DE4022964A1 - Messwerterfassungs- und speichergeraet fuer feuchtigkeit und temperatur - Google Patents
Messwerterfassungs- und speichergeraet fuer feuchtigkeit und temperaturInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Meßwerterfassungs- und
Speichergerät für Feuchtigkeit und Temperatur,
insbesondere zur Messung und Speicherung von Daten
während des Backprozesses nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Die Qualität der Backerzeugnisse hängt im hohen Maße
vom Backklima, d. h. vom Temperatur- und
Feuchtigkeitsprofil während des Backprozesses ab. Zur
Steuerung eines optimalen Backklimas in einem Backofen
in Abhängigkeit des jeweils zu backenden Backgutes ist
es erforderlich die Temperatur- und Feuchtigkeit während
des Backprozesses exakt zu erfassen.
Die Messung der Temperatur an unterschiedlichen Stellen
im Backraum ist bekannt und stellt in der Praxis keine
großen Probleme dar. Schwieriger gestaltet sich die
Messung der Feuchtigkeit, da die Beständigkeit der
bekannten Feuchtigkeitssensoren in diesem hohen
Temperaturbereich nicht bzw. nur unter bestimmten
Voraussetzungen gegeben ist.
Aus der DE-OS 34 33 506 ist es bekannt zur Steuerung des
Backklimas in einem Tunnelofen die Feuchtigkeit und
Temperatur über entsprechende Sensoren zu messen und in
Abhängigkeit dieser gemessenen Werte erfolgt dann eine
entsprechende Regelung über ein angeordnetes
Klappensystem. Nachteilig hierbei ist, daß die Sensoren
stationär zum Teil außerhalb der Ofenkammer angeordnet
sind. So sind die Feuchtigkeitssensoren am Ende des
Abgaskanals angeordnet. Hiermit kann lediglich die
Durchschnittsfeuchte- und -temperatur einer Kammer
ermittelt werden aber nicht die Entwicklung des
Backklimas während des Backprozesses.
In der Backindustrie ist bereits ein Meßwerterfassungs-
und Speichergerät für die Registrierung des
Temperaturverlaufes während des Backvorganges bekannt.
Das Gerät wandert mit dem Gebäck durch den Backofen und
erfaßt mittels steckbarer Thermofühler die Temperatur,
die in ein elektrisches Signal umgesetzt und nach
vorgewähltem Zeittakt in den Speicher eingelesen wird.
Bei der späteren Auswertung steht dann ein genaues
Temperatur-Zeit-Profil zur Verfügung, das die echte
Produkttemperatur aufzeigt und u. a. zur Optimierung des
Back-Prozesses herangezogen werden kann.
Die Elektronik ist dabei in einem Edelstahlgehäuse
untergebracht und durch hochtemperaturfeste
Isolierstoffe vor zu schneller Erhitzung geschützt.
Trotz guter Isolierung ist der Einsatz dieses Gerätes
bei hohen Backtemperaturen über einen längeren durch die
Backzeit des jeweiligen Produktes bestimmbaren Zeitraum
nicht gegeben, bzw. würde wegen der erforderlichen
dicken Isolierung sehr groß ausfallen.
Neben dem Temperaturprofil hängt bei vielen Backwaren
die Qualität im hohen Maße vom vorhandenen
Feuchtigkeitsprofil während des Backprozesses ab.
Zwar sind mobile und netzunabhängige Geräte für die
gleichzeitige Ermittlung der Feuchte- und Temperatur von
Tiefkühlkost bekannt, diese können aber in der
Backtechnik wegen der dort anstehenden hohen
Temperaturen nicht eingesetzt werden, da die
Feuchtigkeitssensoren und die Elektronik bei diesen
hohen Temperaturen versagen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mobiles
Meßwerterfassungs- und Speichergerät für Feuchtigkeit
und Temperatur, insbesondere zur Registrierung des
Backklimas in Durchlaufbacköfen zu schaffen, welches bei
Temperaturen bis zu 45°C über einen längeren Zeitraum
die Feuchtigkeit und Temperatur in einer Ofenkammer in
vorgegebenen Zeitintervallen exakt registriert.
Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des
Patentanspruches 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht durch eine
mobile Einrichtung das Klimaprofil in Backöfen bis zu
einer Temperatur von 450°C über die gesamte Backzeit des
jeweiligen Produktes bei einem relativ hohem
Verschmutzungsgrad zu messen und die Meßdaten zu
speichern.
Durch den Einsatz von entsprechenden Isoliermaterialien,
Kühlelementen und Sauerstoffsensoren zu indirekten
Feuchtemessung ist sichergestellt, daß die Genauigkeit
der Meßwerte nicht durch elektrische, magnetische oder
thermische Einflüsse beeinträchtigt werden.
Bei der Auswertung der erfaßten Daten steht ein genaues
Klima-Zeit-Profil zur Verfügung, dieses kann u. a. zur
Optimierung des Backprozesses eingesetzt werden.
Entsprechend der Ausgestaltung nach Anspruch 2 ist eine
zuverlässige Kühlung der Elektronik über die gesamte
Backzeit, selbst bei der oberen Backtemperatur von
450°C, mit Sicherheit gegeben.
Besonders zweckmäßig ist es bei hohen Temperaturen
und/oder flacher Backraumhöhe die Ausgestaltung der
Isoliergehäuse nach den Merkmalen des Anspruches 3
vorzunehmen, da dadurch eine verbesserte Kühlung bei
einer kleinen und kompakten Bauweise erzielbar ist.
Entsprechend der weiteren Ausgestaltung nach Anspruch 4
ist auch der separate Einsatz des Datenspeichers nur zur
Temperaturerfassung oder in Kombination mit einem
anderen Gerät gegeben.
Mit den Maßnahmen nach Anspruch 5 ist eine vorteilhafte
unverfällschte Meßwertübertragung sichergestellt.
Besonders günstige Voraussetzungen für einen
Feuchtefühler sind durch die Merkmale des Anspruches 6
gegeben, die eine lange Lebensdauer bei geringer
elektrischer Leistungsaufnahme und Reproduzierbarkeit
der Messungen bei schneller Ansprechzeit gewährleisten.
Die Erfindung wird weiter anhand eines in der
beigefügten schematischen Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Wie der Zeichnung entnommen werden kann, ist auf einem
nicht näher dargestellten Ofenband eines ebenfalls nicht
näher gezeigten Durchlaufbackofens neben den
Teigformlingen 9 auch das erfindungsgemäße
Meßwerterfassungs- und -Speichergerät aufgegeben und
durchläuft mit den Teigformlingen den Backprozeß in
angegebener Pfeilrichtung. Die Feuchtefühler 1 und
Temperaturfühler 2 sind mittels teflonisolierter
Leitungen 1.1; 2.2 mit der Elektronik, die in diesem
Ausführungsbeispiel in zwei Isoliergehäusen 8
untergebracht ist, verbunden. Die Verwendung von zwei
Isoliergehäusen hat mehrere Vorteile. Einmal können mehr
Kühlelemente 7 an den Innenwänden der Gehäuse
untergebracht werden und zweitens können dadurch die
Gehäuse so klein und kompakt gebaut werden, das sie auch
bei Öfen in denen kleine oder dünne Gebäckstücke
gebacken werden Platz auf dem Ofenband finden. Ferner
können die einzeln im Gehäuse eingeschlossenen
elektronischen Bauelemente auch separat oder in
Kombination mit anderen Meßgeräten eingesetzt werden.
Die Isoliergehäuse 8 sind dabei mit einem stabilen,
dicht schließenden Edelstahlgehäuse 13 umgeben und
somit gegen alle äußeren Einflüsse geschützt.
In dem links in der Zeichnung dargestellten
Isoliergehäuse 8 ist ein Datenspeicher 3 angeordnet, dem
zwei Kühlelemente 7 zugeordnet sind. Diese bestehen aus
stabilen Metallzylindern, die mit Wasser gefüllt sind.
Vor dem Einsatz der Kühlelemente 7 wird das Wasser
tiefgefroren.
Wegen der relativ hohen Schmelzwärme von Wasser ist
sichergestellt, daß die Elektronik über einen längeren
Zeitraum im Isoliergehäuse 8 vor der durch die
Anschlußdurchführungen und durch die Isolierung
eindringenden Wärme geschützt ist.
Im rechten Isoliergehäuse 8 sind ein Feuchtemeßgerät 4,
bestehend aus den Elektronikmodulen 5 und den
Akkumulatoren 6 untergebracht. An den inneren
Längswänden sind Kühlelemente 7 angeordnet.
Zwecks schneller Anpassungsmöglichkeit an
unterschiedliche Meßaufgaben sind die Feuchtefühler 1
und Temperaturfühler 2 über mechanisch stabile und
thermisch belastbare Steckverbindungen mit den
Elektronikmodulen 5 und dem Datenspeicher 3 verbunden.
Zur Verringerung des Eindringens von Wärme aus dem
Backraum in das Isoliergehäuse 8 sind die
Kabeldurchführungen ohne durchgehende metallische
Verbindung ausgeführt. Hiernach sind die Steckverbinder
11 komplett innerhalb der Isoliergehäuse 8 untergebracht
und zusammen auf eine Metallschiene 10 montiert, die
thermisch mit einem Kühlelement 7 verbunden ist. Die
beiden Isoliergehäuse 8 sind über eine Leitung 12
elektrisch miteinander verbunden.
Die Feuchtefühler 1 bestehen aus an sich bekannten
Sauerstoffsensoren, dessen Sensor-Element in
Glasfaserfüllmaterial gebettet ist und mit einer
Schutzabdeckung versehen ist. Diese auf der Basis von
Zirkonkeramik arbeitenden Sensor-Elemente sind
wartungsfrei, temperaturstabil haben eine geringe
elektrische Leistungsaufnahme und benötigen kein
Referenzgas und sind somit hervorragend für die
indirekte Feuchtigkeitsmessung geeignet. Als
Temperaturfühler 2 können z. B. handelsübliche Ni-CrNi
Mantelthermoelemente verwendet werden.
Mit der vorliegenden Erfindung ist es erstmals möglich,
ortsunabhängig bei Temperaturen von 450°C, sowohl die
Luftfeuchtigkeit, als auch die Temperatur, jeweils mit
mehreren Meßstellen, zu messen und diese Meßdaten zu
speichern.
Ein bevorzugter Anwendungsfall ist beispielsweise das
Messen von Temperaturen und Feuchten in Durchlauföfen
zur Ermittlung des Klimaprofils über der Ofenlänge. Dazu
wird einfach die Vorrichtung, zusammen mit dem zu
backenden Produkt, durch den Ofen geschickt.
Beim Durchlaufen werden zyklisch die Meßdaten der
angeschlossenen Feuchte- und Temperaturfühler
abgespeichert.
Anschließend können diese Daten in verschiedener Weise
ausgewertet werden.
Im einfachsten Fall lassen sich die Meßdaten mit Hilfe
der Tastatur in das Display eines weiteren
Datenspeichers holen und dort ablesen, oder direkt auf
einem entsprechenden Drucker tabellarisch ausgeben.
Normalerweise wird man jedoch die Meßdaten mit Hilfe
eines Personal-Computers über die serielle Schnittstelle
auslesen und mit speziellen handelsüblichen Programmen
(z. B. Symphony, Asystant, etc.) auswerten und ggf.
graphisch darstellen.
Auf diese Weise läßt sich der Aufwand für die
Ofenoptimierung entscheidend vermindern.
Darüber hinaus ist so auch die Dokumentation von
gefundenen Einstellungen möglich.
Claims (6)
1. Meßwerterfassungs- und Speichergerät für Feuchtigkeit
und Temperatur, insbesondere zur Messung und
Speicherung von Daten während des Backprozesses in
indirekt beheizten Durchlauf- oder Chargenöfen, wobei
die Elektronik in einem stabilen Isoliergehäuse
eingeschlossen ist, welches mit mehreren
Steckanschlüssen für Sensoren ausgerüstet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das mit mehreren
Sensoren ausgerüstete Meßwerterfassungs- und
Speichergerät zusammen mit den Teigformlingen (9) der
Backatmosphäre des Backraumes ausgesetzt wird, wobei
im Isoliergehäuse (8) wenigstens ein Kühlelement (7)
und für die Messung des Feuchtigkeitsprofils
temperaturbeständige Sauerstoffsensoren
angeordnet sind, die die Feuchtigkeit indirekt über
den Sauerstoffgehalt der Ofenatmosphäre ermitteln.
2. Meßwerterfassungs- und Speichergerät nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß als Kühlelement (7)
mehrere im Isoliergehäuse (8) verteilt angeordnete
mit tiefgefrorenem Wasser gefüllte Metallzylinder
eingesetzt sind.
3. Meßwerterfassungs- und Speichergerät nach den
Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
einzelne oder mehrere Bausteine der Elektronik
getrennt in mehreren elektrisch verbundenen
Isoliergehäuse (8) angeordnet sind.
4. Meßwerterfassungs- und Speichergerät nach Anspruch
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Datenspeicher (3)
und hiervon getrennt das Feuchtemeßgerät (4) mit
Elektronikmodulen (5) und Akkumulator (6) in
zumindest zwei Isoliergehäusen (8) angeordnet sind.
5. Meßwerterfassungs- und Speichergerät nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steckverbinder (11) für die steckbaren
Sensoren innerhalb der Isoliergehäuse (8) auf einer
Metallschiene (10) angeordnet sind, die thermisch mit
einem Kühlelement (7) verbunden ist.
6. Meßwerterfassungs- und Speichergerät nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Sauerstoffsensor ein ohne Referenzgas
arbeitendes in ein Glasfaserfüllmaterial gebettetes
und mit einer Schutzabdeckung versehenes
Sensor-Element, das auf der Basis von Zirkonkeramik
aufgebaut ist, verwendet ist.
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