DE3139989C2 - Verfahren zur Herstellung von Papier aus stark verschmutzten Faserrohstoffen und Anlage zur Ausführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Papier aus stark verschmutzten Faserrohstoffen und Anlage zur Ausführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Nach dem Verfahren wird bei einer Gesamtanlage, die aus einer Stoffaufbereitungsanlage (1) und einer Papiermaschine (3) besteht, welche miteinander durch eine Verbindungsleitung (2) verbunden sind, in welcher sich eine Siebvorrichtung (7) als Wäscher befindet, durch eine Rückführleitung (17) Siebwasser, welches wiederverwendbare Fasern und auszuscheidende Stoffe aufweist, in die Verbindungsleitung (2) zwischen Aufbereitungsanlage (1) und Siebvorrichtung (7) zurückgeführt. In der Rückführleitung (14) ist ein Behälter (16) für Rückwasser angeordnet, an welchen weitere Leitungen (17) für Rückwässer angeschlossen sind, welche wiederverwendbare Fasern und auszuschneidende Fein- und Füllstoffe enthalten.
Description
45
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier aus stark verschmutzten Faserrohstoffen,
insbesondere Altpapier, wobei der aufgelöste und suspendierte Stoff vor der Maschinenbütte einer Wäsche
unterzogen wird, sowie eine Anlage zur Ausführung des Verfahrens mit einer Anlage zur Aufbereitung von
Stoffsuspension und einer dieser nachgeschalteten Papiermaschine, einer Verbindungsleitung zur Verbindung
der Stoffaufbereitungsanlage mit der Papiermaschine, in welcher Verbindungsleitung eine Siebvorrichtung zur
Ausscheidung unerwünschter Füll- und Feinstoffe als Wäscher geschaltet ist, sowie mit einer Leitung für das
Siebwasser der Papiermaschine.
Bei Anlagen der erwähnten Art ist es zur Verarbeitung von verschmutzten Rohstoffen, insbesondere Altpapier,
bekannt, zwischen einer Stoffaufbereitungsanlage und einer nachgeschalteten Papiermaschine einen
Wäscher vorzusehen, welcher die Aufgabe hat, aus der Stoffsuspension, welche der Papiermaschine zugeführt
wird, Feinstoffe und Füllstoffe wie z. B. Kaolin usw. auszufiltern,
insbesondere wenn die Sloffsuspension aus Altpapier hergestellt ist Ein solcher Wäscher mit besonders
guter Entwässerungs- und Reinigungswirkung ist z. B. a'.is der DE-OS 30 05 681 bekannt Dabei wird jedoch
nur der Faserrohstoff gereinigt
Andererseits ist es z. B. aus der DE-OS 24 40 933 bekannt
das Siebwasser, welches bei der Blattbildung in der Papiermaschine anfällt zu reinigen und wieder im
Kreislauf zu verwenden. Einerseits werden dabei die im Wasser befindlichen Faserstoffe zur weiteren Verwendung
gewonnen, andererseits wird das gereinigte Wasser im Kreislauf der Papiermaschine verwendet Eine
Verwendung zur Verarbeitung von stark verschmutztem Altpapier und der dabei erforderlichen Abtrennung
unerwünschter Füll- und Feinstoffe ist jedoch nicht vorgesehen, so daß diese im Kreislauf zurückgeführt werden.
Zudem werden in der Regel Scheibenfilter, deren Filterwirkung durch Zumischung von Papierstoff in das
Rückwasser verstärkt werden muß, oder auch Flotations- oder Sedimentationsgeräte verwendet
Ziel der Erfindung ist eine wesentliche Vereinfachung dieser bekannten Anlagen und Verfahren durch Wegfall
der Scheibenfilter oder ähnlicher Geräte mit ihren komplizierten Kreisläufen, bei gleichzeitiger Verbesserung
der Arbeitsweise der Anlage, so daß diese auch zur Aufbereitung stark verschmutzter Faserrohstoffe, insbesondere
Altpapier geeignet sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren, durch welches dieses
Ziel erreicht wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß die in der Faserstoffsuspension nach der Wäsche noch
verbliebenen, im jeweiligen Herstellungsprozeß unerwünschten und sich im Siebwasser der Papiermaschine
sammelnden Stoffe wenigstens zum Teil mit demselben Wäscher wie der aufgelöste und suspendierte Ausgangsstoff
ausgewaschen werden, indem dieses Papiermaschinen-Siebwasser vor dem Wäscher mit dem aufgelösten
und suspendierten Stoff vermischt wird.
Die erfindungsgemäße Anlage zur Ausführung des Verfahrens ist gekennzeichnet durch eine Rückführleitung,
weiche von der Siebwasserleitung der Papiermaschine zurück in die Verbindungsleitung führt und diese
an einer Stelle vor der Siebvorrichtung mündet
Durch diese Maßnahme übernimmt der Wäscher zusätzlich die Funktion eines aufwendigen Scheibenfilters,
bzw. einer internen Anlage zur Rückgewinnung der Fasern. Im Wäscher wird gleichzeitig sowohl der Rohstoff,
der der Papiermaschine zugeführt wird, wie auch das Rückwasser der Papiermaschine von Feinstoffen gereinigt,
bei gleichzeitiger Rückgewinnung der Fasern aus dem Rückwasser. Gleichzeitig wird dabei der Gehalt an
Feinstoffen und Füllstoffen in den Kreisläufen gesenkt, da das wirksame Ausschleusen des Schmutzes erheblich
verbessert wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die Anlage sind insbesondere geeignet für die Herstellung von Papier
aus Rohmaterial, das einen großen Anteil an Altpapier oder 100% Altpapier aufweist, wobei das hergestellte
Produkt weniger Füll- und Feinstoffe als der Rohstoff enthält. Ein typisches Beispiel ist die Herstellung
von Tissuepapieren aus unsortierten Altpapieren, was bisher nicht möglich war.
Vorzugsweise kann die Siebwasserleitung der Papiermaschine einen Siebwasserbehälter aufweisen, von welchem
die Rückführleitung ausgeht, wobei sich in der Rückführleitung ein Behälter für Rückwasser befindet.
Durch diese Maßnahme können Unterschiede in den zeitlichen Strömungsmengen ausgeglichen werden, um
eine gleichmäßige Arbeitsweise des Wäschers zu ermöglichen.
Vorzugsweise können an die Rückführleitung, bzw. den Behälter für Rückwasser, weitere Leitungen für
Rückwässer angeschlossen sein, welche wiederverwendbare Fasern und auszuscheidende Feinstoffe enthalten.
Dadurch kann eine weitere Vereinfachung der Anlage erzielt werden.
Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausfühmngsbeispieles erläutert
Nach der schematischen Darstellung in der Zeichnung ist eine Stoffaufbereitungsanlage 1 durch eine Verbindungsleitung
2 mit einer Papiermaschine 3 verbunden. Der Pfeil 4 bedeutet die Zufuhr von Rohstoff, insbesondere
Altpapier in die Aufbereitungsanlage, der Pfeil 5 stellt das fertige Produkt der Papiermaschine, z. B. is
Tissuepapier dar. In der Verbindungsleitung 2 befinden sich eine Maschinenbütte 6 sowie ein Wäscher 7 mit
einem durch eine gestrichelte Linie angedeuteten Wäschersieb 8.
Aus der Papiermaschine 3 führt eine Siebwasserleitung
10 das durch das Sieb der Papiermaschine durchgetretene Siebwasser in einen Siebwasserbehälter 11. Aus
dem Siebwasserbehälter 11 führt eine Leitung 12 für Verdünnungswasser zu einer Stelle 13 in der Leitung 12,
welche sich zwischen der Maschinenbütte 6 und der Papiermaschine 3 befindet Gleichzeitig führt aus dem
Siebwasserbehälter U eine Rückführleitung 14 zu einer Stelle 15 der Verbindungsleitung 2, weiche sich vor dem
Wäscher 7 befindet In der Rückführleitung 14 ist eiü
Rückwasserbehälter 16 geschaltet In den Rückwasserbehälter 16 kann gleichzeitig noch eine Leitung 17 mit
dem Rückv/asser der Stoffaufbereitungsanlage sowie mindestens eine weitere Leitung 17 für weitere Rückwässer
der Gesamtanlage oder auch von anderen Stellen der Papierfabrik führen.
Das die unerwünschten Füllstoffe und Feinstoffe enthaltende Wasser aus dem Wäscher 7 wird durch eine
Leitung 18 einem Auffangbehälter 20 zugeführt, aus welchem es durch eine Leitung 21 einer Reinigungsanlage
22 zugeführt wird, die z. B. auf der Basis von Sedimentation oder Flotation arbeiten kann. Das gereinigte
Wasser gelangt aus der Reinigungsanlage 22 durch eine Leitung 24 in einen Behälter 25 für geklärtes Wasser,
aus welchem dieses Wasser durch eine Leitung 26 wieder zurück in die Aufbereitungsanlage 1 oder durch eine
Leitung 29 in den Rnckwasserbehälter 16 gelangt
Der in der Reinigungsanlage 22 anfallende Schlamm gelangt durch eine Leitung 27 in einen Eindicker 28. Aus
dem Eindicker 28 gelangt das gewonnene Wasser durch eine Leitung 30 zurück in den Auffangbehälter 20. Die
gewonnenen Feststoffe werden zu einer Ablagerungsstätte abgeführt, was durch den Pfeil 31 angedeutet ist.
Wie noch weiter aus dem Schema ersichtlich ist, führt
aus dem Behälter 25 für Klarwasser eine Leitung 32 in die Papiermaschine 3, wo dieses Wasser für die verschiedensten
Zwecke, z. B. Reinigung des Papiermaschinensiebes usw. verwendet werden kann. Ein Teil des im
Behälter 25 anfallenden Klarwassers kann durch eine Leitung 33 einer Endkläranlage zugeführt werden. Eine
Frischwasserleitung ist mit 34 bezeichnet eo
Bei der erfindungsgemäßen Gesamtanlage wird die
Rückgewinnung von verwendbaren Fasern aus dem Siebwasser der Papiermaschine wie auch gleichzeitig
die Ausscheidung von unerwünschten Stoffen durch denselben Wäscher 7 bewältigt Im Prinzip könnte natürlich
jede als Wäscher geeignete Siebvorrichtung verwendet werden, falls sie die erforderliche Leistung aufweist.
Vorzugsweise kann jedoch ein neuartiger, eine besonders hohe Leistung aufweisender Wäscher eingesetzt
werden, wie er aus den DE-OS 30 05 681 und 31 26 456 bekannt ist Bezüglich weiterer Wäscher verschiedener
Provenienz und des mit diesem erreichbaren Entaschungsgrades wird auf das »Beloit Deinking Manual«
vom September 1979 verwiesen, in dem auf Seite 17 verschiedene Wäschertypen angegeben sind.
Aus Gründen der Einfachheit wurden in der schematischen Schaltung nach der Zeichnung nur eine Siebwasserleitung
10 und ein Siebwasserbehälter 11 für die Papiermaschine
3 dargestellt Es versteht sich, daß, wie in der Praxis üblich, mehrere Siebwasserleitungen und
mehrere Siebwasserbehälter oder ein geteilter Siebwasserbehälter vorgesehen sein können. In einem solchen
Fall ist an einen Siebwasserbehälter die Leitung 12, an einen anderen die Leitung 14 angeschlossen.
Als Füllstoffe werden, wie bereits erwähnt, organische Stoffe bezeichnet, die dem Papier beigefügt sind,
wie z. B. Kaolin.
Unter Feinstoffen versteht man organische Stoffe, wie z. B. Teile von gebrochenen Papierfasern oder das
Zellenmark von Einjahrespflanze!!, ζ. Β. Bagasse von Zuckerrohr.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Papier aus stark verschmutzten Faserrohstoffen, insbesondere Altpapier,
wobei der aufgelöste und suspendierte Stoff vor der Maschinenbütte einer Wäsche unterzogen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Faserstoffsuspension nach der Wäsche noch verbliebenen,
im jeweiligen Herstellungsprozess unerwünschten und sich im Siebwasser (10) der Papiermaschine
(3) sammelnden Stoffe wenigstens zum Teil mit demselben Wäscher (7) wie der aufgelöste
und suspendierte Ausgangsstoff ausgewaschen werden, indem dieses Papiermaschinen-Siebwasset· vor
dem Wäscher (7) mit dem aufgelösten und suspendierten Stoff vermischt wird.
2. Anlage zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer Anlage (1) zur Aufbereitung
von Stoffsuspension und einer dieser nachgeschalteten Papiermaschine (3), einer Verbindungsleitung (2)
zur Verbindung der Stoffaufbereitungsanlage (1) mit der Papiermaschine (3), in welcher Verbindungsleitung
eine Siebvorrichtung (7) zur Ausscheidung unerwünschter Füll- und Feinstoffe als Wäscher geschaltet
ist, sowie mit einer Leitung (10) für das Siebwasser der Papiermaschine, gekennzeichnet durch
eine Rückführleitung (14), welche von der Siebwasserleitung (10) der Papiermaschine (3) zurück in die
Verbindungsleitung (2) führt und diese an einer Stel-Ie
(15) vor der Siebvorrichtung (7) mündet.
3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebwasserleitung (10) einen Siebwasserbehälter
(11) aufweist, von welchem die Rückführleitung (14) führt, und daß sich in der Rückführleitung
(14) ein Behälter (16) für Rückwasser befindet
4. Anlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß an die Rückführleitung (14), bzw.
den Behälter (16) für Rückwasser weitere Leitungen (17) für Rückwässer angeschlossen sind, welche wiederverwendbare
Fasern und auszuscheidende Feinstoffe enthalten.
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