DE4331944C2 - Reibradgetriebe - Google Patents
ReibradgetriebeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Reibradgetriebe zur stufenlosen
Drehzahländerung mit einen Antriebs- und einem Abtriebs
teil, wobei das Antriebsteil über einen Antriebsmotor eine
Antriebsscheibe antreibt, welche eine Reibscheibe des
Abtriebsteils in Drehung versetzt und letzteres ein Ril
lenkugellager, eine Spiralfeder sowie Nockenkurven auf
weist, welche die notwendige Anpreßkraft zwischen Reib
scheibe und Antriebsscheibe erzeugen, sowie mit einer
Verstellspindel, mittels derer das Antriebs- und das
Abtriebsteil gegeneinander verschoben werden können.
Derartige Reibrad-Verstellgetriebemotoren werden als
Verstellantriebe zum Verstellen der Drehzahl wegen ihres
einfachen Aufbaus, ihrer Preisgünstigkeit und ihrer leicht
übersehbaren mechanischen Funktionsweise sehr geschätzt.
Sie werden immer dort eingesetzt, wo kein großer
Stellbereich notwendig ist. Bevorzugt werden sie in rauhen
Umgebungen, z. B. Sägewerken, verwendet.
Die Drehzahländerung erfolgt, indem die Antriebsscheibe
über linien- bzw. punktförmige Berührungsstellen mit der
Reibscheibe durch Reibungsschluß an diese die Drehmomente
überträgt. Hierzu wird die Antriebsscheibe gegenüber der
Reibscheibe verfahren, es ändert sich der Wirkkreisdurch
messer und damit die Drehzahl. Bei einem bekannten Reib
radgetriebe wird hierzu eine schräg angestellte Antriebs
scheibe verwendet. Es können aber auch Zylinder, Kegel,
Kugeln etc., je nach gewünschter Drehzahlcharakteristik,
verwendet werden.
Die für die Übertragung notwendigen Anpreßkräfte werden
durch Druckfedern und Nockenkurven erhalten. Die Druckfe
der hält dabei die Funktionsfähigkeit der Reibpaarung im
Leerlauf, d. h. ohne Abtriebsdrehmoment, aufrecht und
ermöglicht den Anfahrvorgang. Bei steigendem Drehmoment
nach dem Anfahren wird die Anpreßkraft von den zwei inein
ander greifenden Nockenkurven übernommen.
Durch den Drehmomentaufbau bzw. -abbau entsteht zwischen
den Nockenkurven eine Relativbewegung, die dann je nach
den Bedingungen, unter denen das Reibradgetriebe einge
setzt wird, zu Verschleiß führt. Je höher die Drehmoment
schwankungen und die Änderungen des Drehmomentes, sind,
desto schneller verschleißen die Nockenkurven. Bei bekann
ten Reibradgetrieben (DE 36 44 542 A1) werden Messing- oder Lagermetall
scheiben eingesetzt und die Nockenkurven gehärtet, um dem
Verschleiß entgegenzuwirken, oder aber es wird mit demsel
ben Ziel mit gehärteten Nockenkurven und einer entspre
chenden Fettfüllung, gearbeitet.
Die geometrisch komplizierte Form der Nockenkurven und die
hohe Flächenpressung durch die Drehmomentschwankungen
haben aber auch bei derartig ausgebildeten Reibradgetrie
ben zur Folge, daß die angestrebte Lebensdauer nicht
erreicht wird.
Die verschlissenen Teile müssen ausgewechselt werden. Da
die Intervalle zum notwendigen Wechseln dementsprechend
kurz sind, wird der Gebrauchswert eines eingebauten An
triebs herabgesetzt. Auch werden, da der Zustand bzw. die
Schmierfähigkeit des Fettes immer nieder überprüft werden
muß, die Wartungskosten erhöht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Reib
radgetriebe der eingangs genannten Art zu schaffen, das
sich durch eine kostengünstige Fertigung und Wartung sowie
hohe Lebensdauer auch unter extremen Einsatzbedingungen
auszeichnet.
Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einem Reib
radgetriebe dadurch gelöst, daß die Nockenkurven mit einer
Kunststoffscheibe versehen sind. Durch diese Kunststoff
scheibe ist der Einsatz von Messing- oder Lagermetall
scheiben oder aber einer Fettfüllung nicht mehr notwendig.
Sie befindet sich bevorzugt zwischen den Nockenkurven auf
dem der Reibseite abgewandten Ende. Auf diese Weise fängt
die Kunststoffscheibe, bei der es sich bevorzugt um eine
Spezial-Polyamidscheibe handelt, die mit steigendem Dreh
moment auftretenden Kräfte auf. Die Anordnung der Poly
amidscheibe sorgt dafür, daß sich die Nockenkurven nicht
gegenseitig abreiben und die Nockenkurven dementsprechend
nicht verschleißen.
Der Verschleiß der Nockenkurven wird durch die Verwendung
der Polyamidscheibe deutlich verringert. Aufgrund dieser
überdurchschnittlichen Lebensdauer, auch unter extremen
Einsatzbedingungen, werden die Wartungskosten deutlich
verringert, da derartige Verstellgetriebe weitgehend
wartungsfrei sind und keine besonderen Ansprüche stellen.
Auch die Fertigungskosten werden durch die Verwendung der
Polyamidscheiben gesenkt. Auf diese Weise wird dafür
gesorgt, daß die Anpreßkraft sowohl statisch als auch
lastabhängig erzeugt werden kann. Im Leerlauf übernimmt
die Druckfeder das Aneinanderpressen von Antriebsscheibe
und Reibscheibe. Über den gesamten Drehmomentbereich wird
eine entsprechend erforderliche Normalkraft aufgebracht
und sorgt dafür, daß die Reibpaarung von Reibscheibe und
Antriebsscheibe als auch die Gehäuse, Lager und Wellen
nicht unnötig belastet werden. Das wirkt sich dann insge
samt positiv auf Erwärmung, Verschleiß und Lebensdauer des
Reibrad-Verstellgetriebes aus. Da die Anpreßkraft nicht
allein durch die Druckfeder aufgebracht werden muß, wird
der Laufring bei Leerlauf entlastet und gleichzeitig für
bin rasches Ansprechen bei plötzlicher Drehmomentänderung
gesorgt.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich
aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschrei
bung, in der ein Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf
die Zeichnungen im einzelnen erläutert ist. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein erfindungs
gemäßes Reibradgetriebe im Längs
schnitt;
Fig. 2 das Abtriebsteil des Reibradgetriebes
ohne Gehäuse; und
Fig. 3 eine vergrößerte Ansicht von
Nockenkurve und Kunststoffscheibe aus
Fig. 2.
Das in Fig. 1 dargestellte Reibradgetriebe 1 weist ein
Antriebsteil 2 und ein Abtriebsteil 3 auf. Das Antriebs
teil 2 ist mit einem Antriebsmotor 4 versehen, der über
eine Antriebswelle 5 eine Antriebsscheibe 6 in Drehung
versetzt. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist die An
triebsscheibe 6, bei der es sich im dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel um eine Tellerscheibe handelt, schräg gegen
über einer Reibscheibe 9 angeordnet.
Die Antriebsscheibe 6 ist mit einem Teil ihrer Fläche
gegen die Reibscheibe 9, die Bestandteil des Abtriebsteils
3 ist, kraftschlüssig angepreßt. Die Reibscheibe 9 weist
einen Laufring 10 als Reibfläche auf. Dieser Laufring 10
ist bei Verschleiß leicht auswechselbar.
Um den notwendigen Anpreßdruck zwischen Reibscheibe 9 und
Antriebsscheibe 6 zu erreichen, weist das Abtriebsteil 3
eine als Druckfeder dienende Spiralfeder 11 auf. Letztere
ist mit einem Anschlagbolzen 12 verbunden, der sich an dem
der Antriebsscheibe 6 abgewandten Ende der Reibscheibe 9
befindet. Die Spiralfeder 11 sowie der Anschlagbolzen 12
sind innerhalb einer Abtriebswelle 14 angeordnet. Die
Feder 11 stützt sich einerseits in einer Bohrung der
Abtriebswelle 14 ab, andererseits wirkt sie über den
Bolzen 12 und einen Sicherungsring 12a auf die mit einer
die Abtriebswelle 14 umgebende Hohlwelle 15 verbundene
Reibscheibe 9 und drückt so den Laufring 10 gegen die
Antriebsscheibe 6. Die Hohlwelle 15 ist mittels Nadella
gern 16 in einem Abtriebswellengehäuse 14a gelagert.
Zwischen den einzelnen Nadellagern 16 ist ein Zwischenring
17 ausgebildet. An dem der Reibscheibe 9 abgewandten Ende
der Hohlwelle 15 (s. auch Fig. 2 und 3) weist das Ab
triebsteil 3 Nockenkurven 18 auf. Diese sind mit einer
Polyamidscheibe 19 versehen. An dem der Hohlwelle 15
abgewandten Ende der Nockenkurve 18 ist ein Rillenkugella
ger 20 angeordnet. Derartige Rillenkugellager 20 nehmen
auch verhältnismäßig große Axialkräfte ohne Schaden auf.
Um die Antriebsscheiben 6 gegenüber der Reibscheibe 9 zu
verfahren, um damit den Wirkkreisdurchmesser und somit die
Drehzahl zu verändern, ist ein Handrad 21 vorgesehen, das
über eine Verstellspindel 22 sowie eine Verstellplatte 23
das Antriebsteil 2 und das Abtriebsteil 3 gegeneinander
verschiebt. Mittels Befestigungsschrauben 24 ist das
Abtriebsteil 3 mit dem Antriebsteil 2 lösbar verbunden.
In Fig. 2 ist das Abtriebsteil 3 ohne Gehäuse darge
stellt. Dabei sind deutlich der Laufring 10′ die Spiralfe
der 11, die Nockenkurven 18, die Rillenkugellager 20,
etc., zu erkennen. Dabei werden für gleiche Bauteile die
gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwendet. In Fig.
3 ist ein vergrößerter Ausschnitt Z aus Fig. 2 darge
stellt. Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, ist die Polyamid
scheibe 19 zwischen den Nockenkurven 18, die als Schrau
benfläche ausgebildet sind und den Teil eines Flachgewin
des darstellen, und der Hohlwelle 15 angeordnet. Die
Polyamidscheibe befindet sich dabei an der der Reibscheibe
9 zugewandten Seite 25 der Nockenkurve 18 und dem der
Reibscheibe 9 abgewandten Ende 26 der Hohlwelle 15. Die
Polyamidscheibe 19′ ist dabei gegen das Ende 26 angepreßt.
Ein derartiges Reibradgetriebe 1 weist bevorzugt ein
kleines, kompaktes Gehäuse auf, welches den Einbau er
leichtert und Platzschwierigkeiten vermeidet. Soll das
Reibradgetriebe innerhalb einer Maschine angebracht wer
den, dann erübrigt sich ein separates Gehäuse. Die Anpreß
kraft zwischen Reibscheibe und Antriebsscheibe wird bei
dem erfindungsgemäßen Reibradgetriebe sowohl statisch als
auch lastabhängig erzeugt. Im Leerlauf, d. h. ohne Drehmo
ment, erfolgt dies durch die Spiralfeder in der Hohlwelle.
Bei steigendem Drehmoment wird die Anpreßkraft von den
zwei ineinander greifenden Nockenkurven übernommen. Auf
diese Weise werden Gehäuse, Lager und Wellen nicht unnötig
belastet. Durch dem Drehmomentaufbau gegenüber einer Last
verdreht sich die Abtriebswelle 14 gegenüber der Hohlwelle
15 und erzeugt durch die ineinander greifenden Nockenkur
ven 18 eine mit dem Drehmoment ansteigende Normalkraft,
die sich einerseits am Rillenkugellager 20 abstützt und
andererseits durch das Anpressen der Reibscheibe 9 an der
Antriebsscheibe 6 abstützt. Auf diese Weise wird für ein
schnelles Ansprechen des Reibradgetriebes 1 gesorgt.
Claims (6)
1. Reibradgetriebe zur stufenlosen Drehzahländerung mit
einem Antriebs- und einem Abtriebsteil, wobei das
Antriebsteil über einen Antriebsmotor eine Antriebs
scheibe antreibt, welche eine Reibscheibe des Ab
triebsteils in Drehung versetzt und letzteres ein
Rillenkugellager, eine Spiralfeder sowie Nockenkurven
aufweist, welche die notwendige Anpreßkraft zwischen
Reibscheibe und Antriebsscheibe erzeugen, sowie mit
einer Verstellspindel, mittels derer das Antriebs-
und das Abtriebsteil gegeneinander verschoben werden
können, dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenkurven
(18) mit einer Kunststoffscheibe (19) versehen sind.
2. Reibradgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Kunststoffscheibe (19) an den der Reib
scheibe (9) zugewandten Seiten (25) der Nockenkurven
(18) angebracht ist.
3. Reibradgetriebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kunststoffscheibe (19) zwi
schen den Nockenkurven (18) und dem der Reibscheibe
(9) abgewandten Ende (26) der Hohlwelle (15) angeord
net ist.
4. Reibradgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffscheibe
(19) eine Polyamidscheibe ist.
5. Reibradgetriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffscheibe
(19) locker auf den Nockenkurven (18) aufsitzt.
6. Reibradgetriebe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Kunststoffscheibe (19) durch die Ab
triebswelle (14) zentriert ist.
Priority Applications (3)
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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| DE4331944C2 true DE4331944C2 (de) | 1997-04-30 |
Family
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Family Applications (1)
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| GB (1) | GB2281946B (de) |
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Family Cites Families (3)
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| US4974465A (en) * | 1988-05-31 | 1990-12-04 | Tsubakimoto Chain Co. | Stepless speed changer |
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1993
- 1993-09-21 DE DE4331944A patent/DE4331944C2/de not_active Expired - Lifetime
-
1994
- 1994-09-08 GB GB9418126A patent/GB2281946B/en not_active Expired - Lifetime
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Also Published As
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| GB2281946A (en) | 1995-03-22 |
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Legal Events
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