DE3828633A1 - Verfahren zum verwerten von halogenkohlenwasserstoffe enthaltendem ausgangsmaterial - Google Patents

Verfahren zum verwerten von halogenkohlenwasserstoffe enthaltendem ausgangsmaterial

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verwerten von Halogenkohlenwasserstoffe, insbesondere Chlorkohlenwas­ serstoffe enthaltendem Ausgangsmaterial, insbesondere Altöl, Öldestillationsrückstand, Ölschlamm, Wasser-Öl- Gemischen, ölhaltigem Rückstand oder dergleichen.
Der Verwertung oder Beseitigung des eingangs genannten Ausgangsmaterials kommt besondere Bedeutung zu. Dies um­ somehr, als z. B. allein in der Bundesrepublik Deutsch­ land jährlich über 500 000 Tonnen Altöle anfallen, die hauptsächlich aus Motorenölen, Getriebeölen, Hydraulik­ ölen, Transformatorenölen, Schneidölen oder Schmierölen bestehen. Da die vorgenannten Öle sowie die eingangs er­ wähnten Ausgangsmaterialien meist durch chlorhaltige or­ ganische Verbindungen, in vielen Fällen z. B. durch po­ lychlorierte Biphenyle (PCB) verunreinigt sind, erfor­ dert deren Beseitigung oder Verwertung besonderen Auf­ wand. Denn die oft praktizierte Verbrennung ist für sol­ che Öle nicht anwendbar, da hierbei äußerst giftige po­ lychlorierte Dioxine und Furane entstehen können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein ein­ faches und kostengünstiges Verfahren zum Verwerten von Halogenkohlenwasserstoffe, insbesondere Chlorkohlenwas­ serstoffe enthaltendem flüssigen oder halbfesten bis fe­ sten Ausgangsmaterial der eingangs genannten Art anzuge­ ben.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß das Halogenkohlenwasserstoffe enthaltende Ausgangs­ material in pumpfähigem Zustand in ein indirekt beheiz­ tes Wirbelbett eingebracht und in Anwesenheit wenigstens eines basischen Zuschlagstoffes in reduzierender Atmos­ phäre bei einer Temperatur von 400 bis 900° Celcius py­ rolytisch zersetzt wird, und daß das entstandene Pyroly­ segas durch mindestens eine Kühlstufe geführt und hoch­ siedende Kohlenwasserstoffbestandteile des Pyrolysegases durch teilweise Kondensation des Pyrolysegases als Schweröl abgeschieden werden, und daß das Schweröl in das Wirbelbett zurückgeführt und erneut der Pyrolyse un­ terworfen wird.
Das halogenkohlenwasserstoffhaltige, insbesondere chlor­ kohlenwasserstoffhaltige Ausgangsmaterial, das bei Umge­ bungstemperatur meist zähflüssig bis halbfest oder fest ist, wird zunächst durch Erhitzen in einen leicht fließ­ fähigen und daher pumpfähigen Zustand gebracht und in das auf 400 bis 900° Celsius aufgeheizte Wirbelbett ge­ fördert. Um eine schnelle Erhitzung des Ausgangsmateri­ als auf Pyrolysetemperatur zu erreichen, wird dieses zweckmäßig mit Hilfe wenigstens einer Düse in das Wir­ belbett in Form von kleinen Tröpfchen eingesprüht. Der gleichzeitig in das Wirbelbett eingebrachte schwach ba­ sische Zuschlagstoff dehalogniert unter den Pyrolysebe­ dingungen überraschenderweise die als thermisch sehr stabil geltenden schädlichen Bestandteile des Ausgangs­ materials, insbesondere jeweils polychlorierte Dibenzo­ dioxine (PCDDs), Dibenzofurane (PCDFs) und Biphenyle (PCBs) zumindest teilweise. Nach der Kondensation der hochsiedenden Kohlenwasserstoffbestandteile zu Schweröl befinden sich, wie Untersuchungen bestätigt haben, die bei der Pyrolyse nicht dechlorierten restlichen PCDDs, PCDFs, PCBs und andere hochsiedenden Organochlorverbin­ dungen ausschließlich im Schweröl, das zu erneuter De­ chlorierung der vorgenannten Stoffe sowie zur Spaltung in Pyrolysegas und leichtsiedendes Pyrolyseöl (Leichtöl) in das Wirbelbett zurückgeführt wird. Das nach der teil­ weisen Kondensation des Pyrolysegases zu Schweröl ver­ bleibende restliche Pyrolysegas ist daher weitgehend frei von diesen Stoffen und wird vorteilhaft einer wei­ teren Kühlung unterworfen zur Kondensation von leicht­ siedenden Kohlenwasserstoffbestandteilen zu Leichtöl. Das hierbei übrigbleibende Pyrolysegas wird verwertet, insbesondere als Heizgas. Das erfindungsgemäße Verfahren wird noch dadurch besonders begünstigt, daß der Massen­ anteil des Schweröls an den bei der Pyrolyse entstand­ enen Produkten nur ungefähr ein Fünftel bis ein Siebtel der Masse des Ausgangsmaterials ausmacht. Besonders her­ vorzuheben ist noch, daß das erfindungsgemäße Verfahren ohne Zusatz von Wasser oder Wasserdampf durchgeführt wird. Die Verweilzeit des Ausgangsmaterials und des rückgeführten Schweröls im Wirbelbett beträgt ungefähr 2 bis 10 Sekunden, vorzugsweise 3 bis 6 Sekunden.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß das Schweröl kontinuier­ lich in das Wirbelbett zurückgeführt wird. Hierdurch ist ein kontinuierlicher Betrieb ohne Unterbrechnungen ge­ währleistet.
Eine andere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung be­ steht nun darin, daß das gewonnene Schweröl gespeichert wird, und daß nach dem Anfall einer ausreichenden Menge an Schweröl dieses an Stelle des Ausgangsmaterials in pumpfähigem Zustand in das Wirbelbett eingebracht wird. Nachdem also eine ausreichende Menge an Schweröl, zweck­ mäßig eine solche Menge, die für den Betrieb der Anlage von mindestens 3 Stunden ausreicht, erzeugt und gespei­ chert wurde, wird die Zufuhr des Ausgangsmaterials zum Wirbelbett unterbrochen. Stattdessen wird das Schweröl in das Wirbelbett eingebracht und der gleichen pyrolyti­ schen Behandlung wie das Ausgangsmaterial unterworfen. Hierbei bindet der zugeführte Zuschlagstoff die weiteren oder die restlichen Anteile oder Spuren von Halogenwas­ serstoffen, die noch im Schweröl organisch gebunden vor­ liegen. Das hierbei entstandene Pyrolysegas wird dann, wie weiter oben beschrieben, weiterbehandelt. Insbeson­ dere wird das hierbei gegebenenfalls gewonnene und durch die Pyrolyse nachgereinigte Schweröl für sich aufgefan­ gen, denn dieses ist weitgehend frei von Halogenkohlen­ wasserstoffverbindungen und daher für eine Weiterverar­ beitung besonders geeignet. Ist das Schweröl aufgearbei­ tet, so wird die Anlage wieder auf den Betrieb mit Aus­ gangsmaterial umgestellt und der vorbeschriebene Prozeß beginnt von neuem. Die vorbeschriebene Verfahrensweise wird als diskontinuierliche Rückführung des Schweröls bezeichnet.
Falls auch halogenkohlenwasserstofffreies Ausgangsmate­ rial verwertet werden muß, so kann dies vorteilhaft da­ durch geschehen, daß dieses halogenkohlenwasserstoff­ freie Ausgangsmaterial bei der diskontinuierlichen Ver­ fahrensweise zusammen mit dem Schweröl zur pyrolytischen Zersetzung in das Wirbelbett eingebracht wird. Hierdurch wird eine Verwertung des halogenkohlenwasserstofffreien Ausgangsmaterials ohne großen Aufwand erreicht.
Als basischer Zuschlagstoff wird mindestens ein Metall­ oxid und/oder ein Metallcarbonat verwendet, da diese schwach basischen Zuschlagstoffe für die Bindung der Schadstoffe ausreichen und kostengünstig zu beschaffen sind.
In dieser Hinsicht ist es am günstigsten, daß als Me­ talloxid bzw. Metallcarbonat die entsprechenden Verbin­ dungen der Alkali- und Erdalkalimetalle, vorzugsweise Calciumoxid, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat oder Calcium-Magnesiumcarbonat, in das Wirbelbett eingebracht werden. Zweckmäßig werden diese Stoffe in körniger Form in das Wirbelbett eingebracht, wobei die Korngröße ins­ besondere 0,2 bis 10 mm beträgt.
Üblicherweise wird für die Ausbildung des Wirbelbettes ein feinkörniges Wirbelmaterial, zweckmäßig Sand oder Aluminiumoxid mit einer Korngröße von maximal 0,5 mm verwendet. Besonders empfehlenswert ist es jedoch, daß als Wirbelmaterial ein körniges Trägermaterial benutzt wird, das mit dem Metalloxid bzw. Metallcarbonat beladen ist. Die Korngröße des Trägermaterials beträgt vorzugs­ weise maximal 0,5 bis 10 mm. Das Trägermaterial als sol­ ches besteht hierbei vorzugsweise aus amorphen Silika­ ten, Zeolithen oder keramischem Material.
Um dem Wirbelbett eine möglichst große Wärmemenge in der Zeiteinheit zuführen zu können mit dem Ziel, einen hohen Massendurchsatz an Ausgangsmaterial und/oder Schweröl zu erreichen, ist es zweckmäßig, das Wirbelbett durch gas­ befeuerte Heizrohre indirekt zu erhitzen. Als Gas wird hierbei vorzugsweise das erzeugte Pyrolysegas benutzt.
Weitere Merkmale und Vorteile des erfindungsgemäßen Ver­ fahrens gehen aus der folgenden Beschreibung von Ausfüh­ rungsbeispielen von Anlagen hervor, die in der Zeichnung schematisch dargestellt und für die Durchführung des Verfahrens geeignet sind.
Hierbei zeigt:
Fig. 1 eine Anlage zum Aufarbeiten von Halogenkohlen­ wasserstoffe enthaltendem Ausgangsmaterial ge­ mäß der Erfindung,
Fig. 2 eine Ausführungsvariante der Anlage gemäß Fi­ gur 1, die für die wechselweise Aufarbeitung von Ausgangsmaterial und Schweröl geeignet ist,
Fig. 3 den Gegenstand der Fig. 2 als Ausführungsva­ riante für die zusätzliche Verwertung von ha­ logenkohlenwasserstofffreiem Ausgangsmaterial und
Fig. 4 die Einzelheit IV der Fig. 3 als Ausführungs­ variante.
Der stehende Pyrolysereaktor 10 gemäß Fig. 1 weist ei­ nen kreiszylindrischen oberen Bereich 12 und einen sich nach unten daran anschließenden und sich verjüngenden kreiskegelförmigen Bereich 14 auf. In diesem Pyrolysere­ aktor 10 wird das Wirbelbett 16 ausgebildet und zwar derart, daß oberhalb des Wirbelbetts ein freier Gasraum 18 verbleibt, dessen Höhe ungefähr 10 bis 20% der Höhe des Pyrolysereaktors beträgt. Das Wirbelmaterial, mit dessen Hilfe das Wirbelbett gebildet wird, ist feinkör­ nig und besteht zweckmäßig aus Sand, Aluminiumoxid oder Trägermaterial.
Oberhalb des Pyrolysereaktors 10 ist ein Speicherbehäl­ ter 20 angeordnet, in den durch die Rohrleitung 22 mit eingefügtem Absperrorgan 24 das körnige Metalloxid und/­ oder Metallcarbonat, das als Zuschlagstoff für die Ent­ halogenierung dient, eingebracht ist. Der Speicherbehäl­ ter 20 ist durch die Leitung 26 mit eingefügtem Absperr- und Drosselorgan 28 mit Gefälle mit dem Wirbelbett 16 des Pyrolysreaktors verbunden.
Am unteren Ende des Bereiches 14 ist eine Abfuhrleitung 32 an den Pyrolysereaktor 10 angeschlossen, in die ein Drossel- und Absperrorgan 34 eingefügt ist.
In den oberen, kreiszylindrischen Bereich 16 des Pyroly­ sereaktors ist mindestens ein gasbefeuertes Heizrohr 36 vom Außenraum 38 her horizontal oder vertikal in das Wirbelbett eingeführt. Zur Gasversorgung ist dieses Heizrohr an die Pyrolysegasleitung 40 angeschlossen, die in der Anlage erzeugtes Pyrolysegas führt. Desweiteren ist an das Heizrohr 36 noch eine Zufuhrleitung 42 für Verbrennungsluft sowie eine Abgasleitung 44 für die Ab­ fuhr des Abgases in den Außenraum angeschlossen.
In den kreiskegelförmigen Bereich 14 des Pyrolysereak­ tors münden Wirbelgasleitungen 46, die an die Gasleitung 48 angeschlossen sind. Die Gasleitung 48 selbst ist un­ ter Zwischenschaltung eines Absperr- und Drosselorgans 50 mit der Pyrolysegasleitung 40 verbunden.
In den unteren, kreiskegelförmigen Bereich 14 des Pyro­ lysereaktors, d. h. in das Wirbelbett 16, mündet noch die Rohrleitung 52, die vom Bodenbereich eines Behälters 54 ausgeht, wobei in Strömungsrichtung gesehen eine Pum­ pe 56 sowie ein Drossel- und Absperrorgan 58 in die Rohrleitung 52 hintereinander eingefügt sind. Der Behäl­ ter 54 dient zur Aufnahme des für die Pyrolyse vorgese­ henen Ausgangsmaterials, das in Richtung des Pfeiles 60 von oben her in den geschlossenen Behälter durch geeig­ nete Mittel eingebracht wird. Im Behälter 54 ist noch eine Heizvorrichtung 62 angeordnet, die zweckmäßig in Form einer Heizschlange ausgebildet ist. Durch die An­ schlüsse 64 der Heizschlange wird ein Wärmeträger, vor­ zugsweise Dampf, zu- bzw. abgeführt. Auch kann vorteil­ haft eine elektrisch oder gasbeheizte Heizschlange ein­ gesetzt werden. In Fig. 1 ist lediglich eine einzige Rohrleitung 52 gezeigt, vorteilhaft sind jedoch mehrere Rohrleitungen in den Pyrolysereaktor gleichmäßig über den Querschnitt verteilt eingeführt und über das Ab­ sperr- und Drosselorgan 58 sowie die Pumpe 56 mit dem Behälter 54 verbunden. An dem Ende der Rohrleitung 52, das sich im Pyrolysereaktor befindet, ist vorteilhaft eine Sprühdüse 53 angeordnet, deren Sprührichtung in das Wirbelbett 16, vorzugsweise nach oben, zeigt.
Vom Gasraum 18 des Pyrolysereaktors führt eine Rohgas­ leitung 78 zur Kühlstufe 80, wobei in die Rohgasleitung ein Zyklonabscheider 82 eingefügt ist. Die Kühlstufe 80 arbeitet mit direkter Kühlung und weist einen Kühler 84 auf. Die Rohgasleitung 78 mündet in den oberen Bereich eines vertikalen, kreiszylindrischen Kühlkanals 75 des Kühlers 84. An das untere Ende des Kühlkanals 75 ist ein geschlossener Abscheidebehälter 86 angeschlossen. Der untere Bereich des Abscheidebehälters dient als Raum 88 für das Schweröl, der darüber verbleibende freie Raum dient als Gasraum 90. Am Raum 88 ist in der Nähe seines Bodens eine Leitung 92 mit eingefügtem Absperrorgan an­ geschlossen, die zur Entleerung des Abscheidebehälters 86 und gegebenenfalls zur Abfuhr überschüssigen Schwer­ öls dient. Desweiteren ist unten eine Leitung 77 ange­ schlossen, die zu mindestens einer im oberen Endbereich des Kühlkanals 77 führenden Sprühdüse 79 führt. Die Sprühdüse ist im Zentrum des Kühlkanals angeordnet, ihre Sprührichtung ist vertikal nach unten. In die Leitung 77 ist eine Pumpe 81 sowie ein Kühler 83 eingefügt, der durch die Leitungen 85 mit Kühlmedium, vorzugsweise Kühlwasser, versorgt wird.
Am Raum 88 ist unten noch eine Leitung 55 angeschlossen, in die, ausgehend vom Raum 88, eine Pumpe 59 und ein Ab­ sperr- und Regelorgan 57 eingefügt sind. Die Leitung 55 führt zur Rohrleitung 52 und ist dort stromab des Ab­ sperr- und Regelorgans 58 angeschlossen. Ebenso vorteil­ haft ist es, die Leitung 55 in den Behälter 54 münden zu lassen. Dies ist in Fig. 1 durch die gestrichelt ge­ zeichnete Leitung 61 angedeutet. In diesem Falle ent­ fällt der Anschluß an die Rohrleitung 52.
Vom Gasraum 90 der Kühlstufe 80 führt eine Rohrleitung 98 zum Eingang einer weiteren Kühlstufe 100, die mit in­ direkter Kühlung arbeitet. Die weitere Kühlstufe 100 weist einen stehenden, kreiszylindrischen weiteren Küh­ ler 102 auf, an dessen oberes Ende die Rohrleitung 98 und an dessen unteres Ende ein weiterer Abscheidebehäl­ ter 104 angeschlossen ist. Der untere Raum des weiteren Abscheidebehälters weist einen weiteren Raum 106 für die Aufnahme des anfallenden Kondensats in Form von leicht­ siedendem Pyrolyseöl auf, über dem sich ein weiterer Gasraum 108 befindet. Im weiteren Kühler 102 ist eine Kühlschlange 112 vorgesehen, durch die ein Kühlmedium, vorzugsweise Wasser, geführt wird.
An den weiteren Gasraum 108 ist die Pyrolysegasleitung 40 angeschlossen, die unter Einschaltung eines Gasver­ dichters 114 das für den Betrieb des Pyrolysereaktors 10 erforderliche Gas liefert. Stromauf des Verdichters 114 ist an die Pyrolysegasleitung 40 noch eine Leitung 116 angeschlossen, durch die das überschüssige Pyrolysegas entnommen wird. Falls für die Behandlung des Pyrolysega­ ses erforderlich, ist zwischen den weiteren Gasraum 108 und die Pyrolysegasleitung 40 mindestens noch eine Kühl­ stufe und/oder mindestens ein Gaswäscher eingefügt. Dies ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
Während des Betriebs wird das Ausgangsmaterial, das ins­ besondere aus den eingangs genannten Stoffen oder Gemi­ schen dieser Stoffe besteht, in Richtung des Pfeiles 60 in den Behälter 54 eingebracht. Gleichzeitig wird mit Hilfe der Anschlüsse 64 Heißwasser oder Dampf durch die Rohrschlange der Heizvorrichtung 62 geführt und das Aus­ gangsmaterial, das meist zähflüssig oder halbfest bis fest ist, soweit erhitzt, daß es dünnflüssig und pumpfä­ hig ist, das heißt, daß es mit Hilfe der Pumpe 56 pro­ blemlos gefördert und in der Spüldüse 53 ohne Schwierig­ keiten versprüht wird. Die Temperatur, bei welcher dies der Fall ist, liegt je nach Ausgangsmaterial meistens zwischen 50 und 150° Celsius. Das pumpfähige Ausgangsma­ terial wird dann mit Hilfe der Punpe 56 durch die Rohr­ leitung 52 in den Pyrolysereaktor eingeführt. Hierbei wird der Fluß des Ausgangsmaterials durch das Absperr- und Drosselorgan 58 auf das geeignete Maß eingestellt. Am Ende der Rohrleitung 52 wird das flüssige Ausgangsma­ terial durch die Sprühdüse 53 in das Wirbelbett 16 ein­ gesprüht. Zweckmäßig wird das Ausgangsmaterial durch mehrere Leitungen und Sprühdüsen eingesprüht.
Gleichzeitig wird das sich im Raum 88 sammelnde Schwer­ öl, erforderlichenfalls nach einer Aufheizung, mit Hilfe der Pumpe 59 bei ausreichend geöffnetem Absperr- und Re­ gelorgan 57 durch die Leitung 55 in die Leitung 52 oder in den Behälter 54 gefördert, so daß das Schweröl zusam­ men mit dem Ausgangsmaterial in das Wirbelbett 16 einge­ bracht wird. Hierbei ist zu beachten, daß im Raum 88 so­ viel Schweröl verbleibt, wie für den Betrieb der Kühl­ stufe 80 erforderlich ist.
Zur Ausbildung des Wirbelbettes 16 wird das in den Pyro­ lysereaktor eingegebene Wirbelmaterial mit Hilfe von Py­ rolysegas verwirbelt. Das Pyrolysegas wird hierbei durch die Wirbelgasleitungen 46 und die Gasleitung 48 aus der Pyrolysegasleitung 40 entnommen. Hierbei wird der Fluß des Wirbelgases durch das Absperr- und Drosselorgan 50 auf das erforderliche Maß eingestellt. Zur Beheizung des Wirbelbettes wird dem Heizrohr 36 ebenfalls Pyrolysegas aus der Pyrolysegasleitung 40 zugeführt und verbrannt, wobei der Gasstrom durch das Absperr- und Drosselorgan 45 auf die Heizleistung des Heizrohres 36 eingestellt ist. Durch die Zufuhrleitung 42 wird dem Heizrohr 36 Verbrennungsluft zugeführt, die Abgase werden durch die Abgasleitung 44 in den Außenraum 38 geleitet, vorteil­ haft mit Hilfe eines nichtdargestellten Kamines. Durch das Heizrohr 36 wird das Wirbelbett indirekt auf die für die Pyrolyse erforderliche Temperatur von 400 bis 900° Celsius aufgeheizt. Vorteilhaft sind mehrere Heizrohre vorgesehen.
Durch die Rohrleitung 22 und das Absperrorgan 24 sind die Zuschlagstoffe vor Betriebsbeginn in den Speicherbe­ hälter 20 eingebracht werden. Diese Zuschlagstoffe be­ stehen vorzugsweise aus Metalloxid und/oder Metallcarbo­ nat. Durch das Öffnen des Absperr- und Drosselorgans 28 werden die Zuschlagstoffe aus dem Speicherbehälter 20 durch die Leitung 26 kontinuierlich und in ausreichendem Maß in den Pyrolysereaktor eingeführt.
Im Wirbelbett 16 vermischt sich das Gemisch aus Schweröl und eingesprühtem Ausgangsmaterial mit dem aus dem Spei­ cherbehälter 20 zugeführten Zuschlagstoff unter Erhit­ zung auf die vorgesehene Pyrolysetemperatur. Da dies in reduzierender Atmosphäre erfolgt, wird das Ausgangsmate­ rial thermisch zersetzt unter Bildung von Pyrolysegas, das sich im Gasraum 18 sammelt, wogegen die Pyrolyse­ rückstände durch die Abfuhrleitung 32 abgezogen werden.
Während der Pyrolyse werden die schädlichen Bestandteile des zugeführten Materials mit Hilfe der Zuschlagstoffe dechloriert und es entstehen weitgehend deponiefähige Verbindungen, die dann zusammen mit dem Pyrolyserück­ stand durch die Abfuhrleitung 32 aus dem Pyrolysereaktor abgeführt werden.
Aus dem Gasraum 18 wird das ungereinigte Pyrolysegas un­ gefähr mit Pyrolysetemperatur durch den Zyklonabscheider 82, in dem mitgeführte Festkörper abgeschieden werden, der Kühlstufe 80 zugeführt. In der Kühlstufe 80 wird pumpfähiges Schweröl dem Raum 88 entnommen und durch die Pumpe 81 und den Kühler 83 in den Kühlkanal 75 gefördert und durch die Sprühdüse 79 versprüht. Gleichzeitig wird das Pyrolysegas in den Kühlkanal eingeleitet, so daß es zusammen mit dem versprühten Schweröl nach unten zum Ab­ scheidebehälter 86 strömt. Hierbei wird das heiße Pyro­ lysegas durch direkten Wärmetausch mit dem zugeführten, kälteren Schweröl auf eine Temperatur von ungefähr 150 bis 250°C abgekühlt. Während der Abkühlung konden­ siert ein Teil der Kohlenwasserstoffe des Pyrolysegases zu Schweröl und das Pyrolysegas-Schwerölgemisch strömt nach unten in den Abscheidebehälter 86. Hier trennt sich das Schweröl vom Pyrolysegas und sammelt sich im Raum 88, wogegen das Pyrolysegas sich im darüber angeordneten Gasraum 90 befindet. Die während der Abkühlung des Pyro­ lysegases vom Schweröl aufgenommene Wärme wird im Kühler 83 an das Kühlwasser abgegeben, das durch die Leitungen 85 zu- und abgeführt wird. Überschüssiges Schweröl des Raumes 88 wird mit Hilfe der Leitung 92 entnommen und einer Weiterverarbeitung zugeführt. Jedoch muß immer der Teil des Schweröls im Raum 88 verbleiben, der für den Betrieb der Kühlstufe 80 erforderlich ist.
Durch Untersuchungen wurde bestätigt, daß sich Reste von Halogenkohlenwasserstoffen bzw. der weiter oben genann­ ten PCCDs, PCDFs und PCBs nur noch im Schweröl nachwei­ sen lassen. Das Schweröl wird daher zur erneuten pyroly­ tischen Behandlung und Bindung von Schadstoffen mit Hil­ fe der Pumpe 59 durch die Leitung 55 dem Wirbelbett kon­ tinuierlich zugeführt. Hierbei ist es das Ziel, dieses Schweröl in Pyrolysegas und leichtsiedendes Pyrolyseöl (Leichtöl) aufzuspalten.
Das sich im Gasraum 90 sammelnde Pyrolysegas wird durch die Rohrleitung 98 der weiteren Kühlstufe 100 zugeführt, Beim Abwärtsströmen des Pyrolysegases im weiteren Kühler 102 wird das Pyrolysegas durch die weitere Kühlschlange 112 gekühlt. Als Kühlmedium dient Kühlwasser. Im Kühler 102 entsteht hierbei durch teilweise Kondensation von Kohlewasserstoffanteilen des Pyrolysegases ein leicht­ siedendes Pyrolyseöl (Siedepunkt ungefähr 80 bis 110°C), das sich im weiteren Abscheidebehälter 104 vom Pyrolyse­ gas trennt. Das leichtsiedende Pyrolyseöl sammelt sich im weiteren Raum 106 und wird durch die weitere Leitung 110 zur Weiterverarbeitung entnommen. Seine Temperatur liegt zwischen 20 und 60° Celsius, die gleiche Tempera­ tur weist das Pyrolysegas auf, das sich im weiteren Gas­ raum 108 sammelt. Das leichtsiedende Pyrolyseöl ist weitgehend frei von den weiter oben genannten Schadstof­ fen und wird einer Weiterverarbeitung zugeführt.
Aus dem weiteren Gasraum 108 wird das gekühlte Pyrolyse­ gas an die Pyrolysegasleitung 40 abgegeben und durch den Verdichter 114 auf jenen Druck gebracht, der für die Er­ zeugung des Wirbelbettes und die Versorgung des Gasbren­ ners 72 sowie des Heizrohres 36 erforderlich ist. Das für den Betrieb der Pyrolyseanlage nicht erforderliche Pyrolysegas wird durch die Leitung 116 der Pyrolysegas­ leitung 40 entnommen und als Energieträger, z. B. für die Beheizung von Wohnräumen, benutzt. Das Pyrolysegas ist jetzt frei von den eingangs genannten Schadstoffen.
Wie sich aus vorstehender Beschreibung ergibt, wird das Halogen-, insbesondere Chlorkohlenwasserstoffe enthal­ tende Ausgangsmaterial auf sehr einfache Weise pyroly­ siert, wobei die Zufuhr der Zuschlagstoffe aus dem Spei­ cherbehälter 20 die Bildung von giftigen Zersetzungspro­ dukten wie polychlorierten Biphenylen, Dioxinen und Fu­ ranen verhindert oder zumindest weitgehend verhindert. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Rückführung des Schweröls in das Wirbelbett zu erneuter Pyrolyse. Die Beheizung des Ausgangsmaterials im Behälter 54 bis zur Pumpfähigkeit erlaubt es, das Ausgangsmaterial auf sehr einfache Weise in das Wirbelbett einzubringen und dort gleichmäßig zu verteilen.
In Fig. 2 ist eine Ausführungsvariante der Anlage gemäß Fig. 1 dargestellt. Die einzelnen Bauteile sind in Fig. 2 nur soweit mit Bezugszeichen versehen, als dies für das Verständnis erforderlich ist. Bauteile der Fig. 1, die auch in Fig. 2 vorhanden sind, sind in Fig. 2 mit Bezugszeichen versehen, die um den Betrag 200 größer sind als die Bezugszeichen der Fig. 1.
Zum Unterschied gegenüber Fig. 1 weist die Pyrolysean­ lage gemäß Fig. 2 einen Sammelbehälter 118 auf, der un­ terhalb des Abscheidebehälters 286 der Kühlstufe 280 an­ geordnet ist. Der Bodenbereich des Abscheidebehälters 286 ist durch eine Leitung 120 mit eingefügtem Durch­ flußregelorgan 122 mit dem oberen Bereich des Sammelbe­ hälters 118 verbunden. Zusätzlich ist noch ein Absperr­ organ 123 eingefügt. Vom unteren Bereich des Sammelbe­ hälters 118 führt eine Rohrleitung 124 zur Rohrleitung 252, die den Behälter 254 mit dem Pyrolysereaktor 210 verbindet. Die Rohrleitung 124 ist hierbei stromab des Absperr- und Drosselorgans 258 an die Rohrleitung 252 angeschlossen. In die Rohrleitung 124 ist noch, in Strö­ mungsrichtung gesehen, eine Pumpe 126 und ein Absperr- und Drosselorgan 128 hintereinander eingefügt. Schließ­ lich ist im Sammelbehälter 118 eine Heizung 130 in Form einer Heizschlange vorgesehen, durch die im Bedarfsfall ein flüssiger Wärmeträger, vorzugsweise Heißwasser oder Dampf, geführt wird.
An den Abscheidebehälter 286 ist ein Niveauregler 287 angeschlossen, der durch eine Steuerleitung 289 mit dem Durchflußregelorgan 122 in Wirkverbindung steht. Der Ni­ veauregler bewirkt, daß im Abscheidebehälter 286 immer soviel Schweröl vorhanden ist, wie es für die Kühlung des Pyrolysegases im Kühlkanal 275 erforderlich ist.
Wird durch die Kühlung des Pyrolysegases mehr Schweröl erzeugt, als für die Kühlung benötigt, so öffnet der Ni­ veauregler 287 das Durchflußregelorgan 122 und dieses mehr erzeugte, überschüssige Schweröl strömt in den Sam­ melbehälter 118.
Vor der Inbetriebnahme der Anlage wird das Drossel- und Absperrorgan 128 geschlossen, die Pumpe 126 ist in Ruhe und das Absperrorgan 123 wird geöffnet. Dann wird das halogenwasserstoffhaltige Ausgangsmaterial in Richtung des Pfeiles 260 in den geschlossenen Behälter 254 einge­ bracht und durch die Heizung 262 soweit erhitzt, daß das Ausgangsmaterial fließfähig und pumpfähig ist. Der wei­ tere Verfahrensablauf ist jetzt ähnlich wie beim Ausfüh­ rungsbeispiel gemäß Fig. 1. Demnach wird das Ausgangs­ material aus dem Behälter 254 in das Wirbelbett 216 des Pyrolysereaktors 210 eingebracht. Gleichzeitig wird in das Wirbelbett Zuschlagmaterial aus dem Speicherbehälter 220 eingeführt. Das Wirbelbett wird durch das Heizrohr 236 auf eine Temperatur von 400 bis 900° Celsius aufge­ heizt und das Ausgangsmaterial wird im Wirbelbett in re­ duzierender Atmosphäre thermisch zersetzt. Gleichzeitig werden Schadstoffe gebunden.
Die entstandenen Pyrolysegase werden zur Kühlstufe 280 geführt und dort durch direkte Kühlung auf eine Tempera­ tur von 120 bis 250° Celsius abgekühlt. Das hierbei kon­ densierende Schweröl wird durch den Abscheidebehälter 288 und die Leitung 120 in den Sammelbehälter 118 gelei­ tet. Hierbei sorgt der Niveauregler 287 in Verbindung mit dem Durchflußregelorgan 122 dafür, daß immer eine für die direkte Kühlung des Pyrolysegases ausreichende Menge Schweröl im Abscheidebehäler 286 bleibt und nur der Überschuß an Schweröl in den Sammelbehälter 118 fließt. Das gekühlte Pyrolysegas wird der weiteren Kühl­ stufe 300 zugeführt und auf eine Temperatur von 20 bis 60° Celsius abgekühlt. Das hierbei anfallende leichtsie­ dende Pyrolyseöl wird im Abscheidebehälter 304 aufgefan­ gen, das Pyrolysegas dagegen wird der Pyrolysegasleitung 240 zur Versorgung der Pyrolyseanlage und zur weiteren Verwendung zugeführt.
Da das Absperrorgan 123 geöffnet ist, fließt das Schwer­ öl aus dem Abscheidebehälter 286 in den Sammelbehälter 118 und wird dort gespeichert. Die Größe des Sammelbe­ hälters 118 ist vorzugsweise so gewählt, daß dieser das während einer Betriebsdauer von ungefähr 2 bis 8 Stunden anfallende Schweröl aufnehmen kann.
Ist der Samnelbehälter 118 weitgehend mit Schweröl ange­ füllt, so wird die Zufuhr von Halogenwasserstoffverbin­ dungen enthaltendem Ausgangsmaterial in den Behälter 254 unterbrochen. Die Pumpe 256 wird abgestellt, das Dros­ sel- und Absperrorgan 258 sowie das Absperrorgan 123 werden geschlossen. Danach wird die Pumpe 126 in Betrieb genommen und das Drossel- und Absperrorgan 128 ausrei­ chend geöffnet. Sollte das im Sammelbehälter 118 gespei­ cherte Schweröl nicht pumpfähig sein, so wird das Schwe­ röl mit Hilfe der Heizung 130 bis zur Fließfähigkeit und Pumpfähigkeit erhitzt.
Beim jetzigen Betriebszustand wird anstelle des im Be­ hälter 254 befindlichen Ausgangsmaterials das im Sammel­ behälter 118 gespeicherte Schweröl dem Wirbelbett 216 zugeführt. Hier wird es unter den gleichen Bedingungen wie vorher das Ausgangsmaterial einer erneuten Pyrolyse unterworfen. Dies hat den Vorteil, daß Spuren oder Reste von Halogen- vorzugsweise Chlorkohlenwasserstoffverbin­ dungen, die während der Pyrolyse des Ausgangsmaterials durch die Zuschlagsstoffe nicht vollständig gebunden wurden und in das Schweröl gelangten, jetzt gebunden werden. Das im Pyrolysereaktor gebildete Pyrolysegas wird, wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben, durch die Kühlstufen 280 und 300 geführt. Hierbei fällt in der Kühlstufe 280 ein von Halogenwasserstoffverbindungen zu­ mindest weitgehend freies, nachgereinigtes Schweröl an. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn das Schweröl mehrmals, vorteilhaft 3 bis 5 mal, in der Pyrolyseanlage umläuft und daher mehrfach pyrolysiert wird. Das nachge­ reinigte Schweröl wird durch die Leitung 292 dem Ab­ scheidebehälter 286 entnommen und einer Weiterverwendung zugeführt. Gleichzeitig fällt in der weiteren Kühlstufe 300 schadstofffreies, leichtsiedendes Pyrolyseöl und Py­ rolysegas an, die wie im Beispiel nach Fig. 1 verwendet werden.
Ist das Schweröl des Sammelbehälters 118 aufgearbeitet, so wird das Absperr- und Drosselorgan 128 geschlossen, das Absperrorgan 123 und das Drossel- und Absperrorgan 258 geöffnet, die Pumpe 126 stillgelegt und die Pumpe 256 dagegen wieder in Betrieb genommen. Die Anlage ist jetzt wieder bereit, Halogenkohlenwasserstoffe enthal­ tendes Ausgangsmaterial zu verarbeiten und zwar so lan­ ge, bis der Sammelbehälter 118 wieder mit Schweröl ge­ füllt ist. Dann beginnt der vorbeschriebene Prozeß von neuem.
Die Anlage gemäß Fig. 2, die gemäß vorstehender Be­ schreibung für die wechselweise Pyrolyse von Ausgangsma­ terial oder Schweröl betrieben wird (diskontinuierliche Rückführung des Schweröls), läßt sich vorteilhaft auch für kontinuierliche Rückführung des Schweröls in das Wirbelbett oder für die alleinige Pyrolyse von über­ schüssigem Schweröl einsetzen.
Für die Pyrolyse von Ausgangsmaterial wird dieses hier­ zu, genau wie im Zusammenhang mit Fig. 2 erläutert, über den Behälter 254 in das Wirbelbett 216 eingebracht, dort in Anwesenheit des Zuschlagstoffes thermisch zer­ setzt und das entstandene Pyrolysegas in die Kühlstufe 280 zur Abscheidung des Schweröls geleitet. Bei geöffne­ tem Absperrorgan 123 fließt das Schweröl in den Sammel­ behälter 118, wobei der Niveauregler 287 das für die Kühlung benötigte Schweröl im Raum 288 zurückhält. Da beim jetzigen Betriebszustand das Absperr- und Drossel­ organ 128 geöffnet und die Pumpe 126 in Betrieb ist, wird das Schweröl kontinuierlich zur Rohrleitung 252 und somit in das Wirbelbett 216 zu erneuter Pyrolyse geför­ dert. Die Pyrolyse erfolgt hier entsprechend den Erläu­ terungen zu Fig. 1, auf die ausdrücklich Bezug genommen wird. Im vorliegenden Fall wird der Sammelbehälter 118 vom Schweröl lediglich durchströmt, es erfolgt keine Speicherung.
Fig. 3 zeigt eine Ausführungsvariante der Anlage gemäß Fig. 2. Diese Ausführungsvariante ist für die zusätzli­ che Verwertung von halogenkohlenwasserstofffreiem Aus­ gangsmaterial vorgesehen. Als halogenwasserstofffreies Ausgangsmaterial sind in erster Linie schadstofffreies Ausgangsmaterial der eingangs genannten Art sowie einige Kunststoffe zu betrachten, die hier in Form von Kunst­ stoffabfällen eingesetzt werden sollen.
Die Bauteile der Fig. 2, die in Fig. 3 in identischer Form wiederkehren, sind mit Bezugsziffern versehen, die gegenüber Fig. 2 um den Betrag 400 vergrößert sind.
Die Unterschiede der Anlage gemäß Fig. 3 gegenüber der Anlage gemäß Fig. 2 bestehen im wesentlichen darin, daß die Anlage gemäß Fig. 3 zusätzlich mit einem zweiten Behälter 135 für flüssiges bis halbfestes halogenwasser­ stofffreies Ausgangsmaterial versehen ist. Der zweite Behälter 135 ist durch eine Leitung 137 mit eingefügter Pumpe 139 und nachgeschaltetem Absperr- und Drosselorgan 141 mit der Rohrleitung 652 verbunden, die vom Behälter 654 zum Wirbelbett 616 führt. Der Anschluß der Leitung 137 erfolgt hierbei stromab des Absperr- und Drosselor­ gans 658, das sich in der Rohrleitung 652 befindet. Der geschlossene zweite Behälter 135 ist genauso mit einer Heizung 143 versehen wie der Behälter 654.
Während jener Betriebsweise der Anlage gemäß Fig. 3, in der Schweröl aus dem Sammelbehälter 518 in das Wirbel­ bett 616 zur pyrolytischen Zersetzung eingebracht wird - diese Betriebsweise ist im Zusammenhang mit Fig. 2 nä­ her erläutert worden - und kein halogenkohlenwasser­ stoffhaltiges Ausgangsmaterial verarbeitet wird, wird jetzt zusätzlich halogenkohlenwasserstofffreies Aus­ gangsmaterial in das Wirbelbett 616 eingebracht.
Hierzu wird das halogenkohlenwasserstofffreie Ausgangs­ material in Richtung des Pfeiles 145 in den zweiten Be­ hälter 135 eingebracht und durch die Heizung 143 in pumpfähigen Zustand versetzt. Hierbei ist vorausgesetzt, daß sich das Ausgangsmaterial durch Erhitzung in den pumpfähigen Zustand bringen läßt. Vorzugsweise besteht dieses Ausgangsmaterial aus Altöl oder halbfesten bis festen ölähnlichen Produkten. Dieses halogenkohlenwas­ serstofffreie Ausgangsmaterial strömt nun unter dem Ein­ fluß der Pumpe 139 durch die Leitung 137 bei geöffnetem Absperr- und Drosselorgan 131 zur Rohrleitung 652 und vermischt sich dort mit dem schadstoffhaltigen Schweröl, das aus dem Sammelbehälter 518 durch die Leitung 524 zur Rohrleitung 652 gefördert wird. Dieses Gemisch wird nun in das Wirbelbett 616 eingeführt und der Pyrolyse unter­ worfen, wobei die Spuren oder Reste von Halogenkohlen­ wasserstoffverbindungen, die sich noch im schadstoffhal­ tigen Schweröl befinden, chemisch gebunden werden. Dies geschieht mit Hilfe der weiter oben genannten Zuschlags­ toffe, die aus dem Speicherbehälter 620 in das Wirbel­ bett 616 eingeführt werden. Da das Ausgangsmaterial aus dem Behälter 135 frei ist von Halogenkohlenwasserstoff­ verbindungen, konzentriert sich die Schadstoffbindung auf jene Halogenkohlenwasserstoffe, die im Schweröl des Sammelbehälters 518 vorhanden sind. Diese im Wirbelbett gasförmigen Halogenkohlenwasserstoffe werden jetzt durch den Zuschlagstoff weitgehend zu deponiefähigem, ungifti­ gen Rückstand gebunden und durch die Austragleitung 632 aus dem Pyrolysereaktor entfernt. Die entstandenen Pyro­ lysegase sind daher praktisch frei von Halogenwasser­ stoffgasen und werden dann in der weiter oben beschrie­ benen Weise den Kühlstufen 680 und 700 zugeführt. Hier­ bei fällt im Abscheidebehälter 686 jetzt ein Schweröl an, das weitgehend frei ist von Verunreinigungen durch Halogenkohlenwasserstoffe und das als schadstoffarmes Schweröl bezeichnet wird. Dieses pyrolytisch gereinigte, schadstoffarme Schweröl wird dann durch die Leitung 692 aus dem Abscheidebehälter 686 abgezogen und einer weite­ ren Verwertung zugeführt. Vorteilhaft wird das Schweröl mehrmals einer Pyrolyse unterworfen.
Wie sich aus Vorstehendem ergibt, besitzt das vorbe­ schriebene Verfahren den wesentlichen Vorteil, daß außer einer pyrolytischen Aufarbeitung des schadstoffhaltigen Schweröles das in der Kühlstufe 680 bei der Pyrolyse von Halogenkohlenwasserstoffverbindungen enthaltendem Aus­ gangsmaterial anfällt, gleichzeitig noch Ausgangsmateri­ al verarbeitet wird, das frei ist von Halogenwasser­ stoffverbindungen. Durch diese Maßnahme wird die Ein­ satzfähigkeit, Ausnutzung und Wirtschaftlichkeit des er­ findungsgemäßen Verfahrens erheblich gesteigert.
Fig. 4 zeigt das Detail IV der Fig. 3 als Ausführungs­ variante. Die in Fig. 4 identisch wiederkehrenden Ein­ zelteile der Fig. 3 sind mit Bezugsziffern versehen, die gegenüber Fig. 3 um den Betrag 100 vergrößert sind.
Während bei der Pyrolyseanlage gemäß Fig. 3 das halo­ genkohlenwasserstofffreie Ausgangsmaterial in flüssiger Form aus dem zweiten Behälter 135 in den Pyrolysereaktor eingebracht wird, ist bei der Pyrolyseanlage gemäß Fig. 4 anstelle des zweiten Behälters 135 samt Leitung 137 eine Eintragvorrichtung 147 vorgesehen, durch die fe­ stes, halogenkohlenwasserstofffreies Ausgangsmaterial in das Wirbelbett 716 eingebracht wird. Die Eintragvorrich­ tung 147 weist eine horizontal angeordnete Eintrag­ schnecke 149 auf, die durch einen Motor 151 angetrieben wird. Die Eintragschnecke ist mit einer nicht darge­ stellten Einlaßschleuse und einem angedeuteten Trichter 153 versehen, in den das feste, kleinstückige halogen­ kohlenwasserstofffreie Ausgangsmaterial eingefüllt und dann durch die Eintragschnecke in fester Form in das Wirbelbett 716 eingetragen wird. Das schadstoffhaltige Schweröl wird in diesem Betriebszustand der Anlage, ge­ nau wie im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3, in pumpfä­ higem Zustand durch die Leitung 624 in das Wirbelbett 716 eingebracht und dort mit Hilfe der Düse 753 ver­ sprüht. Gleichzeitig wird durch die Eintragvorrichtung 147 das feste halogenkohlenwasserstofffreie Ausgangsma­ terial in das Wirbelbett 716 eingebracht, so daß beides gleichzeitig pyrolysiert wird. Im übrigen verläuft der Betrieb der Pyrolyseanlage gemäß Fig. 4 genauso, wie es weiter oben erläutert wurde, so daß für den Fachmann keine weiteren Erläuterungen erforderlich sind.
Als halogenkohlenwasserstofffreies Ausgangsmaterial für den Betrieb der Pyrolyseanlage gemäß Fig. 3 dienen in erster Linie Altöle, Ölschlämme und dergleichen, die schadstofffrei sind. Die Pyrolyseanlage gemäß Fig. 4 ist geeignet für die Verarbeitung von festem, kleinstük­ kigem halogenkohlenwasserstofffreien Ausgangsmaterial, das nicht oder nur sehr schwer in pumpfähigem Zustand gebracht werden kann. Als solches Material sind manche Kunststoffe zu betrachten.
Die Einsatzfähigkeit einer Pyrolyseanlage gemäß Fig. 3 wird noch erweitert, wenn diese zusätzlich mit einer Eintragvorrichtung 147 gemäß Fig. 4 ausgerüstet wird. Dann läßt sich wahlweise flüssiges oder festes halogen­ kohlenwasserstofffreies Ausgangsmaterial zusammen mit Schweröl in einer einzigen Pyrolyseanlage verarbeiten. Zudem ist es möglich, festes und flüssiges halogenkoh­ lenwasserstofffreies Ausgangsmaterial gleichzeitig auf­ zuarbeiten. Eine solche Anlage ist auch für die alleini­ ge Aufarbeitung von Halogenkohlenwasserstoffe enthalten­ dem Ausgangsmaterial geeignet. Diese Ausführungsvariante ist in der Zeichnung nicht besonders dargestellt.
Für die Dosierung der Zuschlagstoffe gelten folgende Richtwerte:
Zur chemischen Bindung von 1 kg gasförmigem Chlorwasser­ stoff (HCl) im Wirbelbett sind jeweils mindestens erfor­ derlich 0,56 kg MgO; 0,78 kg CaO; 1,4 kg CaCO3; 2,5 kg Dolomit oder 1,1 kg NaOH.
Für die chemische Bindung von 1 kg gasförmigem Schwefel­ wasserstoff (H2S)im Wirbelbett sind jeweils mindestens erfoderlich 1,2 kg MgO; 1,7 kg CaO; 3,0 kg CaCO3; 5,4 kg Dolomit oder 2,4 kg NaOH. Dies gilt, wenn im Wir­ belbett zusätzlich entstandener Schwefelwasserstoff ge­ bunden werden muß.
Die Zuschlagstoffe könnn einzeln verwendet werden, in vielen Fällen sind jedoch Gemische zweckmäßig.

Claims (10)

1. Verfahren zum Verwerten von Halogenkohlenwasser­ stoffe, insbesondere Chlorkohlenwasserstoffe, enthalten­ dem Ausgangsmaterial, insbesondere Altöl, Öldestillati­ onsrückstand, Ölschlamm oder dergleichen, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Halogenkohlenwasserstoffe enthal­ tende Ausgangsmaterial in fließfähigem Zustand in ein indirekt beheiztes Wirbelbett (16; 116) eingebracht und in Anwesenheit wenigstens eines basischen Zuschlagstof­ fes in reduzierender Atmosphäre bei einer Temperatur von 400 bis 900° Celsius pyrolytisch zersetzt wird, daß das entstandene Pyrolysegas durch mindestens eine Kühlstufe (80; 280) geführt und hochsiedende Kohlenwasserstoffbe­ standteile durch teilweise Kondensation des Pyrolysega­ ses als Schweröl abgeschieden werden, und daß das Schwe­ röl in das Wirbelbett zurückgeführt und erneut der Pyro­ lyse unterworfen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­ net, daß das nach dem Abscheiden des Schweröls verblei­ bende restliche Pyrolysegas mindestens einer weiteren Kühlstufe zugeführt und weitere Kohlenwasserstoffbe­ standteile durch Kondensation als Leichtöl abgeschieden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Schweröl kontinuierlich in das Wirbelbett zurückgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Schweröl gespeichert wird, und daß nach dem Anfall einer ausreichenden Menge an Schweröl dieses anstelle des Ausgangsmaterials in fließfähigem Zustand in das Wirbelbett (216) eingebracht und pyroly­ siert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich­ net, daß zusammen mit dem Schweröl halogenkohlenwasser­ stofffreies Ausgangsmaterial in das Wirbelbett einge­ bracht und pyrolysiert wird.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als basischer Zu­ schlagstoff mindestens ein Metalloxid und/oder ein Me­ tallcarbonat verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich­ net, daß als Metalloxid bzw. Metallcarbonat ein Oxid oder Hydroxid bzw. ein Carbonat der Alkali- oder Erdal­ kalimetalle, vorzugsweise Calciumoxid, Calciumhydroxid bzw. Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat oder Calcium-Ma­ gnesiumcarbonat in das Wirbelbett (16; 216) eingebracht wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß für die Bildung des Wirbelbettes (16; 216) ein feinkörniges Trägermaterial benutzt wird, das mit dem Metalloxid bzw. Metallcarbonat versehen ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich­ net, daß als Trägermaterial amorphe Silikate, Zeolithe oder keramisches Material, vorzugsweise mit einer Korn­ größe von maximal 0,5 bis 10 mm, benutzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da­ durch gekennzeichnet, daß das Wirbelbett (16; 216) durch gasbefeuerte Heizrohre (36; 236) erhitzt wird und daß als Heizgas vorzugsweise bei der Pyrolyse gewonnenes und vom Öl befreites Pyrolysegas verwendet wird.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE4420400A1 (de) * 1994-06-08 1995-12-14 Lemmerbrock Karl Heinrich Verfahren zur Dekontamination polychlorierte Biphenyle enthaltende Stoffe
EP1420058A1 (de) * 2002-10-11 2004-05-19 Ensyn Petroleum International Ltd. Schnelle thermische Behandlung von schweren Kohlenwasserstoffeinsätzen in Anwesenheit von Kalziumverbindungen
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