DE3914573A1 - Verfahren zum flammstrahlen von oberflaechen - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Flammstrahlen von
Oberflächen, bei dem mit Hilfe einer Brennervorrichtung mit
Brennerkopf Flammen auf die zu bearbeitende Oberfläche ge
richtet werden.
Das Flammstrahlen von Oberflächen, beispielsweise von na
türlichen oder künstlichen Steinarten oder Stahl, ist eine
seit langem bekannte Möglichkeit, Oberflächen zu bearbeiten
und deren Eigenschaften und Aussehen etc. zu verändern.
Beim Flammstrahlen wird ein Brenner mit in der Regel über
eine bestimmte Breite nebeneinander auf einer Linie ange
ordneten Brennerflammen über die zu bearbeitende Oberfläche
geführt. Somit wird dieser Oberfläche oder, wenn sich die
zu bearbeitende Oberfläche auf einem eigenständigen Werk
stück befindet, diesem gesamten Werkstück Wärme zugeführt,
wodurch sich der bearbeitete Oberflächenbereich oder das
gesamte Werkstück erwärmt. Dadurch können sich in ungünsti
gen Fällen schädliche Auswirkungen, z.B. Risse oder uner
wünschte Verformungen, ergeben (siehe beispielsweise Arti
kel "Flammstrahlen", Sonderdruck der Beratungsstelle für
Autogentechnik, 1965, Seite 3, Punkt 10.) .
Die Aufgabenstellung der vorliegenden Erfindung besteht
deshalb darin, eine thermisch möglichst gering belastende
Flammstrahlmethode für Oberflächenbereiche oder Werkstücke
anzugeben.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß beim Flammstrahlen
in nächster Nähe vor und/oder nach dem Brennerkopf in Bezug
auf dessen Arbeitsrichtung ein Kühlmedium mit unterhalb der
Umgebungstemperatur liegender Temperatur aufgebracht wird.
Durch das Aufbringen eines Kühlmediums auf die Oberfläche
oder das Werkstück in nächster Nähe des Brennerkopfes wird
dem Werkstück kurz vor und/oder sofort nach der Flammstrah
lung Wärme entzogen. Dadurch wird bewirkt, daß der durch
den Bestrahlungsvorgang notwendigerweise zugeführten Wärme
menge eine Wärmemenge mit entgegengesetztem Vorzeichen ent
gegengestellt wird, d.h. der Oberfläche oder dem Werkstück
wird durch den Brenner einerseits Wärme zugeführt während
andererseits durch ein Kühlmedium mit unterhalb der Umge
bungstemperatur liegender Temperatur wieder Wärme entzogen
wird. Daraus ergibt sich im wesentlichen eine Absenkung des
gesamten Temperaturniveaus beim Flammstrahlvorgang und ins
besondere auch eine geringere Endtemperatur des bearbeite
ten Oberflächenbereiches oder des Werkstücks, woraus sich
eine geringere thermische Belastung im Vergleich zum be
kannten, ungekühlten Flammstrahlen ergibt. Der eigentliche
Abspratzvorgang beim Flammstrahlen wird jedoch dadurch
nicht negativ beeinflußt.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfin
dung wird das Kühlmedium vor und nach dem Brennerkopf auf
die zu bearbeitende Oberfläche aufgebracht. Dadurch wird
eine besonders effektive Absenkung des Temperaturniveaus
erreicht und die thermische Belastung minimiert.
Als besonders geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren
hat sich der Einsatz von Kryomedien in tiefkaltem Zustand
als Kühlmedien erwiesen. Diese Medien können dabei in
flüssiger Form oder in Form von Kaltgas oder einer Mischung
von beidem auf die zu bearbeitende Oberfläche aufgebracht
werden. Die Durchführung des Verfahrens ist aber beispiels
weise auch mit kaltem Wasser, allerdings mit geringerer Ef
fizienz und anderen Nachteilen, möglich. Kryomedien sind
Medien, die bereits bei tiefkalten Temperaturen sieden. Als
besonders geeignete Vertreter sind Stickstoff, Argon und
Kohlendioxid zu nennen. Diese Medien sind problemlos und
kostengünstig in tiefkalter, flüssiger Form beziehbar, be
sitzen einen inerten Charakter und können zur Temperaturbe
einflussung der zu bearbeitenden Oberfläche temperatur- und
mengenmäßig einfach variiert werden.
Im folgenden soll anhand der schematischen Zeichnung das
erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert werden.
Die Figur zeigt eine erfindungsgemäße Anordnung eines
Flammstrahlbrenners mit zugehörigen Einrichtungen zur
Kühlung.
Ein Brenner 1 oder, genauer bezeichnet, ein Brennerkopf 1
ist zwischen zwei Kühleinrichtungen 2, 3 angeordnet. Der
Brenner 1 kann zur Flammstrahlbearbeitung einer Oberfläche
4 in schleppender, senkrechter oder stechender Weise ein
gesetzt werden. Dies ist durch die gestrichelten Linien in
der Figur angedeutet. Unmittelbar vor und nach dem Brenner
kopf 1 in Bezug auf dessen Vorschub oder Arbeitsrichtung
sind die Kühleinrichtungen 2, 3 positioniert. Der minimale
Abstand der Kühleinrichtungen 2, 3 vom Brenner 1 ist dabei
etwa so definierbar, daß sich der Flammenauftreffbereich A
vom Brenner und der Auftreffbereich B des Kühlmediums von
einer Kühleinrichtung gerade berühren. Andererseits sollte
der Abstand der Kühleinrichtungen vom Flammenauftreffbe
reich A das fünffache der Ausdehnung dieses Bereiches nicht
überschreiten.
Beispielhaft sei nun die Anwendung von Flüssigstickstoff
als Kühlmedium beschrieben. Der Stickstoff wird in flüssi
gem Zustand (-196°C) in Form eines oder mehrerer, jeweils
geeignet dosierter Strahlen oder Brausen auf die zu bear
beitende Oberfläche vor und nach dem Brennerkopf aufge
bracht, verteilt sich dort um seine Auftreffstelle herum,
verdampft und entzieht dem Untergrund Wärme. So wird die zu
bearbeitende Oberfläche bereits vor der Beaufschlagung mit
den Brennerflammen auf Temperaturen etwa zwischen 0 und
-60°C abgekühlt. Es folgt der eigentliche thermische Flamm
strahlvorgang, der durch die vorherige Abkühlung nicht ne
gativ beeinflußt wird, da es dabei vor allem auf ein
schockartiges Erhitzen einer dünnen Oberflächenschicht an
kommt, was nach wie vor erfolgt. Die darauf folgende zweite
Beaufschlagung mit dem Kühlmedium verhindert vor allem eine
weiterreichende Wärmeausbreitung in der bearbeiteten Ober
fläche oder dem Werkstück.
Insgesamt vermindert das erfindungsgemäße Vorgehen die
thermische Belastung einer zu flammstrahlenden Oberfläche
oder eines zu flammstrahlenden Werkstückes, ohne daß das
Flammstrahlergebnis negativ beeinflußt wird, und ist somit
insbesondere bei besonders empfindlichen Oberflächen, bei
spielsweise Stahlbetonflächen mit geringer Betonüberdec
kung, oder kleinen Werkstücken, beispielsweise Fliesen
oder Platten, anwendbar.
Claims (3)
1. Verfahren zum Flammstrahlen von Oberflächen, bei dem
mit Hilfe einer Brennervorrichtung mit Brennerkopf
hochenergetische Flammen auf die zu bearbeitende
Oberfläche gerichtet werden, dadurch gekennzeichnet,
daß in nächster Nähe vor und/oder nach dem Brennerkopf
in Bezug auf seine Arbeitsrichtung ein Kühlmedium mit
einer unterhalb der Umgebungstemperatur liegenden
Temperatur auf die Oberfläche aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
vor und nach dem Brennerkopf ein Kühlmedium
aufgebracht wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch
gekennzeichnet, daß als Kühlmedium ein Kryomedium in
tiefkaltem Zustand in flüssiger oder gasförmiger Form
verwendet wird, beispielsweise Stickstoff, Argon, oder
Kohlendioxid.
Priority Applications (1)
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Publications (2)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3914573A1 (de) |
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1989
- 1989-05-03 DE DE19893914573 patent/DE3914573A1/de active Granted
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3914573C2 (de) | 1993-07-01 |
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