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Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer
Epoxyverbindung. Insbesondere betrifft vorliegende Erfindung ein Verfahren,
welches das Epoxidieren einer ethylenischen Verbindung mit Wasserstoffperoxid
umfasst, wodurch eine entsprechende Epoxyverbindung und
Hydroxyiminodibernsteinsäure ohne Herbeiführung einer Verfärbung in hoher Ausbeute gebildet
werden.
BESCHREIBUNG DES STANDS DER TECHNIK
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Das Verfahren zur Herstellung einer Epoxyverbindung durch Epoxydieren
einer entsprechenden ethylenischen Verbindung mit Wasserstoffperoxid wurde
schon vor langer Zeit bekannt. Der Katalysator, die Reaktionsbedingung usw., die für
diese Umsetzung anzuwenden sind, wurden mit großer Begeisterung untersucht.
Zahlreiche Patente und Veröffentlichungen ergaben sich schon aus diesen
Untersuchungen.
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Als ein Weg zur Herstellung von Epoxybernsteinsäure durch Epoxidation von
Maleinsäureanhydrid mit Wasserstoffperoxid schlugen vorliegende Erfinder ein
Verfahren zum Erhalt von Epoxysucczinaten mit hoher Ausbeute unter Verwendung
von zwei unterschiedlichen Reaktionstemperaturen, wodurch der
Epoxylierungskatalysator wirtschaftlicher gemacht wird, vor. (vgl. JP-A-04-290879).
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Es wurden jedoch keine Berichte veröffentlicht, welche die Untersuchung des
für das Reaktionsgefäß bei der Epoxidierung von Maleinsäureanhydrid mit
Wasserstoffperoxid zu verwendende Material veröffentlicht. Die Tatsache, dass Glas,
rostfreier Stahl, Aluminium usw. als Materialien für die bei der Handhabung von
Wasserstoffperoxid für die Gefäße als Materialien brauchbar sind, wurde gerade
noch bekannt.
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U.S.-A-4.028407 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Tartarsäure hoher
Reinheit durch Epoxidieren eines sauren Calciumaleats unter Verwendung eines
Wolframkatalysators und Wasserstoffperoxid unter Bildung von Epoxybernsteinsäure
und anschließende Hydrolyse der erhaltenen Epoxybernsteinsäure.
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EP-A-74259 befasst sich mit einem Verfahren zur Herstellung eines
Olefinoxids aus einem Olefin und Wasserstoffperoxid unter Verwendung einer
Antimonverbindung oder einer organischen Zinnverbindung als Katalysator. Um die
Instabilität von Wasserstoffperoxid aufgrund eines in das Reaktionssystem
eingeführten Schwermetalls zu verhindern, wird ein Chelierungsmittel zugegeben.
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EP-A-31537 betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Oxysilanverbindung
aus einem Olefin und Wasserstoffperoxid unter Verwendung einer Borverbindung als
Katalysator. Die benutzten Reaktoren können aus einer Vielzahl von Materialien
hergestellt werden, einschließlich Glas, rostfreiem Stahl, einer Nickellegierung,
Zirkon, Tandal und Email.
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U.S.-A-3518285 offenbart ein Verfahren zur Oxidation eines Olefins unter
Verwendung einer Rheniumverbindung und Wasserstoffperoxid, während EP-A-
568336 ein Verfahren zur Herstellung einer Epoxyverbindung aus einem Olefin und
Wasserstoffperoxid unter Verwendung eines hauptsächlich Titan enthaltenden Titan-
Silicalit-Zeolit-Katalysators offenbart. U.S.-A-5.166.372 offenbart ein Verfahren zur
Herstellung einer Epoxyverbindung aus einem Olefin und Wasserstoffperoxid unter
Verwendung eines organischen Premiumoxid-Katalysators in Gegenwart eines
sekundären Alkylarylalkohols.
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NL-A-7609148 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Epichlorhydrin aus
einem Allylchlorid unter Verwendung von Peressigsäure. Das Dokument beschreibt
die Inaktivierung der Innenoberfläche des Reaktors, um die Zersetzung von
Peressigsäure während des Reaktionsverlaufs zu verhindern.
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DE-A-4.024.552 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von 3-Hydroxy-2,2'-
iminodibernsteinsäure aus einer Epoxyverbindung.
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Vorliegende Erfinder versuchten zur Herstellung von Epoxybernsteinsäure in
kommerziellem Maßstab die Epoxidation mit einem aus rostfreiem Stahl
hergestellten Reaktionsgefäß, der landläufig als ein Material von industrieller Qualität
verwendet wird. In der Folge fanden sie, dass dieses Reaktionsgefäß das Problem
der Ausbeuteverringerung von Epoxybernsteinsäure bezüglich Maleinsäureanhydrid
mit sich bringt und dazu führt, dass die gebildete Reaktionslösung einer Verfärbung
unterzogen wird. Nach einer weiteren Untersuchung dieses Problems fanden sie,
dass ein Teil des Wasserstoffperoxids während des Reaktionsverlaufs vergast und
mit der Oberfläche von rostfreiem Stahl in dem Gasphasenteil des Reaktionsgefäßes
in Berührung tritt und eine durch die Wirkung von rosfreiem Stahl verursachte
Zersetzung erleidet. Ihre Untersuchung fasste die Schlussfolgerung zusammen, dass
die Ausbeute an Epoxybernsteinsäure bezüglich Maleinsäureanhydrid aufgrund der
Zersetzung von Wasserstoffperoxid schließlich verringert wird, wenn
Wasserstoffperoxid in einer äquimolaren Menge Maleinsäureanhydrid zugeführt wird.
Obgleich die Ursache für die Verfärbung der Epoxybernsteinsäure noch nicht
aufgeklärt wurde, kann die Verfärbung logischerweise durch die Annahme erklärt
werden, dass die Zersetzung von Wasserstoffperoxid auf eine oder andere Form
eine Sekundärreaktion nach sich zieht, und dass das bei dieser Sekundärreaktion
auftretende Nebenprodukt in der Epoxybernsteinsäure verbleibt und diesen eine
Farbe verleiht.
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Die verringerte Ausbeute führt zu einem Produktivitätsabfall, und die Färbung
verschlechtert die Verkäuflichkeit des Produkts ernstlich; beide Tatsachen erweisen
sich als ungünstig.
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Vorliegende Erfindung, welche die Herstellung einer Epoxyverbindung durch
Epoxidation einer entsprechenden ethylenischen Verbindung mit Wasserstoffperoxid
in einem aus einem Metall hergestellten Reaktionsgefäß betrifft, beabsichtigt die
Lösung derartiger Probleme wie die Zersetzung von Wasserstoffperoxid, welche
während des Reaktionsverlaufs auftritt, und die Ausbeutesenkung sowie die
Verfärbung der Epoxyverbindung, welche sich aus der Zersetzung ergibt, und
ermöglicht deshalb die Herstellung der Epoxyverbindung in hoher Ausbeute ohne
Herbeiführung einer Verfärbung.
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Ferner beabsichtigt vorliegende Erfindung die Herstellung von
Hydroxyiminodibernsteinsäure hoher Qualität ohne Herbeiführung einer Verfärbung.
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Die Erfinder fanden als Ergebnis ihrer Untersuchungen, dass, wenn die
Epoxidierung in einem aus einem Metall hergestellten Reaktionsgefäß durchgeführt
wird, das zuvor genannte Problem gelöst werden kann, indem man entweder das
Verhältnis des Innenoberflächenbereichs des Reaktionssystems, der dem
Gasphasenteil des Reaktionssystems ausgesetzt ist, zur Menge der Reaktionslösung
in dem Reaktionsgefäß innerhalb eines speziellen Bereichs einstellt, oder die
Innenoberfläche des Reaktionssystems, die dem Gasphasenteil des
Reaktionssystems ausgesetzt ist, inaktiviert. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde
vorliegende Erfindung abgeschlossen.
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Im speziellen betrifft vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer
Epoxyverbindung durch Epoxidation einer entsprechenden ethylenischen Verbindung
mit Wasserstoffperoxid; dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die
Epoxidation in einem aus einem Metall hergestellten Reaktionssystem unter solchen
Bedingungen durchgeführt wird, dass der Innenoberflächenbereich (S: m²) des
Reaktionssystems, welcher den Gasphasenteil des Reaktionssystems ausgesetzt ist,
und die Menge der Reaktionslösung (V: m³) im Reaktionssystem der Formel
0 < S/V ≤ 2 (m²/m³) genügen.
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Vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer
Epoxyverbindung durch Epoxidation einer entsprechenden ethylenischen Verbindung
mit Wasserstoffperoxid; das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die
Epoxidation in einem solchen Reaktionssystem durchgeführt wird, dass der
Metallinnenoberflächenbereich (S: m²) des Reaktionssystems, welcher dessen
Gasphasenteil ausgesetzt ist, und die Menge der Reaktionslösung (V: m³) in diesem
Reaktionssystem der Formel 0 < S/V ≤ 2 (m²/m³) genügen.
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Ferner betrifft vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von 3-
Hydroxy-4,2'-iminodibernsteinsäure und eines Alkalisalzes, das sich dadurch
auszeichnet, dass Epoxybernsteinsäure gemäß dem Verfahren des Patentanspruchs
1 oder 2 hergestellt und mit L-Aspartinsäure umgesetzt wird.
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Der bei vorliegender Erfindung benutzt Begriff "Reaktionssystem" betrifft
kollektiv ein Reaktionsgefäß und Rohre, Ventile usw., welche in dem Reaktionsgefäß
vorgesehen sind, und unter dem zuvor erwähnten Ausdruck "der
Innenoberflächenbereich des Reaktionssystems, der dem Gasphasenteil des
Reaktionssystems ausgesetzt ist" ist die Gesamtheit der Innenoberflächenbereiche des
Reaktionsgefäßes, der Rohre, Ventile usw., welche dem Gasphasenteil ausgesetzt
sind, zu verstehen. Die Innenoberflächenbereiche der Rohre, Ventile usw. sowie der
Innenoberflächenbereich des Reaktionsgefäßes können auf Basis ihrer Durchmesser
und Längen leicht berechnet werden.
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Als bei vorliegender Erfindung zu verwendendes "aus Metall hergestelltes
Reaktionsgefäß" kann vorteilhafterweise ein aus rostfreiem Stahl hergestelltes
Reaktionsgefäß verwendet werden. Als typische Beispiele für das bei vorliegender
Erfindung zu verwendende, aus einem Metall hergestellte Reaktionsgefäß können
infolgedessen Reaktionsgefäße, welche aus solchen Arten von rostfreiem Stahl wie
SUS 304, 304L, 316 und 316L hergestellt sind, angegeben werden.
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Als typische Beispiele für die bei vorliegender Erfindung zu verwendende
ethylenische Verbindung können genannt werden: Maleinsäure, Itaconsäure,
Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure, Citraconsäure, 2-Pentensäure, 2-
Hexensäure, 3,4,5,6-Tetrahydrophthalsäure und 3,4,5,6-Tetrahydrobenzoesäure
sowie Alkalimetallsalze (insbesondere die Natrium- oder Kaliumsalze) derselben. Im
Fall von Verbindungen, welche fähig sind, in einer Anhydridform vorzuliegen, wie z. B.
Maleinsäure, Citraconsäure usw. sind auch die Anhydride derartiger Säuren umfasst.
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Bei diesen ethylenischen Verbindungen können diejenigen Verbindungen der
allgemeinen Formel
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R¹R³C=CR²COOM (1)
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(worin M für ein Wasserstoffatom oder ein Alkalimetall, und R¹ und R³, unabhängig
voneinander, für ein Wasserstoffatom, eine Methylgruppe oder eine durch die Formel
-(CH&sub2;)n-COOM wiedergegebene Gruppe bedeuten, (worin M für ein Wasserstoffatom
oder ein Alkalimetall steht, und n eine ganze Zahl von 0 oder 1 ist), und R² für ein
Wasserstoffatom, eine Methylgruppe oder eine durch die Formel CH²COOM
wiedergegebene Gruppe steht (in der M ein Wasserstoffatom oder ein Alkalimetall
bedeutet)) sowie im Fall von Verbindungen, die der Bildung von Anhydriden fähig
sind, deren Anhydride vorteilhaft verwendet werden.
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Als typische Beispiele für die durch die allgemeine Formel (1) wiedergegebene
ethylenische Verbindung können Maleinsäure, Itaconsäure, Acrylsäure,
Methacrylsäure, Crotronsäure und Citraconsäure, deren Alkalimetallsalze (insbesondere
Natrium- oder Kaliumsalze) und Maleinsäureanhydrid sowie Citraconsäureanhydrid
genannt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren kann besonders vorteilhaft auf
die Herstellung von Epoxybernsteinsäure durch Epoxidation von
Maleinsäureanhydrid angewandt werden.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung einer
Epoxyverbindung durch Epoxydation einer entsprechenden ethylenischen Verbindung mit
Wasserstoffperoxid in dem zuvor genannten, aus einem Metall hergestellten
Reaktionssystem ist es erforderlich, dass die Epoxydierung unter solchen
Bedingungen durchgeführt wird, dass der Innenoberflächenbereich (S: m²) von dem
Reaktionssystem, welcher dem Gasphasenteil des Reaktionssystems ausgesetzt ist,
und die Menge der Reaktionslösung (V: m³) im Reaktionssystem der Formel 0 < S/V
≤ 2 (m²/m³) genügen.
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Solange dieses Erfordernis erfüllt wird, brauchen das Verfahren und die
anzuwendenden Bedingungen bei der Ausführung der Epoxydation der
ethylenischen Verbindung nicht besonders begrenzt werden; sie können jedoch aus
denjenigen, welche üblicherweise für Umsetzungen dieser Art angewandt werden,
ausgewählt werden.
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Nun wird anhand von Beispielen das Verfahren zur Herstellung von
Epoxybernsteinsäure durch Epoxydation von Maleinsäureanhydrid beschrieben.
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Zuerst wird das zuvor genannte, aus einem Metall hergestellte
Reaktionsgefäß mit Maleinsäureanhydrid in Form einer wässerigen Lösung
zusammen mit einer Alkaliverbindung und Wolframsäure (oder deren Salz) und/oder
Molybdänsäure (oder ein Salz derselben) als Katalysator beschickt. Die
Alkaliverbindung wird zwecks Einstellung des pH-Werts der Reaktionslösung in
einem Näherungsbereich von 4-6 benutzt. Durch Einstellung des pH-Werts der
Reaktionslösung innerhalb dieses Bereichs kann die Epoxidation hoch wirksam
durchgeführt werden. Unter anderen Alkaliverbindungen wird besonders vorteilhaft
Natriumhydroxid verwendet. Sodann wird die wässerige Maleinsäureanhydridlösung
auf eine Temperatur im Näherungsbereich von 60-90ºC erwärmt. Danach wird
Wasserstoffperoxid tropfenweise der heißen wässerigen Maleinsäureanhydridlösung
zugegeben, um die Epoxidierung von Maleinsäureanhydrid herbeizuführen. Dieses
Wasserstoffperoxid wird in der Regel bei einer Konzentration im Näherungsbereich
von 30-70 Gew.-% in Form einer wässerigen Lösung benutzt. In diesem Fall wird die
Epoxybernsteinsäure in Form eines Natriumsalzes erhalten. Die Epoxidation in
Übereinstimmung mit dieser Erfindung kann entweder in Form einer einstufigen
Umsetzung oder in Form einer solchen zweistufigen Umsetzung durchgeführt
werden, wie sie in JP-A-04-290879 offenbart ist, nämlich derjenigen, welche aus
einer bei einer Temperatur im Bereich von 60-80ºC durchgeführten ersten Stufe und
einer bei einer Temperatur durchgeführten Stufe besteht, welche mindestens 5ºC
höher als die Temperatur der ersten Stufe ist.
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Da die Epoxidation von Maleinsäureanhydrid normalerweise durchgeführt
wird, indem man das Reaktionsgefäß mit Maleinsäureanhydrid, einem
Reaktionsmedium (wie z. B. Wasser), einem Katalysator usw. beschickt und sodann
allmählich Wasserstoffperoxid einführt oder tropfenweise einspeist, schwankt das
Verhältnis der zuvor erwähnten Formel S/V etwas im Reaktionsverlauf. Gemäß dem
erfindungsgemäßen Verfahren wird die Epoxidation unter solchen Bedingungen
durchgeführt, dass das Verhältnis in dem Bereich von 0 < S/V ≤ 2, vorzugsweise 0 <
S/V ≤ 1,5, bevorzugter 0 < S/ÄV ≤ 1 (m²/m³), während des gesamten
Reaktionsverlaufs liegen kann. Die Bedingungen können leicht verwirklicht werden,
indem man zuerst den Innenoberflächenbereich des Reaktionssystems, wie z. B. des
Reaktionsgefäßes, berechnet und sodann die Mengen des Reaktionsmediums,
Maleinsäureanhydrids und Wasserstoffperoxids, welche zu verwenden sind, einstellt.
Wenn das Verhältnis S/V 2 überschreitet, wird Wasserstoffperoxid so auffällig
zersetzt, dass die Ausbeute erniedrigt wird, und eine Verfärbung des Produkts
erfolgt.
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Gemäß einem anderen Verfahren vorliegender Erfindung zur Herstellung einer
Epoxyverbindung durch Epoxidation einer entsprechenden ethylenischen Verbindung
mit Wasserstoffperoxid wird die Epoxidation in einem Reaktionssystem durchgeführt,
indem mindestens die Innenoberfläche des Reaktionssystems, die dem
Gasphasenteil des Reaktionssystems ausgesetzt ist, inaktiviert wurde. Unter dem im
vorliegenden benutzten Begriff "Inaktivierung" wird ein Entzug der Metalleigenschaft
verstanden. Als typische Beispiele für eine Inaktivierung können eine Auskleidung
mit Glas und eine solche mit Kunstharz angegeben werden. Als konkrete Beispiele
für das Reaktionsgefäß, das bei der Durchführung dieses Verfahrens verwendet
werden kann, können nicht nur Glasgefäße, sondern auch Metallgefäße angegeben
werden, bei denen mindestens die Innenoberfläche, welche den Gasphasenteilen
derselben ausgesetzt sind, mit Glas, Kunstharz ausgekleidet oder mit einer Keramik
beschichtet sind.
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Zwecks Durchführung der Epoxidation im Reaktionssystem, dessen
Innenoberfläche, die dem Gasphasenteil desselben ausgesetzt ist, inaktiviert ist, ist
es ausreichend, als Reaktionsgefäß ein Glasgefäß oder ein Metallgefäß, bei dem
mindestens seine Innenoberfläche, die dem Gasphasenteil desselben ausgesetzt ist,
inaktiviert ist, zu verwenden, wobei die Innenoberflächen von Rohren, Ventilen usw.
inaktiviert sind, indem sie mit Glas, Kunstharz ausgekleidet oder mit einer
keramischen Substanz beschichtet sind.
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Gemäß einem weiteren Verfahren vorliegender Erfindung zur Herstellung
einer Epoxyverbindung durch Epoxidation einer entsprechenden ethylenischen
Verbindung mit Wasserstoffperoxid wird die Epoxidation in einem Reaktionsgefäß
durchgeführt, bei dem mindestens seine Innenoberfläche, welche dem
Gasphasenteil desselben ausgesetzt sind, inaktiviert ist. Der im vorliegenden
benutzte Begriff "Inaktivierung" hat die gleiche Bedeutung wie zuvor definiert. Als
konkrete Beispiele für das Reaktionsgefäß, das bei der Durchführung dieses
Verfahrens benutzt werden kann, können infolgedessen nicht nur Glasgefäße
sondern auch Metallgefäße, bei denen mindestens die Innenoberflächen, welche den
Gasphasenteilen derselben ausgesetzt sind, mit Glas oder Kunstharz ausgekleidet
oder mit Keramik beschichtet sind, angegeben werden.
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Vorliegende Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Herstellung von
Hydroxyiminodibernsteinsäure durch Umsetzung von L-Aspartinsäure mit
Epoxybernsteinsäure zur Verfügung, welche nach dem Verfahren dieser Erfindung
zur Herstellung einer Epoxyverbindung, wie zuvor erwähnt, erhalten wird. Das
Molverhältnis von Epoxybernsteinsäure zu L-Aspartinsäure bei der zuvor genannten
Umsetzung liegt zweckmäßigerweise im Bereich von 1,05 : 1 bis 1 : 1,05. Diese
Umsetzung wird zweckmäßigerweise ganz oder überwiegend in einem wässerigen
Lösungsmittel durchgeführt. Die sich von Wasser unterscheidenden Lösungsmittel,
welche bei der Umsetzung wirksam brauchbar sind, umfassen Alkohole wie z. B.
Methanol und Ethanol sowie Dioxan. Die Umsetzung wird in der Regel in einem
neutralen bis alkalischen Zustand durchgeführt, der durch Zugabe der wässerigen
Lösung eines Alkalihydroxids oder von Ammoniumhydroxid erreicht wird.
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Um spezieller zu werden: Eine wässerige Lösung mit einem Gehalt an L-
Aspartinsäure mit einer Konzentration im Bereich von 20-30 Gew.-%, etwa 2 Mol
zugesetztes Alkalihydroxid, vorzugsweise Natriumhydroxid, und etwa 1 Mol eines
Dialkalisalzes, vorzugsweise des Dinatriumsalzes, von danach zugesetzter
Epoxybernsteinsäure werden zusammen gerührt, bis die Umsetzung dieser
Reaktionsteilnehmer vollständig ist. Die Dauer dieser Umsetzung liegt im Bereich
von 1 bis 8 Stunden. Zur Förderung dieser Umsetzung kann die Reaktionstemperatur
im Bereich von 80-100ºC gehalten werden. Die aus der Umsetzung resultierende
Reaktionslösung wird unter Verwendung z. B. eines Umlaufverdampfers destilliert,
um das Lösungsmittel zu vertreiben, unter im wesentlichen quanititativen Erhalt eines
farblosen festen Tetraalkalisalzes von 3-Hydroxy-2-2'-iminodibernsteinsäure. Aus
diesem Rohprodukt oder dem lösungsmittelhaltigem Rohprodukt kann nach dem
Standardverfahren freie 3-Hydroxy-2-2'-iminodibernsteinsäure erhalten werden,
nämlich durch Zugabe einer Säure wie Chlorwasserstoffsäure oder Schwefelsäure
zum Produkt.
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Im folgenden wird vorliegende Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
detaillierter beschrieben.
BEISPIEL 1
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In einem Vierhalskolben aus Glas mit einem Innenvolumen von 1 Liter wurde
ein Teststück aus dem rostfreiem Stahl SUS 316 L, mit einer Oberfläche von 4,5 cm²
im Gasphasenteil des Kolbens befestigt, so dass der Gleichung S/V = 1,1 bis 0,8
(m2/m³) genügt war. Das derart vorbereitete Reaktionsgefäß wurde zur Synthese von
Epoxybernsteinsäure durch Epoxidierung von Maleinsäureanhydrid verwendet.
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Eine Lösung von 98,1 g (1 Mol) Maleinsäureanhydrid in 365 g Wasser, 116,7
(1,4 Mol) einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung und 0,33 (0,001 Mol)
Natriumwolframatdihydrat wurden zusammen gerührt und auf 70ºC erwärmt. Der
Kolbeninhalt bildete eine im wesentlichen homogene Lösung und nahm einen pH-
Wert von 5,5 an, als die Temperatur 70ºC erreichte. Diese Lösung wird zur
Herbeiführung einer Umsetzung tropfenweise mit einer wässerigen 60%igen
Wasserstoffperoxidlösung versetzt. Da der pH-Wert sich beim Fortschreiten der
Umsetzung erniedrigte, wurde die wässerige 48%ige Natriumhydroxidlösung zur
Lösung zugesetzt, um den pH-Wert im Bereich von 4,5-5,5 zu regulieren, und die
Lösung wurde 60 Minuten bei 70ºC gehalten. Sodann wurde die Umsetzung mit
einer auf 80ºC erhöhten Temperatur fortgesetzt. 3 Stunden nach Beginn der
Umsetzung wurde die Umsetzung beendet, indem man die organische Säure in der
Reaktionslösung mit einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung äquivalent
neutralisierte.
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Die Reaktionslösung war am Ende der Umsetzung farblos und transparent.
Die Ausbeute an Dinatriumepoxysuccinat (bezogen auf Maleinsäureanhydrid) war
92,6 Mol%.
Kontrolle 1
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Durch Wiederholung des Verfahrens des Beispiels 1 wurde unter Verwendung
eines Teststücks aus SUS 316L mit einer Oberfläche von 13,5 cm² die Epoxidation
durchgeführt, wobei der Gleichung SN = 3,3 bis 2,3 (m²/m³) genügt war.
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Die Reaktionslösung am Ende der Umsetzung war gelb (verfärbt) und
transparent. Die Ausbeute an Dinatriumsuccinat (bezogen auf Maleinsäureanhydrid)
war 80,0 Mol.-%.
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Aus den Ergebnissen des Beispiels 1 und der Kontrolle 1 ist festzustellen,
dass die Ausbeute an der beabsichtigten Epoxyverbindung verringert war, und die
hergestellte Epoxyverbindung gefärbt war, wenn die Epoxidation in dem
Reaktionsgefäß aus rostfreiem Stahl unter der Bedingung S/V ≥ 2 durchgeführt
wurde.
BEISPIEL 2
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Zur Synthese von Epoxybernsteinsäure durch Epoxidation von
Maleinsäureanhydrid wurde ein Vierhalskolben aus Glas mit einem Innenvolumen
von 1 Liter verwendet.
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Eine Lösung von 98,1 g (1 Mol) Maleinsäureanhydrid in 365 g Wasser, 116,7
g (1,4 Mol) einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung und 0,33 (0,001 Mol)
Natriumwolframatdihydrat wurde gerührt und auf 70ºC erwärmt. Der Flascheninhalt
bildete eine im wesentlichen homogene Lösung und nahm einen pH-Wert von 5,5 an,
als die Temperatur 70ºC erreichte. Zu dieser Lösung wurden 56,7 g (1,0 Mol) einer
wässerigen 60%igen Wasserstoffperoxidlösung tropfenweise zugegeben, um eine
Umsetzung herbeizuführen. Da sich der pH-Wert beim Fortschreiten der Umsetzung
erniedrigte, wurde die wässerige 48%ige Natriumhydroxidlösung zur Lösung
zugesetzt, um den pH-Wert im Bereich von 4,5 bis 5,5 einzustellen, und die Lösung
wurde 60 Minuten bei 70ºC gehalten. Danach wurde unter Erhöhung der Temperatur
auf 80ºC die Umsetzung fortgeführt. Drei Stunden nach Beginn der Umsetzung
wurde die Umsetzung beendet, indem man die organische Säure in der
Reaktionslösung mit einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung äquivalent
neutralisierte.
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Die Reaktionslösung war am Ende der Umsetzung farblos und transparent.
Die Ausbeute an Dinatriumepoxysuccinat (bezogen auf Maleinsäureanhydrid) betrug
92,3 Mol.-%.
BEISPIEL 3
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Zur Synthese von Epoxybernsteinsäure durch Epoxidation von
Maleinsäureanhydrid wurde ein trennbarer Vierhalskolben mit einem zylindrischen Teil (12 cm
Innendurchmesser und 32 cm Höhe) aus rostfreiem Stahl SUS 316L und einem
Deckelteil aus Glas verwendet.
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Eine Lösung von 588,4 g (6,0 Mol) Maleinsäureanhydrid in 2.190 g Wasser,
700,2 g (8,4 Mol) einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung und 1,98 (0,006
Mol) Natriumwolframatdihydrat wurde gerührt und auf 70ºC erwärmt. Der
Kolbeninhalt bildete eine im wesentlichen homogene Lösung und nahm, als die
Temperatur 70ºC erreichte, einen pH Wert von 5,5 an. Diese Lösung wurde mit
340,2 g (6,0 Mol) tropfenweise mit einer wässerigen 60%igen
Wasserstoffperoxidlösung versetzt, um eine Umsetzung herbeizuführen. Da sich der pH-Wert mit
Fortschreiten der Umsetzung erniedrigte, wurde die wässerige 48%ige
Natriumhydroxidlösung zur Lösung zugegeben, um dem pH-Wert im Bereich von 4,5 bis 5,5
zu regulieren, und die Lösung wurde 60 Minuten bei 70ºC gehalten. Sodann wurde
unter Erhöhung der Temperatur auf 80ºC die Umsetzung fortgesetzt. Drei Stunden
nach Beginn der Umsetzung wurde die Umsetzung beendet, indem man mit einer
wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung äquivalent neutralisierte. Während
dieser Zeit schwankte das Verhältnis SN im Bereich von 1,5 bis 0,3 (m²/m³). Die
Reaktionslösung am Ende der Umsetzung war farblos und transparent. Die Ausbeute
an Dinatriumepoxysuccinat (bezogen auf Maleinsäureanhydrid) betrug 91,5 Mol.-%.
Kontrolle 2
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Zur Herstellung von Epoxybernsteinsäure aus Maleinsäureanhydrid wurde das
gleiche, wie in Beispiel 3 benutzte Reaktionsgefäß verwendet.
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Eine Lösung von 595,0 g (5,7 Mol) Maleinsäureanhydrid in 2.081 g Wasser,
665,2 g (8,0 Mol) einer wässerigen 48%igen Natriumhydroxidlösung und 1,88
(0,0057 Mol) Natriumwolframatdihydrat wurden zusammen gerührt und auf 70ºC
erwärmt. Der Kolbeninhalt bildete eine im wesentlichen homogene Lösung und nahm
einen pH-Wert von 5,5 an, als die Temperatur 70ºC erreichte. Diese Lösung wurde
mit 323,2 g (5,7 Mol) einer wässerigen 60%igen Wasserstoffperoxidlösung
tropfenweise versetzt, um eine Umsetzung herbeizuführen. Da sich der pH-Wert mit
Fortschreiten der Umsetzung erniedrigte, wurde die wässerige 48%ige
Natriumhydroxidlösung zur Lösung zugegeben, um den pH-Wert im Bereich von 4,5
bis 5,5 zu regulieren, und die Lösung wurde 60 Minuten bei 70ºC gehalten. Sodann
wurde die Umsetzung unter Erhöhung der Temperatur auf 80ºC fortgesetzt. Drei
Stunden nach Beginn der Umsetzung wurde diese beendet, indem man die
organische Säure in der Reaktionslösung mit einer wässerigen 48%igen
Natriumhydroxidlösung äquivalent neutralisierte. Die Reaktionslösung am Ende der
Umsetzung war gelb (verfärbt) und transparent. Die Ausbeute an
Dinatriumepoxysuccinat (bezogen auf Maleinsäureanhydrid) war 80,3 Mol.-%.
BEISPIEL 4
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Eine Lösung wurde durch Versetzen von 371 g (0,5 Mol) der wässerigen
Dinatriumepoxysuccinat-Lösung (die Dinatriumepoxysuccinat in einer Konzentration
von 23,7 Gew.-% enthielt), hergestellt im Beispiel 1, mit 66,6 g (0,5 Mol) L-
Aspartinsäure hergestellt. Die Lösung, deren pH-Wert auf 11 mit einer wässerigen
48%igen Natriumhydroxidlösung eingestellt wurde, wurde 6 Stunden bei 85ºC
gehalten, um die Umsetzung zu bewirken. Bei der Analyse der durch diese
Umsetzung erhaltenen Lösung durch Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie
wurde gefunden, dass Tetranatriumhydroxyiminodisuccinat in einer Ausbeute von
92,7 Mol% (bezogen auf L-Aspartinsäure) und in einer Reinheit von 89,7 Gew.-%
(eine Konzentration auf das gesamte organische Säuresalz in der Reaktionslösung)
erhalten worden war. Wenn die wässerigen Natriumepoxysuccinat-Lösungen,
erhalten im Beispiel 2 und Beispiel 3, auf ähnliche Weise mit L-Aspartinsäure zur
Umsetzung gebracht wurden, bildete sich Tetranatriumhydroxyiminodisuccinat in den
jeweiligen Ausbeuten von 92,8 Mol.-% bzw. 91,9 Mol.-% (bezogen auf L-
Aspartinsäure) und in den Reinheiten von 89,8 Gew.-% bzw. 88,6 Gew.-%
(Konzentrationen auf das gesamte organische Säuresalz in der Reaktionslösung).
Kontrolle 3
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Durch Zugabe von 66,6 g (0,5 Mol) L-Aspartinsäure zu 429 g (0,5 Mol) der in
Kontrolle 1 hergestellten wässerigen Dinatriumepoxysuccinat-Lösung (welche
Dinatriumepoxysuccinat in einer Konzentration von 20,5 Gew.-% enthielt) wurde eine
Lösung erhalten. Die Lösung, deren pH-Wert mit einer wässerigen 48%igen
Natriumhydroxidlösung auf 11 eingestellt wurde, wurde 6 Stunden bei 85ºC gehalten,
um die Umsetzung zu bewirken. Die Reaktionslösung war am Ende der Umsetzung
tiefer gelb als vor der Umsetzung. Bei der Analyse der durch diese Umsetzung
erhaltenen Lösung durch Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie wurde
gefunden, dass Tetranatriumhydroxyiminodisuccinat in einer Ausbeute von 90,1 Mol
(bezogen auf L-Aspartinsäure) und in einer Reinheit von 80,6 Gew.-%) (eine
Konzentration auf das gesamte organische Säuresalz in der Reaktionslösung)
erhalten worden war.
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Wenn die in Kontrolle 2 erhaltenen wässerigen Dinatriumepoxysuccinat-
Lösungen auf ähnliche Weise mit L-Aspartinsäure zur Umsetzung gebracht wurden,
wurde Tetranatriumhydroxyiminodisuccinat in der Ausbeute von 89,6 Mol.-%
(bezogen auf L-Aspartinsäure) und in der Reinheit von 80,4 Gew.-% (eine
Konzentration auf das gesamte organische Säuresalz in der Reaktionslösung)
gebildet. Am Ende der Umsetzung war die Reaktionslösung tiefer gelb als vor der
Umsetzung.
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Gemäß vorliegender Erfindung kann eine Epoxyverbindung mit hoher
Ausbeute ohne Herbeiführung einer Verfärbung durch Epoxidieren einer
entsprechenden ethylenischen Verbindung mit Wasserstoffperoxid, wie zuvor
beschrieben, hergestellt werden. Ferner kann nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren Hydroxyiminodibernsteinsäure hoher Qualität ohne Herbeiführung einer
Verfärbung hergestellt werden, indem man die wie zuvor beschrieben erhaltene
Epoxybernsteinsäure verwendet.