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Künstliches Gelenk für Gliedmaßen
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~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die-Erfindung betrifft ein künstliches Gelenk
für Gliedmaßen, #bestehend- aus einem ersten Gelenkteil mit einem Schaft zum Einsetzen
in einen Knochen und einem zweiten G~elenkteil mit einem Schaft zum Einsetzen in
einen anderen Knochen, wobei die beiden Gelenkteile schwenkbar miteinander verbunden
sind.
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Prothesen der oben genannten Art dienen als Totalersatz für menschliche
Gelenke, deren- Funktionsfähigkeit zum Bespiel durch Unfall oder Krankheit derart
vermindert wurde, daß konventionelle operative Eingriffe, wie Transplantationen
od-er medikamentöse Behandlungen keinen ausreilchenden Heilungserfolg mehr garantieren.
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E#s sind bereits eine Vielzahl von Prothesen dieser Art bekannt# geworden,
wobei sich ausgehend von unterschiedlichen Zielrichtungen zwei Hauptgruppen von
Prothesen herausgebildet haben.
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Die eine Gr#u#ppe weist eine Gestaltung bzw. Funktionsfähigkeit auf,
die den physiologischen Verhältnissen des natürlichen Gelenks -weitgehend entsprechen
oder do#ch"sehr nahekommen. So sind z.B. für Kniegelenke so--genannte Rotations-Prothesen
bekannt geworden, welche -in- Nachahmung des natürlichen Bewegungsablaufes zusätzlich
zur Beugung bzw. Streckbewegung die Drehung des Schienbeins um seine Achse ermöglichen.
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Diese Prothesen konnten sich bisher nicht so recht durchsetzen, weil
sie# in der Herstellung sehr teuer und in
ihrer Funktion und Bauweise
zu kompliziert sind. Dadurch wird das Einsetzen und Montieren bei der Operation
erschwert und die Implantationszeit unnötig verlängert.
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Darüber hinaus beeinflußt eine komplizierte Konstruktion erfahrungsgemäß
die Funktionssicherheit und Lebensdauer ungünstig.
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In größerem Umfang durchgesetzt haben sich hingegen sogenannte Scharniergelenkprothesen,
z.B. für Ellenbogen-und Kniegelenke. Diese Prothesen entsprechen zwar nicht so gut
den wirklichen Verhältnissen des Gelenks, insbesondere des Kniegelenks, da sie nur
eine Beugung und Streckung durch eine Schwenkbewegung um die starre Scharnierachse
zulassen. Dafür sind sie jedoch einfach im Aufbau und Funktion.
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Jedoch haben auch diese Scharniergelenkprothesen gravierende Nachteile.
Insbesondere beim Einsatz derartiger Prothesen als Kniegelenk kann die bei der Schwenkbewegung
um die starre Scharnierachse fehlende natürliche Drehbeweglichkeit des Unterschenkels
gegenüber dem Oberschenkel gefährliche Auswirkungen dadurch haben, daß am unteren
Teil des Unterschenkels oder am Fuß angreifende Drehkräfte ungemildert über das
starrachsige Gelenk auf das Oberschenkelgelenkteil übertragen werden.
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Diese Überbeanspruchung der Prothese und insbesondere der Prothesenverankerung,
d.h. der Festigkeit der Verbindungen zu den Knochen kann zu Prothesen-Lockerungen
und -Brüchen führen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Erhaltung der für
den normalen Bewegungsablauf erforderlichen Stabilität des Gelenkes die an Gelenkprothesen
der eingangs genannten Gattung auftretenden Torsionsbeanspruchungen
auf
ein für die Prothesenverankerung unschädliches Maß herabzusetzen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eines der Gelenkteile
und der diesem zugeordnete Schaft derart über ein Drehgelenk miteinander verbunden
sind, daß der Schaft unter Überwindung der Vorspannung eines Fehlerelementes relativ
zum Gelenkteil um seine Längsachse verdrehbar ist.
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Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß unter Erhaltung
einer einen sicheren Gang gewährleistenden Stabilität der Gelenkprothese beim normalen
Bewegungsablauf der Beuge- und Streckbewegung bei Einwirkung mehr oder weniger starker
Torsionskräfte, diese Kräfte unter Verdrehung des Schaftes relat#iv zum Unterschenkelgelenkteil
durch eine entsprechende Gegenkraft elastisch aufgefangen und für die Gelenkverankerung
im Knochen unschädlich gemacht werden.
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Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist grundsätzlich für alle Gelenke
geeignet, die verschiedene Bewegungsmöglichkeiten zulassen, z.B. neben Schwenkbewegungen
auch zwangsgeführte Drehbewegungen ausführen können. Eine erfindungsgemäß bevorzugte
Anwendung ist jedoch für scharnierartig miteinander verbundene Gelenkteile vorgesehen.
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In spezieller Ausgestaltung ist das Drehgelenk Teil einer Kniegelenkprothese,
deren Oberschenkel- und Unterschenkelgelenkteil jeweils durch den zugeordneten Schaft
im Markraum des Ober- und Unterschenkels befestigbar sind, -wobei das Drehgelenk
das Unterschenkelgelenkteil mit de#m Unterschenkelschaft verbindet.
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Eine Unterbringung des Drehgelenks auf besonders kleinem Raum, d.h.
eine Anordnung, die den bei handelsüblichen Prothesen vorhandenen Raum nicht oder
nur unwesentlich vergrößert, wird gemäß einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung dadurch
erreicht, daß das Drehgelenk mit dem Gelenkteil und dem relativ dazu verdrehbaren
Schaft eine Ringkammer bildet zur Aufnahme einer durch einen Schlitz geteilten Ringfeder,
in deren Schlitz nasenartige Vorsprünge der relativ zueinander verdrehbaren Teile
eingreifen.
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Eine zunehmende Torsionsbeanspruchungen besonders gut auffangende
Federkennlinie läßt sich gemäß einer erfindungsgemäßen Weiterbildung dadurch erzielen,
daß die die Ringkammer begrenzende Außenwand eine Stützfläche für die Ringfeder
bildet, an die sich bei zunehmender Relativverdrehung der beiden Teile die Ringfeder
im Sinne einer stetigen Verkürzung ihrer wirksamen Hebelarme fortschreitend anlegt
und abstützt. Auf diese Weise ergibt sich eine Federkennlinie, die progressiv und
elastisch bis zur Bruchlast des Knochenzements der Prothesenverankerung ist.
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Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß die die Ringkammer begrenzende Außenwand exzentrisch -zu der die Ringkammer
begrenzenden Innenwand verläuft, wobei die Ringfeder einen im wesentlichen gleichbleibenden
Querschnitt aufweist und in ihrer Ruhelage im Bereich der größten Verengung der
Ringkammer fixiert ist. Je nach Bedarf ist es bei dieser Ausbildung möglich, eine,
zwei oder auch mehrere Ringfedern ineinander zu legen, um zu einer gewünschten Federkennlinie
zu gelangen.
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-Gemäß#einer alternativen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die di.e-RingkXilamer
begrenzende Außenwand konzentri.s-ch--zu-der die Ringkammer begrenzenden Innenwand
verläuft, wobei die Ringfeder symmetrisch einen sich zu ihrem-Schlitz hin stetig
verjüngenden Querschnitt aufweist. Zweckmäßigerweise ist die Außenwand der Ringkammer-
Teil des Schaftes und die Innenwand Teil des durch das Drehgelenk- mit dem Schaft
verbundenen Gelenkteils--des Unterschenkeis. Um das Drehgelenk in Achsrichtung zusä-tzlich
zu sichern, ist weiterhin vorgesehen, daß das Drehgelenk durch eine Schraubverbindung
längsaxial -sammengehalten - wird.
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Zur Reibungsverminderung der relativ gegeneinander verdrehbaren Teile
des Drehgelenks wird erfindungsgemäß -weiterhin#vorges#chlagen, daß einerseits das
Drehgelenk mit einer -Führungsbuchse aus Polyäthylen oder polyäthylenartigem Material
versehen ist und andererseits das Drehgelenk èinen Druckring aus Polyäthylen oder
polyäthylenartigem Material aufweist.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß;
eines der relativ zueinander verdrehbaren Teile des Drehgelenks einen nasenartigen
Vor-##sprung aufweist, welcher als Gleitstein ausgebildet ist, der nach Überwindung
einer vorgewählten, einem bestimmten Drehwinkel- zugeordneten Vorspannung der Ringfeder
-eine-lösbåre: Verbindung zu dem zugeordneten Teil des Drehgelenks bi-ldet.
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Auf diese Weise kann eine vorgewählte Grenze unterhalb der maximalen
Belastbarkeit -der Prothesenverankerung, d.h. der -Bruchlast- des den Knochen mit
der Prothese verbindenden Knochenzements defihiert eingehalten werden, an- -der-
beide re#lativ zueinander verdrehbaren Teile ausrasten,
der Unterschenkel
relativ zum Oberschenkel somit frei drehen kann. Diese vorbestimmte Ausrastkraft
ist selbstverständlich so hoch gewählt, daß nicht bei jeder geringen am Unterschenkel
angreifenden Torsionskraft das Drehgelenk ausrastet.
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Zweckmäßigerweise ist hierbei das dem Gleitstein zugeordnete Teil
des Drehgelenks mit einer Rastnut und das andere Teil des Drehgelenks mit einer
erhabenen Auflauffläche für den Gleitstein versehen. Hierbei hat die beim Verdrehen
nach außen vorgespannte Ringfeder das Bestreben, den Gleitstein aus der Rastnut
zu lösen, was nach entsprechender Verdrehung gegenüber der Auflauffläche geschieht,
und nach Wegfall der Torsionskraft das Bestreben, den Gleitstein wieder in die Rastnut
zurückzubewegen.
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Zu diesem Zweck weist der Gleitstein nach einem#zusätzlichen Vorschlag
keilförmige Stützflächen für die Ringfeder auf.
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Als nachteilig für die Haltbarkeit der Prothesenverankerung, insbesondere
für die Verankerung der ganz im Oberschenkelkopf eingelassenen Scharniergabel, wirkt
sich ferner der Umstand aus, daß zum Zweck der Montage des Scharniergelenks, d.h.zum
Einsetzen des Scharnierbolzens in die Oberschenkelgabel und das Unterschenkelauge
aus einem der Femurkondylen ein zylinderförmiges Knochenstück im Bereich der Scharnierachse
herausgenommen und nachträglich wieder eingesetzt werden muß. Abgesehen davon, daß,
um die Scharnierbohrung genau zu treffen, entweder sehr sorgfältig vorgegangen werden
muß oder das Knochenstück um das Maß der Ungenauigkeit entsprechend größer bemessen
sein muß, ergibt sich in jedem
Fall eine Schwächung der Knochensubstanz,
die u.U.
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ein Ausbrechen der Prothese begünstigen kann.
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Aus obengenannten Gründen ist es wünschenswert, zusätzliche Maßnahmen
in der Gestaltung der Kniegelenkprothese zu treffen, welche ihren sicheren Sitz
gewåhrleisten und zudem die Montage erleichtern.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird dies dadurch erreicht,
daß das in das gabelförmige Oberschenkel-Scharnierteil eingreifende Unterschenkel-Scharnierauge
mit einem in bezug auf die Längsachse des Unterschenkelschaftes schräg verlaufenden
Schlitz versehen ist, welcher in einer zueinander abgewinkelten Stellung von Ober-
und Unterschenkel auf den Scharnierbolzen aufschiebbar ist. Der mit dieser zusätzlichen
Maßnahme erzielte Vorteil besteht darin, daß der Schrägschlitz einerseits eine leichte
Montage während einer lediglich kurzzeitigen Extrembeugung des Unterschenkels relativ
zum Oberschenkel ermöglicht und andererseits bei den beim normalen Bewegungsablauf
auftretenden Beugungswinkeln sperrend wirkt gegen ohnehin nur relativ kleine Zugkräfte.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 eine Kniegelenkprothese
mit im Schnitt dargestellten erfindungsgemäßen Drehgelenk, Figur 2 einen Querschnitt
durch das Drehgelenk nach der Linie II-II gemäß Figur 1, Figur 3 das Drehgelenk
gemäß Figur 2mit relativ zueinander verdrehten Gelenkteilen, Figur 4 eine alternative
Ausgestaltung des Drehgelenks gemäß Figur 1, Figur 5 eine weitere konstruktive Abwandlung
des Drehgelenks, Figur 6 die Rückansicht auf eine Kniegelenkprothese im zusammengebauten
und implantierten Zustand und Figur 7 einen Längsschnitt durch die Kniegelenkprothese
nach der Linie Vil-Vil gemäß Figur 6.
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Die-##Knieq#elenk-pröt#hese weist gemäß Figur 1 ein Oberschenkelteil-1
mit einem- Schaft 2 zum Verankern im unteren Endabschnitt eines Oberschenkelknochens
sowie ein Unterschenkelgelenkteil 3 mit einem Schaft 4 zum Verankern im oberen Endabschnitt
eines Unterschenkelknochens auf. Die beiden Gelenkteile 1 und 3 sind mitteils L#ines
Gelenkboizens 6 zu einem Scharniergelenk #schwenkbar miteinander verbunden. Zu diesem
Zweck ist-das Oberschenkelgelenk teil 1 an seinem unteren Endabschnitt- mit gabelför#mig
parallel zueinander angeordne--ten #auqenartigenCAn5ätzen 7 versehen, von denen
in der Zeichnung nur einer sichtbar ist, während der andere, senk-recht zur Zeichenebene
dahinterliegende Ansatz nicht dargestellt ist. Den- beiden gabelförmig angeordneten
Ansätzen 7 des Oberschenkelgelenkteils 1 ist ein oberer Endabschnltt 8 des Unterschenkelgelenkteils
3 zugeordnet, welcher zwischen die Ansätze 7 eingesetzt wird, so daß die in allen
genannten Teilen vorhandenen Bohrungen--zur- Aufnahme des Gelenkbolzens 6 fluchten.
In die augenförmigen Ansätze 7 des Oberschenkelgelenkteils 1 sind außerdem Lagerbuchsen
9 aus Polyäthylen eingesetzt, so daß- jeweils zwei in -Kontakt-stehende und sich
gegeneinander bewegende T#eile der Kniegelenkprothese aus unterschiedlichen Werkstoffen,
nämlich aus Metall bzw.
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aus Kunststoff, bestehen.
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Zur Lagesicherung des Gelenkbolzens 6 ist dieser außerdem mi-t einer
Ausnehmung 12 versehen, in die eine in den augenförmigen Endabschnitt 8 eingeschraubte
Stiftschraube 13 eingreift.
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-Die Begrenzung der Schwenkbewegung des Unterschenkelgelenkteils
3
gegenüber dem Oberschenkelgelenkteil 1 erfolgt durch einen Anschlag 14 aus Polyäthylen,
der in das aus einem nichtrostenden Stahl bestehende Unterschenkelgelenkteil 3 eingelassen
ist und mit einer senkrecht zur Zeichenebene zur Mitte des unteren Endabschnittes
8 des Oberschenkelgelenkteilsl hin eingezogenen Anschlagkante 16 zusammenwirkt.
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Das Unterschenkelgelenkteil 3 und der zugeordnete Schaft 4 sind darüber
hinaus über ein Drehgelenk 17 miteinander verbunden, welches nach Überwindung der
Vorspannung einer Ringfeder 18 eine Relativbewegung des Schaftes 4 um seine Längsachse
gegenüber dem Unterschenkelgelenkteil 3 zuläßt. Zur Aufnahme der Ringfeder bzw.
Ringfedern 18 ist das Drehgelenk 17 mit einer Ringkammer 19 versehen, welche einerseits
von einer ringförmigen Außenwand 21 des Schaftes 4 begrenzt ist und andererseits
von einer exzentrisch zur Außenwand 21 verlaufenden Innenwand 22 des Unterschenkelgelenkteils
3 begrenzt ist. Die ringförmige Innenwand 22 umschließt darüber hinaus eine Lagerbohrung
23 zur Führung eines Drehzapfens 24 des Schaftes 4, wobei eine Führungsbuchse 26
aus Polyäthylen zwischen beiden Teilen eingefügt ist. Außerdem ist zwischen den
aufeinandergleitenden Ringflächen des Unterschenkelgelenkteils 3 und des Schaftes
4 zur Reibungsverminderung ein Druckring 27 aus Polyäthylen angeordnet. Der Schaft
4 und das Unterschenkelgelenkteil 3 werden darüber hinaus in axialer Richtung mittels
eines zentral in sie eingelassenen Schraubbolzens 28 gesi#hert. Die Ringfedern 18
sind an einer Seite mit einem durchgehenden Schlitz 29 versehen, in den übereinanderliegend
ein
nasenartiger Vorsprung 31 an der Innenwand 22 des Unterschenkelgelenkteils
3 sowie ein nasenartiger Vorsprung 32 an der Außenwand 21 des Schaftes 4 eingreifen.
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In der von Torsionskräften freien Ruhestellung des Kniegelenks gemäß
Figur 2 liegen die Ringfedern 18 mit ihrer zum Schlitz 29 entgegengesetzten Außenseite
an der Außenwand 21 der Ringkammer 19 an, während ihre Innenflächen konzentrisch
zur Innenwand 22 verlaufen bzw.
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beide Ringfedern 18 über ihren gesamten Innenumfang eng aneinander
bzw. an der Innenwand 22 des Schaftes 4 anliegen. Infolge der Exzentrizität der
Außenwand 21 zur Innenwand 22 ergibt sich zwischen der Außenseite der Ringfeder
18 und oder Außenwand 21 des Schaftes 4 symmetrisch ein zu den nasenartigen Vorsprüngen
31 und 32 hin in der Größe zunehmender Atmungsraum 33.
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Sowie eine am Schaft 4 angreifende Torsionskraft so groß wird, daß
sie die Vorspannung der Ringfedern 18 überwindet, werden der Schaft 4 und das Unterschenkelgelenkteil
3 relativ gegeneinander verdreht, wobei die nasenartigen Vorsprünge 31 und 32 unter
Vergrößerung des Schlitzes 29 der Ringfedern 18, diese derart auseinanderdrücken,
daß sie sich ausgehend von ihrer dem Schlitz 29 entgegengesetzten Seite fortschreitend
an die Außenwand 21 anlegen, wobei ihre wirksamen Hebelarme symmetrisch stetig verkürzt
werden. Damit ergibt sich bei zunehmender Torsionskraft ein progressiver Anstieg
der Federkennlinie der Ringfedern 18, welche die Torsionskräfte soweit dämpfen,
daß eine schlagartige Annäherung an die Bruchgrenze der Prothesenverankerung vermieden
wird.
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In Figur 4 ist eine alternative Ausgestaltung des Drehgelenkes veranschaulicht,
wobei Teile, die denen der vorstehend beschriebenen Figuren entsprechen, mit um
100 erhöhten Bezugszahlen versehen sind.
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Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 verlaufen die Innenwand 122 und
die Außenwand 121 konzentrisch zueinander, während die Ringfeder 118 einen sich
symmetrisch zu ihrem Schlitz 129 hin verjüngenden Querschnitt aufweist. Die Wirkungsweise
der Ringfeder 118 ist die gleiche wie bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen.
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Beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 sind Teile, die denen der vorbeschriebenen
Figuren entsprechen, mit um 200 erhöhten Bezugszahlen versehen.
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Beim Drehgelenk 217 nach Figur 5 ist einer der in die Ringfeder 218
eingreifenden Vorsprünge 231, 232, im vorliegenden Fall derjenige, welcher Teil
der die Ringkammer 219 begrenzenden Innenwand 222 des Unterschenkelgelenkteils 203
ist, als Gleitstein 231 ausgebildet. Der Gleitstein 231 wird in der Ruhestellung
des Drehgelenks 217 in einer Rastnut 234 der Innenwand 222 gehalten. Diese Lage
wird fixiert durch die Ringfeder 218, die sich an keilförmigen beidseitigen Stützflächen
236 des Gleitsteins 231 abstützt und durch eine den Gleitstein 231 beaufschlagende
Auflauffläche 237 an der Außenwand 221 des Schaftteils 204.
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Some eine angreifende Torsionskraft die Innenwand 222 relativ zur
Außenwand 221 soweit verdreht, daß der Gleitstein 231 in der gestrichelten Stellung
die Auflauffläche 237 verlassen hat, drückt die vorgespannte Ringfeder 218 den Gleitstein
231 aus der Rastnut 234 heraus.
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Die Drehgelenktèile können sich jetzt frei zueinander bewegen. Beim
Zúrückdrehen in die Ruhelage drückt die s#ich dabei en#tspannende Ringfeder 218
den Gleitstein 231 zurück in die Rastnut 234. Durch die Länge der Auflauffläche
237kann die einem bestimmten Drehwinkel zug#eordnete Ausrastkraft festgelegt werden.
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Im nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel sind Teile, die zudie~denen
des- Ausführungsbeispiels gemäß Fi-.guren 1 bis 4 entsprechen, mit um 300 erhöhten
Bezugszahlen-versehen#und lediglich in groben Zügen noch einmal ~beschrieben.
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Die gemäß Figur 6 implantierte Kniegelenkprothese ist mit einem Schaft-302
eines Oberschenkelgelenkteils 301 im u-nteren Endabschnitt eines Oberschenkelknochens
A verankert, wobei #zuvor der Oberschenkelknochen A zwíschen--den Kondylen durch
Sägen oder Meißeln ausgekommen wurde. Ein Unterschenkelgelenkteil 303 wird ebenfalls
mit einem Schaft 304 in den Unterschenkelknochen B eingeschlagen und einzementiert.
Die beiden Gelenkteile---3Öl und 303 sind mittels eines Gelenkbolzens 306 zu einem
Scharniergelenk schwenkbar miteinander verbunden. Hierbei ist das Oberschenkelgelenkteil
301 an seinem unteren Endabschnitt mit gabelförmig parallel zueinander angeordneten
augenartigen Ansätzen 207 versehen, denen- ein oberer Endabschnitt des Unterschenkelgelenkteils
303 in Form eines Scharnierauges 308 zugeordnet Ist, welches zwischen die Ansätze
307 eingesetzt wird, so daß die in allen genannten Teilen vorhandenen
Bohrungen
zur Aufnahme des Gelenkbolzens 306 fluchten.
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Zur Montage ist das Scharnierauge 308 mit einer Ausnehmung in Form
eines in bezug auf die Längsachse des Schaftes 304 schräg verlaufenden Schlitzes
310 versehen, welcher gemäß Figur 7 in einer zueinander abgewinkelten Stellung von
Oberschenkel A und Unterschenkel B zwischen den gabelförmigen Ansätzen 307 auf den
Gelenkbolzen 306 aufschiebbar ist.
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In die augenförmigen Ansätze 307 des Oberschenkelgelenkteils 301 sind
außerdem Lagerbuchsen 309 aus Polyäthylen eingesetzt, so daß jeweils zwei in Kontakt
stehende und sich gegeneinander bewegende Teile der, Kniegelenkprothese aus unterschiedlichen
Werkstoffen, nämlich aus Metall bzw. aus Kunststoff, bestehen.
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Zur Lagesicherung des Gelenkbolzens 306 ist dieser außerdem mit einer
Ausnehmung 312 versehen, in die eine in das Scharnierauge 308 eingeschraubte Stiftschraube
313 eingreift. Die Begrenzung der Schwenkbewegung des Unterschenkelgelenkteils 303
gegenüber dem Oberschenkelgelenk~ teil 301 erfolgt durch einen Anschlag 314 aus
Polyäthylen, der in das aus einem nichtrostenden Stahl bestehende Unterschenkelgelenkteil
303 eingelassen ist und mit einer Anschlagkante 316 des Oberschenkelgelenkteils
301 zusammenwirkt.
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Zwischen dem Scharnierauge 308 und dem Schaft 304 des Unterschenkelgelenkteils
303 ist darüber hinaus ein nach Überwindung einer Vorspannung elastisch nachgiebiges
Drehgelenk 317 angeordnet, welches eine Relativbewegung des Schaftes 4 um seine
Längsachse gegenüber dem Scharnierause 308 zuläßt. Zu diesem Zweck ist in eine zwischen
zwei relativ zueinander verdrehbaren Gehäuseteilen 321 und 322 des Drehgelenks 317
gebildete Ringkammer
eine Ringfeder 318 eingelegt, in deren Schlitz
überein~ anderliegend einerseits ein nasenartiger Vorsprung 331 des oberen Gehäuseteils
322 und andererseits ein nsenartiger Vors-prung 332 des unteren.Gehäuseteils 321
eingreift. Die Ringfeder 318 hat in der Ringkammer eine zu den nasenartigen Vorsprüngen
hin, zunehmende Atmurg;-freiheit, so daß sie bei an den Gehäuseteilen angreifenden
Torsionskräften von den nasenartigen Vorsprüngen 331 und 332 nach außen aufgebogen
wird.