DE4413839C1 - Kombinationspräparat - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kombinationspräparat, insbesondere
zum Oxidationsschutz, mit Antioxidantien, umfassend die
Vitamine B1, C, E, das Provitamin A und Selen.
Kombinationspräparate der in Rede stehenden Art sind aus der
Praxis bekannt und werden bislang zum Oxidationsschutz durch
Bindung freier Radikale eingesetzt. Die Notwendigkeit der Zu
führung derartiger Kombinationspräparate zum menschlichen Kör
per ergibt sich aus der Fehlernährung, aus dem gesteigerten
Verbrauch von Genußmitteln und nicht zuletzt aus der zunehmend
verschmutzten Umwelt. Die Fehlernährung ist zum Teil auf mine
ralstoffarme, ausgelaugte Böden (saurer Regen) zurückzuführen.
So liegt die durchschnittliche Selenaufnahme im deutschsprachi
gen Raum Europas nur knapp über der unteren Grenze des Tagesbe
darfs. Durch Fasten und Abmagerungskuren wird der Mangel noch
verstärkt. Selenmangel wurde mit erhöhtem Krebs- und Infarktri
siko und verminderter Resistenz gegen Pathogene und schädliche
Umweltfaktoren in Zusammenhang gebracht. Der Mangel an antioxi
dativen Vitaminen sowie Selen wird ferner mit Erkrankungen wie
bspw. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, Lebererkran
kung, Pankreatitis, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Schwer
metallbelastung in Verbindung gebracht. Die Kombination von an
tioxidativen Vitaminen mit Selen hat sich nach einer Veröffent
lichung von DEUCHER, G. P. in EXS. 1992, 62 : 428-37 besonders
bei der Behandlung älterer Menschen mit hohem Blutdruck, Ge
fäßerkrankungen, Rheuma, Arthritis und Diabetes mellitus be
währt. Generell zieht eine erhöhte Umweltbelastung einen erhöh
ten Bedarf an antioxidativen Vitaminen E, C, B1 und dem Pro
vitamin A sowie Selen nach sich. Diese Wirkstoffe, die eigent
lich freie Radikale binden sollen, werden vom Körper zur Ent
giftung benötigt und dabei verbraucht. Auf diese Weise tragen
Umweltgifte wie Pestizide, Schwermetalle, Ozon, Benzol aber
auch Rauchen und Alkohol zu einer Verschärfung der Mangelsitua
tion bei.
Für sich gesehen ist es des weiteren bekannt, daß Selen nicht
nur vielfältige Zell- und Gewebsschutzfunktionen ausübt, son
dern zunehmend als vielseitiges Antikarzinogen an Bedeutung ge
winnt. Außerdem sind zahlreiche weitere physiologische Selen
wirkungen erkannt worden. Beispielhaft sei die antimutagene
Wirkung, der Schutz vor Chromosomenschäden, der Schutz vor
Strahlenwirkungen, der Leberschutz und der Schutz vor Herz-
Kreislauf-Erkrankungen genannt.
Aus der DE 31 37 440 ist für sich gesehen ein proteinhaltiges
Konditionsgetränk auf der Basis eines mineralstoff- und
vitaminangereicherten Fruchtsaftgetränks bekannt, das aus einem
Anteil von 30 bis 90 Gew.-% eines Fruchtsaftes oder eines Ge
mischs verschiedener Fruchtsäfte entsprechend einem Gehalt an
Feststoffen von 4 bis 20 Gew.-%, einem Anteil von 2 bis 20 Gew.-%
eines flüssigen Molkekonzentrats entsprechend einem Gehalt an
Molkeeiweiß von 1,2 bis 5 Gew.-%, dessen Gehalt an Lactose enzy
matisch gespalten ist und/oder von teilhydrolysierten Sojapro
tein sowie einer natürlichen Abrundungsaromatisierung, Mineral
salzen sowie einem Zusatz von Vitaminen besteht. Dabei ist je
denfalls wesentlich, daß es sich hier um ein proteinangerei
chertes Konditionsgetränk handelt, welches geschmacklich einem
Fruchtsaftgetränk ähnelt.
Aus der DD 2 94 854 A5 ist ein Verfahren zur Herstellung einer
nährstoffdefinierten, emulgatorfreien, oral oder per Sonde zu
verabreichenden langzeitstabilen flüssigen Diätnahrung bekannt,
wobei frisch aus Molke durch Hitzedenaturierung gefälltes Mol
keprotein mit einem Trockenmassegehalt von 17% bis 20%, ein
Stärkehydrolysenprodukt mit einem Dextroseäquivalent von 5% bis
8%, Trockenstärkesirup und ein essentielle Fettsäuren enthal
tendes Speiseöl oder Lipidgemisch miteinander verrührt, einem
Quellvorgang überlassen, danach langsam mit Wasser verdünnt und
unter Zusatz von Mineralsalzen, Spurenelementen sowie ggf.
Vitaminen und Geschmacksstoffen mit weiterem Wasser aufgefüllt
werden. Auch hier handelt es sich auf jeden Fall um eine flüs
sige Diätnahrung.
Auch aus den US 5 290 571 und US 5 230 902 sind proteinhaltige
Präparate bekannt, wobei es sich hier insbesondere um Präparate
mit immunologischer Wirkung handelt. Die Präparate weisen dar
über hinaus unterschiedlichste Vitamine als Antioxidations
schutz auf.
Ausgehend vom Antioxidationsschutz durch das Zusammenwirken von
Vitaminen und Selen einerseits und den vielfältigen Wirkungen
des Selens andererseits - liegt der Erfindung nunmehr die Auf
gabe zugrunde, ein Kombinationspräparat der in Rede stehenden
Art anzugeben, mit dem zur Minderung des Risikos der Zivilisa
tionskrankheiten eine prophylaktische und/oder therapeutische
Wirkung erzielbar ist.
Die voranstehende Aufgabe wird durch die Merkmale des Pa
tentanspruches 1 gelöst. Danach ist das Kombinationspräparat
mindestens zusammengesetzt aus
| Süßmolke | |
| 15,38 Gew.-%, | |
| Magnesium | 2,89 Gew.-%, |
| Vitamin C | 2,69 Gew.-%, |
| Vitamin E | 0,92 Gew.-%, |
| Provitamin A | 0,23 Gew.-%, |
| Vitamin B1 | 0,09 Gew.-% und |
| Selen aus Selenhefe | 0,0038 Gew.-%. |
Erfindungsgemäß ist erkannt worden, daß das Risiko eines beson
ders breiten Spektrums an Zivilisationskrankheiten wirksam he
rabgesetzt werden kann, wenn neben den bekannten antioxidativen
und entzündungshemmenden Vitaminen E, C und dem Provitamin A
sowie Selen und neben dem Herz- und Nervenvitamin B1 zusätzlich
Magnesium enthalten ist. Magnesium erweitert als physiologi
scher Calciumantagonist die Herzkranzgefäße und Bronchien
(Asthma). Zusätzlich hat Magnesium eine den Herzrhythmus stabi
lisierende Wirkung. Weiter ist erkannt worden, daß Magnesium
auch eine Rolle hinsichtlich der Beeinflussung des Glukose
stoffwechsels und des Fettstoffwechsels des menschlichen Kör
pers eine wichtige Rolle spielt. Hinsichtlich des Glucosestoff
wechsels kommt die kombinative Wirkung von Vitamin B1 und Ma
gnesium zum Tragen. Hierbei wird ein zellulärer Glucoseabbau
stau z. B. auch mit Lactatanstieg vermieden und ggf. sogar ein
"Glucosesog" in die Zelle ausgelöst. Bezüglich des Einflusses
auf den Fettstoffwechsel unterstützt die Zufuhr von Magnesium
die Normalisierung der Blutfette. Ferner ist erkannt worden,
daß das Zusammenwirken von Süßmolke mit den übrigen Wirkstoffen
des erfindungsgemäßen Kombinationspräparates eine positive Aus
wirkung auf den Leberstoffwechsel sowie auf den Fettstoffwech
sel ausübt. Im Hinblick auf den Leberstoffwechsel kommt es zu
einer raschen Regeneration der Leber mit Normalisierung der Le
berenzyme, wobei diese positive Wirkung in Einzelfällen auch
unter Beibehaltung oder sogar Steigerung des Alkoholkonsums be
obachtet wurde. Eine günstige Beeinflussung des Stoffwechsels
wird insbesondere durch die Kombination von Süßmolke und Selen
hefe erreicht. Schließlich ist erkannt worden, daß durch die
Verwendung von natürlich vorkommenden Stoffen eine besonders
hohe Wirksamkeit erreichbar ist.
Von erfindungswesentlicher Bedeutung ist die Zusammensetzung
der Süßmolke aus den Bestandteilen L-Arginin, Calcium und Orot
säure. Die Aminosäure L-Arginin ist der Vorläufer von Stick
stoffmonoxid (NO), das in der Endothelzelle gebildet wird und
als endogener Gefäßerweiterer auch antiaggregatorisch wirkt
(thrombushemmend, blutverdünnend). Das in der Süßmolke enthal
tene Calcium ist an Knochenstoffwechsel und -mineralisation be
teiligt. Die in der Süßmolke enthaltene Orotsäure unterstützt
die Energie und Ausdauer der Herzmuskelzelle.
Von besonderem Vorteil, insbesondere hinsichtlich der Com
pliance des Patienten, ist die Verwendung natürlicher Substan
zen in der Zusammensetzung des Kombinationspräparates. So ist
in der natürlichen Süßmolke auch natürliche Orotsäure enthal
ten. Dabei entfallen auf 100 g Süßmolke 109 mg Orotsäure.
Auch das in der Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Kombina
tionspräparates enthaltene Selen wird aus natürlicher Selenhefe
gewonnen. Ein Anteil von 3,84 Gew.-% Selenhefe in der Zusammen
setzung hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt.
Hinsichtlich der Verwendung von Selenhefe ist es ganz besonders
vorteilhaft, daß Selen auf natürliche Weise in Selenhefe an Me
thionin gebunden ist. Aufgrund dieser Bindung wird eine Resorb
tionsrate von 94% gegenüber Selensalzen erreicht, die nur eine
Resorbtionsrate von 40% oder darunter erreichen. Im Zusammen
hang mit der Wirkung des Selens auf den Glucosestoffwechsel
kann eine durch IIZUKA, Y. et al. festgestellte "insulinähn
liche" Wirkung ausgenutzt werden. Das erfindungsgemäße Kombina
tionspräparat mit seinen Antioxidantien und dem insulinähnlich
wirkenden, organisch gebundenen Selen kann in besonders vor
teilhafter Weise zum Pankreasschutz eingesetzt werden. Auf
diese Weise können sich die verbliebenen restlichen, insulin
produzierenden Langerhanszellen regenerieren. Die mit freien
Radikalen assoziierte Krankheit Diabetis mellitus sollte daher
in jedem Fall mit Antioxidantien und solchen Spurenelementen
mit insulinähnlicher Wirkung behandelt werden.
Von besonderem Vorteil für die Behandlung von Diabetikern ist
weiterhin, daß die Selenhefe von Natur aus den chromhaltigen
Glucosetoleranzfaktor (GTF) enthält, der bei latenten und mani
festen Diabetikern eine zusätzliche Senkung des Nüchternblut
zuckerspiegels, des Insulinbedarfs sowie eine Verbesserung der
Glucosetoleranz und der Insulinsensitivität bewirkt.
Ein weiterer, sich aus der Verwendung von Selenhefe ergebender
Vorteil besteht darin, daß in der Selenhefe auch reichlich Zink
enthalten ist. Zink hat ebenfalls insulinähnliche Wirkungen,
was eine Regulierung des Blutzuckerspiegels bewirkt. Außer ei
ner vielseitigen Zell- und Gewebeschutzfunktion des Selens ak
tiviert dieses noch ein weiteres Enzymsystem, nämlich die Dejo
dasen. Die Dejodasen katalysieren die Umwandlung stoffwechsel
schwacher in stoffwechselaktivere Schilddrüsenhormone. Akti
viert nun Selen die Tätigkeit der Dejodasen, führt dies zur Ab
senkung der Cholesterin- und Triglyceridwerte. Hierdurch wird
der Fettstoffwechsel günstig beeinflußt, was zu einem gestei
gerten Wohlbefinden des Patienten führt.
Als besonders vorteilhaft hat sich die Verwendung von Pro
vitamin A herausgestellt, das zumindest weitgehend aus Beta-Ca
rotin besteht. Gemeinsam mit den Vitaminen C, E und mit Selen
trägt das Beta-Carotin zur Verringerung des kardiovaskulären
Risikos bei, da nun das oxidierte LDL (LDL ox) als körperfremde
Substanz von den Makrophagen abgeräumt und schließlich in den
Gefäßwänden abgelagert wird. Dem Beta-Carotin kommt darüber
hinaus Bedeutung hinsichtlich der Reaktionsfähigkeit mit Gal
lensäuren zu. Gallensäuren bestehen aus dem Cholesterin der
Nahrung und werden durch Beta-Carotin gebunden.
Von besonderem Vorteil ist die Verwendung von Provitamin A bzw.
Beta-Carotin, das aus Rübenprodukten gewonnen ist. Die Verwen
dung von Naturstoffen können gestörte Stoffwechselvorgänge bis
hin zur Normalisierung besonders günstig beeinflussen, wobei -
wie bereits erwähnt - die Compliance des Patienten erheblich
erhöht ist.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Rübenpro
dukte in Form von Rübenfasern in die Zusammensetzung einzuge
ben. Hierbei entfallen vorzugsweise 11,53 Gew.-% der Zusammen
setzung auf die Rübenfasern. Zusammengefaßt haben die Rübenfa
sern bzw. das Beta-Carotin einen cholesterinsenkenden Effekt,
indem sie aus Cholesterin bestehende Gallensäuren an sich bin
den und so dem Körper Cholesterin entziehen, was zu einer Sen
kung des Cholesterins im Blut führt.
Im Hinblick auf eine besonders intensive Bindungswirkung der
Rübenfasern werden diese in mikronisierter Form eingesetzt.
Aufgrund der dadurch erhaltenen großen Oberfläche kann die Bin
dungswirkung zu den Gallensäuren und somit die Intensität des
Cholesterinentzugs gesteigert werden.
Einen weiteren, der Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Prä
parates mit 34,61 Gew.-% hinzuzufügenden Wirkstoff stellt die
Dextrose dar. Der Dextrosegehalt ist hinsichtlich des Glucose
stoffwechsels von Bedeutung. Wird das Kombinationspräparat
inkl. der Dextrose dem menschlichen Körper zugeführt, kommt es
zu einem minimalen, kurzfristigen, steilen, aber wohl kaum meß
baren Anstieg der Blutzucker-Konzentration. Dieser Anstieg der
Blutzucker-Konzentration führt zu einer vermehrten Rest-Insu
linfreisetzung (Typ II-Diabetiker) und senkt somit den Blut
zucker insgesamt. Die Blutzucker-Anstiegssteilheit gilt als po
tenter Insulinfreisetzungsreiz. Soll ein derartiger Insulin
freisetzungsreiz vermieden werden, ist anstelle von Dextrose ein
komplexes, langsam-resorbierbares Kohlenhydrat zu verwenden.
Die Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Kombinationspräparats
könnte nun noch weitere Zusatz- bzw. Hilfs- und Füllstoffe ent
halten. Dies ist insbesondere zur Erstellung einer Darrei
chungsform des Kombinationspräparates erforderlich. Als vor
teilhaft hat es sich erwiesen, wenn in der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung Sorbit mit 6,84 Gew.-%, Säuerungsmittel mit
3,84 Gew.-%, Boeson mit 3,07 Gew.-% und Aroma mit 2,30 Gew.-%
enthalten sind.
Zur Herbeiführung eines angenehmen Geschmackes könnte als Aroma
Erdbeeraroma eingesetzt werden.
Als bevorzugtes Säuerungsmittel hat sich die Verwendung von Zi
tronensäure erwiesen.
Des weiteren könnte das Kombinationspräparat auch noch weitere
Zusatz- bzw. Hilfs- und Füllstoffe enthalten, nämlich pflanzli
che Fette und Emulgator.
Hinsichtlich des Emulgators könnten bspw. Mono- und Diglyceride
eingesetzt sein.
Von ganz besonderem Vorteil hat es sich erwiesen, die Wirk
stoffe gemeinsam mit den Zusatz- bzw. Hilfs- und Füllstoffen zu
einer Tablette zu verpressen. Hierbei wird die Darreichungsform
einer Kautablette bevorzugt. Mit einer derartigen Tablette ist
es möglich, die Naturstoffe, insbesondere die in der Zusammen
setzung enthaltene Menge von Rübenfasern, darzubieten. In einer
Kapsel wäre dies mengenmäßig nicht möglich.
Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist eine Tablette
ein Gewicht von 650 mg auf und enthält die in den Patentansprü
chen 1, 4, 10 und 12 aufgeführten Wirkstoffe sowie die in Pa
tentanspruch 13 aufgeführten weiteren Zusatz- bzw. Hilfs- und
Füllstoffe in den angegebenen Anteilen.
Das Kombinationspräparat beeinflußt unter Zusammenwirkung aller
seiner Komponenten den Glucosestoffwechsel, den Fettstoffwech
sel und den Leberstoffwechsel des menschlichen Körpers. Dar
überhinaus ist mit den antikarzinogenen Wirkungen der Einzel
substanzen eine gewisse Prophylaxe gegen Krebserkrankungen
denkbar. Das Kombinationspräparat ist aber nicht nur als Nah
rungsergänzungsmittel zur prophylaktischen Behandlung, insbe
sondere in Verbindung mit diätetischen Maßnahmen einsetzbar,
sondern auch zur therapeutischen Behandlung typischer Erkran
kungsbilder. Beispielhaft seien folgende Krankheitsbilder auf
geführt: Diabetes mellitus und damit verbundenen Spätschäden wie
diabetische Polyneuropathie und Arteriosklerose, degenerative
Gefäßerkrankungen im Zusammenhang mit Fettstoffwechselstörun
gen, alkoholtoxische Lebererkrankung, vorzeitige Zellalterung.
In jedem Fall empfiehlt sich das Kombinationspräparat als Le
bertherapeutikum mit hoher Wirksamkeit, da es frei von Neben
wirkungen den Leberstoffwechsel auf natürliche Weise bedarfsge
recht optimiert. Dennoch sollten bei nutritiv toxischer Le
bererkrankung (Alkohol) an erster Stelle die Eliminierung oder
Reduzierung der Noxe stehen. Mit dem Kombinationspräparat läßt
sich eine geringe, aber statistisch signifikante Senkung der
Harnsäure erreichen, die unter purinarmer Diät deutlicher aus
fallen kann. Auf jeden Fall ist auch eine Beeinflussung des
Purinstoffwechsels durch das Kombinationspräparat denkbar.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, das erfindungsgemäße
Kombinationspräparat in vorteilhafter Weise zusammenzusetzen.
Dazu ist einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten
Ansprüche, andererseits auf die nachfolgende Erläuterung der
Ergebnisse einer multizentrischen Beobachtungsstudie nach Ver
abreichung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der
Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung der
mit dem bevorzugten Ausführungsbeispiel erzielten Ergebnisse
einer multizentrischen Beobachtungsstudie werden auch im allge
meinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre
erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 ein Diagramm über die mit einem Ausführungs
beispiel des erfindungsgemäßen Kombinationsprä
parates erzielte Cholesterin-Abnahme,
Fig. 2 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielte Chol/HDL-Abnahme im Vergleich
zu einer Kontrollgruppe,
Fig. 3 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielten Ergebnisse hinsichtlich der
Triglyceride,
Fig. 4 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielten Ergebnisse hinsichtlich des
Blutzuckers,
Fig. 5 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielte Harnsäure-Abnahme im Vergleich
zu einer Kontrollgruppe,
Fig. 6 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielten Ergebnisse hinsichtlich GOT,
Fig. 7 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielten Ergebnisse hinsichtlich GPT
und
Fig. 8 ein Diagramm über die mit dem Ausführungs
beispiel erzielten Ergebnisse hinsichtlich
Gamma-GT.
Die in den Fig. 1 bis 8 dargestellten Wirkungen sind mit ei
nem tablettenförmigen Ausführungsbeispiel des Kombinationsprä
parates erzielbar, bei dem auf eine 650,00 mg wiegende Tablette
100,0 mg Süßmolke,
18,8 mg Magnesium,
17,5 mg Vitamin C,
6,0 mg Vitamin E,
1,5 mg Beta-Carotin (Provitamin A),
0,6 mg Vitamin B1 und
25,0 mcg Selen (Selenhefe)
18,8 mg Magnesium,
17,5 mg Vitamin C,
6,0 mg Vitamin E,
1,5 mg Beta-Carotin (Provitamin A),
0,6 mg Vitamin B1 und
25,0 mcg Selen (Selenhefe)
entfallen. Dabei enthält die Süßmolke L-Arginin und Calcium und
ist reich an Orotsäure (= 109 mg/100 g). Als Zutaten sind in der
Tablette Dextrose, Süßmolkenpulver, Sorbit, Magnesiumcarbonat,
Rübenfasern, Säuerungsmittel Zitronensäure, Vitamine, pflanzli
che Fette, Emulgator Mono- und Diglyceride, Aroma und Selenhefe
enthalten.
Nachfolgend werden die Ergebnisse der mit dem Kombinationsprä
parat nach diesem Ausführungsbeispiel durchgeführten multizen
trischen Beobachtungsstudie vorgestellt, bei der festgestellt
wurde, daß dem in Rede stehenden Kombinationspräparat über eine
prophylaktische Funktion hinaus auch eine therapeutische Bedeu
tung zukommt.
In dieser Studie wurden Patienten mit Fettstoffwechselstörun
gen, Diabetis mellitus und mit erhöhten Leberwerten (Transami
nasen und Gamma-GT) berücksichtigt, die unter regelmäßiger Dau
erbeobachtung standen. An der Untersuchung nahmen 74 Patienten
im Alter von 25 bis 73 (Mittelwert 55 Jahre) teil. Von den Pa
tienten waren 31 Männer und 43 Frauen. Das Gewicht reichte von
50 kg bis 106 kg (Mittelwert 76 kg). In der Stichprobe waren 11
Diabetiker. Weitere 35 Patienten, die nicht das Kombinations
präparat einnahmen, bildeten eine Kontrollgruppe.
Die Verabreichung des Kombinationspräparates erfolgte in einer
Dosierung von 3×2 Tabletten täglich. Die Effekte des Präpa
rates wurden anläßlich von Routinekontrollen erfaßt. Als Refe
renzwerte (= methodischer Pretest) wurden die routinemäßig an
fallenden Laborparameter herangezogen. Gemessen wurden folgende
Parameter: Gesamtcholesterin, HDL, der Quotient Choleste
rin/HDL, Triglyceride, Blutzucker, Harnsäure, GOT, GPT,
Gamma-GT.
Der Ablauf des Versuchsplans erfolgte mit quasiexperimenteller
Meßwiederholung (Cock und Campbell: Quasi-Experimention, Rand
McNelly, Chicago 1977) mit bis zu vier Messungen pro Patient.
Nach einer Pretestmessung wurde die Behandlung mit dem erfin
dungsgemäßen Kombinationspräparat bei kontinuierlicher oraler
Verabreichung von täglich 3×2 Kautabletten durchgeführt. Die
Wirkungen des Kombinationspräparates wurden in bis zu 3 jeweils
monatlichen Posttestmessungen erfaßt. Es wurden jeweils intra
individuell Differenzen gebildet, d. h. für jeden einzelnen Pa
tienten wurden seine eigenen Meßwerte miteinander verglichen.
Wegen relativ kleiner Stichprobe wurden nicht parametrische
bzw. verteilungsfreie Testverfahren angewandt. Zum Vergleich
der Meßwerte nach vier Wochen mit den Referenzwerten wurde der
Willcoxon-Test für Paardifferenzen durchgeführt (BORTZ, J.:
Lehrbuch der Statistik, Springer, Heidelberg 1977). Der Ver
gleich der Meßwerte Pretest bis 3. Posttest wurde mit einem
nicht parametrischen Test nach Milton Friedman (DUFNER, J. Sta
tistik mit SAS, Teubner, Stuttgart 1992) durchgeführt.
Die in den Fig. 1 bis 8 grafisch dargestellten Ergebnisse sind
mindestens auf dem 5%-Niveau signifikant, teilweise auf dem
1%-Niveau und einige auch auf dem 1-Promille-Niveau.
Das Diagramm in Fig. 1 zeigt die Wirkung des Kombinationspräpa
rates gemäß dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel hin
sichtlich des Cholesterin-Gehalts. Das Gesamtcholesterin sank
bei 24 Patienten im Mittel von 272 mg/dl nach 4 Wochen auf 257 mg/dl,
betrug nach 8 Wochen 260 mg/dl und sank nach 12 Wochen
auf 255 mg/dl mit einer Signifikanz von p < 0,02. Das Gesamtcho
lesterin sank bei 11 Diabetikern im Mittel von 263.45 mg/dl
nach 4 Wochen auf 237 mg/dl, nach 8 Wochen auf 229 mg/dl mit
einer Signifikanz von p < 0,003. Das HDL-Cholesterin stieg bei 43
Patienten im Mittel von 49 mg/dl nach 4 Wochen auf 53 mg/dl mit
einer Signifikanz von p < 0,02.
Das Diagramm in Fig. 2 zeigt die Chol/HDL-Abnahme im Vergleich
zur Kontrollgruppe. Der Quotient Cholesterin/HDL sank bei 29
Patienten im Mittel von 9,35 nach 4 Wochen auf 4,86 mit einer
Signifikanz von p < 0,001.
Das Diagramm in Fig. 3 zeigt einen Rückgang an Triglyzeriden.
Die Triglyceride sanken bei 86 Patienten im Mittel von 227 mg/dl
nach 4 Wochen auf 207 mg/dl mit einer Signifikanz von
p < 0,01.
Das in Fig. 4 gezeigte Diagramm gibt die Blutzuckerwerte wider.
Der Blutzucker sank bei 25 Patienten im Mittel von 143 mg/dl
nach 4 Wochen auf 133 mg/dl, und betrug nach 8 Wochen 135 mg/dl
und nach 12 Wochen 128 mg/dl mit einer Signifikanz von p < 0,05.
Aus dem in Fig. 5 dagestellten Diagramm ist eine Harnsäure-Ab
nahme im Vergleich zur Kontrollgruppe ersichtlich. Die Harn
säure sank bei 23 Patienten im Mittel von 6,38 mg/dl nach 4 Wo
chen auf 5,90 mg/dl und betrug nach 8 Wochen 5,89 mg/dl mit ei
ner Signifikanz von p < 0,02.
Das Diagramm in Fig. 6 bezieht sich auf GOT. GOT sank bei 82
Patienten im Mittel von 13,34 U/l nach 4 Wochen auf 11.49 U/l
mit einer Signifikanz von p < 0,01.
Das Diagramm in Fig. 7 bezieht sich auf Diagramm GPT. GPT sank
bei 55 Patienten im Mittel von 22,78 U/l nach 4 Wochen auf
17,91 U/l und betrug nach 8 Wochen 17,49 U/l mit einer Signifi
kanz von p < 0,01.
Das Diagramm in Fig. 8 bezieht sich auf Gamma-GT. Gamma-GT sank
bei 56 Patienten im Mittel von 35,55 U/l nach 4 Wochen auf
27,02 U/l, nach 8 Wochen auf 25,13 U/l mit einer Signifikanz
von p < 0,01.
Die vorliegenden Daten belegen, daß durch gezielte Nahrungser
gänzung mit einem Präparat aus Naturstoffen (Süßmolke, Rübenfa
sern, Hefe und Vitamine, Magnesium und Selen) gestörte Stoff
wechselvorgänge bis hin zur Normalisierung günstig zu beein
flussen sind; dies zeigte sich in Einzelfällen bei einer nied
rigeren als der empfohlenen Tagesdosis.
Die günstige Beeinflussung des Stoffwechsels wird besonders
deutlich bei Diabetis mellitus, Fett- und Leberstoffwechselstö
rungen, die sich zum Teil soweit normalisieren, daß die vor
ausgegangene pharmakologische Basistherapie teilweise oder ganz
eingespart werden kann. Die willkommenen Nebeneffekte liegen
auf der Hand: weniger Arzneimittelnebenwirkungen, finanzielle
Einsparungen, ein Kombi-Präparat mit mehreren Indikatoren und
weniger oder gar keine Medikation oder Injektion bei Diabeti
kern.
Abschließend sei hervorgehoben, daß das zuvor erläuterte Aus
führungsbeispiel lediglich zur beispielhaften Beschreibung der
erfindungsgemäßen Lehre dient, diese jedoch nicht auf das Aus
führungsbeispiel einschränkt.
Claims (20)
1. Kombinationspräparat, insbesondere zum Oxidationsschutz,
mit Antioxidantien, umfassend die Vitamine B1, C, E und Pro
vitamin A und Selen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kombinati
onspräparat mindestens zusammengesetzt ist aus:
Süßmolke
15,38 Gew.-%,
Magnesium 2,89 Gew.-%,
Vitamin C 2,69 Gew.-%,
Vitamin E 0,92 Gew.-%,
Provitamin A 0,23 Gew.-%,
Vitamin B1 0,09 Gew.-% und
Selen aus Selenhefe 0,0038 Gew.-%.
2. Kombinationspräparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Süßmolke L-Arginin, Calcium und Orotsäure enthält.
3. Kombinationspräparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß in 100 g Süßmolke 109 mg natürliche Orotsäure enthal
ten sind.
4. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß Selenhefe mit 3,84 Gew.-% in der Zu
sammensetzung enthalten ist.
5. Kombinationspräparat nach Anspruch 1 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Selen in der Selenhefe in Form von Selen
methionin vorliegt.
6. Kombinationspräparat nach Anspruch 4 oder 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Selenhefe einen chromhaltigen Glucoseto
leranzfaktor (GTF) enthält.
7. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 4 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß die Selenhefe Zink enthält.
8. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß das Provitamin A zumindest weitgehend
aus Beta-Carotin besteht.
9. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß das Provitamin A aus Rübenprodukten
gewonnen ist.
10. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß Rübenprodukte in Form von Rübenfasern
mit 11,53 Gew.-% in der Zusammensetzung enthalten sind.
11. Kombinationspräparat nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Rübenfasern mikronisiert sind.
12. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß Dextrose mit 34,61 Gew.-% in der
Zusammensetzung enthalten ist.
13. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß weitere Zusatz- bzw. Hilfs- und
Füllstoffe, nämlich
Sorbit
6,84 Gew.-%,
Säuerungsmittel 3,84 Gew.-%,
Boeson 3,07 Gew.-% und
Aroma 2,30 Gew.-%
in der Zusammensetzung enthalten sind.
14. Kombinationspräparat nach Anspruch 13, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Aroma Erdbeeraroma eingesetzt ist.
15. Kombinationspräparat nach Anspruch 13 oder 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß als Säuerungsmittel Zitronensäure eingesetzt
ist.
16. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß weitere Zusatz- bzw. Hilfs- und
Füllstoffe, nämlich pflanzliche Fette und Emulgator, in der Zu
sammensetzung enthalten sind.
17. Kombinationspräparat nach Anspruch 16, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Emulgator Mono- und Diglyceride eingesetzt
sind.
18. Kombinationspräparat nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkstoffe gemeinsam mit den
weiteren Zusatz- bzw. Hilfs- und Füllstoffen der Zusammenset
zung in einer Tablette, insbesondere in einer Kau- oder
Lutschtablette, verpreßt sind.
19. Kombinationspräparat nach Anspruch 18, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Tablette ein Gewicht von 650 mg aufweist.
20. Kombinationspräparat nach den Ansprüchen 1, 4, 10, 12 und
19, dadurch gekennzeichnet, daß das Kombinationspräparat zusam
mengesetzt ist aus den Wirkstoffen:
Süßmolke
15,38 Gew.-%,
Magnesium 2,89 Gew.-%,
Vitamin C 2,69 Gew.-%,
Vitamin E 0,92 Gew.-%,
Provitamin A 0,23 Gew.-%,
Vitamin B1 0,09 Gew.-%,
Selen aus Selenhefe 0,0038 Gew.-%,
Selenhefe 3,84 Gew.-%,
Rübenfasern 11,53 Gew.-%,
Dextrose 34,61 Gew.-%
und den weiteren Zusatz- bzw. Hilfs- und Füllstoffen: Sorbit
6,84 Gew.-%,
Säuerungsmittel 3,84 Gew.-%,
Boeson 3,07 Gew.-% und
Aroma 2,30 Gew.-%.
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