DE4344523C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Anbringen einer innenseitigen Schwächungslinie an einem hautartigen Abdeckelement für eine Kammer zur Aufnahme eines Airbags - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Anbringen einer innenseitigen Schwächungslinie an einem hautartigen Abdeckelement für eine Kammer zur Aufnahme eines AirbagsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Anbringen ei
ner innenseitigen Schwächungslinie an einem hautartigen Abdeck
element für eine Kammer zur Aufnahme eines Airbags, bei dem das
Abdeckelement mit seiner vorzugsweise dekorartig gestalteten
Außenseite auf eine Unterlage aufgelegt und die dann freilie
gende Innenseite längs der vorgesehenen Schwächungslinie mit
einer unter der Wandstärke des Abdeckelements liegenden
Schnittiefe unter Bildung eines Aufreißspalts eingeschnitten
wird.
Ein derartiges Einschneiden einer deckelartigen Wand für eine
Airbagkammer ist bekannt (EP 04 28 935 A2, Fig. 3). Bei dem
bekannten Verfahren soll ein exakter gleichbleibend tiefer Ein
schnitt, der für die ordnungsgemäße Funktion des Airbags im
Ernstfall wichtig ist, dadurch erreicht werden, daß eine ebene,
gummiartig zusammendrückbare Unterlage verwendet wird, so daß
ein übermäßiger Materialdruck unterhalb der Schneide durch mo
mentanes Ausweichen der Wand infolge der nachgebenden Unterlage
vermieden wird. Diese elastische Unterlage begünstigt zwar das
Schnittverhalten im Sinne eines glatteren Schnitts, Ungleichmä
ßigkeiten in der Schnittiefe müssen jedoch in Kauf genommen
werden. Dabei sind die örtlichen Abweichungen von der vorgese
henen Schnittiefe bzw. die im Schnittbereich verbleibende
Restwandstärke weder auf ein eventuell noch tolerierbares Maß
begrenzt noch im Sinne einer Kontrolle überprüfbar, um evtl.
einen Schnittfehler aufweisende einzelne Abdeckelemente aus zu
scheiden oder nachzuschneiden.
Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Maß
nahmen vorzusehen, die auf einfache Weise ein gleichmäßigeres
Einschneiden und eine Schnittkontrolle ermöglichen, um so die
Funktionssicherheit des Airbags zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Ab
deckelement auf eine konvex gewölbte Unterlage aufgelegt und
längs der Höhenlinie der Unterlage eingeschnitten wird und daß
während des Einschneidens die verbleibende Restwandstärke des
Abdeckelements optisch gemessen und aufgezeichnet wird.
Das Einschneiden von Folienmaterial auf einer konvex gewölbten
Unterlage im Interesse einer im wesentlichen konstanten Einschnittiefe
ist bereits bekannt (US 4 519 285). Hierbei wird
allerdings kein vergleichbares Abdeckelement sondern ein zwei
schichtiges Material aus einem papierenen Trägerband und einem
Klebeband bearbeitet, wobei beim Einschneiden letzteres in
Querrichtung vollständig durchtrennt wird, während das Träger
band überhaupt nicht eingeschnitten wird. Außerdem wird der
sich beim Schneiden auf der konvexen Unterlage öffnende
Schneidspalt nicht im Sinne einer Kontrolle inspiziert.
Es ist ferner eine optische Meßeinrichtung bekannt, die mit ei
ner Lichtquelle und einem optischen Sensor für reflektiertes
Licht ausgestattet ist und der Distanzmessung dient (DE 34 38 187
A1). Auch hier erfolgt der Einsatz nicht beim Einschneiden
eines Abdeckelements für eine Airbagkammer sondern beim automa
tischen Verschweißen zweier Werkstücke mittels einer V-Naht,
wobei die tiefste Stelle des V-Einschnitts zwischen den Werk
stücken fortlaufend abgetastet wird, um den Schweißroboter ent
sprechend nachzuführen. Es ist also weder ein Bezug zu den An
forderungen bei einem Airbag gegeben, noch wird überhaupt ein
Einschneidevorgang durchgeführt oder gar überprüft.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird dagegen ein dünnwandiges
Abdeckelement für einen Airbag eingeschnitten, wobei die konvex
gewölbte Unterlage zu einem seitlichen bzw. v-förmigen Öffnen
des eingeschnittenen Aufreißspalts führt. Hierbei besteht keine
Gefahr des Druckaufbaus unter der Messerschneide, die mehr
drucklos im Sinne eines Ritzens wirksam ist. Die Unterlage gibt
dabei aber nicht nach, so daß eine weitgehend gleichmäßige Einschnittiefe
gewährleistet ist. Gleichzeitig wird der sich beim
Einschneiden öffnende Aufreißspalt bzw. der Spaltboden mittels
der Meßeinrichtung abgetastet und kontrolliert, so daß ein Ab
deckelement ausgeschieden werden kann, falls sich doch eine un
erwünschte Abweichung von der vorgesehenen Einschnittiefe bzw.
der verbleibenden Restwandstärke ergibt, die sich als Differenz
zwischen der Wandstärke des Abdeckelements und der Einschnittiefe
darstellt. Diese Kontrolle erfordert zudem keinen zusätz
lichen Arbeitsgang, da sich der Aufreißspalt bereits durch das
Einschneiden auf der konvexen Unterlage öffnet und die Meßein
richtung nachlaufend zum Schneidmesser mit diesem vorbewegt
werden kann.
Somit wird auf einfache Weise eine Schwächungslinie im Abdeck
element erzeugt, die den gewünschten Anforderungen exakt ent
spricht, also weder eine zu starke noch eine zu geringe
Schwächung aufweist, was der Funktionssicherheit der Airbag-
Einrichtung zugute kommt.
Die Erfindung bezieht sich ebenfalls auf eine Vorrichtung mit
einer Unterlage zum Auflegen des Abdeckelements und mit einer
oberhalb der Unterlage verfahrbaren Schneidvorrichtung mit ei
ner im Abstand zur Unterlage gehaltenen Schneide, wie sie aus
der eingangs bereits angeführten EP 04 28 935 A2 bereits be
kannt ist.
Diese Vorrichtung ist - zur Durchführung des vorbeschriebenen
Verfahrens - erfindungsgemäß gekennzeichnet durch eine gewölbte
Unterlage, durch eine zusammen mit der Schneideinrichtung in
Arbeitsrichtung bewegbare Meßeinrichtung mit einer Lichtquelle
und einem optischen Empfänger, die beide auf den lichtreflek
tierenden Einschnittboden ausgerichtet sind, und durch einen
der Meßeinrichtung zugeordneten Rechner zur Ermittlung der
Restwandstärke aus der optisch gemessenen Schnittiefe und dem
eingegebenen Abstandswert zur Unterlage, wobei an den Rechner
ein Speicher angeschlossen ist.
Mit dieser unaufwendigen Vorrichtung lassen sich das erfin
dungsgemäße Verfahren durchführen und damit die bereits im Zu
sammenhang mit dem Verfahren erläuterten Vorteile erzielen.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines Ausführungsbei
spiels, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher be
schrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1: eine schematische Ansicht eines abgeschnitte
nen Teiles eines Armaturenbrettes mit einem
Abdeckelement für eine Airbag-Aufnahmekammer,
Fig. 2: einen Schnitt in größerer Darstellung längs der
Linie II-II in Fig. 1;
Fig. 3: eine Ansicht in Fig. 1 eines abgewan
delten Abdeckelements;
Fig. 4: einen Schnitt in größerer Darstellung längs der
Linie IV-IV in Fig. 3;
Fig. 5: in größerer Darstellung eine schematische Darstel
lung der Vorrichtung zum Herstellen eines als
Aufreißspalt dienenden Einschnittes in dem Ab
deckelement und
Fig. 6: einen Schnitt längs der Linie VI-VI in Fig.
5.
Wie die Fig. 1 und 2 zeigen, befindet sich zum Beispiel
eine Airbag-Einrichtung 1 in einer Airbag-Aufnahmekammer
2 einer Armaturentafel 3 und ist auf ihrer dem Insassen
eines Fahrzeuges zugewandten Seite 4 für den Durchtritt
eines aufblasbaren Kissens 5 einerseits offen und anderer
seits aus optischen Gründen zum Beispiel einheitlich mit
der übrigen Oberfläche 6 der Armaturentafel 3 abgedeckt.
Hierzu dient ein Abdeckelement 7, daß sich über die ge
samte oder wenigstens über einen wesentlichen Teil der
Oberfläche 6 der Armaturentafel 3 erstreckt.
Als Abdeckelement 7 ist mindestens ein hautartiges Element
bzw. eine Haut 7′ mit einer vorgegebenen Materialstärke 8
(Fig. 5) vorgesehen. Die Haut 7′ weist eine Dekorseite 6′
und auf ihrer airbagseitigen, dem Kissen 5 zugewandten
Rückseite 9 mindestens längs einer Linie 10 (Fig. 1) einen
Querschnitt auf, der geringer ist als ihre Materialstärke
8 (Fig. 2, Fig. 5).
Bei der Linie 10 mit dem geringeren Querschnitt handelt es
sich um einen Aufreißspalt 11, der nachträg
lich als Einschnitt 12 hergestellt wird. Zur Erzeugung des
Aufreißspaltes 11 wird somit der Querschnitt der Haut 7′
nachträglich mindestens linienförmig reduziert, wozu die
Rückseite 9 der Haut 7′ eingeschnitten wird. Es verbleibt
sodann eine definierte Restwandstärke 13 im Bereich des
Einschnittes 12 bzw. des Aufreißspaltes 11 (Fig. 5 und
6). Die Lage des Aufreißspaltes 11 ist auf der als Dekor
seite 6′ dienenden Oberfläche 6 des Abdeckelementes 7 nicht
zu erkennen.
Unter dem Abdeckelement 7 befindet sich
noch min
destens eine die Airbag-Aufnahmekammer 2 bildende Wand 14.
Die Wand 14 weist eine Öffnung 15 für das Kissen 5 auf. Zum
Beispiel Polyurethanschaum dient als Füllstoff 16 in dem
Zwischenraum zwischen der Rückseite 9 des Abdeckelementes
7 und der Wand 14. Der beim Aufblasen des Kissens 5 leicht
aufreißende Polyurethanschaum füllt auch die Öffnung 15 in
der Wand 14.
Die beiden Fig. 3 und 4 zeigen ein abgewandeltes Abdeck
element, wobei dieselben Bezugszahlen jeweils mit dem
Buchstabenindex a für gleiche bzw. gleichartige Teile ver
wendet sind.
Gemäß der Darstellung in den Fig. 3 und 4 ist das Ab
deckelement 7a haubenförmig. Es ist in die Oberfläche 6a
des Teiles 3a eingepaßt, das eine Armaturentafel oder ein
Teil eines Lenkrades sein kann. Entsprechend wie das als
Haut 7a′ ausgebildete Abdeckelement 7a haubenförmig ist,
gilt dieses auch für den aus Polyurethanschaum bestehenden
Füllstoff 16a. Das Abdeckelement 7a und der Füllstoff 16a
umgreifen die Wand 14a der Airbag-Aufnahmekammer 2a zumin
dest weitgehend.
Die zur Bildung der Oberfläche 6a des Teiles 3a neben der
Airbag-Aufnahmekammer 2a dienende Haut 7b ist im Bereich
der Airbag-Einrichtung 1a und ihres haubenförmigen Abdeck
elementes 7a eingezogen, wie Fig. 4 zeigt.
Das hautartige Abdeckelement 7a weist
längs einer
Linie 10a in Höhe der Öffnung 15a in der Wand 14a einen ge
ringeren Querschnitt auf, der zur Bildung eines Aufreißspaltes
11a dient. Erzeugt wird die Linie 10a durch Her
stellung eines nachträglich eingebrachten Einschnittes 12a.
Zum Herstellen des Aufreißspaltes 11, 11a in dem hautarti
gen Abdeckelement 7, 7a wird dessen Rückseite 9, 9a
eingeschnitten. Hierzu dient eine Schneidvorrichtung
17, die ein Schneidelement 18 mit mindestens einer Spitze
19 und mit einer Schneide 20 umfaßt (Fig. 5 und 6).
Beim Erzeugen des Aufreißspaltes 11 bzw. des Einschnittes
12 (Fig. 5 und 6) ist das Abdeckelement 7 auf einer Un
terlage 21 angeordnet und wird dort vorzugsweise mit Hilfe
von Vakuum fixiert. Die Schneidvorrichtung 17 wird gemäß
Ausführungsbeispiel in Richtung des Pfeiles in Fig. 5 re
lativ zu dem ruhenden Abdeckelement 7 bewegt. Dabei ist
die Unter
lage 21 zumindest im Bereich des zu erzeugenden Einschnit
tes 12 konvex gewölbt, wie dies in Fig. 6 dargestellt
ist. Der Schnitt zur Erzeugung des Aufreißspaltes 11 wird
längs der Höhenlinie 22 der konvex oder auch zylindrisch
gewölbten Unterlage 21 erzeugt, wobei sich der Aufreiß
spalt 11 infolge der Wölbung der Unterlage 21 aufweitet
bzw. öffnet.
Unmittelbar nach der Herstellung des Einschnittes 12 wird
die Restwandstärke 13 optisch ermittelt.
Hierzu dient eine Meßeinrichtung 23, die mindestens eine
Lichtquelle 24, einen optischen Empfänger bzw. eine Vi
deo-Kamera 25 und einen Rechner 26 umfaßt. Die Lichtquel
le 24 ist vorzugsweise eine Laserdiode, deren Licht an der
Oberfläche 27 des von der Schneideinrichtung 17 erzeugten
Einschnittes 12 reflektiert und sodann von dem Empfänger
oder Sensor 25 aufgenommen und im Rechner 26 verwertet
wird. Der Rechner ermittelt die Restwandstärke 13 durch Be
rechnung des Abstandes der gespeicherten Lage der Ober
fläche bzw. der Höhenlinie 22 der Unterlage 21 von der Um
lenkstelle 28 für das Licht der Lichtquelle 24 am Boden
bzw. an der Oberfläche 27 des Einschnittes 12. Der Rech
ner 26 gibt den ermittelten Wert sodann an einen Speicher
29 oder Drucker, damit die ermittelten Werte dokumentiert
werden können. Die Meßeinrichtung 23 oder zumindest wesent
liche Teile von ihr sind zusammen mit der Schneideinrich
tung 17 in Arbeitsrichtung bewegbar.
Claims (2)
1. Verfahren zum Anbringen einer innenseitigen Schwächungsli
nie an einem hautartigen Abdeckelement (7, 7a) für eine
Kammer (2, 2a) zur Aufnahme eines Airbags (5, 5a), bei dem
das Abdeckelement (7, 7a) mit seiner vorzugsweise dekorar
tig gestalteten Außenseite (6) auf eine Unterlage (21) auf
gelegt und die dann freiliegende Innenseite (9) längs der
vorgesehenen Schwächungslinie (10) mit einer unter der
Wandstärke (8) des Abdeckelements (7, 7a) liegenden
Schnittiefe unter Bildung eines Aufreißspalts (11, 11a)
eingeschnitten wird, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abdeckelement (7, 7a) auf eine konvex gewölbte Unterlage
(21) aufgelegt und längs der Höhenlinie (22) der Unterlage
(21) eingeschnitten wird und daß während des Einschneidens
die verbleibende Restwandstärke (13) des Abdeckelements (7,
7a) optisch gemessen und aufgezeichnet wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
1, mit einer Unterlage (21) zum Auflegen des Abdeckelements
(7, 7a) und mit einer oberhalb der Unterlage (21) verfahr
baren Schneidvorrichtung (17) mit einer im Abstand zur Un
terlage (21) gehaltenen Schneide (20), gekennzeichnet durch
eine gewölbte Unterlage (21), durch eine zusammen mit der
Schneideinrichtung (17) in Arbeitsrichtung bewegbare Meß
einrichtung (23) mit einer Lichtquelle (24) und einem opti
schen Empfänger (25), die beide auf den lichtreflektieren
den Einschnittboden (27) ausgerichtet sind, und durch einen
der Meßeinrichtung (23) zugeordneten Rechner (26) zur Er
mittlung der Restwandstärke (13) aus der optisch gemessenen
Schnittiefe und dem eingegebenen Abstandswert zur Unter
lage (21), wobei an den Rechner (26) ein Speicher (29) an
geschlossen ist.
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Owner name: MAGNA INTERIOR SYSTEMS GMBH, 94315 STRAUBING, DE |
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