DE2907236C2 - - Google Patents

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    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
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Description

Die Erfindung betrifft die Verwendung von Lysozym und/oder Lysozymsalzen bei der Behandlung von Haustieren oder Nutztieren, sowie Nährmittel oder Futtermittel, die Lysozym oder Salze davon allein oder in Kombination mit anderen üblicherweise verwendeten Substanzen enthalten.
Lysozym, ein 1922 von Fleming entdecktes Protein, findet sich in sämtlichen lebenden Organismen (Pflanzen, Tiere, Bakterien, Algen, Pilze etc.). Die Wirkung des Lysozyms erfolgt im Membranbereich einer Vielzahl von Bakterien, insbesondere bei gram-positiven Bakterien. Bei höheren Tieren stellt es einen natürlichen Immunitätsfaktor dar, der einen Schutz gegen Infektionen verleiht. Abgesehen von seiner ihm eigenen Lysewirkung, ist Lysozym dazu geeignet, die Wirkung einer Vielzahl von Antibiotika zu verstärken, wobei Mikro­ organismen, die teilweise einer Lyse durch Lysozym unterworfen sind, gegenüber Antibiotika wesentlich empfindlicher sind.
Eine weitere Eigenschaft des Lysozyms ist in seiner günstigen Wirkung auf den Verdauungsprozeß bei Säugern zu sehen, die sich in einer schnellen Normalisierung der Darmflora mit einer entsprechenden Wiederherstellung oder Verbesserung des Stickstoffwechsels manifestiert.
Obwohl man Lysozym sowohl im Tierreich als auch im Pflanzenreich findet, wird dieses Material derzeit in technischem Maßstab ausschließlich durch Extraktion aus Eiklar gewonnen. Es wurden nun Untersuchungen mit Lysozym an Hühnern durchgeführt, um einige der häufiger beobachteten Erkrankungen zu bekämpfen und die Wirkung von Lysozym auf das Wachstum festzustellen.
Es ist bekannt, daß Hühner im allgemeinen dreimal in ihrem Leben mit Hilfe eines Aerosolnebels geimpft werden, um pathologischen Entwicklungen vorzubeugen. Jedoch treten 48 Stunden nach dem Impfen Streßsymptome auf und die Vögel fallen in einen Erschöpfungszustand, der von Appetitlosigkeit begleitet wird, was eine Unterbrechung des Wachstums verursacht. Zur Vorbeugung dieses Effektes unterzieht man die Vögel 36 Stunden nach dem Impfen einer Antibiotikbehandlung. In den meisten Fällen führt diese Behandlung zu positiven Ergebnissen. Jedoch können bekanntlich Antibiotika die Entwicklung resistenter Stämme verursachen, wobei bei der Anwendung dieser Behandlung zur Bekämpfung bestimmter Atmungserkrankungen die erzielten Ergebnisse unwirksam sind, da die erkrankten Hühner von resistenten Bakterien befallen sind.
Bei diesen Untersuchungen hat sich nun gezeigt, daß sich bei der Bekämpfung des Impfstresses mit Lysozym zwei Vorteile erzielen lassen, nämlich
1. die Antibiotikdosis kann vermindert werden und
2. häufig kann auf die Verwendung der Antibiotika vollständig verzichtet werden, so daß sie nur zur Bekämpfung von bronchopulmonalen Erkrankungen verwendet werden müssen, wenn solche Erkrankungen auftreten.
Lysozym läßt sich sehr einfach, beispielsweise über das Trinkwasser, verabreichen. In dieser Weise wird eine kontinuierliche Verabreichung über den ganzen Tag hinweg erreicht, obwohl das Lysozym gewünschtenfalls auch mit einem Impfstoff vermischt oder zusammen mit dem Futter verabreicht werden kann. Die Behandlung erfolgt im allgemeinen 3 bis 4 Tage nach dem Impfvorgang.
Hühner sind für Erkrankungen der Atmungsorgane empfänglich. Dieses Phänomen tritt im allgemeinen im Herbst und im Winter, das heißt in Perioden auf, während denen der Luftwechsel in den Ställen wegen des Unterschiedes der Innentemperatur und der Außentemperatur weniger häufig ist. Die Behandlung mit Antibiotika wird normalerweise auch dazu angewandt, diese Erscheinungen zu bekämpfen, die in der Praxis ein Unwohlsein ergeben, das mit Appetitverlust einhergeht, wodurch ein verzögertes Wachstum verursacht wird. Durch die Behandlung mit Lysozym konnten viele dieser Fälle gelöst werden, bei denen auch eine längere Behandlung mit Antibiotika zu keinem Erfolg führte. Häufig werden Antibiogramme dazu verwendet, ein geeigneteres Antibiotikum auszuwählen. Hierbei hat sich jedoch gezeigt, daß eine in vitro wirksame Substanz nicht zwangsläufig in vivo auch wirksam ist.
Im Verlaufe der Untersuchungen erkrankten vier Gruppen von jeweils etwa 11 000 Hühnern (mit einem durchschnittlichen Alter von 45 Tagen) an einer Erkrankung der Atmungsorgane, die auch durch eine zehntägige Behandlung mit Antibiotika nicht kuriert werden konnte. Daher wurde in Trinkwasser gelöste Lysozym in einer Dosis von 15 mg pro Kilogramm pro Tag an drei Gruppen der Hühner verabreicht. Etwa 24 Stunden später begannen die Hühner sich zu erholen und regelmäßig zu fressen, während sich der Zustand der unbehandelten Tiere verschlechterte, so daß sie getötet werden mußten. Diese Lysozym-Therapie wurde während weiterer 15 bis 20 Tage fortgesetzt, wonach die Hühner getötet wurden. Bei einer Überprüfung des Durchschnittsgewichts der behandelten Hühner zeigte sich, daß sie trotz der Aufnahme von wenig oder keinem Futter im Verlaufe der zehn Tage an Gewicht zugenommen hatten und daß sie ein durchschnittliches Endgewicht erreicht hatten, das etwa 10% höher lag als das Normalgewicht. Dies wurde durch eine andere Untersuchung bestätigt, bei der Lysozym zur Behandlung des Impf-Stresses verwendet wurde.
Die Hühner (mit einem Alter von 2, 18 bzw. 35 Tagen) wurden dreimal während jeweils 5 Tagen behandelt, was drei Impfvorgängen entspricht. Nach Ablauf der Untersuchung zeigten die mit Lysozym behandelten 11 000 Hühner eine Gewichtszunahme, die 6% größer war als die der unbehandelten Hühner.
Aufgrund dieser Beobachtungen wurden spezifische Untersuchungen durchgeführt, um die wachstumsfördernde Wirkung des Lysozyms zu verifizieren, wobei sich sehr zufriedenstellende Ergebnisse einstellten.
Aufgrund dieser Ergebnisse wurde auch die wachstumsfördernde Wirkung von Lysozym in Kombination mit anderen Substanzen, die für eine solche Wirkung bereits bekannt sind, untersucht, um eine mögliche synergistische Wirkung festzustellen. Diese Untersuchungen erwiesen sich im großen Ganzen als positiv und verdeutlichen die Wirkung des Materials.
Es wurde weiterhin beobachtet, daß Futterzusätze häufig Antibiotika enthalten können, die einerseits wachstums­ fördernd und andererseits immunodepressiv wirken, wie es häufig bei Geflügelfarmen mit intensiver Zucht beobachtet werden kann, wo eine gängige Infektion in gewissen Fällen fatale Folgen haben kann, die zu einem hohen Auftreten der Geflügelpest führen können. Selbst in diesen Fällen scheint die Anwendung einer Lysozym enthaltenden Kombination angebracht, die nicht nur eine wachstumsfördernde Wirkung sondern auch eine die Immunität fördernde Wirkung ausübt.
Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung von Lysozym und/oder nichttoxischen Lysozymsalzen bei der Behandlung von Hühnern und anderen Haustieren, die an einer durch Mikroorganismen verursachten Infektion leiden oder durch solche Infektionen gefährdet sind. Dabei wird Lysozym oder sein Salz in Dosierungen von 1 bis 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag und vorzugsweise in einer Dosis von 2 bis 15 mg/kg/Tag verwendet, und zwar in Kombination mit dem üblichen Futter oder Futterzusatzstoffen, oder dem Trinkwasser, wobei die beiden oben erwähnten Wirkungen des Enzyms be­ rücksichtigt werden.
Es hat sich erwiesen, daß man ausgezeichnete Ergebnisse sowohl durch tägliche Verabreichung als auch dadurch erreichen kann, daß man Lysozym oder sein Salz während der letzten Tage im Stall verabreicht.
Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung auch die Verwendung nichttoxischer Lysozymsalze, die erfindungsgemäß geeignet sind. Lysozymsalze sind in Wasser leicht löslich und können daher über das Trinkwasser verabreicht werden. Somit muß Lysozym nicht notwendigerweise mit dem Futter kombiniert werden. In anderen Fällen kann man Lysozymsalze, die in Wasser nur wenig löslich sind, mit Vorteil in festem Zustand mit den verschiedenen Futterbestandteilen vermischen.
Von den untersuchten Salzen, die sowohl in Wasser löslich als auch darin unlöslich sind, sind einige aus der Literatur bekannt, während andere neu sind.
Im folgenden werden verschiedene Untersuchungen erläutert, die die erfindungsgemäße Verwendung von Lysozym und Lysozym­ salzen verdeutlichen.
Impfstreß bei Geflügel
Man impft drei Gruppen zu jeweils etwa 10 000 Hühnern mit einem Aerosol. 36 Stunden nach dem Impfen verabreicht man der ersten Gruppe Antibiotika und gibt der zweiten Gruppe das Antibiotika lediglich in der halben Dosis zusammen mit Lysozym in einer Dosis von 5 mg/kg/Tag, wobei die Behandlung in beiden Fällen während 5 Tagen erfolgt.
Die dritte Gruppe wurde lediglich mit Lysozym in einer Dosis von 15 mg/kg/Tag in Form einer Lösung in Wasser behandelt, wobei die Behandlung am Impftag erfolgte und während weiterer 4 Tage fortgesetzt wurde.
Jeweils 20 Hühner einer jeden Gruppe wurden Blutproben entnommen, um mikrobiologisch die Lysozymmenge vor dem Impfen, 24 Stunden nach dem Impfen und gegen Ende der Behandlung mit dem Antibiotikum und Lysozym oder mit lediglich Lysozym allein festzustellen.
In der folgenden Tabelle I ist der durchschnittliche Lysozym-Blutspiegel der drei untersuchten Tiergruppen während der oben erwähnten Zeitdauern zusammengestellt.
Tabelle I
Lysozym-Blutspiegel von der Antistreß-Behandlung unterworfenen geimpften Hühnern
Die Lysozym-Werte sind als µg Lysozym pro ml Serum angegeben.
Aus der obigen Tabelle ist zu erkennen, daß nach dem Impfen der Lysozymspiegel der Hühner zunächst ansteigt und daß nach der Behandlung mit dem Antibiotikum diese Menge auf den Anfangswert vor dem Impfen wieder abfällt. Andererseits wird durch die Verabreichung von Lysozym in einer Dosis von 15 mg/kg/Tag der Lysozymspiegel erheblich gesteigert.
Ganz allgemein sind bei den drei Gruppen keine Unterschiede festzustellen, so daß Lysozym ohne weiteres dazu geeignet ist, bei der Behandlung des Impfstresses Antibiotika zu ersetzen.
Bronchopulmonale Erkrankungen bei Geflügel
Man löst bei vier Gruppen von jeweils 11 000 Hühneren (mit einem Alter von 40 Tagen) eine ernste Atemstörung aus. Die Tiere der vier Gruppen waren zuvor regelmäßig dreimal geimpft worden, wobei jeweils zur Bekämpfung des Impfstresses Antibiotika gegeben wurden.
Nach dem Ausbrechen der bronchopulmonalen Erkrankung wurden die Tiere mit Antibiotika behandelt, wobei nach 10 Tagen kein Heileffekt festzustellen war, sondern im Gegenteil sich der Zustand der Tiere verschlechterte und diese kaum mehr fraßen. Dann wurde an drei Gruppen eine Lösung von Lysozym in Wasser in einer Dosis von 15 mg/kg/Tag verabreicht. Die Tiere erholten sich praktisch augenblicklich, während die Tiere der unbehandelten Gruppe getötet werden mußten, da sie sich in einem ernsten Erschöpfungszustand befanden. Sie besaßen ein Gewicht von 1,6 bis 1,7 kg bei einem Alter von 55 Tagen.
Die Lysozym-Behandlung der drei Gruppen wurde in der gleichen Dosis während weiterer 15 Tage fortgesetzt, bis die Tiere ein Alter von 65 Tagen erreicht hatten. Sie wurden dann geschlachtet und zeigten ein durchschnittliches Gewicht von 2,510 kg.
Die Wirkung von Lysozym als Wachstumsfaktor bei Geflügel
Bei der Untersuchung der wachstumsfördernden Mittel von Lysozym wurden vier Gruppen von jeweils 10 000 Hühnern untersucht. Der ersten Gruppe wurde ein normales Futter verabreicht, während der zweiten Gruppe das gleiche Futter und während ihres gesamten Lebens über das Trinkwasser zugesetztes Lysozam in einer Dosis von 2 mg/kg/Tag gegeben wurde.
Die dritte Gruppe wurde während der ersten 50 Tage mit Futter und Wasser versorgt. Während der letzten 15 Lebenstage wurde Lysozym in einer Dosis von 15 mg/kg/Tag in dem Trinkwasser gelöst, währenddem das gleiche Futter gegeben wurde.
Die vierte Gruppe wurde in gleicher Weise behandelt, mit dem Unterschied, daß das Lysozym (in der gleichen Dosis) mit dem Futter vermischt wurde.
Nachdem die Tiere ein Alter von 66 Tagen erreicht hatten, wurden die Tiere der vier Gruppen geschlachtet und es wurde ihr Gewicht festgestellt. Die Durchschnittsgewichte ergaben sich wie folgt:
1. Gruppe: 2,314 kg
2. Gruppe: 2,541 kg
3. Gruppe: 2,639 kg
4. Gruppe: 2,607 kg.
Untersuchung an Säugern
Es wurden experimentelle Untersuchungen durchgeführt, um die durch die Zugabe von Lysozym zu dem Futter von Haustieren (Kaninchen, Schweine; Hunde, Rinder, Schafe, Ziegen etc.) verursachte Steigerung oder Verminderung des Stickstoffwechsels zu untersuchen.
Bei einer dieser Untersuchungen wurden 20 Tage alte Ferkel mit rekonstituierter Kuhmilch gefüttert. Es wurde diese Tierart ausgewählt, da ihre Darmflora derjenigen anderer Säugetiere sehr ähnlich ist und da sie leicht bei Stoff­ wechseluntersuchungen verwendet werden können.
Die Untersuchung erfolgte an zwei Gruppen. Die erste Gruppe umfaßte 3 Ferkel, während die zweite Gruppe die gleiche Anzahl Ferkel aus dem gleichen Wurf einschloß. Die geringe Anzahl der Tiere bei der Untersuchung ergab sich als Folge der Tatsache, daß es wesentlich war, daß die Tiere aus dem gleichen Wurf stammten. Die Ferkel wurden nach 20 Tagen von der Muttersau abgesetzt und in Käfige zur Untersuchung des Stoffwechsels eingebracht, wo sie mit in geeigneter Weise rekonstruierter teilentrahmter, pulverförmiger Kuhmilch gefüttert wurden.
Die verwendete Milch enthielt pro 100 mg 336 mg Stickstoff, 108 mg Calcium und 90 mg Phosphor.
Die Kalorienaufnahme wurde während der Untersuchung streng in Abhängigkeit von dem Körpergewicht bewirkt, während Lysozym (oder dessen Salze) in einer Dosis von 10 mg pro 100 g der rekonstituierten Kuhmilch gegeben wurde.
Für sämtliche Ferkel wurden sechs 3-Tage-Perioden der Stoffwechselbilanz errechnet plus einer anfänglichen Periode vor der Behandlung mit Lysozym (Periode 0)
Zur Bestimmung des Stickstoffs in den Fäzes am Ende einer jeden Periode wurde die Kjeldahl-Methode angewandt.
Die hierbei erhaltenen Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle II zusammenstellt.
Tabelle II
N-Bilanz (mg/kg/Tag)
Prozentsatz des per os verabreichten und über die Fäzes ausgeschiedenen Stickstoffs
Aus den in der obigen Tabelle II angegebenen Zahlenwerten ist zu erkennen, daß der Prozentsatz der stickstoffhaltigen Substanzen, die über den Magen-Darm-Trakt von mit Kuhmilch gefütterten Ferkeln aufgenommen wird, in signifikanter Weise nach der Behandlung mit Lysozym (oder einem Salz davon), das dem normalen Futter des jungen Säugetiers zugesetzt wird, zunimmt. Dies verdeutlicht an den niedrigeren Werten für den aufgenommenen und über die Fäzes ausgeschiedenen Stickstoff. Die an den Ferkeln ermittelten Ergebnisse wurden auch an anderen Säugetieren festgestellt, denen nach der Periode der Brustfütterung Lysozym (oder dessen Salze) in einer Dosis von 10 mg pro 100 mg des Futters verabreicht wurde.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung, die hierdurch nicht eingeschränkt werden soll, da Lysozym sowohl in Form der Base als auch in Form ihrer Salze mit organischen oder anorganischen Säuren einen besonders nützlichen Zusatz für Futter oder Hilfsstoffe der Tierhaltung, die Antibiotika (Tetracyclin, Bacitracin, Zincobacitrin, Aminoxydinsulfat etc.), Spurenelemente, Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe etc. enthalten, darstellt.
Beispiel 1
100 g eines herkömmlichen Futters auf der Grundlage von Maismehl, Luzernemehl, Sojamehl, Fossilmehl enthalten:
Lysozymcitrat|10 mg
Thiamin 0,5 mg
Riboflavin 0,6 mg
Niacin 8 mg
Calciumpantothenat 2 mg
Pyridoxalphosphat 0,6 mg
Inosit 100 mg
Cholinchlorid 150 mg
Biotin 0,3 mg
Folsäure 0,5 mg
Menadion 0,5 mg
α-Tocopherol 0,5 mg
Beispiel 2
Zu einer Mischung aus 120 g Maismehl und 70 g Sojamehl gibt man:
15 mg Lysozymhexametaphosphat
7 g Knochenmehl
2 g Jodsalze
400 mg Vitamin A
400 mg Vitamin D₃ und
60 mg Mangansulfat.
Beispiel 3
Zu einer Futtermischung aus 50 g Maismehl, 5 g Weizenmehl, 3 g Luzernemehl und 30 g Sojamehl gibt man:
3 mg Lysozym
1,5 g Calciumcarbonat
3 g Knochenmehl
und 2,5%, bezogen auf das Gesamtgewicht, Chlortetracyclin enthaltendes Vollmycel.
Beispiel 4
Zu einem Standardfutter aus 78,5% Maismehl, 15,5% Sojamehl, 2,5% Knochenmehl und 0,5% Calciumcarbonat gibt man
2% Spurenelementsalze, 1% Riboflavin, Calciumpantothenat, Cholinchlorid, Niacin, Vitamin D₃ und
0,01% Lysozymphphosphat.
Beispiel 5
Zu einem normalen Integralfutter gibt man pro Doppelzentner 250 bis 350 g eines biologischen Materials, das natürliche, lebende Saccharomyes- und Kluyveromyces-Zellen enthält. Dieses Additiv besitzt die folgende Zusammensetzung:
Lysozymlactat|0,02%
Kulturen, die mehr als 6 000 000 000 lebende Zellen pro g enthalten 0,20%
Proteine 18,75%
Fette 3,86%
Rohfasern 7,88%
nicht-stickstoffhaltige extrahierbare Materialien 52,98%
organische Substanzen 6,93%
Wasser 9,60%.
Die Kombination von lebenden Zellen mit Lysozym bedingt eine Fermentation der Futtermasse, wodurch eine Steigerung der Absorption der Nährstoffelemente und eine mikrobielle antagonistische Wirkung gegen patogene Mikroorganismen bewirkt werden.
Beispiel 6
Man bildet ein Futter aus den folgenden Bestandteilen:
Lysozymhexametaphosphat|0,02%
getrocknete Hefe 10%
Maismehl 60%
Gerstenmehl 4%
Sojamehl 10%
Luzernemehl 5%
Tierfette 0,5%
Calciumcarbonat 4,35%
Knochenmehl 3%
Dicalciumphosphat 1,75%
Natriumchlorid 0,35%
Methionin 0,05%
Vormischung 1%.
Die Vormischung besitzt pro kg des fertigen Produkts folgende Zusammensetzung: 10 000 internationale Einheiten Vitamin A, 2000 internationale Einheiten Vitamin D₃, 20 mg Vitamin E, 2 mg Vitamin K, 1 mg Vitamin B₁, 5 mg Vitamin B₂, 1 mg Vitamin B₆, 0,01 mg Vitamin B₁₂, 25 mg Nikotinsäure, 5 mg Pantothensäure, 1 mg Folsäure, 250 mg Cholin, 20 mg Eisen, 2 mg Kobalt, 100 mg Mangan, 15 mg Kupfer, 2 mg Jod, 0,2 mg Selen, 0,1 mg Molybdän und 100 mg BTH.
Beispiel 7
Zu einem Standard-Kaninchenfutter, das pro 100 g die folgenden Bestandteile enthält:
11 g Sojamehl
 4 g Sonnenblumenkernmehl
 3 g Fleischmehl
 4 g Trockenmagermilch
30 g Maismehl
15 g Gerstenmehl
10 g Luzernemehl
15 g Weizenmehl
 5 g glutiniertes Maismehl
 1 g Dicalciumphosphatdihydrat
 0,5 g Natriumchlorid und
0,5 g eines Multivitamin-Spurenelement-Komplexes (Die Zusammensetzung dieses Komplexes ist im Beispiel 6 angegeben.)
gibt man pro 100 mg 10 mg Lysozymlactat (vorzugsweise in Form einer Mischung mit den 4 g Trockenmagermilch).
Beispiel 8
Zu einem Standard-Rinderfutter, das trockenes Heu und Wasser ad libitum umfaßt, gibt man in einer Menge von 10 bis 30 ppm eine wachstumsfördernde Zubereitung der folgenden Zusammensetzung:
66,7% Maismehl
15,8% Weizenmehl
6,7% Sojamehl
5% entwässertes Luzernemehl
5% Mineralstoffe und
0,8% eines Komplexes aus Spurenelementen und Vitaminen (dessen Zusammensetzung in Beispiel 6 angegeben ist).
Man gibt Lysozym in einer Dosis von 20 mg%kg Körpergewicht des Tieres pro Tag.
Die folgenden Beispiele verdeutlichen das erfindungsgemäße Verfahren der Herstellung der erfindungsgemäßen Lysozymsalze.

Claims (7)

1. Verwendung von Lysozym und/oder nichttoxischen Lysozymsalzen bei der Behandlung von Haustieren, die durch von Mikroorganismen verursachte Infektionen gefährdet sind oder daran leiden, dadurch gekennzeichnet, daß man das Lysozym oder sein Salz in einer Menge von 0,1 bis 50 mg/kg pro Tag mit dem Futter oder -Trinkwasser verabreicht.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als nichttoxisches Lysozymsalz Lysozymphosphat, Lysozymlactat, Lysozymglycerophosphat, Lysozymgluconat oder Lysozymhexametaphosphat verwendet wird.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Lysozym oderr sein Salz in einer Menge von 2 bis 15 mg kg pro Tag verabreicht wird.
4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Lysozym oder sein Salz gleichzeitig mit einer Dosis eines Antibiotikums verabreicht wird.
5. Festes oder flüssiges Nährmittel für Haustiere, dadurch gekennzeichnet, daß es Lysozym und/oder mindestens ein nichttoxisches Salz davon, vorzugsweise Lysozymphosphat, Lysozymlactat, Lysozymglycerophosphat, Lysozymgluconat oder Lysozymhexametaphosphat, in einer ausreichenden Menge enthält, um einem Haustier 1 bis 50 mg/kg pro Tag zu verabreichen.
6. Nährmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es eine ausreichende Menge Lysozym oder eines Salzes davon enthält, um einem Tier 2 bis 15 mg/kg/Tag zu verabreichen.
7. Nährmittel nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich ein Antibiotikum umfaßt.
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