DE4124982C2 - Vorrichtung zur Klimatisierung von Räumen - Google Patents

Vorrichtung zur Klimatisierung von Räumen

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung entspre­ chend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Klimatisierung von Räumen, insbesondere zur Tempe­ rierung sowie Regelung der Luftfeuchtigkeit sind eine Vielzahl recht unterschiedlicher Systeme bekannt gewor­ den. So zeigt eine Fensterbelüftung durch entsprechende Betätigung der Fenster eine Reihe von Unzulänglichkeiten, die z. B. in einem örtlichen Auftreten von Zugluft sowie in der Abhängigkeit der Qualität der Raumlüftung von den herrschenden Druckverhältnissen der Umgebung bzw. den sich einstellenden Druckdifferenzen zwischen Innen- und Außenraum zum Ausdruck kommen. Letztere werden beispielsweise durch die entsprechend der Höhe eines Gebäudes sich ändernden Windgeschwindigkeiten und -richtungen bestimmt, deren dauernde Änderungen einem Einstellen stabiler Verhältnisse bei der Raumlüftung entgegenstehen. Andererseits sollte ein Belüftungssystem stets der vorhandenen Belastung der Raumluft angepaßt sein, eine Bedingung, die durch bloße Fensterbelüftung aus obigen Gründen ebenfalls kaum erreichbar ist.
Bekanntlich hat die zunehmende Perfektionierung der Wärmedämmung von Gebäuden, beispielsweise durch Verwen­ dung von wärmedämmenden Werkstoffen auf der Basis orga­ nischer Schaumstoffe zwar zu einer Senkung von Wärmever­ lusten und einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der reinen Temperierung geführt - es führte diese Entwick­ lung jedoch zu einer drastischen Verschlechterung der Raumluftqualität, deren Belastung durch Zigarettenrauch, Feuchtigkeit, Kohlendioxid, geruchsbelästigende Stoffe, Formaldehyd und sogar radioaktive Stoffe stark zugenom­ men hat. Es besteht somit ein starkes Bedürfnis, Hei­ zungssysteme, die ausschließlich die Temperierung von Räumen betreffen, durch entsprechende Be- sowie Entlüf­ tungssysteme zu komplettieren, um eine für Menschen, Tiere und Pflanzen erträgliche, insbesondere hygienische Raumluftatmosphäre einzustellen.
Aus der DE 37 11 506 A1 ist ein Lüftungskanal bekannt, der mit Hinblick auf eine zugluftfreie Zuführung von Frischluft in landwirtschaftlichen Stellungen, Wohn- und Lagerräumen sowie Industriehallen hin ausgestaltet ist. Der Kanal weist in einer ersten Ausführungsform einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf, dessen eine Wandung porös bzw. luftdurchlässig ausgebildet ist und aus einer magnesitgebundenen Leichtbauplatte aus Holz­ wolle, einem starren oder halbstarren offenporigen Kunststoff oder luftdurchlässigen, mit Kunststoff par­ tiell getränkten Glasfaservliesen, -matten oder -geweben besteht. Die übrigen Wandungen des Kanals bestehen aus einem U-förmigen Kunststoffprofil, welches aus einem schlagfesten, selbsttragenden, wärmeisolierend wirkenden Material wie z. B. einem Polystyrol-, Polyethylen- oder Polyurethanschaumstoff besteht. Die luftdurchlässige Leichtbauplatte steht mit dem U-Profil zwecks Bildung des Kanals in dichtender Verbindung. Alternativ kann der Kanal auch durch einen rohrförmigen Grundkörper gebildet werden, der längsgeteilt ausgebildet ist und insgesamt aus einem luftdurchlässigen, der Leichtbauplatte entspre­ chenden Werkstoff ausgebildet sein.
Aus der EP 0 175 892 B1 ist eine Lüftungsleitung bekannt, die - in Strömungsrichtung gesehen - durch einen abnehmenden Querschnitt gekennzeichnet ist. Die Lüftungsleitung besteht aus einem unteren metallischen, rinnenartigen, mit seitlichen diskreten Ausströmöffnungen versehenen Teil, welches oberseitig luftdicht durch ein aus einem beschichteten Gewebe bestehendes Teil, welches z. B. aus Polyvinylchlorid ausgebildet ist, abgeschlossen ist. Das Gewebe steht mit dem rinnenartigen Unterteil in dichtender Verbindung.
Schließlich ist aus der US 3 299 795 eine Anordnung zur Raumklimatisierung bekannt, bei welcher in ein herkömmliches Mauerwerk, bestehend beispielsweise aus Ziegelsteinen, ein System von Kanälen eingeformt ist, die untereinander ein flächenhaftes Netzwerk bilden. Das Mauerwerk ist hinsichtlich seiner Dicke und sonstigen Beschaffenheit derart ausgebildet, daß zur Außenseite der Wandung hin, jedoch auch zwischen den einzelnen Kanälen gute Wärmedämmeigenschaften bestehen, daß jedoch zur Raumseite hin ein Wärme- und Stoffaustausch möglich ist. Zu diesem Zweck werden die genannten Kanäle raumseitig durch Platten abgedeckt, die aus einem porösen, luftdurchlässigen Material, z. B. aus Gips, bestehen, so daß ein Luft- und Feuchtigkeitsaustausch zwischen der Raumatmosphäre und der innerhalb der Kanäle strömenden Luft möglich ist.
Ein Teil dieser bekannten Lüftungsleitungen bestehen zu einem großen Teil aus organischen und damit brenn- bzw. schwelbaren Werkstoffen, deren thermische Belastbarkeit begrenzt ist. Ein Wesensmerkmal eines weiteren Teils dieser bekannten Lüftungsleitungen besteht darin, daß diese zwar über einen Teil ihres Umfangs luftdurchlässig ausgebildet sind, jedoch werkstofflich inhomogen sind, denn zur Bildung eines geschlossenen Strömungs-Querschnitts werden häufig aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehende Bauteile miteinander verbunden. Eine solche werkstoffliche Inhomogenität bringt bei der Montage bzw. Installation unter Umständen Schwierigkeiten oder eine verminderte Flexibilität bei der Anpassung an örtliche Raumverhältnisse mit sich.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu entwerfen, die allgemein zur Klimatisierung von Räumen, insbesondere zur Temperie­ rung, Be- und/oder Entlüftung geeignet ist.
Gelöst ist diese Aufgabe bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1.
Ausgangspunkt ist ein über einen Teil seiner Umfangsfläche gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässig ausgestaltetes hohlkörperartiges Bauteil, welches mit wenigstens einer Öffnung versehen ist und im übrigen geschlossen ausgebildet ist. Die Öffnung kann beispielsweise als Zuströmöffnung für ein Medium dienen, welches ein aus­ schließliches Wärmeträgermedium sein kann. Es kann sich jedoch auch um ein Medium zur Steuerung der Raumfeuch­ tigkeit, z. B. Wasserdampf, handeln. Schließlich kann es sich bei dem Medium um feuchte Warmluft handeln, welche gleichzeitig der Raumtemperierung und Raumbefeuchtung dient. Das genannte Bauteil weist keine diskreten Aus­ strömöffnungen auf, so daß das Klimatisierungsmedium entsprechend dem Ausmaß des Umfangsbereichs, der gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässig ausgestaltet ist, in flächenhafter Verteilung austritt. Entsprechend der Größe des als Rohrkörper ausgebildeten Bauteils besteht somit die Möglichkeit, vergleichsweise großflächige Wandungen zu realisieren, die dem Wärme- und Flüssig­ keitsaustausch zwischen dem zu klimatisierenden Raum und dem Innenraum des Grundkörpers dienen. Ein besonderer Vorteil dieser Ausführungsform liegt darin, daß trotz Klimatisierung jegliche Zugluft sowie Geräusche vermieden werden, die durch diskrete Aus- bzw. Abströmöffnungen eines Klimatisierungsmediums zwangsläufig verursacht werden. Auch besteht ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der geometrischen Ausbildung dieses Bauteils, welches zumindest von seiner Funktion her an beliebige Innenraumgestaltungen angepaßt werden kann. Aufgrund des großflächigen Wärme- und Stoffaustauschs ist die Möglichkeit der Einstellung homogener Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse innerhalb eines zu klimatisierenden Raumes gegeben. Der genannte rohrförmige Grundkörper kann einen kreisförmigen, einen polygonalen, jedoch auch einen sonstigen Querschnitt aufweisen und es ist die Querschnittsform als solche nicht als wesentlich anzusehen. Von besonderem Vortreil ist, daß diese Rohre in Standardlängen herstellbar sind und bauseitig zu größeren Einheiten kombinierbar sind, so daß ein rohrartiger Grundkörper als Modulteil für größere Klimatisierungsanlagen angesehen werden kann. Der Grundkörper besteht aus einem anorganischen Schaumwerkstoff. Besonders vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang die Verwendung eines Geopolymer-Werkstoffs. Dieser ist beispielsweise aus Ceram. Eng. Sci. Proc., 9 (7 bis 8), Seiten 835 bis 842 (1988), bekannt. Diese Geopolymere entsprechen in ihren Gebrauchseigenschaften im Bauwesen praktisch keramischen Werkstoffen. Sie zeichnen sich durch eine hohe thermische Beständigkeit bis zu etwa 1400°C, eine große Oberflächenhärte bei gleichzeitig genauer Formbarkeit aus. Der Aushärtungsprozeß der diesen Werkstoffen zugrunde liegenden Formmasse findet jedoch bei Temperaturen zwischen 20°C und 120°C statt, so daß der für keramische Werkstoffe charakteristische energie- und anlagenaufwendige Brennprozeß entfällt. Gemäß der DE 35 12 515 C2 bzw. der DE 35 12 516 C2 bestehen die diesen Werkstoffen zugrunde liegenden Formmassen aus einem Feststoffgemisch, dessen wesentliche Komponenten SiO₂, Al₂O₃, gegebenenfalls Fe₂O₃, calcinierter Bauxit und amorphe Kieselsäure sind und einem Härter aus Alkalisilikatlösung, welche beispielsweise durch Auflösung amorpher, dispers-pulverförmiger wasser­ haltiger Kieselsäure in einer wäßrigen Alkalihydroxid­ lösung hergestellt sein kann. Das Feststoffgemisch bildet in Verbindung mit der Silikatlösung die steinbil­ dende Komponente des Werkstoffs, wobei gegebenenfalls noch Füllstoffe, wie z. B. Basalte, Tone oder auch Tonerde­ hydrat hinzutreten können. Zur Herstellung eines auf diesen Werkstoffen aufbauenden Schaumwerkstoffs kann ein an sich bekanntes, Sauerstoff abspaltendes Schäumungsmittel Verwendung finden. Ein weiterer Vorteil dieser Werkstoffe bei der Verwendung im Rahmen erfindungsgemäßer Vorrichtungen liegt in deren Unbrennbarkeit, der Möglichkeit einer nachträglichen Keramisierung sowie der offen- oder auch geschlossenzelligen Konditionierung durch Steuerung des Schäumungsprozesses. Weiterhin zeichnet sich dieser Werkstoff durch eine vergleichsweise geringe Dichte aus sowie eine vergleichsweise einfache mechanische Bearbeitung, beispielsweise durch Sägen oder Fräsen. Es kann das Bauteil darüber hinaus auch aus herkömmlicher Keramik, jedoch auch aus einem geeigneten geschäumten Metall, z. B. Aluminium, bestehen. In letzte­ rem Fall ergibt sich naturgemäß ein hohes Wärmeleitver­ mögen bei gleichzeitig geringer Dichte, jedoch hoher Festigkeit. Der das erfindungsgemäße Bauteil bildende rohrförmige Grundkörper besteht aus einem solchen anor­ ganischen Schaumwerkstoff, der teilweise geschlossen und teilweise offenporig konditioniert ist. Die somit teilweise offene poröse Ausgestaltung eines Teils des Umfangsbereichs gewährleistet ein flächenhaft verteiltes Austreten eines Klimatisierungsmediums bzw. eines flächigen Wärme- und Stoffaustauschs zwischen dem Innenraum des Grundkörpers und dem zu klimatisierenden Raum. Der Grundkörper ist geteilt ausgebildet, nämlich längsgeteilt, wobei die einzelnen Teile unter Verwendung vorzugsweise werkstofflich homogener Klebstoffschichten dichtend miteinander in Verbindung stehen. Die Längsteile sind somit hinsichtlich ihrer Durchlässigkeit unterschiedlich beschaffen, und es kann durch ihre Dimen­ sionierung die Wärme- oder Stoffaustauschleistung des Bauteils konstruktiv festgelegt werden.
Die Merkmale des Anspruchs 2 sind auf eine weitere Ausgestaltung der teilweise gas- und/oder flüssigkeits­ durchlässig einzustellenden Beschaffenheit des Umfangs­ bereichs des genannten Grundkörpers gerichtet. Diese Ausführungsform kann grundsätzlich bei offenporig ge­ schäumten anorganischen Schaumwerkstoffen Anwendung finden, jedoch auch ergänzend bei teilweise offen- und teilweise geschlossenporig geschäumten Werkstoffen, und zwar als weitere Verbesserung der Abdichtung eines Teils des Umfangsbereichs gegenüber jeglichem Stoffaustausch mit der Umgebung.
Die Merkmale des Anspruchs 3 sind auf eine andere werk­ stoffliche Beschaffenheit der Beschichtung gerichtet. Grundsätzlich sollte die Beschichtung werkstofflich homogen mit dem Grundwerkstoff des Bauteils ausgewählt sein, beispielsweise um eine sichere Verbundwirkung zu erzielen. Es kann die Beschichtung jedoch auch zur Modifizierung der Eigenschaften des Bauteils benutzt werden, beispielsweise zur Wärmedämmung, so daß zwar werkstoffliche Homogenität zwischen dem Werkstoff des Bauteils einerseits und demjenigen der Beschichtung andererseits besteht, letzterer jedoch geschäumt ein­ gestellt ist. Grundsätzlich kann im Rahmen der Beschichtung jedoch auch ein organischer Werkstoff, auch in geschäumter Form, eingesetzt werden. Denn die Struktur des Grundbauteils wird auch im Brandfall nicht beein­ trächtigt. In manchen Fällen kann außerdem eine lösbare Anordnung der Beschichtung, beispielsweise durch Klebe­ folien, vorgenommen sein, welches ein hohes Maß an Flexi­ bilität bei nachträglichen Änderungsmaßnahmen ermöglicht.
Entsprechend den Merkmalen der Ansprüche 4 und 5 können Befestigungselemente, die entweder werkstofflich homogen mit dem Bauteil ausgebildet sind oder aus metallischen Werkstoffen bestehen, vorgesehen sein. Werkseitig können die Bauteile dahingehend vorbereitet werden, daß diese Befestigungselemente entweder einstückig mit dem Bauteil ausgebildet sind, welches beispielsweise gießtechnisch bewirkt werden kann oder es sind metallische Befesti­ gungselemente werkseitig bereits in die Struktur des Bauteils eingebunden.
Bauteile, insbesondere Rohrkörper der eingangs dargeleg­ ten Art werden gemäß den Merkmalen des Anspruchs 6 zu größeren Einheiten verbunden, um in Wohngebäuden, insbe­ sondere jedoch Industriehallen aller Art großflächige Heizungs- bzw. Klimatisierungssysteme zur Verfügung zu stellen. Die Verbindung der Rohrkörper oder sonstigen Bauteile im Falle deren Ausbildung aus Geopolymer-Schaum gestaltet sich besonders einfach, da diese - wie bereits erwähnt - durch Sägen, Fräsen oder dergleichen beliebig zugeschnitten werden und im Bereich von Stoßseiten werkstoffhomogen verklebt werden können. Über Zwischen­ stücke kann somit ein flächenhaftes Netzwerk von Rohr­ körpern installiert werden.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß im Bedarfsfall ein einfacher Umbau - beispielsweise zwecks Erweiterung - des Klimatisierungssystems dadurch möglich ist, daß Rohrverbindungen aufgetrennt, Bohrungen durch Einsetzen werkstofflich gleicher Verschlußkörper dichtend abge­ schlossen werden und an anderer Stelle andere Bohrungen zwecks Variierung des Rohrleitungsnetzwerks angebracht werden können. Da sich insbesondere im Bereich der Grenzflächen des Geopolymer-Schaums eine alkalische Atmosphäre einstellt, wirken diese Heizkörper gleichzeitig bakterizid und tragen zur Raumhygiene bei. Auch ist eine einfache Reinigung bzw. Wartung eines solchen Klimatisierungssystems dadurch möglich, daß in bestimmten Zeitabständen, beispielsweise im Jahresrhythmus, das Gesamtsystem mit entsprechenden Reinigungsmitteln, wie Waschlaugen, unter Druck beaufschlagt wird, wobei diese Waschflüssigkeit über die flüssigkeitsdurchlässigen Umfangsbereiche austritt und zweckmäßigerweise in hier­ unter angeordneten Auffangrinnen aufgefangen wird, um einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt zu werden.
Ein besonderer Vorteil eines solchen Klimatisierungs­ systems ergibt sich auch daraus, daß dieses nach Art einer Wasserdampfheizung benutzbar ist, und zwar ohne daß Korrosionsprobleme bestehen. Auf diese Weise wird nicht nur zu einer gleichzeitigen und insbesondere gleichmäßigen Temperierung und Raumbefeuchtung und damit gesundheitlich einwandfreier Raumluft beigetragen - es eignet sich ein solches Klimatisierungssystem insbesondere für Industriehallen, in denen bestimmte, vor Austrocknung zu schützende Produkte, wie z. B. Papier, in großem Umfang gelagert sind.
Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Es zeigt:
Fig. 1 eine Darstellung des Querschnitts einer erfin­ dungsgemäßen, zur Raumklimatisierung nutzbaren Vorrichtung;
Fig. 2 eine Darstellung des Querschnitts einer anderen, zur Raumklimatisierung nutzbaren Vorrichtung.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung wird durch einen rohrartigen Grundkörper 1 gebildet, der aus zwei Halb­ schalen 2, 3 zusammengesetzt ist. Die sich zu einem Kreisring-Vollquerschnitt komplettierenden Halbschalen 2, 3 sind im Bereich ihrer Längsstoßflächen 4 miteinan­ der verklebt.
Der Grundkörper 1 ist entlang einer Gebäudewandung in geeigneter Weise befestigt, z. B. unterhalb des Deckenbe­ reiches, und zwar derart, daß die obere Halbschale 3 dem Deckenbereich und die untere Halbschale 2 dem übrigen Raumbereich zugekehrt ist. Es ist demzufolge die obere Halbschale 3 aus einem geschlossenporig und die untere Halbschale 2 aus einem offenporig geschäumten minerali­ schen Werkstoff, hier einem Geopolymer hergestellt. Im Bereich der Längsstoßflächen 4 wird entsprechend ein ungeschäumter Geopolymer-Werkstoff als Klebstoff be­ nutzt, so daß der gesamte Grundkörper 1 als werkstofflich homogen anzusehen ist. Die Längsstoßflächen 4 bilden gleichzeitig Sperrschichten gegenüber einem Durchtritt von Wasserdampf.
Ein in diesem Sinne ausgestalteter Grundkörper 1 ist hinsichtlich der Raumklimatisierung in vielfältiger Weise nutzbar. Eine mögliche Nutzungsform besteht in der gleichzeitigen Steuerung der Temperatur sowie der rela­ tiven Feuchtigkeit eines Raumes und es ist der Grundkör­ per 1 zu diesem Zweck mit einem Anschluß versehen, über welchen er mit entsprechend temperierter, mit Wasser­ dampf befrachteter Luft beschickt wird. Es ist der Grundkörper 1 im übrigen geschlossen ausgebildet und weist - von etwaigen Verzweigungspunkten für den Anschluß weiterer derartiger Grundkörper 1 abgesehen - keinerlei sonstige Öffnungen auf. Aus diesen Grundkörpern 1 kann - entsprechend der Raumgröße sowie sonstigen Ausbildung - ein zur Klimatisierung geeignetes Netzwerk gebildet sein, dessen wesentliches Merkmal darin besteht, daß dieses keine diskrete Austrittsöffnung für das Heizme­ dium, hier mit Wasserdampf befrachtete Warmluft auf­ weist. Aufgrund der offenzelligen Konditionierung der unteren Halbschalen 2 des Grundkörpers 1 ist die Mög­ lichkeit geschaffen, daß aus diesem ein Wärmeträgerme­ dium, z. B. Warmluft und gleichzeitig ein Medium zur Beeinflussung der relativen Feuchte des Raumes, hier Wasserdampf in Richtung des Pfeiles 5 in flächiger Verteilung austritt. Der Grundkörper 1 bildet somit - bezogen auf die Raumatmosphäre - ein System zum Wärme- und Stoffaustausch, nämlich dahingehend, daß mittels diesem die Raumbeheizung und Raumbefeuchtung vorgenommen wird.
Eine weitere Nutzung des Grundkörpers 1 liegt in der wahlweisen Benutzung als Be- oder Entlüftungsleitung. Auch in diesem Fall ist in dem jeweiligen Raum entweder ein einzelner Grundkörper 1 oder ein aus derartigen Grundkörpern 1 gebildetes Netzwerk installiert, welches dahingehend ausgelegt ist, daß eine möglichst gleichmä­ ßige Versorgung des Raumes mit Frischluft bzw. eine entsprechende Entsorgung von mit Schadstoffen befrachte­ ter Luft gegeben ist. Im Falle der Verwendung als Belüf­ tungssystem strömt Frischluft in Richtung des Pfeiles 5 aus der unteren Halbschale 2 aus, wohingegen im Falle der Entlüftung Abluft in Richtung des Pfeiles 6 über die untere Halbschale 2 in den Innenraum 7 des Grundkörpers 1 einströmt. Von besonderem Vorteil ist in allen diesen Fällen, und zwar sowohl bei der allgemeinen Raumklimati­ sierung als auch der Be- und Entlüftung, daß keine punktuelle Einströmung von Warm-, Feucht- oder Frisch­ luft stattfindet und ebenfalls Abluft nicht punktuell dem Raum entnommen wird. Die durch punktuelle Strömungs­ führungen unvermeidbaren Geräusche werden somit eben­ falls vermieden wie die über das Raumvolumen ansonsten gegebenen Inhomogenitäten bezüglich raumklimatischer Daten wie Temperatur, Luftfeuchte, jedoch auch - im Falle der Verwendung als Be- bzw. Entlüftungssystem - der Schadstoffbefrachtung der Luft. Das über den Innenraum 7 geführte Klimatisierungs-, Heizungs- bzw. Lüftungsmedium wird in Sammelleitungen zusammengefaßt und mit herkömm­ lichen Ver- und Entsorgungseinrichtungen zusammenge­ schaltet. Hierauf soll jedoch nicht näher eingegangen werden.
Die Anordnung des Grundkörpers 1 innerhalb eines Raumes kann grundsätzlich beliebig vorgenommen werden und ausschließlich unter Gesichtspunkten der Raumklimatisie­ rung bzw. der Ent- oder Belüftung vorgenommen sein. So sollte die offenporig eingestellte Halbschale 2 stets der Raumseite zugewandt sein. Es ist jedoch die Halb­ schalenunterteilung des Grundkörpers 1 nicht zwingend, so daß grundsätzlich auch die gesamten Wandungen des Grundkörpers 1 aus einem offenporig eingestellten Geopolymer oder einem sonstigen anorganischen Schaumwerkstoff gebildet sein können.
Zeichnerisch nicht dargestellt sind innen- und/oder außenseitig bezüglich des Grundkörpers 1 angeordnete Beschichtungen, über welche rechnerisch ermittelte Be- oder Entlüftungsquerschnitte, jedoch auch die Heizungs­ leistung bzw. der Stofftransport im Falle der Raumfeuch­ testeuerung an örtliche Verhältnisse anpaßbar sind. Diese Beschichtungen können grundsätzlich aus organi­ schen Beschichtungen, jedoch auch aus ungeschäumtem, dem Werkstoff der Halbschalen 2, 3 entsprechenden Geopoly­ mer-Werkstoffen bestehen. Sie können ferner lösbar durch Klebefolien auf den Innen- und/oder Außenwandungen des rohrartigen Grundkörpers 1 vorgesehen sein. Im Rahmen dieser Beschichtung kommen im Falle des Einsatzes orga­ nischer Werkstoffe Polyurethane, Polyäthylen oder Poly­ styrol in Betracht. Nachdem diese Werkstoffe jedoch lediglich im Rahmen von Beschichtungen Verwendung fin­ den, ist sichergestellt, daß auch im Brandfall das gesamte Klimatisierungs- bzw. Be- oder Entlüftungssystem strukturell nicht geschädigt werden kann. Insbesondere im Fall der vollständig offenzelligen Einstellung des anorganischen Schaumwerkstoffs - bezogen auf den gesam­ ten Umfangsbereich des Grundkörpers 1 - können durch solche Beschichtungen nachträglich die Wärme- und Stoff­ austauschverhältnisse auf bestimmte Flächen bzw. Rich­ tungen - ausgehend von dem Grundkörper 1 - beschränkt werden.
Das in Fig. 2 gezeigte Ausführungsbeispiel weist außen­ seitig einen polygonalen, hier sechseckigen Querschnitt auf und es ist der hier gezeigte Grundkörper 8 wiederum aus zwei Halbschalen 9, 10 zusammengesetzt, die im Bereich ihrer Längsstoßflächen 11 miteinander verklebt sind.
Der Aufbau, die Wirkungsweise sowie die Verwendungsmög­ lichkeiten dieses Grundkörpers 8 entsprechen demjenigen gemäß Fig. 1, wobei mit 9 eine aus einem offenporig eingestellten Schaumwerkstoff bezeichnete Halbschale und mit 10 aus einem geschlossenporig eingestellten anorga­ nischen Schaumwerkstoff ausgebildete Halbschale bezeich­ net ist. Der aus diesen Halbschalen 9, 10 gebildete Grundkörper 8 ist unterseitig in einzelne Konsolen 12 eingesetzt, die eine im wesentlichen U-förmige Gestalt aufweisen und von ihrem Innenprofil her dem Außenprofil der Halb­ schale 9 angepaßt sind. Die Halbschalen 9 sind mit diesen wiederum aus einem anorganischen Schaumwerk­ stoff, hier einem Geopolymer, bestehenden Konsolen 12 verklebt. Die Konsolen 12 sind ihrerseits in geeigneter, hier zeichnerisch nicht dargestellter Weise an der Wandung eines Raumes angebracht. Die Pfeile 5, 6 be­ zeichnen die Richtungen des Wärme- bzw. Stoffaustausches mit der Umgebung und verdeutlichen somit die dem Grund­ körper 1 gemäß Fig. 1 entsprechende Verwendungsmöglichkeit.
Die Gestaltung der Konsolen 12 kann natürlich beliebig variiert werden. So kommt beispielsweise auch eine solche Konsole in Betracht, welche - bezogen auf das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 - jeweils die untere und die obere Halbschale 9, 10 teilweise umfaßt. Schließlich können die Konsolen 12 auch derartig ausgebildet sein, daß der Grundkörper 8 völlig umfaßt wird. Eine werksei­ tige Vorbereitung kann z. B. auch darin liegen, daß die Konsolen 12 aus U-Eisen bestehen und in die Struktur einer der Halbschalen 9 oder 10 eingegossen sind.
Anwendung finden können mit derartigen Grundkörpern 1, 8 ausgerüstete Heizungs- bzw. Belüftungssysteme nicht nur bei Wohngebäuden, sondern auch bei gewerblich genutzten Räumen, Industriehallen und dergleichen, wo immer eine gleichmäßige Raumklimatisierung erforderlich oder wün­ schenswert ist.

Claims (6)

1. Vorrichtung zur Klimatisierung, insbesondere zur Be- und/oder Entlüftung von Räumen, bestehend aus einem hohl ausgebildeten, zumindest mit einer Zuströmöffnung versehenen, ansonsten geschlossen ausgebildeten Bauteil mit einem rohrartigen Grundkörper (1, 8), wobei die Wandungen des Grundkörpers (1, 8) über einen Teil des Umfangsbereichs zumindest gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässig ausgebildet sind, wobei der Grundkörper längsgeteilt ausgebildet ist und aus zwei Halbschalen (2, 3; 9, 10) besteht,
dadurch gekennzeichnet,
  • - daß der Grundkörper (1, 8) aus einem anorganischen Schaumwerkstoff, insbesondere einem Geopolymer- Werkstoff, Keramik oder Metall besteht,
  • - daß die Halbschalen (2, 3; 9, 10) im Bereich ihrer Längsstoßflächen (4) miteinander dichtend verklebt sind,
  • - daß die eine Halbschale (3, 10) geschlossenzellig und die andere Halbschale (2, 9) offenzellig geschäumt ausgebildet ist und
  • - daß die Halbschalen werkstofflich (3, 10; 2, 9) identisch, je­ doch unterschiedlich strukturiert ausgebildet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß die Teile des Umfangsbereichs des Grundkörpers (1, 8), die nicht gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässig ausgebildet sind, eine dichtende Beschichtung tragen und
  • - daß für die Beschichtung ein dem Grundwerkstoff des Grundkörpers (1, 8) entsprechender Werkstoff benutzt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß die Teile des Umfangsbereichs des Grundkörpers (1, 8), die nicht gas- und/oder flüssigkeitsdurchlässig ausgebildet sind, eine dichtende Beschichtung tragen und
  • - daß für die Beschichtung ein organischer Werkstoff, insbesondere ein Schaumwerkstoff benutzt ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß Befestigungselemente, wie z. B. Konsolen, Haltewinkel und dergleichen, werkstofflich identisch mit dem Grundkörper (1, 8) ausgebildet, insbesondere an dessen Struktur angeformt oder einstückig mit diesem ausgestaltet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß Befestigungselemente, wie z. B. Konsolen, Haltewinkel und dergleichen, als metallische Bauteile ausgebildet und in der Struktur des Grundkörpers (1, 8) der Vorrichtung verankert sind.
6. Anordnung zur Klimatisierung, insbesondere Be- und/oder Entlüftung von Räumen unter Verwendung von Vorrichtungen nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß die Vorrichtungen, insbesondere die Grundkörper (1, 8) ein flächenhaft verteiltes Netzwerk von Leitungen bilden, dem ein Zulauf für ein flüssiges oder gasförmiges Medium zugeordnet ist.
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