DE69033959T2 - Halbleiterlaser-Vorrichtung und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents

Halbleiterlaser-Vorrichtung und Verfahren zu ihrer Herstellung

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Shinji Kaneiwa
Hidenori Kawanishi
Masaki Kondo
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Nobuyuki Miyauchi
Taiji Morimoto
Kazuaki Sasaki
Takehiro Shiomoto
Saburo Yamamoto
Seiki Yano
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Description

    HINTERGRUND DER ERFINDUNG 1. Gebiet der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft ein Halbleiterlaser-Bauteil aus AlGaAs, das Laserlicht von seiner Facette abstrahlt, und sie betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen Halbleiterlaser-Bauteils.
  • 2. Beschreibung des Stands der Technik
  • In den letzten Jahren gelangten Halbleiterlaser-Bauteile vom AlGaAs-Typ und anderen Typen als Lichtquellen für Laufwerkeinheiten für optische Platten in weitem Umfang in praktischen Gebrauch. Wenn Halbleiterlaser-Bauteile als Lichtquelle für Laufwerkeinheiten für einmal beschreibbare optische Platten oder solche für umschreibbare optische Platten verwendet werden, müssen sie hohe Zuverlässigkeit mit einer hohen Ausgangsleistung von 40 bis 50 mW aufweisen. Wenn sie als Lichtquelle für optisches Pumpen von Festkörperlaser-Bauteilen, wie YAG-Lasern, verwendet werden, ist eine Ausgangsleistung von 100 mW oder mehr erforderlich.
  • Es wurde jedoch berichtet, dass die Zuverlässigkeit von Halbleiterlaser- Bauteilen, wie sie sich heutzutage in praktischem Gebrauch und wie sie eine Laserschwingung mit relativ hoher Ausgangsleistung erzielen können, in unvermeidlicher Weise proportional zur vierten Potenz der optischen Ausgangsleistung ist, wenn Bauteile derselben Konstruktion verglichen werden. Anders gesagt, ist es extrem schwierig, die optische Ausgangsleistung zu erhöhen, während hohe Zuverlässigkeit aufrechterhalten wird.
  • Der Hauptgrund für eine Beeinträchtigung von Halbleiterlaser-Bauteilen im Betrieb mit hoher Ausgangsleistung ist eine Beeinträchtigung der Facette. Dies, da aufgrund der hohen Lichtdichte an der Laserlicht-Emissionsfacette an dieser Wärme örtlich erzeugt wird. Der Mechanismus dieser Wärmeerzeugung wird unter Bezugnahme auf die Fig. 10a-10b und 11a-11b erläutert.
  • Die Fig. 10a und 10b sind schematische Diagramme, die Energiebandstrukturen nahe der Oberfläche zeigen, wie sie von einem Oberflächenzustand herrühren, wie er auftritt, wenn eine (110)-Oberfläche von entweder n- oder p-GaAs leicht oxidiert wird. Sowohl im Fall von n- als auch p-GaAs sammeln sich nahe der Oberfläche zahlreiche Ladungsträger an, um eine sogenannte "Anreicherungsschicht" zu erzeugen, die in diesen Figuren durch die Bezugszahl 1 gekennzeichnet ist.
  • Im Allgemeinen ist es gut bekannt, dass der Oberflächenzustand die Energiebänder nahe der Oberfläche verbiegt. Zusätzlich zu der in den Fig. 10a und 10b dargestellten Anreicherungsschicht 1 können sich Minoritätsladungsträger nahe der Oberfläche sammeln, wobei Majoritätsladungsträger von der Oberfläche beabstandet sind, wie es in den Fig. 11a und 11b dargestellt ist, was zur Erzeugung einer Inversionsschicht 2 führt, die eine örtliche Umkehrung des Leitungstyps darstellt. Ob sich eine Anreicherungsschicht 1 oder eine Inversionsschicht 2 bildet, hängt von der Höhenbeziehung zwischen dem Oberflächenzustand und dem Ferminiveau des Halbleiters ab. Sowohl bei n- als auch p-GaAs bildet sich eine Anreicherungsschicht.
  • Die in den Oberflächenzuständen Es eingefangenen Elektronen und positiven Löcher werden nach einer kurzen Relaxationszeit freigesetzt, und diese Energie wird als Wärme freigesetzt. Dann werden Elektronen und positive Löcher erneut im Oberflächenzustand eingefangen, der ein unbesetzter Zustand wurde, und der obige Prozess wiederholt sich, so dass dauernd Wärme freigesetzt wird.
  • Während sich der obige Prozess wiederholt, konzentriert sich die vom Oberflächenzustand freigesetzte Wärme an den Facetten des Halbleiters, und diese Wärme engt die Breite des verbotenen Bands in den Energiebändern ein. Ferner erhöht die Absorption von Licht die Minoritätsladungsträger, und die Wärmeerzeugung nimmt über den Oberflächenzustand weiter zu. Dieser Prozess erhöht die Temperatur der Halbleiter-Oberfläche, wobei sie den Schmelzpunkt des Halbleiters erreichen kann, was zu einer Zerstörung der Facette führt.
  • Im Fall von GaAs entsteht eine Anreicherungsschicht, während im Fall anderer Materialien, wie AlGaAs, eine Inversionsschicht entstehen kann. Im letzteren Fall werden Majoritätsladungsträger im Oberflächenzustand eingefangen, und eine Zerstörung der Facette tritt mit demselben Prozess wie bei einer Anreicherungsschicht auf. Im Fall von Halbleiterlaser-Bauteilen, die im Zustand hoher Injektion verwendet werden, wird die Erzeugung von Wärme,, die vom Oberflächenzustand herrührt, ein schwerwiegenderes Problem.
  • Als Maßnahme zum Verhindern einer Beeinträchtigung der Facette durch Wärmeerzeugung an den Facetten, wie oben beschrieben, wurde eine Struktur vorgeschlagen, bei der an der Facettenfläche ein Fenstergebiet ausgebildet wird. Durch dieses Verfahren wird ein transparentes Gebiet für Laserlicht auf der Facettenfläche erzeugt, wodurch Lichtabsorption in den Facetten beseitigt wird und eine durch Lichtabsorption hervorgerufene Wärmeerzeugung unterdrückt wird. Jedoch ist der zum Herstellen eines Fensters derartiger Struktur verwendete Prozess extrem kompliziert, und die Schwierigkeit der Herstellung eines optischen Wellenleiters in der Nähe der Facetten wird zu einem Problem.
  • Das auf den Seiten 163 bis 266 in "Extended Abstracts of the 20th Conference on Solid State Devices and Materials, Tokyo (1988)" vorgeschlagene Verfahren versucht, die Oberflächeneigenschaften in einer MIS-Struktur unter Verwendung von GaAs zu verbessern. Bei diesem Verfahren kann ein auf einer GaAs-Fläche in Luft erzeugter Oxidfilm entfernt werden, um statt seiner GaS dadurch aufzubringen, dass die Oberfläche mit einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung behandelt wird. Die Erzeugung eines GaS-Films ermöglicht es, den durch den Oxidfilm hervorgerufenen Oberflächenzustand abzusenken.
  • Jedoch wurde bei optischen Bauteilen, wie insbesondere Halbleiterlaser- Bauteilen aus AlGaAs, noch keine Verbesserung der Facetten durch die oben genannte Oberflächenbehandlung versucht. Dies, da Aluminium ein extrem aktives Material ist und sein Oxidfilm stabil ist, so dass eine Beseitigung des Oxidfilms nicht als möglich angesehen wurde.
  • US-A-3 849 738 offenbart ein Halbleiterlaser-Bauteil mit einer auf einem Halbleitersubstrat ausgebildeten mehrschichtigen Struktur, die über eine aktive Schicht aus AlGaAs für Laserschwingung; eine auf der Facette hergestellte ZnS-Schicht und einen auf dieser hergestellten Schutzüberzug aus Al&sub2;O&sub3; aufweist.
  • Die ZnS-Schicht und die Al&sub2;O&sub3;-Schicht bilden gemeinsam eine Antireflexionsbeschichtung, die auch für körperlichen Schutz der Facette sorgt. Der Brechungsindex und die Dicke der ZnS-Schicht werden so gewählt, dass der niedrige Brechungsindex der Al&sub2;O&sub3;-Schicht kompensiert wird.
  • "Extended abstracts of the 20th (1988) International Conference on Solid State Devices and Materials", S. 263-266 spricht das Problem einer Verbesserung der Oberflächeneigenschaften von GaAs an. Dort wird der Effekt der Behandlung der Oberflächen von GaAs mit (NH&sub4;)&sub2;S-Lösungen untersucht. Es wird daraus geschlossen, dass die Behandlung für eine dünne (eine Atomschicht) Beschichtung von Schwefel auf der GaAs-Oberfläche sorgt, was eine Passivierung der Oberfläche hervorruft. Die Behandlung entfernt auch Oxide oder As von der Oberfläche.
  • Gemäß einer ersten Erscheinungsform der Erfindung ist ein Halbleiterlaser- Bauteil geschaffen, das so ausgebildet ist, dass es Laserlicht von einer Facette emittiert, und das mit Folgendem versehen ist:
  • einer mehrschichtigen Struktur, die auf einem Halbleitersubstrat ausgebildet ist und eine aktive Schicht aus AlGaAs für Laserschwingung aufweist; einem Schwefel enthaltenden Film, der auf dieser Facette ausgebildet ist; und einem Schutzfilm, der auf dem Schwefel enthaltenden Film ausgebildet ist, wobei der Schwefel enthaltende Film dadurch hergestellt wurde, dass eine gespaltene oder geätzte Fläche der mehrschichtigen Struktur mit einer Schwefel enthaltenden Lösung behandelt wurde, die aus der aus unverdünnten (NH&sub4;)&sub2;S-, wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-, unverdünnten (NH&sub4;)&sub2;Sx- und wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösungen bestehenden Gruppe ausgewählt wurde. Unter dem Begriff unverdünnte Lösung ist hierbei eine kommerzielle Standardlösung zu verstehen.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform besteht der Schutzfilm aus einem sauerstofffreien Material.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das sauerstofffreie Material aus der aus Si&sub3;N&sub4;, AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS und ZnSe bestehenden Gruppe ausgewählt.
  • Gemäß einer zweiten Erscheinungsform der Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen eines oben angegebenen Halbleiterlaser-Bauteils geschaffen, das Folgendes umfasst: Behandeln der gespaltenen oder geätzten Fläche der mehrschichtigen Struktur mit einer Schwefel enthaltenden Lösung, um auf der gespaltenen oder geätzten Fläche der mehrschichtigen Struktur den Schwefel enthaltenden Film herzustellen; und Herstellen des Schutzfilms auf diesem Schwefel enthaltenden Film.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird die gespaltene oder geätzte Fläche für eine Zeit von 1,5/x Sekunden oder mehr behandelt, wenn die Schwefelkonzentration der Lösung x Mol/l ist.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird der Schutzfilm aus einem sauerstofffreien Material hergestellt.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird das sauerstofffreie Material aus der aus Si&sub3;N&sub4;, AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS und ZnSe bestehenden Gruppe ausgewählt.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird der Schutzfilm aus einem sauerstofffreien Material hergestellt, das aus der aus Si&sub3;N&sub4;, AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS und ZnSe bestehenden Gruppe ausgewählt wird.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird die Facette für eine Zeit von 1,5/x Sekunden oder mehr behandelt, wenn die Schwefelkonzentration der Lösung x Mol/l beträgt.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird der Schutzfilm durch Elektronenstrahlverdampfung mit einer Rate von 10 Å/s oder weniger herstellt.
  • So ermöglicht die hier beschriebene Erfindung das Erreichen der folgenden Ziele: (1) Schaffen eines Halbleiterlaser-Bauteils aus AlGaAs mit einem Aufbau, mit dem ein Oberflächenzustand unterdrückt werden kann, wie er durch einen Oxidfilm auf der Laserlicht-Emissionsfacette hervorgerufen wird, so dass selbst unter Bedingungen mit hoher Ausgangsleistung nicht leicht eine Zerstörung der Facette auftritt; (2) Schaffen eines Halbleiterlaser-Bauteils aus AlGaAs, bei dem ein Schwefel enthaltender Film- auf den Facetten ausgebildet ist, so dass der Oberflächenzustand der Facetten stark gesenkt werden kann, weswegen eine Beeinträchtigung durch Wärmeerzeugung in der Laserlicht-Emissionsfacette, zu der es durch Oberflächenrekombination kommt, effektiv unterdrückt werden kann, um dadurch verbesserte Ausgangsleistung mit hoher Zuverlässigkeit zu erzielen; (3) Schaffen eines Halbleiterlaser-Bauteils aus AlGaAs, bei dem ein Film von sauerstofffreien Materialien als Schutzfilm auf den Facetten hergestellt wird, nachdem eine Oberflächenbehandlung der Oberfläche der Resonatorfacette ausgeführt wurde, so dass an der Grenzfläche zwischen dem Schutzfilm und dem Halbleiterkristall keine Oxidation durch im Schutzfilm enthaltenen Sauerstoff erfolgen kann, weswegen an der Facettenoberfläche nichtstrahlende Rekombinationszentren unterdrückt werden können, wodurch wiederum eine Beeinträchtigung der Facetten unterdrückt ist, um dadurch stabile Laserschwingung bei hohem Wert der Ausgangsleistung für eine lange Zeitperiode zu erzielen; und (4) Schaffen eines Verfahrens zum Herstellen eines derartigen Halbleiterlaser-Bauteils aus AlGaAs mit hervorragenden Eigenschaften.
  • KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
  • Die Erfindung kann vom Fachmann unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen besser verstanden werden, und ihre zahlreichen Aufgaben und Vorteile werden ihm daraus erkennbar.
  • Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht, die das Frontfacettengebiet eines erfindungsgemäßen Halbleiterlaser-Bauteils zeigt.
  • Fig. 2a-2c sind perspektivische Ansichten, die die Herstellung des Halbleiterlaser-Bauteils der Figur. 1 veranschaulichen.
  • Fig. 3 ist ein Kurvenbild, das die Injektionsstrom-Lichtausgangsleistung- Charakteristik des Halbleiterlaser-Bauteils der Fig. 1 zeigt.
  • Fig. 4 ist ein Kurvenbild, das die Ausgangsleistung bei der Zerstörung der Facette für ein herkömmliches Halbleiterlaser-Bauteil mit unbehandelter Facette und verschiedene erfindungsgemäße Halbleiterlaser-Bauteile mit behandelter Facette zeigt.
  • Fig. 5 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der Augersignalintensität für Sauerstoff und der Eintauchzeit zeigt.
  • Fig. 6 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der Eintauchzeit, bis die Augersignalintensität für Sauerstoff den Hintergrundpegel erreicht, und der Schwefelkonzentration der Lösung zeigt.
  • Fig. 7 ist eine perspektivische Ansicht, die noch ein anderes erfindungsgemäßes Halbleiterlaser-Bauteil zeigt.
  • Fig. 8 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der Signalintensität und der Bindungsenergie spezieller Elemente an der Grenzfläche zwischen dem Schutzfilm und dem Halbleiterkristall bei den Halbleiterlaser-Bauteilen der Fig. 7 und einem Vergleichsbeispiel zeigt.
  • Fig. 9a-9c sind perspektivische Ansichten, die ein anderes Verfahren zum Herstellen des Halbleiterlaser-Bauteils der Fig. 7 veranschaulichen.
  • Fig. 10a und 10b sind schematische Energiebanddiagramme, die die Entstehung einer Ladungsträger-Anreicherungsschicht im Oberflächengebiet von n- bzw. p-GaAs zeigen.
  • Fig. 11a und 11b sind schematische Energiebanddiagramme, die die Entstehung einer Inversionsschicht im Oberflächengebiet eines n- bzw. p-Halbleiters zeigen.
  • Fig. 12 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der Injektionsstrom- Lichtausgangsleistung-Charakteristik verschiedener Halbleiterlaser-Bauteile zeigt, bei denen ein Schutzfilm mit vorgegebener Rate auf der Laserlicht- Emissionsfacette erzeugt wurde.
  • Fig. 13 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der maximalen Lichtausgangsleistung und der Erzeugungsrate eines Schutzfilms bei der Halbleiterlaser-Bauteilen der Fig. 12 zeigt.
  • BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
  • Das Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels verfügt über dieselbe Struktur wie ein herkömmliches Halbleiterlaser-Bauteil, das Laserlicht von seiner Facette emittiert, mit der Ausnahme, dass auf den Facetten ein hauptsächlich aus Schwefel bestehender Film ausgebildet ist und auf dem hauptsächlich aus Schwefel bestehenden Film ein Schutzfilm ausgebildet ist. Daher deckt die folgende Erläuterung hauptsächlich den Herstellprozess- für die Facetten sowie deren Struktur ab.
  • Die Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht, die das Frontfacettengebiet des Halbleiterlaser-Bauteils dieses Beispiels zeigt. Nachfolgend wird der Herstellprozess für dieses Halbleiterlaser-Bauteil erläutert.
  • Wie es in der Fig. 2a dargestellt ist, wurde auf ein Halbleitersubstrat 11 eine mehrschichtige Struktur 12 aufgewachsen, die eine aktive Schicht 16 aus AlGaAs für Laserschwingung enthielt, und auf der Oberseite der mehrschichtigen Struktur 12 und der Rückseite des Halbleitersubstrats 11 wurden Ohmsche Elektroden 13 bzw. 14 hergestellt.
  • Als Nächstes wurde der so erhaltene Wafer durch ein bekanntes Spaltungsverfahren gespalten, um die vorgegebene Resonatorlänge zu erhalten, was zu in der Fig. 2b dargestellten Stäben 15 führt. Jeder der Stäbe 15 verfügt über mehrere in der Richtung rechtwinklig zur Resonatorrichtung angeordnete Resonatoreinheiten.
  • Nach dem Spalten wurden die Stäbe 15 unmittelbar in eine (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung 20 von 10% eingetaucht, in der sie bei Raumtemperatur für 3 Minuten belassen wurden, so dass die Spaltfläche jeder dieser Stäbe 15 so behandelt wurde, dass sich auf der Facette ein Schwefel enthaltender Film 18 bildete.
  • Nach Abschluss der Behandlung wurden die Stäbe 15 mit Wasser gewaschen und getrocknet. Dann wurde auf der Frontfacette ein Reflexionsfilm 17 mit einem Reflexionsvermögen von 4% aus Al&sub2;O&sub3; hergestellt, und auf der Rückfacette wurde ein Reflexionsfilm mit einem Reflexionsvermögen von 95% durch eine Mehrschichtstruktur aus Al&sub5; und amorphem Silicium hergestellt. Danach wurden die Stäbe 15 erneut gespalten, um Halbleiterlaser-Bauteile zu liefern, wie sie in der Fig. 1 dargestellt sind.
  • Die Fig. 3 ist ein Kurvenbild, das die Injektionsstrom-Lichtausgangsleistung-Charakteristik des auf die obige Weise erhaltenen Halbleiterlaser- Bauteils zeigt (Kurve A). Zum Vergleich zeigt die Kurve B in dieser Figur die Injektionsstrom-Lichtausgangsleistung-Charakteristik eines herkömmlichen Halbleiterlaser-Bauteils, bei dem der Reflexionsfilm direkt auf der Spaltfläche ausgebildet ist. Bei diesem herkömmlichen Halbleiterlaser-Bauteil tritt aufgrund einer Zerstörung der Facetten bei einer optischen Ausgangsleistung von ungefähr 200 mW eine Beeinträchtigung der Bauteileigenschaften auf, wohingegen beim Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels eine optische Ausgangsleistung von ungefähr 600 mW erzielt werden kann und darüber hinaus an diesem Punkt keine Zerstörung der Facetten auftritt.
  • Bei Messungen tatsächlicher Oberflächenzustandsdichten, die ausgeführt wurden, um zu zeigen, dass die obigen Erkenntnisse auf einer durch den Oxidfilm hervorgerufenen Absenkung des Oberflächenzustands beruhen, wurde klargestellt, dass die Oberflächenzustandsdichte beim Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels ungefähr 10&sup8; bis 10&sup9; cm&supmin;²·eV&supmin;¹ betrug. Wenn ein Halbleiterlaser-Bauteil aus GaAs auf dieselbe Weise behandelt wurde, betrug der kleinste erhaltene Wert 10¹¹ bis 10¹² cm&supmin;²·eV&supmin;¹, und es war keine effektive Absenkung des Oberflächenzustands, wie oben angegeben, erkennbar.
  • Daher wird im Gegensatz zum zuvor angenommenen davon ausgegangen, dass der große Absenkungseffekt hinsichtlich der Oberflächenzustandsdichte auf dem Vorliegen von Al beruht.
  • Bei den obigen Beispielen wurde, nach der Facettenbehandlung, ein Al&sub2;O&sub3;- Film durch Elektronenstrahlverdampfung als Schutzfilm auf der Laserlicht- Emissionsfacette hergestellt. Nachfolgend wird der Effekt beschrieben, den die Rate der Herstellung eines Schutzfilms auf die Lichtausgangscharakteristik von Halbleiterlaser-Bauteilen hat.
  • Als Erstes wurden verschiedene Halbleiterlaser-Bauteile, bei denen ein Schutzfilm auf der Laserlicht-Emissionsfacette mit einer Rate von 5 Å/s, 10 Å/s, 12 Å/s und 15 Å/s hergestellt wurde, jeweils auf dieselbe Weise wie bei den obigen Beispielen hergestellt. Die Fig. 12 zeigt die Injektionsstrom-Lichtausgangsleistung-Charakteristik der so erhaltenen Halbleiterlaser-Bauteile. In dieser Figur entspricht die Linie A dem Fall, dass die Rate der Herstellung eines Schutzfilms 5 Å/s betrug, die Linie B gilt für 10 Å/s, die Linie C für 12 Å/s und die Linie D für 15 Å/s.
  • Die Fig. 13 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der maximalen optischen Ausgangsleistung und der Herstellungsrate für einen Schutzfilm bei den oben genannten Halbleiterlaser-Bauteilen zeigt. Zum Vergleich ist in dieser Figur durch eine gestrichelte Linie die maximale Ausgangsleistung dargestellt, wie sie von einem herkömmlichen Halbleiterlaser-Bauteil mit unbehandelter Facette erhalten wird.
  • Wie es aus den Fig. 12 und 13 erkennbar ist, nimmt bei einer Zunahme der Herstellungsrate eines Schutzfilms die maximale optische Ausgangsleistung ab, und sie nähert sich dem Wert beim herkömmlichen Halbleiterlaser-Bauteil mit unbehandelter Facette an. Ein möglicher Grund besteht darin, dass dann, wenn die Intensität der emittierten Elektronenstrahlen erhöht wird, um die Herstellrate eines Schutzfilms zu erhöhen, eine große Anzahl von Streuelektronen hoher Energie erzeugt wird, weswegen der Schwefel enthaltende, auf der Laserlicht-Emissionsfacette erzeugte Film durch diese Streuelektronen beeinträchtigt wird.
  • Die Fig. 13 zeigt, dass die Beeinträchtigung des Schwefel enthaltenden Films die maximale optische Ausgangsleistung deutlich beeinflusst, wenn die Herstellrate eines Schutzfilms mehr als 10 Å/s beträgt. Wenn jedoch die Herstellrate eines Schutzfilms 10 Å/s oder weniger beträgt, kann eine maximale optische Ausgangsleistung von 540 mW oder mehr erzielt werden, da der auf der Laserlicht-Emissionsfacette hergestellte, Schwefel enthaltende Film nicht wesentlich beeinträchtigt ist.
  • Darüber hinaus wurden dieselben Versuche, wie sie oben angegeben sind, hinsichtlich der anderen Facette ausgeführt, die sich auf der anderen Seite des Halbleiterlaser-Bauteils befindet. Aus den erhaltenen Ergebnissen ergab sich, dass die optischen Ausgangseigenschaften nicht wesentlich von der Herstellrate eines Schutzfilms abhängen, der auf der anderen Facette herzustellen ist, von der kein Laserlicht emittiert wird.
  • Daher ist es, um einen größeren Wert der maximalen optischen Ausgangsleistung zu erzielen, bevorzugt, dass auf der Laserlicht-Emissionsfacette ein Schutzfilm mit einer Rate von 10 Å/s oder weniger hergestellt wird.
  • Obwohl bei den obigen Beispielen eine wässrige (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung dazu verwendet wurde, die Spaltfläche zu behandeln, kann die Oberflächenbehandlung auch mit einer unverdünnten statt einer wässrigen Lösung oder mit einer nichtwässrigen Lösung ausgeführt werden.
  • Nachfolgend ist eine Erläuterung eines anderen Beispiels der Erfindung angegeben, bei dem die Oberflächenbehandlung mit einer unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung von 10% oder einer unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung von 10% ausgeführt wurde. Hier bezeichnet (NH&sub4;)&sub2;Sx ein Gemisch aus (NH&sub4;)&sub2;S und (NH&sub4;)&sub2;S&sub2;, wobei x, das den Anteil von Schwefel angibt, eine reelle von Zahl von 1 bis 2, einschließlich, ist.
  • Die Fig. 4 ist ein Kurvenbild, das die Ausgangsleistung (mW) von Halbleiterlaser-Bauteilen dieses Beispiels bei der Zerstörung der Facette zeigt, wobei diese Bauteile einer Facettenbehandlung unter Verwendung der unverdünnten oder der wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung von 10% oder der unverdünnten oder der wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung von 10% unterzogen wurden, sowie für Halbleiterlaser-Bauteile, die als Vergleichsbeispiel keiner Facettenbehandlung unterzogen wurden.
  • Wie es aus dem Kurvenbild der Fig. 4 erkennbar ist, waren die Ausgangsleistungen der Halbleiterlaser-Bauteile bei der Zerstörung der Facette, die einer Facettenbehandlung unter Verwendung eines unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung von 10% oder einer unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung von 10% unterzogen wurden, deutlich höher als diejenigen der Halbleiterlaser-Bauteile des Vergleichsbeispiels.
  • Die Dicken der aktiven Schichten aus AlGaAs bei den Halbleiterlaser-Bauteilen dieses Beispiels und den Halbleiterlaser-Bauteilen des Vergleichsbeispiels waren größer als die der aktiven Schicht aus AlGaAs beim Halbleiterlaser-Bauteil, dessen Versuchsergebnisse in der Fig. 3 dargestellt sind. Daher ist bei den Halbleiterlaser-Bauteilen dieses Beispiels und des Vergleichsbeispiels die Lichtdichte höher und die Ausgangsleistung bei der Zerstörung der Facette niedriger als beim Halbleiterlaser-Bauteil, dessen Versuchsergebnisse in der Fig. 3 dargestellt sind.
  • Bei diesem Beispiel wurde eine Facettenbehandlung des Halbleiterlaser-Bauteils mit einer unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung von 10% oder einer unverdünnten oder einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung von 10% ausgeführt, jedoch kann derselbe Effekt erzielt werden, wenn eine Lösung einer Alkalimetallverbindung mit Schwefel anstelle einer (NH&sub4;)&sub2;S-oder einer (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung verwendet wird. Anders gesagt, besteht keine Beschränkung hinsichtlich des zum Behandeln der Spaltfläche verwendbaren Materials, solange auf den Facetten des Halbleiterlaser-Bauteils ein Schwefel enthaltender Film erzeugt wird.
  • Um die Ausgangsleistung eines Halbleiterlaser-Bauteils bei der Zerstörung einer Facette auf diese Weise zu verbessern, ist es wichtig, dass Schwefel in der zum Behandeln der Facetten verwendeten Lösung enthalten ist.
  • Nachfolgend erfolgt eine Erläuterung zu einem Versuch, der dazu ausgeführt wurde, die Beziehung zwischen der Schwefelkonzentration der Schwefel enthaltenden Lösung und der Zeit zu bestimmen, die dazu erforderlich ist, die Facetten mit dieser Lösung zu behandeln, sowie zu den Ergebnissen.
  • Der Versuch wurde dadurch ausgeführt, dass AlGaAs-Kristalle in (NH&sub4;)&sub2;S- Lösungen mit jeweiligen Schwefelkonzentrationen von 0,015 Mol/Liter, 0,15 Mol/Liter und 0,5 Mol/Liter eingetaucht wurden und dann die AlGaAs- Kristallfläche durch Augerelektronenspektroskopie bewertet wurde. Die Temperatur der Lösungen während des Eintauchvorgangs war ungefähr die Raumtemperatur.
  • Die Fig. 5 ist ein Kurvenbild, das die Beziehung zwischen der Augersignalintensität des durch Augerelektronenspektroskopie bestimmten Sauerstoffs in der AlGaAs-Kristallfläche und der Eintauchzeit zeigt. Im Kurvenbild kennzeichnet die Linie D die Beziehung für den Fall, dass die Schwefelkonzentration in der verwendeten Lösung 0,015 Mol/Liter betrug, die Linie E gilt für 0,15 Mol/Liter und die Linie F gilt für 0,5 Mol/Liter.
  • Wie es durch das Kurvenbild angezeigt ist, wird unabhängig von der verwendeten Konzentration die Augersignalintensität von Sauerstoff niedriger, und sie nähert sich der Signalintensität des Hintergrunds, wenn die Eintauchzeit länger wird.
  • Die Fig. 6 ist ein doppelt logarithmisches Kurvenbild, das die Beziehung (Linie G) zwischen der Eintauchzeit, bis die Augersignalintensität von Sauerstoff den Hintergrundpegel erreichte, wie durch den obigen Versuch bestimmt (Zeit, die zum Entfernen von Sauerstoff erforderlich ist) und der Schwefelkonzentration der Lösung zeigt. Das Kurvenbild zeigt auch die Beziehung (gestrichelte Linie) zwischen der Eintauchzeit, bis die Augersignalintensität von Sauerstoff den Hintergrundpegel erreichte, und der Schwefelkonzentration der Lösung, wenn als Behandlungslösung eine wässrige Na&sub2;S- Lösung verwendet wurde, wobei es sich um eine Lösung einer Alkalimetallverbindung mit Schwefel handelt.
  • Wie es aus der Fig. 6 erkennbar ist, waren die Eintauchzeit, bis die Augersignalintensität von Sauerstoff den Hintergrundpegel erreichte, und die Schwefelkonzentration der Lösung nahezu umgekehrt proportional. Dies zeigt an, dass als Komponente des Oxidfilms oder dergleichen auf der AlGaAs-Kristallfläche vorhandener Sauerstoff durch Reaktion mit Schwefel in der Lösung von der AlGaAs-Kristallfläche entfernt wird, wie es in der folgenden Reaktionsgleichung I angegeben ist:
  • Oxid + Schwefel → Sulfid + Sauerstoff (I)
  • Die Rate der Reaktion nach rechts innerhalb der obigen Reaktion ist durch die folgende Gleichung II gegeben:
  • - d[Oxid]/dt = k·[Oxid]·[S] (II)
  • wobei [Oxid] die Oxidkonzentration an der AlGaAs-Kristallfläche ist, [S] die Schwefelkonzentration der Lösung ist, K die Ratenkonstante ist und t die ab dem Start des Eintauchens verstrichene Zeit ist. Die linke Seite der Gleichung II ist das Zeitdifferenzial von [Oxid], und sie kennzeichnet die Rate zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu dem das Oxid auf der AlGaAs-Kristallfläche von dieser entfernt ist.
  • Durch Lösen der obigen Differenzialgleichung II kann [Oxid] als Funktion der Zeit wiedergegeben werden, wie es durch die folgende Gleichung III angegeben ist:
  • [Oxid] = [Oxid]&sub0;·exp(-K[S]t) (III)
  • wobei [Oxid]&sub0; der Wert von [Oxid] beim Start des Eintauchens ist (d. h. t = 0). Da die Gesamtmenge des Schwefels in der Lösung viel größer als die Gesamtmenge des Oxids auf der AlGaAs-Kristallfläche ist, kann [S] unabhängig von der Zeit als Konstante gehandhabt werden, wenn die obige Differenzialgleichung II gelöst wird.
  • Aus der Gleichung III ergibt sich die Zeit tc, die dazu erforderlich ist, dass [Oxid] auf einen Wert von 1% von [Oxid]&sub0; abnimmt gemäß der folgenden Gleichung IV:
  • tc = (ln100)/K·[S]) (IV)
  • Die Gleichung IV zeigt an, dass die Zeit, die dazu erforderlich ist, 99% des als Komponente des Oxidfilms oder dergleichen auf der AlGaAs-Kristallfläche vorhandenen Sauerstoffs durch Reaktion mit dem Schwefel in der Lösung von dieser Oberfläche zu entfernen, umgekehrt proportional zur Schwefelkonzentration in der Lösung ist. Dies stimmt mit dem im Kurvenbild der Fig. 6 dargestellten Versuchsergebnis überein.
  • Durch Anpassen der obigen Gleichung IV an die im Kurvenbild der Fig. 6 dargestellte Beziehung (Linie G) wird die folgende Gleichung V erhalten:
  • tc = 1,5/[S] (V)
  • wobei die Einheit für tc Sekunden ist, die Einheit für [S] Mol/Liter ist und die Einheit für 1,5 die Einheit s·Mol/Liter ist.
  • Wenn eine Lösung mit einer Schwefelkonzentration von 0,015 Mol/Liter verwendet wird, ergibt die obige Gleichung V den Wert tc = 100 s. Daher kann, wenn eine Lösung mit einer Schwefelkonzentration von 0,015 Mol/Liter verwendet wird, der Oxidfilm auf der AlGaAs-Kristallfläche der Facetten nicht vollständig entfernt werden, wenn die Facetten für weniger als 100 Sekunden behandelt werden. D. h., dass zum Entfernen beinahe des gesamten Oxidfilms auf der AlGaAs-Kristallfläche die Facetten für eine Zeitperiode behandelt werden müssen, die der durch die obige Gleichung V angegebenen Zeit tc entspricht oder länger ist.
  • Unter Verwendung der obigen Versuchsergebnisse und von Beobachtungen auf diese Weise wurde die Eintauchzeit bestimmt, die dazu erforderlich ist, beinahe den gesamten Oxidfilm auf der AlGaAs-Kristallfläche zu entfernen.
  • Auf Grundlage dieser Ergebnisse konnten, durch Behandeln der Facetten für eine geeignete Zeitperiode, abhängig von der Schwefelkonzentration der verwendeten Lösung, ein unzureichendes Entfernen des Oxidfilms auf den Facetten wegen unzureichender Behandlungszeit sowie vergeudete Zeit durch Behandlung der Flächen für eine nicht erforderliche lange Zeit vermieden werden.
  • Wie durch das Kurvenbild der Fig. 6 angegeben, wurde unter Verwendung von Na&sub2;S als Facetten-Behandlungslösung der Oxidfilm auf der AlGaAs-Kristallfläche genauso entfernt wie dann, wenn eine (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung verwendet wurde. Jedoch zeigten Halbleiterlaser-Bauteile, die einer Facettenbehandlung unter Verwendung einer (NH&sub4;)&sub2;S- oder einer (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösung unterzogen wurden, hervorragende Zuverlässigkeit im Vergleich mit Halbleiterlaser-Bauteilen, die einer Facettenbehandlung unter Verwendung einer Na&sub2;S-Lösung unterzogen wurden. Von Schwefel enthaltenden Lösungen sind (NH&sub4;)&sub2;S- und (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösungen vom Standpunkt der Zuverlässigkeit des Halbleiterlaser-Bauteils aus hervorragende Facetten-Behandlungslösungen.
  • An den Facetten eines Halbleiterlaser-Bauteils, das durch Herstellen eines Al&sub2;O&sub3;-Films auf den Facetten als Schutzfilm hergestellt wird, nachdem die Oberfläche der Facetten mit einer Schwefel enthaltenden Lösung behandelt wurde, oxidiert im Schutzfilm enthaltener Sauerstoff an der Kristallfläche des Halbleiters, wenn das Halbleiterlaser-Bauteil für eine lange Zeitperiode verwendet wird, und dies verhindert, dass das Halbleiterlaser-Bauteil für eine lange Zeitperiode stabile Laserschwingung bei hoher Ausgangsleistung erzeugt. Ein Beispiel, durch das dieses Problem gelöst wird, wird nachfolgend erläutert.
  • Die Fig. 7 ist eine perspektivische Ansicht, die die Frontfläche des Halbleiterlaser-Bauteils dieses Beispiels zeigt. Beim Halbleiterlaser-Bauteil dieser Figur ist auf einem Halbleitersubstrat 11 eine mehrschichtige Struktur 12 ausgebildet, die eine aktive Schicht 16 aus AlGaAs enthält, und auf der Oberseite der mehrschichtigen Struktur 12 und der Rückseite des Halbleitersubstrats 11 sind Ohmsche Elektroden 13 bzw. 14 vorhanden. Die Facetten sind mit einem Schutzfilm 22 aus einem von Sauerstoff freien Material bedeckt. Zwischen dem Halbleiterkristall und dem Schutzfilm 22 ist ein Schwefel enthaltender dünner Film 18 mit einer Dicke von nur einigen Molekülen ausgebildet.
  • Nachfolgend findet sich eine Erläuterung zum Verfahren, das dazu verwendet wird, das in der Fig. 7 dargestellte Halbleiterlaser-Bauteil herzustellen.
  • Nachdem als Erstes eine mehrschichtige Struktur 12 mit einer aktiven Schicht 16 aus AlGaAs und anderen Halbleiterschichten auf dem Halbleitersubstrat 11 hergestellt wurde, wurden Ohmsche Elektroden 13 und 14 auf der Oberseite der mehrschichtigen Struktur 12 bzw. der Rückseite des Halbleitersubstrats 11 hergestellt.
  • Als Nächstes wurde der so erhaltene Wafer gespalten, um Stäbe zu erzeugen, bei denen eine Anzahl von Resonatoreinheiten vorgegebener Resonatorlänge in einer Richtung rechtwinklig zur Spaltrichtung angeordnet waren.
  • Die Stäbe wurden dann in eine wässrige (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung von 10% eingetaucht, um die Oberfläche der Resonatorfacetten zu behandeln. Dabei war die Temperatur der wässrigen Lösung ungefähr die Raumtemperatur. Nach der Oberflächenbehandlung wurden die Stäbe in gereinigtem Wasser gewaschen und dann getrocknet. Durch diese Oberflächenbehandlung wurde der Oxidfilm entfernt, der sich auf der Facettenfläche gebildet hatte. Dabei wurde auf der Facettenfläche, von der der Oxidfilm entfernt worden war, ein Schwefel enthaltender dünner Film erzeugt. Dieser Film verhindert direkten Kontakt zwischen der Oberfläche des Halbleiterkristalls und Luft usw., um dadurch die Ausbildung eines natürlichen Oxidfilms auf den Facetten zu verhindern.
  • Danach wurde auf der Laserlicht-Emissionsseite der Resonatorfacetten ein Schutzfilm 22 aus Si&sub3;N&sub4;, der frei von Sauerstoff war, unter Verwendung eines Plasma-CVD-Verfahrens hergestellt. Die Dicke des Schutzfilms 22 wurde auf λ/(4n) Å eingestellt, wobei λ die Schwingungswellenlänge des Laserlichts in Å ist und n der Brechungsindex des Schutzfilms 22 ist. Das Reflexionsvermögen der auf diese Weise erzeugten Laserlicht-Emissionsfacette betrug 5%. Unter Verwendung eines Plasma-CVD-Verfahrens wurde auf der anderen Facette des Resonators ein mehrschichtiger Film aus einem Al&sub2;O&sub3;- Film und einem Siliciumfilm hergestellt. Das Reflexionsvermögen dieser Facette betrug 95%. Dann wurden Halbleiterlaser-Bauteile durch den üblichen Prozess hergestellt.
  • Nachfolgend werden die Ergebnisse eines Versuchs beschrieben, bei dem ein Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels mit einem Halbleiterlaser-Bauteil als Vergleichsbeispiel verglichen wird, bei dem die Facettenfläche mit einer wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung behandelt wurde und dann ein Schutzfilm aus Al&sub2;O&sub3; auf der Facette hergestellt wurde.
  • Als Erstes wurde ein Vergleich beider Halbleiterlaser-Bauteile hinsichtlich der optischen Ausgangsleistung und der Facettenbeeinträchtigung ausgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass beim Halbleiterlaser-Bauteil des Vergleichsbeispiels eine Zerstörung der Facette auftrat, wenn es mit einer optischen Ausgangsleistung von 200 mW betrieben wurde. Beim Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels trat jedoch selbst bei Betrieb mit einer optischen Lichtausgangsleistung von 400 mW keine Zerstörung der Facette auf, und es dauerte stabile Laserschwingung an. Dasselbe Ergebnis wurde dann erzielt, wenn der Versuch ausgeführt wurde, nachdem das Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels für eine lange Zeitperiode stehen gelassen worden war.
  • Wie oben erläutert, wurden, beim Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels, die Facetten mit einem Schwefel enthaltenden Film bedeckt, und auf diesem Film wurde ein Schutzfilm aus einem von Sauerstoff freien Material hergestellt. Daher trat an der Grenzfläche zwischen dem Halbleiterkristall des Halbleiterlaser-Bauteils und dem Schutzfilm keine Oxidation durch im Schutzfilm enthaltenen Sauerstoff aus, wodurch die Zunahme nichtstrahlender Rekombinationszentren unterdrückt war und demgemäß eine Beeinträchtigung der Facetten unterdrückt war. Aus diesem Grund kann das Halbleiterlaser- Bauteil dieses Beispiels für eine lange Zeitperiode stabile Laserschwingung bei hoher Ausgangsleistung erzielen.
  • Als Nächstes wurden, nachdem die Halbleiterlaser-Bauteile dieses Beispiel und des Vergleichsbeispiels für sechs Monate an Luft standen, dieselben in einer Hochvakuumkammer platziert, der Schutzfilm wurde durch Argonionen- Sputtern entfernt, und es wurde der Zustand der chemischen Bindung an der Grenzfläche zwischen dem Halbleiterkristall und dem Schutzfilm durch Fotoelektronenspektroskopie analysiert. Die Fig. 8 zeigt die Beziehung zwischen der bei diesen Ergebnissen erzielten Signalintensität (beliebige Einheit) und der Bindungsenergie (in ev). In der Fig. 8 wurden die Signale A, B und C für das Niveau ²P3/2 für As, Ga bzw. Al an der Grenzfläche des Halbleiterlaser-Bauteils dieses Beispiels erhalten. Die Signale D, E und F wurden für das Niveau ²P3/2 für As, Ga bzw. Al an der Grenzfläche des Halbleiterlaser-Bauteils des Vergleichsbeispiels erhalten. Die Signale A, B und C in der Fig. 8 zeigen keine Verschiebung der Bindungsenergie aufgrund einer Bindung zu Sauerstoff. Die Signale D, E und F sind jedoch aufgrund einer Bindung zu Sauerstoff entlang der x-Achse verschoben. Daraus ist erkennbar, dass beim Halbleiterlaser-Bauteil des Vergleichsbeispiels an der Grenzfläche zwischen dem Halbleiterkristall und dem Schutzfilm Oxidation auftrat. Dies zeigt an, dass beim Halbleiterlaser-Bauteil des Vergleichsbeispiels etwas des im Schutzfilm enthaltenen Sauerstoffs die Grenzfläche zwischen dem Schutzfilm und dem Halbleiterkristall erreichte, wo er sich mit Komponentenatomen an der Oberfläche des Halbleiterkristalls verband. Beim Halbleiterlaser-Bauteil dieses Beispiels enthält jedoch der Schutzfilm keinen Sauerstoff, so dass an der Grenzfläche zwischen dem Schutzfilm und dem Halbleiterkristall keine Oxidation dieser Art auftrat.
  • Bei diesem Beispiel wurde ein von Sauerstoff freier Film als Schutzfilm nur auf der Laserlicht-Emissionsfacette hergestellt, jedoch kann derselbe Film auch auf der anderen Facette hergestellt werden.
  • Als Nächstes folgt eine Erläuterung eines anderen Verfahrens zum Herstellen des Halbleiterlaser-Bauteils der Fig. 7.
  • Als Erstes wurde eine mehrschichtige Struktur 12 mit einer aktiven Schicht aus AlGaAs und anderen Halbleiterschichten durch das übliche Verfahren auf dem Halbleitersubstrat 11 hergestellt, und dann wurden auf der Oberseite der mehrschichtigen Struktur 12 und der Rückseite des Halbleitersubstrats 11 Ohmsche Elektroden 13 bzw. 14 hergestellt, wie es in der Fig. 9a dargestellt ist.
  • Dann wurden spezielle Teile des Halbleitersubstrats 11 durch reaktives Ionenstrahlätzen unter Verwendung von Chlorgas geätzt, um Spiegelebenen 19 zu erzeugen, wobei auf dem Substrat 11 Abschnitt 25 erzeugt wurden, von denen jeder mehrere Resonatoreinheiten mit vorgegebener Resonatorlänge in der Richtung rechtwinklig zur Resonatorrichtung aufwies, wie in der Fig. 9b dargestellt.
  • Der so erhaltene Wafer wurde dann in eine wässrige (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung 20 eingetaucht, um die Oberflächen der Resonatorfacetten zu behandeln, wie es in der Fig. 9c dargestellt ist. Die Temperatur der wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-Lösung 20 war dabei die Raumtemperatur, und die Eintauchzeit betrug 3 Minuten. Nach Abschluss der Oberflächenbehandlung wurde der Wafer in reinem Wasser gewaschen und dann getrocknet.
  • Danach wurde auf beiden Facetten des Resonators durch ein Plasma-CVD-Verfahren ein Schutzfilm 22 aus Si&sub3;N&sub4; hergestellt (siehe die Fig. 7). Die Dicke des Schutzfilms 22 wurde auf λ/(2n) Å eingestellt, wobei λ die Schwingungswellenlänge des Laserlichts ist und n der Brechungsindex des Schutzfilms 22 ist. Im Ergebnis betrug das Reflexionsvermögen beider Resonatorfacetten 32%. Dann wurden Halbleiterlaser-Bauteile durch den üblichen Prozess hergestellt.
  • Die Halbleiterlaser-Bauteile, bei denen die Facetten durch Ätzen auf diese Weise hergestellt worden waren, lieferten dieselben Ergebnisse wie das vorige Beispiel.
  • Bei den obigen Beispielen ist ein Si&sub3;N&sub4;-Film als von Sauerstoff freier Film verwendet, jedoch können auch Filme aus anderen Materialien wie AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS oder ZnSe verwendet werden. Es können auch mehrschichtige Filme verwendet werden, bei denen Filme aus diesen Materialien aufeinander laminiert sind. Darüber hinaus ist bei den obigen Beispielen als Verfahren zum Herstellen eines von Sauerstoff freien Schutzfilms ein Plasma-CVD-Verfahren verwendet, jedoch können auch andere Filmbildungsverfahren, wie Elektronenstrahlverdampfung und Sputtern, verwendet werden.
  • Es ist zu beachten, dass dem Fachmann verschiedene andere Modifizierungen erkennbar sind und von ihm leicht ausgeführt werden können, ohne vom Schutzumfang der Erfindung abzuweichen. Demgemäß soll der Schutzumfang der Erfindung nicht durch die hier dargelegte Beschreibung, sondern durch die beigefügten Ansprüche begrenzt werden.

Claims (8)

1. Halbleiterlaser-Bauteil, das so ausgebildet ist, dass es Laserlicht von einer Facette emittiert, mit: einer mehrschichtigen Struktur (12), die auf einem Halbleitersubstrat (11) ausgebildet ist und eine aktive Schicht (16) aus AlGaAs für Laserschwingung aufweist; einem Schwefel enthaltenden Film (18), der auf dieser Facette ausgebildet ist; und einem Schutzfilm (17), der auf dem Schwefel enthaltenden Film (18) ausgebildet ist, wobei der Schwefel enthaltende Film (18) dadurch hergestellt wurde, dass eine gespaltene oder geätzte Fläche der mehrschichtigen Struktur (12) mit einer Schwefel enthaltenden Lösung (20) behandelt wurde, die aus der aus unverdünnten (NH&sub4;)&sub2;S-, wässrigen (NH&sub4;)&sub2;S-, unverdünnten (NH&sub4;)&sub2;Sx- und wässrigen (NH&sub4;)&sub2;Sx-Lösungen bestehenden Gruppe ausgewählt wurde.
2. Halbleiterlaser-Bauteil nach Anspruch 1, bei dem der Schutzfilm (17) aus einem sauerstofffreien Material besteht.
3. Halbleiterlaser-Bauteil nach Anspruch 2, bei dem das sauerstofffreie Material aus der aus Si&sub3;N&sub4;, AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS und ZnSe bestehenden Gruppe ausgewählt ist.
4. Verfahren zum Herstellen eines Halbleiterlaser-Bauteils nach Anspruch 1, umfassend: Behandeln der gespaltenen oder geätzten Fläche der mehrschichtigen Struktur (12) mit einer Schwefel enthaltenden Lösung (20), um auf der gespaltenen oder geätzten Fläche der mehrschichtigen Struktur (12) den Schwefel enthaltenden Film (18) herzustellen; und Herstellen des Schutzfilms (17) auf diesem Schwefel enthaltenden Film (18).
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die gespaltene oder geätzte Fläche für eine Zeit von 1,5/x Sekunden oder mehr behandelt wird, wenn die Schwefelkonzentration der Lösung x Mol/l ist.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, bei dem der Schutzfilm (17) aus einem sauerstofffreien Material hergestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem das sauerstofffreie Material aus der aus Si&sub3;N&sub4;, AlN, C, MgF&sub2;, CaF&sub2;, NaF, ZnS und ZnSe bestehenden Gruppe ausgewählt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, bei dem der Schutzfilm (17) durch Elektronenstrahlverdampfung mit einer Rate von 10 Å/s oder weniger herstellt wird.
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