DE4222671A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Pyrolysekoks - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von PyrolysekoksInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Pyrolysekoks und einen Flugstromreaktor zur Durchführung des
Verfahrens.
Es ist allgemein bekannt, aus Steinkohle, die unter Luftab
schluß erhitzt wird, die Flüchtigen Bestandteile in einem
Flugstromreaktor abzutrennen, wobei die Kohlegrundsubstanz
als glasiger Koksrückstand zurückbleibt. Das Hauptprodukt
solcher Pyrolyseverfahren sind die Flüchtigen Bestandteile,
die zu den verschiedensten Endprodukten weiterverarbeitbar
sind. Der Koksrückstand als Nebenprodukt wird in der Regel
als Festbrennstoff verwertet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das
gattungsgemäße Verfahren dahingehend weiterzuentwickeln, daß
der Pyrolysekoks als ein Hauptprodukt nutzbar ist, nämlich
als ein Porenbildner zur Erzeugung von porenhaltigen kera
mischen Formkörpern.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden ausgehend von einem Ver
fahren der eingangs genannten Gattung eine Weiterbildung des
Verfahrens und ein Flugstromreaktor zu dessen Durchführung
vorgeschlagen, wobei die verfahrensmäßige Lösung der Erfin
dungsaufgabe in den kennzeichnenden Merkmalen des Patentan
spruchs 1 niedergelegt ist. Weitere Ausgestaltungen des Ver
fahrens vermitteln die Ansprüche 2 bis 4.
Die vorrichtungsgemäße Lösung der Erfindungsaufgabe wird
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 5 wieder
gegeben. Eine weitere Ausgestaltung der Vorrichtung ist in
Anspruch 6 niedergelegt.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß nach dem erfin
dungsgemäßen Verfahren hergestellter Pyrolysekoks sehr gut
als Porenbildner für die Erzeugung von porenhaltigen kera
mischen Formkörpern geeignet ist. Als zusätzlicher Vorteil
tritt hinzu, daß die fühlbare Wärme der Pyrolysekokspartikel
den Fremdwärmebedarf bei der Herstellung porenhaltiger kera
mischer Formkörper entsprechend reduziert.
Die bei der erfindungsgemäßen Herstellung der Pyrolysekoks
partikel als weiteres Produkt anfallenden Flüchtigen Be
standteile können ihrer üblichen Verwendung in der Teerchemie
zugeführt werden, mindestens aber können sie unter Ausnutzung
ihrer fühlbaren Wärme ebenfalls bei der Erzeugung der
porenhaltigen keramischen Formkörper vorteilhaft zur
Einsparung von Fremdwärme verwendet werden.
Die Pyrolysekokspartikel lassen sich vorteilhaft in einem
Fallrohrreaktor als Flugstromreaktor herstellen, da die dort
erzeugbaren Kokspartikel überraschenderweise eine Korn
größenverteilung haben, die eine optimale Porenverteilung in
den porenhaltigen keramischen Formkörpern gewährleisten.
Der erfindungsgemäße Flugstromreaktor eignet sich besonders
gut zur Herstellung von Pyrolysekokspartikeln mit optimalen
Eigenschaften.
Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft anhand der
Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Darstellung einen erfindungsge
mäßen Flugstromreaktor zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 2 eine SEM-fotografische Wiedergabe von nach dem er
findungsgemäßen Verfahren hergestellten Pyrolyse
kokspartikeln, die mit verschiedenen Vergröße
rungsmaßstäben abgebildet sind.
In Fig. 1 ist ein als Fallrohrreaktor 1 ausgebildeter Flug
stromreaktor dargestellt, der über eine Kohlevorlage 2 mit
Kohle beschickbar ist. An die Kohlevorlage 2 ist seitlich
eine Gas-Dosierleitung 4 angeschlossen. Das Dosiergas dient
zur Fluidisierung des in der Kohlevorlage 2 enthaltenen Koh
lenstaubes. Die Kohlevorlage 2 ist über eine Kohle-Dosier
leitung 3, die von einem Kühlmantel 5 umgeben ist, an den
Reaktorkopf 6 angeschlossen. Die Kohle-Dosierleitung 3 ragt
mit ihrem Auslaß 16 in den Reaktorkopf 6 hinein, und zwar bis
zur Höhe eines Heißgaß-Einlasses 15, an den eine Heißgas
leitung 7 anschließt. Sie ist durch einen Brenner 8 hin
durchgeführt, der seitlich des Fallrohrreaktors 1 angeordnet
ist.
Im Brenner 8, der über eine Leitung 18 mit Brennstoff be
schickt wird und dessen Abgas über eine Leitung 17 abgeführt
wird, wird das in der Heißgasleitung 7 enthaltene Heißgas auf
hohe Temperaturen von etwa 700-900°C aufgeheizt. Als
Heißgas dient ein im wesentlichen sauerstofffreies Gas, vor
zugsweise Rauchgas.
Im Bereich einer sich im Fallrohrreaktor 1 ausbildenden
Reaktionsstrecke 14 trifft das aus dem Auslaß 16 austretende
kalte Kohle-Dosiergas-Gemisch auf das aus dem Heißgas-Einlaß
15 austretende Heißgas. Dabei erfolgt im Bereich der Reak
tionsstrecke 14 eine Schockverkokung der vorzugsweise hoch
flüchtigen Einsatzkohle mit 30 bis 40% Flüchtigen Bestand
teilen und einer Korngröße von 0,1 bis 0,5 mm unter Bildung
von rundlichen porösen Pyrolysekokspartikeln.
Am Reaktorausgang 9 schließt an den Fallrohrreaktor 1 eine
Gas-Flüchtige-Koks-Gemischleitung 10 an, die zu einem nach
geschalteten heißgehenden Feststoffabscheider 11 führt, an
dem sie seitlich befestigt ist. Vorzugsweise wird als Fest
stoffabscheider, wie im Beispiel, ein Heißgas-Zyklon 11 ver
wendet.
Aus dem Kopfbereich des Feststoffabscheiders 11 wird eine
Gas-Flüchtige-Leitung 13 herausgeführt und in dessen Fußbe
reich ist ein Koksabzug 12 angebracht.
Gemäß einer vorteilhaften weiteren Ausgestaltung des Flug
stromreaktors kann an die Gas-Flüchtige-Koks-Gemischleitung
10 eine Rückführleitung 19 angeschlossen sein, die im Bei
spiel mit dem Reaktorkopf 6 verbunden ist.
Wie Fig. 2 ausweist, entstehen bei Anwendung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens Pyrolysekokspartikel von kugelähn
licher Form, deren zellig-poröse Beschaffenheit aus den vier
SEM-Fotografien mit verschiedenen Vergrößerungsmaßstäben gut
erkennbar ist. Die Pyrolysepartikel fallen innerhalb eines
eng begrenzten Korngrößenbereichs an. Wegen dieser Eigen
schaften sind die Partikel optimal als Porenbildner für die
Herstellung von porenhaltigen keramischen Formkörpern ge
eignet.
Bezugszeichenliste
1 Fallrohrreaktor
2 Kohlevorlage
3 Kohle-Dosierleitung
4 Gas-Dosierleitung
5 Kühlmantel
6 Reaktorkopf
7 Heißgasleitung
8 Brenner
9 Reaktorausgang
10 Gas-Flüchtige-Koks-Gemischleitung
11 Feststoffabscheider
12 Koksabzug
13 Gas-Flüchtige-Leitung
14 Reaktionsstrecke
15 Heißgas-Einlaß
16 Kohle/Dosiergas-Auslaß
17 Abgasleitung
18 Brennstoffleitung
19 Rückführleitung
2 Kohlevorlage
3 Kohle-Dosierleitung
4 Gas-Dosierleitung
5 Kühlmantel
6 Reaktorkopf
7 Heißgasleitung
8 Brenner
9 Reaktorausgang
10 Gas-Flüchtige-Koks-Gemischleitung
11 Feststoffabscheider
12 Koksabzug
13 Gas-Flüchtige-Leitung
14 Reaktionsstrecke
15 Heißgas-Einlaß
16 Kohle/Dosiergas-Auslaß
17 Abgasleitung
18 Brennstoffleitung
19 Rückführleitung
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Pyrolysekoks, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- a) hochflüchtige Steinkohlen mit 30 bis 40% Flüch tigen Bestandteilen und mit einer Korngröße von 0,1 bis 0,5 mm mittels eines kalten Dosiergases in den Kopfbereich eines Flugstromreaktors von oben einge blasen werden,
- b) dort mit einem im wesentlichen sauerstofffreien 700 bis 900°C heißen Gasstrom (z. B. Rauchgas) aus einer vorgeschalteten Brennkammer zusammengeführt werden, um die Steinkohle in einer Reaktionsstrecke durch Pyrolyse in Koks umzuwandeln, und
- c) das Gas-Flüchtige-Koksgemisch in einem heißgehenden nachgeschalteten Feststoffabscheider bei rd. 500°C einerseits in das Pyrolysegas und die Flüchtigen Bestandteile sowie andererseits in die Pyrolyse kokspartikel getrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Flugstromreaktor ein Fallrohrreaktor verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die flüchtigen Bestandteile zur energetischen
Nutzung in den Prozeß zurückgeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die flüchtigen Bestandteile in der Teerchemie
weiterverarbeitet werden.
5. Flugstromreaktor zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
einem Fallrohrreaktor (1) eine Kohlevorlage (2) vorge
schaltet ist, in deren Kohle-Dosierleitung (3), die mit
einem Kühlmantel (5) versehen ist, eine Gas-Dosierlei
tung (4) einmündet, die Kohle-Dosierleitung (3) in den
Reaktorkopf (6) von oben eingelassen ist, in den Reak
torkopf (6) des weiteren seitlich eine Heißgasleitung
(7) einmündet und der Heißgasleitung (7) ein Brenner (8)
zugeordnet ist sowie aus dem Reaktorausgang (9) eine
Gas-Flüchtige-Koks-Gemischleitung (10) abzweigt, die zu
einem Feststoffabscheider (11) führt, der mit einem
Koksabzug (12) sowie einer Gas-Flüchtige-Leitung (13)
ausgerüstet ist.
6. Flugstromreaktor nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß eine Gas-Flüchtige-Koks-Gemisch-Rückführleitung
(19) vorgesehen ist, die von der Gas-Flüchtige-Koks-
Gemischleitung (10) zum Reaktor (1) führt.
Priority Applications (2)
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| DE19924222671 DE4222671C2 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Flugstromreaktor zur Herstellung von Pyrolysekoks |
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|---|---|---|---|
| DE19924222671 DE4222671C2 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Flugstromreaktor zur Herstellung von Pyrolysekoks |
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|---|---|
| DE4222671A1 true DE4222671A1 (de) | 1994-01-13 |
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|---|---|---|---|
| DE19924222671 Expired - Fee Related DE4222671C2 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Flugstromreaktor zur Herstellung von Pyrolysekoks |
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| US4324638A (en) * | 1980-08-26 | 1982-04-13 | Occidental Research Corporation | Pyrolysis process for stabilizing volatile hydrocarbons |
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1993
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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|---|---|
| WO1994001514A1 (de) | 1994-01-20 |
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