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Steuerung für Explosionsmotoren. Den Gegenstand der Erfindung, bildet
eine Steuerung für Explosionsmotoren mit einer ungeraden Anzahl sternförmig angeordneter
Zylinder.
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Gegenüber den bei bekannten Motoren der gleichen Gattung angewendeten
Steuerungen besteht die Erfindung darin, daB die nebeneinander in derselben Drehebene
liegenden und stehend in den Zylindern eingebauten-Ein- und AuslaBventile nacheinander
von einer einzigen Nockenscheibe mit hintereinander angeordneten einstufigefi -
Nacken gesteuert werden, deren Antrieb mit herabgesetzter Umdrehzahl erfolgt.
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Ein- und AuslaBventile können nunmehr gesondert
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nacheinander von ein und derselben Nockenscheibe aus unmittelbar und ohne Zwischenhebel
von unten gesteuert werden, und, was hauptsächlich bei Umlaufmotoren von wesentlichem
Vorteil ist, stehend in den Zylinder eingebaut werden, wodurch übermäßige Ölverluste,
wie sie bei der hängenden Ventilanordnung auftreten, vermieden werden.
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Da nur eine Steuerscheibe mit einer bestimmten Nockenanzahl gemeinsam
auf die voneinander unabhängigen Ein- und Auslaßventile wirkt, so ergibt sich eine
gleichmäßige und stets übereinstimmende Ventilbetätigung, die sich in einem zuverlässigen,
gleie-hmäßigen Laufe des Motors äußert und dessen günstigste Arbeitsleistung bei
höchstem :Wirkungsgrade sichert.
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Die neue Steuerung läßt aber auch gegenüber den bekannten Ausführungen
eine wesentlich einfachere und schmälere Baubreite des Motors zu, wodurch sich dir
Raumbedarf und das Gewicht vermindert.
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Der Antrieb der Steuer- bzw. Nockenscheibe ist gegenüber der Zylinder-
bzw. Kurbelumdrehung herabgesetzt, wodurch sich eine ruhige Steuertätigkeit bei
sehr geringer Abnutzung der zusammenarbeitenden Teile der Steuerung ergibt.
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In der Zeichnung ist die neue Steuerung in einem Ausführungsbeispiel
in Abb. i in schematischer Darstellung an einem 5-Zylinder-Motor dargestellt, während
Abb.2 die Steuerscheibe in vergrößertem Maßstabe erkennen läßt.
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Der Motor besitzt eine ungerade Anzahl sternförmig angeordneter und
in einer Ebene liegender Zylinder. Bei dem Ausführungsbeispiel ist ein 5zylindriger
Motor angenommen, dessen Einzelzylinder niit i bis 5 bezeichnet sind. Jeder dieser
Zylinder besitzt ein stehend eingebautes und in der Zeichnung nicht weiter angegebenes
Ein- und Auslaßventil, deren jedes mit einer besonderen Ventilstange a1 und e1 bis
a5 und e5, entsprechend der Zylindernummer, bezeichnet ist. Die Ventilstangen tragen
an ihren Enden Laufrollen und sitzen mit diesen gemeinsam auf der mit drei Steuernocken
versehenen Steuerscheibe g auf, die von einem nicht weiter gezeichneten Getriebe
Bewegung erhält.
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Das Antriebsverhältnis zwischen Zylinder und Nockenscheibe ist i zu
6, so daß die Zylinder sich 6mal drehen, und der Nocken 5mal umläuft. Die Drehbewegung
beider Teile erfolgt im Sinne der eingezeichneten Pfeile nach links, und die Kurbelwelle,
an welcher die Stangen der Zylinderkelben angreifen, ist feststehend. Die Antriebsbewegung
wird von dem umlaufenden Zylindergehäuse auf den anzutreibenden Teil übertragen.
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Die Scheibe g steuert mit ihren drei einstufigen Nocken alle Ein-
und Auslaßventile der fünf Zylinder.
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Nach der zeichnerischen Darstellung ist beim Zylinder i soeben das
Auslaßventil ei geschlossen, und es- beginnt die Saugperiode, während der Kolben
sich im oberen Totpunkt befindet. Der Zylinder 2 steht ih.- der Explosion, und die
beiden Ventile a2 und =,e2, deren Steuerstangen mit ihren Fußrollen auf dem Grundkreise
der Steuerscheibe aufstehen, sind daher geschlossen. Im Zylinder 3 nähert sich der
Kolben dem unteren Tatpunkte, und die Voröffnung des Auspuffventils e3 ist ersichtlich.
Im Zylinder q. nähert sich die Saugperiode ihrem Ende, und die Stange des Einlaßventiles
a4 wird gerade über dem Nocken der Steuerscheibe g ablaufen, während das im Zylinder
5 befindliche Gasgemisch durch den hochgehenden Kolben komprimiert wird und die
Ventile a5 und e5 geschlossen sind.
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Damit das Öffnen und Schließen derVenttile außerhalb der Totpunktlagen
der Kolben gesichert ist, erhalten die Steuernockenabmessungen in ihrer Längsausdehnung
eine Zugabe von 5'. Die Einteilung der Steuerscheibe ist auf der vergrößerten
Darstellung der Abb.2 ersichtlich.
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Infolge des Antriebsverhältnisses i zu 6 entspricht eine Umdrehung
der Steuerscheibe von 30° einer Zylinderumdrehung von 18o`.
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Die neue Anordnung bzw. Steuerung kann natürlich auch bei einem sogenannten
feststehenden Motor angewendet werden, bei dem das Motorgehäuse feststeht und die
Kurbelwelle mit Steuerscheibe in gleicher Richtung umläuft. In diesem Falle ergibt
sich aus dem Antriebsverhältnis i zu 6, daß die Kurbelwalle 6mal umläuft, bis sich
der Nocken einmal dreht.
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Die Steuerung kann für Motore mit beliebiger ungleicher Zylinderzahl
mit gleich gutem Erfolge angewendet werden.