DE514840C - Die Verwendung des kondensationsraumlosen Glaskolbens fuer gasgefuellte elektrische Gluehlampen mit schraubenfoermigem Gluehkoerper - Google Patents

Die Verwendung des kondensationsraumlosen Glaskolbens fuer gasgefuellte elektrische Gluehlampen mit schraubenfoermigem Gluehkoerper

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DE514840C DEV21279D DEV0021279D DE514840C DE 514840 C DE514840 C DE 514840C DE V21279 D DEV21279 D DE V21279D DE V0021279 D DEV0021279 D DE V0021279D DE 514840 C DE514840 C DE 514840C
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Description

  • Die Verwendung des kondensationsraumlosen Glaskolbens für gasgefüllte elektrische Glühlampen mit schraubenförmigem Glühkörper Eine jede elektrische Glühlampe muß bekanntlich zwei Anforderungen Genüge leisten. Sie muß einen möglichst großen Teil der verbrauchten elektrischen Energie in Licht umwandeln und muß eine genügend lange nützliche Brenndauer aufweisen. Diese zwei Forderungen stehen bezüglich der Lampenkonstruktion gewissermaßen im Gegensatze zueinander, indem eine bessere Ausnutzung der Energie am einfachsten' durch Erhöhung der Temperatur erreicht wird, wobei dasselbe Mittel eine Steigerung der Zerstäubungsgeschwindigkeit des Glühkörpers und hierdurch die Verkürzung der Lebensdauer der Lampe mit sich bringt.
  • Die seit dem Jahre 1914 allgemein verwendeten gasgefüllten Lampen brachten die bis heute unübertroffene Vollendung bezüglich gleichzeitiger Erfüllung der vorgenannten zwei Forderungen: durch die Gasfüllung von hohem Druck wird die Zerstäubung zurückgedrängt und hierdurch ermöglicht, daß der Glühfaden der Lampe bei einer einige hundert Grad höheren Temperatur als in den Vakuumlampen benutzt wird, ohne die Nutzbrenndauer der Lampe herabzusetzen. Um dem durch die höhere Temperatur bedingten größeren Energieverlust infolge größerer Wärmeableitung und Strahlung zu begegnen, wird bekanntlich der Glühkörper in möglichst gedrängter Form, beispielsweise in Schraubenlinienform, angewendet.
  • Als die obenerwähnten günstigen Abkühlungsverhältnisse erkannt wurden, sind die ersten gasgefüllten Lampen für größere Stromstärken gebaut worden. Die in diesen verwendeten Schrauben wiesen wegen ihrer beträchtlichen Fadenstärke eine genügende Steifheit auf, erlaubten daher eine stärkere Belastung. Diese Lampen hatten einen spezifischen Wattverbrauch von etwa 1(2 Watt pro Kerze. Deswegen sind' die ersten gasgefüllten Glühlampen Halbwattlampen genannt worden. Der Umstand, daß die gasgefüllten Lampen ein bedeutend weißeres Licht haben als das etwas rötlichere der Vakuumlampen, hat dazu Anlaß gegeben, auch Lampen für geringere Ampereaufnahme mit Gasfüllung zu konstruieren. Bei solchen Lampen mit dünnerem Faden und geringerem Schraubendurchmesser beeinflußten die Konvektionsverluste die Ökonomie sehr nachteilig, so daß, um mit den Vakuumlampen gleichwertige Lampen zu bekommen,pro Hefnerkerze über 1 Watt Energie zugeführt werden mußte. So stark belastete Lampen .wiesen wegen Zerstäubung des Fadenmaterials eine beträchtliche Schwärzung auf, so daß sie nach einigen hundert Stunden beinahe ?o°/, ihrer Lichtstärke einbüßten.
  • Um die Schwärzung nur auf bestimmte, nicht im Wege der Lichtstrahlen liegende Teile der Kolben zu begrenzen, hat man einen schornsteinartigen Kondensationsraum im oberen Teil der Kolben angebracht, in welchem das mitgerissene Fadenmaterial sich ablagert. In dieser Weise entwickelte sich die heute bekannte Form der gasgefüllten Lampe. Nicht nur die Zerstäubung des Fadens, sondern auch die geringere Formbeständigkeit des damals bekannten durchhängenden Fadenmaterials hat die Anwendung des schornsteinartigen Kühlers zwecks Kühlung des Füllgases begründet.
  • Zweck der vorliegenden Erfindung ist, die Ökonomie der Lampe durch Herabsetzung des spezifischen Wattverbrauches noch weiter zu erhöhen. Die Versuche zur Anwendung des hierzu führenden einfachsten Mittels, der Erhöhung der Glühfadentemperatur durch stärkere Belastung, zeitigten keine brauchbaren Resultate, da die stärkere Belastung mit einer bedeutenden Herabsetzung der Nutzbrenndauer einherging. Es ist aber gelungen, eine bezüglich des Nutzeffektes der Lampe bedeutende Herabsetzung der Wärmeabfuhr dadurch zu erreichen, daß die Zirkulation der in der Lampe enthaltenen Gase gehindert wird.
  • Die Einführung eines neuen Drahtmaterials, das nach Rekristallisation langkristallinisch ist und an den Grenzflächen der Einzelkristalle überlappte und zahnartig ineinandergreifende Stoßstellen aufweist, in die Lampenfabrikation erlaubt größere Freiheiten in der Konstruktion der Lampe. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf Lampen, deren Glühkörper aus solchem im wesentlichen nicht durchhängenden Drahtmaterial oder mit ähnlichem oder gleichwertigem Material hergestellt sind. Sie bezieht sich auch auf solches Fadenmaterial, aus welchem hergestellte Glühkörper bei Betriebstemperatur der Lampe sich so verhalten, daß die durch vorliegende Erfindung erzielten Vorteile ausnutzbar sind. Versuche haben gezeigt, daß bei Verwendung eines im wesentlichen nicht durchhängenden Fadenmaterials das Weglassen des Kondensationsraumes nicht nur keine Nachteile mit sich bringt, sondern neue Vorteile besitzt.
  • Es ist bekannt, daß bei der Betriebstemperatur von gasgefüllten elektrischen Glühlampen die Schraube mit einer Schutzschicht, der sogenannten Langmuirschen Hülle, umgeben ist. Innerhalb dieser Hülle erfolgt ein lebhafter Austausch der verdampften Metallatome, also ein Umbau der Schraubenwindungen. Durch kräftige Gaszirkulation wird aber die Langmuirsche Schicht an ihrer Oberfläche gestört, und die Atome werden von den aufsteigenden Gasen mitgerissen, und so erfolgt ein Abbau des Fadens. Wenn nun ein Mittel gefunden wird, um die Ungestörtheit dieser Hülle aufrechtzuerhalten, so kann man die Abtragung des Fadenmaterials weitgehend zurückdrängen und dadurch eine längere Lebensdauer und geringere Schwärzung erreichen. Die Weglassung des Kondensationsraumes erfüllt diese Bedingung.
  • In derselben Richtung ist auch eine weitere im Sinne der vorliegenden Erfindung zu verwendende Maßnahme wirksam, die in der möglichsten Einschränkung des Ballonumfanges besteht. Je kleiner der Lampenkolben, um so geringer ist die Gaszirkulation. Gleichzeitig ist auch die von seiner Außenfläche abgegebene Wärmemenge eine geringere. Es wurde gegenüber der bisherigen Annahme festgestellt, daß auch die Herabsetzung des Kolbenumfanges die Lampe in keiner Weise schädigt. Natürlich darf die Größe des Kolbens nicht unter ein Mindestmaß sinken, welches durch die Beschleunigung der Fadenzerstäubung und Ablösung des Lampensockels und der Armatur bedingt ist. So kann z. B. für eine zzo Volt/75 Watt gasgefüllte Lampe statt der bisher gebräuchlichen Kolben mit einem Durchmesser von ungefähr 7o mm ein 5o-mm-Kolben ohne Kondensationsraum verwendet werden.
  • Beim früher verwendeten, nicht formbeständigen Drahtmaterial hatte dieses Ziel mit den gleichen Mitteln nicht erreicht werden können, da Schrauben aus diesem Material bekanntlich während des Brennens der Lampe einen ständig zunehmenden Durchhang aufweisen, was infolge Oberflächenvergrößerung der Schraube eine beträchtliche Ökonomieverminderung mit sich bringt.
  • Vorliegende Erfindung ermöglicht eine weitere Erhöhung der Lebensdauer durch zweckmäßige Anordnung des Glühkörpers. Es ist bekannt, daß die Verdampfungsgeschwindigkeit des Wolframs im Bereiche der Betriebstemperatur der gasgefüllten Lampen mit der 38. bis 4o. Potenz der Temperatur wächst, also eine Erhöhung der Temperatur um 111/o eine 3o- bis 4o°/oige Erhöhung der Verdampfungsgeschwindigkeit verursacht. Wenn eine Schraube, wie in Fig. z der Zeichnung dargestellt, durch einen einzigen Fadenhalter getragen, in einer vertikalen Ebene in V-Form montiert ist, erhält sie nach der ersten Einschaltung der Lampe einen in Fig. 2 stark übertrieben dargestellten Durchhang, auch wenn sie aus im wesentlichen nicht durchhängendem Drahtmaterial hergestellt wurde. Fig. 3 veranschaulicht die Deformation der Schraube und die Lage der einzelnen Windungen nach der Deformation. In der mit a bezeichneten Stelle setzt die Kühlwirkung des Halters die Schraubentemperatur beträchtlich herab. An der Stelle b, wo die Windungen infolge Verkleinerung des Krümmungsradius der Schraube an der Innenseite sich einander nähern, wird durch Vergrößerung der gegenseitigen Strahlung der einzelnen Windungen die Temperatur erhöht. An der Stelle c entsteht dagegen ein Temperaturabfall durch Auseinanderrücken der Windungen.
  • Wenn man die Temperaturänderung entlang der Schraube bestimmt, und zwar immer die jeweilig höchste Temperatur der Schraubenabschnitte, kommt man zu einer Temperaturverteilungskurve, wie sie schematisch in Fig. 2 dargestellt ist. Es sind da zwei gefährliche Temperaturgradienten, wo neben der normalen Schraubentemperatur, für welche die Lampe konstruiert ist, sich zwei überhitzte Stellen befinden, an denen infolge beschleunigter Verdampfung des Fadenmaterials Verjüngungen entstehen, die zu baldigem Ausbrennen führen.
  • Erfindungsgemäß wird durch eine schiefe Anordnung der Schraubenebene ermöglicht (Fig. 4), daß nach Deformation der Schraube keine überhitzten Stellen entstehen und die in Fig.2 dargestellten Temperaturmaxima wegfallen.
  • Ein Ausführungsbeispiel einer entsprechenden Lampe ist in Fig. 5 dargestellt. Wie ersichtlich, bezieht sich die Erfindung auf elektrische Glühlampen von etwa ioo Volt Betriebsspannung aufwärts, da bei Lampen von geringer Betriebsspannung (z. B. Autolampen) eine V-förmige Schraube schon früher angebracht werden konnte, weil dort ein starker Faden verwendet wird. Naturgemäß erstreckt sich aber die Erfindung auch auf Lampen von geringer Spannung, bei denen ein dünner Faden verwendet ist, wie bei hochvoltigen Lampen.
  • Diese Neuerungen bringen außer einer erhöhten Lichtausbeute und einer verbesserten Lichtverteilung auch weitere Vorteile mit sich, die die Folgen des kleineren Lampenkolbens und der einfacheren Halterung sind und in der wesentlichen Verbilligung der Herstellung sowie in der Herabsetzung der Versandspesen bestehen. Infolge der Weglassung des schornsteinartigen Aufsatzes (Kondensationsraumes) und Anwendung eines auch sonst möglichst kleinen Kolbens wird viel Glasmaterial erspart, ohne mit der Wandung des Kolbens unterhalb der bisher verwendeten Stärke hinunterzugehen.
  • Dies bringt auch eine bedeutende Herabsetzung des Lampengewichtes und dadurch der Versandspesen mit sich. Es ergab z. B. bis jetzt ein Gramm des Gewichtes einer iio-Volt/ 75-Watt-Lampe 1,4 sph. Kerzen, wogegen die Gewichtseinheit der neueren Lampe für dieselbe Spannung und denselben Stromverbrauch 3,3 sph. Kerzen ergibt. Ein weiterer Vorteil liegt in der durch die einfache Halterung bedingte Verbilligung des Herstellungsverfahrens und in der entsprechenden Materialersparnis.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die Verwendung des kondensationsraumlosen Glaskolbens für gasgefüllte elektrische Glühlampen mit schraubenförmigem Glühkörper aus im wesentlichen nicht durchhängendem Material bei einer Netzspannung von etwa xoo Volt aufwärts.
  2. 2. Gasgefüllte elektrische Glühlampe nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Glaskolben gegenüber den normalen, mit Kondensationsraum versehenen gasgefüllten Glühlampen gleicher '\@'attstärke in seinem Querdurchmesser um mindestens 2o°/, verkleinert ist.
  3. 3. Gasgefüllte elektrische Glühlampe nach Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch einen mit nur einem einzigen Fadenhalter versehenen, in V-Form angeordneten Glühkörper, der so in der Lampe angebracht ist, daß die durch die Schenkel des Leuchtkörpers gehende Ebene auf der Hauptlängsachse der Glühlampe schief steht.
DEV21279D 1925-05-19 1926-05-19 Die Verwendung des kondensationsraumlosen Glaskolbens fuer gasgefuellte elektrische Gluehlampen mit schraubenfoermigem Gluehkoerper Expired DE514840C (de)

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