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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung in Schuß
fadenspeichern für Webmaschinen.
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Wie bekannt ist, haben Schußfadenspeicher für webschifflose
Webmaschinen, die gegenwärtig verwendet werden, wie z.B.
Greifer-Webmaschinen, Geschoß-Webmaschinen oder
Fluidstrom-Webmaschinen, eine fixierte Trommel, und der Faden, der der
Webmaschine zugeführt werden soll, ist mit einer Vielzahl von
Windungen auf dem Umfang der Trommel mittels eines geeigneten
Dreharms gewickelt, der durch eine Motorwelle angetrieben
wird, die durch die Trommel hindurchgeht.
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Diese Windungen stellen einen Fadenvorrat dar, der gemäß der
Geschwindigkeit der Webmaschine zunehmen muß, und die von dem
entgegengesetzten Ende oder dem Dom der Trommel abgewickelt
werden, wobei die fortlaufend entfernten Windungen durch den
Betrieb eines Vorrücksystems ersetzt werden, das sie von der
Basis zum Dom der Trommel bewegt und sie durch einen gegebenen
Abstand voneinander entfernt hält.
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Das bekannte Vorrücksystem, das gegenwärtig allseits verwendet
wird, weist eine Haspel auf, die durch einen Satz von Stäben
gebildet wird, welche teilweise und variabel von
Axialschlitzen des Umfangs der Trommel aufgrund der
gemeinsamen Bewegung hervorstehen, die auf die Haspel durch
die Motorwelle mittels einer Verschiebungsbuchse ausgeübt
wird, die exzentrisch auf der Welle gelagert ist. Die Bewegung
wird im wesentlichen durch eine Kombination einer
Sinusbewegung und einer oszillierenden Bewegung in der
Axialebene erzeugt und übt eine axiale
Vorrückbewegungskomponente auf die Fadenwindungen aus. Die Richtung
dieser Komponente hängt von der Drehrichtung der Motorwelle
ab. Da die Wicklung immer von der Basis zum Dom der Trommel
fortschreiten muß, muß die Buchse folglich durch eine andere
symmetrische Buchse ersetzt werden, um die Neigung der Haspel
bezüglich einem Ende der Welle umzukehren, wenn die
Drehrichtung der Motorwelle geändert wird, um die vorrichtung an Fäden
mit rechtsgängiger oder linksgangiger Drillung anzupassen, wie
es dem Techniker auf diesem technischen Gebiet bekannt ist.
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Dieser Betrieb umfaßt die Entfernung der Haspel von der
Motorwelle, das Entnehmen einer Buchse eines Typs, das Einbauen
einer Buchse des anderen Typs und das Wiedereinbauen der Haspel.
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Spezielle Buchsen sind hergestellt worden, um diese aufwendige
Abfolge von Betriebsschritten zu vermeiden. Diese Buchsen
können einfacher um ihre eigene Achse gedreht werden und mittels
querverlaufenden Befestigungsschrauben in zwei symmetrischen
Eingriffspositionen befestigt werden, die zueinander um 180º
winkelmäßig beabstandet sind.
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Diese Buchsen erfordern jedoch auch das Auseinanderbauen der
Trommel, um einen Zugriff zu dem querverlaufenden
Befestigungsschrauben zu erhalten, und deshalb lösen sie das
Problem des schnellen Anpassens des Speichers an
unterschiedliche Fadentypen nur teilweise.
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Aus der EP-A-0 244 511 ist ein webgarnzuführungsspeicher
bekannt, der eine Einrichtung dafür vorsieht, die Achse der
Buchse in eine gewünschte Position zu neigen, um den
Zuführungsspeicher an unterschiedliche Fadentypen anzupassen.
Diese Einrichtung ist von außen durch Abschrauben einer Mutter
zugänglich, so daß kein weiteres Auseinanderbauen des
Zuführspeichers notwendig ist.
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Ein solcher Schußfaden-Zuführungsspeicher löst die
obengenannten Probleme, indem ein ausreichend schnelles
Verfahren zum Einstellen bereitgestellt wird, aber er hat auch
schwerwiegende Nachteile.
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Es ist nicht möglich, eine unmittelbar sichtbare Bewertung des
tatsächlichen Neigungsgrades der Buchsenachse vorzunehmen, da
dieser Neigungsgrad schließlich nur nach Festziehen der
Befestigungsschraube überprüfbar ist.
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Ein weiterer Nachteil besteht in der Tatsache, daß der
Zusammenbau der beweglichen Teile nicht starr ist und der gesamte
Komplex dynamisch unausgeglichen ist, so daß Vibrationen und
Schläge auftreten können, die möglicherweise den Ausfall der
gesamten Vorrichtung hervorrufen.
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Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, diese Nachteile zu
beseitigen, indem ein verbesserter Schußfadenspeicher für
Webmaschinen bereitgestellt wird, mittels dem es möglich ist,
nicht nur die Neigung der Buchse sondern auch den Grad bzw.
die Größe der Neigung zu variieren.
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Innerhalb dieses Ziels besteht eine Aufgabe der Erfindung
darin, einen verbesserten Schußfadenspeicher für Webmaschinen
bereitzustellen, der die Variation der Neigung der Buchse und
der Größe dieser Neigung mittels einer einzigen, graduellen
Einstellung erlaubt, die von außen, ohne Entfernen
irgendwelcher Teile des Speichers durchgeführt werden kann.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe und
weitere Aufgaben, die aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung ersichtlich sind, durch einen verbesserten
Schußfadenspeicher für Webmaschinen gelöst, wie er im Anspruch
1 definiert ist.
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Vorteilhafterweise hat die Motorwelle ein hohles Exzenterteil,
an dem ein Ring mit einer sphärischen Oberfläche verkeilt ist,
wobei Buchsenabschnitte, die durch axiale Verbindungsstangen
verbunden sind, von einer Seite und von der anderen Seite des
Rings abstehen und rotierbar mit dem Ring mittels
entsprechender sphärischer Sitze gekoppelt sind, wobei jeder
Buchsenabschnitt ein Axialloch hat, dessen Durchmesser größer
als der Durchmesser des Exzenterteils auf der Welle ist, so
daß die Buchse, die von einer Stelleinrichtung bewegt wird,
die von außerhalb der Welle zugänglich ist, in einer axialen
Ebene und in Beziehung zu dem Ring mit sphärischer Oberfläche
rotieren kann, so daß sie auf eine Seite oder auf die andere
Seite bezüglich der Achse der Welle kippen kann.
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Gemäß der Erfindung sind die Buchsenabschnitte
vorteilhafterweise mit einem Stellstab verbunden, der oszillierbar an der
Motorwelle angelenkt ist und von diametral gegenüberliegenden
Durchgangsschlitzen der Welle und von dem Ring mit sphärischer
Oberfläche hervorsteht, wobei der Stab von einer mit Gewinde
versehenen Verbindungsstange, die innerhalb der Welle
angeordnet ist, betätigt wird und wobei eine Einstell-
Gewindehülse, die am freien Ende der Welle endet, mit der
Verbindungsstange zusammenwirkt.
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Weitere Eigenschaften, Verwendungszwecke und Vorteile der
vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung und mit Bezug auf die beiliegenden,
illustrativen, nicht einschränkenden Zeichnungen ersichtlich,
in denen:
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Figur 1 eine Längsschnittansicht eines verbesserten
Schußfadenspeichers gemäß der vorliegenden Erfindung ist;
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Figur 2 eine perspektivische Explosionsansicht des Speichers
ist;
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Figur 3 eine ausschnittsweise, vergrößerte Detailansicht der
Figur 1 ist;
Figur 4 eine Schnittansicht ähnlich zu der Figur 1 ist, die
die Buchse in ihren beiden symmetrischen Betriebspositionen
zeigt.
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In den Zeichnungen gibt das Bezugszeichen 10 den Motor- oder
Antriebswelle eines an und für sich bekannten
Schußfadenspeichers an, und das Bezugszeichen 20 gibt die
Haspel des Systems zum Vorrücken der Fadenwindungen auf der
fixierten Trommel 1 des Speichers an. Die Haspel 20 weist eine
Vielzahl von Stäben 21 auf, die mit einer Nabe 22 mittels
entsprechender Speichen 23 verbunden sind.
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In einer an und für sich bekannten Art und Weise wird die
Welle 10 durch eine Motoreinrichtung (aus
Vereinfachungsgrunden nicht gezeigt) angetrieben, damit sie
sich innerhalb der festliegenden Trommel 1 dreht, und die
Haspel 20 ist auf der Welle 10 drehbar montiert, die einen
exzentrischen und hohlen Abschnitt 101 hat, der durch die
Gegengewichte 102 und 103 dynamisch ausbalanziert ist. Die
Nabe 22 der Haspel ist auf dem Teil 101 angebrach , und eine
geneigte Buchse 30 und ein Lager 31 sind dazwischen
angeordnet.
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Die Trommel 1 kann über eine Befestigung mit einem stationären
Teil der Webmaschine befestigt sein, und die Haspel 20 kann
drehbar stationär bezüglich der Trommel 1 gehalten werden,
indem sie mechanisch mit ihr verbunden wird, oder mittels
Magnete, die mit der Trommel und mit einem stationären Teil
der Webmaschine verbunden sind. Die Magnete können auch dazu
verwendet werden, um die Trommel 1 selbst stationär zu halten.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Buchse 30
zusammengesetzt, indem zwei Buchsenabschnitte 301-302 Seite an Seite
starr aneinandergrenzend durch axiale Verbindungsstangen 32
verbunden sind. Die Buchsenabschnitte stoßen an einer Seite
und an der anderen Seite eines dazwischenliegenden Rings 40
mit einer sphärischen Oberfläche an, der starr an den
Abschnitt 101 der Welle 10 mittels eines Stifts 401 verkeilt
ist; sie sind drehbar mit dem Ring mittels entsprechender
sphärischer Sitze 303-304 verbunden. Jeder Buchsenabschnitt
hat weiterhin einen axialen Hohlraum 305 bzw. 306, der im
Durchmesser wesentlich größer ist als das Exzenterteil 101 der
Welle 10, die durch diese Hohlräume verläuft. Der Unterschied
zwischen dem Durchmesser der Hohlräume und dem Durchmesser des
Exzenterteils der Welle beträgt z.B. zwischen zehn und zwanzig
Zehntel eines Millimeters. Dies erlaubt den
Buchsenabschnitten, die starr durch die Verbindungsstangen 32
verbunden sind, in einer Hauptebene zu oszillieren, die die
Achse des Exzenterteils 101 der Welle 10 enthält, indem um das
Zentrum des Rings 40 mit sphärischer Oberfläche gedreht wird,
um in eine Richtung oder die andere Richtung bezüglich der
Achse zu kippen, wie schematisch in der Figur 4 gezeigt wird,
damit der Schußfadenspeicher an Fäden mit entgegengesetzten
Verdrillungsrichtungen angepaßt werden kann.
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Für diesen Zweck wird gemäß der vorliegenden Erfindung die
Buchse durch eine Stelleinrichtung bewegt, die nicht nur
erlaubt, die Richtung ihrer Neigung sondern auch den Grad der
Neigung und demzufolge den Abstand der Windungen, die auf der
Speichertrommel aufgewickelt sind, zu variieren.
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Diese Stelleinrichtung weist einen Querstab 50 auf, der
oszillierbar mit dem Teil 101 der Welle 10 mittels eines
diametralen Stifts 51 gekoppelt ist. Der Stab 50, der in einem
Durchgangsschlitz 52 des Teils 101 untergebracht ist, steht
von einer Seite und von der anderen Seite des Rings 40 mit
sphärischer Oberfläche hervor, der ebenfalls entsprechende
Durchgangsschlitze 402 aufweist.
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Wie deutlich in der Figur 1 gezeigt wird, sind die
Endabschnitte des Stabs 50, die über den Ring hervorstehen, in
entsprechenden Radialsitzen der Buchsenabschnitte 301-302
untergebracht und zwischen den Buchsenabschnitten mittels der
Wirkung der axialverbindenden Verbindungsstangen 32 starr
eingeklemmt.
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Die Buchse 30 oszilliert demzufolge starr zusammen mit dem
Stab 50 in der Axialebene rechtwinklig zu dem Drehstift 51.
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Eine Verbindungsstange 60 ist mit einem ihrer Enden 61 mit
einem Punkt P der Stange knickgelenkig verbunden, wobei der
Punkt exzentrisch bezüglich der Achse des Drehstifts 51 ist.
Die Verbindungsstange 60 verläuft durch den Axialhohlraum der
Welle 10, und ihr anderes, in geeigneter Weise mit Gewinde
versehenes Ende 62 greift in die Gewindehülse 63 ein, die frei
drehbar zwischen einer Endschulter 102 der Welle 10 und einer
Retentionsmanschette 103 angeordnet ist, die am Ende der Welle
vorgesehen ist und mittels eines Paßstifts 65 befestigt ist.
Die Gewindehülse 63 besteht vorteilhafterweise aus einem
Polymermaterial, um das Kopplungsspiel zwischen den
ineinandergreifenden Gewinden auszugleichen, und hat einen
Sitz 64, z.B. einen hexagonalen Sitz, damit ein entsprechendes
Werkzeug eingesetzt werden kann, das die Gewindehülse dreht,
wodurch folglich die Verbindungsstange bewegt wird und
entsprechend der Stab 50 und die Buchse 30 oszillieren. Es ist
leicht zu verstehen, daß es durch Drehen der Gewindehülse 63
in eine Richtung oder in die andere Richtung nicht nur möglich
ist, die Neigung der Buchse 30 bezüglich der Achse der Welle
10 umzukehren, wobei sie von einer der symmetrischen
Positionen in die andere bewegt wird, von denen beide in
unterbrochenen Linien in der Figur 4 gezeigt werden, sondern
daß es auch möglich ist, den Winkelwert der Neigung für jede
dieser Positionen zu variieren. Dies erlaubt in
Übreinstimmung mit dem erwähnten Ziel und den Aufgaben der
vorliegenden Erfindung, die Schußfadenspeicher-Vorrichtung an
Fäden anzupassen, die in der Verdrillungsrichtung und Zahl
unterschiedlich sind.
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Wenn technischen Merkmalen, die in einem Anspruch erwähnt
werden, Bezugszeichen nachfolgen, sind diese Bezugszeichen nur
zum Zwecke der Lesbarkeit der Ansprüche aufgenommen worden,
und diese Bezugszeichen haben dementsprechend keinen
begrenzenden Einfluß auf den Bereich des jeweiligen Elements,
das beispielhaft durch diese Bezugszeichen gekennzeichnet ist.