KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bis jetzt im Gebrauch befindlichen Thonreiniger leiden ohne Ausnahme an dem Uebelstande,
dafs deren Wirkung nicht continuirlich, sondern nur periodisch ist. Die zum Zurückhalten
der Verunreinigungen in Anwendung befindlichen Drahtseiten, Siebe, durchlochte Bleche, müssen von Zeit zu Zeit, wenn die
unreinen Beimengungen des Thones dieselben zugesetzt, verstopft haben, von diesen Verunreinigungen
befreit werden, . zu welchem Zwecke es bisher nothwendig war, die betreffenden
Maschinen in Stillstand zu versetzen. Es ist mir nun gelungen, eine Vorrichtung zu erfinden,
mittelst welcher ein Thonreiniger continuirlich arbeiten kann. Dieselbe besteht darin,
dafs man das Reinigen des Thones nicht gleichzeitig durch sämmfliche Austrittsöffnungen des
Thonreinigers, sondern nur durch einen Theil derselben bewirkt,, so dafs man, wenn z. B.
der Thonreiniger zwei Austrittsöffnungen hat, an denen die Reinigung des Thones bewirkt
wird, nur die eine arbeiten läfst, die andere dagegen aufser Betrieb setzt und dadurch im
Stande ist, deren Drähte, Siebe u. s. w., während der Thonreiniger fortarbeitet, von den
Verunreinigungen, welche ein Versetzen der freien Austrittsöffnung bewirkt haben, zu befreien.
Ich erreiche den vorangedeuteten Zweck dadurch, dafs ich hinter die Drahtsiebe u. s. w.
des Thonreinigers Schieber setze, durch welche das Nachdrängen, der Zuflufs des Thones vollständig
abgesperrt werden kann. Wenn nun der Thonreiniger z. B. zwei Austrittsöffnungen hat, so ist die eine derselben geöffnet, die
zweite durch einen Schieber geschlossen. In die erstere kann der Thon eintreten, in die
zweite nicht. Wenn sich nun die Verunreinigungen des Thones, Kalkstein, Schwefelkiese
.u. s. w., hinter dem Sieb so angehäuft haben, dafs der freie Austritt für den Thon zu gering
ist, dafs nicht mehr genügend gereinigte Masse austreten kann, schliefst man diesen Ausgang,
indem man den Schieber wegschiebt, öffnet aber gleichzeitig durch dieselbe Verrichtung,
wie aus der nachfolgenden Beschreibung ersichtlich, den zweiten, bisher durch Schieber
verschlossen gewesenen Ausgang, und zwar in demselben Verhältnifs, wie der erste Ausgang
geschlossen wird. Die freie Durchgangsöffnung des Thonschneiders bleibt daher stets dieselbe,
ein Stillstand, eine Unterbrechung in der Arbeit des Thonreinigers kann daher nie vorkommen.
In der Zeichnung (Fig. 2 und 3) bedeuten a a1 die Schieber; dieselben sind mit zwei Zahnstangen
b b1 verbunden, welche beide durch dasselbe kleine Getriebe c, das durch Vorgelege
ef mittelst Drehen der Kurbel g bewegt wird, auf- und niedergeschoben werden. Dadurch,
dafs das eine Getriebe c auf beide Zahnstangen b Z»1 gleichzeitig wirkt, wird der eine Schieber
in die Höhe gehoben, wenn der andere niedergeht. Es ist deshalb ein totales Absperren der
sämmtlichen Reinigungsöffnungen des Thonreinigers unmöglich, vielmehr ist eine Austrittsöffnung für das Reinigen stets frei. Die die
Verunreinigungen zurückhaltenden Drahtsiebe, Drähte, durchlochte Bleche, sind in Rahmen
h h1 befestigt, welche sich um die Achsen ii1
drehen können, und werden, wenn sie das Reinigen des Thones bewirken sollen, unabhängig
von einander durch die Schrauben k k1 festgehalten. In der Zeichnung ist in
Fig. 2 und 3 die eine Seite des Thonreinigers in Thätigkeit, es sitzt deshalb das eine Sieb,
durch die Schraube k1 festgehalten, vor der einen Austrittsöffnung, während die andere
Austrittsöffnung durch den Schieber α geschlossen und das Sieb behufs Reinigung,
nachdem die Schraube k gelöst und zurückgedreht wurde, aufgeklappt ist. Während nun
das eine Sieb arbeitet, kann das andere Sieb gereinigt werden, und zwar im Gegensatz zu
allen bisherigen Methoden aufserordentlich rasch und leicht. Bei den bisher in Anwendung
befindlichen Thonreinigern ohne Schieber mufs, nachdem die Siebe abgeklappt worden sind,
das hinter denselben im Thonreiniger sitzende unreine Material, indem sich die Unreinigkeiten,
durch die Siebe zurückgehalten, angehäuft haben, von der Hauptmasse des Thones losgestochen
werden, eine umständliche, zeitraubende Arbeit. Diese Arbeit fällt bei meiner Einrichtung vollständig weg. Wenn die
Schieber heruntergeschoben werden, so schneiden sie denjenigen Thon, in welchem sich
die durch die Siebe zurückgehaltenen Unreinigkeiten angehäuft haben, von der Hauptmasse
im Thonreiniger vollständig ab, und wenn man die Rahmen h h1 öffnet, so dreht man aus dem
Thonreinigungskopf die (in Fig. 2 zur Siebvorrichtung senkrecht weitläufig schraffirten)
Thonkuchen I Z1 heraus. Dieselben hängen an
den Rahmen h h1 fest und lösen sich, weil der
Raum, in dem sich die Thonkuchen ll1 gebildet
haben, wie aus der Zeichnung ersichtlich, stark konisch ist, glatt aus dem Thonreiniger
heraus. Nachdem man nun den Kuchen / von dem Rahmen abgenommen hat, klappt man denselben wieder an den Thonreiniger
heran und befestigt ihn durch die Schraube k,. so dafs diese Seite wieder gebrauchsfertig
ist. Wenn nun auf der anderen Seite sich die Unreinigkeiten hinter den Sieben derartig angehäuft haben, dafs sie den Austritt
des reinen Thones wesentlich hemmen, schiebt man den Schieber a1 herunter und öffnet dadurch
gleichzeitig den Schieber a. Die Seite, auf welcher der Siebrahmen h sitzt, tritt dadurch
in Thätigkeit, während diejenige Seite mit dem Siebrahmen h1 zu functioniren aufhört
und, wie vorbeschrieben, gereinigt wird.