DE4227484C2 - Verfahren zur Herstellung von Methanol aus Biorohstoffen - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Methanol aus Biorohstoffen. - Biorohstoffe bezeichnet rege
nerative Rohstoffe, die auf biologischem Wege kurzfristig
gewonnen werden können, im Gegensatz zu fossilen Rohstof
fen, welche wesentlich langsamer gebildet als verbraucht
werden. Ein Biorohstoff kann mit prinzipiell noch intakter
Zellstruktur, im dehydrierten Zustand oder mit weitgehend
desintegrierter Struktur, beispielsweise als feines Pulver,
zur Verfügung gestellt werden. Biorohstoffe können auch aus
sogenanntem biologisch-organischen Müll anfallen. Bioroh
stoffe enthalten im wesentlichen die Elemente Kohlenstoff,
Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff.
Aus der Praxis sind Verfahren zur Herstellung von Methanol
bekannt, bei denen fossile Rohstoffe, beispielsweise Kohle,
eingesetzt werden. Der fossile Rohstoff wird zunächst in
ein Synthesegas umgewandelt, im Falle der Verwendung von
Kohle mittels der Kohledruckvergasung. Dieses Synthesegas
wird in einem sogenannten Nieder- oder Mitteldruckverfahren
bei über 50 bar bis maximal 250 bar in Anwesenheit kupfer
haltiger Katalysatoren zu Methanol umgesetzt. Restgas aus
der Methanolumsetzung wird zum Synthesegas zurückgeführt.
Drücke über 50 bar sind erforderlich, da die Reaktion von
Kohlenoxiden mit Wasserstoff unter Volumenkontraktion ab
läuft und deshalb die Reaktionsgleichgewichte mit steigen
dem Druck in Richtung des Methanols verschoben werden. Da
das Reaktionsgleichgewicht der Reaktion von Kohlenmonoxid
mit Wasserstoff mit sinkender Temperatur ebenfalls in Rich
tung des Methanols verschoben wird, sind relativ niedrige
Reaktionstemperaturen vorteilhaft, zur Erzielung ausrei
chender Umsatzraten sind jedoch die erwähnten Katalysatoren
erforderlich. Die insofern bekannten Verfahren zur Herstel
lung von Methanol aus fossilen Rohstoffen haben sich zwar
bewährt, sind jedoch sehr aufwendig und teuer. Zunächst
sind fossile Rohstoffe, insbesondere Kohle, aufgrund der
aufwendigen Gewinnung teuer, aber auch nur begrenzt verfüg
bar. Weiterhin müssen die fossilen Rohstoffe bzw. das aus
ihnen erzeugte Synthesegas einer aufwendigen Konditionie
rung, insbesondere einer hochwirksamen Entschwefelung un
terzogen werden, damit die kupferhaltigen Katalysatoren
nicht durch schwefelhaltige Gase vergiftet bzw. desakti
viert werden und damit keine aus Umweltschutzgründen stö
renden Schwefelemissionen aus dem Prozeß entweichen.
Schließlich variieren zwar die jeweiligen Wasserstoff- und
Kohlenoxidanteile der erzeugten Synthesegase in Abhängig
keit von dem jeweils angewandten speziellen Verfahren zur
Umwandlung des fossilen Rohstoffs in Synthesegas, sie sind
jedoch bei einem speziellen Verfahren kaum ohne weiteres
veränderbar bzw. optimierbar hinsichtlich möglichst hoher
Ausbeuten bei der folgenden Methanolsynthese. Daher muß
meist Kohlenoxid zum Synthesegas zugesetzt oder ein relativ
ineffektiver Umsatz des Synthesegases zu Methanol hin
genommen werden. Im übrigen muß das in großen Mengen anfal
lende schwefelhaltige Produkt der Entschwefelung entsorgt
werden.
Durch die Literaturstellen Chemical Abstracts 100 (1984)
194 972 und 104 (1986) 189 665 ist es generell bekannt ge
worden, daß aus Biorohstoffen Synthesegas erzeugt werden
kann, welches zur Methanolherstellung verwendbar ist. -
Mehr ist diesen Dokumenten nicht zu entnehmen.
Der Textauszug aus dem Buch von Nicholas P. Cheremisinoff
"GASOHOL for ENERGY PRODUCTION", ANN ARBOR SCIENCE
PUBLISHERS INC 1979, S. 24 bis 31 offenbart insbesondere
auf den S. 29 ff., daß bei einer Methanolproduktion aus
Biorohstoffen zunächst eine Teiloxidation der Biorohstoffe
zu einem Rohgas stattfindet, welches hauptsächlich aus Was
serstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid besteht. Wie die
einzelnen Komponenten Wasserstoff, Kohlendioxid und Kohlen
monoxid mengenmäßig eingestellt sind, bleibt offen. Nach
dieser Teiloxidation findet eine aufwendige Reinigung des
Rohgases statt. Dabei müssen neben Wasserdampf Kohlenwas
serstoffe aus dem Rohsynthesegas entfernt werden und muß
Kohlendioxid auf aufwendige Weise abgetrennt werden. Im An
schluß hieran wird das vorwiegend aus Wasserstoff und Koh
lenmonoxid bestehende (ROH-)Gas in einem Reaktor so umge
setzt, daß quasi genau ein Verhältnis von zwei Teilen Was
serstoff zu einem Teil Kohlenmonoxid vorliegt. Zusätzlich
wird Kohlendioxid gebildet, welches erneut abgetrennt wer
den muß, bevor das Synthesegas in den Synthesereaktor ein
gebracht wird. Eine solche Vorgehensweise ist insgesamt
äußerst aufwendig und kostspielig.
Ferner ist es generell durch die beiden deutschen Offenle
gungsschriften 29 22 293 und 32 01 776 bekannt, bei einem
Synthesegas für die Methanolsynthese ein Verhältnis von
Wasserstoff zu Kohlendioxid im Bereich von 1,5 bis 4, opti
mal von 2,0 bis 2,2 einzustellen. Diese Einstellung erfolgt
bei den bekannten Verfahren beispielsweise durch Konvertie
rung und/oder CO2-Entfernung.
Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein
Verfahren zur Herstellung von Methanol anzugeben, das wenig
aufwendig und wirtschaftlich durchführbar sowie praktisch
frei von Entsorgungs- oder Emissionsproblemen bezüglich
Schwefel ist.
Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung von Methanol aus Biorohstof
fen, wobei die Kombination folgender Merkmale verwirklicht
ist:
- a) Es werden als Biorohstoffe Pflanzen, insbesondere C4- Pflanzen eingesetzt, die von rohstoff-bürtigem Schwefel ausreichend frei sind,
- b) n einem Oxidationsreaktor wird aus den Biorohstoffen durch Teiloxidation ein Biosynthesegas erzeugt, welches Kohlenmonoxid und Wasserstoff enthält,
- c) die Teiloxidation wird unter Zufuhr von extern erzeugter
Wärme und mit einem im wesentlichen Wasserdampf enthal
tenden Vergasungsmittel oder
ohne Zufuhr von extern erzeugter Wärme mit einem im we sentlichen Wasserdampf und molekularen Sauerstoff bzw. Luft enthaltenden Vergasungsmittel durchgeführt, - d) in dem Oxidationsreaktor wird ein Sauerstoff/Bioroh
stoff-Mengenverhältnis eingestellt und aufrechterhalten,
welches ein Verhältnis der Differenz Wasserstoffanteil
minus Kohlendioxidanteil dividiert durch den Kohlen
oxidanteil im Biosynthesegas von 1,5 bis 2,8 gewährlei
stet, d. h. es gilt folgende Beziehung:
- e) das aus dem Oxidationsreaktor abgezogene Biosynthesegas wird in einem Abscheider von Schwebstoffen befreit,
- f) das von den Schwebstoffen befreite Biosynthesegas wird in einer Methanolsyntheseanlage mit Verdichter, Metha nolreaktor, Katalysator, Methanolabscheider und Restgas rückführung zu Methanol umgesetzt.
Ein Biorohstoff ist von rohstoff-bürtigem Schwefel im
Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ausreichend frei,
wenn der Schwefelgehalt des daraus erzeugten Biosynthese
gases für den Betrieb der Methanolsyntheseanlage, insbeson
dere der Katalysatoren, tolerierbar ist. Liegt er höher, so
kann eine Entschwefelung mit Hilfe einer üblichen Entschwe
felungsmaßnahme zwischengeschaltet werden. Bei der Teiloxi
dation von Biorohstoffen wird unter Zugabe eines sauer
stoffhaltigen Vergasungsmittels, beispielsweise technischer
Sauerstoff und/oder Luft und/oder Wasserdampf, so weit und
nicht weiter oxidiert, daß gebundener Wasserstoff zu
molekularem Wasserstoff umgewandelt wird. Teiloxidation
meint also mit anderen Worten, daß im wesentlichen eine
Oxidation von Kohlenstoffverbindungen zu Kohlenoxiden er
folgt. Bezüglich des Wasserstoffs kann dagegen sogar eine
Reduktion stattfinden. Hierzu darf das Sauerstoff/Bioroh
stoff-Mengenverhältnis einen oberen Grenzwert nicht über
schreiten. Meist enthält das erzeugte Biosynthesegas neben
den Hauptbestandteilen Kohlenmonoxid und Wasserstoff gerin
gere Mengen Kohlendioxid. Wird Wasserdampf als Vergasungs
mittel verwendet, so kann der Anteil an CO2 vergleichsweise
etwas höher liegen. In jedem Fall ist der Methananteil ge
ring. Selbstverständlich kann das Biosynthesegas auch mo
lekularen Stickstoff enthalten, wenn Luft als Vergasungs
mittel eingesetzt wird.
Die Erfindung nutzt eine Reihe von Erkenntnissen. Zum er
sten wird genutzt, daß Biorohstoffe billig und allseits zur
Verfügung stellbare, energiereiche Rohstoffe sind, welche
ohne besondere Maßnahmen praktisch schwefelfrei gewonnen
werden können. Zum zweiten ist festgestellt worden, daß die
Zusammensetzung eines Biosynthesegases durch Variation des
Sauerstoff/Biorohstoff-Mengenverhältnisses bei der Teil
oxidation in einem relativ weiten Bereich gesteuert werden
kann. Relativ viel Sauerstoff führt zu einem Biosynthesegas
mit vergleichsweise hohem Kohlenoxidanteil, auch Kohlen
dioxid, und geringerem Wasserstoffanteil, während wenig
Sauerstoff zu einem vergleichsweise hohem Wasserstoffanteil
mit relativ niedrigem Kohlenoxid-(Kohlenmonoxid-)Anteil
führt. Im letzteren Fall entsteht bei der Teiloxidation
neben dem Biosynthesegas organische Kohle, die nach
geeigneter Nachbehandlung als wertvolle Aktivkohle nutzbar
ist. Jedenfalls läßt sich die Teiloxidation so
steuern, daß eine zur Methanolsynthese optimale Stöchiome
trie der Wasserstoffanteile und Kohlenoxidanteile einstell
bar ist.
Die Vergasung von Biorohstoffen in Oxidationsreaktoren zu
einem Synthesegas ist an sich und für sich bekannt. Ent
sprechende Verfahren sind in den Patentanmeldungen P 42 03
997.5, P 42 01 979.6 und P 42 01 983.4 beschrieben. Geeig
nete Oxidationsreaktoren sind in den Patentanmeldungen P 42
01 981.8 und P 42 01 982.6 angegeben. Keine dieser Pa
tentanmeldungen betrifft jedoch die Herstellung von Metha
nol aus Biorohstoffen. Ein Verfahren zur Herstellung von
Dimethylether aus Biorohstoffen ist in der Patentanmeldung
P 42 04 901.6 beschrieben.
Bei den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten
Pflanzen, insbesondere C4-Pflanzen handelt es sich typi
scherweise um sogenannte perennierende C4-Schilfpflanzen.
C4-Pflanzen lassen sich schnell und billig heranziehen und
weisen praktisch keinen Schwefel auf.
Optimale stöchiometrische Verhältnis bei der Methanolsyn
these bezüglich der Reaktionen Wasserstoff plus Kohlenmon
oxid und Wasserstoff plus Kohlendioxid zu Methanol werden
gewährleistet, wenn in dem Oxidationsreaktor ein Sauer
stoff/Biorohstoff-Mengenverhältnis eingestellt und auf
rechterhalten wird, welches ein Verhältnis der Differenz
Wasserstoffanteil minus Kohlendioxidanteil dividiert durch
den Kohlenoxidanteil im Biosynthesegas von 1,8 bis 2,5,
vorzugsweise 2,0 bis 2,2, gewährleistet. Dies ist vorteil
haft einrichtbar,
wenn die Anteile von Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid
im Biosynthesegas mit Gassensoren gemessen und in elektrische
Signale umgewandelt werden, die elektrischen Signale einer Steuer
einheit zugeführt werden, die elektrischen Signale in der Steuerein
heit mit Sollwertvorgaben verglichen werden, und das Sauerstoff/Biorohstoff-
Verhältnis nach Maßgabe der Vergleichsergebnisse von
der Steuereinheit mittels Mengenregler gesteuert wird.
Vorteilhafterweise wird das Biosynthesegas vor der Umsetzung in der
Methanolsyntheseanlage in einem Mineralstoffabscheider von metall
haltigen, insbesondere alkali- und erdalkalimetallhaltigen, Mineral
stoffen befreit. Die in Pflanzen enthaltenen Mineralstoffe, insbe
sondere Natrium und Kalium, stören bei Freisetzung im Biosynthese
gas, da diese Mineralstoffe sich auf dem Katalysator der Methanol
syntheseanlage niederschlagen können und eine Vergiftung bzw.
Desaktivierung bewirken können. Auch ist es möglich, daß der
Katalysator der Methanolsyntheseanlage zwar nicht vergiftet wird,
daß jedoch mit Aufnahme von Alkali- und Erdalkaliverbindungen die
Bildung höherer Alkohole wie Ethanol, Propanol und Butanol anstelle
von Methanol gefördert und somit die Methanolausbeute verringert
wird.
Der Aufwand und die Kosten für die Verdichtung des Biosynthese
gases zur Methanolsynthese können vergleichsweise niedrig gehalten
werden, indem das Biosynthesegas zur Methanolsynthese auf 50 bis
250 bar, vorzugsweise 50 bis 100 bar, verdichtet wird. Wird die
Methanolsynthese bei diesen Drücken durchgeführt, so werden vor
teilhaft für die Umsetzung des Biosynthesegases zu Methanol
Kupfer/Zink-Katalysatoren mit Aluminium eingesetzt.
Da aus thermodynamischen Gründen ein vollständiger Umsatz des
Biosynthesegases zu Methanol prinzipiell nicht möglich ist, entsteht
nach der Abscheidung von Methanol ein Rastgas, welches noch
verwertbaren Wasserstoff und verwertbares Kohlenmonoxid enthält.
Dieses Restgas wird daher zum Biosynthesegas zurückgeführt. Über
schüssiges Restgas wird vorteilhafterweise zur Erzeugung der gege
benenfalls erforderlichen Prozeßwärme verwertet.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann bezüglich der Teiloxidation in
dem Oxidationsreaktor in verschiedenen Ausführungsformen betrieben
werden. In einer Ausführungsform wird die Teiloxidation unter
Zufuhr von extern erzeugter Wärme und mit einem im wesentlichen
Wasserdampf enthaltenden Vergasungsmittel durchgeführt. Diese Ver
fahrensweise ist in anderem Zusammenhang als allotherme Vergasung
bekannt. Die Zufuhr von extern erzeugter Wärme ist bei einer
allothermen Vergasung erforderlich, da die Reaktion von Biorohstoff
mit Wasserdampf zu Biosynthesegas insgesamt endotherm ist. Die
Wärme für die Teiloxidation kann dabei vorzugsweise durch Ver
brennung von Biorohstoff, von Biosynthesegas oder von über
schüssigem Restgas aus der Methanolsynthese erzeugt werden. Vor
teilhafterweise wird die Wärme für die Teiloxidation mittels eines
üblichen Wärmeträgergases über einen Wärmetauscher in den Oxi
dationsreaktor eingetragen.
In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Teiloxidation ohne Zufuhr von extern erzeugter Wärme und
mit einem im wesentlichen Wasserdampf und molekularen Sauerstoff
bzw. Luft enthaltenden Vergasungsmittel durchgeführt. Diese Ver
fahrensweise ist in anderem Zusammenhang als autotherme Vergasung
bekannt. Dabei erfolgen mit dem Anteil molekularen, Sauerstoffs im
Vergasungsmittel exotherme Oxidationsreaktionen, wodurch "in situ"
die erforderliche Wärme für die endotherme Reaktion von Wasser
dampf und Biorohstoff entsteht.
Eine autotherme oder allotherme Vergasung ist grundsätzlich bekannt
aus der Literaturstelle "Stahl und Eisen", Band 114, 1990, Nr. 8,
Seiten 131 bis 136, jedoch in anderem Zusammenhang. Dia insofern
bekannte autotherme oder allotherme Vergasung bezieht sich auf die
Erzeugung eines Brauchgases aus Kohle. Diese Literaturstelle gibt
jedoch keinerlei Hinweise, inwiefern ein Biosynthesegas autotherm
oder allotherm aus Biorohstoffen erzeugt werden kann.
In einer weiteren Ausführungsform erfolgt bei den erfindungsgemäßen
Verfahren die Teiloxidation dar Biorohstoffe in dem Oxidationsreaktor
thermisch z. B. mit Luft als Vergasungsmittel. Die Verwendung von
Luft als Vergasungsmittel ist ohne weiteres möglich, sofern die
thermodynamischen Rahmenbedingungen bezüglich des Sauerstoff/Bio
rohstoff-Mengenverhältnisses beachtet werden. Luft ist allseits ver
fügbar und billig.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt die einzige Figur
Fig. 1 das Schema einer Anlage zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
Aus Pflanzen, insbesondere aus C4-Pflanzen, wird ein, zerstückelter
und getrockneter Biorohstoff 1 hergestellt. Der Biorohstoff 1 wird
einem Reaktionsraum 4 eines Oxidationsreaktors 2, welcher im
Ausführungsbeispiel als Drallstromreaktor ausgeführt ist, über einen
Mengenregler 10 und ein Drallrohr 3 zugeführt. Einer Prozeßsteue
rungskammer 5 des Oxidationsreaktors 2 wird über einen Mengenreg
ler 11 sauerstoffhaltiges Vergasungsmittel zugeführt. Das sauerstoff
haltige Vergasungsmittel kann molekularen Sauerstoff allein oder als
Wasser gebundenen Sauerstoff allein enthalten, kann aber auch
sowohl molekularen Sauerstoff als auch als Wasser gebundenen
Sauerstoff enthalten. Teilweise oder vollständig oxidierter fester
Biorohstoff 1 wird der Ascheableitung 6 entnommen. Das Biosynthese
gas wird der Biosynthesegassammelleitung 7 entnommen und einem
Abscheider 8 zugeführt. In dem Abscheider 8 wird das Brennstoffgas
von Schwebstoffen befreit, welche in der Schwebstoffsammelleitung 9
getrennt abgeführt werden. Das Biosynthesegas wird dann durch
einen Mineralstoffabscheider 23, beispielsweise einen Gaswäscher,
geleitet, wobei insbesondere Natrium und Kalium aus dem Biosyn
thesegas entfernt werden. Die Anteile an Wasserstoff, Kohlenmonoxid
und Kohlendioxid im Biosynthesegas werden mittels Gassensoren 12
gemessen und in elektrische Signale umgewandelt. Diese elektrischen
Signale werden einer Steuereinheit 13 zugeführt, in welchem ein
Vergleich mit Sollwertvorgaben, beispielsweise aus der Methanolsyn
these, stattfindet. Nach Maßgabe der Vergleichsergebnisse werden
die Mengenregler 10, 11 gesteuert. Dabei erfolgt die Steuerung so,
daß ein Verhältnis der Differenz Wasserstoffanteil minus Kohlen
dioxidanteil dividiert durch den Kohlenoxidanteil zwischen 2,0 und
2,2 gewährleistet ist. Das schwebstoff- und mineralstofffreie Bio
synthesegas wird mittels eines Verdichters 14 auf einen Druck von
60 bar verdichtet. Das verdichtete Biosynthesegas wird dann einem
Methanolreaktor 15 zugeführt, welcher mit einem Kupfer/Zink-Kataly
sator mit Aluminium 16 ausgerüstet ist. Aus dem dem Methanol
reaktor 15 entströmenden Gemisch wird das Methanol in einem
Methanolabscheider 17 abgeschieden und über eine Methanol
sammelleitung 18 abgeführt. Der nicht umgesetzte Anteil des Bio
synthesegases entströmt dem Methanolabscheider 17 und wird über
eine Restgasrückführung 22 zum Methanolreaktor 15 zurückgeführt.
Überschüssiges Restgas kann mittels eines Überdruckventils 19 abge
lassen werden und wird in einem Wärmeerzeuger 20 zur Erzeugung
der gegebenenfalls erforderlichen Prozeßwärme verbrannt. Das Ver
brennungsabgas wird über eine Abgasleitung 21 an die Umgebung
abgegeben, wobei besonders niedrige Schadstoffanteile gewährleistet
sind. Insbesondere ist das Verbrennungsabgas praktisch schwefel
frei. Es versteht sich, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren
zusätzlich eine Mehrzahl von Wärmetauscher eingesetzt werden,
welche aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht gezeichnet wurden.
Es versteht sich, daß im Rahmen der Erfindung freiwerdende Wärme
auf geeignete Weise in das erfindungsgemäße Verfahren rückge
koppelt werden kann.
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von Methanol aus Biorohstoffen
(1), wobei die Kombination folgender Merkmale verwirklicht
ist:
- a) Es werden als Biorohstoffe (1) Pflanzen, insbesondere C4-Pflanzen eingesetzt, die von rohstoff-bürtigem Schwefel ausreichend frei sind,
- b) in einem Oxidationsreaktor (2) wird aus den Biorohstof fen (1) durch Teiloxidation ein Biosynthesegas erzeugt, welches Kohlenmonoxid und Wasserstoff enthält,
- c) die Teiloxidation wird unter Zufuhr von extern erzeugter
Wärme und mit einem im wesentlichen Wasserdampf enthalten
den Vergasungsmittel oder
ohne Zufuhr von extern erzeugter Wärme mit einem im wesent lichen Wasserdampf und molekularen Sauerstoff bzw. Luft enthaltenden Vergasungsmittel durchgeführt, - d) in dem Oxidationsreaktor (2) wird ein Sauerstoff/Bio rohstoff-Mengenverhältnis eingestellt und aufrechterhalten, welches ein Verhältnis der Differenz Wasserstoffanteil mi nus Kohlendioxidanteil dividiert durch den Kohlenoxidanteil im Biosynthesegas von 1,5 bis 2,8 gewährleistet,
- e) das aus dem Oxidationsreaktor (2) abgezogene Biosynthe segas wird in einem Abscheider (8) von Schwebstoffen be freit,
- f) das von Schwebstoffen befreite Biosynthesegas wird in einer Methanolsyntheseanlage mit Verdichter (14), Methanol reaktor (15), Katalysator (16), Methanolabscheider (17) und Restgasrückführung (22) zu Methanol umgesetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
in dem Oxidationsreaktor (2) ein Sauerstoff/Biorohstoff-
Mengenverhältnis eingestellt und aufrechterhalten wird,
welches ein Verhältnis der Differenz Wasserstoffanteil mi
nus Kohlendioxidanteil dividiert durch den Kohlenoxidanteil
im Biosynthesegas von 1,8 bis 2,5, vorzugsweise 2,0 bis
2,2, gewährleistet.
3. Verfahren nach einem der Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Anteile Wasserstoff, Kohlenmonoxid
und Kohlendioxid im Biosynthesegas mit Gassensoren (12),
gemessen und in elektrische Signale umgewandelt werden, die
elektrischen Signale einer Steuereinheit (13) zugeführt
werden, die elektrischen Signale in der Steuereinheit (13)
mit Sollwertvorgaben verglichen werden und das Sauer
stoff/Biorohstoff-Mengenverhältnis nach Maßgabe der Ver
gleichsergebnisse von der Steuereinheit (13) mittels Men
genregler (10, 11) gesteuert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Biosynthesegas vor der Umsetzung in
der Methanolsyntheseanlage in einem Mineralstoffabscheider
(23) von metallhaltigen, insbesondere alkali- und erdalka
limetallhaltigen Mineralstoffen befreit wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Biosynthesegas zur Methanolsynthese
mit dem Verdichter (14) auf 50 bis 250 bar, vorzugsweise 50
bis 100 bar, verdichtet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Umsetzung des Biosynthesegases zu
Methanol in Gegenwart eines Kupfer/Zink-Katalysators mit
Aluminium (16) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Restgasrückführung (22) entnommene
überschüssige Restgas in einem Wärmeerzeuger (20) zur Er
zeugung von Prozeßwärme verwertet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wärme für die Teiloxidation durch
Verbrennung von Biorohstoff (1) extern erzeugt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wärme für die Teiloxidation durch
Verbrennung von Biosynthesegas extern erzeugt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wärme für die Teiloxidation durch
Verbrennung von überschüssigem Restgas aus der Methanol
synthese extern erzeugt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die extern erzeugte Wärme für die Teil
oxidation mittels eines üblichen Wärmeträgergases über ei
nen Wärmetauscher in den Oxidationsreaktor (2) eingetragen
wird.
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| DE4227484A DE4227484C2 (de) | 1992-03-28 | 1992-08-20 | Verfahren zur Herstellung von Methanol aus Biorohstoffen |
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| DE3201776A1 (de) * | 1982-01-21 | 1983-09-08 | Krupp-Koppers Gmbh, 4300 Essen | Verfahren zur gleichzeitigen erzeugung von methanol- und ammoniak-synthesegas. |
Non-Patent Citations (3)
| Title |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4227484A1 (de) | 1993-09-30 |
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