DE4232012C2 - Stahlseil - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Stahlseil mit einer
Seileinlage und einer Mehrzahl schraubenlinienförmig um
die Seileinlage verseilter Litzen.
Stahlseile oder auch Stahldrahtseile gibt es in den
verschiedensten Arten und Seilkonstruktionen. Sie
unterscheiden sich nach der Form und Anzahl der Drähte
der einzelnen Litzen, ihrer Verseilungsart, dem Aufbau
der Litzen, der Form und Anzahl der Litzen im Seil, der
Anzahl der einzelnen Litzenlagen im Seil sowie der Art
der Seilanlage. Die Erfindung befaßt sich mit Rundseilen,
genauer gesagt mit Litzenseilen, also solchen mit
zweifacher Verseilung. Hierbei sind wiederum einlagige
und mehrlagige Litzenseile zu unterscheiden. Bei
einlagigen Litzenseilen werden mehrere Litzen
schraubenlinienförmig um eine Seileinlage verseilt.
Darüber hinaus gibt es noch mehrlagige Litzenseile, auch
als Spirallitzenseile bezeichnet, welche aus Rund- oder
Formlitzen bestehen und sich durch eine besonders hohe
Drehungsarmut auszeichnen.
Auch gibt es eine Vielzahl von Seileinlagen für die
vorstehend beschriebenen Litzenseile. Man unterscheidet
Fasereinlagen aus synthetischen oder Naturfasern, aus
Stahleinlagen, welche mit Fasern umwickelt oder mit
Kunststoff umspritzt sein können und Kunststoffeinlagen,
wobei die Seileinlage aus einem Kunststoffrundstab
besteht, welcher zur Einbettung der Seilaußenlitzen
während des Verseilvorganges zum Übergang in den
klassischen Zustand erwärmt wird.
Natur- oder Kunststoffeinlagen werden aus einzelnen
Garnen zu einem in der Regel drei- oder vierschenkligen
Kunststoffkern verzwirnt. Die Dimensionierung eines
solchen Faserkerns erfolgt in der Art, daß die
aufzubringenden tragenden Außenlitzen aus Stahl sich
nicht berühren können. Beim Betrieb des Stahlseiles mit
Fasereinlage erfolgt eine Komprimierung dieser
Seileinlage. Während der Gebrauchszeit des Stahlseiles
kann es durch diesen stetigen Vorgang der Komprimierung
zu Litzenberührungen zwischen den äußeren Stahllitzen
kommen. Dies ist äußerst unerwünscht und kann
möglicherweise zum vorzeitigen Ablegen des Stahlseiles
führen. Dennoch werden Stahlseile mit Natur- oder
Kunststoffasereinlagen aufgrund ihrer hohen Flexibilität
häufig eingesetzt.
Faserumwickelte Stahleinlagen bestehen aus Stahllitzen,
welche mit Fasern umwickelt zur Seileinlage verseilt
werden. Hierbei unterscheidet man zwei Arten, zum einen
die direkte Umwicklung der Stahleinlagenlitzen und zum
anderen die Umwicklung der fertig verseilten
Stahleinlagen. Die eingebrachten Stahllitzen dienen der
Stützung und vermindern bzw. verhindern eine dauernde
Komprimierung der Seileinlage während des Gebrauchs des
Stahlseiles. Die verwendeten Fasern für die Umwicklung
verhindern die Stahl-auf-Stahl-Berührung zwischen den
äußeren Stahllitzen und den Litzen der Stahleinlage.
Kunststoffumspritzte Stahleinlagen sind ähnlich
aufgebaut, statt der Fasern zur Umwicklung wird die
verseilte Stahleinlage in der Regel durch Extrusion mit
einem Kunststoff überzogen bzw. die Freiräume zwischen
den einzelnen Litzen werden ausgefüllt. Nachteilig sind
hierbei mangelnde Flexibilität, und die bereits erwähnte
Stahl-auf-Stahl-Berührung zwischen den äußeren
Stahlseillitzen und der Stahleinlage während der
Betriebsdauer.
Sowohl die faserumwickelte als auch die
kunststoffumspritzte Stahleinlage weisen im Gebrauch
als laufende Seile weiterhin den Nachteil auf, daß sie
bei elektromagnetischer Prüfung im Inneren des Seiles
nicht sichtbare Stahlanteile haben, die zwar nicht
tragen, aber dafür magnetisierbar sind und somit
Fehleranzeigen bei der Prüfung verursachen können. Daher
machen Stahleinlagen eine Beurteilung über die
tatsächliche Tragfähigkeit eines Stahlseils äußerst
schwierig.
Des weiteren sind kompaktierte Kunststoffeinlagen
bekannt, also Profile, die vor dem Verseilen (Aufbringen
der Stahlaußenlitzen) erwärmt werden, damit sich die
Stahllitzen in die extrudierte Stahleinlage einbetten
können (FR-PS 1.601.293 bzw. US 3.686.855). Diese Seileinlagen haben den
Vorteil, daß sie sehr druckstabil, nicht magnetisierbar
und in ihrem Durchmesser exakt einzustellen sind,
nachteilig hierbei ist jedoch die wesentlich geringere
Flexibilität gegenüber reinen Fasereinlagen. Des weiteren
kann eine solche Seileinlage nicht als
Schmiermittelträger dienen. Einlagen aus Fasern oder
aber auch faserumwickelte Stahleinlagen sind nämlich
in der Lage, Schmierstoffe zum Schmieren der Stahlseile
aufzunehmen. Dadurch wird die Reibung zwischen den
einzelnen Drähten verringert und das Seil gegen
Korrosion geschützt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das
eingangs genannte und zuvor näher beschriebene Stahlseil
so auszugestalten und weiterzubilden, daß es
eine hohe Flexibilität aufweist und dennoch ohne
magnetisierbare Bestandteile auskommt, um Fehler oder
Verfälschungen beim elektromagnetischen Prüfungsverfahren
sicher auszuschließen. Darüber hinaus ist die
Möglichkeit des Einsatzes eines Schmiermittelträgers
erwünscht.
Gelöst wird die Aufgabe bei einem Stahlseil mit einer
Seileinlage und einer Mehrzahl schraubenlinienförmig
um die Seileinlage verseilter Litzen dadurch, daß die
Seileinlage aus einer Mehrzahl von
Kunststoffrundprofilen oder aus Kunststofformprofilen
besteht.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Seileinlage
aus einem Kern und darum verseilter
Außenlitzen besteht. Auf diese Weise ist eine besonders
hohe Flexibilität und Querdruckstabilität gewährleistet,
ohne daß Stahllitzen für die Einlage zum Einsatz kommen.
Beim erfindungsgemäßen Stahlseil können die Außenlitzen
und/oder der Kern der Seileinlage durch Umwicklungen
verstärkt sein. Es ist jedoch auch möglich, die gesamte
Seileinlage durch eine Umwicklung zu verstärken. Dabei
können die Umwicklungen aus synthetischen Fasern wie
Polyamid, Polypropylen oder Polyester oder aber aus
Naturfasern bestehen. Die Verwendung der Fasern hat den
Zweck, die Relativbewegungen zwischen den
Einzelelementen des Stahlseiles, d. h. den Außenlitzen
des Stahlseiles und dem Profil der Einlage zu
erleichtern.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die
Umwicklungen mit einem Schmiermittel getränkt. Auf diese
Weise dient die Seileinlage als Schmiermittelreservoir
für die darüber verseilten tragenden Stahllitzen. Die
Abgabe des Schmiermittels an die Außenlitzen erfolgt
dabei während der Aufliegezeit und mindert die
Reibkorrosion beim Gebrauch des Stahlseiles.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist der
Erhalt der hohen Flexibilität des erfindungsgemäßen
Stahlseiles ergeben. Darüber hinaus erreicht man durch
das Einverseilen der Kunststoffrundprofile eine genauso
gute Stützung der Außenlitzen wie sie von
faserumwickelten Stahleinlagen bekannt ist. Die
Umwicklung der Kunststoffrundprofile verringert sowohl
die Reibung innerhalb der litzenförmig aufgebauten
Seileinlagen als auch zwischen der Seileinlage und den
Außenlitzen des Stahlseiles.
Durch die Form der Verseilung bzw. Geometrie der
Kunststoffrundprofile in der Fasereinlage erhöht sich
die Lebensdauer auch bei kleinen Umlenkradien bzw.
Seilscheiben.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die
Kunststoffrundprofile aus Polyamid, Polypropylen
oder dergleichen. Dadurch ist die Prüfbarkeit des
Stahlseiles mittels elektromagnetischer Prüfung weit
aussagefähiger als bei der Verwendung von
magnetisierbarem Stahl in der Stahleinlage bekannter
Stahlseile. Auch gegenüber Stahlseilen mit Fasereinlage
bzw. faserumwickelten Stahlseileinlagen hat das
erfindungsgemäße Stahlseil Vorteile: Hier sind zum einen
die geringe Längung der erfindungsgemäßen Stahlseile mit
Kunststoffeinlage als auch deren Unempfindlichkeit gegen
schockartiges Be- und Entlasten zu nennen.
Die Erfindung wird nun anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher
erläutert. Die einzige Figur zeigt einen Querschnitt
durch ein erfindungsgemäßes Stahlseil.
Man erkennt ein Stahlseil 1, welches aus einer
Seileinlage 2 und einer Mehrzahl um die Seileinlage
verseilter Litzen 3 besteht. Der besseren Darstellung
wegen sind die aufgeschnittenen Einzeldrähte der Litzen
nicht schraffiert dargestellt. Die im Inneren des
Stahlseils 1 befindliche Seileinlage 2 besteht aus einem
Kern 4 und darum verseilter Außenlitzen 5. Im Beispiel
sind fünf Außenlitzen 5 vorhanden, es sind jedoch auch
Ausführungen mit mehr Außenlitzen denkbar, wobei in der
Regel die Anzahl von neun Litzen nicht überschritten
wird. Des weiteren ist aus der Figur ersichtlich, daß von
der Seileinlage 2 die Außenlitzen 5 mit einer Umwicklung
6 umsponnen sind, um einerseits die Reibung innerhalb der
Seileinlage 2 und andererseits die Reibung zwischen der
Seileinlage und den Außenlitzen der Litzen 3 zu
verringern und darüber hinaus, um als
Schmiermittelreservoir dienen zu können.
Claims (10)
1. Stahlseil mit einer Seileinlage und einer Mehrzahl
schraubenlinienförmig um die Seileinlage verseilter
Litzen, dadurch gekennzeichnet, daß
die Seileinlage (2) aus einer Mehrzahl von
Kunststoffrundprofilen (4, 5) oder aus
Kunststofformprofilen besteht.
2. Stahlseil nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine aus einem
Kern (4) und um den Kern (4) verseilter Außenlitzen (5)
bestehenden Seileinlage (2).
3. Stahlseil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Außenlitzen (5) der Seileinlage (2) durch Umwicklungen
(6) verstärkt sind.
4. Stahlseil nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kern der Seileinlage durch eine Umwicklung verstärkt
ist.
5. Stahlseil nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die gesamte Seileinlage durch eine Umwicklung verstärkt
ist.
6. Stahlseil nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Umwicklungen (6) aus synthetischen Fasern bestehen.
7. Stahlseil nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die synthetischen Fasern aus Polyamid, Polypropylen oder
Polyester bestehen.
8. Stahlseil nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Umwicklungen (6) aus Naturfasern bestehen.
9. Stahlseil nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Umwicklungen (6) mit einem Schmiermittel getränkt
sind.
10. Stahlseil nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kunststoffrundprofile (4, 5) aus Polyamid,
Polypropylen od. dgl. bestehen.
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