DE4201593C2 - Kommutator für elektrische Maschinen und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Kommutator für elektrische Maschinen und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kommutator für elektrische Ma
schinen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfah
ren zu seiner Herstellung.
Aus der DE-PS 11 55 528 ist bereits ein derartiger Kommutator für
elektrische Maschinen und dessen Herstellverfahren bekannt, wobei
die einzelnen Kommutatorlamellen auf zwei stirnseitig angeordnete
Armierungsringe zu einem Lamellenkörper ringförmig angeordnet wer
den, indem die Armierungsringe in entsprechende stirnseitige Aus
sparungen an den Lamellen eingesetzt werden, bevor der von einem
Dorn aufgenommene Lamellenkörper in eine Preßform gegeben, der Dorn
entfernt und der Lamellenkörper mit einer dazu konzentrisch angeord
neten Nabe in einer Isolierstoff-Preßmasse verankert wird. Um die
Lamellen auf einem vorgegebenen Abstand voneinander zu halten, sind
an dem die Armierungsringe umgebenden Isolierstoff Abstandsrippen
angeordnet, an die die Lamellen seitlich anliegen. Nachteilig bei
einem derartigen Kommutator ist, daß der Lamellenkörper vor dem Ver
pressen mit der Nabe durch besondere Maßnahmen zusammengehalten
werden muß und daß die Armierungsringe durch besondere Fixierstollen
in der Preßvorrichtung beim Verpressen der Isolierstoff-Preßmasse
gegen axiales Herausdrücken aus den Aussparungen der Lamellen gehal
ten werden müssen.
Mit der vorliegenden Erfindung soll nunmehr beim Kommutator der Lamellenkörper vor
dem Verpressen und während des Verpressens durch möglichst einfache
Maßnahmen zusammengehalten und ein Wegdrücken der Armierungsringe
durch die Preßmasse verhindert werden.
Der erfindungsgemäße Kommutator mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 hat den Vorteil, daß die an die Armierungsrin
ge und Lamellenaussparungen angeformten Rastmittel einerseits den
Lamellenkörper vor dem Verpressen zusammenhalten und andererseits
ein Herausdrücken der Armierungsringe aus den Aussparungen der Kom
mutatorlamellen während des Verpressens verhindern. Bei dem erfin
dungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines solches Kommutators
nach den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 5 ist von Vorteil,
daß durch die Verrastung der Lamellen an den Armierungsringen eine
automatische Montage des Lamellenkörpers und ein unproblematischer
Transport des vorgefertigen Lamellenkörpers zur Preßvorrichtung
sowie eine automatische Kunststoffverpressung ohne zusätzliche
Haltevorrichtung für die Armierungsringe möglich ist.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Merkmale ergeben sich
vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im Patentan
spruch 1 angegebenen Merkmale. So ergibt sich eine besonders günsti
ge Ausbildung der Rastmittel dadurch, daß zwischen den Abstands
rippen am Isolierstoff des Armierungsringes axial nach außen
gerichtete Rastnasen angeformt sind, die in entsprechende Ausneh
mungen an den Lamellenaussparungen eingreifen. Für die Vormontage
des Lamellenkörpers ist ferner vorteilhaft, daß die der Rastnase
gegenüberliegende Seite des Armierungsringes zur Lamellenaussparung
einen Abstand hat, der etwa der Höhe der Rastnase entspricht, so daß
die Armierungsringe leicht in die Aussparungen der Lamellen einzu
setzen sind. Ein zuverlässiger Zusammenhalt des vormontierten Lamel
lenkörpers ergibt sich außerdem dadurch, daß die Rastmittel an der
radial außenliegenden Seite der Armierungsringe und der Lamellenaus
sparungen angeordnet sind.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung darge
stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es
zeigen Fig. 1 den vorgefertigten Lamellenkörper, Fig. 2 Lamelle
und Armierungsring vor der Verrastung, Fig. 3 zeigt einen mit Iso
lierstoff verpreßten Kommutator und Fig. 4 einen vergrößerten Aus
schnitt im Bereich einer Verrastung von Lamelle und Armierungsring
am fertigen Kommutator.
Zur Herstellung eines in Fig. 3 dargestellten und mit 10 bezeichne
ten Kommutators für elektrische Maschinen werden zunächst einzelne
gestanzte und geprägte Kupferlamellen 11 gemäß Fig. 1 und 2 zu
einem Ring angeordnet, bei dem die Kupferlamellen 11 voneinander
einen bestimmten Abstand haben. An den Stirnseiten 12 der Lamellen
sind jeweils in Fig. 2 erkennbare Aussparungen 13 vorgesehen, in
welche von den Stirnseiten der Kupferlamellen her jeweils ein Armie
rungsring 14 eingesetzt wird. Im Umfangsbereich der Aussparungen 13
liegen die Kupferlamellen 11 an Abstandsrippen 15 an, die aus einem
die Armierungsringe auf drei Seiten umgebenden Isolierstoff 16
herausgebildet sind, so daß sie gemäß Fig. 1 die Kupferlamellen 11
auf einen vorgegebenen Abstand voneinander halten.
Aus Fig. 2 ist erkennbar, daß die aus Metall, vorzugsweise aus
Stahl hergestellten Armierungsringe 14 auf ihrer radialen Innenseite
14a zunächst frei von umgebenden Isolierstoff 16 sind. Ferner ist
erkennbar, daß zwischen den in Fig. 1 erkennbaren Abstandsrippen 15
am Isolierstoff 16 der Armierungsringe 14 axial nach außen gerichte
te Rastnasen 17 auf der radial außenliegenden Seite der Armierungs
ringe 14 angeformt sind und daß entsprechende Ausnehmungen 18 an der
radial außenliegenden Seite der Lamellenaussparungen 13 ausgestanzt
sind. Schließlich ist aus Fig. 2 noch erkennbar, daß die Lamellen
aussparungen 13 in radialer Richtung um die Höhe der Rastnasen 17 an
den Armierungsringen weiter sind als die radiale Dicke der Armie
rungsringe 14 mitsamt des sie umgebenden Isolierstoffes 16.
Um einen einfach zu transportierenden, vorgefertigten Lamellenkörper
20 gemäß Fig. 1 zu erhalten, werden die Kupferlamellen 11 zunächst
auf einen größeren Außendurchmesser ringförmig in einer Haltevor
richtung 19 aufgenommen. Danach werden die Armierungsringe 14 an den
Stirnseiten in Axialrichtung über die auf dem kleineren Radius lie
gende Seite 13a der Lamellenaussparungen gemäß Fig. 2 in die jewei
ligen Lamellenaussparungen 13 eingesetzt. Anschließend werden die
Kupferlamellen 11 radial nach innen gedrückt, indem der Lamellenring
durch radiales Zusammendrücken im Durchmesser reduziert wird. Da
durch werden nunmehr die Rastmittel an den Armierungsringen 14 und
an den Aussparungen 13 der Kupferlamellen 11 zum Eingriff gebracht,
indem - wie aus Fig. 4 erkennbar - die nach außen gerichteten Rast
nasen 17 am Isolierstoff 16 der Armierungsringe 14 in die entspre
chenden Ausnehmungen 18 an den Lamellenaussparungen 13 eingreifen.
In dem so vorgefertigten Lamellenkörper 20 sind die Armierungsringe
14 nunmehr in den Lamellenaussparungen 13 gegen Axialverschiebung
gesichert.
Der Lamellenkörper 20 gelangt nunmehr ohne zusätzliche besondere
Maßnahmen, z. B. auf automatischen Transportbändern oder dergleichen
zur Isolierstoff-Verpressungs-Station, wo er in eine nicht darge
stellte Preßform eingelegt wird, in welche außerdem in bekannter
Weise eine metallische Nabe 21 auf einem ebenfalls nicht dargestell
ten Dorn konzentrisch zum Lamellenkörper 20 eingesetzt wird. Sodann
werden in der Preßform sämtliche Zwischenräume zwischen den Kupfer
lamellen 11, den Armierungsringen 14 und der Nabe 21 mit einer bei
entsprechend hohen Temperaturen fließenden Isolierstoff-Preßmasse 22
ausgefüllt und diese anschließend ausgehärtet. Dabei werden sowohl
die Kupferlamellen 11 als auch die Armierungsringe 14 und die Nabe
21 in der verrasteten Anordnung in der Preßmasse 22 verankert.
In Fig. 3 ist ein solcher der Preßform entnommener Kommutator er
kennbar, der nun lediglich noch am Außenumfang der Kupferlamellen 11
zur Erzeugung einer Lauffläche für die mit ihm zusammenwirkenden
nicht dargestellten Kohlebürsten einer elektrischen Maschine abge
dreht werden muß. Gegebenenfalls werden außerdem noch zwischen den
Kupferlamellen 11 flache Schlitze ausgesägt.
Aus Fig. 4 ist erkennbar, daß am vorgefertigten und sodann verpreß
ten Lamellenkörper 20 die innenliegende Seite 14a der Armierungs
ringe 14 zur Innenseite 13a der Lamellenaussparungen 13 einen Ab
stand hat, der etwa der Höhe der Verrastung der Rastnasen 17 mit den
Ausnehmungen 18 entspricht. Bei der Isolierstoff-Verpressung wird
dann - wie Fig. 4 zeigt - dieser Spalt 23 mit der Preßmasse 22 aus
gefüllt, so daß der metallische Armierungsring 14 auch an seiner
Unterseite 14a gegenüber den Kupferlamellen 11 isoliert ist.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel be
schränkt. So können beispielsweise die Armierungsringe 14 auch aus
Stahldrähten gewickelt sein oder aus einem glasfaserverstärkten
Kunststoffmaterial bestehen, welches von sich aus gegenüber den
Kupferlamellen isolierend ist. Bei Verwendung von Armierungsringen
14 aus kohlefaserverstärktem Kunststoff ergibt sich durch den nega
tiven Ausdehnungskoeffizienten der zu einem Ring ausgerichteten
Kohlefasern der Vorteil, daß sich die Armierungskraft mit zunehmen
der Temperatur erhöht. Bei thermischer Belastung wird somit in den
Armierungsringen eine radiale Vorspannung für den Zusammenhalt der
Lammellen 11 aufgebaut.
Außerdem kann die Verrastung auch auf der Innenseite der Armierungs
ringe 14 und der Lamellenaussparungen 13 erfolgen. In diesem Fall
wären die Kupferlamellen des Kommutators zur Verrastung mit den
Armierungsringen radial nach außen zu drücken. Stattdessen ist es
aber auch möglich, zur Verrastung der Kupferlamellen an den Armie
rungsringen nur die unter den Armierungsring 14 reichenden Fuß 14b
der Kupferlamellen radial nach außen zu drücken, sofern der Armie
rungsring 14 gegenüber den Kupferlamellen ausreichend isoliert ist.
Schließlich ist es auch möglich, die Rastnasen an den Kupferlamellen
11 und die entsprechenden Ausnehmungen am Isolierstoff der Armie
rungsringe 14 anzubringen. Unabhängig von der Ausbildung und Anord
nung der Verrastung ist diese Lösung auch nicht auf die Verwendung
von Kupferlamellen beschränkt, da hierfür auch andere Materialien
verwendbar sind, sofern sie eine ausreichende mechanische Festigkeit
und eine verlustarme Stromleitung gewährleisten.
Claims (6)
1. Kommutator für elektrische Maschinen mit einer Anzahl von außen
liegenden Metallamellen, die mit Abstand voneinander durch Armie
rungsringe zu einem Lamellenkörper vormontiert und zusammen mit
einer Nabe zur Befestigung auf einer Maschinenwelle in einer Iso
lierstoff-Preßmasse verankert sind, wobei die Metallamellen zur Auf
nahme der Armierungsringe mit Aussparungen versehen sind, die an
Abstandsrippen anliegen, welche aus einem die Armierungsringe umge
benden Isolierstoff herausgebildet sind, um die Metallamellen auf
einen vorgegebenen Abstand voneinander zu halten, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen den Abstandsrippen (15) an mindestens einem
axialen Bereich des die Armierungsringe (14) umgebenden Isolier
stoffes (16) und an dem an diesem Bereich radial angrenzenden Bereich
der Lamellenaussparung (13) axial zusammenwirkende Rastmittel (17,
18) angeformt sind, welche die Armierungsringe (14) in den Lamellen
aussparungen (13) gegen Axialverschiebung sichern.
2. Kommutator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Abstandsrippen (15) am Isolierstoff (16) des Armierungsringes
(14) axial nach außen gerichtete Rastnasen (17) angeformt sind, die
in entsprechende Ausnehmungen (18) an den Lamellenaussparungen (13)
eingreifen.
3. Kommutator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die der
Rastnase (17) gegenüberliegende Seite des Armierungsringes (14) zur
Lamellenaussparung (13) einen Abstand (23) hat, der etwa der Höhe
der Verrastung der Rastnasen (17) mit den Ausnehmungen (18)
entspricht.
4. Kommutator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Armierungsringe (14) aus einem kohlefaserverstärkten Kunststoff
bestehen.
5. Kommutator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rast
mittel (17, 18) an der radial außenliegenden Seite der Armierungs
ringe (14) und der Lamellenaussparungen (13) angeordnet sind.
6. Verfahren zur Herstellung eines Kommutators nach einem der An
sprüche 1 bis 5, bei dem ein Lamellenkörper aus ringförmig neben
einander angeordneten und durch Armierungsringe auf Abstand gehal
tene Metallamellen gemeinsam mit einer konzentrisch dazu liegenden
Nabe in einer Isolierstoff-Preßmasse verankert ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Metallamellen (11) zunächst auf einem größeren
Außendurchmesser ringförmig in einer Haltevorrichtung (19) aufge
reiht, danach die Armierungsringe (14) über die auf dem kleineren
Radius liegende Seite (13a) der Lamellenaussparungen (13) in diese
Lamellenaussparungen eingesetzt und anschließend die Metallamellen
(11) radial nach innen gedrückt werden, so daß zur Bildung des vor
gefertigten Lamellenkörpers (20) die Rastmittel (17, 18) an Armie
rungsring (14) und Aussparung (13) zum Eingriff gebracht werden.
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