Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Troc
kengemenges in Form einer Feinstbindemittelmischung
für Zementsuspensionen zum Füllen und/oder Verpres
sen von Porenräumen und Hohlräumen in Lockergesteinen oder Ris
sen und Hohlräumen im Fels oder in Betonbauwerken.
Feinstzemente sind sehr feinkörnige, hydraulische Bindemittel mit
stetig und eng abgestuften Kornverteilungen und einer Begrenzung
des Größtkorns. Die Eigenschaften und die Verwendung von Feinst
zementen ist geregelt, zum Beispiel in einem vorläufigen Merk
blatt für Einpressarbeiten mit Feinstbindemitteln in Lockerge
steinen ("Bautechnik 70", [1993], Heft 9, Ernst & Sohn, Seiten 550
bis 560, und "ZTV-RISS 93, Verkehrsblatt-Dokument B 5237", Ver
kehrsblatt-Verlag).
Die Terminologie in den beiden genannten Regelwerken ist nicht
einheitlich. Im Merkblatt wird der Begriff "Feinstbindemittel"
und in der ZTV-RISS der Begriff "Feinzement" verwendet. Die
amerikanische Literatur spricht von mikrofeinen Portlandzementen
(US-PS 5 106 423). Im folgenden wird hauptsächlich der Begriff
"Feinstzement" verwendet, der auch in einschlägigen Fachberich
ten verwendet wird ("Beton", 1/94, Seite 12 bis 16, "Felsbau", 11
[1993), Nummer 6, Sonderabdruck, "Bauingenieur 67", (1992], Seite
499 bis 504).
Nach den Vorschriften der Regelwerke soll der Feinstzement zur
Herstellung von Zementsuspensionen einen Siebdurchgang von ≧ 95%
bei einer Maschenweite von 16 µm (0,016 mm) haben und mit ge
eigneten Zusatzstoffen und Zusatzmitteln hergestellt sein. Die
Begriffe und Begriffsinhalte der Bestandteile Zusatzstoffe und
Zusatzmittel sind im "Zement-Merkblatt" Nr. B3, BBD/KA 1.93/20
definiert.
Als Füllgut zum Füllen und/oder Verpressen (Injektion) wird eine
Zementsuspension verwendet, die grundsätzlich an der Baustelle
hergestellt wird. Sie wird zusammengestellt aus mindestens zwei
Gebindekomponenten, nämlich der einen, enthaltend Feinstzement
und Zusatzstoffe, und der anderen, enthaltend Zusatzmittel (Gyor
gy Iványi, Walter Rosa: "Füllen von Rissen und Hohlräumen im
Konstruktionsbau mit Zementsuspensionen", Beton- und Stahlbeton
bau 87 [1992], Heft 9, Seite 224 bis 229; Helmut Sager und Hol
ger Graeve: "Einsatzmöglichkeiten zementgebundener Injektions
systeme", Beton 1/94, Seite 12 bis 16).
Der Erfolg einer Injektion mit dem Füllgut ist abhängig von den
zum Beispiel rheologischen Eigenschaften der Zementsuspension
und den mechanisch-technologischen Eigenschaften des hydrati
sierten Materials in den Hohlräumen bzw. Rissen. Erforderlich
ist ein wirksames Aufschließen des Feinstzements durch eine
Intensivmischung und die richtige Beimengung der erforderlichen
Zusatzmittel in der vom Hersteller des Feinstzements vorge
schriebenen Reihenfolge und Arbeitsweise. Die festen und flüssi
gen Gebindekomponenten zur Herstellung des Füllguts werden vom
Hersteller als Einzelkomponenten angeliefert und müssen auf der
Baustelle entsprechend den Regelwerken in Gebinden gelagert
werden, wobei mit erheblichem Aufwand große Sorgfalt bezüglich
der Lagerbedingungen und der Einhaltung der Mischungsverhältnis
ses und der Mischungsreihenfolge zur fachgerechten Bereitstel
lung der Zementsuspensionen gewährleistet werden muß.
In der DE 40 13 871 A1 wird gemäß Anspruch 1 die Mischreihenfol
ge zur Herstellung der Zementsuspension aus Feinstzement und
Zusatzmitteln, wie Verflüssiger, Quellmittel, Abbindeverzögerer
und Wasserrückhaltemittel, genau vorgeschrieben und gemäß Anspruch
2 gefordert, daß demineralisiertes Wasser verwendet wer
den soll. Als Quellmittel sollen Aluminate und Bentonite ent
halten sein.
Gemäß US-PS 5 106 423 wird ebenfalls eine bestimmte Mischreihen
folge vorgeschrieben (Spalte 2, Zeile 37 bis 56). Gemäß dieser
Druckschrift können unter anderem auch Gemische aus separat ge
mahlener Feinstschlacke und separat gemahlenem Feinstzement
zusammengestellt werden, wenn die Feinheit der Stoffe bezüglich
besonderer Anforderungen variiert werden soll (Spalte 7, Zeile
8 bis 26). Zudem kann vorgesehen sein, inerte Zusatzstoffe glei
cher Korngröße zu verwenden (Spalte 7, Zeile 38 bis 46).
Das Anliefern und Lagern von Gebindekomponenten sowie das Ent
sorgen von Gebinden sind Maßnahmen, die die Füllgutherstellung
erheblich verteuern. Außerdem ist die vorgeschriebene Handhabung
und Mischung der Gebindekomponenten auf der Baustelle in vielen
Fällen nicht ausreichend gewährleistbar und erfordert sehr auf
wendige und strenge Überwachungsbedingungen. Zudem ist fest
stellbar, daß, selbst wenn die bekannten Aufschließmethoden des
Feinstzements beachtet werden, die Qualität der Zementsuspension
und insbesondere des aus der Zementsuspension entstehenden, hy
dratisierten Materials von Gebinde zu Gebinde erheblich schwan
ken kann. Die Ursachen dafür waren bisher unbekannt.
Aufgabe der Erfindung ist, die Herstellung von Füllgut auf der
Baustelle zu vereinfachen und dabei die vorgeschriebenen Eigen
schaften des Füllguts und des hydratisierten Materials ohne
besonderen, zusätzlichen Aufwand zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unter
ansprüchen gekennzeichnet.
Erfindungsgemäß wird ein Trockengemenge aus einem auf die jewei
lige Anwendung abgestimmten, werkseitig vorkonfektionierten
Gemisch (Werktrockenmischung) aus einer besonders aufbereiteten
Feinst-Bindemittelmischung hergestellt, die alle für die jewei
lige, spezielle Anwendung erforderlichen Zusatzstoffe und Zusatz
mittel vorzugsweise mit gleicher oder höherer Mahlfeinheit sowie
abgestimmter Kornverteilung, guter Dispergierbarkeit in Wasser
und hoher Reaktivität aufweist. Das Trockengemenge ist auf der
Baustelle nur noch mit Wasser in der vorgeschriebenen Menge
anzumischen. Die Erfindung betrifft somit eine unter Baustellen
bedingungen einfach anmischbare Werktrockenmischung. Die Gefahr
etwaiger Mischfehler bei gravimetrischer und/oder volumetrischer
Abstimmung von Gebindekomponenten auf der Baustelle ist ausge
schlossen. Zudem entfällt die Einhaltung der bisher erforderli
chen Reihenfolge bei der Mischung von Gebindekomponenten, die
bei Mißachtung bisher zu erheblichen Qualitätsänderungen geführt
hatte. Das auf die Formulierung der Werktrockenmischung mit
vorgegebener Mahlfeinheit und Kornverteilung abgestimmte, erfin
dungsgemäße Herstellungverfahren ermöglicht die genaue Dosierung
aller Komponenten, wie des Hüttensandfeinstmehls, und der trocke
nen Additive, wie Zusatzstoffe und Zusatzmittel. Die erfindungs
gemäße Werktrockenmischung erfordert kein demineralisiertes
Wasser. Sie kann auch mit Restwasser mit Chlorid gehalten ent
sprechend Tabelle 1 der "Restwasser-Richtlinie", des DAfStb
(Deutscher Ausschuß für Stahlbeton, "Richtlinie für Herstellung
von Beton unter Verwendung von Restwasser, Restbeton und Rest
mörtel" [Ausgabe September 1991]) angemischt werden. Infolge der
abgestimmten Rezeptur sind die verarbeitungstechnischen Eigen
schaften der Suspensionen sowie die mechanisch-technologischen
Eigenschaften des hydratisierten Materials weitgehend unabhängig
von der Wasserqualität.
Die Vermeidung von verarbeitungstechnischen Fehlern beim Mi
schungsansatz der Suspensionen gemäß vorliegender Erfindung ist
zum Beispiel für die Akzeptanz und den Erfolg von Injektions
maßnahmen mit Feinstbindemitteln von entscheidender Bedeutung,
weil eine Wiederholung von Injektionsmaßnahmen zum Ersatz zuvor
injizierter, fehlerhaft angemischter Füllgüter mit unzureichen
den Eigenschaften in der Regel nicht mit wirtschaftlich vertret
barem Aufwand möglich ist. Zudem bietet der Einsatz von erfindungsgemäßen
Werktrockenmischungen wirtschaftliche Vorteile bei
der Abfüllung, Lagerung und beim Transport sowie bei der Entsor
gung etwaiger Transportbehälter.
Nach der Erfindung wird das Trockengemenge aus dem oder den
Feinstmehlen, trockenen Zusatzmitteln und gegebenenfalls trocke
nen Zusatzstoffen hergestellt. Das Feinstmehl besteht aus einem
Hüttensandfeinstmehl (das ist ein ohne weiteres feinstgemahlener
Hüttensand) plus Anreger. Als Zusatzstoff wird vorzugsweise
Bentonit verwendet. Zusatzmittel sind im wesentlichen Fließmit
tel bzw. Dispergiermittel, Erstarrungsverzögerungsmittel, Was
serrückhaltemittel, Erstarrungsbeschleunigungsmittel und Quell
komponenten.
Die Zusatzmengen zum Hüttensandfeinstmehl sind sehr genau und
reproduzierbar aufeinander abgestimmt, wobei vorzugsweise alle
wesentlichen Bestandteile eine Kornverteilung d95 ≦ 24 µm, vor
zugsweise d95 ≦ 16 µm, und d50 ≦ 7 µm, vorzugsweise d50 ≦ 5 µm,
und vorzugsweise ein Verhältnis von d50 zu d95 = 0,33 ± 0,04
aufweisen (d95 = Korndurchmesser bei 95 Gew.-% des Siebdurch
gangs; d50 = Korndurchmesser bei 50 Gew.-% des Siebdurchgangs).
Insbesondere wenn diese Bedingungen eingehalten werden, ist es
möglich, den Einfluß eines Zusatzmittels zu optimieren. Bei
spielsweise ergibt sich der Einfluß der Zusatzmenge, zum Bei
spiel eines Fließmittels, auf die verarbeitungstechnischen Ei
genschaften einer Zementsuspension aus einer Feinst-Bindemittel
mischung mit einem Wasser-Bindemittelverhältnis von 0,7 aus der
nachfolgenden Fig. 2. Die Kurvernverläufe verdeutlichen ohne
weiteres, daß bereits bei geringfügigen Abweichungen des Fließ
mittelanteils von einem vorgegebenen Mischungsverhältnis die den
Injektionserfolg maßgeblich bestimmenden, rheologischen Eigen
schaften der Suspension beeinflußt werden. Dabei wird durch die
Erhöhung des Fließmittelanteils von 2 auf 4 Gew.-% die Ausgangs
viskosität der Suspension - in Fig. 2 gekennzeichnet durch die
Marshzeit zum Zeitpunkt t = 0 - vergleichsweise geringfügig
beeinflußt; jedoch unterliegt die anschließende Viskositätsent
wicklung während der Verarbeitungszeit des frischen Gemisches
einer ausgeprägten Abhängigkeit von der Dosierung des Fließmit
tels. Eine sachgerechte Applikation von Bindemittelsuspensionen
kann daher nur dann erwartet werden, wenn sowohl die Ausgangs
viskosität als auch die Viskosität nach Ablauf der Verarbei
tungszeit durch die Auswahl eines geeigneten Fließmittels mit
abgestimmter Einwaage optimiert werden.
Bei der Optimierung der Dosierung von Zusatzmitteln ist gleich
zeitig der Einfluß des Additivs auf die Festigkeiten der hydra
tisierten Suspensionen zu berücksichtigen, damit den vor allem
mit statisch wirksamen Instandsetzungsmaßnahmen einhergehende
Materialanforderungen entsprochen werden kann. Die in der nach
folgenden Tabelle 1 zusammengestellten Ergebnisse aus Druckfe
stigkeitsuntersuchungen an prismatischen Prüfkörpern zeigen, daß
eine Über-Dosierung des Fließmittels von 5 Gew.-% bereits zu
Frühfestigkeitseinbußen führt. Bei einem Fließmittelanteil von
6 Gew.-% sind keine Durckfestigkeiten mehr an den völlig unzu
reichend verfestigten Suspensionen meßbar.
Tabelle 1
Frühfestigkeiten von Bindemittelsuspensionen (Wasser-Bindemittelverhältnis = 0,6) in Abhängigkeit von der Einwaage des Zusatzmittels
| Einwaage Zusatzmittel [Gew.-%] |
| Druckfestigkeit nach 2 Tagen [N/mm2] |
| 4% |
20,8 |
| 5% |
18,9 |
| 6% |
nicht meßbar |
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß qualitätssicherungs-
und verarbeitungstechnische Probleme bei der Verwendung von
mehrkomponentigen Systemen auf der Baustelle vermieden werden
können bei gleichzeitiger Erfüllung von hohen Ansprüchen an das
Füllgut, wenn bei der Herstellung einer Suspension ein vorkonfektioniertes
Trockengemenge bestimmter Mahlfeinheit und Korn
verteilung aus Feinstmehlen, Zusatzstoffen und Zusatzmitteln
verwendet wird. Dies gelingt dadurch, daß den Ausgangsmateria
lien zur erfindungsgemäßen Herstellung der Trockengemenge die je
nach Anwendungsfall erforderlichen Zusatzstoffe und Zusatzmittel
bereits im Werk nach der ausschließlichen Mahlung eines Hütten
sandes beigemengt werden, so daß diesem Trockengemenge zur Ver
arbeitung auf der Baustelle lediglich noch Wasser entsprechend
dem vorgegebenen Wasser-Bindemittelwert zur Bereitstellung der
verarbeitungsfertigen Suspension hinzuzugeben ist. Dies ist mög
lich durch die Verwendung pulverförmiger Zusatzmittel und Zu
satzstoffe mit einer zum Beispiel dem Feinstmehl entsprechenden
Mahlfeinheit und Kornverteilung, wodurch diese Zusatzstoffe und
Zusatzmittel eine sehr gute Dispergierbarkeit und Reaktivität
beim Anmischen der Trockenmischung mit Wasser erhalten. Die
abgestimmte Dispergierbarkeit bzw. Wasserlöslichkeit und Reakti
vität dieser redispergierbaren Trocken-Komponenten gewährleisten
eine unmittelbare Wirksamkeit der Inhaltsstoffe nach der Ver
mengung mit dem Anmachwasser. Dabei ist überraschend, daß nicht
nur unterschiedliche Zusatzmengen sondern insbesondere unter
schiedliche Mahlfeinheiten und Kornverteilungen, insbesondere im
Rahmen der angegebenen d95- und d50-Grenzen bzw. Verhältnisse,
entsprechend unterschiedliche Wirkungen erbringen, was vor dem
durch das Vorhalten von getrennten Gebindekomponenten und vor
geschriebene Mischreihenfolgen sowie die Verwendung von demine
ralisiertem Wasser versucht worden war. Die Zusatzmittel reagie
ren im angegebenen Feinheitsbereich unerwartet sensibel, so daß
als Parameter für vorbestimmbare Eigenschaften die Mahlfeinheit
und die Kornverteilung verwendet werden können.
Für das erfindungsgemäße Verfahren sind Mahl-, Sicht-, Dosier-
und Mischanlagen erforderlich, die eine zielsichere Herstellung
des Trockengemenges gleichmäßiger Qualität erlauben. Das erfin
dungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ein
zelkomponenten völlig getrennt bis zu einer vorgegebenen Mahl
feinheit und Kornverteilung aufbereitet werden. Mit Hilfe exakt
steuerbarer Dosier- und Mischanlagen wird anschließend die
Trockenmischung gemäß ihrer vorgegebenen, chemisch-mineralogi
schen Zusammensetzung durch Homogenisierung erstellt.
Die erfindungsgemäß hergestellten, vorkonfektionierten Trockenmi
schungen (Werktrockenmischungen) zeichnen sich dadurch aus, daß
sie durch Mischen mit Wasser mischungsstabile, niedrig- bis mit
telviskose Suspensionen ergeben, die sich aufgrund der chemisch-
mineralogischen und physikalischen Spezifikation der Trockenmi
schung und der Konsistenz nach dem Anmischen mit Wasser sowie
aufgrund geringer Reaktivität während der Verarbeitungszeitspan
ne durch besonders gute Verarbeitbarkeit auszeichnen, so daß sie
als mineralische Systeme für Tränkungen und Injektionen aller
Art geeignet sind. Zudem können aufgrund der Zusammensetzung der
Trockenmischungen nach Ablauf der Verarbeitungszeitspanne ver
gleichsweise hohe Frühfestigkeiten des hydratisierten Gemisches
erreicht werden, so daß derartige Suspensionen auch für statisch
wirksame (kraftschlüssige) Maßnahmen geeignet sind, und zwar
unabhängig vom Feuchtezustand der zu injizierenden Bauteile.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung im folgenden beispiel
haft näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Anlage zur Herstellung der erfin
dungsgemäßen Werktrockenmischung;
Fig. 2 in einem Diagramm die Wirkung der Zusatzmenge eines
Fließmittels;
Fig. 3 in einem Diagramm Kornverteilungen.
Die Erfindung erbringt erstmals eine baustellengerechte, bau
stellenfertige, bzw. zweckorientierte Werktrockenmischung in
Form eines einzigen, trockenen Gemisches, das nur noch mit der
vorgeschriebenen Menge Wasser anzumachen ist. Mischungsfehler
bei der Dosierung der Bestandteile zur Herstellung des Trocken
gemenges können nicht mehr auftreten. Das Anmischen mit Wasser
erfolgt mit einem Hochleistungsmischgerät. Während des Mischens
können die hochfeinen, trockenen Zusatzmittel ihre Wirkung un
mittelbar entfalten. Die Werktrockenmischung ist mit gleicher
Zusammensetzung und gleicher Qualität beliebig oft herstellbar.
Dies gelingt aufgrund der Erkenntnis, daß Zusatzmittel nicht
gemeinsam mit dem Hüttensand vermahlen werden dürfen, daß die
Zusatzmittel vorzugsweise die gleiche oder eine höhere Feinheit
und abgestimmte Kornverteilung aufweisen müssen und daß die
Zusatzmittel in diesem Feinheitsbereich sehr intensiv wirken,
indem relativ geringe Unterschiede in der Zusatzmenge (siehe Fig.
2) und in der Kornverteilung und Feinheit große Unterschiede in
der angestrebten Wirkung zeigen. Die Zusatzmengen der Zusatz
mittel betragen vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-%.
Üblicherweise wird Feinstzement während der gemeinsamen Mahlung
von Portlandzementklinker und zumindest einem Sulfatträger ge
wonnen, indem der entsprechende Feinstanteil aus einer Zement
mühle immer nur dann abgezweigt wird, wenn ein Auftrag zur Lie
ferung von Feinstzement vorliegt. Dabei wird durch Windsichtung
der Anteil abgezweigt, der den Erfordernissen bezüglich des d95-
Wertes entspricht. Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, daß
diese Gewinnungsart die grundsätzliche Ursache dafür ist, daß
die Zementsuspensionen von Lieferung zu Lieferung keine gleich
bleibende Qualität aufweisen. Man hat in Unkenntnis der Ursache
versucht, dem Übel durch die Schaffung von Gebinden und durch
die Vorschrift besonderer Mischungsreihenfolgen zu begegnen, was
aber zu keinem ausreichenden Erfolg führte. Erst die gesonderte
Feinstmahlung des Hüttensandes zu Hüttensandfeinstmehl sowie die
Verwendung der Zusatzstoffe und der Zusatzmittel, insbesondere
in zumindest gleicher Feinheit und Kornverteilung, und die ge
trennte Bevorratung aller Komponenten für die Zusammenstellung
von Trockengemengen ermöglicht die genaue Dosierng der Komponen
ten und nach einer Homogenisierung die Gewährleistung einer
bestimmten Qualität des Füllgutes bzw. der Suspension und des
erhärteten Produkts. Erfindungswesentlich ist, daß die trockenen
Zusatzmittel zumindest mit der Feinheit und Kornverteilung der
Feinst-Bindemittelmischung verwendet werden oder aber die
Feinst-Bindemittelmischung insgesamt die geforderte Feinheit und
Kornverteilung aufweist, wobei die Zusatzmittel gröber sein
können, sich aber in die Kornverteilung derart einreihen, daß
die Kornverteilung der Bindemittelmischung die geforderten Werte
aufweist. Sofern der Markt die Zusatzmittel in der gewünschten
Feinheit und Kornverteilung nicht zu Verfügung stellt, werden
die Zusatzmittel entsprechend gesondert hergestellt. Andernfalls
müssen die Zusatzmittel, sofern sie in unterschiedlichen Fein
heiten Kornverteilungen auf dem Markt sind, entsprechend ausge
wählt werden. Überraschend ist, daß die Zusatzmittel insbesonde
re in der feinst gemahlenen Form mit der feinst gemahlenen Bin
demittelmischung ein besonderes, vordem unbekanntes Reaktions
verhalten haben und die angestrebten Injektionsqualitäten ge
währleistet werden können, wenn dafür gesorgt wird, daß auch die
Feinst-Bindemittelmischung mit definierter Qualität - d. h. be
züglich ihrer Bestandteile und ihrer Feinheit und Kornverteilung
definiert - zur Verfügung steht. Dies war mit der üblichen Ge
winnung durch "Melken" bei der Ermahlung von Normalzementen
nicht möglich, weil - wie im Rahmen der Erfindung festgestellt
wurde - "Melk-Produkte" in ihrer Zusammensetzung schwanken, was
wohl auf Entmischungen während des "Melk-Prozesses" zurückzufüh
ren ist. Zum Beispiel reichern sich die "Melk-Produkte" mit
bestimmten Mineralphasen, zum Beispiel mit Sulfaten, unkontrol
lierbar an.
Mit der in der Fig. 1 schematisch dargestellten Anlage sind
Trockengemenge ohne weiteres herstellbar. Mit einer Mühle 1, der
über den Förderweg 1a ein Hüttensand in Granulatform aufgegeben
wird, wird der Hüttensand zu einem Hüttensandvormehl vermahlen,
das über die Förderwege 18, 3a in ein Vorratssilo 3 gefördert
wird. Aus dem Förderweg 18 kann ein Teil des Mahlguts über den
Förderweg 18a einer Zementanlage zur Herstellung von zum Bei
spiel normalem Zement abgezweigt werden. In einem Vorratssilo 4
wird feingemahlener Bentonit bevorratet, der über den Förderweg
4a in das Silo 4 gelangt. Aus den Silos 3 und 4 wird jeweils
separat auf den Förderwegen 3b und 4b Gut abgezogen und in einem
Windsichter 5 gesichtet, wobei der gleiche Windsichter 5 - je
weils gereinigt - nacheinander verwendet oder für jeden Gutstrom
ein separater Windsichter (nicht dargestellt) bereitgestellt
wird. Die Anzahl der Mühlen richtet sich nach der gewünschten
Effektivität der Anlage.
Beim Windsichten im Windsichter 5 wird das Feinstgut mit der
vorbestimmten Mahlfeinheit und Kornverteilung abgezweigt und
über den Förderweg 5a von einem Ventilator 6 in jeweils einen
Förderweg 7a, 8a, 9a und von dort in jeweils ein Feinstgutsilo
7, 8 oder 9 geblasen. Beispielsweise enthält das Silo 8 Hütten
sandfeinstmehl und das Silo 9 Bentonit in der vorgeschriebenen
Mahlfeinheit und Kornverteilung.
Das Grobgut des Sichters 5 wird über einen Förderweg 5b und 18b
bzw. 19a jeweils in ein Zwischenlagersilo 19 für Hüttensandmehl,
und von dort über einen Förderweg 1b, der in den Förderweg 1a
mündet, wieder in die Mühle 1 transportiert.
Im Falle des Bentonits werden grobe Bestandteile über den För
derweg 20 verworfen, bzw. anderen Verwendungen zugeführt. Neben
den Feinstgutsilos 7, 8 und 9 sind weitere Feinstgutsilos für
Zusatzmittel, zum Beispiel die Feinstgutsilos 10, 11 und 12,
vorhanden, die jeweils ein Zusatzmittel mit der vorbestimmten
Feinheit und Kornverteilung enthalten.
Aus den Silos 7 bis 12 werden die Feinstgüter über die Förderwe
ge 7b, 8b, 9b, 10b, 11b, 12b mittels Dosiereinrichtungen (nicht
dargestellt) zur Bildung einer baustellenindividualisierten
Mischung dosiert abgezogen und einer Waage 13 aufgegeben. Aus
der Waage wird das Feinstgut über den Förderweg 13b in einen
Mischer 14, zum Beispiel in einen Pflugscharmischer, gebracht, in
dem die Feinstgüter zur Werktrockenmischung homogenisiert wer
den. Anschließend kann die fertige Werktrockenmischung unmittel
bar abgesackt oder über einen Förderweg 14b in ein Lagersilo 15
befördert werden, von wo die Fertigmischung über einen Förderweg
15b in einen Silowagen abgefüllt werden kann.
Das Zusetzen der Zusatzmittel kann zur Vereinfachung der Homoge
nisierung auch gruppiert erfolgen, indem zum Beispiel mindestens
zwei Zusatzmittel, zum Beispiel aus den Silos 11 und 12, in eine
gemeinsame Vorwaage 16 gefüllt und anschließend der Hauptwaage
13 aufgegeben werden. Zweckmäßig kann zudem sein, jedem Silo
eine Vorwaage 16 zuzuordnen, was im Bereich des Silos 10 darge
stellt ist.
Die Anlage zur Herstellung der Werktrockenmischung weist selbst
verständlich entsprechend viele Silos auf, wie die Werktrocken
mischung Bestandteile bzw. Komponenten enthalten kann oder soll.
Mit der Anlage kann eine Werktrockenmischung mit bestimmten
Bestandteilen in vorbestimmten Mengen mit vorbestimmter Korn
feinheit und Kornverteilung zuammengestellt werden, wodurch die
Wirkung der Bestandteile in der Suspension gezielt gesteuert
ist. Unregelmäßige Qualitäten des Füllguts können damit ausge
schlossen werden.
In Fig. 3 sind Kornverteilungskurven dargestellt. Die Kurven KV1
bis KV3 zeigen beispielsweise Kornverteilungen von erfindungs
gemäßen Trockengemengen. Die Kurven KV4 bis KV6 liegen außerhalb
der geforderten Kornfeinheit und Kornverteilung für ein erfin
dungsgemäßes Trockengemenge. Es liegt aber im Rahmen der Erfin
dung, Zusatzmittel, insbesondere eine Quellkomponente, mit Korn
verteilungen gemäß den Kurven KV4 bis KV6 zu verwenden, sofern
und soweit das Endprodukt, nämlich die fertige Werktrockenmi
schung, dem Bereich der Feinheiten und Kornverteilungen nach den
Kurven KV1 bis KV3 entspricht. Demgemäß kann zum Beispiel ein
gröberes Zusatzmittel gemäß Kurve KV6 in einer Menge zugesetzt
werden, die ein Trockengemenge mit der Kornverteilung der Kurve
KV1 in den Bereich der Kornverteilung der Kurve KV3 verdrängt.
Die Feststellung der Reaktionswirkung der Feinheit und Kornver
teilung sowohl der Hüttensandfeinstmehle als auch der Zusatzmit
tel ermöglicht herstellungstechnisch ohne weiteres und ohne gro
ßen Aufwand und unmittelbar auf unterschiedliche, anwendungsspezifische
Anforderung zu reagieren, indem werkseitig entweder
mehrere Silos für eine Komponente unterhalten werden, in denen
die Komponente jeweils mit unterschiedlicher Feinheit und Korn
verteilung lagert, oder indem die Mahlaggregate und Sichter von
Charge zu Charge entsprechend eingestellt werden. Da die Silos
mit Dosieranlagen kombiniert sind, können Zusammenstellungen von
Werktrockenmischungen für Suspensionen bzw. für aus den Suspen
sionen erhärtete Produkte mit unterschiedlich definierten und
reproduzierbaren Eigenschaften nicht nur über die Dosiermengen,
sondern insbesondere auch über definierte Feinheiten und Korn
verteilungen kontrolliert erfolgen. Die Anwenderseite wird da
durch erheblich entlastet. Die Kontrolle der Mischungen wird ins
Herstellerwerk verlagert, wo eine Kontrolle fachgerecht und ein
facher ausführbar ist.