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Diese
Erfindung betrifft Verfahren zum Inaktivieren von Mikroorganismen
unter Verwendung von Hochdruckbehandlung. Die Verfahren der vorliegenden
Erfindung können
vorzugsweise auf Nahrungsmittel-, kosmetische oder pharmazeutische
Produkte angewendet werden.
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Gegenwärtig ist
die herkömmlichste
und am weitesten verwendete Technik zum Inaktivieren von Mikroorganismen
und zum Sterilisieren von Produkten Wärmebehandlung. Thermische Sterilisationsverfahren, wie
beispielsweise Autoklavieren von Konservennahrung, werden allgemein
verwendet, um die Lebensdauer von Nahrungsmittelprodukten zu verlängern. Auf
dem medizinischen Gebiet wird Wärmebehandlung
zum Sterilisieren von beispielsweise verschiedenen medizinischen
Instrumenten verwendet. Obwohl herkömmliche thermische Sterilisationsverfahren
zum Inaktivieren eines großen
Bereichs sowohl vegetativer als auch nicht-vegetativer Formen von Mikroorganismen
an vielen Produkttypen ziemlich wirkungsvoll sind, gibt es mehrere
Nachteile. Beispielsweise beeinflußt die thermische Sterilisation
oft den natürlichen
Geschmack, die Farbe und/oder die Struktur vieler Produkte. Ferner
gibt es Produkte, die unter Verwendung von herkömmlichen Wärmebehandlungen nicht sterilisiert
werden können,
da die Struktur zerstört
werden würde.
Somit besteht ein Bedarf an wirkungsvollen alternativen Verfahren
zum Inaktivieren von Mikroorganismen, die eine begrenzte Wärmebehandlung
umfassen und ferner viele der gewünschten Substanzen in Produkten
nicht beeinflussen.
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Als
eine Alternative zu herkömmlichen
thermischen Sterilisationstechniken ist seit den frühen 1900 Jahren
die Wirksamkeit von Hochdruckbehandlung bei Umgebungstemperaturen
zum Inaktivieren von Mikroorganismen in Nahrungsmitteln bekannt.
Obwohl die Inaktivierung von Mikroorganismen bei hohen Drücken nicht
ganz verstanden ist, wird allgemein vermutet, daß Mikroorganismen durch eine
geänderte
Durchlässigkeit
der Zellmembranen aufgrund mechanischer Risse oder durch Denaturierung
von Proteinen aufgrund des Aufbrechens hydrophober und ionischer
Bindungen und des anschließenden
Auseinanderfaltens der Proteinquelle zerstört werden. Die Hochdruckbehandlung
hat verschiedene Vorteile gegenüber
herkömmlichen
thermischen Sterilisationsverfahren gezeigt. Eine Wärmebehandlung
des Produkts kann vermieden oder beschränkt werden. Der natürliche Geschmack,
die Farbe und Struktur vieler Produkte bleiben erhalten, ebenso der
Nährwert
und der Vitamingehalt. Ferner bleiben nach der Hochdruckbehandlung
Chlorophyll und die meisten Aromasubstanzen intakt. Unter Verwendung
von Hochdruckbehandlung ist auch die physikalische Schädigung der
Nahrungsmittel geringer.
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Japan
führte
1990 die ersten unter Verwendung von Hochdruckbehandlung sterilisierten,
kommerziellen Nahrungsmittelprodukte ein. Seitdem ist das Hochdrucksterilisieren
von Nahrungsmitteln weit und breit akzeptiert und gegenwärtig sind
mehrere mit hohem Druck behandelte Produkte auf dem Markt, einschließlich Früchte, Yoghurt,
Marmelade, Gelees und Fruchtsoßen.
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Kommerzialisierte
Hochdruckbehandlungsverfahren in der Lebensmittelindustrie beinhalten
allgemein ein Anordnen von Nahrungsmitteln, die in einem Behälter verpackt
sind, innerhalb eines Druckgefäßes, das ein
druckübertragendes
Medium (z.B. Wasser) enthält.
Nachdem das Gefäß geschlossen
worden ist, wird der Druck auf einen gewünschten Pegel erhöht, indem
mittels eines externen Druckverstärkers das Übertragungsmedium in das Gefäß gepumpt
wird. Die Gefäßtemperatur
kann normalerweise zwischen +10 und +70°C gehalten werden. Der Druck
wird für
eine erforderliche Zeitdauer gehalten. Dann wird der Druck erniedrigt.
Hochdruckbehandlungsverfahren neigen dazu, sich zu ändern, abhängig von
den Einstellungen für
den Druck, die Temperatur, die Zeitdauer und von dem Übertragungsmedium.
Da die Temperatur des Gefäßes eingestellt werden
kann, kann die Hochdruckbehandlung auch eine kombinierte Anwendung
von erhöhten
Temperaturen und hohen Drücken
umfassen.
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Allgemein
hat es sich herausgestellt, daß Druckpegel
von ungefähr
600 MPa bei 25°C
ausreichend sind, um vegetative Formen von Mikroorganismen vollständig zu
inaktivieren. Ein für
eine begrenzte Zeitdauer (5–10
min bei 25°C)
angelegter niedriger Druck (400–600
MPa) hat sich als wirkungsvoll bei der Vernichtung von gewöhnlichen
kontaminierenden Mikroorganismen in Nahrungsmitteln erwiesen. Im
Falle von pathogenen vegetativen Formen von Mikroorganismen erfordert
eine vollständige
Inaktivierung etwas höhere
Behandlungspegel (500–600
MPa). Um Hefen und Schimmelpilze zu vernichten, waren geringere
Druckpegel/Zeitdauer bei 25°C
ausreichend. Somit hat sich Hochdruckbehandlung bei Umgebungstemperaturen
als sehr wirkungsvoll zur Inaktivierung von nichtsporenbildenden
Krankheitserregern, vegetativen Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen
erwiesen.
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Jedoch
haben sich die Wirkungen von hohen Drücken bei Umgebungstemperaturen
auf die Vernichtung von nicht-vegetativen Formen von Mikroorganismen,
z.B. Bakteriensporen, als beschränkt
erwiesen. Forschungen auf dem Gebiet weisen darauf hin, daß die Inaktivierung
solcher Mikroorganismen unter Verwendung einer Kombination aus hohen
Drücken
und erhöhten
Temperaturen möglich
ist. Beispielsweise hat es sich als möglich erwiesen, mit einer Behandlung
bei 900 MPa und gleichzeitigem Konditionieren zwischen 50 und 80°C Clostridia-Sporen,
Bazillen und hitzeresistente Schimmelpilze in technologisch kurzen
Zeiten zu inaktivieren.
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Das
US-Patent Nr.
6 086 936 beschreibt
ein Verfahren zum Sterilisieren von Lebensmitteln unter Verwendung
von sowohl ultrahohen Drücken
als auch hohen Temperaturen. Das Verfahren umfaßt Erwärmen eines Nahrungsmittels
auf eine Vordrucktemperatur, Aussetzen des Nahrungsmittels einem
ultrahohen Druck, was die Temperatur des Nahrungsmittels sofort
erhöht,
und dann Lösen
des Drucks, so daß die
Temperatur auf die ursprüngliche
Vordrucktemperatur zurückkehrt.
Das Verfahren setzt den adiabatischen Temperaturanstieg wirksam
ein, der auftritt, wenn das Nahrungsmittel hydrostatisch unter Druck
gesetzt wird, zusammen mit der tödlichen
Wirkung des Drucks, um geeignete Sterilisationsbedingungen zu erreichen.
Das offenbarte Verfahren scheint jedoch auf Nahrungsmittel begrenzt
zu sein, insbesondere auf Nichtmilchprodukte mit einem pH-Wert gleich
oder größer als
4, 6.
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In
der Kosmetik- und der Pharmaindustrie besteht ein Bedarf an wirkungsvollen
Sterilisationstechniken, die das Wirkungsvermögen der aktiven Substanzen
in dem Produkt nicht verringern oder ändern. Aufgrund der verwendeten
hohen Temperaturen ist es nicht möglich, herkömmliche Hitzesterilisationsverfahren an
vielen temperaturempfindlichen pharmazeutischen Produkten anzuwenden,
ohne die Wirksamkeit der aktiven Substanzen zu beeinträchtigen.
Daher würde
ein sanfteres und ebenso wirkungsvolles Mittel zum Sterilisieren
solcher Produkte einen wesentlichen technischen Vorteil auf dem
Gebiet darstellen. Die Möglichkeit, kosmetische
und pharmazeutische Produkte unter Verwendung von Hochdruckverfahren
zu behandeln, ist als brauchbare Alternative zu derzeitigen Verfahren
anerkannt. Jedoch ist ein optionales Verfahren zum Inaktivieren
von Mikroorganismen in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten
im Stand der Technik nicht offenbart.
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In "Pressure inactivation
of microorganisms at moderate temperatures" (Butz, P und Ludwig, H; Physica 139&140B, 1986), "High pressure inactivation
of bacteria and bacteria spores" (Butz,
P, Ludwig, H et al.; Pharm. Ind 52, 1990), "Pressure induced germination and inactivation
of Bacillus subtillis spores" (Sojka,
B und Ludwig, H; Pharm. Ind. 56, 1994) und "Pressure and temperature induced inactivation
of microorganisms" (Ludwig,
H, Scigalla, W und Sojka, B; High Pressure Effects in Molecular
Biophysics and Enzymology-Northrop and Royer; Kapitel 22, 1996)
werden zum Inaktivieren von Mikroorganismen, hauptsächlich Bakterien
und Bakteriensporen, Verfahren unter Verwendung einer Kombination
aus hohen Drücken
und erhöhten
Temperaturen mit Anwendungen auf die Arzneimittelindustrie diskutiert.
Verschiedene Parameter werden untersucht, um die optimalen Bedingungen
zum Vernichten der erwähnten
Mikroorganismen sicherzustellen. Beispielsweise wurde in dem Artikel
von Sojka und Ludwig in Pharm. Ind. von 1994 die Druckinaktivierung
von Bakteriensporen im Bereich von 600 bis 6000 bar bei Temperaturen
von 40 und 50°C
untersucht. Bei 40°C
konnte nach 210 Minuten einer Vorbehandlung bei 600 bar und mit
einer daran anschlie ßenden
Inaktivierung bei 5000 bar für
einige Minuten die Anzahl der Keime um einen Faktor von 106 verringert werden. Erhöhen der Temperatur auf 50°C, eine abwechselnde
Druckanwendung bei 600 und 5000 bar in Intervallen von 30 Minuten
führten
zur vollständigen
Inaktivierung von Sporen nach einer Gesamtzeit von 180 Minuten.
In dem oben erwähnten
Artikel "Pressure
and temperature induced inactivation of microorganisms" von 1996 zeigten
die Ergebnisse, daß zum
Inaktivieren von Sporen Druckzyklen nützlich sind, und ferner, daß die Zugabe
von Ethanol eine Inaktivierung begünstigt.
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In
den oben erwähnten
Literaturverweisen werden verschiedene Alternativen betrachtet,
um ein Verfahren zum Vernichten spezieller Bakterien und Bakteriensporen
unter gleichzeitiger Minimierung der Parameter für Temperatur, Druck und Druckanwendungszeit
zu erzielen. Jedoch sind optimale Parameter für ein Verfahren zum Inaktivieren
eines großen
Bereichs von Mikroorganismen, einschließlich nicht-vegetativer Formen, unter
Verwendung einer Hochdruckbehandlung, die auch sicher auf pharmazeutische
Produkte angewendet werden kann, noch zu ermitteln.
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Es
ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein wirkungsvolleres
Verfahren zum Inaktivieren von Mikroorganismen unter Verwendung
von Hochdruckbehandlung bereitzustellen.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird mit den Merkmalen der Ansprüche erfüllt.
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Der
Gegenstand gemäß der vorliegenden
Erfindung hat den besonderen Vorteil, daß er sicher auf pharmazeutische
und kosmetische Produkte angewendet werden kann, ohne die Wirksamkeit
der aktiven Substanzen in den Produkten zu beeinflussen.
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Ein
anderer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung
eines innovativen Verfahrens zum Inaktivieren von Mikroorganismen
unter Verwendung von Hochdruckbehandlung, das wirkungsvoll ist,
um selbst schwierig zu vernichtende nicht-vegetative Bakterien und
Bakteriensporen zu inaktivieren, und gleichzeitig niedrigere Temperaturen,
niedrigere Drücke
und kürzere
Druckanwendungszeiten als die bekannten Verfahren erfordert.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein verbessertes Verfahren zum Inaktivieren
von Mikroorganismen unter Verwendung von Hoch druckbehandlung bereit:
Eine Kombination aus hohen Drücken
und erhöhten
Temperaturen wird verwendet, um selbst die schlimmsten Fälle von
Bakteriensporen zu inaktivieren. Obwohl dem Produkt Wärme zugeführt wird,
ist die zugeführte
Wärme allgemein
wesentlich geringer als die von herkömmlichen thermischen Sterilisationsverfahren.
Somit wäre
für hitzeempfindliche
Produkte das vorliegende Verfahren immer noch als stärker erwünscht zu
betrachten als die herkömmlichen
thermischen Verfahren.
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Ferner
führen
die Verfahren der vorliegenden Erfindung neue Faktoren ein, die
verwendet werden, um die Parameter der Hochdruckbehandlung zu minimieren,
die zur Inaktivierung von speziellen Mikroorganismen notwendig sind,
wie beispielsweise die erforderliche Temperatur und den erforderlichen
Druck, die auf das Produkt angewendet werden. Es hat sich herausgestellt,
daß die
Wirkungen der Hochdruckbehandlung auf die Inaktivierung von Mikroorganismen
dadurch sehr verstärkt
werden können,
daß das
Produkt mit spezifizierten Mengen von Sauerstoff vorbehandelt wird.
Da eine Sauerstoff-Vorbehandlung eine Inaktivierung begünstigen kann,
können
die Behandlungsparameter, die erforderlich sind, um das gleiche
Mikroorganismen-Reduktionskriterium zu erreichen, etwas niedriger
sein als die Parameter, die in Verfahren ohne Vorbehandlung erforderlich
sind. Mit anderen Worten, es können
niedrigere Behandlungstemperaturen und -drücke bei kürzeren Zeiten verwendet werden.
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Durch
Experimentieren wurde überraschenderweise
erkannt, daß,
wenn Produkte verwendet wurden, die in flexiblen Behältern verpackt
waren, Sauerstoffpfade, die aus den angelegten hohen Drücken des Übertragungsmediums
resultierten, die Menge an reduzierten Mikroorganismen zu beeinflussen
scheinen. Das Vorhandensein von Sauerstoffpfaden trug zur Erhöhung der
Gesamtwirksamkeit der Inaktivierungsbehandlung bei. Somit wird vermutet,
daß durch
Vorbehandlung des Produkts unter Verwendung von spezifizierten Mengen
an Sauerstoff die Wirksamkeit der Hochdruckbehandlungsverfahren
weiter erhöht
werden kann und dadurch gleichzeitig eine Verringerung der Behandlungsparameter
ermöglicht
wird.
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Es
ist bekannt, daß Sauerstoff
sehr toxisch ist, da Oxidationsreaktionen Enzyme inaktivieren können. Ein
verbessertes Verfahren, das diesen Faktor mit einbezieht, kann eine
sehr wirkungsvolle Methode zum Inaktivieren von Mikroorganismen
bereitstellen, die minimierte Behandlungsparameter erfordert, d.h.
niedrigere Temperaturen und Drücke
bei kürzeren
Zeitintervallen als diejenigen von bekannten Verfahren. Verfahren,
die minimierte Behandlungsparameter erfordern, sind bei der Behandlung
von empfindlichen Produkten, wie beispielsweise Pharmazeutika, stärker erwünscht.
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Ein
anderer überraschender
Faktor ist der Einfluß der
verschiedenen Verpackungstypen auf die Hochdruckbehandlungsverfahren.
Verschiedene Behälter
wurden getestet und nicht alle herkömmlichen Behälter erwiesen
sich unter speziellen Behandlungsbedingungen als geeignet. Somit
muß eine
Betrachtung der geeigneten Verpackung vorgenommen werden, um eine
minimale Beschädigung
des Produkts zu gewährleisten.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist ein Verfahren zum Inaktivieren von Mikroorganismen
unter Verwendung von Hochdruckbehandlung bereitgestellt, das die
folgenden Schritte aufweist: (i) Aussetzen eines Produkts einer
vorgegebenen Menge Sauerstoff für
einen Zeitraum; (ii) Erwärmen
des Produkts auf eine Vordrucktemperatur; (iii) Anordnen des Produkts
in einem Druckgefäß; (iv)
Anwenden eines Drucks auf das Produkt bei einer Drucktemperatur
für eine
Zeitdauer bei Anwesenheit eines Druckübertragungsfluids; (v) Verringern
des Drucks im Gefäß nach dieser
Zeitdauer; (vi) Herausnehmen des Produkts aus dem Druckgefäß; wobei
die Verfahrensschritte (iv) und (v) mindestens einmal wiederholt
werden können,
bevor Schritt (vi) ausgeführt
wird, wobei die Zeitdauer und der Druck zwischen Wiederholungen
der Schritte (iv) und (v) einstellbar sind.
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Das
Produkt wird unter Verwendung vorzugsweise eines Wasserbads auf
eine Vordrucktemperatur erwärmt.
Die Vordrucktemperatur ist vorzugsweise höher als die Umgebungstemperatur
und weniger als 70°C. Das
Druckübertragungsfluid
im Druckgefäß ist vorzugsweise
Wasser.
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Der
Druck im Druckgefäß ist vorzugsweise
zwischen 500 und 8000 bar und kann vorzugsweise schrittweise erhöht und erniedrigt
werden. Die Drucktemperatur ist vorzugsweise zwischen 20 und 100°C.
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Während der
Hochdruckbehandlung hat der Druck eine gleichmäßige Wirkung auf das gesamte
vorverpackte Produkt. Die Flexibilität des Produktbehälters erlaubt,
externen Druck durch eine Volumenverringerung zu kompensieren. Daher
sind die in dem vorliegenden Verfahren verwendeten Behälter flexibel.
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Das
Druckübertragungsfluid
in dem Druckgefäß ist vorzugsweise
Wasser.
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Die
vorliegende Erfindung kann verwendet werden, um verschiedenartige
Produkte zu behandeln, insbesondere Nahrungsmittel-, kosmetische
und pharmazeutische Produkte.
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Unter
Verwendung der folgenden Figuren werden bevorzugte Ausführungsformen
detaillierter beschrieben:
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1 zeigt eine herkömmliche
Hochdruckbehandlungsvorrichtung;
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2 zeigt ein Druckgefäß, das in
einer herkömmlichen
Hochdruckbehandlungsvorrichtung verwendet wird.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Produkt 7, das vorverpackt und vorab
Sauerstoff ausgesetzt wurde, zunächst
vorzugsweise in einem Wasserbad erwärmt, bis eine Vordrucktemperatur
erreicht ist. Diese Temperatur ist vorzugsweise zwischen 30 und
70°C. Mit
Bezug auf 1 und 2 wird das vorverpackte Produkt 7 dann
in ein Druckgefäß 10 platziert,
das innerhalb eines Druckzylinders 4 angeordnet ist. Das
Druckgefäß 10 enthält ein druckübertragendes
Medium 6, vorzugsweise Wasser. Nach Schließen des
Druckgefäßes 10 wird
der Druck auf einen gewünschten
Pegel erhöht,
indem mittels eines externen Druckverstärkers 8 das übertragende
Medium 6 in das Druckgefäß 10 gepumpt wird.
Sobald die gewünschten
Drücke
und Temperaturen im Druckgefäß 10 erreicht
sind, werden sie für
eine vorgegebene Zeitdauer aufrechterhalten. Nachdem die Zeitdauer
vorüber
ist, werden der Druck und die Temperatur verringert. Das vorverpackte
Produkt wird dann aus dem Druckgefäß 10 heraus genommen.
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Das
vorverpackte Produkt kann auch unter Verwendung von Intervallen
mit unterschiedlichen oder den gleichen Behandlungsparametern behandelt
werden. Beispielsweise kann das Produkt nach der ersten Hochdruckbehandlung
(d.h. die oben erwähnten
Schritte (iv) und (v) durch Zurücksetzen
der Parameter noch einmal behandelt werden, bevor es aus dem Druckgefäß 10 heraus genommen
wird. Um dies zu ermöglichen, kann
der Druck im Druckgefäß 10 erhöht oder
erniedrigt werden. Sobald der neu eingestellte Druck in dem Druckgefäß 10 erreicht
ist, wird er für
die neu eingestellte Zeitdauer aufrechterhalten.
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Um
einen großen
Bereich von Mikroorganismen unter Verwendung der Verfahren der vorliegenden
Erfindung zu inaktivieren, wurden mehrere Behandlungsparameter experimentell
getestet, um wirkungsvolle und stabile Verfahren zu ermitteln.
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Experimentelle Ergebnisse
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Zum
Schutze des Verbrauchers müssen
pharmazeutische Präparate
mehrere mikrobiologische Reinheitskriterien erfüllen. Die Kriterien für die verschiedenen
pharmazeutischen Produkte unterscheiden sich abhängig von der Kategorie, zu
welcher sie gehören.
Produkte, die ein größeres Schadenspotential
für den
Verbraucher haben, fallen in Kategorien mit strengeren Kriterien.
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Um
solche Kriterien zu erfüllen,
wurde ein großer
Bereich von Mikroorganismen, der sich von vegetativen Bakterien
bis zu Bakteriensporen erstreckt, getestet. Die untersuchten Bakterien
umfaßten
Staphylococcus aureus (STA), Escherichia coli (EC), Pseudomonas
aeruginosa (PSA), Candida albicans (CA), Clostridium sporogenes
(CL), Bacillus subtillus (BS) und Aspergillus niger (AN).
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Zunächst wurden
durch Kultivierung gemäß Standardverfahren
Konzentrationen der Bakterien hergestellt. Die Proben wurden durch
Mischen der Bakterien mit einer Salzlösung hergestellt, um eine Konzentration von
106 KBE/ml zu erzielen. Die folgenden 5
Proben wurden getestet:
A: eine gemischte Suspension von EC
und PSA
B: eine gemischte Suspension von STA und BS
C:
eine gemischte Suspension von CA und AN
D: CL(1)
E: CL(2)
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Zwei
Proben von Clostridium sporogenes wurden hergestellt, so daß die Behandlungsparameter,
die zur Inaktivierung dieser Sporen notwendig sind, auf Stabilität geprüft werden
konnten. Diese Sporen gelten als schwer zu vernichten und werden
somit als die schlimmsten Fälle
von Bakterien bezeichnet.
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Jede
Probe wurde in fünf
unterschiedliche Behältertypen
gefüllt,
so daß die
Brauchbarkeit der verschiedenen herkömmlichen Behälter ebenfalls
getestet werden konnte. Jede Probe wurde gefüllt in 1) eine 20 ml PE-Schraubflasche,
2) eine 30 ml PE-Tube,
3) eine 10 ml PE-AT-Phiole, 4) eine 20 ml PE-Ampulle und 5) einen
20 ml flexiblen Folienbehälter.
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Die
folgenden Tests sind nicht gemäß der vorliegenden
Erfindung, da die Proben vor dem Erhitzen nicht einer vorgegebenen
Menge Sauerstoff ausgesetzt wurden. Sie sind jedoch repräsentativ
für die
Schritte im Anschluß an
die Sauerstoff-Vorbehandlung.
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Die
Testergebnisse zweier Behandlungen mit unterschiedlichen Parametern
sind in Tabelle 1 und 2 gezeigt. Tabelle 1 und 2 zeigen die Reduktionsfaktoren
in log10 für jeden der getesteten Mikroorganismen, nachdem
die Proben behandelt wurden.
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Mit
Bezug auf Tabelle 1 wurde die vorverpackte Probe zunächst in
einem Wasserbad erwärmt,
bis eine Vordrucktemperatur von 32°C erreicht war. Die Probe wurde
dann in ein Druckgefäß 10 gelegt.
Der Druck in dem Druckgefäß 10 wurde
auf 6000 bar gebracht und die Probe war bei einer Temperatur von
60°C unter Druck
gesetzt. Nach einer Zeitdauer von 300 Minuten wurde der Druck verringert.
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Ein
Reduktionsfaktor von größer als
106 (>6)
wurde als geeignet zum Erzielen akzeptabler Bedingungen für eine Inaktivierung
von Mikroorganismen betrachtet. Wie in Tabelle 1 zu sehen ist, waren
diese Parameter nicht geeignet für
die Inaktivierung von Clostridium sporogenes in allen getesteten
Behältern
und von Bacillus subtillus in den flexiblen Folienbehältern. Jedoch
wurde Bacillus subtillus in anderen Behältern geeignet reduziert. Ferner
wurden die anderen getesteten Bakterien in allen Behältern geeignet
reduziert.
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Mit
Bezug auf Tabelle 2 wurde die vorverpackte Probe zunächst in
einem Wasserbad erwärmt,
bis eine Vordrucktemperatur von 50°C erreicht war. Die Probe wurde
dann in ein Druckgefäß 10 gelegt.
Der Druck in dem Druckgefäß 10 wurde
auf 6000 bar gebracht und die Probe war bei einer Temperatur von
60°C unter Druck
gesetzt. Nach einer Zeitdauer von 180 Minuten wurde der Druck verringert.
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Wie
in Tabelle 2 zu sehen ist, erwiesen sich diese Parameter als wirkungsvoll
für die
Inaktivierung aller getesteten Mikroorganismen. Jedoch war Clostridium
sporogenes in dem flexiblen Folienbehälter immer noch nicht ausreichend
inaktiviert. Experimentelle Ergebnisse deuten darauf hin, daß die Verwendung
von gewissen laminierten flexiblen Folienbehältern unter solchen Behandlungsbedingungen
die Wirksamkeit des Verfahrens verhindern kann und somit spielen
die Behälter
keine unbedeutende Rolle bei der Inaktivierung von Mikroorganismen
unter Verwendung von Hochdruckbehandlung.