DE345707C - Isolierhaus fuer Saatzucht- und Infektionszwecke - Google Patents
Isolierhaus fuer Saatzucht- und InfektionszweckeInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
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- A01G—HORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
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- Y02A40/25—Greenhouse technology, e.g. cooling systems therefor
Landscapes
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- Environmental Sciences (AREA)
- Greenhouses (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN
AM 15. DEZEMBER 1β21
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- M 345707 KLASSE 45 f GRUPPE
August Knoche-Wallwitz G, m. b. H. in Halberstadt
Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. Juni 1920 ab.
Die bisher zur Verhinderung der Fremdbestäubung der Stammelite für Saatzuchtwirtschaften
benutzten Isolierhäuser sind aus Holzlattenrahmen hergestellt, die entweder mit Pergaminpapier oder Ölpapier oder Mull
überzogen sind. Bei der Benutzung von Pergamin- oder Ölpapier ist die Durchlüftung
sowie der Lichtgenuß mangelhaft, so daß der Ertrag z. B. der Rübensamenstaude gegenüber
der freiblühenden erheblich zurückgeht. Wenn dagegen nur Mull oder auch nur teilweise
Müll benutzt wird, so ist ein sicherer Schutz gegen Fremdbestäubung nidht mehr
vorhanden, da Mull erfahrungsgemäß nicht pollenundurchlässig, ist.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Isolierhaus für Saatzucht- und Infektionszwecke, welches sämtlichen pflanzenphysiologischen
und landwirtschaftlichen Anforderungen genügt, um den Samenertrag auf das höchste erreichbare Maß zu steigern. Das
neue Isolierhaus ist derart ausgebildet, daß es pollenundurchlässig ist, dabei aber der Lidhtgenuß
der Pflanze nicht beeinträchtigt wird.
Es ist ferner für eine genügende Durchlüftung gesorgt und eine Schüttelung der Staude
ohne Öffnung des Gehäuses erreichbar. Letzteres ist sehr wesentlich, da eine ausreichende
Befruchtung erfahrungsgemäß nur durch Schütteln der Pflanze zu erreichen ist, da die
Blüten zu ungleicher Zeit reifen.
Diese Vorteile werden dadurch erreicht, daß in das Dach ein durch Mullwände umkleideter
Lüftungsschacht eingebaut ist, der oben und unten eine Glasscheibe besitzt, so daß die
Staude bzw. die Saat genügend Licht erhält und eine ununterbrochene Lüftung des Gehäuses
durch einen unmittelbar über dem Erdboden befindlichen, mit · Mull überspannten
Raum stattfindet. Der Lüftungsschacht ist derart ausgebildet, daß durch den Luftzug
durch die obere Mullbekleidung mitgerissener ■ Blutenstaub auf der unteren Glasscheibe des
Lüftungsschachtes liegenbleibt, ohne in das Innere des Isolierhauses eindringen zu können.
Das Schütteln der Staude erfolgt durch eine in das Isolierhaus eingebaute Rüttelvorrichtung,
die mit Stiften versehen ist, durch welche die Staude bewegt wird,
Lüftungsöffnungen, die mit Mull oder Drahtgase bespannt sind, um das Eindringen
von Staub u, dgl. zu verhindern, sind an sich bereits bekannt geworden, dagegen ist es noch
nicht bekannt geworden, die Lüftung eines
Isoliergehäuses durch einen unmittelbar über dem Erdboden befindlichen, mit Mull überspannten
Raum zu bewirken.
Auf der beiliegenden Zeichnung zeigt: Abb. ι eine sdhaubildliche Ansicht des
neuen Isolierhauses ohne Stoffüberzug und Abb. 2 das Isolierhaus mit Stoffüberzug.
Das Isolierhaus besteht aus vier mit Füßen versehenen Holzrahmen a, welche durch
ίο Haken und ösen c miteinander verbunden
werden können, so daß das Haus im Nichtgebrauchsfalle leicht zusammenlegbar ist. An
den vier Seitenflächen sind die Rahmen mit Pergamin d (Abb. 2) überspannt, das durch
Leisten e gehalten wird. An der einen Längsfläche bleibt ein Raum / möglichst am Boden
von der Pergaminbekleidung frei, und dieser Raum wird mit Mull, Müllergaze, Glanzbatist,
Opal oder einem ähnlichen Stoff überspannt, welche Stoffe evtl. in einer mehrfachen Lage
aufgespannt werden, um das Hineindringen von fremdem Blütenstaub in das Gehäuse zu
verhindern.
Das Isolierhaus α kann am Oberteil schräg
ausgebildet sein, damit das Regenwasser ablaufen kann. In der Mitte des Daches g, das
ebenfalls durch Haken und Ösen c mit dem Rahmen α verbunden wird, ist ein Lüftungsschacht
h angeordnet, der zur einen Hälfte in
das Gehäuse hineinragt, zur anderen Hälfte über dieses hervorsteht. Der Lüftungsschacht
ist mittels Stäben i an den Querstäben / des Daches g befestigt und oben und unten mit
je einer Glasscheibe k versehen, durch welche Licht in das Isolierhaus dringen kann. Die
vier Seitenflächen I (Abb. 2) sind mit einfachem, doppeltem, wenn nötig drei- bzw.
vierfachem Mull oder einem ähnlichen Stoff überspannt, und der dann noch frei bleibende j
Raum des Daches ist mit Ölpapier überzogen. Durch die Mull wände f und I hindurch findet
die Luftzirkulation statt, so daß für eine dauernde und ununterbrochene Lüftung gesorgt
ist. Dadurch, daß etwa vom Luftzug durch die Mullbekleidung des aus dem Isolierhaus
hervorstehenden Teils des Lüftungsschachtes mitgenommener Blütenstaub in der Richtung der in Abb. 2, eingezeichneten Pfeillinien
zweimal durch die Mullbekleidung hindurchdringen müßte, wenn er in das Innere | des Isolierhauses eindringen wollte, ist eine j
Einwirkung von fremdem Blütenstaub auf die j Samenstaude ausgeschlossen. Die in den |
Lüftungsschacht eindringenden Fremdbe- ! fruchter sammeln sich auf der unteren Glasscheibe
k.
In zwei sich gegenüberstehende Rahmenhölzer α ist ferner ein Schieber η eingebaut,
welcher in der Mitte zwei oder mehr zueinander versetzte Arme η besitzt, so daß durch
Hin- und Herbewegen bzw. Rütteln des Schiebers die Staude zur Selbstbefruchtung gerüttelt
wird. Am Ende des Schiebers kann ein Stift 0 vorgesehen sein, durch welchen es verhindert
wird, daß der Schieber beim Rütteln aus seinem Führungsloch herausspringen
kann. Die Stifte η und 0 sind herausnehmbar angeordnet.
Durch ein durch einen Korken p 0. dgl. verschließbares Loch hindurch kann ferner
das Begießen der Staude erfolgen und durch ein Thermometer q die Innentemperatur des
Isolierhauses gemessen werden. Alle diese Maßnahmen erfolgen, ohne daß das Dach g
herabgenommen wird, so daß die Staude genügend Licht, Luft und Feuchtigkeit erhält,
um sich in für die Samengewinnung günstigster Weise entwickeln zu können.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:i. Isolierhaus für Saatzucht- and Infektionszwecke, dessen Umfassungswände und Dach mit Pergamin, Mull und Ölpapier bespannt sind, dadurch gekennzeichnet, daß in das Dach (g) ein durch Mullwände (I) umkleideter Lüftungsschacht eingebaut ist, der oben und unten eine Glasscheibe besitzt, so daß die Staude bzw. die Saat genügend Licht erhält und eine ununterbrochene Lüftung des Gehäu- go ses durch einen unmittelbar über dem Erdboden befindlichen, mit Mull überspannten Raum (/) stattfindet.
- 2. Isolierhaus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüftungsschacht mit dem einen Teil über das Dach (g) hervorragt, mit dem anderen Teil in das Isolierhaus hineinragt und an seinen Befestijgungsstellen am Dach auf allen Seiten von Rahmenhölzern (J) eingeschlossen ist, so daß durch den Luftzug durch die obere Mullbeldeidung mitgerissene Fremdbefruchter auf der unteren Glasscheibe (k) des Lüftungsschachtes liegenbleiben, ohne in das Innere des Iso- 10g lierhauses eindringen zu können.
- 3. Isolierhaus nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine in Gestalt eines mit Stiften versehenen Schiebers (in) eingebaute Rüttelvorrichtung, durch deren no Hin- und Herbewegung eine Selbstbefruchtung der Staude erreicht wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1920345707D Expired DE345707C (de) | 1920-06-16 | 1920-06-16 | Isolierhaus fuer Saatzucht- und Infektionszwecke |
Country Status (1)
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1920
- 1920-06-16 DE DE1920345707D patent/DE345707C/de not_active Expired
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