DE4133840C2 - Anlage zum Beschichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farbmaterial - Google Patents

Anlage zum Beschichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farbmaterial

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage zum Be­ schichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farb­ material nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bei einer serienmäßigen Beschichtung von Gegenständen, insbesondere Lackierung von Fahrzeugkarosserien, sind häufige Farbwechsel erforderlich. Dies kann sogar so­ weit gehen, daß nahezu jeder Gegenstand mit einer ande­ ren Farbe beschichtet werden soll, als der jeweils vorhergehende.
Der Farbauftrag erfolgt mittels eines Sprühorganes, welches über eine farbführende Leitung und über eine Anzahl steuerbarer Ventile wahlweise an eine von mehre­ ren unterschiedlichen Farbleitungen oder an eine Rei­ nigungsmittelleitung anschließbar ist. Im Zuge des Farbwechsels wird besagte farbführende Leitung sowie das Sprühorgan von Resten der zuvor verwendeten Farbe befreit.
Da die Farbwechselventile wegen Platz- und Verschmut­ zungsproblemen häufig relativ weit vom Sprühorgan ent­ fernt angeordnet werden, ist die farbführende Leitung ziemlich lang, so daß große Mengen eines Reinigungsmit­ tel-/Farbgemisches anfallen und entsorgt werden müssen.
Hierzu wird das Reinigungsmittel-/Farbgemisch in einem Auffangbehälter gesammelt und dem Sondermüll zugeführt.
Neben den damit verbundenen erheblichen Farbverlusten ist darüber hinaus auch eine beträchtliche Umweltbela­ stung in Kauf zu nehmen. Entsprechend aufgebaute Be­ schichtungsanlagen sind beispielsweise den japanischen Patentanmeldungen 63-119 872, 63-224 758 und 63-267 466 zu entnehmen.
Aus der DE 39 27 880 A1 geht weiterhin ein Verfahren sowie eine Anlage zum Beschichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farbmaterial hervor, bei dem unter anderem auch eine Minimierung von Farbverlusten ange­ strebt wird. Hierzu erfolgt eine Rückgewinnung von Farbresten aus Stichleitungen und Schläuchen durch Ent­ leerung in diejenigen Behälter, denen die Farbe zuvor entnommen worden war. In weiteren Arbeitsschritten schließt sich dann in mehreren Stufen eine Reinigung und Trocknung der besagten Stichleitungen und Schläuche an. Das dazu verwendete Spülmittel gelangt, angerei­ chert durch Restmengen der betreffenden Farbe, in einen Auffangbehälter. Für die Farbrückführung und Reinigung insbesondere der Verbindungsschläuche, ist es erforder­ lich, die Spritzpistole vom jeweiligen Verbindungs­ schlauch mittels einer Schnellwechselkupplung zu tren­ nen und ihn an eine gesonderte Ventilanordnung anzu­ schließen. Die Spritzpistolen selbst werden in den ge­ schlossenen Kreislauf der Farbrückführung und Reinigung nicht einbezogen.
Von Nachteil ist neben dem zusätzlichen Arbeitsschritt des Abkoppelns der Spritzpistolen und einem hohen appa­ rativen Aufwand der Umstand, daß eine Rückführung der Farbreste aus den Spritzpistolen nicht erfolgt und im Auffangbehälter für das Reinigungsmittel sich ebenfalls Reste verschiedener Farben sammeln, die nicht wieder getrennt werden können und daher ebenfalls dem Sonder­ müll zugeführt werden müssen.
Die DE 27 47 707 C2 schließlich beschreibt eine Anlage zum Farbspritzen von Serienteilen wechselnder Farbe mit einer Farbspritzpistole mit steuerbarem Nadelventil für den Farbaustritt. In den Reinigungsvorgang vor einem Farbwechsel ist nicht nur die farbführende Leitung, sondern auch die Farbspritzpistole einbezogen. Hierzu wird ein Lösungsmittel-/Luftgemisch beim Farbwechsel vorübergehend durch die farbführende Leitung zu der Farbspritzpistole hindurchgespült und danach das Lö­ sungsmittel-/Farbgemisch in einem Sammelbehälter aufge­ fangen. Durch geeignete Isolierungsmethoden kann dann das Lösungsmittel von den Lackanteilen und Farbpigmen­ ten gereinigt, isoliert und wenigstens teilweise wieder verwendet werden. Das Gemisch aus verschiedenfarbigen Lackanteilen muß anderweitig entsorgt werden. Es ist einer Wiederverwendung nicht mehr zugänglich.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrun­ de, eine Anlage zum Beschichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farbmaterial der bekannten Art in der Weise weiterzubilden, daß mit geringem Aufwand eine praktisch vollständige Rückführung von Farbresten beim Farbwechsel möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeich­ nenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Weiter­ bildungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles nachstehend erläutert und in der Zeichnung dargestellt, die den erfindungswesentlichen Bereich einer solchen Beschichtungsanlage zeigt.
In jeder Beschichtungsstation 1 einer in der Regel mehrere Stationen aufweisenden Beschichtungsanlage ist ein Farbwechselventilblock 2 angeordnet, in den ent­ sprechend der Anzahl der verschiedenen zu verarbei­ tenden Farbmaterialien Umlaufleitungen 3.1 bis 3.3 ein­ münden, die auch die Farbwechselventilblöcke der weite­ ren Stationen versorgen. In gleicher Weise führt eine Spülmittelleitung 4 sowie eine Druckluftleitung 5 in den Farbwechselventilblock 2. Sämtliche Leitungen sind über geeignete zwischengeschaltete Ventile 6 mit einem zu einem Sprühorgan 7 (Sprühglocke, Farbspritzpistole) führenden Verbindungsschlauch 8 verbindbar. Ein im Farbwechselventilblock 2 weiterhin angeordneter Druck­ regler 9 bestimmt den Fluiddruck innerhalb der ihm nachgeschalteten Funktionseinheiten.
An das freie Ende des Verbindungsschlauches 8 ist das Sprühorgan 7 (z. B. entsprechend DE 27 47 707 C2) ange­ schlossen, welches eine Farbaustrittsöffnung 10, ein dieser unmittelbar vorgeschaltetes Ventil 11 sowie ein Bypaßventil 12 aufweist, wobei sich an letzteres eine Rückführleitung 13 anschließt, die in einen Gegenfarb­ wechselventilblock 14 einmündet. Dieser weist wiederum eine Anzahl von Ventilen 15 auf, von denen Leitungen 16.1 bis 16.3 abführen, die in eine wiederum der Anzahl der verschiedenen zu verarbeitenden Farben entspre­ chende Anzahl von Auffanggefäßen 17.1 bis 17.3 ein­ münden.
Während eines Beschichtungsvorganges sind beispielswei­ se das der Umlaufleitung 3.1 zugeordnete Ventil 6 sowie das der Farbaustrittsöffnung 10 unmittelbar vorgeschal­ tete Ventil 11 geöffnet, während das Bypaßventil 12 ge­ schlossen ist. Steht danach ein Farbwechsel an, so werden die Ventile 6, 11 geschlossener während das By­ paßventil 12 geöffnet wird. Innerhalb des Gegenfarb­ wechselventilblockes 14 ist demgemäß das der Leitung 16.1 zugeordnete Ventil 15 geöffnet, während alle wei­ teren Ventile 15 geschlossen bleiben.
Durch aufeinanderfolgendes Öffnen der der Spülmittel­ leitung 4 bzw. der Druckluftleitung 5 zugeordneten Ventile 6 wird dann der Verbindungsschlauch 8 sowie das Sprühorgan 7 und die Rückführleitung 13 gereinigt und getrocknet und das dabei anfallende Lack-/Spülmittelge­ misch im Auffanggefäß 17.1 gesammelt.
Das Reinigen von Verbindungsschlauch 8 und Sprühorgan 7 geschieht beim nächsten Farbwechsel von Umlaufleitung 3.2 auf 3.3 in gleicher Weise, wobei nunmehr das der versprühten Farbe entsprechende Auffanggefäß 17.2 ange­ steuert wird, so daß letztlich sichergestellt ist, daß sich in jedem Auffanggefäß 17.1 bis 17.3 nur ein Ge­ misch aus einer bestimmten Farbe und dem Spülmittel befindet. Dieses Gemisch kann dann durch geeignete Isolierungsmethoden ohne weiteres wieder in seine Be­ standteile separiert oder in diesem Zustand (stark ver­ dünnt) wieder dem Originallack, der im Anlieferungszu­ stand höherviskos ist, beigemengt werden. Anschließend wird auf Verarbeitungsviskosität weiterverdünnt.
Es versteht sich dabei, daß für die Rückstände gleicher Farbe aus sämtlichen Beschichtungsstationen 1 der erfin­ dungsgemäßen Anlage lediglich ein einziges entsprechend dimensioniertes Auffanggefäß vonnöten ist. An jede Lei­ tung 16.1 bis 16.3 ist demzufolge jeweils eine der An­ zahl von Beschichtungsstationen 1 entsprechende Anzahl von Gegenfarbwechselventilblöcken 14 angeschlossen.

Claims (2)

1. Anlage zum Beschichten von Gegenständen mit häufig wechselndem Farbmaterial mit mindestens einer Be­ schichtungsstation (1), in der ein Sprühorgan (7) über eine farbführende Leitung (8) und über eine Anzahl ansteuerbarer Ventile (6) wahlweise an eine von mehreren unterschiedlichen Farbleitungen (3.1, 3.2, 3.3) oder an eine Spülmittelleitung (4) an­ schließbar ist, wobei beim Farbwechsel Spülmittel kurzzeitig durch die farbführende Leitung (8) zu dem Sprühorgan (7) hindurchgespült und das Spülmittel- /Farbgemisch über eine Rückführleitung (13) mit mindestens einem angeschlossenem Auffanggefäß (17.1, 17.2, 17.3) aufgefangen wird, dadurch gekennzeich­ net, daß eine der Anzahl der verschiedenen zu verar­ beitenden Farbmaterialien entsprechende Anzahl von Auffanggefäßen (17.1, 17.2, 17.3) vorhanden ist, die über Leitungen (16.1, 16.2, 16.3) und einer Anzahl ansteuerbarer Ventile (15) eines Gegenfarbwechsel­ ventilblocks (14) jeweils mit der Rückführleitung (13) verbindbar sind, um in jedem Auffanggefäß (17.1, 17.2, 17.3) nur ein Gemisch aus einer bestimmten Farbe und dem Spülmittel zu erhalten.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese mehrere Beschichtungsstationen (1) aufweist, wobei an jede zu einem Auffanggefäß (17.1 bis 17.3) hinführende Leitung (16.1 bis 16.3) eine der Anzahl von Beschichtungsstationen (1) entsprechende Anzahl von Gegenfarbwechselventilblöcken (14) angeschlossen ist.
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