DE3740627A1 - Vorrichtung zum reinigen von fahrzeugraedern - Google Patents

Vorrichtung zum reinigen von fahrzeugraedern

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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Fahrzeugrädern mit den Merkmalen im Oberbegriff des Hauptanspruches.
Eine derartige Radwaschvorrichtung ist aus der DE-OS 16 55 989 bekannt und beinhaltet eine einteilige Radwaschbürste, die über einen Motor rotatorisch angetrieben und mit einer Zustellvorrichtung mit dem Fahrzeugrad in Eingriff gebracht wird. Die Radwaschbürste ist einteilig ausgebildet und besitzt lediglich schräg nach außen gerichtete Randbereiche zum Waschen des Reifens.
Die bekannte Radwaschbürste hat den Nachteil, daß sie der heute herrschenden Vielfalt an Rad- und Felgenformen nicht mehr gerecht wird. Moderne Räder für Breitreifen besitzen häufig eine große Schüsseltiefe, in die die Radwaschbürste mit ihrem Innenteil weit eintauchen muß. Dies ist manchmal nicht in voller Tiefe möglich und auch mit einer Beschädigungsgefahr für die Räder verbunden. Hinzu kommt, daß die weiter außenliegenden Randbereiche dann nicht mehr ausreichend gewaschen werden können, wobei sich außerdem die randseitigen Haarborsten nur noch tangential anlegen und ohne Reinigungseffekt über die Radflanken wischen. Schwierigkeiten ergeben sich mit der bekannten Radwaschbürste auch durch unterschiedlich große Felgendurchmesser und durch stark zerklüftete Felgenformen, wie sie beispielsweise bei sportlichen Leichtmetallfelgen üblich sind.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Reinigen von Fahrzeugrädern aufzuzeigen, die für die unterschiedlichsten Rad- und Felgenformen gleichbleibend gute Reinigungsergebnisse bei hoher Betriebssicherheit erzielt.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen im Kennzeichen des Hauptanspruches.
Die erfindungsgemäße Radwaschbürste ist mehrteilig mit separaten Bürstenelementen ausgebildet, die sich um unterschiedliche Wege gegenüber dem Rad bzw. der Felge zustellen lassen. Auf diese Weise kann die wirksame Bürstenkontur der jeweiligen Rad- bzw. Felgenform genau angepaßt werden. Vor allem bei Breitfelgen können mit der erfindungsgemäßen Radwaschbürste alle Teile gleich gut gereinigt werden. Durch die unterschiedlichen Zustellwege kann der Mittelteil der Radwaschbürste nun ohne Beschädigungsgefahr ausreichend tief in die Felgenschüssel eintauchen und dort alle Bereiche erfassen. Die äußeren Bürstenelemente bleiben demgegenüber zurück und waschen mit optimalem Abstand und optimaler Winkelausrichtung die Randbereiche des Rades bzw. der Felge. Umgekehrt paßt sich die erfindungsgemäße Radwaschbürste auch einem flachen Scheibenrad oder unterschiedlichen Rad- bzw. Felgendurchmessern an.
Die unterschiedlichen Zustellwege der einzelnen Bürstenelemente lassen sich auf verschiedene Weise realisieren. Im einfachsten Fall sind die Bürstenelemente zumindest in Zustellrichtung federnd ausweichfähig gelagert, was einen gemeinsamen Zustellantrieb für alle Bürstenelemente ermöglicht und eine Einstellung der benötigten Bürstenkontur im Rahmen des Federspiels schafft. Daneben sind natürlich auch aufwendigere Bauformen möglich, indem etwa die Bürstenelemente räumlich voneinander getrennt sind und über eigene Zustellantriebe bewegt werden, wobei gegebenenfalls zusätzlich Federelemente eingesetzt werden.
Die gegenseitige Zuordnung und Ausrichtung der Bürstenelemente kann variieren. Beispielsweise können die einzelnen Bürstenelemente gelenkig miteinander verbunden und federnd abgestützt sein. Die unterschiedlichen Zustellwege werden dann durch eine Klappbewegung realisiert, die auch eine für manche Fälle wünschenswerte Schrägstellung der Bürstenhaare mit sich bringt.
Im bevorzugten Ausführungsbeispiel sind jedoch die Bürstenelemente voneinander räumlich getrennt angeordnet und durch Blattfedern miteinander verbunden. Dies ermöglicht die Verwendung eines gemeinsamen Stellantriebes und eines gemeinsamen Drehantriebes, dessen Motorwelle vorzugsweise mit dem inneren Bürstenelement verbunden ist. Die äußeren Bürstenelemente werden durch die Blattfedern drehschlüssig mitgenommen und können zugleich axial ausweichen. Alle Bürstenhaare behalten dadurch im wesentlichen die gleiche Ausrichtung.
Die Bürstenelemente können in Form, Zahl und Anordnung unterschiedlich gestaltet sein. Nachdem die zu waschenden Räder und Felgen rotationssymmetrische Teile sind, empfiehlt es sich, die Bürstenelemente scheiben-, ring­ oder segmentförmig auszubilden und hierbei konzentrisch ineinander anzuordnen. Für die meisten Anwendungsfälle genügen zwei ring- bzw. scheibenförmige Bürstenelemente. Zur Erzielung einer feineren Konturenabstufung kann ihre Zahl jedoch auch erhöht werden.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise und schematisch dargestellt. Im einzelnen zeigen:
Fig. (1) eine Seitenansicht einer Radwaschbürste,
Fig. (2) eine Stirnansicht der Radwaschbürste von Fig. (1) gemäß Pfeil II,
Fig. (3) eine Seitenansicht der gesamten Reinigungsvorrichtung im Eingriff mit einem Fahrzeugrad,
Fig. (4) eine Stirn- und Seitenansicht einer Radwaschbürste mit Segmenten in Variation zu Fig. (2),
Fig. (5) eine Reinigungsvorrichtung in Variation zu Fig. (3)
Fig. (6) eine Radwaschbürste in Seitenansicht in Variation zu Fig. (1) und
Fig. (7) eine Reinigungsvorrichtung in Seitenansicht und in Variation zu Fig. (3)
In Fig. (3), (5) und (7) ist eine Reinigungsvorrichtung für Fahrzeugräder (7) dargestellt, die jeweils eine Radwaschbürste (1) mit mehreren Bürstenelementen (2,3) besitzt, die von einem gemeinsamen Drehantrieb (9), hier ein Elektromotor, in Rotation versetzt werden. Der Drehantrieb (9) ist in einem Gehäuse (14) angeordnet und wird mitsamt der Radwaschbürste (1) über einen Stellantrieb (16) zum Fahrzeugrad (7) hin- und wegbewegt. Die gezeigte Reinigungsvorrichtung kann in bekannter Weise Bestandteil einer Autowaschstraße mit mehreren Stationen sein. Sie kann dazu ortsfest angeordnet sein oder über einen zusätzlichen Antrieb (nicht dargestellt) mit den geschleppten Fahrzeugen mitbewegt werden. Die Reinigungsanlage kann aber auch in eine Portalwaschanlage integriert sein und wird mit dem Portal mitbewegt.
Die Radwaschbürste (1) besteht aus einem vorzugsweise kreisscheibenförmigen inneren Bürstenelement (2) und aus einem ringförmigen äußeren Bürstenelement (3), das das innere Element (2) konzentrisch umgibt. Die Bürstenhaare sind auf einem scheiben- bzw. ringförmigen Bürstenträger (4, 5) angeordnet und erstrecken sich im wesentlichen in die gleiche Richtung. Der innere Bürstenträger (4) ist direkt mit der Motorwelle (10) des Drehantriebs (9) verbunden.
Der innere und der äußere Bürstenträger (4, 5) sind an der Rückseite über drei gleichmäßig verteilte, radial sich erstreckende Blattfedern (6) miteinander verbunden. Zur Erzielung einer möglichst großen Biegelänge sind die Blattfedern (6) Omega-förmig gebogen und am inneren Bürstenträger (4) nahe der Mitte sowie am äußeren Bürstenträger (5) randseitig außen befestigt. Die Blattfedern (6) halten die Bürstenträger (4, 5) drehschlüssig zusammen und übertragen das vom Antrieb (9) eingeleitete Moment auf den äußeren Bürstenträger (5).
Fig. (3) zeigt die Reinigungsvorrichtung mit der Radwaschbürste (1) in Eingriffstellung mit einem Fahrzeugrad (7). Die Felge (8) besitzt einen gegenüber den Radflanken relativ weit zurückversetzten Schüsselboden. Wie der Vergleich mit Fig. (1) zeigt, tritt das innere Bürstenelement (2) gegenüber dem äußeren Bürstenelement (3) vor. Es taucht in die Felgenschüssel ein und erreicht deren Boden, die Nabe und das Felgenbett. Das äußere Bürstenelement (3) wäscht demgegenüber den außenliegenden Felgenbereich und gegebenenfalls Teile des Reifens.
Fig. (7) zeigt die gleiche Reinigungsvorrichtung im Eingriff mit einem kleinen Rad (7). Hier erfaßt das innere Bürstenelement (2) die Felge (8) im wesentlichen allein, während das äußere Bürstenelement (3) den Reifen wäscht.
Die Haare des äußeren Bürstenelementes (3) besitzen eine höhere Biegesteifigkeit als die Federelemente (6). Sie sind zumindest gleichlang oder etwas länger als die Haare des inneren Bürstenelementes (2) (vgl. Fig. (1)). Bei der Zustellbewegung stützen sich die äußeren Bürstenhaare an der Felge (8) ab und lassen das äußere Bürstenelement (3) über den weiteren Zustellweg gegenüber dem inneren Bürstenelement (2) unter Biegung und gegen die Kraft der Blattfedern (6) zurückweichen. Die Rückweichbewegung ist axial und entgegengesetzt zur Zustellrichtung (15) gerichtet. Das äußere Bürstenelement (3) hat über die Blattfedern (6) den richtigen Abstand und die richtige Anpreßkraft zum Waschen der Außenbereiche der Felge (8).
Fig. (4) zeigt eine Variation in der Gestaltung des äußeren Bürstenelementes (3). Es besteht hier aus einzelnen Segmenten, die gleichmäßig um das innere Bürstenelement (2) verteilt und wie im ersten Ausführungsbeispiel räumlich getrennt davon angeordnet sind. Jedes Segment ist über eine Blattfeder (6) mit dem inneren Bürstenelement (2) drehschlüssig und axial ausweichfähig verbunden. Wie die Seitenansicht in Fig. (4) verdeutlicht, besitzt das innere Bürstenelement (2) nach hinten leicht abgewinkelte Ränder. Dieses Ausführungsbeispiel zeigt auch, wie sich die Kontur der Radwaschbürste (1) unterschiedlichen Felgen- und Radformen, hier ein flaches Scheibenrad, anpaßt. Im gezeigten Fall bleiben die Federelemente (6) im wesentlichen in ihrer Ausgangslage.
Fig. (5) zeigt eine weitere Variation hinsichtlich der Ausbildung der Radwaschbürste (1) und des Drehantriebs (9). Die Bürstenelemente (2, 3) sind voneinander getrennt angeordnet und werden auch separat angetrieben. Das äußere Bürstenelement (3) ist auch durch eine andere Art von Federelementen (6), beispielsweise axial geführte Druckfedern, mit einer Scheibe (13) verbunden, die ihrerseits auf einer Hohlwelle (11) befestigt ist. In der Hohlwelle (11) ist die Welle (10) des inneren Bürstenelementes (2) drehbar gelagert, wobei die Hohlwelle (11) ihrerseits im Gehäuse (14) drehbar gelagert ist. Beide Wellen (10, 11) werden vom Antrieb (9) unter Zwischenschaltung eines Getriebes (12) angetrieben. Über das Getriebe (12) können Drehzahl und Drehrichtung der Bürstenelemente (2, 3) relativ zueinander variiert werden.
Fig. (6) zeigt eine Variante der Radwaschbürste (1), bei der die äußeren Bürstenelemente (3) als untereinander getrennte Segmente ausgebildet und mit ihren Bürstenträgern (5) jeweils gelenkig mit dem Bürstenträger (4) des inneren Bürstenelementes (2) verbunden sind. Die Gelenke können unterschiedlich ausgebildet sein, beispielsweise als Scharniere. Die Bürstenträger (4, 5) können aber auch aus einem Stück gefertigt sein, wobei die Gelenke durch Wandschwächungen in Form von Kerben, Perforierungen oder dergleichen geschaffen werden. Die Bürstenträger (4, 5) sind wiederum jeweils durch Federelemente (6) gegenseitig abgestützt. Zur Erzielung unterschiedlicher Zustellwege weichen die Bürstenträger (5) in einer Klappbewegung um ihre jeweilige Gelenkachse zurück.
Weitere Variationen sind zum einen dahingehend möglich, daß ausgehend von Fig. (1) weitere außenseitige, ringförmige Bürstenelemente vorgesehen sind, die wiederum über Federelemente entweder mit dem inneren Bürstenelement (2) oder den benachbarten Bürstenringen verbunden sind. Zum anderen müssen die Bürstenelemente auch keine konzentrische Form aufweisen, sondern können auch beispielsweise sternförmig und ineinandergreifend gestaltet sein.
Stückliste
 (1) Radwaschbürste
 (2) Bürstenelement, Innenbürste, Bürstenscheibe
 (3) Bürstenelement, Außenbürste, Ringbürste, Segmentbürste
 (4) Bürstenträger, Scheibe
 (5) Bürstenträger, Ring, Segment
 (6) Federelement
 (7) Rad, Reifen
 (8) Felge
 (9) Drehantrieb
(10) Welle
(11) Hohlwelle
(12) Getriebe
(13) Scheibe
(14) Gehäuse
(15) Zustellrichtung
(16) Stellantrieb

Claims (6)

1. Vorrichtung zum Reinigen von Fahrzeugrädern mit einer gegenüber dem Rad zustellbaren und rotatorisch angetriebenen Radwaschbürste, dadurch gekennzeichnet, daß die Radwaschbürste (1) mehrere separate Bürstenelemente (2, 3) aufweist, die um unterschiedliche Wege zustellbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Bürstenelemente (2, 3) in Zustellrichtung (15) federnd (6) ausweichfähig gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenelemente (2, 3) räumlich voneinander getrennt angeordnet und durch Blattfedern (6) drehschlüssig und axial ausweichfähig miteinander verbunden sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenelemente (2, 3) scheiben-, ring,- oder segmentförmig ausgebildet und konzentrisch ineinander angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für die Bürstenelemente (2, 3) ein gemeinsamer Dreh- und Stellantrieb (9, 16) vorgesehen ist, wobei die innere Bürstenscheibe (2) mit der Motorwelle (10) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Bürstenelemente (3) längere Haare als die inneren Bürstenelemente (2) aufweisen.
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