DE3935929C2 - Vorrichtung zur Schnellkühlung von zylindrischem Halbzeug - Google Patents
Vorrichtung zur Schnellkühlung von zylindrischem HalbzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Schnellkühlung von zylindrischem Halbzeug nach einer
Wärmebehandlung in einer Gasströmung.
Bei der Wärmebehandlung, insbesondere bei der
Schnellkühlung von zylindrischen Metall-Halbzeugen, wie
bspw. Drähten, zum Zweck des Härtens und des Patentierens
ist man bei der Abkühlung von der Glühtemperatur auf die
metallurgisch erforderliche Abkühl-, bzw. Haltetemperatur
auf Salzbäder oder Bäder aus flüssigem Metall angewiesen,
da nur durch eine Bewegung des Halbzeuges durch ein
fluides Medium mit entsprechenden wärmetechnischen
Eigenschaften die erforderliche Abkühlgeschwindigkeit
erreicht und die Kühltemperatur mit der erforderlichen
Genauigkeit eingehalten werden können; denn die mit
Metallbädern erreichbaren Wärmeübergangskoeffizienten
reichen von 2000 bis 4000 W/m²⁰K.
Der große Nachteil dieser Bäder liegt in der damit
verbundenen Umweltbelastung, da bspw. zum Patentieren von
Stahldrähten ein Bleibad eingesetzt wird. Es ist kaum
möglich, bei der Abkühlung von Stahldrähten mittels
Bleibad das unkontrollierte Eintragen von Blei in die
Umgebung auszuschließen.
Ähnlich kritisch verhalten sich Salzbäder, da mit den
Salzrückständen Schadstoffe vom Draht in die Umgebung
eingebracht werden.
Aus der DE 29 47 163 C2 ist ein Verfahren zum
kontinuierlichen raschen Abkühlen von auf hohe Temperatur
erwärmtem Metalldraht bekannt, bei dem der Draht eine
enge Leitung durchläuft. In dieser engen Leitung ist
rechtwinklig zur Laufrichtung des Drahtes mindestens ein
Wasserstrahl auf ihn gerichtet. Beansprucht wird die
Dimensionierung der engen Leitung, die eine Breite von
wenigstens dem 4fachen des Drahtdurchmessers und deren
Dicke wenigstens das Doppelte des Drahtdurchmesers sein
soll. Die Strömungsgeschwindigkeit des Wasserstrahls soll
wenigstens 10 m/s sein. Gemäß den Ausführungen in den
Fig. 3 und 4 können die Querschnitte der Einleit- und
Ausleitkammern ein stetig sich veränderndes Profil haben.
Der Draht läuft dann jeweils durch die engste Stelle
dieses Kammerprofils. Bei diesem bekannten Verfahren wird
die an bekannten mit Kühlwasser beschickten
Abschreckeinrichtungen auftretende Bildung von
Dampfblasen, die eine Verschlechterung des Wärmeübergangs
hervorrufen, vermieden.
Aus der DE 32 44 202 C2 ist ebenfalls ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Härten von Werkstücken durch
Abkühlen des erhitzten Werkstückes in einem flüssigen
Härtemittel bekannt, das zwangsweise geführt und
umgewälzt wird.
Schließlich ist aus der DE-Z HTM 36 (1981) 2, S. 81 bis
85 bereits ein Verfahren zur Gaskühlung von in
Vakuumofenanlagen behandelten Werkstücken für sich
bekannt. Dort ist beschrieben, daß eine Erhöhung des
Gasdruckes oder der Gasgeschwindigkeit eine Zunahme des
Wärmeübergangskoeffizienten α zur Folge hat. Beim
Lötprozeß in Vakuumofenanlagen sind jedoch im allgemeinen
keine hohe Abkühlgeschwindigkeiten erforderlich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die
eingangs genannte und zuvor näher beschriebene
Vorrichtung zur Schnellkühlung von zylindrischem Halbzeug
nach einer Wärmebehandlung in einer Gasströmung so zu
verbessern, daß mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand
eine besonders hohe Abschreckgeschwindigkeit erreicht
wird.
Dies wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale erreicht.
Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale
der Unteransprüche definiert.
Bei der hier realisierten Ausführungsform einer Vorrichtung zur kon
vektiven Wärmebehandlung läßt sich die erforderliche hohe Strömungs
geschwindigkeit bei der Umströmung des zylindrischen Halbzeuges, ins
besondere von Drähten, mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand reali
sieren, indem für eine entsprechende Strömungsführung gesorgt wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen näher er
läutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Schemazeichnung des Strömungskreislaufes einer Aus
führungsform einer Vorrichtung zur konvektiven Wärmebehandlung
von Drähten,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung der Strömungsführung, in
der die Drähte mit der Gas-Strömung hoher Geschwindigkeit
beaufschlagt werden, und
Fig. 3 eine maßstäbliche Skizze des Querschnitts senkrecht zur
Drahtachse einer typischen Ausführungsform einer solchen
Strömungsführung.
Die aus Fig. 1 ersichtliche, allgemein durch das Bezugszeichen 10 an
gedeutete Vorrichtung zur konvektiven Wärmebehandlung von Drähten 12 in
einer Gasströmung weist einen Radialventilator 14 auf, der das im Um
lauf geführte Gas, das in Richtung der Pfeile strömt, aus einem Kanal 6
ansaugt und in einen sich konisch erweiternden Kanal 16 bläst, in dem
ein Wärmetauscher 18 angeordnet ist. An den Wärmetauscher 18 schließt
sich ein sich konisch verjüngender Kanal 20 an, der gemäß der
Darstellung in Fig. 1 nach unten in den Einströmquerschnitt 22 der Be
handlungszone mit den Drähten 12 übergeht.
Die eigentliche Strömungsführung verengt sich von dem Einströmquer
schnitt 22 auf einen engsten Querschnitt 24 und erweitert sich an
schließend, ähnlich wie eine Venturidüse, wieder auf den Austritts
querschnitt 26, der in etwa dem Eintrittsquerschnitt 22 entspricht.
Die Drähte 12 befinden sich in der Strömungsführung etwas stromauf vom
engsten Querschnitt 24.
Das Erweiterungsverhältnis vom engsten Querschnitt 24 auf den Aus
trittsquerschnitt 26 liegt bei etwa 3.
Durch die Anordnung der Drähte 12 etwas stromauf vom engsten Quer
schnitt 24 wird erreicht, daß sich der Strömungsnachlauf hinter den
Drähten 12 aufgrund der stromab vom Draht 12 erfolgenden, starken Strö
mungsbeschleunigkeit verringert und die dem Druckrückgewinn dienende
Erweiterungsströmung vom engsten Querschnitt 24 auf den Austrittsquer
schnitt 26 weniger stark gestört wird als in dem Fall, wenn der Draht
12 im engsten Querschnitt angeordnet würde.
Ein weiterer Vorteil wird noch darin gesehen, daß die Strömung bei der
angegebenen Lage der Drähte 12 diese mit einem größeren Umschlingungs
winkel umschließt, wodurch sich optimale Bedingungen für einen aus
reichenden Wärmeübergang ergeben.
Bei der Vorrichtung 10 nach Fig. 1 fließt das Gas in einer geschlos
senen Strömungsführung von dem Strömungsantrieb, nämlich dem Radial
ventilator 5, über den Wärmetauscher 18 und die Behandlungszone 22, 24,
26 zurück zum Radialventilator 14.
Aus der perspektivischen Darstellung nach Fig. 2 ist ersichtlich, wie
die Drähte 12 durch die Strömungsführung in der Behandlungszone 22, 24,
26 hindurch bewegt werden. Dabei werden die jeweils optimalen Abmes
sungen für den Einströmquerschnitt 22, die engste Stelle 24 und den
Ausströmquerschnitt 26 durch in die Behandlungszone im Abstand vonein
ander eingesetzte Hohlkörper oder Platten 28 erreicht, die gemäß der
Darstellung in Fig. 2 im Querschnitt etwa die Form eines Kegels haben;
jeweils zwei nebeneinander angeordnete Platten 28 bilden einen von dem
gasdurchströmten Spalt mit der erläuterten Strömungsführung, durch den
auch die Drähte 12 im rechten Winkel zur Gasströmung hindurch bewegt
werden.
Die Platten 28 haben also eine Querschnittsform, die, in Strömungsrich
tung gesehen, also gemäß der Darstellung in Fig. 3 von oben, mit ei
nem abgerundeten Kopf 28a mit parallelen Seitenwänden beginnt und sich
dann im Bereich 28b konisch erweitert, bis die breiteste Stelle 28c
erreicht ist, an der sich wiederum der engste Querschnitt 24 der Strö
mungsführung befindet.
Ausgehend von der breitesten Stelle 28c verjüngen sich die Platten 28
zum unteren Ende 28d hin.
Als Alternative zu der dargestellten Ausführungsform ist es auch mög
lich, solche Strömungsführungen, in Transportrichtung der Drähte 12
betrachtet, hintereinander anzuordnen und in diesen Strömungsführungen
jeweils die Strömung von der einen Richtung in die andere Richtung um
zukehren. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß die auf den Draht aus
geübten Strömungskräfte sich jeweils ausgleichen; außerdem erfolgt auf
grund der jeweils um 180° gedrehten Strömungsrichtung der Wärmeüber
gang gleichmäßiger, was dann wesentlich ist, wenn Drähte oder stabför
mige Halbzeuge behandelt werden müssen, bei denen der Widerstand für
den Wärmeübergang im Vergleich mit dem Widerstand für die innere
Wärmeleitung nicht groß ist.
Wie in Fig. 3 dargestellt ist, können die Körper 28 zwischen zwei
benachbarten Strömungsführungen für zwei nebeneinander durch die
Vorrichtung 10 hindurchgeführten Drähte 12 auch in Strömungsrichtung
stumpf enden. Dadurch entsteht dann, in Strömungsrichtung gesehen,
hinter dem sich kontinuierlich erweiternden Diffusor noch eine
plötzliche Erweiterung, ein sogenannter Stoßdiffusor, der bei kürzerer
Baulänge insgesamt zu gleichen oder sogar noch zu einem höheren
Druckrückgewinn führt als in dem Fall, daß der sich kontinuierlich
erweiternde Diffusor entsprechend länger ausgeführt würde. Mit einer
solchen Vorrichtung lassen sich Strömungsgeschwindigkeiten in Luft bzw.
Stickstoff von 100 bis 150 m/s mit einem normalen Mitteldruckventilator
14 erreichen. Noch günstiger werden die Verhältnisse, wenn bspw. als
Kühlmedium Wasserstoffgas verwendet wird. In diesem Fall können mit
wirtschaftlich sinnvoll vertretbarem Aufwand Strömungsgeschwindigkeiten
von etwa 200 m/s erzielt werden.
Für die Funktionsweise der Vorrichtung 10 ist noch wesentlich, daß der
gesamte Strömungskreislauf gegenüber der Umgebung abgedichtet ist und
sich lediglich durch die Öffnungen, über die die Drähte 12 in die
Strömungsführung hinein- bzw. aus der Strömungsführung herausgezogen
werden, ein Druckausgleich mit der Umgebung einstellt. Dadurch wird
dann diesem Querschnitt der Atmosphärendruck aufgeprägt.
Da es sich jedoch um einen geschlossenen Strömungskreislauf handelt,
tritt aus diesen Öffnungen weder Strömungsgas aus noch Umgebungsluft
ein, wenn man von einer geringfügigen Vermischung absieht.
Claims (13)
1. Vorrichtung zur Schnellkühlung von zylindrischem
Halbzeug nach einer Wärmebehandlung in einer Gasströmung,
gekennzeichnet durch einen Förderweg
des Halbzeugs durch den Bereich vor der engsten Stelle
einer Strömungsführung nach Art einer Venturidüse in
Richtung seiner Längsachse quer zur Düsenachse.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Eintritts-Querschnitt und der Austritts-Querschnitt (22,
26) der Strömungsführung (22, 24, 26) etwa gleich groß
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Verhältnis des Eintritts- und Austrittsquerschnittes (22,
26) zum engsten Querschnitt (24) im Bereich von 2 : 1 bis
4 : 1 liegt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Verhältnis etwa 3 : 1 beträgt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Strömungsführung (22, 24, 26) zweidimensional
ausgestaltet ist, und daß das zylindrische Halbzeug (12)
in Richtung der dritten Dimension geführt wird.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das
zylindrische Halbzeug (12) in einem kurzen, im Vergleich
zu den Gesamtabmessungen der Strömungsführung (22, 24,
26) geringen Abstand stromauf von dem engsten
Strömungsquerschnitt (27) durch die Strömungsführung (22,
24, 26) bewegt wird.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Strömungsführungen (22, 24, 26) für mehrere zylindrische
Halbzeuge (12) parallel geschaltet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß eine
Parallelschaltung von mehreren Strömungsführungen (22,
24, 26) durch einen einzigen Strömungsantrieb (14)
versorgt wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß als
Strömungsantrieb (14) ein Radialventilator verwendet
wird.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Strömungsantrieb (14) mit der Parallelschaltung von
mehreren Strömungsführungen (22, 24, 26) sowie ihrer
Zuströmung (16) und ihrer Abströmung (6) einen
geschlossenen Strömungsweg bildet.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Außendruck bzw. der Druck der angrenzenden Umgebung dem
geschlossenen Strömungsweg mit Hilfe des
Durchführungsquerschnittes der zylindrischen Halbzeuge
(12) aufgeprägt wird.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Strömungsführung aus mehreren nebeneinander angeordneten
Abschnitten mit jeweils gegengerichteter
Durchströmungsrichtung zusammengefügt ist, und daß die
zylindrischen Halbzeuge (12) mit von Abschnitt zu
Abschnitt wechselnder Strömungsrichtung angeströmt
werden.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Abschnitte jeweils getrennten Strömungskreisläufen
zugeordnet sind.
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