DE445347C - Pflanzenzuchtverfahren - Google Patents

Pflanzenzuchtverfahren

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DE445347C
DE445347C DEB127985D DEB0127985D DE445347C DE 445347 C DE445347 C DE 445347C DE B127985 D DEB127985 D DE B127985D DE B0127985 D DEB0127985 D DE B0127985D DE 445347 C DE445347 C DE 445347C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01HNEW PLANTS OR NON-TRANSGENIC PROCESSES FOR OBTAINING THEM; PLANT REPRODUCTION BY TISSUE CULTURE TECHNIQUES
    • A01H1/00Processes for modifying genotypes ; Plants characterised by associated natural traits
    • A01H1/06Processes for producing mutations, e.g. treatment with chemicals or with radiation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F11/00Other organic fertilisers
    • C05F11/10Fertilisers containing plant vitamins or hormones

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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  • Breeding Of Plants And Reproduction By Means Of Culturing (AREA)

Description

Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Züchtung von Pflanzen.
Von den bekannten Zuchtverfahren hatte sich neben dem üblichen Ausleseverfahren die künstliehe Bestäubung in der Praxis bewährt, aber auch hier gelang es nur Sorten gegenseitig zu beeinflussen, aber nicht fernstehende Arten. Weiterhin war eine derartige Züchtung sehr umständlich und konnte lediglich während der
ίο kurzen Blütezeit von vier bis sechs Wochen vor sich gehen, so daß nur eine beschränkte Anzahl Pflanzen zu veredeln waren.
Neben diesem Bestäubungsverfahren bestand noch durch Überkrustung oder Beizung die
t5 Möglichkeit einer Verbesserung des Pflanzenwachstums, der Erträgnisse usw., aber da dies durch einfache Reizung der Samen mit Chemikalien ohne Veränderung des Zellplasmas bewirkt wurde, konnten hierbei weder Arten
so gekreuzt noch neue Sorten mit erblichen Eigenschaften gezüchtet werden.
Durch vorliegende Erfindung soll nun durch eine an und für sich einfache Vorbehandlung der Sämlinge, Pflanzenknollen, Triebe usw. die Möglichkeit geboten werden, auch fernstehende Pflanzenarten oder -gattungen zu kreuzen und Zuchtpflanzen mit neuen sowie erblichen Eigenschaften zu erzielen.
Der Erfindungsgegenstand besteht darin, daß man dem zu beeinflussenden Saatkorn, Knolle, Trieb o. dgl. durch Zusatz von Fermenten oder fermentehaltigen Produkte aktiv gemachte Reizstoffe aus Keimplasma zuführt.
Der Zusatz von Fermenten zu dem Keimplasma eines pflanzlichen Züchtungsproduktes, dessen Eigenschaften auf den Sämling usw. übertragen werden sollen, bewirkt eine Umwandlung der die betreffende Pflanze kennzeichnenden Grundstoffe in eine leicht lösliche Form, so daß sie in den betreffenden Sämling bequem eindringen, eine Veränderung seiner Elementarbestandteile bewirken und somit auch neue erbliche Eigenschaften erzeugen. Die Auswahl der Fermente oder fermentehaltigen Produkte wie auch die Art der Zuführung mit dem Keimplasma richtet sich jeweils nach den betreffenden Pflanzen, die der Züchtung unterworfen werden sollen.
Da dieses Züchtungsverfahren nicht von der kurzen Blütezeit abhängt, sondern auf einer sehr einfach auszuführenden Vorbehandlung der Sämlinge u. dgl. beruht, kann eine unbegrenzte Anzahl von Samen vor der Frühjahrs- und Herbstbestellung behandelt und bereits innerhalb eines Jahres ein guter Ertrag neuer Pflanzenkombinationen erzielt werden, was ebenfalls eine Ersparnis von zwei Zuchtjahren bedeutet.
Zur Durchführung des Verfahrens wählt man die besten und keimfähigsten Sämlinge 0. dgl. einer Originalsaat aus, und zwar vornehmlich Pflanzen mit homozygotem Keimplasma, d. h. solche, die in ihren Nachkommen morphologische und physiologische Eigenschaften konstant vererben.
Auf teilbare oder spaltbare Sämlinge angewendet, gestaltet sich das Verfahren gemäß vorliegender Anmeldung wie folgt.
Die zu veredelnden Sämlinge, z. B. Kartoffelknollen, Rüben, Blumenzwiebeln, Bohnen,
Triebe usw., werden maschinell oder von Hand geteilt, ebenso die anderen Sämlinge, deren Eigenschaften übertragen werden sollen, und zwar muß die Teilung so „yor sich gehen, daß die beiden Schnittflächen nahezu aufeinanderpassen. Ist dies jedoch wegen der Ungleichheit der Samengrößen durch eine Halbierung nicht so ohne weiteres möglich, so führt man den Schnitt bei dem größeren Sämling mehr ίο an der Peripherie aus. Nach Möglichkeit soll der abgetrennte Samen- oder Knollenabschnitt einen Keim oder einen Samenlappen aufweisen.
Nunmehr werden die beiden Hälften mit einem unten näher beschriebenen fermentehaltigen Impfstoff bzw. dem Pfropfkitt bestrichen und fest aneinandergedrückt. Mit dem hervorquellenden Impfstoff bedeckt man dann die Wundränder oder hervorstehende Schnittflächen und entfernt den Überschuß sorgfältig.
Nach dieser Aptation werden die so behandelten Sämlinge entweder sofort oder nach kurzer Lagerung in die Erde gebracht, Ein Austausch der Elementarbestandteile .beginnt schon kurz nach der Aptation, wie dies nach Versuchen mit Kartoffeln, die man einige Tage auf einem Brett zum Trocknen liegen ließ, durch charakteristische Umbildung der Schale und vor allem der Keime festgestellt worden war.
Soll das Verfahren auf schwer oder nicht teilbare Sämlinge, z. B. Leinsamen, Blumen-, Gemüse-, Klee-, Wiesenpflanzensamen usw., oder solche Sämlinge angewendet werden, deren Teilung zu umständlich und zeitraubend ist, z. B. Hülsenfrüchte, Getreidearten, Wicken, Linsen, Peluschken, Bohnen u. dgl. m., so bringt man ein Tauchverfahren in Anwendung, daß in seinem Verlauf gewisse Ähnlichkeit mit der Samenbeizung aufweist, jedoch die Mittel zur künstlichen Beeinflussung sind völlig verschieden.
Die zu beeinflussenden Samenkörner bettet man entweder unverletzt oder nach vorheriger künstlicher Verletzung in den aus Fermenten und Keimplasma des zu übertragenden Pflanzenorganismus bestehenden Impfbrei bzw. Pfropf kitt und beläßt sie. so lange darin, bis ein genügender Austausch stattgefunden hat, was in der Regel bei der Erhärtung der Masse der Fall sein wird. Diese Masse teilt man dann in kleine Brocken, der die beeinflußten Samenkörner enthält, und sät diese Brocken aus.
Die künstliche Verletzung kann durch sorgfältiges Einschneiden oder in folgender Weise in großen Mengen ausgeführt werden; Man füllt die Samen mit Sand in einen Behälter, z. B. ein Säckchen ein, schüttelt dieses von Hand oder maschinell so lange, bis die äußeren Samenschalen bzw. Hüllen Verletzungen aufweisen, dann werden die Samen wieder mit geeigneten Vorrichtungen gereinigt und dann in das Impfgefäß mit dem Impfbrei eingebettet.
Der zur Verwendung gelangende Pfropfkitt bzw. Impfstoff muß natürlich in seiner Zusammensetzung den Eigenschaften der jeweilig zu behandelnden Sämlinge usw. angepaßt sein.
Er besteht in der Regel aus fein gemahlenen Keimplasma derjenigen Pflanzensorte, deren Eigenschaften übertragen werden sollen, vermischt mit den Fermenten oder fermentehaltigen Naturstoffen, Von Fermenten finden in der Hauptsache Verwendung: Diastase, Erepsin, Pepsin, Steapsin, Enterokinase u. dgl. m. Von fermentehaltigen Naturprodukten seien zu erwähnen: Eigelb, Eiweiß, Speichel, Pankreon, Honig, Milch usw.
An Stelle von rohem Kartoffelbrei kann auch daraus gewonnene Stärke oder an Stelle von Rübenbrei Rübensaft verwendet werden.
Für alle Leguminosen, die infolge ihres Eiweißreichtumes rasch ineinanderwachsen, eignet sich als Reizstoff beispielsweise Eigelb am besten; für Getreidekörner dagegen Hühnereiweiß usf.
Alle Mischungen, die in individueller Zusammensetzung angefertigt werden, dienen dazu, um Neukombinationen durch Ansaugung bzw. Austausch der Zellbestandteile bzw. der Grundstoffe zu erzielen.
Genügt eine einmalige Impfung bzw. Pfropfung mit einer brauchbaren edlen Sorte nicht, da deren günstige Eigenschaften recessiv ausgebildet sind, so wird man noch einmal eine Kreuzung in derselben Weise vornehmen mit dem Unterschied, daß nunmehr Bastardsamen mit einer reinen Sorte gekreuzt werden.
Beispiele
von Pflanzenzüchtungen, die nach vorliegendem Verfahren mit gutem Erfolg ausgeführt wurden. 10^
r. Peluschke, mit Sojabohne veredelt.
Zuchtziel: Übergang des hohen Eiweiß- und Fettgehaltes der Sojabohne auf die in Deutschland gut gedeihende Peluschke.
Die neuen Bastardpflanzen änderten ihre Form und Farbe neben der inneren Umänderung.
2. Peluschke, mit Linse veredelt. Zuchtziel: Eßbare, in Deutschland gut ge-
deihende Linsenpeluschke. Form- und Farbenveränderungen traten in stark merklichem Maße auf.
3. Phaseolusbohne, rosa, mit Phaseolusbohne weiß veredelt.
Zuchtziel: Ansprechende Neuheit von feinem Wohlgeschmack und gutem Ertrag usw.

Claims (1)

  1. Eine weitgehende Veränderung der Samenschalen trat ein.
    4. Wicke, mit Linse veredelt.
    Zuchtziel: Eßbare, gut gedeihende Linsenwicke mit hohem Ertrag, da die Linse an sich in Deutschland sehr schlecht gedeiht.
    Eine merkliche Formveränderung der Samen zeigte sich.
    5. Streckenthiner Roggen, mit Weizen veredelt.
    Zuchtziel: Feinster, in ganz Deutschland gut gedeihender Weizenroggen.
    Die Farbe der Samen änderte sich.
    6. Rispenhirse, mit Phaseolusbohne rosa veredelt.
    Zuchtziel: Erhöhung des Eiweißgehaltes der Hirse. Es entstand rote Ährenhirse mit Farb- und Formenänderung im Habitus.
    7. Kartoffel Gratiola (weißfleischig und weißschalig) mit Kartoffel Citrus (gelbfleischig und gelbschalig) veredelt.
    Zuchtziel: Herauszüchtung einer vielbegehrten gelbfleischigen Neuheit. Die aus der Gratiolahälfte wachsenden Kartoffeln wurden gelbfleischig.
    8. Zum gleichen Zweck wurden Kartoffeln von Kamecke (rosaschalig und weißfleischig) mit Goldball (gelbschalig und gelbfleischig) veredelt.
    Zuchtziel: Die Kartoffel von Kamecke wurde gelbfleischig.
    In gleicher Weise kann das Verfahren für Neuzüchtung von Blumen, Wiesenpflanzen, Gemüse, Öbstpflanzen usw. weitgehende Ver-Wendung finden.
    Pa τ en'J'ans ρ r ü c 11E:
    1. Pflanzenzuchtverfahren, dadurch gekenntzeichnet, daß man dem zu beeinflussenden Sämling (Saatkorn, Knolle, Trieb 0. dgl.) durch Zusatz von Fermenten oder fermentehaltigen Produkten aktiv gemachte Reizstoffe aus Keimplasma oder Pflanzensäften zuführt.
    2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man von teilbaren oder spaltbaren Sämlingen je zwei geeignete Teile von verschiedenen Eigenschaften an ihren Schnitt- oder Spaltflächen mittels eines Kittes vereinigt, der aus Fermenten und Zellplasma besteht.
    3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß man nicht oder schwer teilbare Samen oberflächlich verletzt und dann die derart behandelten Samen, die auch verschiedenen Charakter aufweisen können, in einem aus Fermenten und Zellplasma bestehenden Brei bzw. Flüssigkeit einbettet.
    4. Impf- bzw. Pfropfkitt zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man Fermente, wie Diastase, Erepsin, Pepsin, Steapsin, Enterokinase u. dgl. oder fermentehaltige Stoffe, z. B. Eigelb, Eiweiß, Speichel, Pankreon, Honig, Milch usw., deren Wahl sich nach den Züchtungsgegenständen richtet, mit Zellplasma oder Pflanzensäften eines Züchtungsproduktes, dessen Eigenschaften übertragen werden sollen, innig vermischt.
DEB127985D 1925-05-02 1925-05-02 Pflanzenzuchtverfahren Expired DE445347C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2095312A1 (de) * 1970-06-17 1972-02-11 Procter & Gamble

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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FR2095312A1 (de) * 1970-06-17 1972-02-11 Procter & Gamble

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