DE287799C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C201/00—Preparation of esters of nitric or nitrous acid or of compounds containing nitro or nitroso groups bound to a carbon skeleton
- C07C201/06—Preparation of nitro compounds
- C07C201/08—Preparation of nitro compounds by substitution of hydrogen atoms by nitro groups
-
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07B—GENERAL METHODS OF ORGANIC CHEMISTRY; APPARATUS THEREFOR
- C07B43/00—Formation or introduction of functional groups containing nitrogen
- C07B43/02—Formation or introduction of functional groups containing nitrogen of nitro or nitroso groups
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
3ATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVi 287799 KLASSE 12 o. GRUPPE
Dr. KONRAD KUBIERSCHKY in EISENACH.
die nicht in Wasser löslich sind.
Das Nitrieren flüssiger oder leicht schmelzbarer organischer Verbindungen, die nicht in
Wasser löslich sind, erfolgte bisher allgemein derart, daß in die betreffende Verbindung ein
Gemisch von Salpetersäure und Schwefelsäure eingetragen und die Reaktion unter Umrühren
und nötigenfalls unter Kühlung des Reaktionsgemisches zu Ende geführt wurde.
Für den Erfindungsgegenstand scheiden von
ίο vornherein Nitrierungen aus, die sich auf die
Behandlung wasserlöslicher Körper, wie z. B. Glyzerin, beziehen (vergl. Patentschrift 6208).
Ebenso kommt die Nitrierung fester Körper, wie Zellulose z. B., nach Patentschrift 239163
hier nicht in Betracht.
Typisch1 für die Darstellung der Nitrokörper
ist im übrigen das Nitrobenzol. Wird in Benzol eine Mischung von Salpetersäure und Schwefel·
säure eingetragen, dann treten Benzol und Salpetersäure in Reaktion nach der Gleichung
C6H6-I-HNO3=C6H5NO2-I-H2O. ,
Das entstehende Wasser wird durch die beigemischte konzentrierte Schwefelsäure gebun-
den; die erhebliche, mit der Reaktion verknüpfte Wärmeentwicklung wird durch Kühlung
mit Wasser, welches in eingebauten Schlangen zirkuliert, paralysiert, um einerseits der Verdampfung
des Benzols vorzubeugen, andererseits Gefahren zu vermeiden. Die kürzlich in
Rummelsburg bei der Darstellung von Nitrobenzol erfolgte Katastrophe hat gelehrt, daß
selbst bei den besten bisher bekannten technischen Einrichtungen große Gefahren nicht ausgeschlossen
sind.
Dazu kommt, daß nach allgemeinen physikalisch chemischen Gesetzen der durch die
obige Formel'' gekennzeichnete Vorgang nicht glatt bis zu Ende verläuft, daß vielmehr sowohl
ein Teil der Salpetersäure als auch ein Teil des in die Reaktion eintretenden Benzols unzersetzt
bleibt.
Die Bemühungen, den Nitrierungsvorgang kontinuierlich zu gestalten, sind an sich nicht
neu; z. B. sieht Patentschrift 201623 vor, daß zueinander passende Mengen von Mischsäuren
und Kohlenwasserstoffe nacheinander eine Reihe von Rührwerkskesseln durchlaufen, die nach Bedürfnis
geheizt oder gekühlt werden. Aus dem letzten der 'Kessel tritt das fertige Reaktionsgemisch
kontinuierlich über in ein Dekantiergefäß, in dem die Scheidung des gebildeten Nitrokörpers
von der mehr oder weniger erschöpften Mischsäure erfolgt. Eine weitgehende Erschöpfung
der°Mischsäüre wird hierbei nicht erreicht, da das Verfahren unter reinem Gleichstrom
arbeitet; andererseits ist die Gefahr der sonst üblichen Darstellung nicht ausgeschaltet, weil
in dem ersten Rührkessel die sehr reaktionsfähigen frischen Körper unmittelbar aufeinander
wirken.
Die vorliegende Erfindung ist geeignet, sowohl die vorerwähnten Gefahren auszuschließen als
auch die Reaktion mit dem denkbar größten Nutzeffekt durchzuführen.
Nach dem neuen Verfahren werden die in Reaktion tretenden Massen, d. h. das Salpetersäuregemisch
einerseits und der zu nitrierende Körper andererseits, nicht chargenweise zusammengebracht,
sondern kontinuierlich im
Gegenstrom aneinander vorbeigeführt, d. h. es wird also, um beim Beispiel des Nitrobenzols zu
bleiben, eine Kolonne mit geeignetem inneren Ausbau mit Salpetersäure-Schwefelsäuregemisch
angefüllt, während von unten in die Kolonne Benzol in möglichster Verteilung eintritt und
durch das Salpetersäurcgemisch hindurchtritt, um am Kopf der Kolonne als fertiges Nitrobenzol
zu entweichen. In demselben Maße als das Salpetersäuregemisch erschöpft wird, strömt dauernd
von oben neues Salpetersäuregemisch in die Kolonne, während das erschöpfte Gemisch nach
unten abfließt.
Ganz im gleichen Sinne kann die Kolonne auch mit Benzol angefüllt gehalten werden, während
von oben in feiner Verteilung Salpetersäuregemisch eintritt und durch den Kolonneninhalt
nach unten rieselt, um am Fuß der Kolonne erschöpft auszutreten. Gleichzeitig tritt
ao hier ständig frisches Benzol unten in die Kolonne ein, um im gleichen Maße oben, umgewandelt
in Nitrobenzol, zu entweichen.
Die entstehende Reaktionswärme ist selbstverständlich auch bei dem angegebenen Ver,-fahren
durch geeignete, eingebaute Kühlkörper abzuführen, da aber im übrigen zum mindesten
der eine der Reaktionsstoffe in nur geringer Menge unterwegs ist, so sind Gefahren bis auf
ein Minimum reduziert.
Da ferner das nahezu erschöpfte Salpetersäuregemisch stets frisches Benzol vor seinem
Austritt aus dem Reaktionsraum antrifft, muß die Erschöpfung selbst denkbar weit vorschreiten,
andererseits begegnet das fast vollständig nitrierte Gemisch dem zufließenden frischen
Salpetersäuregemisch, so daß sich nur ein geringer Anteil des Rohgutes der Nitrierung entzieht.
Selbstverständlich können die Kolonnen jedwede im übrigen geeignete Form haben, wenn
nur das Prinzip des Gegenstroms gesichert ist, und z. B. wäre ein Vorgang dem vorbeschriebenen
gleich zu achten, nach dem die Reaktion in Schlangen stattfindet, die ev. gekühlt werden
können, und in denen Benzol aufsteigt und SaI-petersäuregemisch
niederrieselt.
Das gleiche Verfahren, wie vorstehend für Nitrobenzol beschrieben, kann in ganz gleicher
Weise zur Nitrierung vieler anderer organischer Verbindungen, wie Toluol, Xylol, Naphtalin,
aliphatisch^ Kohlenwasserstoffe usw., angewendet werden, sofern nur der betreffende zu nitrierende
Körper sowohl wie das Nitroprodukt selbst nicht nur bei der in Betracht kommenden
Reaktionswärme flüssig, sondern auch spezifisch leichter oder schwerer als die Mischsäure sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Nitrieren. flüssiger oder leicht schmelzbarer organischer Verbindungen, die nicht in Wasser löslich sind, dadurch gekennzeichnet, daß die zu nitrierenden Körper im Gegenstrom mit Nitrierflüssigkeit behandelt werden, derart, daß am einen Ende des Reaktionsraumes die frische Nitrierflüssigkeit zutritt und der fertige Nitrokörper den Raum verläßt, während am anderen Ende des Reaktionsraumes das zu nitrierende Rohgut eintritt und die erschöpfte Nitrierflüssigkeit den Reaktionsraum verläßt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE287799C true DE287799C (de) |
Family
ID=542991
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE287799C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE971577C (de) * | 1942-05-23 | 1959-02-19 | Dynamit Nobel Ag | Verfahren zum Nitrieren von Toluol in einem Arbeitsgang zu Di- oder Trinitrotoluol |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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