DE4440417C2 - Meßvorrichtung zum Ermitteln eines Pulveranteils - Google Patents
Meßvorrichtung zum Ermitteln eines PulveranteilsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des ersten An
spruchs angegebenen Art.
Aus der EP 0 297 309 B ist eine Meßvorrichtung in Pulverlackierungsanlagen be
kannt, die dazu dient, den Pulveranteil in einem Gas-Pulver-Strom und damit den
Lackmassenstrom zu bestimmen, der auf das beschichtete Objekt aufgetragen wer
den soll. Bei der bekannten Vorrichtung hat sich jedoch herausgestellt, daß nicht
ausgeschlossen werden kann, daß sich Ablagerungen während der Einsatzzeit auf
der Gehäuseinnenwand bzw. auf den Lichtleitern bilden, so daß die Meßergebnisse
verfälscht werden könnten.
Aus der DE 41 33 452 A1 ist eine gattungsgemäße Meßvorrichtung bekannt, die
zum Ermitteln der Partikelgröße in einer Gasströmung dient, wobei hauptsächlich an
Abgase von Brennkraftmaschinen gedacht ist. Dementsprechend ist es bei dieser
bekannten Meßvorrichtung nur wesentlich, daß der Meßbereich freigehalten wird
von anhaftenden Partikelteilchen. Die hierzu verwendete Spülluft kann anschließend
dem Abgasstrom bedenkenlos beigemischt werden, da die Zusammensetzung des
Abgasstromes nach der Meßstrecke irrelevant ist. Einen ähnlichen Sachverhalt be
schreibt auch die DE 41 32 926 C2.
Eine Übertragung dieser Lehren auf eine Meßvorrichtung in einer Pulver
lackierungsanlage ist nicht möglich, da in Pulverlackierungsanlagen der reine Gas
strom dem Gas-Pulver-Strom zugemischt wird und dementsprechend die Pulver
verteilung im Gasstrom nicht beeinflussen darf, da sonst das Lackierbild negativ
beeinträchtigt werden kann. Auch muß bei Pulverlackierungsanlagen darauf geach
tet werden, daß das Pulver homogen im Gasstrom verteilt ist und nicht als Massen
ansammlung auftritt, da auch dies sich negativ auf die Lackierung auswirken kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, hier Abhilfe zu schaffen und
eine gattungsgemäße Meßvorrichtung derart auszubilden, daß sie in Pulver
lackierungsanlagen eingesetzt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des 1.
Anspruchs gelöst. Aufgrund des vorgegebenen Abstandes zwischen dem Einsatz
einerseits und der Gehäuseinnenseite andererseits wird sichergestellt, daß mit aus
reichender Genauigkeit die Meßstelle von Pulverablagerungen freigehalten wird, die
die Meßgenauigkeit beeinträchtigen würden und zum anderen nicht soviel Gas des
reinen Gasstromes beigemischt wird, daß die Pulverteilung im Gas-Pulver-Strom
beeinträchtigt wird. Somit lassen sich auch nach längeren Einsatzzeiten zuverläs
sige Meßergebnisse erzielen.
Die Ansprüche 2 bis 6 beschreiben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
Die Fixierung des Einsatzes zu dem Glasrohr über Stützstellen, die möglichst
schmal und strömungsgünstig ausgebildet sind, beeinflussen zwar die Strömung im
Ringspalt wesentlich. Jedoch ist diese Beeinflussung nur partiell. Deshalb wird der
Strahlendurchtrittsbereich in einer größeren Entfernung von dem freien Ende des
Einsatzes angeordnet.
Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 7 löst das Problem, daß die
Empfangsintensität aufgrund einer nicht ganz auszuschließenden schleichenden
Verschmutzung der Meßvorrichtung im Bereich des Strahlenganges verringert wird.
Dadurch könnten sich die Meßergebnisse verfälschen. Bei Verwendung von Laser
strahlen läßt sich dies jedoch leicht durch Ändern der Laserleistung erreichen. So
kann in Stillstandsphasen, in denen kein Pulvermassenstrom durch die Meßvor
richtung strömt, die Meßvorrichtung jedesmal neu kalibriert werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der einzigen Ab
bildung ist ein schematisierter Querschnitt durch die
Meßvorrichtung dargestellt. Sie ist derart aufgebaut, daß
sie sich in das Pulverlackfördersystem problemlos ein
bauen läßt.
Ganz allgemein besteht die Meßvorrichtung 1 aus dem
Grundkörper 2 mit dem Einsatz 6, der Glasrohrfixierung 3,
dem Glasrohr 4 sowie der Glasrohraufnahme 5.
Eine nicht näher dargestellte Förderleitung für den Gas-Pulver-Strom
wird unterbrochen, damit die Meßvorrichtung
1 zwischengeschaltet werden kann. Hierzu wird das eine
Leitungsende auf den Grundkörper 2 aufgesteckt und mit
tels einer Überwurfmutter oder Schlauchschelle gesichert.
Der Grundkörper 2 weist eine sich in Strömungsrichtung
verjüngende Bohrung 2.1 auf, die zur Führung des Gas-Pulver-Stromes
dient. Er trägt an seinem anderen Ende die
Glasrohrfixierung 3, die als Überwurfmutter ausgebildet
ist und auf den Grundkörper 2 aufgeschraubt wird. In der
Glasrohrfixierung 3 sind auf dem Umfang verteilt zwei ra
dial angeordnete Bohrungen 3.1 vorgesehen, an die eine
Gasleitung 7 angeschlossen ist, die von einer geeigneten
Gasquelle 8 kommt. Die Bohrungen 3.1 münden in eine
Druckausgleichskammer 3.2, in der eine Vergleichmäßigung
der Strömung stattfindet.
Weiterhin weist die Glasrohrfixierung 3 eine Aufnahme
bohrung 9 auf, die zur Aufnahme des Glasrohres 4 dient.
Zur Abdichtung ist eine Dichtung 10 in Form eines O-Ringes
vorgesehen. Gegen unbeabsichtigtes Lösen des Glas
rohres 4 aus der Aufnahmebohrung 9 dient die Quetsch
verschraubung 21, die einen O-Ring gegen eine Abschrägung
in der Glasrohrfixierung 3 drückt.
Das freie Ende des Glasrohres 4 ist in der Glasrohrauf
nahme 5 eingesteckt und wird auch hier wiederum über eine
Dichtung 11 abgedichtet. An dem freien Ende der Glas
rohraufnahme 5 schließt sich die aufgetrennte Förder
leitung wieder an.
Der Einsatz 6 schließt sich als Verlängerung der Bohrung
2.1 an den Grundkörper an. Er ragt in das Glasrohr 4
hinein und ist auf der einen Seite an dem Grundkörper 2
befestigt bzw. einstückig mit ihm ausgebildet. Der Außen
durchmesser des Einsatzes 6 ist kleiner gewählt als der
Innendurchmesser des Glasrohres 4, so daß zwischen beiden
ein Ringspalt 14 gebildet wird. Deshalb stützt sich das
andere freie Ende des Einsatzes über drei auf dem Umfang
verteilte Stützelemente 13 an der Innenseite des Glas
rohres 4 ab. Die Stützelemente 13 sind strömungsgünstig
und möglichst schmal ausgebildet. Der Ringspalt hat eine
Weite von ca. 1/50 des Innendurchmessers des Glasrohres.
Er verläuft auch innerhalb der Glasrohrfixierung und
reicht bis zu der Druckausgleichskammer 3.2, so daß das
aus der Druckluftquelle 8 gelieferte Gas über die Gas
leitung 7, die Bohrungen 3.1 und die Druckausgleichs
kammer 3.2 in den Ringspalt 14 strömen kann.
Wichtig ist, daß der Strahlendurchtrittsbereich nicht an
das freie Ende 12 des Einsatzes 6 verlegt wird, da auf
grund der Stütz stellen eine Störung in der Ringspalt
strömung eintritt. Andererseits kann auf die Stütz
elemente nicht verzichtet werden, da sonst keine gleich
mäßige Strömung in dem Ringspalt aufgebaut werden kann.
Der Ringspalt 14 darf auch nicht beliebig groß gewählt
werden, da sonst ein zu großer Luftstrom durch den
Ringspalt 14 dem Gas-Pulver-Strom zugemischt wird, wo
durch dessen Geschwindigkeit sinken würde, was Pulver
ablagerungen im Fördersystem zur Folge hätte.
Am freien Ende des Glasrohres 4 erweitert sich der Strö
mungsquerschnitt für den Gas-Pulver-Strom auf den Wert
innerhalb des Fördersystems vor der Meßeinrichtung 1.
Gleichzeitig wird an dieser Stelle das Gas aus dem
Ringspalt 14 dem Gas-Pulver-Strom beigemischt.
Als Strahlenmeßeinrichtung dient ein Strahlensender 15
und Strahlenempfänger 16, die über Lichtleiter 17 und 18
mit der Außenseite des Glasrohres 4 verbunden sind. An
dieser Stelle ist der Einsatz 6 mit Durchtrittsöffnungen
19, 20 versehen, damit der Strahlengang vom Strahlen
sensor zum Strahlenempfänger nicht unterbrochen wird.
Die beschriebene Meßvorrichtung 1 ist bevorzugt in einem
Gehäuse eingebaut. Auf jeden Fall ist dafür Sorge getra
gen, daß zwischen der Glasrohraufnahme und dem Grund
körper bzw. der Glasrohrfixierung eine kraftübertragende
Verbindung vorgesehen ist, damit diese nicht über das
Glasrohr 4 erfolgt, was im Betrieb der Meßvorrichtung zu
seiner Zerstörung führen könnte.
Das Prinzip der Meßvorrichtung sowie der Strahlenmeß
einrichtung und der Erzeugung eines Gas-Pulver-Stromes
sind in der EP 0 297 309 B1 ausführlich beschrieben, wo
rauf hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Eine Wie
derholung der Beschreibung erübrigt sich deshalb.
Im Unterschied zu der bekannten Meßvorrichtung wird bei
der erfindungsgemäßen Meßvorrichtung 1 durch das Vorsehen
des Ringspaltes 14 verhindert, daß im Bereich des Strah
lenganges Festkörper aus dem Gas-Pulver-Strom, der in dem
Einsatz 6 strömt, absetzen und so zu Verfälschungen des
Meßergebnisses führen. Somit kann die Schwächung der
Strahlen alleine durch das in dem Gas-Pulver-Strom ent
haltene Pulver erfolgen und damit in Abhängigkeit von
diesem Meßergebnis ein Signal entsprechend dem Pulver
anteil und damit dem Dichtewert erzeugt werden.
Eine schleichende Verschmutzung im Strahlendurchtritts
bereich wird durch eine Erhöhung der Strahlenleitung aus
geglichen. Hierzu wird bei ausgeschaltetem Partikelstrom
die Empfangsintensität gemessen und auf ein konstantes
Niveau nachgeregelt. Beim Einsatz des Meßgerätes in Pul
verbeschichtungsanlagen für Kraftfahrzeugkarossen kann
dies immer zwischen zwei Karossen geschehen, da nach dem
Lackieren einer Karosse eine Pause eintritt, bis die
nächste Karosse in Lackierposition ist und lackiert wer
den kann.
Claims (7)
1. Meßvorrichtung zum Ermitteln eines Pulveranteils in einem Gas-Pulver-Strom
in Pulverlackierungsanlagen, bestehend aus einem zumindest auf
Teilstrecken lichtdurchlässigem Gehäuse, in dem ein Einsatz zum Führen
des Gas-Pulver-Stromes vorgesehen ist, einem Strahlensender und einem
Strahlenempfänger, dessen Strahlen das lichtdurchlässige Gehäuse sowie
den Gas-Pulver-Strom durchqueren, wozu der Einsatz im Bereich des
Strahlenganges Durchtriftsöffnungen aufweist, und einer stromauf des
Strahlenganges angeordneten Gaszufuhrleitung zum Zuführen eines reinen
Gasstromes zwischen dem Einsatz und dem Gehäuse,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen dem Einsatz (6) und
der Gehäuseinnenseite ca. 1/50 des Innenquerschnittes des lichtdurchlässi
gen Gehäuses beträgt.
2. Meßvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das lichtdurchlässige Gehäuse ein Glasrohr
(4) ist.
3. Meßvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Glasrohr (4) mit Hilfe einer Steckverbin
dung auswechselbar gehalten ist.
4. Meßvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) als Rohr ausgebildet ist.
5. Meßvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (6) fliegend gelagert ist und an
seinem freien Ende auf seinem Umfang verteilte Stützelemente (13) auf
weist.
6. Meßvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stützelemente (13) als in Strömungsrich
tung schmal ausgebildete Distanzstücke aufgebaut sind.
7. Verfahren zum Erkennen der schleichenden Verschmutzung einer Meßvor
richtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem bei
ausgeschaltetem Pulvermassenstrom die Empfangsintensität der Strahlen
im Strahlenempfänger ermittelt und auf einen konstanten Wert eingestellt
wird.
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