen
gekreuzt, die heterozygot bezüglich
defekter Genorte der schweren Kette von Immunglobulin (hergestellt
nach den Standardverfahren der WO 94/02602) sind. Dies resultiert
in Nachfahren, die die Kombination aus i) Heterozygoten bezüglich einer
defekten schweren Kette aus Immunglobulin und ii) den modifizierten
Mini-Genorten der schweren Kette enthalten. Diese Nachfahren mit
den doppelten Modifikationen werden dann einer Artenkreuzung unterzogen,
welche in der Produktion einer Homozygoten bezüglich den inaktiven Genorten
der schweren Kette resultiert, die jedoch die modifizierten Mini-Genorte
der schweren Kette von Lysozym enthält (siehe 7).
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In
einer Alternative zu dem obigen Züchtungsweg wird diese erste
Generation an Mäusen dann
mit Mäusen
gekreuzt, die heterozygot bezüglich
defekten Immunglobulin-Genorten der schweren Kette und Genorten
der leichten Kette Kappa von Immunglobulin (hergestellt nach den
Standardverfahren der WO 94/02602) sind. Dies resultiert in Nachfahren,
die die Kombination aus i) Heterozygoten bezüglich einer defekten schweren
Kette und leichten Kette Kappa von Immunglobulin und ii) den modifizierten
Genorten der schweren Kette sind. Diese Nachfahren mit den doppelten
Modifikationen werden dann einer Artenkreuzung ausgesetzt, welche
in der Produktion einer Homozygote bezüglich der Genorte der inaktiven
schweren Kette und der leichten Kette resultiert, die jedoch die
modifizierten Mini-Genorte der schweren Kette von Lysozym enthalten (siehe 8).
-
Diese
Mäuse mit
den doppelt und dreifach modifizierten Antikörpergenen sind nun fertig für die Selektion
neuer katalytischer Aktivitäten
für Lysozym, basierend
auf der Immunisierung, um die Rekombination und somatische Mutation
der neuen Mini-Genorte der schweren Kette anzutreiben, die die Lysozym-Genfragmente
enthalten.
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Beispiel VII
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Ein
alternatives Verfahren, um die transgenen Mäuse zu erzeugen, die das Enzym-Rekombinationssystem
enthalten.
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Die
Erzeugung von transgenen Mäusen,
die die modifizierten Genloci der schweren Kette des Enzyms enthalten,
isoliert aus der ES-Zelllinie LYS53K.
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Die
LYS53K-Zelllinie wird hochgezogen und die modifizierten Mini-Genorte
der leichten Kette werden als ein Fragment isoliert, das das modifizierte VK-Gen,
nun mit Lysozym in 5'-Position, die JK-Region,
nun enthaltend den 3'-Teil
von Lysozym anstelle der JK-Gene, die Sequenz der leichten Kette
Kappa enthält.
Dieses Genfragment wird durch Klonieren in eine YAC-Bibliothek und
durch Screening unter Verwendung einer Sonde des Lysozymgens isoliert.
Der YAC-Klon mit den wenigsten zusätzlichen VK-Genen in einer
Position 5' des
modifizierten VK (das am nächsten
in 5'-Richtung zu
der JK-Region gelegene VK-Gen) wird wachsen gelassen und die DNS
wird verwendet, um eine ES-Zelllinie zu transfizieren. Die Transfektanten
werden unter Verwendung von G418 nach dem in dem modifizierten Gen
vorhandene neo-Gen selektiert. Die resultierenden resistenten ES-Zelllinien
werden dann bezüglich
der gewünschten
Geninsertion charakterisiert. Der Klon mit den intakten modifizierten
Schwere-Ketten-Genorten wird dann kultiviert und für die Erzeugung
chimärer
Mäuse verwendet,
wie im Beispiel V beschrieben. Die resultierenden Mäuse würden das
vollständige
native Antikörpersystem
in Kombination mit den modifizierten Mini-Genorten der Kappa-Kette
enthalten.
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Diese
erste Generation an Mäusen
wird dann mit Mäusen
gekreuzt, die heterozygot sind bezüglich defekter Genorte der
leichten Kette von Immunglobulin (hergestellt gemäß den Standardverfahren
der WO 94/02602). Dies resultiert in Nachfahren, die die Kombination
aus i) Heterozygoten bezüglich einer
defekten leichten Kette von Immunglobulin und ii) den modifizierten
Mini-Genorten der leichten Kette Kappa enthalten. Diese Nachfahren
mit den doppelten Modifikationen werden dann einer Artenkreuzung ausgesetzt,
welche in der Produktion einer Homozygote bezüglich den inaktiven Leichte-Ketten-Genorten
resultiert, die jedoch die modifizierten Mini-Genorte der leichten
Kette Kappa aus Lysozym enthalten (siehe 9).
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Diese
Mäuse mit
der doppelten Modifikation sind nun fertig für die Selektion neuer katalytischer Aktivitäten für Lysozym,
basierend auf Immunisierung, um die Rekombination und somatische
Mutation der neuen Schwere-Ketten-Mini-Genorte, die die Lysozym-Genfragmente
enthalten, anzutreiben.
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Beispiel VIII
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Einbau
des Enzyms Ribonuclease A in den Bereich der schweren Kette der
Maus- Immunglobulin-Genloci
durch Rekombination in Hefe, um Mini-Genorte für die Erzeugung chimärer Mäuse, die neue
Ribonuclease-Aktivitäten
herstellen, zu erzeugen.
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5'-Fragment von Ribonuclease
A von der Aminosäure
1 bis 68 (Ribonuclease A EC 3.1.27.5, siehe Borkakoti et al. "The Refined Structure
Of Ribonuclease-A at 1.45 Angstroms Resolution", J. Crystallographic Spectroscopy Res.
14, 467, 1984.
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Das
Ribonuclease-A-Gen wird aus synthetischen Oligonucleotiden, die
zwischen 50 und 70 Basen lang sind, konstruiert. Das gesamte Gen,
einschließlich
ausgewählter
Restriktionsstellen, ist in acht Oligonucleotiden kodiert. Das Gen
wird zusammengebaut und ligiert, gefolgt von PCR mit den 5'- und 3'-Oligonucleotiden,
um das ligierte Genfragment zu amplifizieren. Das Gen wird dann
in einen Plasmidvektor p5R kloniert. PCR wird verwendet, um zwei
Fragmente, die i) dem 5'-Teil
des sich am meisten proximal befindlichen variablen Bereichs der schweren
Kette, enthaltend das Präpeptid
und 800 Basen in 5'-Position,
und ii) dem 3'-Teil
des sich am meisten proximal befindlichen variablen Bereichs der schweren
Kette, enthaltend die Rekombinationssignale und 800 Basen in 3'-Position, entsprechen,
unter Verwendung des in Beispiel 9 beschriebenen YAC-Klons, der das VH-,
D-, JH- und Mu-Schwere-Ketten-Genfragment enthält, zu erzeugen. Das 5'-PCR-Fragment wird in die gewünschte Restriktionsstelle
am 5'-Ende des 5'-Teils des RNase-Genfragmentes kloniert.
Das 3'-PCR-Fragment
wird in die gewünschte
Restriktionsstelle an dem 3'-Ende des
5'-Teils des RNase-Genfragments
kloniert. Dieser Vektor p5RREC wird als die Quelle für das Genfragment
verwendet, das den 5'-Teil
des RNase-Gens enthält,
flankiert von den Immunglobulinen. Dieses Genfragment wird dann
in die Hälfte
eines YAC-Vektors kloniert, der einen selektierbaren Hefemarker
HIS3, der in dem Ausgangs-YAC-Vektor nicht vorhanden war, ein Centromer
(CEN) und ein einzelnes Telomer (TEL) einschließt, um p5RRECY zu erzeugen.
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3'-Fragment von Ribonuclease
A von der Aminosäure
72 bis 124 (siehe Borkakoti).
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Das
Ribonuclease-A-Gen wird aus synthetischen Oligonucleotiden konstruiert,
die zwischen 15 und 70 Basen lang sind. Das gesamte Gen einschließlich der
ausgewählten
Restriktionsstellen ist in acht Oligonucleotiden kodiert. Das Gen
wird zusammengebaut und ligiert, gefolgt von PCR mit den 5'- und 3'-Oligonucleotiden,
um das ligierte Genfragment zu amplifizieren. Das Gen wird dann
in einem Plasmidvektor p3R kloniert. PCR wird dann verwendet, um
zwei Fragmente, die i) dem 5'-Teil
der sich am meisten in 5'-Richtung
befindenden JH-Region, enthaltend die Rekombinationssignale und
800 Basen in 5'-Position,
und ii) dem 3'-Teil
der sich am meisten in 3'-Richtung
befindlichen JH-Region, enthaltend die Rekombinationssignale und
800 Basen in 3'-Position,
entsprechen, unter Verwendung des in Beispiel 9 beschrieben YAC-Klons,
enthaltend das VH-, D-, JH- und Mu-Schwere-Ketten-Genfragment, zu erzeugen.
Das 5'-PCR-Fragment
wird in die gewählte
Restriktionsstelle auf dem 5'-Ende
des 5'-Teils des
RNase-Genfragmentes kloniert. Das 3'-PCR-Fragment wird in die gewählte Restriktionsstelle
auf dem 3'-Ende
des 5'-Teils des
RNase-Genfragmentes kloniert. Dieser Vektor p3RREC wird als die
Quelle für
das Genfragment verwendet, das den 3'-Teil des RNase-Gens enthält, flankiert
von den genomischen Immunglobulinsequenzen.
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Der
modifizierte Subklon der JH-Region, der den 3'-Teil des Enzyms von Interesse aus p3RREC enthält, wird
auch in die Hälfte
eines YAC-Vektors subkloniert, der einen selektierbaren Hefemarker
Leu 2, der nicht in dem Ausgangs-YAC-Vektor vorhanden war, und ein
einzelnes TEL, das p3RRECY hervorruft, enthält.
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Nach
der Konstruktion dieser Vektoren wird die Hälfte des YAC-Vektors mit dem
modifizierten VH-Gen (p5RRECY) linearisiert und verwendet, um einen
Hefestamm zu transformieren, der die gewünschten Sequenzen der schweren
Ketten der Maus der VH-, D-, JH- und
Mu-Schwere-Ketten enthält.
Die Selektion auf die Histidinprototrophie bewirkt Hefekolonien,
die homologe Rekombination durchmachten. Der halbe YAC-Vektor, der
die modifizierte JH-Region des Enzyms enthält, enthaltend den 3'-Teil des Enzyms
von Interesse (p3RRECY), wird dann linearisiert und verwendet, um
den Hefestamm, der in dem vorangegangenen Schritt erzeugt worden war,
zu transformieren. Die Selektion nach der Leucin-Prototrophie resultiert in einem Hefestamm,
der die gesamten Enzym-/Immunglobulin-Genorte enthält. Vorzugsweise
können
beide Selektionsschritte gemeinsam durchgeführt werden. Dieser YAC wird isoliert
und in eine ES-Zelle mikroinjiziert und die Zelle wird der neo-Selektion
unter Verwendung von G418 ausgesetzt. Die resultierende Zelllinie RNA35YAC
wird dann verwendet, um eine chimäre Maus zu erzeugen, wie oben
in Beispiel V beschrieben. Die resultierende chimäre Maus
wird dann der Zucht ausgesetzt, um Mäuse zu erzeugen, die das chimäre Enzym-Antikörper-Molekül produzieren, ohne
die Produktion nativer Antikörper.
Die Beispiele G und 7 beschreiben Zuchtprotokolle, um die endogene
Expression der schweren Kette und der leichten Kette von Immunglobulin
zu entfernen.
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Beispiel IX
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Dieses
Beispiel beschreibt ein alternatives Verfahren für das Klonieren und die Mikroinjektion
eines Transgens aus Enzym und Schwerer-Kette-Immunglobulin in eine
Mauszygote.
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Aus
der Mausleber werden Kerne isoliert und in Agarose mit niedrigem
Schmelzpunkt eingebettet und mit EDTA und Proteinase K lysiert,
wodurch die DNS mit hohem Molekulargewicht freigesetzt wird. Diese
DNS mit hohem Molekulargewicht wird dann der Restriktionsenzymverdauung
mit Restriktionsenzymen, die schneiden, um große Fragmente zu ergeben, das
heißt
Not1 etc. unterzogen.
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Diese
fragmentierte DNS mit hohem Molekulargewicht wird dann der Pulsfeld-Gelelektrophorese unterzogen
und die Fragmente werden hinsichtlich der Kombination der VH-, D-,
JH- und Mu-Schweren-Kette der Maus analysiert. Diese Fragmente werden
vereinigt und in einen YAC-Vektor kloniert, der einen neo-Resistenzmarker
enthält.
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YAC-Klone
werden analysiert und jene mit den gewünschten Sequenzen der schweren
Kette der Maus der VH-, D-, JH- und Mu-Schweren-Ketten werden in
den weiteren Klonierungsserien verwendet.
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Die
VH-Gene des ausgewählten
YAC-Klons werden in einen Plasmidvektor subkloniert und dem erneuten
Klonieren ausgesetzt, was in dem Ersetzen des VH-Gens durch den
Enzymteil von Interesse resultiert, wie beschrieben in Beispiel
1, um den Vektor pVH5E zu ergeben. Diese JH-Region wird auch in
einen Plasmidvektor subkloniert und der Insertion des 3'-Teils des Enzyms
unterzogen, wie beschrieben in Beispiel 2, um den Vektor pJH3E zu
ergeben.
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Der
Vektor pVH5E wird dann mit dem modifizieren VH-Gen, das den 5'-Teil des Enzyms
von Interesse enthält,
in einem halben YAC-Vektor subkloniert, der einen selektierbaren
Hefemarker HIS3, der nicht in dem Ausgangs-YAC-Vektor anwesend war, ein
Centromer (CEN) und ein einzelnes Telomer (TEL) enthält. Der
modifizierte JH-Region-Unterklon, der den 3'-Teil des Enzyms von Interesse aus pJH3E enthält, wird
auch in die Hälfte
eines YAC-Vektors kloniert, der einen selektierbaren Hefemarker
LEU2 enthält,
der nicht in dem Ausgangs-YAC-Vektor
vorhanden war, und ein einzelnes TEL. Der halbe YAC-Vektor mit dem
modifizierten VH-Gen wird linearisiert und verwendet, um einen Hefestamm
zu transformieren, der die gewünschten
Sequenzen der schweren Kette der Maus der VH-, D-, JH- und Mu-Schweren-Ketten enthält. Die
Selektion hinsichtlich der Histidinprototrophie bewirkt Hefekolonien,
die eine homologe Rekombination durchmachten. Der halbe YAC-Vektor,
der die modifizierte JH-Region des
Enzyms enthält,
die den 3'-Teil
des Enzyms von Interesse enthält,
wird dann linearisiert und verwendet, um den in dem vorangegangenen
Schritt erzeugten Hefestamm zu transformieren. Die Selektion hinsichtlich
Leucinprototrophie resultiert in einem Hefestamm, der die gesamten
Enzym-/Immunglobulin-Genorte enthält. Vorzugsweise können beide
Selektionsschritte gemeinsam durchgeführt werden. Dieser YAC wird
isoliert und in ES-Zellen mikroinjiziert und die Zelle wird dann
der neo-Selektion unter Verwendung von G418 ausgesetzt. Die resultierende Zelllinie
LYS35YAC wird dann verwendet, um eine chimäre Maus zu erzeugen, wie oben
in Beispiel 5 beschrieben. Die resultierende chimäre Maus
wird dann der Zucht ausgesetzt, um Mäuse zu erzeugen, die das chimäre Enzym-Antikörper-Molekül produzieren,
ohne die Produktion nativer Antikörper. Die Beispiele 6 und 7
beschreiben Zuchtprotokolle, um die endogene Expression der schweren
Kette und der leichten Kette von Immunglobulin zu entfernen.
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Beispiel X
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Produktion
von Enzymdiversität
unter Verwendung der in den Beispielen, 5, 6, 7, 8 und 9 hergestellten
transgenen Mäuse.
Spezifische Beispiele der Immunisierung, um neue Aktivitäten zu erzeugen,
werden später
in den folgenden Beispielen 11, 12 und 13 wiedergegeben.
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Immunisierung
der Mäuse,
welche die integrierte Enzym-/Immunglobulin-DNS tragen, werden mit
Injektionen eines Antigens in Adjuvans immunisiert. Diese Antigene
können Übergangszustandsanaloga
oder Substrate oder Produkte oder Kombinationen eines einzelnen
Immunogens sein. Diese verschiedenen Immunogene können alleine
oder in aufeinander folgenden Kombinationen verwendet werden, welche
auf die Fokussierung der Entwicklung der Enzymdiversität, stimuliert
durch das Immunisierungsprotokoll, abzielen. Die Mäuse werden
mit Antigen 14 Tage nach der primären Immunisierung geboostert.
Typischerweise folgen auf dieses auch Immunisierungen an den Tagen
34 und 50. Der Antwort der Mäuse
wird gefolgt mit Blutabnahmen, die an den immunisierten Tieren vorgenommen
werden, um die spezifische Aktivität der Enzymantwort gegen das Substrat
von Interesse zu untersuchen. Das Mäuseblut wird einem Reinigungsschritt
ausgesetzt, basierend auf der Sequenz der schweren Kette Mu an dem COOH-Ende
der rekombinierten Enzyme oder der leichten Kette Kappa, in Abhängigkeit
von der bei der Immunisierung verwendeten spezifischen transgenen
Maus. Typischerweise würde
diese Reinigung Verwendung von für
Anti-Maus-Immunglobulin spezifischen Antikörpern auf Perlen oder auf anderer
fester Phase machen, um eine schnelle und wirksame Reinigung durchzuführen.
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Die
Mäuse mit
der höchsten
gewünschten Enzymaktivität werden
geschlachtet und die Milzen werden für die Erzeugung von Hybridomen,
welche die gewünschte
Enzymaktivität
sezernieren, entfernt.
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Myelomzellen
werden als Diffusionspartner verwendet, um die Hybridome zu erzeugen,
unter Befolgung von Standardverfahren. Einen Tag nach der Fusion
werden die Zellen in frischem Medium, das 10% fötales Kälberserum enthält, mit
einer Konzentration von 5 × 105 Zellen/ml aufgeteilt. Am Morgen der Fusion
werden die Zellen mit einem gleichen Volumen Medium, ergänzt mit
20% fötalem
Kälberserum
und 2 × OPI-Lösung (3
mg/ml Oxalacetat, 0,1 mg/ml Natriumpyruvat und 0,4 IU/ml Insulin),
verdünnt.
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Nach
dem Schlachten der Maus wird die Milz aseptisch entfernt und in
eine Petrischale mit Kulturmedium gegeben. Die Zellen werden auseinandergezogen
bis die Milz in feine Stücke
gezogen wurde und die meisten Zellen entfernt worden sind.
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Die
Zellen werden in frischem sterilem Medium gewaschen und den Klumpen
wird ermöglicht, sich
abzusetzen. Die Splenocyten werden weiter zweimal durch Zentrifugation
in Medium ohne Serum gewaschen. Während dem zweiten Waschschritt werden
die Myelomzellen auch in einem gesonderten Röhrchen gewaschen. Nach dem
endgültigen Waschschritt
werden die beiden Zellpellets kombiniert und einmal gemeinsam zentrifugiert.
Eine Lösung
aus 50% Polyethylenglykol (PEG) wird langsam zu dem Zellpellet hinzugefügt, während die
Zellen resuspendiert werden, für
insgesamt 2 Minuten. 10 ml vorgewärmtes Medium werden zu der
Zelllösung
hinzugefügt,
wobei langsam für
3 Minuten gemischt wird. Die Zellen werden zentrifugiert und der Überstand
wird entfernt. Die Zellen werden in 10 ml Medium, ergänzt mit
20% fötalem
Kälberserum,
1 × OPI-Lösung und
1 × AH-Lösung (58 μM Azaserin,
0,1 mM Hypoxanthin), resuspendiert. Die fusionierten Zellen werden
in 96-Well-Platten in Aliquoten aufgeteilt und bei 37°C für eine Woche
kultiviert. Der Überstand
wird aus jeder Vertiefung aseptisch entnommen und in Pools gegeben.
Diese Pools werden auf Enzymaktivität gegen das Substrat untersucht.
Positive Pools werden weiter für
individuelle Vertiefungen untersucht. Wenn eine positive Vertiefung
identifiziert worden ist, werden die Zellen von der 96-Well-Platte in
0,5 ml Medium, ergänzt
mit 20% fötalem
Kälberserum,
1 × OPI
und 1 × AH,
in eine 24-Well-Platte übertragen.
Wenn jene Kultur dicht wird, werden die Zellen in 5 ml expandiert
und dann in 10 ml. In diesem Zustand werden die Zellen subkloniert,
so dass sich eine einzelne Enzym/Antikörper produzierende Zelle in
der Kultur befindet. Diese Kulturen können die Basis für die Produktion
der neuen Enzymaktivität
bilden oder können
die Quelle genetischer Information für die Entwicklung alternativer
Expressions- und Produktionssysteme für die Enzymaktivität unter
Verwendung von im Stand der Technik bekannten Verfahren bilden.
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Beispiel XI
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Die
Schaffung gesteigerter Lysozymaktivität und die Zunahme der Sequenzdiversität.
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In
diesem Beispiel werden die Mäuse,
die transgen für
die Lysozym-/Antikörperfusion
sind, mit dem natürlichen
Substrat "NAG NAM
NAG NAM NAG NAM" für das Enzym,
gekoppelt an KLH, stimuliert. Der natürliche Inhibitor NAG-Lacton,
gekoppelt an KLH, wird ebenfalls als ein Immunogen verwendet. Dies
bildete die Basis des Testsystems, um die Stimulation der Lysozymgen-Rekombination
und die Wiedergewinnung aktiven Lysozyms zu betrachten.
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Die
transgenen Mäuse
werden mit Immunogenen, beschrieben wie oben in Beispiel 10, immunisiert.
Die aktiven Hybridome werden dann der PCR-Amplifikation des Lysozymgens
ausgesetzt, gefolgt von der Sequenzierung gemäß Standardverfahren (Clontech
Palo Alto CA). Von den Lysozymgenen aus den stimulierenden Mäusen wird
gefunden, dass sie einen signifikanten Grad an Sequenzvariabilität zeigen,
was die Fähigkeit
des Systems, Enzymdiversität
durch gerichtete Stimulation zu erzeugen, belegt.
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Beispiel XII
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Erzeugung
von Diversität
in den Ribonuclease-Immunglobulin produzierenden transgenen Mäusen.
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In
diesem Beispiel werden die für
Ribonuclease/Immunglobulin transgenen Mäuse sowohl mit dem natürlichen
Substrat RNS als auch dem Übergangssubstrat
Uridin-Vanadat, gekoppelt an KLH nach der Periodat-Oxidation der
cis-Diole in dem Ribosering, gefolgt von der Bildung einer Schiff'schen Base mit den
Aminogruppen von KLH und der Reduktion mit Natriumborhydrid, stimuliert.
Die chimären
Mäuse werden
unter Befolgung des oben umrissenen allgemeinen Protokolls immunisiert.
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Die
Mäuse werden
auf erhöhte
Level der chimären
Ribonuclease-Antikörperaktivität nach der
selektiven Isolierung des Antikörpers
unter Verwendung von Anti-Antikörper-Reagenzien
auf Perlen gescreent. Dies wird als wichtig befunden wegen den endogenen
Spiegeln an Ribonuclease, die in Serum gefunden werden.
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Die
aus diesen Immunisierungen isolierten Hybridome werden sowohl hinsichtlich
der Enzymaktivität
als auch hinsichtlich Sequenzen der Ribonuclease untersucht. Signifikante
Unterschiede werden in den Sequenzen und spezifischen Aktivitäten der
Klone der chimären
Ribonuclease-Antikörpermoleküle gefunden.
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Beispiel XIII
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Erzeugung
einer neuen Lysozymaktivität, basierend
auf Übergangszustandimmunisierung.
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In
diesem Beispiel wird das Immunogen, das verwendet wird, um die Bildung
der Enzymdiversität zu
stimulieren, auf dem Amidinübergangszustandsanalogon,
das kürzlich
beschrieben wurde (WO 93/02703), basiert. Andere Alternativen zu
diesem Übergangszustand
sind bekannt, z. B. NAG-Lacton, 1-Aminogalactosid und Galactal.
Das Amidinhapten ahmt den Übergangszustand
für die
Hydrolyse der glycosidischen Bindungen nach und repräsentiert eine
gute Kernstruktur eines Immunogens, um die Entwicklung des Lysozymrepertoirs
zu stimulieren. Das spezifische Amidin wird zubereitet, um zu dem Substrat
Galactose zu passen, um die Bildung und Selektion einer Galactosidaseaktivität der Lysozym/Antikörper produzierenden
Mäusen
zu ermöglichen.
Diese Immunogene werden typischerweise als Serien erzeugt, wobei
die R-Gruppe eine Zahl zahlreicher Auswahlen ist. In diesem Fall
konzentrierten wir uns auf die Verwendung von Ribose und Desoxyribose,
gekoppelt an den Proteinträger.
Dieses Amidinimmunogen wird an das Trägerprotein, typischerweise
das Hämocyanin
der Schlüsselloch-Napfschnecke,
für die
besten Ergebnisse gekoppelt. Der Immunisierungsplan wird durchgeführt, wie
durch das allgemeine Protokoll des Beispiels 10 oben erläutert. Das
Serum aus den immunisierten Tieren wird während der Immunisierung unter
Verwendung eines chemolumineszenten Galactosidasesubstrates (Tropix
Cambridge MA) untersucht. Die Tiere, die die höchste Aktivität zeigen,
werden für
die Fusion mit der Hybridomlinie verwendet, wie oben beschrieben.
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Ein
Fachmann würde
erkennen, dass verschiedene Kombinationen der oben identifizierten Techniken
angewendet werden können,
um die beanspruchte Erfindung zu praktizieren.