DE4320909C1 - Servoventil - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Servoventil mit einem
balkenförmigen, piezokeramischen Biegewandler, der an
seinem einen Ende fest eingespannt ist und mit seinem
anderen freien Ende bei elektrischer Spannungsbeauf
schlagung aus einer eine Zuluftdüse des Servoventils
verschließenden Lage in eine eine Abluftdüse verschließen
de Lage entgegen der Wirkung einer Rückstellfeder bringbar
ist.
Bei einem bekannten Servoventil dieser Art (Zeitschrift
"Fluid", April 1989, Seiten 34 und 37) ist der Biege
wandler in einem Gehäuse untergebracht, daß neben einer
Zuluft- und einer Abluftdüse einen Ausgang zu einem
Betätigungselement eines Hauptventils aufweist. In dem
Gehäuse des bekannten Servoventils ist auch eine An
steuerelektronik vorgesehen, die auf einen Schaltimpuls
hin eine elektrische Spannung an den Biegewandler anlegt.
Der Biegewandler des bekannten Servoventils besteht aus
zwei miteinander verbundenen polarisierten Schichten, die
sich bei Beaufschlagung mit der elektrischen Spannung
verbiegen, weil sie hinsichtlich ihres Werkstoffs so
gewählt sind, daß aufgrund des piezoelektrischen Effektes
unterschiedliche Ausdehnungen auftreten. Bei dem Biege
wandler des bekannten Servoventils handelt es sich
mechanisch betrachtet um einen mit seinem einen Ende fest
eingespannten Biegebalken, der mit seinem anderen freien
Ende je nach Ansteuerung die Zuluft- oder die Abluftdüse
des Servoventils verschließen kann.
Der balkenförmige Biegewandler des bekannten Servoventils
ist nicht nur infolge der ständigen Belastung durch die
Rückstellfeder im Ruhezustand der Gefahr einer bleibenden
Vorbiegung ausgesetzt, sondern in seinem Verhalten auch
durch Temperatureinwirkung beeinflußt. Diese Einflüsse
können so stark werden, daß nach einer gewissen Zeit der
Biegewandler unter Umständen nicht mehr einwandfrei
arbeitet. Deshalb wird bei einer Ausführungsform des
bekannten Servoventils die Einspannung des Biegewandlers
an seinem einen Ende nicht absolut fest vorgenommen,
sondern so, daß eine Nachjustierung des Biegewandlers im
Bereich des eingespannten Endes möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Servoventil
mit einem balkenförmigen, piezokeramischen Biegewandler
vorzuschlagen, bei dem mechanische und thermische
Einflüsse auf das Biegeverhalten des Biegewandlers selbst
tätig kompensiert werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Servoventil der
eingangs angegebenen Art erfindungsgemäß das eine Ende des
balkenförmigen Biegewandlers fest mit einer Achse
verbunden, die sich quer zum Biegewandler erstreckt; die
Achse ist mit einer steuerbaren Festhaltevorrichtung ver
sehen, die jeweils nach Beendigung der Spannungsbeaufschla
gung während der Rückbewegung des freien Endes des Biege
wandlers zur Zuluftdüse gelöst wird.
Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Servoventils
besteht darin, daß durch die steuerbare Festhaltevorrichtung
die Möglichkeit für den Biegewandler geschaffen ist, sich
jeweils nach seiner Beaufschlagung mit einer elektrischen
Spannung unter dem Einfluß der Rückstellfeder mit seinem
freien Ende trotz womöglich innerer Spannungen bis zur
Zuluftdüse bewegen zu können, indem bei dieser Rückbe
wegung des freien Endes des Biegewandlers eine Schwenkbe
wegung des Biegewandlers um die Achse erfolgt. Der
Biegewandler legt sich also mit seinem freien Ende
nach Beendigung der elektrischen Spannungsbeaufschlagung
unbeeinflußt von irgendwelchen inneren Vorspannungen
allein unter der Wirkung der Rückstellfeder gegen die
Zuluftdüse, wodurch jedes Mal eine neue Positionierung
des Biegewandlers erfolgt. Danach wird infolge entsprechen
der Ansteuerung der Festhaltevorrichtung die Achse durch
die Festhaltevorrichtung in der jeweils nach Abschluß der
Rückbewegung des freien Endes des Biegewandlers angenomme
nen Lage festgehalten. Aus dieser Lage heraus erfolgt dann
bei einer nächsten Spannungsbeaufschlagung infolge Biegung
eine Bewegung des freien Endes des Biegewandlers zur
Abluftdüse hin. Positionskorrekturen des Biegewandlers
durch Justierung entfallen; die Mittel zur Justierung
werden nicht benötigt.
Bei dem erfindungsgemäßen Servoventil kann die Festhaltevorrichtung
in unterschiedlicher Weise ausgebildet sein,
sofern sie nur in der Lage ist, die mit dem Biegewandler
verbundene Achse gesteuert festzuhalten. Als besonders
vorteilhaft wird es aber im Hinblick auf eine leichte
Herstellung angesehen, wenn die Festhaltevorrichtung ein
Auflager und eine bewegliche Bremsbacke aufweist, zwischen
denen die Achse verläuft.
Die Betätigung der Festhaltevorrichtung kann in unter
schiedlicher Weise erfolgen; beispielsweise erscheint es
möglich, die Bremsbacke elektrisch bzw. elektromagnetisch
zu steuern, so daß jeweils nach Beendigung der Spannungs
beaufschlagung durch einen elektrischen Impuls die Brems
backe freigegeben wird, bis das freie Ende des Biegewandlers
wieder vor der Zuluftdüse liegt. Im Hinblick auf eine
kostengünstige Herstellung des erfindungsgemäßen Servo
ventils wird es jedoch als vorteilhaft erachtet, wenn die
Bremsbacke zwischen einer Bremsmembran und einer Rückstellmembran
aufgehängt ist und wenn die Bremsmembran eine
Öffnung in einer Außenwand des Servoventils gegenüber dem
Innenraum des Ventils abschließt und mit einem Druck be
aufschlagt ist; die Rückstellmembran verschließt ein Loch
in einer Zwischenwand, die den Innenraum von einem von der
Abluftdüse ausgehenden Abluftkanal trennt, der mit einer
drosselnden Abluftöffnung versehen ist. Als Druck wird bei
dieser Ausführungsform der Festhaltevorrichtung vorteil
hafterweise der geregelte Vordruck benutzt, der bei einem
Servoventil der gattungsgemäßen Art in der Regel an der
Zuluftdüse ansteht.
Im Hinblick auf eine besonders zuverlässige Wirkungsweise
der Festhaltevorrichtung wird es als vorteilhaft angesehen,
wenn die Bremsbacke einerseits unmittelbar an der Brems
membran und andererseits über ein die Achse und das
Auflager durchsetzendes Verbindungsglied an der Rückstell
membran befestigt ist. In diesem Falle wirkt eine Aus
lenkung der Rückstellmembran direkt auf die Bremsbacke,
wodurch bei einem Öffnen der Abluftdüse schnell und zuver
lässig die Festhaltevorrichtung gelöst wird.
Die Zuführung der elektrischen Spannung an die beiden
Seiten des Biegewandlers kann bei dem erfindungsgemäßen
Servoventil in unterschiedlicher Weise erfolgen; als vor
teilhaft wird es jedoch erachtet, wenn das Auflager als
Kontaktfederanordnung zur Spannungsbeaufschlagung aus
gebildet ist und die Achse mindestens zwei elektrisch
voneinander isolierte, leitende Bereiche aufweist, über
die die Kontaktfederanordnung galvanisch mit den beiden
Seiten des Biegewandlers verbindbar ist. Dabei können die
beiden leitenden Bereiche beispielsweise durch voneinander
isolierte Leitbeläge gebildet werden, die außen auf der
Achse aufgebracht sind, sofern es sich bei der Achse um
ein Isolierteil handelt. Bei einer metallischen Achse ist
eine Teilung vorzunehmen, und es sind die beiden Teile
gegeneinander durch Isolierschichten zu trennen.
Zur Erläuterung der Erfindung ist in der Figur ein Schnitt
durch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Servo
ventils in schematischer Darstellung vergrößert wiederge
geben.
Das dargestellte Servoventil weist ein Gehäuse 1 auf, das
mit einer Zuluftdüse 2 und einer Abluftdüse 3 versehen
ist. Außerdem ist über eine weitere Düse 4 eine Beauf
schlagung eines Betätigungselementes eines nicht darge
stellten Hauptventils möglich.
Innerhalb des Gehäuses 1 ist ein balkenförmiger, piezo
keramischer Biegewandler 5 vorhanden, der mit seinem einen
Ende 6 fest mit einer Achse 7 verbunden, dort also fest
eingespannt ist. Das andere freie Ende 8 des Biegewandlers
5 ist zwischen der Zuluftdüse 2 und der Abluftdüse 3 hin-
und herbewegbar, wie später noch erläutert wird.
Die Achse 7 ist frei zwischen einer Bremsbacke 9 und einem
Auflager 10 gehalten, das fest an einer Zwischenwand 11
angebracht ist, die den Innenraum 12 des Gehäuses 1 von
einem Abluftkanal 13 trennt, der von der Abluftdüse 3 aus
geht; der Abluftkanal 13 ist an seinem von der Abluftdüse
3 abgewandten Ende mit einer Abluftöffnung 14 versehen,
die aufgrund ihrer Abmessungen eine drosselnde Wirkung
hat.
Wie die Figur ferner erkennen läßt, ist die Bremsbacke
über einen kleinen Ansatz 15 unmittelbar an einer Brems
membran 16 befestigt, die eine Öffnung 17 im Gehäuse 1
verschließt. Die Bremsmembran 16 ist über eine Zuleitung
18 mit einem geregelten Vordruck beaufschlagt, der von
dem Servoventil in nicht dargestellter Weise zur Verfügung
gestellt wird. Der geregelte Vordruck steht ständig an
der Bremsmembran 16 an, so daß von dieser Bremsmembran 16
ein Druck der Bremsbacke 9 in Richtung auf die Achse 7
ausgeübt wird. Die Bremsbacke 9 ist über ein Verbindungs
glied 19, das die Achse 7 lose durchsetzt und auch frei
durch ein Durchgangsloch 20 im Auflager 10 geführt ist,
mit einer Rückstellmembran 21 verbunden, die ein Loch 22
in der Zwischenwand 11 verschließt. Die Bremsbacke
9 ist also gewissermaßen zwischen der Bremsmembran 16
und der Rückstellmembran 21 aufgehängt.
Das Auflager 10 ist als Kontaktfederanordnung ausgeführt
und besteht aus zwei in der Figur hintereinander angeord
neten Kontaktfedern; über einen Anschlußstift 23 erfolgt
eine Beaufschlagung mit einer elektrischen Spannung. Ein
weiterer Anschlußstift befindet sich in der Figur hinter
dem Anschlußstift 23. Die Kontaktfedern sind über leitende
Beläge 24 und 25 galvanisch mit der Oberseite 26 bzw. der
nicht dargestellten oberen Schicht des Biegewandlers 5
und mit der Unterseite 27 bzw. der nicht dargestellten
unteren Schicht des Biegewandlers 5 verbunden.
Eine Rückstellfeder 28 sorgt dafür, daß bei fehlender
elektrischer Spannungsbeaufschlagung der Biegewandler 5
mit seinem freien Ende 8 gegen die Zuluftdüse 2 gedrückt
wird und diese verschlossen hält. Bei Spannungsbeaufschla
gung wird das freie Ende 8 des Biegewandlers 5 entgegen
der Kraft der Rückstellfeder 28 gegen die Abluftdüse 3
bewegt und verschließt dann diese, so daß die in diesem
Betriebszustand eintretende Luft über die Öffnung 4 zum
Betätigungselement des Hauptventils strömen kann.
Das in der Figur dargestellte Servoventil arbeitet im
einzelnen in folgender Weise:
Liegt keine Beaufschlagung des Servoventils mit einer elektrischen Spannung über den Anschlußstift 23 vor, be findet sich also das Servoventil in seiner Ruhelage, dann nimmt der Biegewandler 5 die in der Figur dargestellte Stellung ein, verschließt also mit seinem freien Ende 8 die Zuluftdüse 2. In diesem Zustand ist auch die Bremsbacke 9 gegen die Achse 7 gedrückt, weil auf die Bremsmembran 16 über die Zuleitung 18 der geregelte Vor druck wirkt. Die Achse 7 ist damit gegen das Auflager 10 gedrückt, wodurch eine elektrische Kontaktgabe zwischen den leitenden Bereichen 24 und 25 und dem Auflager 10 gegeben ist.
Liegt keine Beaufschlagung des Servoventils mit einer elektrischen Spannung über den Anschlußstift 23 vor, be findet sich also das Servoventil in seiner Ruhelage, dann nimmt der Biegewandler 5 die in der Figur dargestellte Stellung ein, verschließt also mit seinem freien Ende 8 die Zuluftdüse 2. In diesem Zustand ist auch die Bremsbacke 9 gegen die Achse 7 gedrückt, weil auf die Bremsmembran 16 über die Zuleitung 18 der geregelte Vor druck wirkt. Die Achse 7 ist damit gegen das Auflager 10 gedrückt, wodurch eine elektrische Kontaktgabe zwischen den leitenden Bereichen 24 und 25 und dem Auflager 10 gegeben ist.
Wird das Servoventil mit einer elektrischen Spannung be
aufschlagt, dann biegt sich der Biegewandler 5 nach oben,
und das freie Ende 8 des Biegewandlers 5 verschließt
die Abluftdüse 3; es wird über die Öffnung 4 das nicht
dargestellte Hauptventil betätigt. Wird die Spannungs
zuführung über den Anschlußstift 23 beendet, dann geht
die Durchbiegung des Biegewandlers 5 zurück und das freie
Ende 8 wird durch die Rückstellfeder 28 gegen die Zu
luftdüse 2 geführt. Gleichzeitig strömt über die Abluft
düse 3 und die Abluftöffnung 14 Luft ab, die jedoch im
Abluftkanal 13 unter vorübergehender Bildung eines Stau
drucks gestaut wird. Der Staudruck führt aufgrund ent
sprechender Bemessung der Rückstellmembran dazu, daß
die Rückstellmembran 21 betätigt wird. Dadurch wird vor
übergehend die Bremsbacke 9 gelöst, und es kann sich die
Achse 7 mit dem Biegewandler 5 frei drehen. Der Biege
wandler 5 legt sich also frei gegen die Zuluftdüse an
und ist somit neu positioniert. Mögliche innere
Verspannungen des Biegewandlers 5 durch mechanische und
thermische Einflüsse sind dadurch kompensiert. Ist der
Staudruck im Abluftkanal 13 abgebaut, legt sich die
Bremsbacke 9 unter dem Einfluß der mit dem geregelten
Vordruck belasteten Bremsmembran 16 wieder gegen die Achse
7 und drückt diese unter Festhalten gegen das Auflager 10.
Bei einer erneuten Beaufschlagung mit einer elektrischen
Spannung beginnt dann der Biegevorgang wiederum neu.
Claims (5)
1. Servoventil mit einem balkenförmigen, piezokeramischen
Biegewandler, der an seinem einen Ende fest eingespannt
ist und mit seinem anderen freien Ende bei elektrischer
Spannungsbeaufschlagung aus einer eine Zuluftdüse des
Servoventils verschließenden Lage in eine eine Abluftdüse
verschließende Lage entgegen der Wirkung einer Rückstell
feder bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Ende (6) des balkenförmigen Biegewandlers (5) fest mit einer Achse (7) verbunden ist, die sich quer zum Biegewandler (5) erstreckt, und daß die Achse (7) mit einer steuerbaren Festhaltevorrichtung (9, 10) versehen ist, die jeweils nach Beendigung der Spannungsbeaufschla gung während der Rückbewegung des freien Endes (8) des Biegewandlers (5) zur Zuluftdüse (2) gelöst wird.
dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Ende (6) des balkenförmigen Biegewandlers (5) fest mit einer Achse (7) verbunden ist, die sich quer zum Biegewandler (5) erstreckt, und daß die Achse (7) mit einer steuerbaren Festhaltevorrichtung (9, 10) versehen ist, die jeweils nach Beendigung der Spannungsbeaufschla gung während der Rückbewegung des freien Endes (8) des Biegewandlers (5) zur Zuluftdüse (2) gelöst wird.
2. Servoventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Festhaltevorrichtung ein Auflager (10) und eine
bewegbare Bremsbacke (9) aufweist, zwischen denen die
Achse (7) verläuft.
3. Servoventil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsbacke (9) zwischen einer Bremsmembran (16)
und einer Rückstellmembran (21) aufgehängt ist, daß
die Bremsmembran (16) eine Öffnung (15) in einer Außenwand
(1) des Servoventils gegenüber dem Innenraum (12) des
Ventils abschließt und mit einem Druck beaufschlagt ist
und daß die Rückstellmembran (21) ein Loch (22) in einer
Zwischenwand (11) verschließt, die den Innenraum (12)
von einem von der Abluftdüse (3) ausgehenden Abluft
kanal (13) trennt, der mit einer drosselnden Abluftöffnung
(14) versehen ist.
4. Servoventil nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremsbacke (9) einerseits unmittelbar an der Brems
membran (16) und andererseits über ein die Achse (7) und
das Auflager (10) durchsetzendes Verbindungsglied (19)
an der Rückstellmembran (21) befestigt ist.
5. Servoventil nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auflager (10) als Kontaktfederanordnung zur
Spannungsbeaufschlagung ausgebildet ist und daß die Achse
(7) zumindest zwei elektrisch voneinander isolierte,
leitende Bereiche (24, 25) aufweist, über die die Kontakt
federanordnung galvanisch mit den beiden Seiten (26, 27)
des Biegewandlers (5) verbindbar ist.
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