DE3608153A1 - Lufttrocknendes ueberzugsmittel fuer holz, verfahren zu seiner herstellung sowie seine verwendung - Google Patents
Lufttrocknendes ueberzugsmittel fuer holz, verfahren zu seiner herstellung sowie seine verwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Überzugsmittel, enthaltend als
Bindemittel mittel- bis langölige Alkydharze auf der
Basis trocknender Fettsäuren oder trocknender Öle,
aliphatischer Di- und/oder Polycarbonsäuren und aliphatischer
Di- und/oder Polyole, organisches Lösungsmittel,
gegebenenfalls Pigmente, Füllstoffe, Hilfsstoffe
und Trockenstoffe sowie ein Lichtschutzmittel.
Derartige Überzugsmittel werden insbesondere als
lasierende oder deckende Beschichtungen für Holz verwendet.
Insbesondere wenn zum Schutz des Holzes
lasierende Beschichtungen angewendet werden, besteht
die Gefahr, daß energiereiche, kurzwellige Strahlung
Abbaureaktionen im Lackfilm und auch in der darunterliegenden
Holzoberfläche bewirkt, so daß es zu
Zerstörungen und zum Ablösen des Lackfilms kommt.
Um derartigen Schäden vorzubeugen, sollte das Bindemittel
möglichst wenig mit kurzwelliger UV-Strahlung
in Wechselwirkung treten. Dies wird erreicht durch
Einsatz rein aliphatischer Bauelemente, z. B. durch Ersatz
der üblichen aromatischen Dicarbonsäuren, wie
Isophthalsäure oder o-Phthalsäure durch die cycloaliphatische
Hexahydrophthalsäure.
Ölmodifizierte Polyesterharze auf der Basis aliphatischer
Bausteine sind bekannt, beispielsweise aus H.
Wagner und H.F. Sarx, Lackkunstharze, 5. Auflage,
Carl Hanser Verlag, München, 1971, Seite 99-100 und
aus S.E. Berger und A.J. Kane, Paint Technol. 27
(1963), Nr. 1, Seite 12. Sie eignen sich jedoch wegen
ihrer erhöhten UV-Durchlässigkeit nicht gut zum
Schutz des Holzes in lasierenden Anstrichen.
Es ist also notwendig, das an sich witterungsbeständige
Bindemittel mit chemischen Verbindungen zu versehen,
die die schädliche UV-Strahlung im Lackfilm
auf ungefährliche Weise umwandeln und somit nicht auf
die Holzoberfläche gelangen lassen. Derartige Lichtschutzmittel
sind als UV-Absorber seit langer Zeit bekannt.
Eine Übersicht über gebräuchliche UV-Absorber
gibt H. Kittel in "Lehrbuch der Lacke und Beschichtungen",
Band III, Seite 365-375, Verlag W.A. Colomb,
1976. Der Einsatz vieler UV-Absorber scheitert unter
anderem an der zu geringen Verträglichkeit bzw. Löslichkeit
in mittel- oder langöligen, benzinlöslichen
Alkydharzen.
Hydroxybenzophenone und Hydroxyphenylbenzotriazole,
die zwei richtige Gruppen von UV-Absorbern darstellen,
weisen den Nachteil auf, die oxidative Trocknung
zu verzögern, was auf Phenolreste zurückzuführen ist
(siehe J.R. Kiefer, Jr, Ultraviolet Light
Absorbers in Clear Coatings for Wood", J. Paint
Technol., 39, Nr. 515 (1967), Seite 737).
Aus der EP-A-1 13 150 ist bekannt, Hydroxybenzophenone
und/oder Hydroxyphenylbenzotriazole chemisch in
mittel- und langölige Alkydharze einzubauen und damit
verträglich zu machen. Es handelt sich hierbei um ein
aufwendiges Verfahren zur Einarbeitung und Verträglichmachung
des UV-Absorbers mit dem Bindemittel, da
ein zusätzlicher Reaktionsschritt, die Reaktion der
Hydroxylgruppen des UV-Absorbers mit funktionellen
Gruppen des Alkylharz-Bindemittels, notwendig ist.
Außerdem können noch vorhandene phenolische Gruppen
im Hydroxybenzophenon- und Hydroxyphenylbenzotriazol-
Derivat zu einer Behinderung der oxidativen Trocknung
führen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin,
Überzugsmittel für lasierende und deckende Beschichtungen
für Holz auf der Basis von trocknenden Alkydharzen
zur Verfügung zu stellen, die zu witterungs-
und UV-Licht-stabilen Überzügen führen. Dabei sollten
die Überzugsmittel leicht und ohne zusätzliche Reaktionsschritte
herstellbar sein.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird gelöst
durch ein Überzugsmittel der eingangs genannten
Art, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es erhältlich
ist aus
- A) 50-75 Gewichts-% natürlichen, linolsäurereichen, trocknenden Ölen und/oder deren Fettsäuren,
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigten cycloaliphatischen Di- und/oder Polycarbonsäuren und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatischen Di- und/oder Polyolen,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-% beträgt,
und das Überzugsmittel 0,5 bis 5 Gewichts-%,
bezogen auf das Alkydharz, eines in aliphatischen Lösungsmitteln
löslichen Oxalsäurediamid-Derivates der
allgemeinen Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens 7 und
höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, enthält.
Aus einem technischen Informationsblatt der Fa.
Schweizerische Teerindustrie AG vom 15. 12. 1982 mit
dem Titel "Sanduvor 3206" ist ein UV-Absorber der
Oxalanilidklasse, N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-isododecylphenyl)-
oxalsäurediamid, bekannt. Dieser UV-
Absorber kann sowohl in Klarlacken als auch in pigmentierten
Systemen eingesetzt werden. Als Einsatzgebiete
dieses Lichtschutzmittels werden "Base"- und
"Top-coat" von 2-Schicht-Metallic-Systemen und Reparaturlacke
beschrieben. Bezüglich der Einsetzbarkeit
in Bindemittelsystemen werden Acrylatharze,
Acryl-Melaminharze und 2-Komponenten-Polyurethanharze
genannt. Ein Hinweis, den UV-Absorber in lufttrocknenden
Alkydharzen einzusetzen, ist dem Informationsblatt
nicht zu entnehmen.
Für das erfindungsgemäße Überzugsmittel geeignete
Fettsäuren aus natürlichen, linolsäurereichen, trocknenden
Ölen bzw. geeignete Öle sind Sojaölfettsäure,
Sonnenblumenölfettsäure, Tallölfettsäure, Saflorölfettsäure
und die entsprechenden Öle. Es können sowohl
die Fettsäuren als auch deren Glyceride eingesetzt
werden.
Bis zu 10 Gew.-% der Fettsäuren der Komponente A)
können ersetzt sein durch gesättigte, aliphatische
oder cycloaliphatische oder durch aromatische Monocarbonsäuren.
Zu nennen sind dabei Pivalinsäure,
Laurinsäure, Stearinsäure, Cyclopentancarbonsäure,
Cyclohexancarbonsäure und Benzoesäure.
Beispiele für geeignete gesättigte cycloaliphatische
Di- oder Polycarbonsäuren (Komponente B) sind Cyclopentan-
1,2-dicarbonsäure, Cyclopentan-1,3-dicarbonsäure,
Hexahydrophthalsäure, Cyclohexan-1,3-dicarbonsäure,
Methylcyclohexan-1,2-dicarbonsäure, Endomethylencyclohexan-
1,2-dicarbonsäure, Endoisopropylidencyclohexan-
1,2-dicarbonsäure, Cyclohexan-1,2,4-tricarbonsäure
und Cyclohexan-1,2,4,5-tetracarbonsäure.
Bevorzugt ist hierbei die Cyclohexan-1,2-dicarbonsäure,
also Hexahydrophthalsäure.
Beispiele für geeignete Di- oder Polyole (Komponente
C) sind Ethylenglykol, Propylenglykol, 2,2-Dimethyl-
1,3-propandiol, 1,6-Hexandiol, Trimethylolethan, Trimethylolpropan,
Ditrimethylolpropan, Glycerin, Pentaerythrit,
Dipentaerythrit, Tripentaerythrit, 1,4-Dimethylolcyclohexan,
1,3-Dimethylolcyclohexan, 1,2-
Cyclohexandiol und 1,4-Cyclohexandiol.
Die in den erfindungsgemäßen Überzugsmitteln enthaltenden
Oxalsäurediamid-Derivate der allgemeinen Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens 7 und
höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, sind in
aliphatischen Lösungsmitteln löslich und weisen eine
ausgezeichnete Verträglichkeit mit den aus den Komponenten
A), B) und C) erhaltenen lufttrocknenden Alkydharzen
auf. Die in den erfindungsgemäßen Überzugsmitteln
enthaltenden Oxalsäurediamide haben eine hohe
Lichtschutzwirkung, wobei Nachteile, wie Verzögerung
der oxidativen Trocknung, nicht auftreten. Die erfindungsgemäßen
Überzugsmittel haben daher sehr gute
Trocknungs-, Witterungs- und Lichtschutzeigenschaften.
Bevorzugt wird als Oxalsäurediamid-Derivat N-(2-Ethoxyphenyl)-
N′-(4-isododecylphenyl)-oxalsäurediamid eingegesetzt.
Es ist möglich, bis zu 20 Gewichts-% der gesättigten
cycloaliphatischen Di- oder Polycarbonsäuren durch gesättigte,
offenkettige aliphatische Di- und/oder Polycarbonsäuren
zu ersetzen. Zu nennen sind hierbei Adipinsäure,
Acelainsäure, Sebacinsäure, 2,2,4-Trimethyladipinsäure,
1,2,3-Propantricarbonsäure, 1,1,3-Propantricarbonsäure
und 1,3,3,5-Pentantetracarbonsäure.
Die gesättigten cycloaliphatischen Di- oder Polycarbonsäuren
der Komponente B können vollständig oder nur
zum Teil ersetzt werden durch aliphatische Di- und/
oder Polyisocyanate. Die dadurch entstehenden lufttrocknenden
Urethanalkyde führen in Kombination mit
den Oxalsäurediamid-Derivaten zu witterungsbeständigen,
schnelltrocknenden Überzügen mit guter Lichtschutzwirkung.
Geeignete aliphatische Di- und/oder
Polyisocyanate sind Hexamethylen-1,6-diisocyanat,
Isophorondiisocyanat und Tetramethylendiisocyanat.
Die Isocyanate können zu Präpolymeren mit höherer Molmasse
verknüpft sein. Zu nennen sind hierbei ein aus
3 Molekülen Hexamethylendiisocyanat gebildetes Biuret
sowie die Trimeren des Hexamethylendiisocyanates.
Vorteilhaft ist es, wenn die trocknenden Fettsäuren
bzw. die trocknenden Öle der Komponente A konjugierte
Doppelbindungen aufweisen. Als Ölkomponente mit einer
konjugierten Doppelbindung ist 9,11-Linolsäure, also
die Rizinensäure, zu nennen.
Bis zu 10 Gew.-% der Komponente B) können durch aromatische
Di- und/oder Polycarbonsäuren ersetzt werden.
Geeignete organische Lösungsmittel sind Benzine, wie
zum Beispiel Testbenzin, welches einen Aromatenanteil
von 19 bis 20 Gewichts-% aufweist, und beispielsweise
Xylol.
Das erfindungsgemäße Überzugsmittel kann gegebenenfalls
Pigmente, Füllstoffe, Hilfsstoffe und Trockenstoffe
enthalten. Als geeignete Pigmente kommen sowohl
natürliche als auch synthetische, transparente und
nicht transparente Pigmente in Frage. Dabei sind besonders
Eisenoxide bevorzugt. Den günstigsten Mengenanteil
an zugesetztem Pigment kann der Fachmann leicht
ermitteln.
Beispiele für geeignete Trockenstoffe sind Metallsalze
(cyclo) aliphatischer, natürlicher oder synthetischer
Säuren, wie zum Beispiel Linolsäure, Naphthensäure
oder 2-Ethylhexansäure, wobei als geeignete Metalle
Kobalt, Mangan, Blei, Zirkon, Calcium und Zink zu
nennen sind. Selbstverständlich können auch Mischungen
von Sikkativen verwendet werden. Bezogen auf den Metallanteil
werden die Trockenstoffe in einem Anteil
von 0.001 bis etwa 3 Gewichts-%, bezogen auf den Bindemittelfestkörper,
verwendet.
Die Erfindung betrifft auch Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Überzugsmittel. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß
- A) 50 bis 75 Gewichts-% natürliche, linolsäurereiche, trocknende Öle und/oder deren Fettsäuren,
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigte, cycloaliphatische Di- und/oder Polycarbonsäuren und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatische Di- und/oder Polyole,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-% beträgt,
in der Schmelze oder im organischen Lösungsmittel
bei Temperaturen von 200°C bis 260°C miteinander
umgesetzt werden, wobei bei der Verwendung von
natürlichen, linolsäurereichen Ölen diese zunächst gegegebenenfalls
unter Verwendung von Katalysatoren mit
einem Teil der Komponente C) zu Mono- und Diesteralkoholen
umgesetzt werden, das aus den Komponenten A),
B) und C) gebildete Alkydharz in aliphatischem Lösungsmittel
gegebenenfalls mit geringen Aromatenanteilen
gelöst wird und der Bindemittellösung 0,5 bis 5 Gewichts-%,
bezogen auf das Alkydharz, eines in aliphatischen
Lösungsmitteln löslichen Oxalsäurediamid-Derivates
der allgemeinen Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens 7
und höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, sowie gegebenenfalls
Pigmente, Füllstoffe, Hilfsstoffe und
Trockenstoffe zugegeben werden.
Wird von den freien Fettsäuren ausgegangen, so erfolgt
die Alkydharzbildung auf dem Wege einer dem Fachmann bekannten
Polyveresterungsreaktion. Geht man von den Ölen
aus, so werden diese zunächst in einer Alkoholysereaktion
zu Esteralkoholen umgesetzt, welche dann mit den
anderen Komponenten zu Ende verestert werden. Die Umesterungsreaktion
kann durch Zusatz von Katalysatoren,
wie zum Beispiel Calciumhydroxid, Bleioxid, Lithiumhydroxyd
und Lithiumricinoleat, beschleunigt werden.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung
der erfindungsgemäßen Überzugsmittel, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß
- A) 50 bis 75 Gewichts-% natürliche, linolsäurereiche, trocknende Öle und/oder deren Fettsäuren,
die gegebenenfalls vorhandenen gesättigten, cycloaliphatischen
Di- und/oder Polycarbonsäuren der Komponente B,
wobei als Komponente
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigte, cycloaliphatische Di- und/oder Polycarbonsäuren und/oder gesättigte, aliphatische Di- und/oder Polyisocyanate eingesetzt werden, und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatische Di- und/oder Polyole,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-% beträgt,
in der Schmelze oder in organischem Lösungsmittel
bei Temperaturen von 200°C bis 260°C miteinander
umgesetzt werden, wobei bei der Verwendung von
natürlichen, linolsäurereichen Ölen diese zunächst gegebenenfalls
unter Verwendung von Katalysatoren mit einem
Teil der Komponente C) zu Mono- und Diesteralkoholen umgesetzt
werden, gegebenenfalls noch organisches Lösungsmittel
zugefügt wird, anschließend bei 60°C bis 140°C
die Umsetzung mit den aliphatischen Di- und/oder Polyisocyanaten
der Komponente B) gegebenenfalls unter Verwendung
eines Katalysators erfolgt und der Bindemittellösung
0,5 bis 5 Gewichts-%, bezogen auf das Alkydharz,
eines in aliphatischen Lösungsmitteln löslichen
Oxalsäurediamid-Derivates der allgemeinen Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens 7 und
höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, sowie gegebenenfalls
Pigmente, Füllstoffe, Hilfsstoffe und Trockenstoffe
zugegeben werden.
Geeignete aliphatische Di- oder Polyisocyanate sind
Hexamethylen-1,6-diisocyanat, Isophorondiisocyanat und
Tetramethylendiisocyanat. Die Isocyanate können zu Präpolymeren
mit höherer Molmasse verknüpft sein, wobei
hierbei ein aus 3 Molekülen Hexamethylendiisocyanat gebildetes
Biuret sowie Trimere des Hexamethylendiisocyanates
zu nennen sind.
Als Katalysator für die Polyurethanbildung kommen beispielsweise
tertiäre Amine, Zink- oder Zinnsalze, wie
Zinkoctooat, Zinknaphtenat oder Dibutylzinndilaurat,
in Frage.
Der Fettsäurerest der Komponente A) kann konjugierte
Doppelbindungen enthalten. Als Beispiel sei die
Ricinensäure genannt. Bevorzugt wird bei den erfindungsgemäßen
Verfahren als Oxalsäurediamid-Derivat
N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-isododecylphenyl)-oxalsäurediamid
verwendet.
Bis zu 10 Gew.-% der Komponente B) können durch
aromatische Di- und/oder Polycarbonsäuren ersetzt
werden, ohne daß dies zu einer wesentlichen
Verschlechterung der Eigenschaften des Überzugsmittels
führt. Bis zu 20 Gew.-% der Komponente B) können ferner
durch gesättigte, offenkettige, aliphatische Di- und/
oder Polycarbonsäuren ersetzt sein.
Die erfindungsgemäßen Überzugsmittel eignen sich insbesondere
als lasierende oder deckende Beschichtungsmittel
für Holz. Sie weisen eine überraschend gute Witterungs-
und Lichtbeständigkeit auf und schützen den Holzuntergrund
vor schädlichen UV-Strahlen.
Nachfolgend wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert; Teile bedeuten Gewichtsteile,
sofern nichts anderes angegeben wird.
In einem Kolben, ausgestattet mit Wasserabscheider,
Rührer und Thermometer, werden 320 Teile Sojaölfettsäure
und 115 Teile Pentaerythrit bei 220°C unter Inertgas
erhitzt, bis eine Säurezahl von 3 mg KOH/g erreicht
ist. Nach Kühlung werden 145 Teile Hexahydrophthalsäureanhydrid
sowie 20 Teile Xylol zugegeben.
Es wird aufgeheizt und die Kondensationsreaktion bei
230°C bis zu einer Säurezahl von 15 bis 20 mg KOH/g
geführt. Danach wird in Testbenzin gelöst und auf einen
Feststoffgehalt von 58 Gewichts-% eingestellt.
Die im Vergleichsbeispiel 1 hergestellte Alkydharzlösung
wird mit 3 Gew.-%, bezogen auf die Alkydharzlösung,
einer 80%igen Lösung von N-(2-Ethoxyphenyl)-
N′-(4-isododecylphenyl)-oxalsäurediamid in Xylol (im
Handel erhältlich unter Sanduvor 3206) gemischt.
Wie im Vergleichsbeispiel 1 werden 335 Teile Sonnenblumenölfettsäure
und 90 Teile Pentaerythrit bei 220°C
erhitzt, bis eine Säurezahl von 3 mg KOH/g erreicht
ist. Dann werden 44 Teile Hexahydrophthalsäureanhydrid
und 20 Teile Xylol zugegeben, die Temperatur wird auf
230°C gebracht und gehalten, bis eine Säurezahl von
5 mg KOH/g erreicht ist. Nach Kühlen werden 330 Teile
Testbenzin zugegeben und anschließend bei 100°C während
einer Stunde 64 Teile Isophorondiisocyanat zugetropft.
Nach weiteren 4 Stunden bei 100°C ist die
Reaktion beendet. Die erhaltene Urethanalkydharzlösung
hat einen Feststoffgehalt von 60 Gew.-% und eine Säurezahl
von 3 mg KOH/g.
Die im Vergleichsbeispiel 2 hergestellte Urethanalkydharzlösung
wird mit 3 Gew.-%, bezogen auf ihr Gewicht,
einer 80%igen Lösung von N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-
isododecylphenyl)-oxylsäurediamid in Xylol (im Handel
erhältlich unter Sanduvor 3206) gemischt.
Wie im Vergleichsbeispiel 1 beschrieben, werden 330
Teile Sojaölfettsäure, 115 Teile Pentaerythrit,
145 Teile Phthalsäureanhydrid und 2 Teile Xylol bei
230°C so lange erhitzt, bis die Säurezahl von 15 bis
20 mg KOH/g erreicht ist. Danach wird gekühlt und mit
Testbenzin ein Feststoffgehalt von 58 Gew.-% eingestellt.
Die im Vergleichsbeispiel 3 hergestellte Alkydharzlösung
wird mit 3 Gew.-%, bezogen auf ihr Gewicht,
einer 80%igen Lösung von N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-isododecylphenyl)-
oxalsäurediamid in Xylol (Handelsname
Sanduvor 3206) vermischt.
Aus den in den obigen Beispielen und Vergleichsbeispielen
beschriebenen Alkydharzlösungen lassen sich
lasierende und deckende Überzugszusammensetzungen herstellen.
Lasierende Überzugsmittel sind beispielsweise herstellbar
aus 62 Teilen der in den Beispielen bzw. Vergleichsbeispielen
hergestellten Alkydharzlösungen,
10 Teilen Wachs, 20 Teilen Extender und Schwebemittel,
3 Teilen Mattierungsmittel und 5 Teilen Trockenstoffe.
Gemäß dieser Rezeptur werden aus den Alkydharzlösungen
der Beispiele 1 und 2 sowie der Vergleichsbeispiele
1, 2, 3 und 4 Überzugsmittel hergestellt (Überzugsmittel
Vergleichsbeispiel 1 = A; Überzugsmittel Beispiel
1 = B; Überzugsmittel Vergleichsbeispiel 2 = C; Überzugsmittel
Beispiel 2 = D; Überzugsmittel Vergleichsbeispiel
3 = E; Überzugsmittel Vergleichsbeispiel 4
= F), welche auf Holz gestrichen und bewittert werden.
Die Bewitterungszeit entspricht 2 Jahren Wetterstation
oder 1500 Stunden Wetterrad.
Im folgenden sind die Bewitterungsergebnisse in bezug
auf Elastizität, UV-Schutz und Gesamteindruck dargestellt.
Die Bewertungsskala reicht von 0 (= sehr gut)
bis 5 (= ungenügend).
Deckende Überzugsmittel sind beispielsweise herstellbar
aus 56 Teilen der in den (Vergleichs)beispielen
hergestellten Alkydharzlösungen; 25 Teilen Titandioxid,
10 Teilen Extender, 2 Teilen Schwebemittel,
5 Teilen Trockenstoffe und 2 Teilen Verdünnungsmittel.
Gemäß dieser Rezeptur werden aus den Alkydharzlösungen
der Beispiele und Vergleichsbeispiele Überzugsmittel
hergestellt (Überzugsmittel Vergleichsbeispiel 1 = G;
Überzugsmittel Beispiel 1 = H; Überzugsmittel Vergleichsbeispiel
2 = I; Überzugsmittel Beispiel 2 = J;
Überzugsmittel Vergleichsbeispiel 3 = K; Überzugsmittel
Vergleichsbeispiel 4 = L), welche auf Holz gestrichen
und auf dem Wetterrad 1500 Stunden bewittert
werden.
Im folgenden sind die Bewitterungsergebnisse hinsichtlich
des Glanzes und des Gesamteindruckes dargestellt:
Claims (17)
1. Überzugsmittel, enthaltend als Bindemittel mittel-
bis langölige Alkydharze auf der Basis trocknender
Fettsäuren oder trocknender Öle, aliphatischer Di-
und/oder Polycarbonsäuren und aliphatischer Di- und/
oder Polyole, organisches Lösungsmittel, gegebenenfalls
Pigmente, Füllstoffe, Hilfsstoffe und Trockenstoffe
sowie ein Lichtschutzmittel, dadurch gekennzeichnet,
daß das Alkydharz erhältlich ist aus
- A) 50 bis 75 Gewichts-% natürlichen, linolsäurereichen, trocknenden Ölen und/oder deren Fettsäuren,
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigten cycloaliphatischen Di- und/oder Polycarbonsäuren und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatischen Di- und/oder Polyolen,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-% beträgt,
und das Überzugsmittel 0,5 bis 5 Gewichts-%,
bezogen auf das Alkydharz, eines in aliphatischen
Lösungsmitteln löslichen Oxalsäurediamid-Derivates
der allgemeinen Formel
wobei Alk1 ein Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens 7
und höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet,
enthält.
2. Überzugsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die gesättigten cycloaliphatischen Di- und/
oder Polycarbonsäuren der Komponente B) ganz oder
teilweise durch aliphatische Di- und/oder Polyisocyanate
ersetzt sind.
3. Überzugsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß bis zu 10 Gew.-% der Komponente B)
durch aromatische Di- und/oder Polycarbonsäuren ersetzt
sind.
4. Überzugsmittel nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß bis zu 20 Gew.-% der Komponente
B) durch gesättigte, offenkettige, aliphatische Di-
und/oder Polycarbonsäuren ersetzt sind.
5. Überzugsmittel nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Fettsäurerest der
Komponente A) konjugierte Doppelbindungen enthält.
6. Überzugsmittel nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Oxalsäurediamid-
Derivat N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-isododecylphenyl)-
oxalsäurediamid (Alk1 = C2H5; Alk2 = i-C12H25) ist.
7. Verfahren zur Herstellung des Überzugsmittels nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
- A) 50 bis 75 Gewichts-% natürliche, linolsäurereiche, trocknende Öle und/oder deren Fettsäuren,
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigte, cycloaliphatische Di- und/oder Polycarbonsäuren und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatische Di- und/oder Polyole,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-% beträgt,
in der Schmelze oder in organischem Lösungsmittel
bei Temperaturen von 200°C bis 260°C miteinander
umgesetzt werden, wobei bei der Verwendung
von natürlichen, linolsäurereichen Ölen diese
zunächst gegebenenfalls unter Verwendung von Katalysatoren
mit einem Teil der Komponente C) zu Mono-
und Diesteralkoholen umgesetzt werden, das aus den
Komponenten A), B) und C) gebildete Alkydharz in
aliphatischem Lösungsmittel gegebenenfalls mit geringen
Aromatenanteilen gelöst wird und der Bindemittellösung
0,5 bis 5 Gewichts-%, bezogen auf das
Alkydharz, eines in aliphatischen Lösungsmitteln
löslichen Oxalsäurediamid-Derivates der allgemeinen
Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens
7 und höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet,
sowie gegebenenfalls Pigmente, Füllstoffe,
Hilfsstoffe und Trockenstoffe zugegeben werden.
8. Verfahren zur Herstellung des Überzugsmittels nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
- A) 50 bis 75 Gewichts-% natürliche, linolsäurereiche, trocknende Öle und/oder deren Fettsäuren,
die gegebenenfalls vorhandenen gesättigten cycloaliphatischen
Di- und/oder Polycarbonsäuren der
Komponente B),
wobei als Komponente
- B) 15 bis 30 Gewichts-% gesättigte cycloaliphatische Di- und/oder Polycarbonsäuren und/oder gesättigte, aliphatische Di- und/ oder Polyisocyanate eingesetzt werden, und
- C) 15 bis 25 Gewichts-% aliphatische Di- und/oder Polyole,
wobei die Summe von A), B) und C) 100 Gewichts-%
beträgt, in der Schmelze oder in organischem Lösungsmittel
bei Temperaturen von 200°C bis 260°C
miteinander umgesetzt werden, wobei bei der Verwendung
von natürlichen, linolsäurereichen Ölen diese
zunächst gegebenenfalls unter Verwendung von Katalysatoren
mit einem Teil der Komponente C) zu Mono-
und Diesteralkoholen umgesetzt werden, gegebenenfalls
noch organisches Lösungsmittel zugefügt
wird, anschließend bei 60°C bis 140°C die Umsetzung
mit den aliphatischen Di- und/oder Polyisocyanaten
der Komponente B) gegebenenfalls unter
Verwendung eines Katalysators erfolgt und der Bindemittellösung
0,5 bis 5 Gewichts-%, bezogen auf
das Alkydharz, eines in aliphatischen Lösungsmitteln
löslichen Oxalsäurediamid-Derivates der allgemeinen
Formel
wobei Alk1 eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
und Alk2 eine Alkylgruppe mit mindestens
7 und höchstens 18 Kohlenstoffatomen bedeutet,
sowie gegebenenfalls Pigmente, Füllstoffe,
Hilfsstoffe und Trockenstoffe zugegeben werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß bis zu 10 Gew.-% der Komponente B)
durch aromatische Di- und/oder Polycarbonsäuren
ersetzt sind.
10. Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
daß bis zu 20 Gew.-% der Komponente
B) durch gesättigte, offenkettige, aliphatische
Di- und/oder Polycarbonsäuren ersetzt sind.
11. Verfahren nach Anspruch 7, 8, 9 oder 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Fettsäurerest der Komponente
A) konjugierte Doppelbindungen enthält.
12. Verfahren nach Anspruch 7, 8, 9, 10 oder 11, dadurch
gekennzeichnet, daß das Oxalsäurediamid-
Derivat N-(2-Ethoxyphenyl)-N′-(4-isododecylphenyl)-
oxalsäurediamid (Alk1 = C2H5; Alk2 =
i-C12H25) ist.
13. Verwendung der Überzugsmittel nach Anspruch 1 bis
6 als lufttrocknende Holzanstrichmittel.
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE19863608153 DE3608153A1 (de) | 1986-03-12 | 1986-03-12 | Lufttrocknendes ueberzugsmittel fuer holz, verfahren zu seiner herstellung sowie seine verwendung |
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|---|---|---|---|
| DE19863608153 DE3608153A1 (de) | 1986-03-12 | 1986-03-12 | Lufttrocknendes ueberzugsmittel fuer holz, verfahren zu seiner herstellung sowie seine verwendung |
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| EP0083308B2 (de) * | 1981-12-24 | 1990-10-24 | Ciba-Geigy Ag | Verfahren zum Stabilisieren von Fungiciden |
| ATE33662T1 (de) * | 1982-12-30 | 1988-05-15 | Akzo Nv | Verfahren zum ueberstreichen von holz oder holzfaser enthaltenden substraten und ein durch oxidierung trocknendes ueberzugsmittel verwendbar hierbei. |
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- 1987-02-04 ES ES87101506T patent/ES2016284B3/es not_active Expired - Lifetime
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- 1987-02-04 EP EP87101506A patent/EP0237749B1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| EP2272893A1 (de) | 2009-06-19 | 2011-01-12 | Agfa Graphics N.V. | Polymere Dispergiermittel und nicht wässrige Dispersionen |
| US8809419B2 (en) | 2009-06-19 | 2014-08-19 | Agfa Graphics Nv | Polymeric dispersants and non-aqueous dispersions |
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| ES2016284B3 (es) | 1990-11-01 |
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