DE4419902A1 - Beschleunigungssensor - Google Patents
BeschleunigungssensorInfo
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- G01P15/08—Measuring acceleration; Measuring deceleration; Measuring shock, i.e. sudden change of acceleration by making use of inertia forces using solid seismic masses with conversion into electric or magnetic values
- G01P15/12—Measuring acceleration; Measuring deceleration; Measuring shock, i.e. sudden change of acceleration by making use of inertia forces using solid seismic masses with conversion into electric or magnetic values by alteration of electrical resistance
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Description
Die Erfindung betrifft einen Beschleunigungssensor zur
selbsttätigen Auslösung von Insassenschutzvorrichtungen in
einem Kraftfahrzeug gemäß Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Ein bekannter Beschleunigungssensor (DE 20 14 210) weist ein
Gehäuse auf, in dem eine seismische Masse angeordnet ist. Das
Gehäuse ist mit einer schwingungsdämpfenden Flüssigkeit ge
füllt. Durch verschiedene Wärmedehnung von Flüssigkeit und
Gehäuse kommt es zur Bildung von Luftblasen, da kein Druck
ausgleichselement vorgesehen ist. Dadurch wird die Wirkungs
weise des Beschleunigungssensors beeinflußt. Bei dem bekann
ten Beschleunigungssensor ist das Gehäuse durchsichtig ausge
führt, so daß Beschleunigungssensoren mit Luftblasen in der
Flüssigkeit aussortiert werden können.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Beschleuni
gungssensor zu schaffen, bei dem die Blasenbildung in der
Dämpfungsflüssigkeit vermieden wird.
Das Problem wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Pa
tentanspruchs 1 gelöst. Die Lösung hat den Vorteil, daß das
Gehäuse durch einen einzigen Deckel mit Membran druckausglei
chend abgedichtet wird. Der Beschleunigungssensor ist daher
einfach und schnell zu montieren.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen gekennzeichnet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden unter
Bezugnahme auf die schematischen Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsge
mäßen Beschleunigungssensors,
Fig. 2 einen Schnitt durch den Beschleunigungssensor, bei
dem ein Gehäuse und ein Deckel voneinander getrennt
sind,
Fig. 3 eine Draufsicht auf ein Feder-Masse-System mit einem
Biegebalken und einer seismischen Masse, die in dem
Beschleunigungssensor angeordnet sind,
Fig. 4 eine Seitenansicht des Feder-Masse-Systems und
Fig. 5 einen Schnitt durch den Deckel des Beschleunigungs
sensors während des Einfüllens von Dämpfungsflüssig
keit.
Ein Beschleunigungssensor zur selbsttätigen Auslösung von In
sassenschutzvorrichtungen in einem Kraftfahrzeug weist ein
Gehäuse 1 (Fig. 1) auf, das durch einen Deckel 2 mit einer
Membran 3 dicht verschlossen ist. Über Anschlußbeine 4 des
Beschleunigungssensors wird dieser mit einer nicht darge
stellten Steuerschaltung, beispielsweise einer Airbagsteue
rung, elektrisch verbunden.
Innerhalb des Gehäuses 1 ist eine seismische Masse 5 (Fig.
2) angeordnet, die bei Auslenkung aus ihrer Ruhelage - ausge
löst beispielsweise durch einen Unfall - ein elektrisches Si
gnal an die Steuerschaltung abgibt, wodurch die Insassen
schutzvorrichtungen ausgelöst werden.
Die seismische Masse 5 ist am Ende einer einseitig einge
spannten Blattfeder (im folgenden als Biegebalken 6 bezeich
net) angeordnet, wodurch die Masse 5 frei schwingen kann. Zum
Erfassen der Schwingung dienen Dehnmeßstreifen 7 (Fig. 3
und 4), die in einer Brückenschaltung auf dem Biegebalken 6
angeordnet sind. Die Brückenschaltung ist durch Lötverbindun
gen mit den Anschlußbeinen 4 des Beschleunigungssensors elek
trisch verbunden. Zum Löten werden Lötkugeln 8 auf die ent
sprechenden Anschlußbeine 4 aufgebracht und anschließend er
hitzt.
Die Anschlußbeine 4 werden zur Herstellung des Gehäuses 1 zu
sammen mit fertigungsbedingten Leadframe-Anschlüssen 9 mit
dem Gehäusematerial umspritzt. Die Leadframe-Anschlüsse 9
dienen lediglich zum Handhaben des Beschleunigungssensors
während der Fertigung. Sie können danach weggestanzt werden.
Der Deckel 2 wird auf das Gehäuse 1 gesetzt und daran befe
stigt. Dadurch bildet sich zwischen der Membran 3 und dem Ge
häuse 1 eine Kammer 10, in der die seismische Masse 5 ange
ordnet ist. Zum Dämpfen des Feder-Masse-Systems (Biegebalken
6 und seismische Masse 5 ) ist die Kammer 10 mit einer
schwingungsdämpfenden Flüssigkeit (Dämpfungsflüssigkeit) mög
lichst blasenfrei gefüllt.
Über eine Einfüllkanüle 11 (Fig. 5), die hierzu durch die
Membran 3 gestochen wird, wird die Dämpfungsflüssigkeit in
die Kammer 10 unter Druck eingefüllt. Zum besseren Einfüllen
kann die Dämpfungsflüssigkeit vorher erwärmt werden. Über eine
Auslaßkanüle 12 kann die Luft der Kammer 10 entweichen, so
daß die Kammer 10 möglichst blasenfrei befüllt wird. Nach dem
Einfüllen werden die Kanülen 11 und 12 aus der Membran 3
entfernt.
Alternativ kann auch nur eine einzige Kanüle zum Befüllen der
Kammer 10 verwendet werden. In diesem Fall muß die Luft aus
der Kammer vor dem Befüllen evakuiert werden.
Als Dämpfungsflüssigkeit können Silikonöl, Phenylöl oder an
dere funktionell gleichwertige Dämpfungsflüssigkeiten mit
entsprechender Viskosität und niedriger Oberflächenspannung
verwendet werden.
Der Deckel 2 und die Membran 3 sind einstückig aus einem
Zwei- oder Dreikomponentenmaterial hergestellt. Das Material
des Deckels 2 ist im Bereich der Befestigung mit dem Gehäuse
1 hartelastisch ausgebildet.
Die Membran 3 ist nur an ihrem Rande (im Bereich der Auflage
auf dem Gehäuse 1, d. h. zum Deckel 2 hin) hartelastisch und
in der Mitte weichelastisch ausgebildet, so daß der Druck bei
Temperaturänderungen der Dämpfungsflüssigkeit gut aufgenommen
werden kann, da sich die Membran 3 ausbeulen kann. Die Dämp
fungsflüssigkeit kann sich infolgedessen bei steigender Tem
peratur stetig ausdehnen, ohne daß es zu einer Stoßausdehnung
kommt, die das Feder-Masse-System zerstören oder einen Unfall
vortäuschen könnte.
Der Deckel 2 weist eine achteckige Vertiefung zur Aufnahme
eines Werkzeuges auf, um den Deckel 2 auf dem Gehäuse 1 zu
befestigen. Hierzu wird der in das Gehäuse 1 eingesetzte Dec
kel 2 durch das Werkzeug in Rotation versetzt und mit dem Ge
häuse 1 reibverschweißt. Diese Schweißverbindung mit dem Ge
häuse 1 wird dauerhafter und fester, wenn der Deckel 2 und
das Gehäuse 1 aus dem gleichen Material hergestellt sind.
Der Deckel 2 und das Gehäuse 1 sind aus einem thermoplasti
schen Material, beispielsweise aus PPS (Polyphenylensulfid)
hergestellt, das eine hohe Temperaturbeständigkeit aufweisen
muß (bis etwa 250°C), da innerhalb des Gehäuses 1 gelötet
wird.
Die Membran 3 weist mindestens einen weichelastischen Elasto
mer, wie z. B. Silikonkautschuk oder Fluorsilikongummi, auf.
Über die Geometrie, wie der Dicke der Membran 3, und der Aus
wahl des Materials kann die Flexibilität der Membran 3 bei
der Herstellung eingestellt werden.
Die Membran 3 kann vorzugsweise so ausgelegt werden, daß be
züglich ihres Elastizitätsmoduls und ihrer Geometrie über den
gesamten Betriebstemperaturbereich von etwa -40°C bis etwa
+85°C ein maximaler Über- oder Unterdruck von etwa 1 bar in
der Dämpfungsflüssigkeit entsteht. Bei Ausdehnung der Dämp
fungsflüssigkeit infolge eines Druckanstiegs beult sich die
Membran 3 aus.
Durch die weichelastische Membran 3 werden unstetige Druckan
stiege vermieden. Die Membran 3 kann relativ dick hergestellt
werden, ohne ihre druckaufnehmenden Eigenschaften zu verlie
ren. Dadurch wird eine höhere Ausbeute bei der Herstellung
erzielt, da zu dünne Membranen leicht brechen oder reißen
können.
Durch die elastische Membran 3 braucht der Beschleunigungs
sensor nicht von außen durch eine zusätzliche elastische
Dämpfungsmasse gedämpft zu werden. Der für Beschleunigungs
sensoren übliche Falltest aus 1,2 m Höhe wird durch den er
findungsgemäßen Sensor bereits erfüllt.
Vorteilhaft ist es, den Deckel 2 aus drei Komponenten herzu
stellen. In dem Fall weist die Membran 3 eine Sandwichstruk
tur mit zwei verschiedenartigen Komponenten auf und zwar ei
ner etwas härteren und einer weichelastischen Komponente.
Dies führt dazu, daß die Membran 3 - bedingt durch das wei
chelastische Material - eine "selbstheilende" Wirkung auf
weist, d. h. nach dem Rausziehen der Kanülen 11 und 12 ver
schließen sich die entstandenen Löcher sofort und die Dämp
fungsflüssigkeit kann nicht austreten. Somit bleibt die Dämp
fungsflüssigkeit immer gut abgedichtet. Daher wird auch kein
separates Flüssigkeitseinfülloch benötigt.
Das etwas härtere Material der doppelschichtigen Membran 3
nimmt den Druck der Dämpfungsflüssigkeit infolge von Tempera
turänderungen auf.
Anstelle von Silikonöl als Dämpfungsflüssigkeit kann auch Si
likon-Gel verwendet werden, das nach dem Einfüllen in die
Kammer 10 ausgehärtet wird, jedoch noch elastisch bleibt.
Durch seine zähflüssige Viskosität wird der Biegebalken 6 vor
Bruch besser geschützt. Silikon-Gel dämpft den Biegebalken 6
zwar stärker als Silikonöl, läßt aber trotzdem noch eine Be
wegung der seismischen Masse zu.
Außerdem kann Silikon-Gel nicht so schnell durch Spalten aus
laufen, die durch verschiedene Ausdehnungen des Gehäuses 1
und der metallenen Anschlußbeine 4 infolge unterschiedlicher
thermischer Ausdehnungskoeffizienten bei Temperaturänderungen
entstehen können.
Claims (8)
1. Beschleunigungssensor zur selbsttätigen Auslösung von In
sassenschutzvorrichtungen in einem Kraftfahrzeug, der eine
seismische Masse (5) aufweist, die bei Auslenkung aus ihrer
Ruhelage ein elektrisches Signal abgibt und die in einer mit
Dämpfungsflüssigkeit gefüllten Kammer (10) eines Gehäuses (1)
angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kammer (10) durch einen Deckel (2) mit einer Membran (3)
als Druckausgleichselement abgedichtet ist, wobei die Membran
(3) an ihrem Rand hartelastisch und in ihrer Mitte weichela
stisch ausgebildet ist.
2. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die seismische Masse (5)
am Ende eines Biegebalkens (6) angeordnet ist und daß auf dem
Biegebalken (6) Dehnmeßstreifen (7) in einer Brückenschaltung
angeordnet sind.
3. Beschleunigungssensor nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Brückenschaltung durch
Löten mit den Anschlußbeinen (4) des Sensors verbunden ist.
4. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Deckel (2) einstückig
mit der Membran (3) mittels Spritzgießen aus mindestens zwei
Komponenten hergestellt ist, wobei eine Komponente aus dem
gleichen Material wie das Gehäusematerial hergestellt ist.
5. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Membran (3) aus
mindestens zwei Komponenten weichelastisch hergestellt ist.
6. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Deckel (2) mittels
Reibschweißen an dem Gehäuse (1) befestigt ist.
7. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kammer (10) mit Si
likonöl oder Silikon-Gel als Dämpfungsflüssigkeit mit Hilfe
von zumindest einer Kanüle (11) blasenfrei gefüllt ist, wobei
die Kanüle zum Einfüllen durch die Membran (3) gestochen wird
und die Membran (3) sich - bedingt durch ihre weichelastische
Komponente - nach dem Entfernen der Kanüle selbst ver
schließt.
8. Beschleunigungssensor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Membran (3) so wei
chelastisch doppelschichtig ausgebildet ist, daß sich Löcher,
die durch Einfüllen der Dämpfungsflüssigkeit entstehen, nach
dem Einfüllen sofort dicht verschließen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944419902 DE4419902A1 (de) | 1994-06-07 | 1994-06-07 | Beschleunigungssensor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944419902 DE4419902A1 (de) | 1994-06-07 | 1994-06-07 | Beschleunigungssensor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4419902A1 true DE4419902A1 (de) | 1995-12-14 |
Family
ID=6520010
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944419902 Withdrawn DE4419902A1 (de) | 1994-06-07 | 1994-06-07 | Beschleunigungssensor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4419902A1 (de) |
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1994
- 1994-06-07 DE DE19944419902 patent/DE4419902A1/de not_active Withdrawn
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