DE4300529C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung der räumlichen Anordnung eines richtungsempfindlichen Magnetfeldsensors - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung der räumlichen Anordnung eines richtungsempfindlichen MagnetfeldsensorsInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer Vorrichtung
zum Bestimmen der Anordnung eines richtungsempfindlichen
Magnetfeldsensors in einem Raum nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 bzw. nach dem Oberbegriff des Anspruchs 4. Ein
solches Verfahren bzw. eine entsprechende Vorrichtung können
beispielsweise dazu verwendet werden, Sprechbewegungen der
Zunge im Mundraum aufzuzeichnen, um Sprachfehler zu unter
suchen. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Anwendungen,
bei denen eine nicht optisch zugängliche Anordnung zu erfassen
und/oder zu überwachen ist.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens der eingangs
beschriebenen Art ist aus "Articulograph AG100" Informations
schrift der Firma Carstens Medizinelektronik GmbH, Göttingen,
1992, Seiten 1 bis 23, bekannt. Bei dieser Vorrichtung zur
Aufzeichnung von Sprechbewegungen im Mundraum ist ein Helm
vorgesehen, an dem drei Referenzspulen angeordnet sind. Die
Referenzspulen sind parallel zueinander sowie senkrecht zu und
in einer Meßebene ausgerichtet. Die Meßebene fällt idealerweise
mit der Mittelebene des Kopfes einer den Helm tragenden
Person zusammen. Der Mundraum des Kopfes weist dabei zu allen
drei Referenzspulen in etwa den gleichen Abstand auf. Mit den
drei Referenzspulen werden drei verschiedene magnetische
Wechselfelder erzeugt, die durch unterschiedliche Frequenzen
voneinander unterscheidbar sind. Im Mundraum der den Helm
tragenden Person wird beispielsweise auf der Zunge eine Spule
als richtungsempfindlicher Magnetfeldsensor befestigt, deren
räumliche Anordnung erfaßt wird, um die
Sprechbewegungen der den Helm tragenden Person aufzuzeichnen.
Hierzu werden die in der Spule von den magnetischen
Wechselfeldern der Referenzspulen induzierten
Wechselspannungen mit Hilfe einer Meßeinrichtung gemessen. Die
Meßeinrichtung unterscheidet und separiert dabei die von
den einzelnen magnetischen Wechselfeldern induzierten
Wechselspannungen aufgrund ihrer Frequenz. Weiterhin ist eine
Auswerteeinheit vorgesehen, die aus den gemessenen
Wechselspannungen die räumliche Anordnung der Spule im
Mundraum ermittelt. Hierzu wird zunächst aus dem Betrag der
einzelnen induzierten Spannungen der Abstand zwischen der
Spule und der jeweiligen Referenzspule ermittelt. Aus den drei
Abständen der Spule von den drei Referenzspulen ergibt sich
dann der Ortsvektor der Spule im Mundraum. Dabei ist der
Ortsvektor, sofern er in der Mittelebene des Kopfes der den
Helm tragenden Person, also der Meßebene, in der die drei
Referenzspulen angeordnet sind, liegt, eigentlich
überbestimmt. Prinzipiell würden zwei Referenzspulen
ausreichen, um den Ortsvektor der Spule in dieser Ebene zu
bestimmen. Dies gilt jedoch nur, solange die Spule im Mundraum
exakt parallel zu den Referenzspulen ausgerichtet ist. Sobald
sie einen von dieser Stellung abweichenden Richtungsvektor
aufweist, nimmt die in der Spule reduzierte Wechselspannung
trotz gleichbleibendem Abstand zu den Referenzspulen ab, was
die Meßeinrichtung nicht von einem größer werdenden Abstand
der Spule zu den Referenzspulen unterscheiden kann. Da jedoch
mit dem Verkippen der Spule ihr vermeindlicher Abstand zu
allen drei Referenzspulen um den gleichen Faktor anwächst, ist
dieser bei der bekannten Vorrichtung zur Aufzeichnung
von Sprechbewegungen durch die oben erläuterte
Überbestimmtheit kompensierbar. Sofern eine exakte
Parallelität der Spule zu den Referenzspulen sichergestellt
wäre, könnte mit der bekannten Vorrichtung auch eine seitliche
Bewegung der Spule aus der Meßebene heraus beobachtet werden.
Dabei würden jedoch vergleichsweise große Fehler auftreten, da
der Abstand der Spule zu den Referenzspulen bei einer Bewegung
senkrecht zur Meßebene nur geringfügig variiert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von einem
Verfahren der eingangs beschriebenen Art und einer entsprechenden
Vorrichtung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Bestimmen der Anordnung eines richtungsempfindlichen Magnet
feldsensors in einem Raum aufzuzeigen, mit denen jede Anordnung
des Magnetfeldsensors im Meßraum vollständig erfaßbar
ist.
Diese Aufgabe wird für das Verfahren mit den im Anspruch 1
angegebenen Merkmalen und für die Vorrichtung mit den im
Anspruch 4 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiter
bildungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Auf diese Weise
soll u. a. eine größere Unabhängigkeit bei der Aufzeichnung
von Sprechbewegungen hinsichtlich der Orientierung des Magnet
feldsensors sowie eine dreidimensionale Aufzeichnungsmöglichkeit
für die Sprechbewegungen realisiert werden.
Bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen Art wird die
Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sechs Referenzspulen
zu einem 3-dimensionalen Bezugssystem angeordnet
werden, wobei der Ortsvektor jeder einzelnen Referenzspule
nicht als Linearkombination mit positiven Faktoren der Orts
vektoren der fünf anderen Referenzspulen darstellbar ist und
wobei das Skalarprodukt eines beliebigen Richtungsvektors in
dem Bezugssystem mit dem Richtungsvektor aller sechs Referenz
spulen höchstens für drei Referenzspulen verschwindet und daß
aus den sechs gemessenen, mit den sechs Referenzspulen induzierten
Signalen der Ortsvektor und der Richtungsvektor des
Magnetfeldsensors ermittelt werden. Das neue Verfahren ver
wirklicht also eine vollständige Erfassung der Anordnung des
Magnetfeldsensors sowohl hinsichtlich seiner Lage als auch
hinsichtlich seiner Orientierung. Hierzu sind insgesamt sechs
Referenzspulen, die unterscheidbare magnetische Felder aussenden,
vorzusehen. Die Referenzspulen sind dabei zu einem
3-dimensionalen Bezugssystem um den Magnetfeldsensor herum
anzuordnen, womit ein Meßraum in dem Bereich zwischen den
Referenzspulen ausgebildet wird. Die Forderung, daß der Orts
vektor jeder einzelnen Referenzspule nicht als Linearkombination
mit positiven Faktoren der
Ortsvektoren der fünf anderen Referenzspulen darstellbar ist,
stellt dabei eine gleichmäßige Verteilung der Referenzspulen
um den Meßraum herum sicher. Diese ist notwendig, um die Lage
des Magnetfeldsensors hinsichtlich aller Richtungen mit
möglichst geringem Fehler erfaßbar zu machen. Die zweite
Bedingung, daß das Skalarprodukt eines beliebigen
Richtungsvektors in dem Meßraum mit den Richtungsvektoren
aller sechs Referenzspulen höchstens für drei Referenzspulen
verschwindet, stellt demgegenüber sicher, daß für die
Bestimmung der Lage des Magnetfeldsensors immer Signale von
mindestens drei Referenzspulen anfallen. In dem
Magnetfeldsensor, wie beispielsweise einer Spule, wird nämlich
dann kein Signal induziert, wenn der Richtungsvektor seiner
Hauptrichtung senkrecht zu der jeweiligen Referenzspule
ausgerichtet ist. Das heißt, wenn der Richtungsvektor des
Magnetfeldsensors und der Richtungsvektor der Referenzspule
ein verschwindendes Skalarprodukt aufweisen. In dem Grenzfall,
daß tatsächlich nur von drei Referenzspulen Signale in dem
Magnetfeldsensor induziert werden, ergibt sich hieraus die
genaue Orientierung des Magnetfeldsensors, weil sein
Richtungsvektor dann auf den Richtungsvektoren der drei
anderen Referenzspulen senkrecht steht, so daß die von den
drei verbleibenden Referenzspulen induzierten Signale
tatsächlich zur vollständigen Bestimmung der Anordnung des
Magnetfeldsensors ausreichen.
Der Ortsvektor und der Richtungsvektor des Magnetfeldsensors
können nach einem Newton-Verfahren aus den sechs gemessenen
Signalen und sechs Feldgleichungen der sechs Referenzspulen
ermittelt werden, wobei bei jedem Iterationsschritt die
Jacobimatrix im Nullpunkt des Bezugssystems für einen festen
Richtungsvektor verwendet wird. Die Ermittlung des Ortsvektors
und des Richtungsvektors des Magnetfeldsensors aus den sechs
gemessenen, von den sechs Referenzspulen induzierten Signalen
entspricht der Lösung eines homogenen Gleichungssystems mit
sechs nichtlinearen Gleichungen, die jeweils sowohl vom
Ortsvektor als auch vom Richtungsvektor des Magnetfeldsensors
abhängig sind. Die Lösung des Gleichungssystems, die bei dem
hier beschriebenen Verfahren eindeutig ist, wird
vorteilhafterweise auf numerischem Wege iterativ ermittelt.
Hierbei findet ein an sich bekanntes Newton-Verfahren
Anwendung, wobei zur weiteren Vereinfachung nur die
Jacobimatrix im Nullpunkt des Bezugssystems für einen festen
Richtungsvektor verwendet wird. Die Einträge der Jacobimatrix
sind die partiellen Ableitungen der sechs Feldgleichungen der
sechs Referenzspulen nach den drei Komponenten des Ortsvektors
und den drei Komponenten des Richtungsvektors des
Magnetfeldsensors. Die Jacobimatrix ist also eine 6×6-Matrix
mit festen Einträgen für alle Iterationsschritte des Newton-
Verfahrens. Ein weiteres Eingehen auf das Newton-Verfahren
erscheint an dieser Stelle nicht notwendig, da es sich um eine
im Prinzip bekannte Vorgehensweise handelt.
Als kritisch stellt es sich jedoch in vielen Fällen heraus,
die Konvergenz des Newton-Verfahrens sicherzustellen. Dies
wird bei dem neuen Verfahren zur Bestimmung der räumlichen
Anordnung eines richtungsempfindlichen Magnetfeldsensors aber
dadurch gewährleistet, daß als Ausgangswerte für das Newton-
Verfahren der Ortsnullvektor und ein linear aus den sechs
gemessenen Signalen und den sechs Richtungsvektoren der sechs
Referenzspulen kombinierter Ortsvektor verwendet werden. Es
versteht sich, daß die Absolutwerte der gemessenen Signale
sowohl bei dem oben angesprochenen homogenen nicht-linearen
Gleichungssystem als auch bei der Ermittlung des hier
erläuterten Ausgangswerts in aller Regel mit einem Korrektur-
oder Anpassungsfaktor, der von verschiedenen, aber konstanten
äußeren Bedingungen abhängig ist, an die Feldgleichungen der
Referenzspulen angepaßt werden müssen. Der Ausgleichs- oder
Korrekturfaktor hat beispielsweise die Induktivität einer
Spule, die als richtungsempfindlicher Magnetfeldsensor
verwendet wird, und den Verstärkungsfaktor der Meßeinrichtung
zu berücksichtigen.
Bei einer Vorrichtung zur Bestimmung der räumlichen Anordnung
eines richtungsempfindlichen Magnetfeldsensors, insbesondere
einer Spule oder einer Hallsonde, mit mehreren, ein
Bezugssystem bildenden Referenzspulen zum Hervorrufen von
voneinander unterscheidbaren magnetischen Feldern, mit einer
Meßeinrichtung zur Messung und Unterscheidung von durch die
magnetischen Felder in dem Magnetfeldsensor induzierten
Signalen und mit einer Auswerteeinrichtung zur Ermittlung der
räumlichen Anordnung des Magnetfeldsensors aus den gemessenen
Signalen unter deren Zuordnung zu den einzelnen Referenzspulen
wird die Aufgabe der Erfindung dadurch gelöst, daß sechs
Referenzspulen zu einem dreidimensionalen Bezugssystem
angeordnet sind, wobei der Ortsvektor jeder einzelnen
Referenzspule nicht als Linearkombination mit positiven
Faktoren der Ortsvektoren der fünf anderen Referenzspulen
darstellbar ist und wobei das Skalarprodukt eines beliebigen
Richtungsvektors in dem Bezugssystem mit den Richtungsvektoren
aller sechs Referenzspulen höchstens für drei Referenzspulen
verschwindet, so daß aus den sechs gemessenen, von den sechs
Referenzspulen in dem Magnetfeldsensor induzierten Signalen
der Ortsvektor und der Richtungsvektor des Magnetfeldsensors
ermittelbar sind.
Sowohl bei dem Verfahren als auch bei der Vorrichtung erweist
es sich als vorteilhaft, wenn die Ortsvektoren der
Referenzspulen zwei orthogonale Systeme bilden, wobei jeweils
ein Ortsvektor aus dem einen System linear abhängig von einem
Ortsvektor aus dem anderen System ist. Dies bedeutet, daß
beispielsweise die Ortsvektoren des einen orthogonalen Systems
die positiven Richtungen und die Ortsvektoren des anderen
orthogonalen Systems die entgegengerichteten negativen
Richtungen abdecken. Der Vorteil dieser Anordnung beruht
darauf, daß die Referenzspulen über den Raumwinkel des
Meßraums völlig gleichmäßig verteilt sind und so auch alle
Anordnungen im Raum mit weitgehend gleicher Zuverlässigkeit
erfaßt werden.
Als optimal ist die Wahl der Ortsvektoren jedoch anzusehen,
wenn die Ortsvektoren der Referenzspulen zwei orthonormale
Systeme bilden, die sich nur durch das Vorzeichen der
jeweiligen Ortsvektoren voneinander unterscheiden. In diesem
Fall enden die Ortsvektoren der Referenzspulen sämtlich auf
einer den Meßraum umgebenden Kugeloberfläche und die Anordnung
der Referenzspulen ist in idealer Weise äquidistant.
Hinsichtlich der Richtungsvektoren der Referenzspulen ist eine
Anordnung zu bevorzugen, in der diese zwei orthonormale
Systeme bilden, wobei jeweils ein Richtungsvektor aus dem
einen System eine gleichgewichtete Linearkombination von zwei
Richtungsvektoren aus dem anderen System ist. Bei dieser
Anordnung weisen auch die Richtungsvektoren der Referenzspulen
einen möglichst großen und gleichmäßigen Abstand auf. Die
Vorzeichen der einzelnen Richtungsvektoren sind unerheblich,
da sie für das Verschwinden der Skalarprodukte zwischen dem
Richtungsvektor des Magnetfeldsensors und dem
Richtungsvektoren der Referenzspulen keine Bedeutung haben.
Ein weiteres Kriterium für eine günstige Anordnung der
Referenzspulen ist, daß das Skalarprodukt des Ortsvektors und
des Richtungsvektors jeder Referenzspule verschwindet. Dies
ist insofern besonders wichtig, als daß sich dadurch die
Feldgleichungen im Meßraum deutlich vereinfachen und
vereinheitlichen. Außerdem ergibt sich hieraus eine
weitergehende Symmetrie der Anordnung der Referenzspulen, die
auch für sich eine auswertungstechnische Erleichterung
darstellt.
Die magnetischen Felder der Referenzspulen können durch
unterschiedliche Frequenzen codierte Wechselfelder sein, wie
dies bereits bei dem bekannten zweidimensionalen Verfahren
unter Verwendung von drei Referenzspulen und einer Spule als
richtungsempfindlichen Magnetfeldsensor der Fall ist. Daneben
ist es aber auch möglich, die einzelnen magnetischen Felder
der Referenzspulen als durch unterschiedliche Phasenverläufe
codierte Wechselfelder auszubilden. Beide zuletzt angegebenen
Ausführungsformen sind insbesondere für eine Spule als
richtungsempfindlichen Magnetfeldsensor geeignet. Diese zeigt
durch ihre Induktionsspannung sowieso nur veränderliche
Magnetfelder an. Demgegenüber ist ein gescannter Betrieb der
einzelnen Referenzspulen mit konstantgehaltenen, während der
jeweiligen Signalerfassung unveränderlichen magnetischen
Feldern bei einer Hallsonde als richtungsempfindlichem
Magnetfeldsensor zu bevorzugen, selbst wenn dabei die
zeitliche Auflösung bei der Bestimmung der räumlichen
Anordnung der Hallsonde enger begrenzt ist.
Es versteht sich, daß das neue Verfahren und die neue
Vorrichtung auch zum Bestimmen der räumlichen Anordnungen
mehrerer richtungsempfindlicher Magnetfeldsensoren zugleich
geeignet sind.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert und beschrieben. Es
zeigt:
Fig. 1 die Vorrichtung zur Bestimmung der räumlichen
Anordnung eines richtungsempfindlichen
Magnetfeldsensors in schematisierter Übersicht
und
Fig. 2 die Referenzspulenanordnung der Vorrichtung gemäß
Fig. 1 in einer perspektivischen Wiedergabe.
Die Vorrichtung 1 gemäß Fig. 1 weist eine
Wechselspannungsquelle 2 auf, die sechs Referenzspulen 3 bis 8
mit unterschiedlichen Wechselspannungen beaufschlagt, so daß
die Referenzspulen 3 bis 8 sechs voneinander unterscheidbare,
magnetische Wechselfelder abstrahlen. Die Referenzspulen 3 bis
8 bilden ein orthogonales Bezugssystem für einen Meßraum 9,
der in allen sechs Richtungen jeweils von einer Referenzspule
3 bis 8 begrenzt wird. Innerhalb des Meßraums 9 kann mit der
Vorrichtung 1 die Anordnung einer Spule 10 als diejenige eines
richtungsempfindlichen Magnetfeldsensors sowohl hinsichtlich
ihrer Lage als auch ihrer Orientierung ermittelt werden. Eine
Meßeinrichtung 11 nimmt die von den einzelnen Referenzspulen 3
bis 8 in der Spule 10 induzierten Signale, die den
Wechselfeldern entsprechende Wechselspannungen sind, auf und
ordnet diese jeweils der entsprechenden Referenzspule zu.
Hierzu ist die Meßeinrichtung 11 mit der Spannungsquelle 2
vernetzt. Aus den einzelnen gemessenen Signalen ermittelt eine
Auswerteeinheit 12 die Anordnung der Spule 10 im Meßraum 9 in
Form eines Ortsvektors (x, y, z) und eines
Richtungsvektors (a, b, c). Der Ortsvektor und der
Richtungsvektor werden dann von der Auswerteeinrichtung 12
beispielsweise auf einem Bildschirm 13 grafisch ausgegeben.
Das Meßverfahren der Vorrichtung 1 beruht darauf, daß sich in
bezug auf jede Referenzspule 3 bis 8 das in der Spule 10
induzierte Signal bzw. die das Signal ausmachende
Wechselspannung ändert, wenn entweder der Abstand der Spule 10
zu der jeweiligen Referenzspule vergrößert wird, oder wenn
sich die Orientierung der Spule 10 relativ zu dem
Richtungsvektor der Referenzspule ändert. So enthält jedes
gemessene Signal Informationen über den Ortsvektor und den
Richtungsvektor der Spule 10. Die Summe aller Informationen
ist jedoch nur dann ausreichend, wenn bei der Anordnung der
Referenzspulen 3 bis 8 zwei Kriterien beachtet werden. Zum
einen darf sich der Ortsvektor jeder einzelnen Referenzspule
nicht als Linearkombination mit positiven Faktoren der
Ortsvektoren der fünf anderen Referenzspulen darstellen
lassen. Dies muß nur in bezug auf einen einzigen Aufpunkt der
Ortsvektoren erfüllt sein, der aufgrund der Wechselwirkungen
des Kriteriums immer innerhalb des Meßraums 9 liegt. Zum
anderen darf das Skalarprodukt eines beliebigen
Richtungsvektors in dem Meßraum 9 mit den Richtungsvektoren
aller sechs Referenzspulen 3 bis 8 höchstens für drei
Referenzspulen verschwinden. Anderenfalls könnte das
Skalarprodukt zwischen dem Richtungsvektor der Spule 10 und
dem Richtungsvektor von mehr als drei Referenzspulen 3 bis 8
verschwinden, womit nur noch von zwei Referenzspulen in der
Spule 10 induzierte Spannungen zu messen wären. Dies würde
aber nicht zu einer Bestimmung des Ortsvektors der Spule 10
ausreichen. Hierfür sind mindestens drei gemessene Signale
ungleich null notwendig. Bei genau drei registrierbaren und
drei verschwindenden Signalen ergibt sich aus den
registrierbaren Signalen der Ortsvektor der Spule 10 und aus
den drei verschwindenden Signalen der Richtungsvektor der
Spule 10.
Eine besonders günstige Anordnung der Referenzspulen 3 bis 8
ist Fig. 2 zu entnehmen. Hier ist auch ein rechtwinkliges
oder besser orthonormales Koordinatensystem eingezeichnet,
anhand dessen die Ortsvektoren und die Richtungsvektoren der
Referenzspulen 3 bis 8 exakt angebbar sind:
Hieraus ergibt sich, daß alle Referenzspulen 3 bis 8 auf einer
den Meßraum 9 begrenzenden Kugel angeordnet sind. Dabei liegen
die Referenzspulen 3 bis 8 tangential an der Kugel an. Dies
ist mathematisch dadurch nachzuvollziehen, daß das
Skalarprodukt zwischen dem Ortsvektor und dem Richtungsvektor
jeder Referenzspule verschwindet. Weiterhin ist zu erkennen,
daß die Referenzspulen 5, 7 und 4 die positiven Richtungen des
orthonormalen Bezugssystems markieren, während die Spulen 3, 8
und 6 in den negativen Richtungen des Orthonormalsystems
angeordnet sind. So ist kein Ortsvektor einer Referenzspule 3
bis 8 durch eine positive Linearkombination der Ortsvektoren
der anderen fünf Referenzspulen darstellbar. Auch, daß ein
beliebiger Richtungsvektor der Spule 10 maximal mit den
Richtungevektoren von drei Referenzspulen ein verschwindendes
Skalarprodukt aufweist, ist anhand der obigen Angaben
unmittelbar nachvollziehbar. Als besonderer Vorteil der in
Fig. 2 beschriebenen Anordnung der Referenzspulen 3 bis 8
ergibt sich, daß die Referenzspulen 3 bis 8 die maximale Symmetrie
zum Aufpunkt der Ortsvektoren, dem Mittelpunkt des Meßraums 9,
sowohl hinsichtlich ihrer Ortsvektoren als auch ihrer
Richtungsvektoren aufweisen. So sind die Referenzspulen
äquidistant angeordnet und die magnetischen Wechselfelder
aller Referenzspulen unterscheiden sich im Aufpunkt des
Bezugssystems nur durch eine Verdrehung um den Aufpunkt. Dies
macht sich bei der Ermittlung der Anordnung der Spule 10 im
Meßraum 9 aus den gemessenen, induzierten Wechselspannungen in
ausgeprägter Weise erleichternd bemerkbar.
Eine weitere vorteilhafte Anordnung der Referenzspulen weist
die folgenden Orts- und Richtungsvektoren auf, wobei die
Numerierung der Referenzspulen den Ortsvektoren gemäß Fig. 2
entspricht:
Auch hier sind die Referenzspulen auf einer den Meßraum
begrenzenden Kugel angeordnet, doch verläuft nur die Hälfte
deren Richtungsvektoren parallel zur Oberfläche der Kugel,
während die andere Hälfte zu der Oberfläche in einem Winkel
von 45° Grad orientiert ist. Günstige Symmetrieverhältnisse
ergeben sich dabei noch insofern, als daß die beiden jeweils
einer Normalenrichtung zugeordneten Referenzspulen zueinander
äquivalente Paare bilden. Der Verzicht auf eine weitergehende
Symmetrie wird dadurch wettgemacht, daß unabhängig von der
Stellung des richtungsempfindlichen Magnetfeldsensors im
Meßraum je Normalenrichtung mindestens eine Referenzspule ein
nicht verschwindendes Signal in dem Magnetfeldsensor
induziert. Dies ist mathematisch dadurch zu erklären, daß bei
jeder Normalenrichtung das Skalarprodukt aus dem Ortsvektor
und dem Richtungsvektor bei der einen Referenzspule
verschwindet, aber bei der anderen Referenzspule gewollt
ungleich null ist, bzw. die Richtungsvektoren der beiden
Referenzspulen nicht in parallelen Ebenen verlaufen, was bei
der Ausführungsform gemäß Fig. 2 ja gerade zutrifft.
Darüber hinaus weist die weitere vorteilhafte Anordnung der
Referenzspulen die Möglichkeit zu einer besonders eleganten
Auswertung der in dem Magnetfeldsensor induzierten Signale
auf, da die Feldgleichungen aller sechs Referenzspulen durch
einen einzigen Operator zyklisch ineinander überführbar sind.
Bezugszeichenliste
1 Vorrichtung
2 Spannungsquelle
3 Referenzspule
4 Referenzspule
5 Referenzspule
6 Referenzspule
7 Referenzspule
8 Referenzspule
9 Meßraum
10 Spule
11 Meßeinrichtung
12 Auswerteeinrichtung
13 Bildschirm
2 Spannungsquelle
3 Referenzspule
4 Referenzspule
5 Referenzspule
6 Referenzspule
7 Referenzspule
8 Referenzspule
9 Meßraum
10 Spule
11 Meßeinrichtung
12 Auswerteeinrichtung
13 Bildschirm
Claims (11)
1. Verfahren zum Bestimmen der Anordnung eines Magnetfeld
sensors in einem Raum, dessen Empfindlichkeit von der Richtung
eines äußeren Magnetfeldes abhängig ist, wobei mit mehreren
Referenzspulen, die ein Bezugssystem bilden, voneinander
unterscheidbare magnetische Felder erzeugt werden, die in den
Magnetfeldsensor Signale induzieren, und wobei die in dem
Magnetfeldsensor induzierten Signale gemessen werden und aus
den gemessenen Signalen, die eine Zuordnung zu den einzelnen
Referenzspulen ermöglichen, die Anordnung des Magnetfeld
sensors in dem Raum ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß sechs Referenzspulen (3 bis 8) zu einem dreidimensionalen
Bezugssystem angeordnet werden, wobei der Ortsvektor jeder
einzelnen Referenzspule nicht als Linearkombination mit
positiven Faktoren der Ortsvektoren der fünf anderen Referenz
spulen darstellbar ist und wobei das Skalarprodukt eines
beliebigen Richtungsvektors in dem Bezugssystem mit den
Richtungsvektoren aller sechs Referenzspulen höchstens für
drei Referenzspulen verschwindet, und daß aus den sechs
gemessenen, mit den sechs Referenzspulen induzierten Signalen
der Ortsvektor und der Richtungsvektor des Magnetfeldsensors
(10) ermittelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ortsvektor und der Richtungsvektor des Magnetfeldsensors (10)
nach einem Newton-Verfahren aus den sechs gemessenen Signalen
und sechs Feldgleichungen der sechs Referenzspulen (3 bis 8)
ermittelt werden, wobei bei jedem Iterationsschritt die
Jacobimatrix im Nullpunkt des Bezugssystems für einen festen
Richtungsvektor verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als
Ausgangswerte für das Newton-Verfahren der Ortsnullvektor und
ein linear aus den sechs gemessenen Signalen und den sechs
Richtungsvektoren der sechs Referenzspulen (3 bis 8) kom
binierter Richtungsvektor verwendet werden.
4. Vorrichtung zur Bestimmung der Anordnung eines Magnetfeld
sensors in einem Raum, dessen Empfindlichkeit von der Richtung
eines äußeren Magnetfeldes abhängig ist, wobei mit mehreren
Referenzspulen, die ein Bezugssystem bilden, voneinander
unterscheidbare magnetische Felder erzeugt werden, die in den
Magnetfeldsensor Signale induzieren, wobei die in dem Magnet
feldsensor induzierten Signale gemessen und die gemessenen
Signale zu einer Meßeinrichtung zum Messen und Unterscheiden
der durch die magnetischen Felder der Referenzspulen in den
Magnetfeldsensor induzierten Signalen geführt werden und wobei
eine Auswerteeinrichtung zum Ermitteln der Anordnung des
Magnetfeldsensors in dem Raum aus den gemessenen Signalen
unter deren Zuordnung zu den einzelnen Referenzspulen vorgesehen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß sechs Referenzspulen (3
bis 8) zu einem dreidimensionalen Bezugssystem angeordnet
sind, wobei der Ortsvektor jeder einzelnen Referenzspule nicht
als Linearkombination mit positiven Faktoren der Ortsvektoren
der fünf anderen Referenzspulen darstellbar ist und wobei das
Skalarprodukt eines beliebigen Richtungsvektors in dem Bezugs
system mit den Richtungsvektoren aller sechs Referenzspulen
höchstens für drei Referenzspulen verschwindet, so daß aus den
sechs gemessenen, mit den sechs Referenzspulen in dem Magnet
feldsensor induzierten Signalen der Ortsvektor und der
Richtungsvektor des Magnetfeldsensors (10) ermittelbar sind.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ortsvektoren der Referenzspulen
(3 bis 8) zwei orthogonale Systeme bilden, wobei
jeweils ein Ortsvektor aus dem einen System linear abhängig
von einem Ortsvektor aus dem anderen System ist.
6. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ortsvektoren der Referenzspulen (3 bis 8)
zwei orthonormale Systeme bilden, die sich nur durch das Vorzeichen
der jeweiligen Ortsvektoren voneinander unterscheiden.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Richtungsvektoren der
Referenzspulen (3 bis 8) zwei orthonormale Systeme bilden,
wobei jeweils ein Richtungsvektor aus dem einem System eine
gleichgewichtete Linearkombination von zwei Richtungsvektoren
aus dem anderen System ist.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Skalarprodukt des Ortsvektors
und des Richtungsvektors bei jeder Referenzspule (3 bis 8)
verschwindet.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die magnetischen Felder der
Referenzspulen (3 bis 8) durch unterschiedliche Frequenzen
codierte Wechselfelder sind.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetischen Felder der
Referenzspulen (3 bis 8) durch unterschiedliche Phasen
codierte Wechselfelder sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Magnetfeldsensor eine Spule oder eine Halbsonde ist.
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